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	<title>zurPolitik.com &#187; BZÖ</title>
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		<title>&#8220;Ostarbeiter&#8221;: Was es dagegen jedenfalls zu sagen gibt</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2011/05/04/was-es-gegen-ostarbeiter-jedenfalls-zu-sagen-gibt/</link>
		<comments>http://zurpolitik.com/2011/05/04/was-es-gegen-ostarbeiter-jedenfalls-zu-sagen-gibt/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 May 2011 14:41:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn von einigen Titelseiten heute das Nazi-Wort "Ostarbeiter" lacht, ist seine Vergangenheit fast noch das kleinste Problem - Eine Ergänzung von Tom Schaffer]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf Kobuk läuft gerade <a href="http://www.kobuk.at/2011/05/die-krone-und-ein-nazibegriff-ein-pro-und-contra/" target="_blank">eine interessante Debatte</a> zum Begriff &#8220;Ostarbeiter&#8221;, der zuletzt von manchen politischen Parteien und einigen Medien verwendet wurde. Yilmaz Gülüm erklärt im Beitrag, dass dieses Wort direkt aus dem Jargon Hitler-Deutschlands stammt. Das hätte ich ehrlich gesagt gar nicht mehr gewusst. <span id="more-8695"></span></p>
<p>Im Prinzip fände ich es auch gar nicht so wichtig, Worte ausschließlich deshalb nicht mehr zu verwenden, weil sie auch von Nazis verwendet wurden. Es geht bei der Sprache immer vor allem um aktuelles Verständnis und Intention. Wenn jemand &#8220;Ostarbeiter&#8221; bewusst als Nazijargon verwendet, ist das schlimm. Wenn er es aber unbewusst als scheinbar &#8220;normales&#8221; Wort verwendet? Dann ist das in diesem Fall auch schlimm. </p>
<h2>Warum?</h2>
<p>Fassen wir mal die historische Auffassung des &#8220;Ostens&#8221; über die letzten Jahrzehnte zusammen: Dort lebten für die Nazis <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lebensraum_im_Osten" target="_blank">Sklaven-artige Untermenschen</a>. Im Kalten Krieg lauerte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ostblock" target="_blank">die kommunistische Bedrohung</a>. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs regierte die Armut und weiter die Korruption. Und seit der <a href="http://www.lpb-bw.de/eu_osterweiterung.html" target="_blank">EU-Osterweiterung</a> werden die Menschen dort werden als Arme begriffen, die geil drauf sind jeden Moment ihre Heimat, Familie und Freunde zu verlassen, um uns unsere schöne Arbeit wegzunehmen.</p>
<p>Habt ihr eigentlich schon einmal etwas von den Westarbeitern gelesen? Oder den Nordarbeitern? Oder den Südarbeitern? Wenn man sich vor Augen führt, was der Begriff aussagen soll, kommt man drauf: Darin steckt eine ganze Reihe von Ressentiments gegen Menschen aus dem Osten &#8211; dazu braucht es die Nazis gar nicht. Da geht es ja nicht etwa darum, dass vorrangig &#8220;Ostarbeiterinnen&#8221; unser unterentwickeltes Pflegesystem retten, Österreich natürlich schon lange keine Probleme damit hat, in <a href="http://salzburg.orf.at/stories/204868/" target="_blank">osteuropäischen Ländern großes Geld zu verdienen</a> und es hierher zu schaffen, andere OsteuropäerInnen hier mit ihrer Tätigkeit sogar Arbeitsplätze schaffen und wiederum andere Jobs machen, die anscheinend sonst niemand machen will. Hier wird stattdessen nur eine Bedrohung und anonyme Flut herbei geschrieben. Die &#8220;Ostarbeiter&#8221; klauen angeblich bald &#8220;unsere&#8221; Jobs.</p>
<h2>Wonach niemand mehr fragen wird, wenn es widerlegt ist</h2>
<p>In Wahrheit geht es dabei nur um politisches Kleingeld. Diese Warnungen treffen nie ein. Vor der Grenzöffnungen gen Osten vor einigen Jahren wurde praktisch von denselben Parteien und Medien geschrien, jetzt käme die große Kriminalitätsflut der damals sogenannten &#8220;Ostbanden&#8221;. Damals profitierten die Rechten von dieser im Boulevard angeheizten Stimmung. In der Wirklichkeit ging die Kriminalität <a href="http://www.statistik.at/web_de/statistiken/soziales/kriminalitaet/anzeigen_polizeiliche_kriminalstatistik/020113.html" target="_blank">seitdem (2004) deutlich zurück</a>. (In den selig-abgeschotteten 1980er-Jahren wurden hierzulande sogar mehr als doppelt so viele Menschen eines Verbrechens schuldig befunden als heute.) Und die &#8220;Ostbanden&#8221; sind so selten, dass es so ziemlich jede einzelne von ihnen auf die Titelseite der Krone schafft. </p>
<p>Das verändert den Profit der Rechten von damals nicht (und der Boulevard muss das Geld für die schlechten Informationen an seine damals verängstigten LeserInnen nicht zurückgeben). Danach, wie falsch das damals war, fragt heute niemand mehr. Bevor das passiert, werden halt schnell die nächsten hysterischen Fantasien erfunden. Eben solche wie die angebliche &#8220;Ostarbeiter&#8221;-Flut. Und wieder regieren der Boulevard und seine rechten Brüder und Schwestern die Debatte mit der Angst (was eine sachlich-konstruktive Beschäftigung mit echten Herausforderungen oder Problemen nicht möglich macht). </p>
<h2>Menschenfeindlichkeit ohne Nazis wäre auch nicht besser</h2>
<p>All diese medial-politischen Fake-Erfahrungen schwingen im Wort &#8220;Ostarbeiter&#8221; mit. Das alles soll heißen: Hätte es die Nazis nicht gegeben, wäre der heutige Begriff &#8220;Ostarbeiter&#8221; auch nicht viel neutraler. Die typischen &#8220;Kleinformat-LeserInnen&#8221; wissen von dieser Nazi-Vergangenheit gar nichts, und er vermittelt ihnen trotzdem offensichtlich etwas negatives. Und mit &#8220;etwas&#8221; sind Menschen gemeint.</p>
