Blog

Lesezeit:

0.2

Minuten

Menschen und Affen sind ökonomisch gleich blöd

Ein sehr unterhaltsamer TED Talk über sozialwissenschaftliche Versuche mit Affen und Wirtschaftssystemen, und was uns das über unsere menschlichen Schwächen erzählt.

Hat dir der Eintrag gefallen? Hilf ihn zu verbreiten!
 
| 19. November 2010

11 Reaktionen bisher

    dieter sagt:

    http://stuffwhitepeoplelike.com/2010/09/08/134-the-ted-conference/

    Das ist ein gutes Beispiel dafür, was mich an diesen TED-Guru-Vorträgen generell stört.

    95% vom gesagten ist nicht auf dem Mist der Vortragenden gewachsen. Dieser Eindruck wird aber vermittelt. Noch dazu wird aus der Thematik, die seit Jahrzehnten erforscht wird (Verhaltensökonomik), nur jenes Substrat genommen, das einen großen, stimmigen und widerspruchsfreien Heureka-Moment erzeugen soll. Nachdem es keine kritische Podiumsdiskussion gibt, erfährt das Publikum nichts davon. Hier handelt es sich noch dazu um eine Thematik, die genauer philosophischer Betrachtung impliziter Annahmen und der gleichen bedarf.

    Was bleibt ist das Experiment mit Affen (ich glaube es ist nicht das erste dieser Sorte), mit dem dann eine simple Anleitung zur Weltverbesserung konstruiert wird.

    Der Versuch ergibt so eigentlich keinen Sinn, denn 1000€/0€ mit 50:50 Chance vs. 500€ sicher usw. haben jeweils den gleichen Erwartungswert. Sie sind also aus der Sicht eines rationalen Nutzenoptimierers, also des Homo oeconomicus, äquivalent. Dass also die zweite Option präferiert wird, ist nicht sonderlich interessant.

    Menschen präferieren aber sogar z.B. 50€ sicher gegenüber +1100€/-1000€ mit 50:50 Chance, obwohl letztere Wahl einen Erwartungswert von 100€ hat und somit die mathematisch korrekte Wahl ist, wenn man den absoluten Nutzen optimieren will. Dieser Versuch wurde hier bei den Affen aber nicht wiederholt. Möglicherweise weil sich Affen mit Subtraktion oder mit Zahlen >3 schwer tun?

    Der Bezug zur Immobilienkrise ist sowieso problematisch. Der individuelle, subjektive Nutzen ist nicht äquivalent mit dem Marktpreis. Der Marktpreis ist lediglich jener Preis, zu dem sich einige Marktteilnehmer handelseinig werden. Niemand verkauft sein Haus, nur, weil er annimmt, dass der Marktpreis des Hauses fallen wird. Das ist Spekulation. Die Häuserblase ist ja überhaupt erst dadurch entstanden, dass zu viele Leute auf steigende Häuserpreise am Markt spekuliert haben, anstatt einfach auf den persönlichen, subjektiven Nutzen zu schauen (brauche ich das Haus?, ist es mir den Preis wert?).
    Die amerikanischen Hauskäufer waren also zu “rational”, gemessen am homo oeconomicus und haben sich damit die Finger verbrannt.

    Schon gar nicht wäre die Überwindung der “loss aversion” eine Lösung für die Gesamtheit. Der individuelle Hausbesitzer könnte sein Vermögen steigern, wenn er bei fallenden Häuserpreisen rechtzeitig verkauft, für eine Weile zur Miete wohnt und sich später zu günstigeren Preisen ein neues Haus kauft. Aber wenn das alle machen, dann verschwindet diese Arbitrage-Möglichkeit sofort. Arbitrage funktioniert eben nur solange sie nicht von zu vielen betrieben wird. Der Fall der Häuserpreise wäre lediglich steiler und hätte sich früher auf ein neues Equilibrium eingependelt. Die Wirtschafts- und Bankenkrise wäre dadurch vermutlich sogar verschärft worden.

