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	<title>zurPolitik.com &#187; Audimax</title>
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		<title>Studiengebühren: Ja &#8230; nein danke</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2011/05/23/studiengebuhren-ja-bitte-aber-nein-danke/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 May 2011 21:59:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Sator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Audimax]]></category>
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		<description><![CDATA[Kaum ein Thema spaltet das Land wie dieses. Es ist Zeit für eine sachliche und pragmatische Auseinandersetzung - Ein Versuch von Andreas Sator]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei kaum einem anderen Thema sind die Positionen in Österreich so verhärtet, wird mit solch einer Polemik argumentiert und dem ideologischen Gegenüber partout die schlechtesten Absichten unterstellt. Es geht um Studiengebühren, und will man noch ein wenig Öl ins Feuer gießen kann man den Umgang miteinander als Sinnbild politischer Diskussionskultur in diesem Land interpretieren.<span id="more-8845"></span></p>
<p>Doch zuerst einmal möchte ich auf die Frage eingehen, wieso ich hier schon wieder über Studiengebühren schreibe. Auf diesem Blog ist das schon <a href="http://zurpolitik.com/index.php?s=Studiengeb%C3%BChren">mehr als einmal</a> getan worden. Ende letzten Jahres auch von mir, als ich mich für ein System <a href="http://zurpolitik.com/2010/12/10/die-illusion-der-freien-bildung/">nachgelagerter Studiengebühren nach australischem Vorbild</a> eingesetzt habe. Mittlerweile sehe ich das schon wieder etwas anders (messe Argumenten anderes Gewicht bei und sehe vor allem Schuldenrucksack problematischer), habe aber zu Leiden meiner selbst noch keine endgültigen Schlüsse ziehen können. Was bietet sich da besser an, als hier <a href="http://zurpolitik.com/2011/04/11/entwicklung-schweis-blut-und-zeit/">wieder einmal</a> laut nachzudenken, was angesichts der heute beginnenden <a href="http://www.oeh.ac.at/organisation/oeh-wahl/oeh-wahl-2011/">ÖH-Wahlen</a>, wo das Thema Studiengebühren keine unbedeutende Rolle spielt, auch langsam Zeit wird.</p>
<p>Aber nun genug der einleitenden Worte, lasst die Argumentationsfestspiele beginnen:</p>
<p>Studiengebühren würden den Universitäten <strong>mehr Geld</strong> bringen, das diese dringend brauchen. Ob deren Lage dadurch aber verbessert würde, hängt von der Reaktion der Politik ab. Ersetzt das durch Gebühren eingenommene  Geld nämlich einfach die bisher aus dem Budget kommenden Mitteln, ändert sich gar nichts. Das könnte man aber im Rahmen eines Kuhhandels zumindest temporär verhindern. Also <strong><em>pro</em></strong>.</p>
<p>Solange <strong>studieren in der EU</strong> <a href="http://www.studserv.de/studium/studiengebuehren-im-ausland.php">nicht auch flächendeckend kostenfrei</a> und auf ähnlichem Niveau ist, helfen Studiengebühren einen legitimen Beitrag von den sonst natürlich herzlich willkommenen ausländischen Studierenden zu erhalten. Bei aller Solidarität, warum sollte der österreichische Steuerzahler einem Ungarn das Studium finanzieren? Man könnte das aber über einen Automatismus, der über die EU laufen müsste, abfedern. Pro ausländischem Studenten zahlt dessen Heimatland einen bestimmten Beitrag. Bis das gewährleistet ist, gilt das Argument als <strong><em>pro</em></strong>.</p>
<p><strong>Was nichts kostet, ist nichts wert</strong>. Wer das Studium nicht ernst nimmt, kann durch Studiengebühren als reiner Kostenfaktor eliminiert werden (wunderschön formuliert, ich weiß). Aber: Verringern Studiengebühren die Anzahl der Studierenden? Im Jahr 2000 verfügte Österreich über 227.948 Studierende, ein Jahr darauf waren es 182.805. Grund dafür, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Studiengeb%C3%BChr#.C3.96sterreich">eingeführten Studiengebühren</a>. Einen Großteil davon dürften aber meiner Einschätzung nach Studierende sein, die lediglich passiv im universitären System waren. Die ihr Studium nicht ernst Nehmenden werden also kaum &#8220;verjagt&#8221;, was ich sowieso für umstritten halte und das Argument obsolet macht. Die &#8220;Bummelstudenten&#8221; sind zu einem großen Teil solche, die aus welchen Gründen auch immer genug Geld haben, soviel Zeit zu verschwenden. Man darf nämlich nicht vergessen, dass mit einem Studium hohe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Opportunit%C3%A4tskosten">Opportunitätskosten</a> verbunden sind, sprich man auf Gehalt bzw. Lohn verzichtet. Das Argument ist also nicht relevant.</p>
