2008 war ich auf Einladung des European Journalism Centres bei einer Bloggerkonferenz in Kopenhagen. Es ging um die Welt-Klimaschutzkonferenz, die dort ein Jahr später stattfand und deren Vorbereitung wir Teilnehmer über dieses Jahr begleiteten. Die Stimmung war vorsichtig optimistisch. Es gab damals die Erwartung, dass es zu einem Nachfolger des „Kyoto-Protokolls“ kommen würde – dem Abkommen zur Klimarettung, das 2012 auslaufen würde. Die Erwartungen wurden bitter enttäuscht.

Die Staaten konnten sich nicht auf ein Abkommen einigen. Und es folgten noch viele Jahre und Konferenzen die ebenfalls die unterschiedlichen Interessen armer und reicher, industrieller und sich entwickelnder, großer und kleiner Staaten nicht vereinen konnten.

2015 gelang das endlich. Das Pariser Abkommen wurde von mittlerweile 191 Staaten dieser Erde unterzeichnet – darunter die Europäer, China und die USA. Es ist nicht perfekt, aber es gibt Hoffnung im Kampf gegen den menschengemachten Klimawandel.

Tausende Politiker, Experten und Aktivisten von NGOs haben weltweit jahrelang dafür gearbeitet, dem globalen Problem des menschengemachten Klimawandels eine globale Anstrengung entgegen zu setzen. Und sie erreichten etwas, das gefühlt viel zu selten passiert und von dem noch seltener erzählt wird: Fortschritt. Globale Kooperation. Erfolg.

Diese Arbeit muss weitergehen, dieses Abkommen jetzt erstmal in den einzelnen Staaten auch tatsächlich umgesetzt werden. Jeder einzelne Staat muss Verantwortung übernehmen. Fast überall hat man mittlerweile kapiert, dass das überfällig. China und die USA, Indien, Brasilien, Mexiko. Alle schon dabei. Jetzt kommt die Ratifizierung in den EU-Staaten, nach der das Abkommen gültig wird.

Gestern hat das europäische Parlament dem Abkommen zugestimmt. Alle Lager sind sich einig. Liberale, Linke, Grüne, Konservative,  Sozialdemokraten, Unabhängige, Populisten und sogar Mitglieder von Satireparteien und ein rechtsradikaler Abgeordneter aus Schweden – insgesamt 610 Abgeordnete im Europaparlament haben dem Abkommen zugestimmt.

Jahrelange Arbeit auf der ganzen Welt hat dazu geführt, dass sich 191 Staaten, Vertreter aller Ideologien, Klimaschutzaktivisten und Wissenschafter einig sind: Es braucht dieses Abkommen, wenn man noch verhindern will, dass die Welt in Muren, Überschwemmungen, Stürmen, Dürren, Atemnot, Krankheiten, Fluchtbewegungen und einer allgemeinen radikalen Veränderung unseres Lebensraumes versinkt. Jede einzelne dieser und weiterer Folgen gefährdet unsere Gesundheit, unser Leben, unsere Häuser, unsere Arbeitsplätze, unseren Wohlstand, unsere Natur und unsere Heimat – und „wir“ sind in diesem Fall alle Menschen dieser Erde.

Die FPÖ hat wie schon im österreichischen Nationalrat dagegen gestimmt (wie übrigens auch UKIP-, AfD- und NPD- Abgeordnete).

Sie sagt, sie hat eine bessere Idee.

Mhm.

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