    Ich sehe auch nicht ein, warum es so ein großes Problem sein soll, dass die meisten Menschen eben von Finanzmathematik und dergleichen keine Ahnung haben. Wir sind doch alle in den allermeisten Bereichen inkompetent. Dafür haben wir ja Experten und Dienstleister, also in diesem Fall Finanzmathematiker, Versicherungen, Fondsgesellschaften, Banken usw., die eben nicht mit Affen-Intuition agieren, sondern auf Basis rationaler Profitmaximieruns-Modelle. Und Spekulanten sorgen dafür, dass Arbitrage-Möglichkeiten schnell verschwinden und die Marktpreise im Bezug zueinander “korrekt” sind.

    Es sind diese Experten, die letztlich die Erkenntnisse aus der Verhaltensökonomik in ihren Modellen berücksichtigen müssen, anstatt zu versuchen, die Massen “rationaler” zu machen. Verkehrsplaner müssen ja auch das intuitive, heuristische, animalistische Verhalten der Verkehrsteilnehmer berücksichtigen.

    Like! Thumb up 0

    !!! | 19. November 2010 | 21:21
    Martin Schimak sagt:

    “Menschen präferieren aber sogar z.B. 50€ sicher gegenüber +1100€/-1000€ mit 50:50 Chance, obwohl letztere Wahl einen Erwartungswert von 100€ hat und somit die mathematisch korrekte Wahl ist, wenn man den absoluten Nutzen optimieren will.”

    Mir fehlt in Deinem Statement Dieter die Bezugnahme auf den Zusammenhang von Risiko und Ergebnis (“Risk and Return”). “Risiko” kann man als einfache Modellannäherung mathematisch/statistisch als Streuung der Ergebnisse definieren (Standardabweichung). Klar ist: bei gleichem durchschnittlichem Ergebnis wird die risikoärmere Variante (Erzielung des Erwartungswerts bei geringerer Streuung) bevorzugt. Das ist im Vortrag und bei Dir Beispiel 1 (1000€/0€ mit 50:50 Chance vs. 500€ sicher) und zutiefst und unstrittig rational. Es ist der Grund, warum man bei einem gleichen erwarteten Ertrag von 3% pro Jahr eher das Sparbuch bevorzugt als Aktien die ebenfalls nur 3% erwarten lassen.

    Das 2. Beispiel das Du aufwirst (Erwartungswert € 100, bei sehr starker Streuung, versus € 50 ohne Streuung also “sicher”) kann man mit dem simplen Satz von oben (Bevorzugung der risikoärmeren Variante bei gleichem erwarteten Ergebnis) nicht mehr erklären, vielmehr geht es hier jetzt um die Frage, welchen absoluten Level an Risiko (Streuung der Ergebnisse) ein Mensch akzeptieren kann. Dies hängt massgeblich davon ab, was das Verlustszenario für seine “Existenz” (weitere Überlebensfähigkeit) bedeutet. Pointiert gesagt: wenn ich nichts habe und vor der Wahl stehe Euro 50 sicher zu bekommen oder alternativ “durchschnittlich” Euro 100 zu bekommen, dabei aber einem 50%igen Risiko ausgesetzt bin, Euro 1000 (die ich nicht habe) schuldig zu werden, entscheidet sich der Mensch in der Regel für die Euro 50.

    Bill Gates allerdings wird das vermutlich anders beurteilen.

    Dies ist evolutionär, vor dem Hintergrund der Überlebensfähigkeit geprägte Intelligenz, bei der ich mich zunächst mal weigere, sie als “irrational” zu bezeichnen. Rational ist eben “was mich weiterbringt” und die Entscheidung für Risiko kann sehr leicht den Tod bedeuten.

    Das ist auch meine Kritik an diesem Vortrag überhaupt. Es wird einfach so, für mich relativ leichtfertig, hingestellt, dass zumindest das im Vortrag zweite Beispiel (die “Loss Aversion”) “irrational” sein müsse. Das typische Verhalten, die “risikoreichere” Variante zu wählen wirkt auf den ersten Blick tatsächlich relativ irrational. Aber es ist eben viel zu einfach, eine “mathematische” Ergebnisorientiertheit mit ökonomischer Rationalität gleichzusetzen. Zweitere ist viel näher an evolutionär geprägter Überlebensrationalität als erstere.