<p>Gebühren dürften anstatt des Verdrängungseffektes von Desinteressierten eher einen <strong><a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,585099,00.html">sozial selektiven Effekt</a></strong> haben, auch wenn ich das für irrational halte. Die wirklichen Kosten im Studium entstehen nämlich durch Wohnung und die wie oben beschrieben aufgewendete Zeit, in der ansonsten Geld verdient werden könnte. Wie die meisten von uns wissen ist der Mensch aber nicht immer ein durchwegs rationaler und daher sollte man diese Tatsache nicht außen vor lassen. Also <em><strong>contra</strong></em>.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-8861" title="2011-05-05_213949" src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/2011-05-05_2139492.jpg" alt="" width="600" height="144" /></p>
<p>Diese Frage stammt aus dem <a href="http://blog.atv.at/ampunkt/2011-05/am-punkt-spezial-zur-oh-wahl-die-sendung-vom-5-mai/">ATV Am Punkt Spezial zur ÖH-Wahl</a> vom 5.Mai und wirft einen berechtigten Punkt auf. Noch dazu kommen die Studierenden zu einem nicht unwesentlichen Teil aus sowieso wohlhabenderen Häusern. Betrachtet man diesen Aspekt kurzfristig, ergibt die Forderung nach Studiengebühren also durchaus Sinn. <del>In the long run, we are all dead.</del> Langfristig zahlen diejenigen, die finanziellen Nutzen aus ihrem Studium lukrieren (und das sind nicht die wenigsten), die aufgetretenen Kosten durch das progressive Steuersystem aber mehr als zurück. Also ist auch dieses Argument keines für Studiengebühren (über die Umwegrentabilität von tertiärer Bildung darf man mich aber gerne mit Links versorgen).</p>
<p>Eine breite gebildete Masse ist das Herz einer nachhaltig demokratischen Gesellschaft und wichtiges Kontrollorgan für die Politik. Bildung ist die Basis von Innovationen, technischen und vor allem gesesellschaftlichen Entwicklungsprozessen. Man kann also sagen: Wir alle haben Interesse daran, dass soviele Menschen wie möglich so gut gebildet wie möglich sind. Der Streitpunkt liegt hier darin, ob Studiengebühren Menschen denn vom Studieren abhalten. Mir fehlt dazu die Empirie. Viele sagen ja, Minister Töcherle hat anscheinend die Empirie und sagt nein. Ein Ausschnitt aus dem <a href="http://derstandard.at/1304551734466/Toechterle-im-Chat-Es-gibt-in-jeder-Gesellschaft-antiintellektuelle-Ressentiments">STANDARD-Chat vom 13. Mai</a>:</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-8865" title="2011-05-23_232751" src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/2011-05-23_232751.jpg" alt="" width="600" height="163" /></p>
<p>Das ist meines Erachtens die alles entscheidende Frage. <strong>Werden Menschen durch Studiengebühren vom Studium abgehalten?</strong> Ist das der Fall, weg mit ihnen. Wenn nicht, dann aufgrund der ersten beiden Pro-Argumente (Geld, Beteiligung ausländischer Studierender): Studiengebühren, ja bitte.</p>
<p>Mir ist aber wichtig zu betonen, dass die zweite Option keine generelle Legitimation von Studiengebühren darstellt, weil die beiden dafür sprechenden Argumente durch die Politik obsolet gemacht werden könnten (und sollten) &#8211; also Studiengebühren nein danke. Ich bin also der Meinung, dass Studiengebühren im Prinzip die Daseinsberechtigung fehlt, sie den Status quo in Österreich trotz alldem und angesichts mangelnder Unterstüzung in der Bevölkerung, die die bildungsfeindliche Politik der Regierung erst ermöglicht, aber durchaus verbessern könnten.</p>
<p>Bild “Marker”: © birgitH / <a href="http://www.pixelio.de/">PIXELIO</a><br />
Bild “Hochschule”: © Patrick Wieschollek / <a href="http://www.pixelio.de/">PIXELIO</a></p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=8845&amp;md5=efbacc29dfbf720ac3ed48eba3cfa9ba" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Zwei Vollversammlungen und eine Besetzung</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2010/10/20/zwei-vollversammlungen-und-eine-besetzung/</link>
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		<pubDate>Wed, 20 Oct 2010 10:40:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Arnim-Ellissen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Audimax]]></category>
		<category><![CDATA[Besetzung]]></category>
		<category><![CDATA[rektorat]]></category>
		<category><![CDATA[unibrennt]]></category>
		<category><![CDATA[Vollversammlung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Kluft zwischen Studierenden und Universitätsleitung scheint an der Universität Wien unüberbrückbar. Enttäuscht von konventionellen und alternativen Vollversammlungen ist Jakob Arnim-Ellissen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich nach den gestrigen Vollversammlungen mit Studierenden in Wien unterhalten hat, bekam je nach Universität sehr unterschiedliche Antworten. Auf der TU und der VetMed, der Medizinischen Universität und der BOKU schien alles sehr gut verlaufen zu sein und alle freuten sich über eine gemeinsame Front gegen die Politik. Anders ging es den Studierenden der Universität Wien.</p>
