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		<title>Wiener Farbenspiele</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2010/05/14/wiener-farbenspiele/</link>
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		<pubDate>Fri, 14 May 2010 17:54:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Georg Pichler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Features]]></category>
		<category><![CDATA[FPÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
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		<category><![CDATA[koalition]]></category>
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		<category><![CDATA[Wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Wiener SPÖ verbreitet Angst und Schrecken vor einer Koalition aus ÖVP, FPÖ und Grünen. Insbesondere zwischen Blau und Grün will man Liebäugeleien ausgemacht haben - ein Erklärungsversuch von Georg Pichler.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einen &#8220;grauslichen Wahlkampf&#8221; (Zitat Michael Häupl) erwartete die  Wiener SPÖ. Und abgezielt war das ursprünglich wohl auf den  Wahlkampfstil der FPÖ, deren Obmann ja den Bürgermeistersessel  beansprucht. Impliziert hat diese Aussage auch, dass die hiesigen  Sozialdemokraten auch vorhätten, in fairer Weise um die Wählergunst zu  buhlen. Doch daraus ist nichts geworden &#8211; und in Wien bahnt sich  Rot-Schwarz an.<span id="more-4594"></span></p>
<p><strong>Wer fürchtet sich vor Schwarzblaugrün?</strong></p>
<p>&#8220;Rotgrün&#8221;, so einer der Slogans der  Wiener Grünen. Und damit einhergehend eine Brechung der roten  Absoluten. Und dem nicht genug, einigte man sich mit der Opposition auf  die Forderung einer Wahlrechtsänderung. Und &#8211; Überraschung &#8211; zu jenen  Parteien, die sich im Wiener Gemeinderat in nichtregierender  Gegnerschaft finden, zählt auch die FPÖ.</p>
<p>Was die SPÖ daraus macht, beansprucht nun seit einiger Zeit schon die  Nerven verschiedener grüner Repräsentanten im Internet. Bekannte Köpfe  der SP-Stadtpartei, etwa Peko Baxant &#8211; deuten eine schwarz-blau-grüne  Koalition nach den Wahlen an und machen fleißig Lärm auf der  Gefahrentrommel. Ein Sujet der Wiener Grünenobfrau Maria Vassilakou  wurde virtuell mit einem &#8220;Sag JA zu HC STRACHE&#8221; Sticker verziert.</p>
<p>Wie  professionell diese Vorgangsweise ist, mag ich nicht beurteilen.  Glaubwürdig ist sie jedenfalls nicht, dafür aber schmutzig. Und viel  wichtiger: Dass die SPÖ die sehr indirekte Umarmung durch die Grünen  sehr barsch zurückweist, deutet auf die Rot-Schwarze Präferenz hin, die  Häupl ja nachgesagt wird. Die kontinuierlich hergestellte Verbindung  zwischen Grün und Blau schließt beide nämlich erstmal öffentlich aus dem  Kreise bevorzugter Koalitionspartner aus.</p>
<p><strong>Back to Black<br />
</strong></p>
<p>Immerhin hat man darin  Übung. 1996, in der ersten Wahl mit Häupl als Stadtobmann, fiel die SPÖ  in ihr bisher schlechtestes Wahlergebnis in der Bundeshauptstadt. Nur  39,2% der Wähler machten ihr Kreuz damals bei der SPÖ &#8211; es folgte die  Wiener Variante der Großen Koalition.</p>
<p>Und das funktionierte &#8211;  wenn auch klar bedingt von der miesen Performance der FP Bundespartei  und den damit zurückkehrenden Wählern &#8211; zufriedenstellend. 2001 stellten  die Sozialdemokraten wieder die Mehrheit an Mandataren &#8211; und jetzt sind  wir beim Grund für die angestrebte Wahlrechtsänderung &#8211; bei 46,9%  Stimmanteil.</p>
<p><strong>Die Angst, nach Links auszulaufen</strong></p>
<p>Womit  wir wieder am Anfang wären und feststellen können: Die SPÖ ist sich des  Verlusts der Absoluten selbst ziemlich sicher und weiß auch, dass der  Abfluss zur FPÖ kaum zu bremsen sein wird. Also versucht man das &#8220;Grüne  Leck&#8221; abzudichten und die Basis für eine &#8220;GroKo&#8221; zu legen.</p>