<p>Dass hier möglicherweise nicht aus böser Absicht ein Nazibegriff verwendet wird, sondern dass das ganz unschuldig von selbst geschieht &#8211; weil es sich im menschenfeindlichen Denkmuster der Angstverbreiter so ausgeht, dass sie von selbst auf dieselben Wörter kommen &#8211; ist vielleicht noch schlimmer als die Alternative.</p>
<p>Wenn man in solchen Debatten zu sehr auf die &#8220;Nazikeule&#8221; vertraut, gerät man in Gefahr, zu viel Energie auf den Horror der Vergangenheit zu verschwenden und dem Dreck von heute zu wenig Widerspruch zu geben. In dieser Hinsicht hat Kobuk-Autor Hans Kirchmeyr recht, dass dies erschwert, &#8220;die Leser mit ins Boot zu holen&#8221;. Unwidersprochen muss man es trotzdem nicht lassen.</p>
<p><small><em>Fotocredit: <a href="http://www.flickr.com/photos/mkorsakov/2148806904/sizes/o/in/photostream/" target="_blank">mkorsakov</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank">CC2.0 BY-NC-SA</a></em></small></p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=8695&amp;md5=5591f0a6309dbdc73ccbfd3cab2d8b9d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der &#8220;Schulbürgerstreich&#8221;, das BZÖ und Vienna Online</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Jan 2011 13:03:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Vienna Online]]></category>

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		<description><![CDATA[Einem Wiener wurde anscheinend sein Auto gestohlen. Es blieb aber in der Folge in der Gegend, denn der Mann bekam weiter Strafzettel wegen Falschparkens. Das Magistrat teilte ihm nicht mit, wo diese Strafzettel ausgestellt wurden (ich hatte noch keinen, aber&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einem Wiener wurde anscheinend sein Auto gestohlen. Es blieb aber in der Folge in der Gegend, denn der Mann bekam weiter Strafzettel wegen Falschparkens. Das Magistrat teilte ihm nicht mit, wo diese Strafzettel ausgestellt wurden (ich hatte noch keinen, aber Kommentaren zufolge steht das auf der Benachrichtigung drauf). So konnte der Betroffene sein Auto nicht orten. Das behauptet zumindest eine amüsante <a href="http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20110118_OTS0297/verkehr-bzoe-markowitz-deckt-rot-gruene-geheimplaene-fuer-wien-auf" target="_blank">OTS-Aussendung des BZÖ-Parlamentsklubs</a>. (OTS ist ein APA-Medium für kostenpflichtige Presseaussendungen. Die Parteien nutzen das allgemein gerne, um ihren Wahnsinn zu dokumentieren.) Die Orangen orten in ihrer Aussendung einen &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schildb%C3%BCrger#Bekannte_Schildb.C3.BCrgerstreiche" target="_blank">Schulbürgerstreich</a>&#8221; (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sic" target="_blank">sic</a>) und eine rot-grüne Verschwörung gegen Autofahrer.<span id="more-7579"></span></p>
<h2>Vienna Online veröffentlicht das</h2>
<p>Genug gelacht? Jetzt wird es nämlich traurig. Ich wollte sichergehen, dass der &#8220;Schulbürgerstreich&#8221; nicht tatsächlich ein Wort ist, von dessen Existenz ich bisher nichts wusste. Also jagte ich es über Google und wurde bestätigt: Es existiert nicht. </p>
<p>Dafür entdeckte ich, dass diese OTS-Aussendung einem Medium wie Vienna Online bereits ausreicht, um <a href="http://www.vienna.at/auto-gestohlen-magistrat-verriet-aufenthaltsort-nicht/news-20110118-04275057" target="_blank">eine Meldung zum Thema</a> zu veröffentlichen. Diese enthält keine weitere Überprüfung der Vorwürfe, sondern ist eine ungekennzeichnete, umgeschriebene Version der politischen OTS-Aussendung. </p>
<p>Moment! Sagte ich wirklich &#8220;umgeschrieben&#8221;? Denn Selbst das wäre noch zuviel der Ehre. Im Vienna Online-Text bleiben die &#8220;rot-grünen Geheimpläne&#8221; (als nicht-erkennbares Zitat) enthalten. Und noch besser: Auch der &#8220;Schulbürgerstreich&#8221; feiert weiterhin seine Geburt als neues Wort.</p>
<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/viennaonline.jpg" alt="" title="Vienna Online veröffentlicht BZÖ-Aussendung als Meldung" width="630" height="620" class="alignright size-full wp-image-7580" /></p>
<p>PS: Redakteuren vermutlich aller Medien ist die Praxis bekannt, APA-Meldungen ohne weitere Prüfung zu veröffentlichen. Der Unterschied zwischen einer APA-Meldung und einer OTS-Meldung ist allerdings gravierend. APA-Meldungen werden von JournalistInnen verfasst und recherchiert, fantasiereiche OTS-Aussendungen könnte jeder Clown mit zuviel Geld ausschicken.</p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=7579&amp;md5=35b3e2268327b7188b3584baf5601c09" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Europawahlen 2009 &#8211; Die rechte Niederlage in Österreich</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2009/06/10/europawahlen-2009-die-rechte-niederlage-in-osterreich/</link>
		<comments>http://zurpolitik.com/2009/06/10/europawahlen-2009-die-rechte-niederlage-in-osterreich/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2009 22:54:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br />
Bumsti Strache hielt Kreuze gen aufgeheizter Menge, Graf attackierte den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und die Partei versandte mit<a href="http://www.rigardi.org/?p=1408"> Bildungsgeldern der Republik gemachte Comics&#8230;</a> die gegen den EU-Beitritt Israels warben. Die FPÖ hat mit diesem vielleicht radikalsten ihrer bisherigen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/eu_flagge1.jpg" alt="Ausschnitt der EU Flagge" title="Ausschnitt der EU Flagge" width="530" height="115" class="alignnone size-full wp-image-1890" /><br />
