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Pech, Pakistan!
Die Flutkatastrophe in Pakistan stürzt Millionen Menschen ins Unglück. Internationale Medien sind da und berichten darüber, die Hilfsorganisationen stehen parat, wie einst nach dem Tsunami in Südostasien oder dem Erdbeben in Haiti. Sie stehen bereit, die Feuerwehrleute am Brandherd. Sie halten den Schlauch drauf und wollen “Wasser Marsch!” rufen. Doch das Wasser sprudelt nicht.
Die Spenden für Pakistan halten sich in Grenzen. PolitikerInnen und Hilfsorganisationen vermuten ein Imageproblem des Landes als Hintergrund. Verwunderlich ist das nicht, denn was wissen wir denn von Pakistan? Es ein islamisches Land mit einer großen Anzahl von Fundamentalisten, die in einer erklecklichen Anzahl auch Terrorunterstützer oder -sympathisanten sind. Irgendwo in den Bergen hockt vermutlich Osama Bin Laden herum und die “prowestliche” Regierung sitzt auf der Atombombe und droht eigentlich permanent von Extremisten gestürzt zu werden, während ihr Geheimdienst angeblich die afghanischen Taliban stützt.
Gerade das sind dann auch die Begründungen von Menschen, die nicht nach Pakistan spenden wollen: “In ein Land das die Atombombe hat, spende ich nicht”. Und: “Woher soll ich wissen, dass das Geld nicht den falschen in die Hände gelangt?”. Das ist problematisch, und manchen macht es wütend. Denn natürlich sind die ganzen Betroffenen kein riesiger Haufen an bösen Menschen, die in ihrer Freizeit mit der Atombombe herumfuchteln und dann mit Osama auf ein Gebet gehen. Viele können für all diese Probleme nichts (oder sagen wir: manche weniger als andere).
Aber ich komme nicht umhin zu sagen: Auch wenn man die Betroffenen nicht persönlich für Pakistans unschöne Seiten verantwortlich macht, haben Menschen ein Recht, aus diesen Gründen nicht dorthin zu spenden. Denn dass die meisten ihr Unbehagen nicht gut formulieren können, bedeutet nicht, dass es komplett daneben ist.
Hä? Bist deppert?
Was bedeutet es, für einen bestimmten Zweck zu spenden?
In der Welt passieren eigentlich permanent schreckliche Dinge. Alle paar Sekunden verhungert irgendwo ein Kind, wird eine Frau geschlagen. Täglich verdurstet an irgendeinem Ort das Vieh eines Bauern, fehlen Babys die nötigen Vitamine, reisst ein übergelaufenes Gewässer Menschen in den Tod. Regelmäßig plättet ein Unwetter Dörfer und legt ein Erdbeben Städte in Schutt und Asche. Menschen flüchten an jedem einzelnen, gottlosen Moment in der Geschichte unserer Spezies vor schrecklichen Kriegen, politischer Verfolgung, wirtschaftlicher Armut oder schlimmen Lebensumständen. Und jene die dableiben oder hingehen um das alles vor Ort zu ändern, brauchen ja auch noch unsere Unterstützung.
Nicht nur in den armen Gegenden unserer Erde bedürfen Menschen unserer Hilfe. Überall sterben Kinder, Mütter und Väter an Krebs, Aids und anderen Krankheiten, die unsere Forschung noch nicht besiegt hat. Unfälle machen die Kleinsten in unserer Mitte zu Waisen. Menschen landen auf der Straße. Zerschmettert vom Leben, finanziell, körperlich, psychisch am Ende. Täglich spazieren wir in unseren Städten an ihnen vorbei. Manchen werfen wir einen Euro hin, bei anderen stecken wir den Kopf zwischen die Schultern und gehen vorbei.
Unsere Aufmerksamkeit für das Leid auf unserer Welt steuern die Medien. Und auch die meinen das nicht böse, sondern folgen einfach ihrer Logik. Die Augen der Weltöffentlichkeit sind da, wo das Ausmaß einer Katastrophe plötzlich, außergewöhnlich und gigantisch ist. Dorthin wird dann auch gespendet. Bei aller Zurückhaltung bekommt auch Pakistan jetzt mehr als tausende andere Fälle.
(Es gibt übrigens genug Fälle die zeigen, dass zweckgebundenes Spenden an sich totaler Unsinn ist. Unsere Aufmerksamkeit für eine Katastrophe bringt uns dazu, massenhaft Geld für etwas zu spenden, und die Hilfsorganisationen wissen ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr, wohin damit. Die können das dann aber nicht einfach abziehen und woanders einsetzen, wo es akut gebraucht würde.)
Wir Menschen mit gesundem Empathieempfinden finden all diese Dinge schrecklich – zum Heulen oder Wütendwerden. Wenn wir könnten, wir würden sie mit einem einzigen Schnippen beenden und gut werden lassen. Aber es liegt nicht in unserer Macht. Und so gibt es tausend gute Gründe irgendwohin zu spenden. Dies soll eben kein zynischer Aufruf sein, der sagt: “Du kannst nicht alle retten, also scheiss auf alle und rette dich selbst”. Arme Kasperl die so etwas sagen gibt es auch, aber wer dieses Blog verfolgt oder mich kennt, der weiß, dass mir nichts ferner läge, als das hohe Gut der Solidarität zu verachten.
Wir müssen wählen, wir haben keine andere Wahl
Unsere begrenzte Möglichkeit zu spenden ist immer auch eine Wahl. Mit dem Versuch einigen zu helfen, sagt man immer Millionen anderen auch etwas: “Ich würde gern, aber ich kann dir nicht helfen”. Oder um es auf den Punkt zu bringen: Ein wirklich nicht böse gemeintes “Pech für dich! (Was soll ich machen?)”.
All das führt zu einem Schluss, den so umfangreich die wenigsten erklären können, den aber glaube ich instinktiv die meisten sofort spüren: Dass da irgendwas nicht stimmt, wenn ein Land die Bombe baut aber seine Menschen nicht rettet. Dass sich da vor Ort unbedingt etwas ändern muss, was man von hier aus als Einzelner nicht beeinflussen dann. Dass wir mit unseren 10 Euro-Spenden nicht die verfehlte Außenpolitik unserer Regierungen ausgleichen können, die den Taliban dort ihre Macht geben und die pakistanische Regierung nicht mit dem nassen Fetzen fotzen, bis sie endlich ihren Menschen hilft. Und dass die Atombombe und der weit verbreitete religiös-politische Extremismus in Pakistan deshalb eben sehr wohl Gründe sind, nicht in dieses Land zu spenden (auch wenn es die Fußbälle unserer Kinder herstellt).