    Die Tatsache, dass wir so handeln, wie wir handeln an sich stellt ein schwerwiegendes Indiz dafür dar, dass die “Loss Aversion” aus einer Überlebenslogik heraus vorteilhaft war und wahrscheinlich in gewissen Situationen immer noch ist. Ich sage damit nicht, dass das so sein muss, ich sage es ist ein starkes Indiz. Das man nicht einfach mit dem Hinweis auf Mathematik vom Tisch wischen sollte.

    Um eine Möglichkeit aufzuzeigen, wie man das Beispiel sehen kann: angenommen, ich brauche 2000 Euro um weiterzuleben. Und ich habe auch die 2000 wie im Beispiel. Jetzt stehe ich aber vor der Wahl ob ich 500 sicher verliere oder aber eine 50% Chance habe, nichts zu verlieren. Für welche Variante werde ich mich entscheiden, wenn ich bei jedem Ergebnis unter 2000 Euro sterben muss? Ich denke die Wahl ist recht klar.

    Der Mensch(Affe), der mit dem modellhaften Beispiel aus dem Vortrag konfrontiert wird intepretiert es automatisch vor seinem eigenen ökonomischen Gesamtkontext und wird sich daher uU durchaus “rational” für jene Varianten entscheiden, die die Versuchsaufbauer als jedenfalls “irrational” deklarieren.

    Mit all dem sage ich nicht, dass die evolutionär geprägte ökonomische Logik vor jedem Kontext “richtig” (überlebens- und vorteilsoptimiert) funktioniert, wir haben ein Grosshirn um sie durch Bildung und Nachdenken “overrulen” zu können. Aber ich sage, dass mir die Annahmen dieses Vortrags zu kurz greifen, zu wenig reflektiert sind. Reichlich zu wenig reflektiert.

    Like! Thumb up 0

    !!! | 20. November 2010 | 19:08
    dieter sagt:

    @Martin:
    Worauf du hinaus willst, ist nicht Risiko, sondern der sinkende Grenznutzen, also dass Nutzen(2*X) < 2*Nutzen(X), also dass ein Verlust von 1000€ und ein Gewinn von 1000€ nicht symmetrisch sind. Das kann man berücksichtigen und trotzdem handeln wir irrational.

    Im Versuch, wie er auf den Folien präsentiert wird (ab 11:00), kürzt sich das aber raus. Wenn man auf dem Weg nach oben auf +500€ garantiert statt 1000/0 setzt, müsste man auch -500€ statt -1000/-0 bevorzugen.

    Der Versuch mit dem Affen ist aber auch hier nicht äquivalent, weil ihm ja nichts weggenommen wird, was er schon in der Hand hat.

    Überhaupt stellt sich die Frage, inwiefern man hier von einem Markt reden kann und die Affen die Geldstücke als Geld wahrnehmen. Die Vortragende behauptet, dass es vergleichbar wäre an Hand der Beobachtung, dass Affen wie Menschen nicht sparen würden, was vom Publikum Gelächter erzeugte. Nur stimmt auch das nicht. Menschen sparen. Auch Amerikaner, auch wenn die Nettosparquote dort zeitweise bei Null lag.

    Lustigen Versuche dieser Art wurden ja von Dan Ariely in seinem Bestseller Predictably Irrational popularisiert.
    Vortrag:
    http://fora.tv/2008/03/04/Dan_Ariely_Predictably_Irrational
    Suche auf Youtube lohnt sich auch.

    Erik Falkenstein hat hier überhaupt einen ganz neuen Ansatz. Er behauptet, dass wir relativen und nicht absoluten Nutzen maximieren:

    http://falkenblog.blogspot.com/2010/03/why-envy-dominates-greed.html

    Like! Thumb up 0

    !!! | 21. November 2010 | 19:35
    Martin Schimak sagt:

    @Dieter: bitte erklär mir nicht, worauf ich rauswill. Ich spreche nicht vom abnehmenden Grenznutzen, sondern vom fundamentalen Zusammenhang von Risiko und erwartetem Nutzen, wie er ua im Zusammenhang mit der Portfolio Theorie hier diskutiert wird: http://en.wikipedia.org/wiki/Modern_portfolio_theory#Risk_and_expected_return