Bumsti Strache hielt Kreuze gen aufgeheizter Menge, Graf attackierte den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und die Partei versandte mit<a href="http://www.rigardi.org/?p=1408"> Bildungsgeldern der Republik gemachte Comics</a> die gegen den EU-Beitritt Israels warben. Die FPÖ hat mit diesem vielleicht radikalsten ihrer bisherigen Wahlkämpfe gegenüber der EU-Parlamentswahl von 2004 (6,3%) ordentlich zugelegt (12,8%). Das ist schlimm genug, aber trotzdem eine Denkzettelwahl für die Blauen und ihre orangen Sidekicks, die gar den Einzug ins Parlament verpassten.<span id="more-1889"></span></p>
<p>Gemessen am Ergebnis der letzten Nationalratswahl gemessen, bedeutet dieses Ergebnis (Blaurange damals 28,2%, diesmal 19,2%) einen drastischen Rückfall. </p>
<p><strong>&#8220;Andere Baustelle&#8221;</strong></p>
<p>&#8230;könnte man sagen. Die Wähler der rechtsrechten Parteien gehen halt nicht zu den Europawahlen, weil sie gegen die EU sind. Man ist kurz geneigt dem Glauben zu schenken und die Verdoppelung der Blauen tatsächlich als Erfolg zu sehen. Nun ist es aber natürlich so, dass den Europawahlen 2004 eine Explosion des weitrechten Lagers vorausging (der einige Zeit später auch eine Parteispaltung folgte) und dieses ordentlich zerbröselte. 1999 machten nämlich 23,4% der Wähler ihr Stricherl bei der noch geeinten FPÖ, bei der ersten österreichischen EU-Parlamentswahl (1996) waren es gar noch 27,5%. </p>
<p>Zählt man also freundlicherweise die beiden Parteien am rechten Rand der parlamentarischen Landschaft zusammen, haben sie abgesehen von einer absoluten Ausnahmewahl immer noch ein katastrophales Ergebnis erzielt &#8211; da kann sie sich kaum noch auf eine über vier Jahre zurückliegende Spaltung berufen. Das ist kein Wunschdenken, das sind die Fakten. </p>
<p><strong>Der Grund </strong></p>
<p>Wunschdenken ist dafür womöglich, dass das an der Radikalisierung des nationalistischen Lagers liegt &#8211; dass Strache den Bogen jetzt wirklich langsam überspannt hat. Das spielt eine Rolle, aber wesentlicher ist, dass Hans Peter Martin ins Bild gekommen ist. Statt ihr Hakerl oder Kreuzerl bei den Anti-Alles-Parteien zu machen, neben die rechts nicht mal mehr ein magersüchtiges Haar passen würde, haben sich zahlreiche Menschen in Österreich für den Ex-SPÖler und das Krone-Bubele entschieden. Der grenzte sich trotz Dichand-Unterstützung konsequent von den Rechten ab, stimmte gar für die umstrittene aber sinnvolle Asyl-Richtline und gilt gemeinhin als Linksliberaler.</p>
<p>Ich bin kein Fan von ihm. Aber Martin ist die Anti-Establishment-Alternative die zuletzt ausnahmslos die Rechten boten &#8211; weil die <a href="http://zurpolitik.com/2008/10/01/die-kenia-koalition-bringt-den-grunen-nur-verdruss/">die Grünen vom Auftreten her nicht mehr sind</a> (und jetzt deshalb mühevoll den Weg dahin zurück suchen). Er hat genau die Kommunikationsqualitäten die den Grünen und der SPÖ abgehen. Sein Erfolg ist zumindest gut verkraftbar und beweist, dass in Österreich eine populistische Linke fehlt. </p>
<p><strong>Die Landschaft</strong></p>
<p>Niemand in dieserm Land verhindert das Abwandern der SPÖ-Wähler gen rechts. Liberale SPÖler und moderate ÖVPler können zu den Grünen gehen. Rechte ÖVPler sind im gleich angrenzenden BZÖ ganz gut aufgehoben, aber enttäuschte linkskonservative Rote strömen in unnötig großen Schritten zur FPÖ. Dazwischen wäre meiner Interpretation der Europawahl nach Platz.</p>
<p>Es hat nicht den Anschein, als würde die SPÖ den Faymann&#8217;schen Weg merkbar korrigieren. Da ist es ein ermutigendes Zeichen, was Martin nach der Wahl verkündete: Er würde gerne gleichgesinnte Menschen in Österreich unterstützen, die diese Lücke füllen wollen. Nun bin ich zwar keiner von diesen Leuten, aber ich hoffe, dass Martin gute Leute findet. Die Rechten haben mit der Spaltung der Alt-FPÖ ihre potentielle Wählerschaft vergrößert. So ein Manöver sollte auch auf der linken Seite möglich sein. Denn 19% sind für die Rechten zwar in Wahrheit eine weitgehend verschwiegene Niederlage, aber es ist immer noch jeder fünfte Wähler.</p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=1889&amp;md5=d894e8a2cb27337d3ebaa6b45015e938" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Haben es SPÖ und ÖVP kapiert?</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2009/05/27/kapiert/</link>
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		<pubDate>Wed, 27 May 2009 13:13:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>In den letzten Wochen ist eine gewisse Entwicklung in der SPÖ und ÖVP zu bemerken. Wahrscheinlich waren es die vielen zeitlich konzentrierten Ereignisse am rechten Rand, die es ausgelöst haben. Die Beschmierung der Mauern von Mauthausen. Der Schüler der in Ausschwitz die Judenermordung ganz toll fand. Die Angriffe von Ebensee, die Strache als &#8220;Lausbubenstreiche&#8221; bezeichnete. Die Neonazi-Aufmärsche am 1. Mai. Diese Dinge kann man nicht unmittelbar mit der FPÖ in Verbindung bringen. Aber die Werbung der FPÖ die einen EU-Beitritt Israels erfand (und SPÖ, ÖVP und Grünen andichteten, dafür zu sein) um antisemitische Ressentiments zu schüren. Die gemeinsam mit Rechtsextremen marschierende FPÖ gegen ein islamisches Gebetshaus in Wien. Die Hitler- und Kühnengrüße auf FPÖ-Veranstaltungen. Irgendwann mussten die vernünftigen Leute in den Großparteien da den nötigen Rückenwind bekommen, damit diese beiden geistig umnachteten Schlafwandlerfraktionen sich endlich erhoben. Und als Nationalratspräsident Martin Graf jetzt den Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Ariel Muzicant als &#8220;Ziehvater ders antifaschistischen Linksterrorismus&#8221; bezeichnete, war der Punkt erreicht.<span id="more-1838"></span></p>