Man muss die Pakistani nicht für böse halten oder ihnen den Tod wünschen um zu sagen: “Wirklich Pech, dass eure Regierung lieber verschwenderisch, sinnlos und den Weltfrieden gefährdend aufrüstet als euch zu helfen. Ich weiß ihr könnt nichts dafür, aber für mich ist es ein Grund, lieber anderen zu helfen”. Wahrscheinlich fände man beim genauen Hinsehen fast überall solche Dinge. Es ist ja auch völlig ok, wenn Menschen trotzdem nach Pakistan spenden. Nicht jeder muss seine Wahl nach denselben Kriterien treffen. Aber es bleibt immer eine Wahl. Und die Maßstäbe des Ausschlusses werden genau genommen das so oft schreckliche menschliche Leid nie aufwiegen. Aber wo im Fall Haiti Probleme eher im Detail versteckt waren, ist es im Fall Pakistan halt sehr offensichtlich, was manche abhält.
Niemand sollte (und nur wenige werden) sich am Leid dieser Menschen erfreuen. Das Unbehagen gegen den Atombomben-Widerspruch und den teulischen Extremismus ist aber keine böse, gemeine oder heuchlerische Begründung, um aus den tausenden legitimen Spendengebieten eines auszuschließen. Auch wenn man dabei genauso eine innere Träne zerdrücken muss, wie beim Vorbeigehen an einer Bettlerin mit Kleinkind in der U-Bahn: Pech, Pakistan, aber was soll ich tun?
Fotocredit: US Marine Corps – CC2.0 BY-NC
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35 Reaktionen bisher
Ich schätze die mangelnde Spendenbereitschaft hat einfach damit zu tun, dass Haiti als auch Pakistan keine beliebten Destinationen für Massentourismus sind. In Aceh gab es auch lauter Islamisten, aber von dort gab es ständig dramatische Anrufe und Lageberichte von Touristen, die auf ORF (und natürlich überall auf der Welt) durchgeschalten wurden. Man konnte mitempfinden, war mitten im Geschehen und konnte zumindestens den Schock der Touristen nachempfinden.
Ich bezweifle, dass die Motivation von einzelnen Kolumnisten und Bloggern relevant oder repräsentativ ist.
In Indonesien hätte man, wie schon erwähnt, genau das Gleiche schreiben können. Nur hätte das damals keiner gewagt, weil es als pietätlos gegolten hätte zu diesem Anlass Entwicklungshilfe-Kritik abzubringen. Die fraglichen Blogger wären selbst mitgenommen gewesen.
Ähm. Wenn du schon so einen langen Text schreibst, wäre es auch sinnvoll, wenn du auch eine Möglichkeit, wie und wo man spenden kann aufzeigst.
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!!! | 20. August 2010 | 13:16
Im ersten Satz führst du deine Argumentation schon etwas ins Seitenout. Für Haiti wurde ziemlich viel gespendet, für Pakistan vergleichsweise wenig.
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20. August 2010 | 13:39
Dass Pakistan Atomwaffen hat und die Taliban unterstützt, ist noch lange kein Grund, Menschen in äußerster Not sehenden Auges krepieren zu lassen. Ich gebe außerdem zu Bedenken, dass die USA und Russland wesentlich mehr Atomsprengköpfe haben, als Pakistan. Indien hat ebenfalls Atomwaffen. Und die “legalen” Atomstaaten (ich spiele hier auf den Atomwaffensperrvertrag an) sind ihrer Verpflichtung, die Atomwaffen zur reduzieren oder gar abzuschaffen, bisher nicht oder nicht ausreichend nachgekommen.
Menschen in Not und Elend zu belassen, hilft überhaupt nicht gegen Konflikte, im Gegenteil.
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!!! | 20. August 2010 | 13:47
@Sonja: Oh, da hat jemand den Text nicht gelesen?
Was bitte ist denn ein Grund, nicht zu spenden? Wie im Text beschrieben, wirst du bei den meisten Katastrophen dieser Welt keinen finden, der das Leid aufwiegen kann.
Aber wieso spendest du nach Pakistan, und nicht etwa an Projekte oder Katastrophenfonds in Mozambique, Burkina Faso, Palästina, Israel, Bolivien, El Salvador, Mexiko, Aserbaidschan, Albanien, Österreich oder New Orleans?
Insbesondere letzteres wäre eine gute Frage. Die Bush-Regierung hat vielen Menschen dort auch nicht geholfen. Bist du los und hast den moralischen Zeigefinger in den Popsch jener gesteckt, die meinten, dass sie trotzdem nicht in ein reiches Land spenden? Ist dann zwar die Atombombe eines Landes kein Grund, aber der Reichtum der gerechte Grund, warum man Menschen sehenden Auges verelenden lässt?
Denn mach nicht den Fehler zu glauben, dass du nicht permanent, jede Sekunde deines Lebens sehenden Auges Menschen krepieren lasst. Wir alle wissen, dass gerade jetzt nicht überall auf der Welt alles ok ist. Menschen krepieren, wir wissen es. Und wie rechtfertigst du, jetzt genau nach Pakistan zu schauen, und nach Somalia nicht zu spenden?
Andere Menschen wählen eben anders aus. Und mir geht das auf den Sack, wenn dann von Leuten wie dir der Zeigefinger kommt. Den kannst du dir für Leute aufsparen, die trotz Möglichkeit überhaupt nicht spenden.
“Du kannst doch nicht sehenden Auges Menschen krepieren lassen”. Doch kann ich. Muss ich. Mein Konto erlaubts leider nicht, etwas anderes zu tun.
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20. August 2010 | 14:14
Nach Somalia spenden? Ha, guter Witz! Aber mal ernsthaft, wem soll ich denn in Somalia Geld spenden? Diesen oder jenen Rebellen, der korrupten Regierung, die nicht mal zugeben will, dass irgendwas nicht stimmt, oder doch lieber gleich einen Scheck in einen Briefumschlag hauen und draufschreiben: Dear Pirates?
Ich hab für “Pakistan” gespendet und weißt du auch warum? Weil es schon einen Unterschied macht ob a) Millionen an einem Ort zu Grunde gehen oder ob b) Millionen auf der ganzen Welt verstreut krepieren. Und zwar weil ich bei (a) mit 20 Euro im Vegleich zu (b) wirklich viel mehr helfen kann.
Und mir ist es wirklich sowas von egal ob die wahnwitzigen pakistanischen Eliten mit der Bombe herumspielen, oder ob irgendwelche, hirnamputierten Gottesanbeter Frauen in den Keller sperren oder den Westen abfackeln wollen. Die Kinder und die Leute dort können einfach nix dafür. Das ist jetzt kein “nach falscher Moral stinkender”-Zeigefinger, sondern schlicht und einfach die Wahrheit.
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!!! | 20. August 2010 | 14:50
@Tom: Ich verstehe nicht, warum deine Antwort so aggressiv ausfällt. Ich habe sachlich meine Meinung geäußert. Ich habe auch nicht geschrieben, dass DU PERSÖNLICH spenden musst. Und ich stecke meinen Finger in niemandes “Popsch” und habe deinen Text sehr wohl gelesen. Ich hätte gerne sachlich darüber diskutiert, weil es an sich gut ist, dieses Thema zur Sprache zu bringen. Aber wenn das geht nicht, eben nicht.