<p><span id="more-6519"></span><strong>Die Angst des Rektors vor den Studierenden</strong></p>
<p>Der 300-Personen Hörsaal U10 im Juridicum war, wie erwartet und von ÖH und Unibrennt im Vorfeld aufgezeigt, viel zu klein. Natürlich hätten die tausenden Studierenden auch nicht ins Audimax gepasst, doch die Botschaft, die das Rektorat über das U10 transportierte war klar: Wir haben kein Vertrauen in die Studierenden.</p>
<p>Die Angst des Rektors vor den Studierenden zeigte sich auch in der Informationspolitik der Universität Wien. Bis zuletzt gingen alle Mobilisierungsaktionen von ÖH und Unibrennt aus, von Seiten der Universität Wien gab es weder ein Einladungsemail an alle Studierenden (wie es bei Veranstaltungen wie z.b. UniSuccess absolut üblich ist), noch Plakate.</p>
<p>Die Vollversammlung selbst verstärkte die Frustration vieler Studierenden nur. Der Impulsvortrag eines WIFO-Experten, der zwar teilweise ganz amüsant war insgesamt aber wenig Neues aufzeigte, und Kurz-Statements von Vertretern der Unileitung und der ÖH, ließen 15-30min für eine „Diskussion“. Da konnten die Studierenden kurz Frust ablassen, der im abschließenden Statement des Rektors allerdings ignoriert oder zur Seite gewischt wurde. Den roten Teppich zur Versöhnung wollte Winckler nicht beschreiten, auf einen geforderten „Halbsatz, dass er im Vorjahr möglicherweise ein Momentum verpasst hätte“ warteten die Studierenden vergeblich. Auch die Einladung, doch an der Demonstration teilzunehmen, war ihm keine Antwort wert.</p>
<p>An anderen Universitäten wurde inhaltlich diskutiert und über Resolutionen abgestimmt, die Studierenden der Universität Wien bekamen zum Abschied einen Brief der Universitätsleitung an Wissenschaftsministerin Karl in die Hand gedrückt.</p>
<p>Als Studierender und Unibrennt-Aktivist verließ ich enttäuscht und frustriert den Hörsaal Richtung Demonstration.</p>
<p><strong>Die Alternative Vollversammlung</strong></p>
<p>Unter den Zaungästen, die vor dem Juridicum und in angrenzenden Hörsälen das Spektakel auf Videoleinwänden verfolgen und dadurch erst gar keine Möglichkeit hatten an der Mini-Diskussion teilzunehmen, war inzwischen der Plan zu einer „Alternativen Vollversammlung“ entstanden. Nach SMS- und Twitter-Einladungen versammelten sich einige Hundert Studierende in der Universität. Inhaltlich tat sich hier allerdings noch weniger als in der konventionellen Vollversammlung. Schließlich wurde das Audimax besetzt.</p>
<p>Zu diesem Zeitpunkt hatte ich die Universität ähnlich enttäuscht verlassen, wie vorher das Juridicum. Über den gewohnt schnell eingerichteten Live-Stream, mit allerdings ungewohnt schlechter Tonqualität, konnte ich die Besetzung trotzdem verfolgen. Das Audimax war gut gefüllt, inhaltliche Diskussionen schienen aber nicht wirklich stattzufinden.  Auch die ersten Medien berichteten von der Besetzung, die APA-Meldung vom Aufbrechen einer Tür verbreitete sich rasch. Ebenso rasch verbreiteten sich aber die Dementis der BesetzerInnen, dass das Universitätspersonal eine Tür aufgesperrt hätte. Augenzeugen konnten in jedem Fall keine Beschädigungen an den Türen feststellen.</p>
<p><strong>Von Angst und fehlenden Strategien</strong></p>
<p>Auf dem gestrigen Aktionstag wollten Studierende, Mittelbau und Rektorat eine einheitliche Front gegen die Politik bilden. An vielen Universitäten hat das auch funktioniert. Doch (die Universität) Wien ist anders. Ein Rektor, der Angst vor engagierten Studierenden hat, und diese sichtlich widerwillig und dementsprechend halbherzig einbezieht, und Studierende, die in ihrer Frustration völlig planlos agieren und so die Reputation einer beispiellosen Protestbewegung gefährden und ihre eigenen Bemühungen untergraben, haben gestern gezeigt, wie groß die Kluft zwischen Universitätsleitung und Studierenden ist.</p>
<p><em>Fotos: Jakob Arnim-Ellissen</em></p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=6519&amp;md5=5acf98bac3e674c7e8608b63d4c346be" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Warum ich Feminismus schwierig finde</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2010/02/01/warum-ich-feminismus-schwierig-finde/</link>
		<comments>http://zurpolitik.com/2010/02/01/warum-ich-feminismus-schwierig-finde/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 02:31:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Audimax]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Wenn es Feministinnen um Gleichberechtigung ginge, würden sie für Männerrechte kämpfen. #lmao #megafail ^^&#8221; &#8211; <a href="http://twitter.com/porrporr/status/7161036465">twitterte porrporr</a>