<p>[ad#ad-1]Beide, aber vor allem die Sozialdemokraten mit den Statements von Faymann und Fischer, haben in den vergangenen Wochen angedeutet, dass man die permanenten Grenzverschiebungen der FPÖ nicht mehr länger ertragen will. Mit der <a href="http://derstandard.at/?id=1242316840112">Rücktrittsforderung von Kanzler Faymann und Außenminister Spindelegger an den Nationalratspräsidenten Martin Graf</a> (dessen Mitarbeiter wenige Wochen zuvor folgenlos bei Neonazi-Vertrieben eingekauft hatten und der Holocaust-Relativierer zu Veranstaltungen ins Parlament eingeladen hatte) ist der vorläufige Höhepunkt der Erhebung erreicht. Zaghaft aber doch endlich nähern sich die SPÖ und ÖVP dem demokratischen Boden wieder an und stellen sich an die Seite der Grünen, die sich als einzige immer konsequent von diesen Machenschaften abgegrenzt haben.</p>
<p>Das BZÖ hat sich in all dieser Zeit vornehm zurück gehalten und nutzte die nach außen getragene Radikalisierung der FPÖ um als moderate Rechte dazustehen. Wenn die zunehmende frei gezeigte Fratze der FPÖ Leute abschreckt, dann wird das BZÖ davon profitieren. Das ist das kleinere Übel, aber auch deren Betragen darf man nicht aus den Augen verlieren. Was in Kärnten vor sich geht (von der Saualpe bis hin <a href="http://www.florianklenk.com/2009/04/das_nogoidyll.php">zu sowas</a>) und was das BZÖ immer wieder von sich hören lässt, ist etwas, dem neben den Grünen auch SPÖ und ÖVP eigentlich entgegnen müssten. </p>
<p>Rot-Schwarz muss nun hoffen, dass der Burschenschafter Graf (den sie ja überhaupt erst in eines der wichtigsten politischen Ämter Österreichs ewählt haben) auch wirklich zurücktritt. Abwählbar ist er nach der derzeitigen rechtlichen Lage nicht. </p>
<p>Und wir müssen hoffen, dass die &#8220;Großparteien&#8221; es jetzt wirklich endlich kapiert haben. Sie tragen einen gehörigen Teil der Schuld an der Widerkehr der oben genannten Phänomene. Die Bevölkerungsteile, denen das Thema nicht wichtig genug war, um die grüne Konsequenz auch einmal mit einer Stimme zu belohnen, übrigens auch.</p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=1838&amp;md5=3ac7c52b1e97b6fd843b3d77de692b0b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Bewaffnet die Jugend und nehmt ihr bloß die Spiele weg</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Mar 2009 19:58:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist schon wieder was passiert. In Winnenden <a href="http://derstandard.at/?id=1234509166052">tötet ein 17-jähriger in der Schule 16 Menschen</a>. Nach diesem tragischen Ereignis folgt auch gleich ein geistiger Amoklauf der heimischen Politik. Man muss das jetzt verdeutlichen: Nur die zuletzt so oft gescholtenen Grünen haben in dieser Extremsituation sinnvolle Antworten &#8211; alle anderen sind vom tollwütigen Affen gebissen.<span id="more-1608"></span></p>
<p>Ein <a href="http://oe1.orf.at/inforadio/103574.html">Bericht von Ö1</a> macht die Standpunkte der Parteien klar.</p>
<p>Die Grünen fordern ein totales Verbot von Privatwaffen.<br />
SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ sehen für eine Reform von Waffengesetzen keinen Anlass. </p>
<p>Jetzt weiß ich ja nicht, ob man auch in Österreich <a href="http://twitter.com/ArminWolf/status/1317311465">4.600 Stück Munition und 15 Waffen</a> horten darf, aber aus irgendeinem Grund scheint es für SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ wirklich, wirklich wichtig zu sein, dass man in österreichischen Haushalten Waffen und Munition lagern darf. Harald Vilimsky vergleicht Waffen gar mit Autos.</p>
<blockquote><p>&#8220;Hätte dieser 17-jährige Schüler beispielsweise die Schlüssel von Auto des Fahrers genommen&#8230;&#8221;</p></blockquote>
<p>Hat &#8220;dieser 17-jährige Schüler&#8221; aber nicht. Sowas ist jedoch schon passiert, das Autofahren zu verbieten hat trotzdem noch nie jemand gefordert. Warum auch? Autos haben eine alltägliche Funktion, Waffen können nur Projektile in Höchstgeschwindigkeit abfeuern. Vilimskys Aussage ist der Vergleich eines Mannes, der sich für seine Argumentation gerne auch mal <a href="http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/1253074/index.do">50.000 Volt durch den Körper jagt</a>.</p>
<p>[ad#ad-1]Bei &#8220;Gewaltmedien&#8221; sieht die Handlungsbereitschaft ganz anders aus. Zwar hat noch nie jemand den Zusammenhang zwischen Videos, Spielen und Amokläufen auch nur ansatzweise glaubwürdig herstellen können, aber da muss man &#8220;regulieren&#8221; (BZÖ), &#8220;darüber diskutieren&#8221; weil &#8220;Heranwachsende nicht differenzieren können&#8221; (SPÖ), &#8220;streng kontrollieren&#8221; weil &#8220;Handlungsbedarf besteht&#8221; (ÖVP) und &#8220;Gewaltspiele und Ähnliches minimiert werden&#8221; (FPÖ). Niemand sagt, was er damit meint &#8211; mit diesen &#8220;Killer-&#8221; oder &#8220;Gewaltspielen&#8221;. Und immerhin gibt es ja bereits europaweit altersgerechte Beschränkungen (siehe <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Pegi">PEGI</a>). Aber während auch in friedlichen Gesellschaften täglich Menschen durch Schusswaffen sterben, war noch nie ein altersgerecht vertriebenes Computerspiel Ursache für einem Mord, Amoklauf oder Nasenbeinbruch. Eh ganz klar also, was man verbieten muss.</p>
<p>Während die Grünen mehr Schulpsychologen fordern (was nicht nur zur Amoklaufprävention beitragen würde), scheinen die anderen Parteien das abwegig zu finden. Ist auch klar, denn schließlich sind ja nur alle Amokläufer (und andere jugendliche Gewalttäter) der Geschichte psychisch instabil gewesen. Warum also da ansetzen, wo es tatsächlich etwas bringen würde, wenn man stattdessen einfach das alltägliche Hobby von Millionen Menschen populistisch verunglimpfen kann? (Schließlich hat der Großteil der WählerInnen von Jugend, Spielen und deren Konsum genausoviel Ahnung wie die verantwortlichen Politiker &#8211; Null.) </p>