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!!! | 20. August 2010 | 15:07
Nach Somalia spenden ist also blöd, weil dort ist die Regierung korrupt und die Rebellen böse? Da ist der Zynismus ok, dass man sehenden Auges Menschen krepieren lässt? Abgesehen davon, dass Somalia keinen funktionierienden Staat mit Atomwaffen hat, der den Menschen überhaupt helfen könte, ist die Konstellation dort ident. (Und btw. über die Piraten würde ich mir keine Sorgen machen, die sind zumindest zu einem Teil de facto eines der größten Sozialprojekte in Somalia und halten ganze Regionen am Leben.)
Spende doch z.B. an:
http://www.care.de/somalia-projekte.html
Oder an das UN World Food Programm, das weltweit über 100 Millionen Menschen am Leben hält und chronisch unterfinanziert ist. Das ist zwar nicht so bedrückend im Fernsehen zu sehen, aber da helfen deine 20€ auch. Kannst du auch mit Somaliabezug machen:
https://donate.wfp.org/supporter/donatenow.do?n=gbss&dfdbid=1075640
Oder woanders: Wie wärs damit?
http://www.laafi.at/
Oder damit?
http://www.ithuba.org/
Oder was ganz anderes, was ist mit denen?
http://www.nomoredeaths.org/
Und was spricht dagegen?
http://www.fraubock.at/
Geht nicht alles? Hoppla. Jetzt bin ich aber auf die triftigen Gründe für die Auswahl gespannt. Ich finde, wenn es Menschen gibt, die noch weniger für den weit verbreiteten Extremismus und den Wahn der pakistanischen Regierung können, dann sind eben das Menschen die irgendwo anders leiden. Und ich sag dir: Denen spende ich dann eher. Nicht aus voller Überzeugung, aber weil einfach mehr dafür spricht.
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20. August 2010 | 15:10
@Sonja Du hast schlichtweg ein Argument, das ich im Text bereits besprochen habe, wiederholt, ohne etwas neues ins Feld zu führen (dafür aber über irgendwas komplett themenfremdes gesprochen). Das führt mich zu der Annahme, dass du meinen Text entweder nicht gelesen, nicht verstanden oder schlichtweg die Argumente ignoriert hast. Und da bin ich dann nicht gut drauf zu sprechen, sorry wenn dir das zu aggressiv schien.
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20. August 2010 | 15:13
Stimmt doch überhaupt nicht, dass du das schon geschrieben hast, was ich schrieb. Ich habe zB die etwa 2.600 (strategischen) Sprengköpfe von Russland und die fast 2.000 der USA angesprochen (siehe http://www.fas.org/programs/ssp/nukes/nuclearweapons/nukestatus.html ), das hast du überhaupt nicht erwähnt. Und ich habe meine Meinung dazu geäußert, nicht deine Argumente ignoriert. Ich finde, wenn man über Politik diskutieren will (was ich angenommen habe, dass hier geschehen soll), sollte man auch andere Meinungen gelten lassen. Punkt.
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!!! | 20. August 2010 | 15:24
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Aber mal ernsthaft, wem soll ich denn in Somalia Geld spenden? Diesen oder jenen Rebellen, der korrupten Regierung, die nicht mal zugeben will, dass irgendwas nicht stimmt
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In Somalien gibt es gar keine Regierung. Für Marktradikale wie mich der Idealzustand.
http://www.youtube.com/watch?v=7QDv4sYwjO0
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!!! | 20. August 2010 | 15:27
sorry tom, aber du hast ja absolut keinen schimmer, oder… Somalia ist ein failed state. und es nun mal so, dass zur zeit pakistan und nicht somalia von der schlimmesten umweltkatasttrophe in der geschichte der menschheit betroffen ist. oder hast du etwa für somalia gespendet als der tsunami passiert war? pakistan braucht sogennante soforthilfe, sonst verhungern dort die 3.5 mio kinder. oder lässt du jemanden in seinem brennenden wagen einfach verrecken, weil er mitschuld an der klimaerwärmung ist? nicht die pakistaner sind schuld dass niemand spendet sondern die leute sind rassisten und ignoranten, so einfach ist das. und jeder, der hier eins auf wannabe politiker macht, obwohl er überhaupt gar nix weiss über die politik in pakistan weiss, wie gewisse personen hier, soll doch einfach zugeben, dass er einen moslem gerne verrecken lässt und nicht nach scheinargumenten suchen, die jeglicher sachlichen grundlage entbehren.
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!!! | 20. August 2010 | 15:29
und überigens ist pakistan auf dem weg ein staat wie somalia zu werden, denn genau wie in pakistan haben dort islamisische fundemtantlisten gewaltsam die macht ergriffen, selbstmordanschläge stehen dort seit jahrzehnten an der tagesordnung. sind das für dich auch alles terroristen tom? oder hast du einfach keine ahnung? aber ja, die medien und die politker ignorieren das thema, ausser ein paar halbt verhungerte somalier müssen wieder mal ein schiff kapern…
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!!! | 20. August 2010 | 15:41
Aha, die Priaten halten also ganze Regionen am Leben (selten so gelacht!), hauptsächlich bunkern sie das Geld von den westlichen Regierungen oder Firmen bei lustigen Konten auf den Kanalinseln oder geben es für Prostitution, Waffenbeschaffung, Drogen, Partys und dubiose, gottesfürchtige Organisationen aus. (Ähm, Al-Kaida oder was?) JA, wirklich ein tolles Sozialprojekt, Bravo!
Ich hab mir deine Links angesehen, fühl mich aber in meiner Meinung eher bestärkt:
Das UN World Food Programm finde ich Spitze, auch weil es sich überall und zwar AUCH in Pakistand engagiert, aber es ist das nächste Mal sicher die erste Wahl! LAAFI und Ithuba sind auch Super-Projekte und trotzdem kann und werd ich (noch) nix spenden. Erstens weil ich, wie du, auch keinen Geldscheißer hab und zweitens weil’s einfach grad in Pakistan dringender ist, als ein paar medizinische Geräte hier und Aufklärung über Genitalverstümmelung da, bzw. neue Schulen und Unis.
“No more deaths” ist auch wichtig, genauso wie Ute Bock, trotzdem auch wenn’s weh tut: Diese Katastrophe da in Pakistan ist einfach wichtiger! Gerade weil das Atombombenland nicht noch mehr destabilisert werden darf und auch weil die “Gottesnazis” bekämpft gehören mit humanitärer Hilfe (auch wenn das grad ziemlich komisch klingt).
