Was man sich von der Quartz-App vielleicht abschauen kann

Quartz probiert etwas Neues bei mobilen News-Apps aus. Besser gesagt: Es dachte für seine erste App den Quartz News Messenger (derzeit nur für iOs) den News-per-Whatsapp-Ansatz gleichzeitig einen Schritt zurück und weiter. Es schreibt uns im Laufe des Tages mit einer SMS zu wichtigen News oder Nachrichtenübersichten an und gibt uns dann Chat-artige Buttons, um mit dieser Nachricht kurz zu interagieren und mehr zu erfahren (oder schlussendlich auf das Original-Quartz weitergeleitet zu werden).

Diese App ist eine großartige Spielerei und – jetzt tu ich etwas, bei dem Menschen prinzipiell schlecht sind, nämlich prognostizieren – sie wird sich entweder bald stark verändern oder schnell wieder verschwinden. Ich finde diesen Prozess zu langsam, um eine Übersicht zu gewinnen und zu umständlich, um mehr zu erfahren. Und das dritte Mal, wenn mir ein Bot eines dieser verfluchten Emojis schickt, ist es auch nicht mehr so hihi.

Aber bevor die “Yeah, hauptsache was Neues”-Fraktion mich des unproduktiven Nörgelns bezichtigt. Es gibt natürlich ein paar Dinge, die man sich als Medienmensch daran ansehen sollte. In erster Linie die Sprache, die herrlich einfach und kumpelhaft ist.

Dabei ist das eigentlich etwas Altes.

Die ganze App ist die Verwirklichung einer journalistischen Wunschvorstellung. In der idealtypischen Berufswelt stellt man sich das so vor: Da kommt man nach “einer total ausführlichen Recherche” ™ in die Redaktion, trifft einen “Kollegen mit zuviel Zeit” ™ in der Küche und erzählt ihm in wenigen Worten, worums eigentlich geht. Also das, was die Geschichte ausmacht, wenn man all diese vielen Informationen der “total ausführlichen Recherche” ™ ausfiltert. Um sich selbst aus der Infoflut zu retten, sich zurecht zu finden.

Und diesen “Küchenzuruf” macht man dann zur Geschichte.

Quartz hat eine App daraus gemacht.

Clever.