So lustig fände ich das gar nicht, <a href="http://twitter.com/schaffertom/status/7165148627">hatte</a> ich quasi <a href="http://twitter.com/schaffertom/status/7165214391">gesagt&#8230;</a>. Eigentlich finde ich das Wort &#8220;Gleichberechtigung&#8221; (das FeministInnen ja auch gerne]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>&#8220;Wenn es Feministinnen um Gleichberechtigung ginge, würden sie für Männerrechte kämpfen. #lmao #megafail ^^&#8221; &#8211; <a href="http://twitter.com/porrporr/status/7161036465">twitterte porrporr</a></p></blockquote>
<p>So lustig fände ich das gar nicht, <a href="http://twitter.com/schaffertom/status/7165148627">hatte</a> ich quasi <a href="http://twitter.com/schaffertom/status/7165214391">gesagt</a>. Eigentlich finde ich das Wort &#8220;Gleichberechtigung&#8221; (das FeministInnen ja auch gerne benutzen) deutet ja ziemlich genau das an. Ganz geschockt reagierte die Twitterantin &#8220;porrporr&#8221; auf diese meine Reaktion. <span id="more-2871"></span></p>
<p>Mit dem Feminismus und mir ist das so eine Sache. Ich bin da an sich recht sensibilisiert und aufgeschlossen. Es fiele mir sowieso im Traum nicht ein, Frauen in irgendeiner Form selbst zu benachteiligen. Doch es ist sehr unangenehm Feminismus dort zu kritisieren, wo das nötig erscheinen würde. </p>
<p>Im Plenum des besetzten Audimax stürmte die &#8220;AG Frauen, Lesben, Transgender&#8221; in den ersten Wochen nahezu allabendlich die Bühne, hielt einen Vortrag über die Notwendigkeit von Antisexismus und erzählte uns, wie schlimm auch diese Bewegung sei. Mehrmals wurde dem Plenum der Besetzung mitgeteilt, dass die AG wegen dem &#8220;<a href="http://www.univie.ac.at/unique/unique/index.php/commentar/1268-09/11/2114-die-studentinnen-und-der-sexismus">antifeministischen Hass der Besetzer _innen</a>&#8221; nicht mehr Teil der Besetzung sein könne. Nur um dann Minuten später beim (gefühlt 200 Mal abgestimmten) Antrag einstimmige Zustimmung zu erhalten, Antisexismus als Grundsatz der Bewegung zu manifestieren. </p>
<p>Ich bezweifle nicht, dass es sexistische Vorfälle und Übergriffe gegeben hat. Immerhin waren tausende Menschen anwesend, die klarerweise niemand einer Gesinnungsprüfung unterzog &#8211; es muss fast zwingend IdiotInnen darunter gegeben haben. Aber ich hatte täglich über viele Wochen viele Stunde dort verbracht und schlichtweg nichts miterlebt. Sexismus konnte also nicht gerade ein Massenphänomen sein und war definitiv kein in der Bewegung geduldetes Verhalten. Aber in diesen Plenarsitzungen stand niemand auf um zu widersprechen.</p>
<p>An Höhepunkten wurde das zur Farce: Als eine Abordnung der TU Wien mit Transparenten und Fahnen jubelnd den Saal stürmte um uns AudimaxistInnen mit einer Solidaritätserklärung zu überraschen, wurde sie von derartig gesinnten FeministInnen wieder runtergejagt. &#8220;Hier redet gerade eine Frau, und dann stürmen da ein paar Typen die Bühne &#8211; geht nicht. Buh!&#8221;, wurde gejammert. </p>
<p>Dass die Bühne gestürmt wurde, hatte da natürlich mit dem Geschlecht der aktuellen Rednerin nichts zu tun. Das Timing hätte genausogut einen &#8220;Macker&#8221; oder &#8220;Typen&#8221; treffen können (wie die Mitglieder der AG Frauen gerne Männer nannten). Welch Ironie, dass gerade diese Zwischenrufe ausblendeten, dass die TU-&#8221;Typen&#8221; auch Frauen unter sich hatten. Eine davon schrie etwas unbedacht später von der Bühne, wir seien super, aber sollten doch bitte mit dieser &#8220;Scheiss Sexismus-Scheisse&#8221;-aufhören. Sie meinte damit die angesprochenen penetranten Feminismen und wurde zum Teil ausgebuht, zum Teil beklatscht, großteils aber einfach ungläubig angestaunt.</p>
<p>Wenn einer Denkrichtung überhaupt nicht mehr widersprochen werden kann, bekommt sie Keulencharakter, nimmt sich damit nach und nach aus dem ernstzunehmenden Diskurs und schadet im Endeffekt der Sache. So sagte zwar niemand etwas, aber das Ansehen der AG Frauen litt, weil die Leute diesen zeitweise radikalen Eifer und diese pauschalisierenden, zeitweise Verfolgsungswahn-artigen Attacken natürlich bald satt hatten (wer erinnert sich noch an den angedachten offenen Brief an Menasse, er solle doch bitte verdammt nochmal gendern?). Bald hörte der Großteil nicht mehr zu und der Rest (der Männer und Frauen) überdrehte die Augen. Auch die berechtigten Anliegen gingen in der Folge unter. </p>
<p>Aus demselben Grund wie die meisten AudimaxistInnen schwiegen, spreche ich mit FeministInnen nicht gerne über &#8220;ihr&#8221; Thema (das ich genauso als meines betrachte). Ein ungeschicktes, ein unbedachtes, oder einfach nur ein unliebsames Wort und schon hat man den Salat, wird angefeindet oder verspottet &#8211; fast nie sachlich über mögliche Fehler aufgeklärt. (Darum erscheint dieser Artikel erst jetzt, und wanderte in änhlicher Form schon zig Mal wieder in den Papierkorb.)</p>
<blockquote><p>&#8220;Gefördert wird der unverblümte Sexismus durch neue Kommunikationsformen wie Facebook und Twitter &#8211; nun können endlich alle mitmachen&#8221; &#8211; <a href="http://www.univie.ac.at/unique/unique/index.php/commentar/1268-09/11/2114-die-studentinnen-und-der-sexismus">Unique</a></p></blockquote>