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!!! | 20. August 2010 | 15:50
der einzige unterschied zu somalia ist, dass es in pakistan eine atombombe gibt. und wenn dort tatsächlich 180 mio terroristen leben, wie du behauptest tom, wären wir glaube ich alle schon lange nicht mehr da. also bitte hör auf eine ganze nation durch den dreck zu ziehen. ich kenne viele leute aus pakistan. christen, sikhs, moslems…jeder von denen versteht sich mit dem anderen, auch wenn alle eine unterschiedliche religion haben. aber jeder fühlt sich als pakistaner und das ist was die leute verbindet. und kein einziger von den leuten ist ein terrorist..
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!!! | 20. August 2010 | 15:51
@Susanna Danke für die Aufklärung darüber, was Somalia ist. Abgesehen davon, das ich dem Land hier schon ein Dutzend Blogbeiträge (http://zurpolitik.com/index.php?s=somalia) und auf der Uni einige politikwissenschaftliche Seminararbeiten gewidmet habe, lange bevor die mediale Weltöffentlichkeit vor zwei Jahren drauf aufmerksam wurde, dass es -hupps- in Somalia Piraten gibt, habe ich ja überhaupt keine Ahnung davon.
Leider bist aber du es, die keinen Schimmer hat. Auch wenn du das Wort “failed state” richtig geschrieben hast.
Denn in Somalia findet eine Katastrophe in diesem Ausmaß seit Jahrzehnten DAUERHAFT statt. Mehrere Millionen Menschen leidern dort PERMANENT Hunger. Nicht erst seit kurzem, nicht plötzlich, nicht vor den Augen der CNN-Kameras. Die brauchen seit Jahren Soforthilfe und bekommen sie nur unzureichend. Die Leben dort vom WFP, das wie schon angesprochen permanent zu wenig Geld hat.
Wo ist deine Empörung? Wieso glaubst du das Recht zu haben, dieses Leid in irgendeiner Form gegenüber der Tragödie in Pakistan abwerten zu dürfen?
Deine Metapher mit dem brennenden Wagen ist übrigens Grütze, weil ich ja eben schreibe, dass man den Pakistani dieses Schicksal nicht wünschen soll und ich sie nicht für eine böse Masse halte und ich im Gegenteil, wenn ich könnte, das Leid sofort beenden würde. Dass es für mich aber gute Gründe gibt, nach meinen Kräften lieber woanders zu helfen. Dass es – sofern man nicht Bill Gates ist – einfach nötig ist, dass man auswählt. Und dass bei aller Tragik Fundamentalismus, Extremismus und Atombombe in Kombination wahrlich nicht die schlimmsten Gründe sind, um eine Region nicht zu wählen.
Aber vielleicht ist das auch zuviel verlangt, dass du in deinem emotionalen Ausnahmezustand, wo jene mit andere Meinung nur noch ahnungslose, ignorante Rassisten sein können, noch sinnerfassend eine kontroverse Argumentation liest.
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20. August 2010 | 15:56
Ein Nachtrag: Es ist übrigens nicht neu, dass in Länder wie Pakistan weniger gespendet wird. “Die Spendenbereitschaft sei generell geringer, wenn die Länder politisch instabil sind, erläutert [Care Deutschland-Sprecherin] Bulling weiter. “Auch in Ländern, in denen Bürgerkrieg und Korruption herrscht, wird meistens nicht so viel gespendet.” Dazu gehörten etwa afrikanische Länder wie Tschad, Niger und Sudan.”
http://www.tagesschau.de/ausland/spendenpakistan104.html
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20. August 2010 | 16:11
Aha! Danke für den letzten Link. Meine Tourismus-These bestätigt sich also: “Als Reisende seien sie auch den Menschen vor Ort nah gekommen. Die Motivation zu helfen sei dann eine andere.”
Bürgerkriegsregionen und schlecht organisierte Länder haben freilich keinen Tourismus.
@Tom:
Ich habe übrigens deinen Artikel auch irgendwie falsch verstanden und dachte, dass du lediglich die Argumente gegen Pakistan-Hilfe anderer missbilligend wiedergibst und selber für Pakistan-Hilfe eintrittst.
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!!! | 20. August 2010 | 16:23
Ich seh nicht wirklich, wie das möglich ist, Dieter?
Dein Tourismus-Argmuent mag in der Form gelten. Aber in der Bewertung dürften wir uns nicht einig sein. Ich sage, die Unsicherheit ob das Geld in bürgerkriegs- oder extremismusgebeutelten ländern das Geld dorthin kommt, wo es hin soll, ist der ausschlaggebende Punkt. Du klingst als würdest du sagen, dass die Leute nicht selbst dort waren und niemanden kennen der dort war, ist entscheidend. Wahrscheinlich ist auch das ein bisserl wahr, aber ich halte doch die Unsicherheit für wichtiger.
dass Länder die keinen Tourismus haben auch weniger Spenden bekommen halte ich eher für Ergebnisse desselben Problems, als für eine direkte Kausalität.
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20. August 2010 | 16:30
Ich halte Emotionalität für ausschlaggebend. Und die wird durch Anrufe und Schilderungen von Touristen befeuert.
Die meisten Leute wissen doch gar nicht genug über die politischen Verhältnisse diese Länder. Pakistan, Schmakistan. Wer findet schon Haiti auf einer Landkarte, trotz mehrmaligem Urlaub in der DomRep?
Mir leuchtet nun auch nicht ein, warum Pakistan nun korrupter, instabiler oder verschwenderischer sein soll als Indonesien. Haiti würde ich subjektiv knapp vor Somalien einsortieren.
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!!! | 20. August 2010 | 17:04
Zum ersten Absatz des Artikels: Bin ich der Einzige, der “Feuerwehr” und “Wasser marsch” für ein verunglücktes Bild hält, angesichts der Tatsache, dass es hier um eine FLUTkatastrophe geht?
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!!! | 21. August 2010 | 13:50
Ich seh (und sah schon beim Schreiben) was du meinst, aber ich will partout kein Unglück darin erkennen. imo ist die Analogie klar abgegrenzt und vermittelt keinen falschen Eindruck.
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21. August 2010 | 15:40
Natürlich haben Menschen ein Recht nicht zu spenden, es gibt keine Spendenpflicht. Das macht die entsprechenden Gründe, sofern sie öffentlich formuliert werden, nicht weniger fadenscheinig.
Insgesamt haben deutsche Privathaushalte im Jahr 2008 2,16 Milliarden Euro. Ziehen wir mal die Kinder von der deutschen Bevölkerung ab, kommen wir auf ca 70 Millionen Deutsche. Macht ca 31 Euro pro Jahr pro Kopf. Dass also Spenden existenzbedrohende Ausgaben sind, halte ich für ausgeschlossen.
Es gibt auch nicht allzuviele Alternativen zu Pakistan. Dein Kommentar 20.08. 15:10 geht am Thema vorbei, denn insbesondere die Entwicklungshilfe ist in vielen Ländern inzwischen hochumstritten; zur Nothilfe (die Pakistan jetzt bräuchte) gibt es allerdings keine Alternative. Während also Geldgeschenke nach Somalia zumindest diskutabel sind, ist es die Nothilfe für Pakistan nicht.