<p>Aber man kann das verstehen: Dass psychische Probleme immer gefährlich sind und Waffen immer zumindest Bedrohungspotential haben, ist natürlich kein so schwerwiegender Grund zu handeln, wie dass die meisten jugendlichen Amokläufer etwas taten, was einfach jeder Jugendliche tut: Medien konsumieren. Nicht, dass Politiker den gesellschaftlichen Medienkonsum nicht auch kritisch betrachten dürfen. Bitte gerne. Aber erst dann, wenn sie wenigstens einen klitzekleinen Plan davon haben. Öffentlich zu gestehen, dass man &#8220;nicht versteht warum es soetwas geben sollte&#8221; (SPÖ) ist ein Indiz, dass man erst fragen bevor man etwas sagen sollte.</p>
<p>Die Logik der betreffenden Politiker ist nahezu bestechend. Den Zugang zu scharfen Waffen sollten wir bloß nicht minimieren. Psychologische Prävention für Pubertierende muss echt nicht sein (kostet ja was). Aber Videos und Computerspiele sollte man so schnell wie möglich verbieten. DAS ist der Punkt über den wir reden müssen.</p>
<p>Das BZÖ will dafür Sicherheitsexperten für &#8220;Amoktrainings&#8221; an Schulen bringen. Klar: Konfrontieren wir doch unsere Jugendlichen damit, dass sowas JEDEM passieren kann. Und ÜBERALL! Und IMMER! ALLE Schulen sind potentiell gefährlich. Also seid gewappnet, schließlich ist es ja auch schon ein paar Mal passiert in den letzten Jahrzehnten (übrigens auch <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/School_shooting#North_America">lange bevor es realistische Videospiele</a> gab). Es ist die alte Leier: Habt Angst, Angst, Angst.</p>
<p>Wieso bewaffnen wir die Jugendlichen konsequenterweise nicht &#8220;zur Sicherheit&#8221; auch noch? (Nach einem Amoklauf an der Uni in den USA meinte die FPÖ ja bereits, dass mit einer Waffe im Auto jemand was gegen den Täter machen hätte können). Die Idee würde der Weitsichtigkeit unserer vier größten Parteien entsprechen.</p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=1608&amp;md5=3baf9209ecf83e48772566e11552d730" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der Antisemit Williamson, der Papst und die Connection zu FPÖ und BZÖ</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Feb 2009 01:42:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Debatte über den vom Papst Benni wieder De-Exkommunizierten Holocaustleugner <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Williamson">Richard Williamson</a> ist mittlerweile wohlbekannt. Auch dessen Zugehörigkeit zur sogenannten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Priesterbruderschaft_St._Pius_X.">Piusbruderschaft&#8230;</a> hat sich herumgesprochen. Nirgendwo findet man jemanden, der diese Bruderschaft gut findet. Die ganze Welt ist über den Papst]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Debatte über den vom Papst Benni wieder De-Exkommunizierten Holocaustleugner <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Williamson">Richard Williamson</a> ist mittlerweile wohlbekannt. Auch dessen Zugehörigkeit zur sogenannten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Priesterbruderschaft_St._Pius_X.">Piusbruderschaft</a> hat sich herumgesprochen. Nirgendwo findet man jemanden, der diese Bruderschaft gut findet. Die ganze Welt ist über den Papst empört und auch in ganz Österreich scheinen die Menschen zu begreifen: Der Papst spinnt. (<a href="http://www.loub.at/?p=434">Keine Sorge Loub</a>. Mögen <a href="http://www.rigardi.org/?p=1101">Georg</a> und <a href="http://www.helge.at/2009/02/der-imperator/">Helge</a> auch fies zu dir sein, ich meine damit wirklich nicht dich.) Aber eines irritiert dann doch. Beinahe 11% der im Moment fast einstimmig empörten heimischen Bevölkerung haben noch 2008 zum wiederholten Male einen der Bruderschaft von Williamson sehr Nahestehenden ins österreichische Parlament gewählt.<span id="more-1484"></span></p>
<blockquote><p>Die Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX, Abkürzung von lat. Fraternitas Sacerdotalis Sancti Pii X.) ist eine traditionalistische Priestervereinigung. Sie wurde 1970 von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet, um an traditionellen Riten und Lehren der römisch-katholischen Kirche festzuhalten, die diese aus ihrer Sicht aufgegeben hatte. Sie <strong>lehnt [... die] Anerkennung des Judentums</strong> als eigenständiger Heilsweg (Nostra Aetate) [<strong>ab</strong>]. (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Priesterbruderschaft_St._Pius_X.">Wikipedia</a>, Hervorhebung &#038; Klammern durch mich)</p></blockquote>
<p>Insbesondere die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nostra_aetate">Nostra Aedate</a> wird abgelehnt. Was in dieser Schrift drinnen steht?</p>
<blockquote><p>Dieses Versöhnungsangebot an das Judentum wurde von den Zeitgenossen als zentrale Aussage von Nostra Aetate und als revolutionärer Schritt der katholischen Kirche aufgefasst. Zudem beklagt die Erklärung ausdrücklich alle Formen des Antisemitismus.</p></blockquote>
<p>&#8220;Erzkonservativ&#8221; wird die selbst der erzkonservativen katholischen Kirche zu konservative Piusbrudreschaft (<a href="http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,605239,00.html">hier eine kleine Liste</a> der antisemitischen, antiislamischen, sexistischen und homosexuellenfeindlichen Äußerungen ihrer Repräsentanten) heute in den Medien oft genannt. Da mir die Kirche und ihre interne Machtpolitik echt egal sind, belassen wir es einfach mal dabei&#8230;</p>
<p>&#8230;und machen wir den wirklich nur kleinen Sprung zu unseren netten beiden Rechtsaußenparteien.</p>