<p>Nehmen wir an, ein Gesetz benachteiligt Frauen und eine aufgebrachte Dame beklagt dies. Ich würde antworten: &#8220;Wir Männer sind bei Sorgerechtsstreitigkeiten und Scheidungen auch scheisse dran. Die <em>armen Frauen</em> sind immer soo empfindlich.&#8221; Man stelle sich das (gerechtfertigte) Tara vor, nach so einer Respektlosikgeit. Was ich noch nicht verraten habe ist, dass diese Twitterantin aus dem Eingangsbeispiel mir (nach <a href="http://twitter.com/porrporr/status/7165450421">tagelanger, empörter</a> <a href="http://twitter.com/porrporr/status/7796023127">Verschnaufpause</a>) mit genau so einem &#8220;<a href="http://search.twitter.com/search?q=%23armemaenner">#armemaenner</a>&#8220;-Hashtag antwortete. Männer die ab und zu bei FeministInnen über Benachteiligungen des eigenen Geschlechts klagen kennen diesen Spott, dass sie überempfindlich und &#8220;ach so arm&#8221; seien. </p>
<p><a href="http://zurpolitik.com/feed/" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/rss.jpg" alt="RSS-Feed" title="RSS-Feed" border="0" width="150" height="200" align="right" /></a>Für manche feministische Grüne ist es zum Beispiel &#8220;sexistisch&#8221; von einem Mann, zu sagen es genüge nicht Brüste zu haben um in der Partei was zu werden (sondern dass die Frauen da was drauf haben). Es ist aber &#8220;überempfindlich&#8221;, wenn sich Männer an Begriffen wie &#8220;alter Silberrücken&#8221; stören oder daran, dass die grünen Wahllisten zwar 50% Frauen, aber nicht 50% Männer beinhalten müssen. Es sind solche Dinge, die das Gefühl auslösen, dass derartige FeministInnen es mit der &#8220;Gleichberechtigung&#8221; nicht ehrlich meinen und die (natürlich selteneren) Diskriminierungen von Männern nicht besonders ernst nehmen. Und dieses Gefühl erstickt die Lust auf eine Diskussion recht schnell.</p>
<p>Es ist falsch dann aus der Diskussion auszusteigen. Damit überläst man das wichtige Feld der Gleichberechtigungspolitik immer ein Stück weit den Extremen (die aber nie etwas erreichen werden). Aber ich höre zunehmend damit auf, die Schuld für das Debattenende nach solchen Attacken bei mir zu suchen. Wenn das Feminismus ist und mein ganz einfach zutiefst egalitäres Menschenbild nicht, dann ist mir Feminismus zu blöd. </p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=2871&amp;md5=368ac560b77c3087f8bdc12f5d42f70e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Mein #unibrennt-Interview für Progress</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2010/01/12/mein-unibrennt-interview-fur-progress/</link>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 14:02:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Journalistin von <a href="http://www.progress-online.at/">Progress</a>, dem Magazin der ÖH, hat mich kürzlich kontaktiert um ein kurzes Interview zu den Studierendenprotesten gebeten. Meine ungekürzten Antworten findet ihr (wie gewohnt?) hier.
<strong>Progress:</strong> Wann hast du <a href="http://zurpolitik.com/2009/11/10/unsere-unis-eine-karte/">die Karte &#8220;unsere unis&#8221;&#8230;</a> entworfen? Wie viele]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Journalistin von <a href="http://www.progress-online.at/">Progress</a>, dem Magazin der ÖH, hat mich kürzlich kontaktiert um ein kurzes Interview zu den Studierendenprotesten gebeten. Meine ungekürzten Antworten findet ihr (wie gewohnt?) hier.<span id="more-2798"></span></p>
<p><strong>Progress:</strong> Wann hast du <a href="http://zurpolitik.com/2009/11/10/unsere-unis-eine-karte/">die Karte &#8220;unsere unis&#8221;</a> entworfen? Wie viele Zugriffe auf die Karte hat es bisher gegeben?<br />
<strong>Tom:</strong> Ich habe die Karte begonnen als sich abzeichnete, dass der Protest international wird. Ich wollte eine Übersicht im absehbaren Chaos schaffen. Anfangs suchte ich aktiv selbst über Twitter nach verifizierbaren Nachrichten über Besetzungen. Mit der Zeit haben mir dabei zwei, drei andere Studenten die ich vorher nicht kannte geholfen, weil sie das Projekt interessant fanden. Nach etwa einem Monat war die Karte dann so ziemlich überall bekannt und die BesetzerInnen von neu dazugekommenen Universitäten begannen selbstständig mich anzuschreiben. Die Karte steht im Moment bei 2,4 Millionen Zugriffen.</p>
<p><strong>Progress:</strong> Inwieweit hat sich die Studierenden-Protestkultur deiner Meinung nach durch das Web 2.0 verändert?<br />
<strong>Tom:</strong> Die Studierenden-Proteste wären meiner Einschätzung nach <a href="http://zurpolitik.com/2009/10/31/die-debatte-zum-livestream-im-audimax/">ohne das Internet bzw. insbesondere das Web 2.0 nicht möglich</a> gewesen. Punkt. </p>