Ich werde niemanden dafür loben, dass er eine Wahl trifft, einfach nur deswegen, weil er eine Wahl trifft. Das ist für mich kein Kriterium. Natürlich hat jeder das REcht zu entscheiden, ob er spendet oder nicht: wenn er aber die Gründe dafür öffentlich macht, die ich in den meisten Fällen für absoluten Unfug halte, muss das diskutiert werden können.
Und es ist natürlich zynisch zu sagen, es sei “Wirklich Pech, dass eure Regierung lieber verschwenderisch, sinnlos und den Weltfrieden gefährdend aufrüstet als euch zu helfen. Ich weiß ihr könnt nichts dafür, aber für mich ist es ein Grund, lieber anderen zu helfen”, wenn es ausgerechnet der Westen ist, der diese Aufrüstung mitträgt und die Destabilisierung in der Region mit Eifer vorangetrieben hat.
Da kann ich ja nichts dafür, wirst Du jetzt sagen können, und natürlich recht haben. Nein, aber was degegen könntest Du.
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!!! | 22. August 2010 | 13:22
Für westliche Staaten wäre jetzt die Gelegenheit gekommen, sich unter der pakistanischen Bevölkerung Freunde zu machen. Wenn jetzt zu wenig Hilfe von areligiösen oder christlichen Hilfsorganisationen und Staaten kommt, ist es ein Leichtes für radikal islamische Organisationen, mit Geld* und Hilfe in der Gegend weiter Fuß zu fassen und den Wohlwollen der Bevölkerung zu erlangen.
Und das wäre in einem Land, das sowohl politisch instabil ist als auch Atomwaffen hat, tatsächlich eine Gefahr.
*In Afghanistan zahlen solche Organisationen z.B. 1000$ für einen erfolgreichen Angriff auf die ISAF–viel Geld bei einem durchschnittlichen Jahreslohn von 500$.
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!!! | 22. August 2010 | 16:25
@Frederic: Was dagegen tun könnte ich. Tue ich, im Rahmen meiner Welt, glaube ich. Ansonsten seh ichs nicht ein, warum die Pakistani nicht für den vielumjubelten Rüstungswahn ihre Regierung, ich aber die Außenpolitik der EU verantwortlich sein soll.
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“Ich werde niemanden dafür loben, dass er eine Wahl trifft, einfach nur deswegen, weil er eine Wahl trifft.”
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Ich glaube nicht, dass es hier um Lob geht, sondern um Akzeptanz. Die Wahl ist aus den genannten Gründen legitim, man muss sie deshalb nicht verdammen.
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“Und es ist natürlich zynisch zu sagen…”
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Es ist so zynisch wie logisch. Angesichts dessen, dass ich ein Student mit Nebenjob bin, ist es Zwangszynismus. Ich muss wählen, würde es nicht wollen, könnte ichs mir leisten.
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22. August 2010 | 19:44
@Tom: Die Sache hat gleich mehrere Haken: erstens profitierst Du mehr von der aktuellen Weltlage, womit ein brüderliches “So what, mein lieber pakistanischer Mitmensch, wir haben halt beide irgendwie keine Wahl”, sagen wir es vorsichtig, bigott wird. Kommt noch dazu, dass Deine Möglichkeiten, auf diese Lage Einfluss zu nehmen, weit größer sind als die des pakistanischen Bauern, dessen Dorf jetzt unter Wasser steht.
Und, drittens, bietest Du ja auch überhaupt keine Alternative an. Dass die Welt scheiße ist und ungerecht und das Menschen sterben, ist ein Gemeinplatz. Dutzend andere Brennpunkte zu nennen und dann zu sagen: Ja, da weiß man halt selbst auch nicht mehr, wohin mit dem eigenen Spendengeld, um sich dann zurückzulehnen, das ist eine Art der Kapitulation, die ich nicht akzeptieren kann. Das ist der moralische Unterbau zur Untätigkeit, ein Plädoyer für die Bequemlichkeit. Und das ganze noch mit einem lakonischen “Pech, Pakistan!” zu überschreiben – wie gesagt, imho inakzeptabel in einem Artikel, der den Anspruch hat, sich mit dem Thema auseinandersetzen. Insbesondere bei den Fakten, die Du anbringst, denn es ist Augenwischerei, Nothilfe mit Entwicklungshilfe zu vergleichen.
(Ein paar Ansätze haben dazu vor allem die Kommentatoren auf Spreeblick hier zusammengetragen: http://www.spreeblick.com/2010/01/20/hilft-entwicklungshilfe/ )
Ich bin kein uneingeschränkter Freund von Spenden, es gibt Schwierigkeiten. Aber die geringste ist, im konkreten Notfall eben zu viele Alternativen zu finden. Es wäre was anderes gewesen, wenn Du geschrieben hättest, ich hab leider nur 20 Euro im Jahr, mehr geht nicht, scheiße. Das hast Du nicht gemacht: Du machst die Pakistani verantwortlich für ihr Unglück, weil sie mit ihrer bisherigen Haltung erst noch was lernen müssen und so lange eben keine Unterstützung kriegen, bis sie sich wieder einigermaßen brav aufführen. Mit dem exakt gegenteiligen Ergebnis, da bin ich bei Dan.
Ein Entschuldigungsschreiben für diejenigen zu machen, die glauben, die Pakistani hättens halt nicht anders verdient, das ist keine Haltung, die ich akzeptabel finde. Und dabei ist mir persönlich völlig egal, ob Du spendest oder nicht, denn um Spenden geht es da schon längst nicht mehr, sondern um postkoloniale Arroganz und eben jenen moralischen Zeigefinger, der – wie gesagt – nach Arsch riecht.
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!!! | 22. August 2010 | 21:21
@frederic ——
Die Sache hat gleich mehrere Haken: erstens profitierst Du mehr von der aktuellen Weltlage, womit ein brüderliches “So what, mein lieber pakistanischer Mitmensch, wir haben halt beide irgendwie keine Wahl”, sagen wir es vorsichtig, bigott wird.
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Ich profitiere nicht ein Stück davon, dass Pakistan ein extremes und ein unsicheres Land ist. Ich profitiere nicht davon, dass die dortige Regierung eine Atombombe hat. Ich habe nicht das geringste davon, dass dort 20 Millionen Menschen vor dem Tod oder den Trümmern ihrer Existenz stehen.
Und ich bin ein großer Verfechter von mehr globaler Gerechtigkeit durch Veränderungen unseres Wirtschaftswesens, weshalb ich mir die perversen Auswüchse davon nicht vorwerfen lasse. Ich bestehe darauf, dass ich trotz des Glücks im reichen Teil der Welt geboren zu sein eine Meinung äußern darf, ohne als bigott bezeichnet zu werden.
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Kommt noch dazu, dass Deine Möglichkeiten, auf diese Lage Einfluss zu nehmen, weit größer sind als die des pakistanischen Bauern, dessen Dorf jetzt unter Wasser steht.