    Warum das positive Beispiel nicht gleich dem negativen beurteilt werden muss und daher nicht voreilig veinfachend als “Irrational” hingestellt werden darf, hab ich ebenfalls bereits mit dem Kontext “Überlebensrisiko” erklärt. Du kannst es auch in Finanzsprech übersetzen und Default Risk nennen: wenn Du bei -500 pleite bist MUSST Du Dich rationalerweise für die Variante entscheiden, in der dir eine 50% Chance bleibt, nicht pleite zu gehen. Und in Graustufen wirkt diese “Loss Aversion” eben auch schon vor dem Pleitegehen, weil Verluste uns der Pleite näherbringen. Das muss ganz und gar nicht immer irrational sein, ich bleibe bei dieser Aussage. Es “kann” irrational sein, es hängt eben vom Kontext ab, den der Versuchsaufbau aber einfach ignoriert.

    Like! Thumb up 0

    !!! | 22. November 2010 | 00:52
    dieter sagt:

    @Martin: Der sinkende Grenznutzen steckt in deiner Annahme und in deinen Beispielen drinnen, sowie in der MPT.

    Wenn Nutzen(-500) = Nutzen(-1000) = 0 und Nutzen(0) = 1,
    dann ist Nutzen(-500) < 0,5*Nutzen(-1000) + 0,5*Nutzen(0)

    Der Erwartungswert der Zufallsoption ist also höher und folglich aus der Sicht des Homo Oeconomicus vorzuziehen.

    Aber, wie Erik Falkenstein ja aufzeigt, konnte die MPT bis auf einige Teilbereiche des Finanzmarktes nie nachgewiesen werden. Risiko und Ertrag hängen gar nicht zusammen.

    Like! Thumb up 0

    !!! | 23. November 2010 | 00:12
    dieter sagt:

    Hmmm, mein Beispiel beinhaltet genau genommen keinen sinkenden Grenznutzen, sondern in diesem Bereich der Nutzenfunktion sogar einen steigenden Grenznutzen. Jedenfalls ist der Nutzen nichtlinear, was das fragliche Verhalten als rational erklären kann.

    Like! Thumb up 0

    !!! | 23. November 2010 | 00:21
    Martin Schimak sagt:

    Also, es geht ja gar nicht um die Portfoliotheorie, es war nur ein Link auf eine Page, in der der Zusammenhang von Risiko und Ertrag am Rande erklärt wird. Entschuldige wenn ichs jetzt so deutlich sag, aber Deine Aussage “Risiko und Ertrag hängen gar nicht zusammen” ist mE völliger Unsinn. Im Gegenteil, der grundsätzliche Zusammenhang ist ein fundamentaler und weitestgehend unstrittiger, über die mathematische Modellierung kann und soll man weiterstreiten und sich den Kopf zerbrechen.

    Das nächste Mal wenn Dir jemand anbietet bei Kopf 10 Millionen und 50 Euro zu gewinnen, bei Zahl aber 10 Millionen schuldig zu werden, oder alternativ 50 Euro auf die Hand zu bekommen stelle ich Dir die Frage, ob es keinen Zusammenhang von Risiko und Ertrag gibt nocheinmal. Es geht hier NICHT per se um den sinkenden Grenznutzen, den kann man auch noch hineindenken, sondern darum, dass ein sicheres Ergebnis einem stark gestreuten (unsicheren) Ergebnis bei gleichem erwarteteten Durchschnittsnutzen vorgezogen wird. MaW es geht einfach darum, dass niemand auf diesem Planeten ein Unternehmen gründen würde, wenn der durchschnittlich erwartete Nutzen daraus genauso hoch wäre wie wenn man das Gesparte in mündelsichere Staatsanleihen der Schweiz investiert. Vorwiegend deshalb, weil die Ergebnisse einer Unternehmensgründung stark gestreut sind.

    Lg.