<p>Nicht nur, weil die Kommunikation und Organisation auf so ziemlich allen Ebenen darüber stattfand, sondern auch, weil über diese eigenen Medienkanäle auch die traditionellen Medien erreicht wurden. Halbe Redaktionen saßen da staunend vor dem <a href="http://www.ustream.tv/channel/unsereuni">Livestream</a> oder verfolgten die Sache über Twitter. Nicht zu vergessen: So konnten die Studierenden auch immer ihre Sichtweise einer ziemlich großen Öffentlichkeit präsentieren und dem grausamen Nonsense entgegenwirken der in vielen Medien zu lesen war.</p>
<p>Am zweiten Tag des Protests habe ich einen Freund mitgenommen, der selbst kein Student mehr ist. Damals war die ganze Sache hauptsächlich noch Party. Etwa drei Wochen später schrieb er mir eine SMS, dass er den Protest mal wieder über den Livestream beobachtet hat und begeistert ist, wie sich die Sache entwickelt hat. Für mich waren die Leute die den Livestream abdrehen wollten und Angst vor unserer eigenen Öffentlichkeit hatten lange Zeit über die größte Gefahr für den Protest.</p>
<p>Ohne das Nutzen des Webs hätte der Protest das erste Wochenende oder die erste Woche glaube ich nur sehr unwahrscheinlich überlebt &#8211; jedenfalls ganz sicher nicht mit dieser Stärke. </p>
<p><strong>Progress:</strong> Wie groß war den der Anteil der Studierenden, die gegen den Livestream waren &#8211; und ist das von einer bestimmten Gruppe ausgegangen?<br />
<strong>Tom:</strong> Der Anteil war an sich nicht groß. Das wurde immer wieder von einer kleinen Gruppe thematisiert. Zwischendurch hätte die aber beinahe Erfolg gehabt. Eine Abstimmung darüber, ob der Stream eingeschränkt werden sollte konnte nur mit Stimmengleichheit im Plenum abgelehnt werden.</p>
<p><strong>Progress:</strong> Mit welchen Argumenten kamen die Livestream-Gegner? Und wann war die Abstimmung im Plenum?<br />
<strong>Tom:</strong> Ich weiß nicht mehr, wann die war. Die Argumente liefen darauf hinaus, dass das ja alles wie Big Brother sei.</p>
<p><strong>Progress:</strong> Wer ist federführend für <a href="http://unsereuni.at/">die österreichische Seite</a>? Wer strukturiert das und wer hat den Überblick über die Zugriffe? Kannst du mir da einen Ansprechpartner empfehlen?<br />
<strong>Tom:</strong> Wer die momentane Website entworfen hat weiß ich nicht. Die technische Wartung übernimmt eine eigene Arbeitsgruppe. Für die erste Version der Seite war <a href="http://www.2-blog.net/2009/unsereuni-und-das-social-web/">Luca Hammer</a> zuständig, der überhaupt viel  in dem Bereichauf die Beine gestellt hat (u.a. den Livestream eingerichtet). Die aktuellen Inhalte werden von der AG Presse eingespeist. Ansprechpersonen und E-Mailadressen solltest du <a href="http://unsereuni.at/wiki">im Wiki</a>.</p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=2798&amp;md5=a9c0219afa6e4016f27a2d765f6b26b1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der Rauch, wenn die Uni brennt</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 01:25:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Audimax]]></category>
		<category><![CDATA[Besetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<category><![CDATA[Rauchverbot]]></category>
		<category><![CDATA[Uni]]></category>

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		<description><![CDATA[<br />
Es ist schon viel darüber geschrieben worden, wie respektvoll im Audimax miteinander umgegangen wird. Wie vernünftig zu Entscheidungen gefunden wird. Wie schnell selbst bei emotionalen Themen ganz einfache Kompromisse eingegangen werden. Der &#8220;Audimaxismus&#8221; untertags ist ein blühendes Beispiel für ein&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/rauch.jpg" alt="Rauch" title="Rauch" width="530" height="200" class="alignnone size-full wp-image-2646" /><br />
Es ist schon viel darüber geschrieben worden, wie respektvoll im Audimax miteinander umgegangen wird. Wie vernünftig zu Entscheidungen gefunden wird. Wie schnell selbst bei emotionalen Themen ganz einfache Kompromisse eingegangen werden. Der &#8220;Audimaxismus&#8221; untertags ist ein blühendes Beispiel für ein menschliches Miteinander, das auf Vernunft und Freundschaft basiert. Sobald der Tag sich zu Ende neigt, ändert die Besetzung aber in Teilen ihre Form.<span id="more-2645"></span></p>
<p>[ad#ad-1]Die Engagierten gehen großteils müde heim, der Anteil der Vernünftigen wird kleiner, die PartybesetzerInnen treten ins gedämmte Licht des Hörsaals. Bis zum letzten Ton der jeweiligen Band füllen sie das Audimax. Dann gehen sie heim und lassen die letzten Engagierten über Nacht zurück. Prinzipiell ist nichts dagegen einzuwenden. Natürlich sind auch GelegenheitsbesucherInnen herzlich Willkommen. Und das Vergnügen ist gar unser Trumpf, der immer wieder neue Leute hereinspült, die doch auch Freude am Ernst der Sache finden. </p>
<p>Was also ist das Problem? </p>
<p>Die Opfer. </p>