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Aha, diese weit größeren Möglichkeiten sind mir nicht bewusst. Vielleicht magst du mich ja aufklären? Soll ich mal eben die EU-GASP ändern? Wie doof, das mir das bisher nicht eingefallen ist.
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Und, drittens, bietest Du ja auch überhaupt keine Alternative an.
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Alternative wozu? Dass ich finde, dass es legitime Gründe gibt, lieber für andere Probleme als dieses zu spenden?
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Ja, da weiß man halt selbst auch nicht mehr, wohin mit dem eigenen Spendengeld, um sich dann zurückzulehnen, das ist eine Art der Kapitulation, die ich nicht akzeptieren kann.
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Ich auch nicht. Steht so im Text…
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Das ist der moralische Unterbau zur Untätigkeit, ein Plädoyer für die Bequemlichkeit.
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…weshalb ich den schönen Pathos hier klar zurückweisen darf.
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Und das ganze noch mit einem lakonischen “Pech, Pakistan!” zu überschreiben – wie gesagt, imho inakzeptabel in einem Artikel, der den Anspruch hat, sich mit dem Thema auseinandersetzen.
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Überschriften sind nicht ganze Texte, sondern Zuspitzungen. Der Text setzt sich offensichtlich mit dem Thema auseinander und stellt nicht nur den Anspruch. Wenn du die Überschrift als “lakonisch” bezeichnest, dann bezeichnest du sie laut Wikipedia als “eine knappe, aber treffende, trockene, schmucklose Ausdrucksweise”. Was soll da das Problem sein?
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Insbesondere bei den Fakten, die Du anbringst, denn es ist Augenwischerei, Nothilfe mit Entwicklungshilfe zu vergleichen.
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Klarer Wiederspruch meinerseits.
Ob Nothilfe (die auch JETZT auch anderorts gebraucht wird) oder Entwicklungsholfe, in beiden Fällen geht es um die Verringerung menschlichen Leids.
In beiden Fällen bleibt uns hier nicht viel mehr als zu spenden und uns vielleich tnoch politisch zu engagieren.
Und diese Spenden kommen aus demselben, höchst begrenzten Budget: Jeweils aus der Tasche des einzelnen Spenders. Und auch wenn die Bilder von Pakistan grauenhaft sind: Aids im Sub-Sahara-Afrika (22 Millionen ansteckende Infizierte) oder Hungersnöte (1 Milliarde hungernde Menschen) sind nicht weniger grauenhaft. Und Gegenmittel dazu sind nicht nur die akuten Reissäcke, sondern zum Beispiel auch Bildungs- und Infrastrukturprojekte.
Da gibt es zwischen Not- und Entwicklungshilfe also durchaus genug Paralellen, dass ich nicht einfach zulasse, dass du Pakistan hier zum einzigen legitimen Engagement der Stunde verklärst.
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Es wäre was anderes gewesen, wenn Du geschrieben hättest, ich hab leider nur 20 Euro im Jahr, mehr geht nicht, scheiße. Das hast Du nicht gemacht: Du machst die Pakistani verantwortlich für ihr Unglück, weil sie mit ihrer bisherigen Haltung erst noch was lernen müssen und so lange eben keine Unterstützung kriegen, bis sie sich wieder einigermaßen brav aufführen.
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Zum einen habe ich das geschrieben. Begrenztes Budget und so. Und ich mache die Pakistani nicht für ihr Unglück verantwortlich – und nur zum Teil für die Zustände in ihrem Land. Ich verteidige die persönlichen Beweggründe, mich für den einen oder gegen den anderen Spendenfall zu entscheiden.
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“Mit dem exakt gegenteiligen Ergebnis, da bin ich bei Dan.”
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(Recht interessant: Da ist eure Hilfe plötzlich politisch motiviert.) Ich hab nichts dagegen, wenn ihr helft und helfen wollt. Es wär mir auch recht, wenn unsere Regierungen sich aufrappeln und ihre Außenpolitik in eurem Sinne ändern würde. Die Korruption bekämpfen, sich für die Menschen einzusetzen. Ich habe nicht nur kein Problem damit, ich bin auch auf eurer Seite.
Meine Spenden begreife ich allerdings nicht als Außenpolitik, sondern als einen begrenzt verfügbaren Soldiarbeitrag. Auch das steht bereits im Text.
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“in Entschuldigungsschreiben für diejenigen zu machen, die glauben, die Pakistani hättens halt nicht anders verdient, das ist keine Haltung, die ich akzeptabel finde. ”
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Hier steht nirgendwo, die Pakistani hätten es verdient. Das Gegenteil von dem was du behauptest steht im Text.
Und nebenbei: Wenn ihr bei Spreeblick euch herausgreift, öffentlich eine Begründung von Menschen zu attackieren, dann akzeptiert besser auch, dass jemand öffentlich diese Begründung etwas anders interpretiert und in der Folge verteidigt.
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Und dabei ist mir persönlich völlig egal, ob Du spendest oder nicht, denn um Spenden geht es da schon längst nicht mehr, sondern um postkoloniale Arroganz und eben jenen moralischen Zeigefinger, der – wie gesagt – nach Arsch riecht.
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In deiner Empörtheit bemerkst du nicht, dass hier kein Mensch den moralischen Zeigefinger hebt – auch nicht in postkolonialer Arroganz (for whatever that means). Nirgendwo im Text steht: “Es ist komplett undenkbar, dass jemand nach Pakistan spenden will, weil die so böse sind”. Das Gegenteil steht da; Dass es völlig ok ist, für Pakistan zu spenden, und dass die Menschen dort keine böse Masse sind.
Das steht da. Wirklich. Lies nach.
Es steht da aber auch, dass es auch ok ist, nicht zu spenden. Weil man nicht für alles spenden kann, sich deshalb seine Einsatzgebiete aussuchen muss, und deshalb schon kleine Gründe ausreichen können, um eine Region zu seiner Priorität zu machen. Und das es in Ordnung ist, Militarismus und Extremismus bei den Gründen anzuführen, sich gegen eine Spende zu entscheiden.
Das steht da auch.
Am Ende muss ich sagen: All deine Vorwürfe und Einwände greife ich schon im Ursprungstext explizit auf und entkräfte sie. Mag sein, dass ich irgendwo Aspekte übersehen habe, aber leider erweiterst du die Argumente nicht, sondern wiederholst sie einfach nur.
Großteils wirfst du mir sogar das exakte Gegenteil von dem vor, was ich schreibe. Immer wieder denselben Text neu zu formulieren, weil man einfach falsch interpretiert wird, ist ehrlich gesagt etwas mühsam. Wenn ich schreibe, man könne die Betroffenen nicht direkt für die Probleme verantwortlich machen, solle ihnen dieses Leid nicht wünschen und sie nicht für eine Horde böser Menschen halten, dann meine ich das auch so.