    Like! Thumb up 0

    !!! | 23. November 2010 | 09:19
    dieter sagt:

    ” —– ”
    Das nächste Mal wenn Dir jemand anbietet bei Kopf 10 Millionen und 50 Euro zu gewinnen, bei Zahl aber 10 Millionen schuldig zu werden, oder alternativ 50 Euro auf die Hand zu bekommen stelle ich Dir die Frage, ob es keinen Zusammenhang von Risiko und Ertrag gibt nocheinmal.
    ” —– ”
    Ich nehme 50 Euro auf die Hand, aber weil es mir den größeren erwarteten Nutzen bringt und nicht, weil es bei gleichem erwarteten Nutzen weniger riskant ist. Mein Nutzen ist eine Funktion meines Vermögensstandes.

    Du führst in der Mitte der Argumentation erst die nichtlineare Nutzenfunktion ein und interpretierst die Implikation daraus als Risiko.

    Also:
    Deine Annahme ist, dass der Erwartungswert “10Mio+50€:-10Mio” äuquivalent ist mit “+50€” und sich nur im Risiko (hier Volatilität) unterscheiden würde. Das wäre aber nur der Fall, wenn Nutzen(X)=X.
    Anschließend erklärst du, aber dass “Nutzen(10Mio+50€:-10Mio) =/= Nutzen(+50€)”, also, dass Nutzen(X) =/= X.

    Nochmals anders ausgedrückt:
    Zuerst berechnest du den Erwartungswert des Vermögensstandes, um zu zeigen, dass die Optionen bis auf das Risiko äquivalent wären. Dann aber zeigst du den Unterschied im Erwartungswert des Nutzens auf, den der jeweilige Vermögensstand bringt. Da nun die Option des Münzwurfs schlechter abschneidet, schließt du, dass der Münzwurf wegen der höheren Volatilität abzulehnen wäre. Das ist aber ein Fehlschluss, weil du unbemerkt die Berechnung des Erwartungswerts verändert hast.

    *******

    Das bisher geschriebene bewegt sich innerhalb der Neoklassik. Nun zur unabhängigen MPT-Problematik:

    ” —– ”
    Entschuldige wenn ichs jetzt so deutlich sag, aber Deine Aussage “Risiko und Ertrag hängen gar nicht zusammen” ist mE völliger Unsinn. Im Gegenteil, der grundsätzliche Zusammenhang ist ein fundamentaler und weitestgehend unstrittiger, über die mathematische Modellierung kann und soll man weiterstreiten und sich den Kopf zerbrechen.
    ” —– ”
    Unstrittigkeit beeindruckt mich nicht vis-a-vis einer guten Kritik, wie die Erik Falkensteins. Wenn die MPT sich nicht mit der Empirik deckt, dann muss man irgendwann überlegen, ob der Kaiser vielleicht keine Kleider hat.

    Was soll an der MPT fundamental sein? Es handelt sich um eine Behauptung über menschliches Verhalten. Wer sagt, dass Unternehmensgründer den Erwartungswert einer Unternehmensgründung mit Schweizer Staatsanleihen vergleichen, oder, was ein besserer Vergleich wäre, mit einer sicheren Beamtenkarriere?

    Like! Thumb up 0

    !!! | 23. November 2010 | 11:15
    Martin Schimak sagt:

    Ok, jetzt wird es mir leider langsam fad. Wie gesagt, ich sprech nicht primär von der ganzen MPT. Auch bestreite ich nicht deine Abhandlungen zum abnehmenden Grenznutzen. Ich sage aber, dass die Wirkung der “reinen” Risk/Return Beziehung (aufgrund der Streuung) eine wesentlich stärkere Rolle spielt in dem Zusammenhang als dein abnehmender Grenznutzen.

    Beim Vergleich von Unternehmertum vs. Beamtenkarriere ist in die bewusst oder unbewusst ablaufende “ökonomische” Abwägung der subjektive Gesamtnutzen hineinzudenken, also zB auch die erwartete Freude an der Arbeit. Bei gleicher erwarteter Freude, gleicher erwarteter durchschnittlicher Arbeitsbelastung und gleichem erwarteten durchschnittlichen Einkommen werden sich fast alle Menschen für die Option entscheiden, bei der Freude, Belastung und Einkommen weniger stark schwanken/streuen. Und das ist eben nicht irrational.

    Like! Thumb up 0

    !!! | 23. November 2010 | 11:27

    Externe Reaktionen

    Jetzt sag doch was!

    Registrierte UserInnen surfen hier ohne Werbung!