<p>Denn wenn am Ende der Acts die Leute gehen, bleibt der Müll zurück. Und die, die eh alles organisieren werden zu den Ärschen vom Dienst. Wer das zulässt, hat den &#8220;Audimaxismus&#8221; nicht verstanden und hier eigentlich auch nichts verloren.</p>
<p>Doch die ersten Prinzipien sterben schon früher. Kaum klingt die erste Note des Abends, glühen allerorts die Tschick vor den Gesichtern. Wie halt so das eine das andere ergibt, sind es eben Gesichter, die man großteils sonst nicht im Audimax sieht. Bei der Audimax-Besetzung trifft man hauptsächlich RaucherInnen, die sehr rücksichtsvoll sind, und sich mit ihren Zigaretten in gekennzeichnete Bereiche oder kurz raus begeben. Die Leute die dort sind, weil sie etwas erreichen wollen, die haben so gut wie alle das Hirn, um auch dieses Problem zu verstehen. </p>
<p>Danke an euch. Wann immer ich mich in meinem Leben über RaucherInnen beschwere oder aufrege. Wann immer ich ein Rauchverbot für notwenidg halte. Ihr seid dann nicht gemeint. Euch bräuchte man gar nichts zu verbieten.</p>
<p>Aber den anderen. Denn genau dann, wenn es viele der Party-RaucherInnen nicht schaffen, mal zwei Stunden nicht unbedingt direkt dort zu qualmen, wo sie gerade stehen, ist der &#8220;Audimaxismus&#8221; verraten. Kein Grundprinzip der Besetzung ließe es zu, so egoistisch zu sein: Respekt, Rücksichtnahme, Solidarität und Vernunft.</p>
<p>Die Rücksichtsnahme auf Mitmenschen, die sich in einem Raum voller Rauch (oder Sexismus/Rassismus&#8230;) nicht wohl oder gar diskriminiert fühlen -oder die Rauch gesundheitlich gar nicht ertragen (was dann genau genommen jeder Mensch wäre, aber natürlich manche ganz besonders betrifft). Wer will, dass das &#8220;unsere&#8221; Uni ist, muss auch wollen, dass sich dort alle wohl fühlen.<br />
Die Solidarität mit der Bewegung. Die hat sich nämlich völlig unaufgeregt und (der institutionalisierten österreichischen Politik um Jahre voraus) ihre eigenen Regeln gegeben. RaucherInnen haben ihren Raum, belästigen aber die passive Masse (und Mehrheit) der NichtraucherInnen nicht.<br />
Wer wirklich auch nur das geringste mit dem &#8220;Audimaxismus&#8221; am Hut hat, respektiert diese Regeln.</p>
<p><a href="http://zurpolitik.com/feed/" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/rss.jpg" alt="RSS-Feed" title="RSS-Feed" border="0" width="150" height="200" align="right" /></a>Wer das nicht tut, soll sich schleichen. Die Hack&#8217;n dürfen sie machen, oder was? Die Leute die einfach nicht wie Fabrikschlote stinken wollen, die NichtraucherInnen die Wert auf ihre Gesundheit legen, die AllergikerInnen und die Lungenkranken? Den ganzen Tag dürfen sie sich den Arsch aufreissen und mithelfen? Aber die Party und Entspannung, die bleibt dann den Rücksichtslosen übrig? Und wenn die dann gehen, sollen wieder die Vernünftigen im stinkenden Audimax bis zum Morgen ausharren und sich ihren Lungenkrebs holen?</p>
<p>Eigentlich kaum zu fassen nach all den positiven Erfahrungen der letzten beiden Wochen, dass manche Menschen diese einfache Sache nicht verstehen. Dass das nämlich inakzeptabel ist. </p>
<p>Und dann ist es doch wieder eine wichtige Erinnerung daran, dass eben nicht die ganze Welt das Audimax ist. Ein weiterer Grund das schade zu finden.</p>
<p><em>Fotocredits: <a href="http://www.flickr.com/photos/marfis75/3867466806/sizes/l/">Marfis75</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de">CC2.0-BY-SA</a></em></p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=2645&amp;md5=9d9668acdd3e66ad51122540a9f6423f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Offener Brief an die Audimax- und C1-BesetzerInnen</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2009/10/30/offener-brief-an-die-audimax-und-c1-besetzerinnen/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Oct 2009 01:17:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Audimax]]></category>
		<category><![CDATA[Besetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
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		<description><![CDATA[Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir besetzen das Audimax nun bereits den neunten Tag. Viele von uns sind müde und gerade haben wir den Erfolg hinter uns, <a href="http://zurpolitik.com/2009/10/28/50-000-menschen-demonstrieren-in-wien-gegen-bildungsabbau-video/">eine der größten österreichischen Demos des Jahrzehnts&#8230;</a> auf die Beine gestellt zu haben. Da]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen,</p>
<p>wir besetzen das Audimax nun bereits den neunten Tag. Viele von uns sind müde und gerade haben wir den Erfolg hinter uns, <a href="http://zurpolitik.com/2009/10/28/50-000-menschen-demonstrieren-in-wien-gegen-bildungsabbau-video/">eine der größten österreichischen Demos des Jahrzehnts</a> auf die Beine gestellt zu haben. Da fällt Spannung ab, da ist es nötig, sich langsam wieder auf Neues zu konzentrieren. Wir sollten nicht in einen Wahn verfallen, bei dem wir uns an jedem Tag zu übertreffen versuchen. Nur mit der nötigen Gelassenheit kommen unsere Erfolge. Verkrampftheit schwächt uns.<span id="more-2574"></span></p>