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23. August 2010 | 01:29
Die Frage ist doch nicht, ob Entwicklungshilfe aus dem Willen heraus entsteht, Leid zu lindern (das würde ich den meisten auch unterstellen), sondern ob sie es tut. Und da sind Zweifel angebracht, denn die Frage, ob Entwicklungshilfe tatsächlich ein geeignetes Mittel zur Bekämpfung von Armut ist, ist in Fachkreisen inzwischen hochumstritten. Gerade die Hungerhilfe hat da in vergangenen Jahren keinerlei Ergebnisse gezeitigt. Obwohl die Investitionen gestiegen sind, ist der Hunger nicht weniger geworden.
An dieser Stelle des Textes hattest Du die Wahl zu sagen: spendet anlassunbezogen, weil anlassbezogene Spenden eher versickern. Du hast stattdessen gesagt, ihr könnt irgendwo andershin spenden, für einen anderen Anlass, welcher, ist eigentlich auch egal, Pakistan jedenfalls muss es nicht sein.
Das wird dann kontraproduktiv, wenn man weiß, dass die meisten Spenden anlassbezogen getätigt werden.
“Umfragen zu den Motiven von Spendern belegen, dass die wichtigsten Beweggründe für die Entscheidung zur Spende sich auf ein Gefühl der Verbundenheit beziehen. So werden als Spendenmotive die Beruhigung des schlechten Gewissens, ein Gefühl der Zugehörigkeit und das Bedürfnis, sich für wichtige Anliegen persönlich zu engagieren genannt.”
Diese Verbundenheit löst Du eben auf, indem Du ein konkretes Problem (menschliches Leid) globaler und damit beliebiger machst. Du machst das Anliegen ‘Pakistan’ weniger wichtig, indem Du es relativierst, stellst aber kein konkretes anderes Anliegen daneben, sondern bleibst da nebulös. Aber ein Spendenmotiv ist Wert plus Handlungsorientierung. Deswegen ist man im Fundraising darüber einig geworden, dass potentielle Spender anlassbezogen angesprochen werden müssen. Die Handlungsorientierung bleibst Du hier schuldig.
Damit riskierst Du (entgegen Deiner Absicht, wenn ich das richtig verstanden habe), dass diejenigen, die sich durch Deine Argumentation angesprochen fühlen und jetzt nicht nach Pakistan spenden, dieses gesparte Geld nicht etwa in die Subsahara stecken, sondern nirgendwohin.
(Edit: jetzt sind die ganzen Links weg, die ich im Text gepostet habe. Lassen die sich noch irgendwo finden?)
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!!! | 23. August 2010 | 09:47
noch ein mosaikstein in der analyse der mangelnden spendebereitschaft (don’t shoot the messenger, ich sage nicht, dass das ein legitimer grund ist, ich ergänze nur):
Pakistan hat Hilfsgelder nach Erdbeben 2005 veruntreut
http://www.stern.de/news2/aktuell/pakistan-hat-hilfsgelder-nach-erdbeben-2005-veruntreut-1593153.html
meine vermutung ist aber doch eher, dass die ineinsetzung von pakistan = islamistenhort der hauptgrund für die zögerlichkeit ist; um das ganze feld aufzurollen, könnte man selbst die wikileaks-veröffentlichungen mit heran ziehen, die zumindest in der spiegel-darstellung (times/guardian habe ich nicht gelesen) den pakistanischen geheimdienst zum klandestinen talibanförderer machen.
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!!! | 23. August 2010 | 10:44
@Frederic – ich nehme an du hast die Links mit HTML-Tags versehen? Dann sind die fürchte ich weg – ich hab keine ahnung wieso, aber wordpress schluckt alle arten von tags, die man hier eingibt. (falls du eine Ahnung hast wieso, bitte sagen). tut mir leid.
(links mit http:// werden automatisch in links umgesetzt.)
Zum Thema: Die Problematik rund um Entwicklungshilfe ist mir bewusst. Trotzdem ist nicht jede Form der Entwicklungshilfe schlecht. Entscheidend ist, dass bei der Hilfe auch ein Wissens- und Verantwortungstransfer erfolgt. Das sollte hier aber nicht das Thema sein, denn das wird dann sehr breit. Ob jemand Entwicklungshilfe sinnvoll findet und sie deshalb in seinen potentiellen Spendenpool miteinbezieht, ist hier fürs Erste mal seine Sache.
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“Du hast stattdessen gesagt, ihr könnt irgendwo andershin spenden, für einen anderen Anlass, welcher, ist eigentlich auch egal, Pakistan jedenfalls muss es nicht sein.
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Muss es auch nicht sein.
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Das wird dann kontraproduktiv, wenn man weiß, dass die meisten Spenden anlassbezogen getätigt werden.”
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Es gibt ja auch genügend Anlässe. Eben auch viel allgemeinere, wie die permanente Hungerbekämpfung, die für mich auch klar unter Nothilfe fällt.
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Diese Verbundenheit löst Du eben auf, indem Du ein konkretes Problem (menschliches Leid) globaler und damit beliebiger machst.
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Es ist halt leider schlichtweg die Wahrheit, dass Leid ein globales, vielfältiges und nicht konkretes Problem ist.
Ich finde auch nicht, dass ich diese Verbundenheit auflöse. Pakistans Tragödie wird ja nicht weniger schlimm durch meinen Text. Spenden gibt kein schlechteres Gefühl, durch meinen Text. Die Pakistani sind nicht weniger Menschen, durch meinen Text. Wer glaubt, dass eine Hilfe hier gebraucht wird, glaubt das weiterhin. Wer denkt, dass er lieber woanders hin spendet, hat das auch vorher gedacht.
Ich bezweifle, dass ich mit diesem Text jemanden vom Spenden abbringen werde, weil das ja auch nicht Sinn der Sache war. Was ich erreichen möchte, ist dass jene, die legitime Gründe haben für diese Tragödie nicht zu spenden (die es aber sonst gerne und oft tun – was ich schon voraussetze), nicht dermaßen attackiert werden – und sich in der Folge, ja, auch nicht so schlecht dabei fühlen.
Wie gesagt: Gemessen am Leid sind die Gründe immer schlecht, nicht zu spenden. Gemessen an anderen Gründen, halte ich die in Bezug auf Pakistan wahrlich nicht für die schlechtesten. Und mein Argument ist eben, dass der “Wettbewerb” um meine Spende nicht nur der um das beste Argument für eine Spende ist, sondern auch der um die wenigsten Gründe dagegen.
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Damit riskierst Du (entgegen Deiner Absicht, wenn ich das richtig verstanden habe), dass diejenigen, die sich durch Deine Argumentation angesprochen fühlen und jetzt nicht nach Pakistan spenden, dieses gesparte Geld nicht etwa in die Subsahara stecken, sondern nirgendwohin.