<p>Denn ein hierzulande prominenter <a href="http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/aussenpolitik/art391,104693">Ex-Anhänger dieser umstrittenen Glaubensgemeinde ist Ewald Stadler</a> &#8211; ein bekanntes Gesicht der heimischen Politik. Zwar habe er mittlerweile eine kritische Distanz zur Bruderschaft gewonnen, <a href="http://www.kreuz.net/article.8000.html">erklärte er in einem Interview</a>, jedoch nicht wegen den augenscheinlichen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Antijudaismus">antijudaistischen</a> Tendenzen, sondern wegen deren Streit mit Rom. Trotzdem meinte er: &#8220;Ich werde der Bruderschaft sicher keine Steine nachwerfen.&#8221;</p>
<blockquote><p>Früher war er als verheirateter Laie bei der Piusbruderschaft aktiv. Nach dem Motu Proprio wechselte er zu einer diözesanen Altritus-Gemeinde [...]. (<a href="http://www.kreuz.net/article.8000.html">kreuz.net</a>)</p></blockquote>
<p>2008 wurde er auf Listenplatz 4 des BZÖ in den Nationalrat gewählt wurde. 10,7% der ÖsterreicherInnen war das kein Überdenken ihrer Stimme wert. </p>
<blockquote><p>Prominente Stadler-Freunde wie die Niederösterreicherin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_Rosenkranz">Barbara Rosenkranz</a> oder Generalsekretär <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karlheinz_Klement">Karlheinz Klement</a> befinden sich nun in einem Loyalitätskonflikt. (<a href="http://www.profil.at/articles/0710/560/166899/fpoe-halbstarker-halbwilden">Profil</a> zum Wechsel Stadlers von FPÖ zu BZÖ / Links durch mich)</p></blockquote>
<p>Bis März 2007 war Stadler Mitglied der FPÖ, für die er ebenfalls von 11% der Österreicher in den Nationalrat gewählt wurde. Davor, von 2001 bis 2006, war er Volksanwalt, wozu er (lange vor der Causa um <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Graf">Martin Graf</a>) von einer Mehrheit der ParlamentarierInnen gewählt werden musste. Und auch er hatte in dieser Zeit etwas zum Holocaust zu sagen (wenn er nicht gerade Reden am Jahrestag der Wehrmachts-Kapitulation hielt):</p>
<blockquote><p>Im September 2006 vertrat Stadler in einem Vortrag beim Initiativkreis katholischer Laien und Priester in Wien, Niederösterreich und Burgenland die Ansicht, dass „die EU das wichtigste Instrument der freimaurerischen Politik“ sei. Gegenwärtig seien die „Maurer [...] damit beschäftigt, eine Zivilreligion mit dem Holocaust als Zentrum aufzubauen“. (<a href="http://www.doew.at/frames.php?/projekte/rechts/chronik/2006_10/stadler.html">Dokumentationsarchiv des östereichischen Widerstands</a> / Und: <a href="http://www.aussenpolitikforum.net/viewtopic.php?p=8004">Woher diese Gedanken Stadlers einem bekannt vorkommen</a>)</p></blockquote>
<p>Stadler sagte 2002 auch, <a href="http://www.falter.at/print/F2002_21_1.php">seine Kameraden sollten ihren Geschichtsumgang</a> enttabuisieren und dabei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Mahler">Horst Mahlers</a> Beispiel folgen:</p>
<blockquote><p>Ewald Stadler, appointed by the far Right as one of three People’s Attorneys (Volksanwälte), advised Austrians to “practice a new treatment of contemporary history, as Horst Mahler has done”. Horst Mahler is better known as a convicted Baader-Meinhof terrorist who swung over in jail from the far Left to the far Right, where he now runs a weird entity called the Deutschen Kolleg, “the thinktank of the Germanic empire” according to its website. Mahler’s strangeness is that unlike the various pseudo-left or pseudo-postmodern routes to the Right, he has gone from being a nouveau-marxist to being a pre-Nazi, blood and soil fascist (he refers to Austrians as “mountain-Germans”). (<a href="http://fistfulofeuros.net/afoe/culture/david-irving-my-part-in-his-downfall/">A Fistful of Euros</a>)</p></blockquote>
<p>Später, ab 2004, leitete er mit der Freiheitlichen Parteiakademie den &#8220;Think Tank&#8221; der FPÖ. Wenn auch alles was Stadler bisher tat seine Karriere in der FPÖ nicht aufhalten konnte, dass er in der Bildungsstätte der FPÖ seine Piusbruderschafts-Zugehörigkeit anscheinend exzessiv auslebte, war sogar Heinz-Christian Strache irgendwann zu viel des Guten (er zahlte die darauffolgende Entmachtung Stadlers gerüchteweise damit, dass dieser seine &#8220;<a href="http://www.vienna.at/news/tp:vol:oesterreich/artikel/alte-strache-fotos-sorgen-fuer-aufsehen/cn/news-20070119-12090915">Paintballfotos</a>&#8221; an die Presse spielte). </p>
<blockquote><p>Der Vorwurf: Stadler sei ein „katholischer Mullah“, der die Akademie als Vorfeldorganisation der Piusbruderschaft, einer ultrakonservativen Splittergruppe, missbrauche. (wiederum <a href="http://www.profil.at/articles/0710/560/166899/fpoe-halbstarker-halbwilden">Profil</a>)</p></blockquote>
<p>Aber auch im BZÖ hat er von seinen religiösen Vorlieben wohl nicht abgelassen.</p>
<blockquote><p><strong>derStandard.at:</strong> In der FPÖ haben Sie sich immer stark für klerikale Themen eingesetzt &#8211; Wie sieht das jetzt aus?</p>
<p><strong>Stadler:</strong> Genauso. Noch mit Haider habe ich vereinbart, dass ich in der Akademie einen eigenen Mitarbeiter zu diesem Thema kriege, was auch geschehen ist. Momentan beschäftige ich mich mit der Frage, ob der Kirchenbeitrag noch gerechtfertigt ist. Er ist schließlich zur Seelsorge da und nicht für Pfarrer, die sich als Schlepper betätigen, wie der Herr Friedl für die Familie Zogaj. (<a href="http://derstandard.at/?id=1231153008161">derStandard.at</a>)</p></blockquote>
<p>Und sein Weg durch politischen Topämter der österreichischen Rechten ist noch nicht zu Ende. Denn für die EU-Parlamentswahlen wird Stadler <a href="http://www.oe24.at/oesterreich/politik/EU-Wahl_Stadler_fuer_Kaerntner_als_BZOe-Frontmann_423320.ece">als möglicher Spitzenkandidat</a> für sein einst so verhasstes BZÖ gehandelt.</p>