<p>Nehmen wir uns einen Tag zum Durchschnaufen, wenn wir müde sind. Der Protest funktioniert im Großen und Ganzen sehr gut. Aber es ist klar, dass manche etwas Zeit für sich und Rast brauchen. Niemand kann uns daran hindern, diese Zeit zu beanspruchen. Gut, dann funktioniert die Infrastruktur halt einmal für einen Tag nicht so gut. So what? Dann müssen die Medien halt einmal zwei Stunden auf eine Entscheidung warten. Das eine Mal, wo sie dann vielleicht auf uns verzichten, wird uns nicht umwerfen. Längst hat <a href="http://zurpolitik.com/2009/10/31/die-debatte-zum-livestream-im-audimax/">unser eigener Stream</a> genug Einschaltquoten um massenhaft Menschen zu mobiliseren. Längst haben wir neben unserer Uni auch unsere eigene Öffentlichkeit geschaffen.</p>
<p>Die <a href="http://zurpolitik.com/2009/10/29/uber-die-zahl-der-protesierenden/">40 oder 50.000 Menschen</a> kamen nicht wegen den Medien, sondern wegen unserer Sache.</p>
<p>Ich halte es für wichtig für die Bewegung, dass die Menschen hier nicht übermüdet sind und dann wegen Kleinigkeiten aufeinander losgehen. Aus Müdigkeit folgt Unzufriedenheit, aus Unzufriedenheit folgt Kleingeistigkeit. Es ist genau das, was wir hier bekämpfen. Es ist unsere Offenheit, Besonnenheit und Gemeinsamkeit, die uns stark macht und vor der die Politik so sehr zittert.</p>
<p>Wir sind viele. Aber wir sind nicht so viele, dass wir den Hörsaal C1 besetzen sollten. Was bedeutet die Besetzung eines Hörsaales für uns? Es bedeutet einen Raum zu befreien &#8211; für Austausch, Diskussion, Treffen, Feiern, Entspannung und der Gemeinsamkeit. Dieser Raum ist das Audimax. Hier können wir all das tun. Der Sinn der C1-Besetzung erschließt sich mir nicht. Ich rufe die Leute von dort auf, wieder mit uns zusammen zu kommen.</p>
<p>Alle Besetzungen die über diese Bedürfnisse hinausgehen, sind das was uns manche unserer Kommilitonen und Kommilitoninnen zu unrecht vorwerfen: Pures Blockieren. Wäre man fies, könnte man es auch Dekadenz nennen. Unsere Besetzung ist doch eine Befreiung, kein Trotz.</p>
<p>Es ist eine irrsinnige Belastung für unsere Bewegung, innerhalb von wenigen hundert Metern an derselben Universität zwei komplette Infrastrukturen aus dem Boden zu stampfen. Zwei Küchen. Zwei Plenarsäle. Zwei Technikabteilungen. Zwei Kommunikationsabteilungen. Das bindet Kraft und kostet Zeit, die wir uns nicht selbst nehmen sollten. Holt die Leute zurück.</p>
<p>Dies ist unser Raum. Und damit er das sein kann, muss man Kompromisse eingehen – die aber nicht wirklich weh tun müssen. Im C1 ist Rauchverbot und er ist deshalb auch weniger anstrengend. Es sollte nicht so sein, dass Nichtraucher nach über einer Woche Besetzung bereits einen Raucherhusten entwickeln. Nehmt Rücksicht. Geht nach draußen wenn ihr zwischendurch rauchen wollt. Setzt euch auf die Galerie, wenn ihr es den ganzen Abend tun möchtet. </p>
<p>Es geht mir nicht darum jemandem etwas zu verbieten. Wenn Rauch etwas angenehmer und vor allem nicht schädlich und auf Dauer kraftraubend wäre, könntet ihr meinetwegen alles zunebeln. Aber ich kenne Menschen, die deshalb nicht oder selten hierherkommen und die deshalb nicht hier übernachten, weil sie es nicht vertragen oder aushalten. Es geht doch darum einen Raum zu haben, in dem sich alle wohl fühlen können.</p>
<p>Es ist auch nicht nötig für Partys auszuweichen. Sie gehören zu unserem Protest dazu und sollten nicht aus unserem gemeinsamen Raum ausgegrenzt werden. Es ist nicht verwerflich, dass es sogenannte „Party-Touristen“ gibt. Nicht alle sind dazu geschaffen, politische Aktivisten zu sein. Wer hierher kommt, unterstützt uns damit auch bereits. Es gäbe andere Orte in Wien um zu tanzen. Wer hier tanzt, gehört zu uns. </p>
<p><a href="http://zurpolitik.com/feed/" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/rss.jpg" alt="RSS-Feed" title="RSS-Feed" border="0" width="150" height="200" align="right" /></a>Solange diese Personen sich an zwei Dinge halten.<br />
Erstens: Die Verantwortung, dem Protest nicht zu schaden – etwa durch Vandalismus an UNSERER Uni oder eine sonstige grauenhafte Außendarstellung.<br />
Und zweitens: Die Verantwortung, am Ende noch einmal 5 Minuten mit anzupacken um den entstehenden Mist zu beseitigen. </p>
<p>Sich nicht aus der Verantwortung zu stehlen, sondern Solidarität zu zeigen damit es alle gut haben. Das ist das ideologische Grundgerüst unserer Bewegung.</p>
<p>Danke.</p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=2574&amp;md5=5c655fa28c79d2a2169d3e82e7f76bac" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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