Je mehr Ausländer in einem Bezirk leben, desto weniger Österreicher wählen FPÖ

Peter Platzgummer hat mir dankenswerterweise erlaubt, diese Grafik zu teilen. Sie visualisiert das Wahlverhalten der ÖsterreicherInnen bei der Präsidentschaftswahl 2016 und den Ausländeranteils in ihrem Bezirk.

Das Ergebnis ist etwas, das man immer wieder bei Wahlen sieht: Je mehr ÄusländerInnen die ÖsterreicherInnen in ihrer Nachbarschaft haben, desto weniger wollen sie ihre Stimme für die FPÖ abgeben – in diesem Fall den Kandidaten Norbert Hofer.

Schon immer wieder eine spannend zu beobachtende Korrelation. Woran liegt es, eurer Meinung nach?

Außerdem lesenswert zur Wahl:

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  • ciroza

    weil die eingeschüchtert sind

    • So eine Wahlkabine oder Wahlkarte ist natürlich furchterregend.

  • Alchemist

    vielleicht wählen einfach deren kinder nicht die fpö.

  • Bravo Red

    Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.

  • tobias

    also meine interpretation lautet folgend: sobald ein ‘ausländeranteil’ von ca 12,5% überschritten wurde, wurde mehrheitlich für VdB gewählt. linear steigend. oder les ich die falsch?

  • PK

    stadt-land: das ist der unterschied. die ausländerquote ist hier nur surrogatparameter

    • Auch Stadt-Land ist meiner Meinung nach eher nicht der ursächliche Effekt. Ich schätze, dass es um eine Mischung aus kulturellen Faktoren (wozu auch die Ausländerquote bzw. Urbanität vs Land gehört), Einkommen, Alter und Bildungsgrad geht.

  • Michael

    Die FPÖ ist ja nicht generell gegen Ausländer, sondern nur gegen bestimmte Gruppen. Diese Grafik vermischt aber alles – und die grössten Ausländergruppen sind aus der EU und da speziell die Deutschen.

    Eine andere Erklärung ist, dass Ausländer aus niederen sozialen schichten (also “FPÖ-Ziel”) irgendwann die österr. Staatsbürgerschaft bekommen und wenn es dann eine Konzentration in bestimmten Bezirken gibt, werden die vielleicht nicht unbedingt FPÖ wählen.

  • Christian Hackl

    Ich sehe das genauso wie Michael, die Statistik zeigt nicht wieviele wahlberechtigte Ausländer in den Bezirken leben. Je höher der Ausländeranteil, desto höher auch der Anteil der wahlberechtigten “Ausländer”. Die tendieren eher zu anderen Parteien als zur FPÖ.
    Weis jemand ob es öffentliche Statistiken gibt, wieviele Wahlberechtigte mit Migrationshintergrund derzeit in Wien leben?

    • Ganz zu allererst muss man hier gleich mal eine klare Linie ziehen, was die Sprache anbelangt: Es gibt keine wahlberechtigten Ausländer bei Präsidentschaftswahlen. Wählen dürfen ausschließlich Österreicher.

      Zweitens: Migrationshintergrund ist genauso divers wie der Ausländeranteil. Explizite Daten zu “Österreichern mit Migrationshintergrund im Bezirk” muss ich erst noch finden, hab das so direkt jetzt erstmal nicht entdeckt. Ich hab aber kurz mal reingeschaut in ein paar Einzeldaten. Der Trend hält ziemlich genauso an, egal man sich das mit aus Deutschland, der Türkei oder Ex-Jugoslawien stammenden Personen im Bezirk ansieht. Vielleicht mach ich in den nächsten Tagen noch was dazu.

  • Matthias Neumayr

    Gibt’s auch irgendwo eine Auswertung mit Aufteilung zwischen Leuten mit Job im Staatsdienst wo eine österreichische Staatsbürgerschaft notwendig ist und Leuten welche mit den Zuwanderen am Arbeitsmarkt konkurrieren müssen?

    • Nein, finde da keine Daten zu den politischen Bezirken. Aber der Logik nach müssten Polizei und Bundesheer die linkesten Gruppierungen sein. Sind sie nicht. 😉

  • Thomas Lenz

    Gut beobachtbar in der erlebten Land-Praxis. Wenn es im Ort Initiativen gibt, Menschen und Vereine, die mit Flüchtlingen arbeiten, Veranstaltungen organisieren, Deutschkurse usw, wenn die Schulen sich um Integration bemühen, die Kinder zusammenbringen, wenn die Leute davon erfahren, sich mit den anderen Kulturen auseinandersetzen müssen, dann fängt das goldene Wiener (Österreichische) Herz an zu schlagen. Dann sind das “unsane Flichtling, die san a Ausnohm” oder “de san jo eh gaunz brav…” Auch noch genug ekelhaft, aber immerhin eine Art von Toleranz, trotz Bauernbund.