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Vielleicht schreibe ich irgendwann einen Text “Warum man trotz des unendlichen Leids trotzdem spenden sollte/muss” oder ähnliches. Hier war das aber nicht das Thema, drum steht es weitgehend unerklärt einfach im Text.
Was die Leute aus den Fakten machen oder wie sie Interpretationen umsetzen, ist ihre Sache. Dein (imo gelungenes) Plädoyer vor einigen Monaten, nicht jeden Nazi-Vergleich gleich zu verdammen, kann auch anders interpretiert werden und andere Folgen haben, als dir das lieb ist. Leute könnten das als Legitimation für schlechte Vergleiche und Relativierung verstehen. Aber das wäre nicht dein Fehler, sondern ihrer.
Ich verstehe deine Sorge, aber ich bin der Meinung, dass man die Schlussfolgerungen die Menschen aus einzelnen Blogposts ziehen, auch ihrer Selbstverantwortung überlassen muss. Da ich so gut wie jeden Vorwurf der hier vorgebracht wurde schon im Text an sich mit klaren Worten entgegnet habe (vor allem, dass Spenden trotzdem gut ist, jeder seine eigenen gründe finden muss und die Pakistani keine böse Masse sind – all dem zu widersprechen halte ich nämlich für falsch), glaube ich hier mein Bestes getan zu haben.
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23. August 2010 | 14:09
Warum ich diesen Blogbeitrag gefährlich finde?
Er impliziert eine Ansicht, die sich darauf stützt, Einzelpersonen für ein kollektives Versagen der Politik rund um das Reizthema “Pakistan” verantwortlich zu machen. Diesen Hilfsbedürftigen ins Gesicht zu sagen:”Lieber Pakistani, wenn du verrekst, dann bedanke dich bei deinem Regime” ist einfach nur unmenschlich. Insofern ist mir auch eine (potenzielle) Atombombe im Moment WURSCHT, da die Angst davor Niemanden vor Ort vor dem Ertrinken bewahren kann.
Im Vordergrund einer Abwägung zur Hilfestellung einer lokalen Notsituation dürfen weder politische Gegebenheiten noch Befindlichkeiten von Zielgruppen oder sonstige Abwägungen globaler “Katastrophenrankings” sein.
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“Ich bezweifle, dass ich mit diesem Text jemanden vom Spenden abbringen werde”
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Doch, dass könnte passieren. Der Österreicher per se sucht in erster Linie immer nach Argumenten, etwas zu unterlassen. Dieser Artikel liefert das und dazu noch eine reinigende Wirkung für das Gewissen nach dem Motto:”Gut, dass ich nix nach Pakistan gespendet hab, weil die Menschen wo anders sind nämlich auch arm und haben dabei auch keine Fundamentalisten”.
Armut, Hunger, Flucht, Verfolgung und Unterdrückung sind nicht weniger tragisch, weil uns Europäern die lokale Politik eben mal nicht passt. Daher sollten wir das Leid nicht noch verschlimmern, in dem wir die Katastrophengebiete dieser Welt gegeneinander zu einem globalen Spendenwettkampf antreten lassen.
Zur Entscheidung – Helfen oder nicht helfen – können am Ende des Tages keine logischen Argumente herangezogen werden.
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!!! | 23. August 2010 | 15:37
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Er impliziert eine Ansicht, die sich darauf stützt, Einzelpersonen für ein kollektives Versagen der Politik rund um das Reizthema “Pakistan” verantwortlich zu machen.
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Nein, Einzelpersonen werden nicht verantwortlich dafür gemacht, sondern ein Kollektiv leidtragend davon, dass es dieses Versagen gibt. So ist das im Leben: Bei Versagen gibts Opfer.
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Der Österreicher per se sucht in erster Linie immer nach Argumenten, etwas zu unterlassen.
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Ich schreibe meine Texte nicht für Klischees, auch nicht für “den Österreicher per se”. Wer Gründe zur Unterlassung einer Spende sucht, braucht dafür diesen Beitrag nicht. Der sagt einfach “Die Atombombe stört mich”, denkt nicht weiter drüber nach und unterlässt es ganz von selbst.
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“Zur Entscheidung – Helfen oder nicht helfen – können am Ende des Tages keine logischen Argumente herangezogen werden.”
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Sondern welche werden herangezogen?
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23. August 2010 | 17:17
@Tom Du entkräftest Argumente, die Deine Position angreifen könnten, nicht, Du nimmst sie vorweg.
Ich wüsste ganz gerne, was Deine Motivation war, diesen Text zu schreiben. Du scheinst ja nicht davon auszugehen, dass er irgendwelche Konsequenzen tätigt, oder? Warum schreibt man denn dann, wenn man nicht glaubt, dass die eigenen Worte jemanden erreichen?
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!!! | 24. August 2010 | 08:53
Siehe meine frühere Antwort: “Was ich erreichen möchte, ist dass jene, die legitime Gründe haben für diese Tragödie nicht zu spenden (die es aber sonst gerne und oft tun – was ich schon voraussetze), nicht dermaßen attackiert werden – und sich in der Folge, ja, auch nicht so schlecht dabei fühlen.”
Im Übrigens glaube ich schon, dass Texte Konsequenzen haben, es ist nur nicht immer absehbar welche. Sollte jemand vorher spenden wollen, diesen lesen, und dann doch nicht mehr spenden wollen, hat er vorher entweder nicht alle für ihn nötigen Informtaionen gehabt oder den Text nicht richtig verstanden. Kann passieren, es war aber weder Zweck noch Aussage des Textes, dass man für Pakistan nicht spenden soll.
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“Du entkräftest Argumente, die Deine Position angreifen könnten, nicht, Du nimmst sie vorweg.”
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Ich entgegne ihnen jeweils etwas. Und sie dann einfach zu wiederholen, ohne die Entgegnung einzubeziehen, ist nicht genug. (Außerdem wird großteils wie gesagt nicht nur die Argumentation wiederholt, sondern auch der Text falsch interpretiert. Ich will nach dem 250. “Die Pakistani sind nicht böse, nicht direkt verantwortlich, man darf ruhig trotzdem spenden” nicht mehr die Einwände “Du kannst die Pakistani nicht verantwortlich machen und einen Spendenboykottaufruf schreiben” lesen müssen.)
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24. August 2010 | 11:19
ich hab nicht die muse mir den ganzen kommentar-thread durchzulesen, aber um dem dilema dieses anlassbezogenen spendens zu entkommen hab ich mich entschlossen regelmässig, fix & anlass-unbezogen (aber “bereichsbezogen”) zu spenden, z.b. http://www.caritas.at/spenden/geldspenden/.
und weil man das immer wieder (unterschwellig) in solchen diskussionen hört/liest (keine ahnung wie ausgeprägt sich das in oa. thread verbirgt): die potentiellen(!) unzulänglichkeiten bei der spendenverteilung als argument dafür zu verwenden gar nicht zu spenden ist nur erbärmlich.
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!!! | 25. August 2010 | 11:18
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