<p>Er, als ein &#8220;erzkonservativer&#8221; Nahestehender einer als antijudaistisch geltenden Bruderschaft, der bereits durch zweifelhafte Verschwörungstheorien über die EU und den Holocaust in Erscheinung getreten ist und Gedenkfeiern zur Kapitulation der deutschen Wehrmacht beiwohnt. </p>
<p>Ob die potentiellen BZÖ-WählerInnen wenigstens diesmal darüber wohl auch empört sein würden?</p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=1484&amp;md5=253cfa332a34ccdc87c21f6b7455b752" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der Fall Stermann/Grissemann</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Nov 2008 17:11:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><center><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/PCD9y6weK0E&#038;hl=de&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/PCD9y6weK0E&#038;hl=de&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></center></p>
<p>Manchmal hasse ich meine Faulheit. Seit die ganze Geschichte mit der Haider-Petzner-Staatstrauer-Parodie der beiden grandiosen Satiriker Stermann und Grissemann trage ich mit mir den Gedanken herum, einen Artikel zu schreiben. Aber diese Tage sind meine faulen Tage, und weil das österreichische Feuilleton (das es nicht gibt) zu dem Thema ohnehin schweigt, gab es auch keine Eile. Jetzt, schon Wochen nach dem Ereignis, hat endlich Florian Klenk <a href="http://www.florianklenk.com/2008/11/stermann_grissemann_was_ist_hi.php">genau das geschrieben, was ich die ganze Zeit dachte</a>.</p>
<p>Da hat mir die Faulheit wieder einen Artikel geklaut.</p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=1208&amp;md5=154a60ac0352875d6fba0bceff0023aa" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>In Memoriam großparteilicher Antifaschismus</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Oct 2008 12:55:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br />
Hey ihr da! Nur damit ihr wisst, dass ich als Wähler für euch für immer verloren bin. <a href="http://is.gd/4QoS">Wer ist Martin Graf?</a> <a href="http://derstandard.at/?id=1224776509423">Wer noch</a>? <a href="http://derstandard.at/?id=1224776465502">Wer hat ihn gewählt&#8230;</a>?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/spoe_oevp_fpoe_bzoe.jpg" alt="Unwählbarkeitskübel"/><br />
Hey ihr da! Nur damit ihr wisst, dass ich als Wähler für euch für immer verloren bin. <a href="http://is.gd/4QoS">Wer ist Martin Graf?</a> <a href="http://derstandard.at/?id=1224776509423">Wer noch</a>? <a href="http://derstandard.at/?id=1224776465502">Wer hat ihn gewählt</a>?</p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=1160&amp;md5=f70ad9cfe45ba86b64af8bf3121cfb1f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Jörg Haiders Tod und was es über Pietät zu sagen gibt</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2008/10/11/jorg-haiders-tod-und-was-es-uber-pietat-zu-sagen-gibt/</link>
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		<pubDate>Sat, 11 Oct 2008 12:43:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[BZÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Haider]]></category>
		<category><![CDATA[Nachruf]]></category>
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		<category><![CDATA[Tod]]></category>

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Es gibt wenige Ereginisse, die es so weit bringen, dass ich in aller früh mehrere SMS zugeschickt bekomme und schlussendlich auch aus dem Bett geklingelt werde. Heute aber ist Jörg Haider gestorben. Allein das zeigt die enorme Bedeutung, die der&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/joerg_haider.jpg" alt="Jörg Haider"  /><br />
Es gibt wenige Ereginisse, die es so weit bringen, dass ich in aller früh mehrere SMS zugeschickt bekomme und schlussendlich auch aus dem Bett geklingelt werde. Heute aber ist Jörg Haider gestorben. Allein das zeigt die enorme Bedeutung, die der eingebürgerte Kärntner in den letzten Jahren für die österreichische Politik gehabt hat (und über kurz oder lang <a href="http://derstandard.at/?id=1220460557934">möglicherweise noch haben wird</a>).<span id="more-1109"></span></p>
<p>Ich freue mich nicht. Mir ist nicht nach jubeln zumute. Man wünscht niemandem wirklich den Tod &#8211; und man wünscht niemanden, einen Freund oder ein Familienmitglied zu verlieren. Das gilt ausnahmslos.</p>
<p>Aber ich bin auch nicht <a href="http://feuerhaken.org/2008-10-11/joerg-haider-tot/">traurig</a> (auch nicht <a href="http://www.rigardi.org/?p=639">ein wenig</a>). Etwas Anderes zu behaupten wäre gelogen und geheuchelt (auf mich bezogen, natürlich). Jörg Haider war ein Mensch über den ich nicht viele gute Dinge zu sagen hatte. Er verkörperte eine Politik, die ich abstoßend finde &#8211; und wofür er kämpft, sagt viel über einen Menschen aus. </p>
<p>Jörg Haider hat ein großes Vermächtnis. Das was er in Österreich erreicht hat, lebt weiter. Damit meine ich nicht unbedingt seine Partei, sondern vielmehr die Gedankenwelt, die er in den Köpfen geschaffen hat und die ganze Parteienlandschaft, die er nach rechts gerückt hat. Er war in der Tat ein Ausnahmepolitiker. </p>
<p>Ich werde mich auch im Nachhinein nicht damit versöhnen, wofür Jörg Haider stand. Denn das war auch nicht versöhlich. Es war zutiefst spaltend. Es würde ihm nicht gerecht werden.</p>
<p>Wäre es nicht pietätlos, das jetzt zu vergessen?</p>
<p>Mein Beileid gilt der Familie. Und das ist nicht geheuchelt.</p>
