An jedem verdammten Wochentag

28/07/10

 

POLITIK: Neues in der Causa Grasser, neuer Anlauf bei Vorratsdatenspeicherung, fast alle Gemeinden bis 2013 in roten Zahlen – GESELLSCHAFT: Kritik an Bettelverbot – Grundrechte verletzt, Rot-Weiß-Rot-Card mit Kriterienkatalog – MEDIEN: ORF-Comeback beim Song Contest, Wikileaks-Zusammenarbeit mit Spiegel, NYT und Guardian – WEB 2.0: Disney steigt ins Geschäft mit Facebook-Spielen ein, Facebook erweitert den “Like”-Button – TECHNIK: Firefox 4 Beta 2 mit App Tabs

POLITIK

Florian Klenk befasst sich in seiner aktuellen Falter-Titelstory mit der Frage, wo die zehn Millionen Euro hingekommen sind, die durch den Buwog-Deal bei Karl-Heinz Grassers Freunden landeten. (Falter) Der Kurier berichtet davon, dass es einen “Masterplan” gegeben haben soll, in welchem beschrieben wurde, wie FPÖler vom Verkauf von Staatsvermögen profitieren sollen. Auch hier an forderster Stelle: Karl-Heinz Grasser. (Kurier)

Infrastrukturministerin Doris Bures hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung umzusetzen. Ihr Entwurf sieht vor, dass Berufsgeheimnisträger geschützt werden sollen, die Daten sollen weiterhin 6 Monate gespeichert werden. (Der Standard)

Ganz Österreich hat Schulden. Zumindest ab 2013 werden die meisten Gemeinden in den roten Zahlen landen. Die größte Verschuldung weisen niederösterreichische Gemeinden auf. Die größten Ausgaben landen im Gesundheits- und Sozialwesen. (Die Presse)

GESELLSCHAFT

Schlussendlich keimt sie eben doch wieder auf: die Kritik am in Wien am 1. Juni eingeführten Bettelverbot. Mit dem Begriff der “Bettelmafia” handelt es sich um rassistische Stereotype. Außerdem kritisiert man, dass das Betteln nicht als soziales Problem, sondern rein als Sicherheitsproblem gesehen wird. (Die Presse)

Nachdem die Debatte um mehr Zuwanderer (man mag es kaum glauben!) ins Laufen gekommen ist, überlegt jetzt nun die Koalition, welche Kritierien sie an die Zuwanderer stellen wollen. (Die Presse) Ob es die “Besten” werden, darf bezweifelt werden: für die ist Österreich nämlich viel zu unattraktiv. (Der Standard)

MEDIEN

Weil Pro7, ARD, Stefan Raab, Lena und Deutschland zuletzt so super funktionierten, glaubt jetzt auch Österreich wieder daran, dass der Song Contest eine tolle Sache ist. Der ORF hat nun einstimmig beschlossen, wieder teilzunehmen. Warum es zum Scheitern verurteilt sein wird? Weil der ORF entscheidet, wer hinfliegt. Weil wahrscheinlich die gleichen österreichischen Produzenten wie eh schon immer den Song schreiben werden (ja, auch wir haben Leute wie Dieter Bohlen). Aber ich werde auch gerne vom Gegenteil überzeugt. (Der Standard)

Es ist womöglich die Zukunft, die Zusammenarbeit von New und Old Media. Wikileaks hat ja bekanntlich 90 US-Militärdokumente erhalten … große Publicitiy erhielten sie aber vor allem durch die New York Times, den Spiegel und The Guardian, die gemeinsame Sache machten und die Story groß aufzogen. (Der Standard) Das Pentagon hat übrigens schon eine heiße Spur, wer die Dokumente an Wikileaks gesendet haben könnte. Ein Ende der Geheimniskrämerei überlegen sie hingegen nicht. (Die Presse)

WEB 2.0

Disney gibts immer noch: und jetzt versucht man auch am relativ neuen Spielemarkt rund um Facebook einzusteigen. In Kürze werde man den Spieleanbieter Playdom übernehmen. Aktuell hat der Anbieter auf Facebook 42 Millionen User, der größte Konkurrent Zynga (Farmville etc.) zählt rund 235 Mio. Nutzer pro Monat. (Die Presse)

Vielleicht ist es euch ja schon aufgefallen: klickt man jetzt auf den Like-Button (z.B. hier bei diesem Artikel), bekommt man neuerdings die Möglichkeit, zum massentauglichen “Gefällt mir” auch noch einen Kommentar anzufügen. (Die Presse)

TECHNIK

Die nächste Beta-Version des Mozilla-Browsers Firefox ist da: Firefox 4 Beta 2. Und soweit ich das beurteilen kann, hat sich nun vor allem das Design verändert. Jetzt entspricht das Aussehen viel mehr der Einfachheit des Google Chrome-Browsers. Die Tabs sind nun über der Adressezeile, die Menüs werden ausgespart. Auch kann man häufig genutzte Seiten als App Tabs speichern, damit tauchen sie nur mehr mit einem Icon in der Tableiste auf. Wann man endlich die wahren App Tabs testen kann, ist aber nicht bekannt. (Die Presse)

 
Dominik Leitner | 28. July 2010

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