<p><em>Fotocredits: <a href="http://www.flickr.com/photos/sugarmeloncom/2829311420/sizes/l/">Sugarmelon.com</a></em></p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=1109&amp;md5=1bc67fd86197aa12f2d58febe793f6bb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Warum viele Jugendliche rechts wählen</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2008/09/26/warum-viele-jugendliche-rechts-wahlen/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Sep 2008 19:28:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
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		<category><![CDATA[Fremdenfeindlichkeit]]></category>
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		<description><![CDATA[<br />
Es ist ein bisschen schockierend, was ich aus dem ländlichen Umfeld meiner Bekannten und Familie höre: Viele junge Menschen wollen bei der Wahl ihr erstes Wahl-Kreuz bei den Blauen machen. Bevor wir jetzt aber darüber nachdenken, diesen Leuten auf ewig&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/nazis_raus.jpg" alt="Nazis raus!"  /><br />
Es ist ein bisschen schockierend, was ich aus dem ländlichen Umfeld meiner Bekannten und Familie höre: Viele junge Menschen wollen bei der Wahl ihr erstes Wahl-Kreuz bei den Blauen machen. Bevor wir jetzt aber darüber nachdenken, diesen Leuten auf ewig das Wahlrecht zu entziehen (Scherz), sollten wir uns darüber Gedanken machen, wie es dazu kommt.<span id="more-1062"></span></p>
<p>Was ist in den letzten Jahren passiert? <strong>Medien und Politiker haben die Jugend für sich entdeckt</strong>, aber sie wissen selten Gutes über sie zu berichten. Die Jugendlichen sind blöd (das sagt uns der PISA-Test), sie saufen viel zu viel (das sagt uns ein Blick in die Discos), sie interessieren sich für nichts (das sagt uns das alte Generationenmissverständnis), sie reden nur mehr deppert (das sagt uns ein Blick auf die Krocha) und überhaupt war früher eh alles besser.</p>
<p>Das ist <strong>eine Stimmung, die vielen Jugendlichen in Österreich ein Gefühl der Perspektivenlosigkeit gibt</strong>. Und ja, das klingt bereits wie ein alter Hut, aber so ist es halt. Die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch (und Strache behauptet , weil wir die &#8220;eigenen Leute&#8221; nicht ausbilden wollen), Lehrstellen sind Mangelware, nach dem Studium findet man so leicht auch keinen Job (zumindest nicht ohne 40 kostenlose Praktika), die Garantie irgendwann eine Pension zu bekommen will den Jungen auch niemand mehr geben (und Strache behauptet , weil die Ausländer unser Sozialsystem &#8220;missbrauchen&#8221;) und überhaupt glaubt in Europa jeder, dass in Zukunft alles nur schlechter werden kann (und Strache behauptet, die EU ist schuld daran). </p>
<p>Straches Antworten sind einfache Antworten auf komplizierte Probleme, denen man in der beschränkten Aufmerksamkeitsökonomie nur schwer etwas entgegen setzen kann (dazu müsste sich jeder vernünftige Mensch mit den Jugendlichen zusammensetzen und diskutieren und erklären &#8211; <strong>das können die zweieinhalb vernünftigen Parteien nicht alleine leisten</strong>). Und alle &#8220;Antworten&#8221; verbindet, dass &#8220;die Fremden&#8221; oder &#8220;das Fremde&#8221; schuld sind. Politische Bildung könnte die einfachen Antworten erschweren, aber die gibt es bei uns ja auch nicht.</p>
<p>Und dann funktioniert Fremdenhass wie er immer funktioniert. Es ist ein deppensicheres Konzept. Ein <strong>Strache braucht nur drei oder vier Mal beim betroffenen Wähler anbringen, dass Ausländer Probleme machen</strong> &#8211; zum Beispiel, dass sie gewalttätig sind oder den Sozialstaat ausnutzen. Und dann gehen die viele der von der Gesellschaft oft gescholtenen Jugendlichen am Wochenende in beschissene billige Discos und kippen sich was hinter die Binde (was in Wahrheit halt schon immer so war, auch wenn jetzt jeder so tut, als wäre das ganz neu). </p>
<p>Und wen trifft man in solchen Etablissements? Natürlich: Den ein oder anderen aggressiven Proleten. Manche davon sind Ausländer (das ist schließlich eine Gruppe, die es erwiesenermaßen noch schwerer hat, als hier geborene Jugendliche). <strong>Irgendwann kracht es dann.</strong> Und schon sieht es so aus, als hätte Strache recht. &#8220;Schau, die sind ja wirklich gewalttätig&#8221;. Dass man in einer 1-Euro-Disco auch überdurchschnittlich oft eine aufs Maul bekommen würde, wenn dort nur Österreicher wären, spielt dann keine Rolle. Ein aggressiver Ausländer, der einem Österreicher eine reinhaut, kann dessen ganzen Freundeskreis und Familie in Richtung FPÖ schubsen. In der Emotion differenziert man nicht. Mit einer blutigen Nase ist man nicht vernünftig. Vorurteile lassen sich immer bestätigen, denn keine menschliche Gruppe ist vor Idioten gefeit. Aber Vorurteile zu widerlegen ist kompliziert und schwierig.</p>
<p>Natürlich ist die Reaktion der Jugendlichen falsch und bringt eigentlich gar nichts, weil die Probleme nichts mit Staatsbürgerschaft und Herkunft zu tun haben, sondern mit sozialen Faktoren. Ist jemand arm und frustriert? Ist jemand schlecht gebildet und hat keine gute Zukunftsaussicht? <strong>Egal woher jemand kommt, je schlechter es ihm geht, desto eher ist er anfällig für Dummheiten.</strong> Aber die Reaktion der Jugendlichen ist verständlich. Und bisher hat sich niemand daran gemacht, mit ihnen ehrlich zu sprechen.</p>
<p>Es ist höchste Zeit. Wir sind alle in der Pflicht. </p>
<p><em>Fotocredits: <a href="http://flickr.com/photos/bresel/2459981516/sizes/l/">Bresel</a> (klicken empfohlen)</em> </p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=1062&amp;md5=23b2098ef364594e800f7489af4e792d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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