<p>Was  mir wiederum sagt, dass die &#8220;Wiener Sozis&#8221; (<a href="http://www.facebook.com/pekobaxant?v=wall#!/walltowall.php?id=1602334329&amp;banter_id=1135236517&amp;ref=nf" target="_blank">Zitat Baxant</a>) gehörig Angst  vor den Grünen haben, die in den letzten Gemeinderatswahlen stets  gestärkt hervorgingen. Und es sagt mir, dass Wien Rot-Grün wohl dringend  nötig hat, denn Rot-Schwarz wäre aus meiner Sicht Stillstand auf  niedrigem Niveau.</p>
<p>Stillstand, den diese lebendige Weltstadt nicht  verdient hat.</p>
<p><em>Georg Pichler ist seit 2007 Parteimitglied der  Grünen und seit 2010 Mitglied der Grünen Wien</em></p>
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		<title>Cultural Ahnungslosigkeit</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2010/05/06/cultural-ahnungslosigkeit/</link>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 15:45:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Moser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Cultural Flat Rate]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Gebühren]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Diskutieren wir eine Gebühr, deren Höhe einfach einmal geschätzt wird, deren Verteilung ein Mirakel ist und die ein internationales Thema national anpackt. Wir wissen nicht genau, was wir wollen. Wir wissen nicht genau, wie man es praktisch umsetzen kann. Auswirkungen&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diskutieren wir eine Gebühr, deren Höhe einfach einmal geschätzt wird, deren Verteilung ein Mirakel ist und die ein internationales Thema national anpackt. Wir wissen nicht genau, was wir wollen. Wir wissen nicht genau, wie man es praktisch umsetzen kann. Auswirkungen haben wir kaum durchdacht. Aber wir gehen damit unvorbereitet an die Öffentlichkeit.<span id="more-4420"></span></p>
<p><strong>Schwammiger Chat</strong></p>
<p>Diesen Eindruck erweckt <a href="http://www.gruene.at/personen/wolfgang_zinggl/" target="_blank">Wolfgang Zinggl</a>, Kultursprecher der Grünen, im <a href="http://derstandard.at/1271376024633/Chat-zur-Download-Gebuehr-Zinggl-Jegliche-Form-von-Kopierschutz-ist-dann-hinfaellig" target="_blank">derstandard.at-Chat</a>. Im Fokus des Interesses steht die sogenannte &#8220;Cultural Flat Rate&#8221; &#8211; die vierte von <a href="http://www.gruene.at/urheberrecht" target="_blank">sieben Maßnahmen</a> im groben Themenbereich des Urheberrechts, welche von den Grünen präsentiert wurden. Die Beantwortung der User-Fragen ist schlichtweg inferior. Unkonkret, oberflächlich und kaum durchdacht. Es entsteht der Eindruck, dass die Beschäftigung mit der Materie kaum über die Überschrift hinaus reichte.</p>
<p>Wenn etwa bei der Frage zur Verteilung der Gebühren kryptisch auf Interessensgemeinschaften verwiesen wird, so ist dies unzureichend. Auf die User-Frage im derstandard.at-Chat nach den Reaktionen von kommerziellen Online-Anbietern mit</p>
<blockquote><p>die werden keine große Freude haben, aber ich mache mir um deren  Geschäftsfelder auch in Zukunft keine großen Sorgen.</p></blockquote>
<p>zu antworten wirkt naiv-pubertär. Die Antwort gibt keinen Aufschluss über den Umgang mit wirtschaftlichen Organisationen, die garantiert massiven Widerstand leisten würden.</p>
<p><strong>Fragen ungeklärt</strong></p>
<p>Wenig überraschend erhält die &#8220;Cultural Flat Rate&#8221; als Teilbereich des Maßnahmenbündels die größte Aufmerksamkeit. Umso weniger verständlich ist es, dass gerade bei diesem Thema der Eindruck entsteht, dass die Grünen hier über etwas diskutieren wollen, wovon sie selbst wenig Ahnung haben.</p>
<p>Wie lässt sich die &#8220;Cultural Flat Rate&#8221; in einer globalisierten Welt umsetzen? Wie lässt sich eine faire Höhe dieser Gebühr bemessen ohne eine zusätzliche Barriere für den Internetzugang zu errichten? Wer entscheidet über die Verteilung der Zwangsgebühren? Welcher gesellschaftliche Fortschritt soll mit diesen Gebühren einher gehen? Zentrale Fragen, die Zinggl im derstandard.at-Chat nicht einmal in Ansätzen ausreichend beantworten konnte. Wodurch es auch schwerlich möglich ist, eine konkrete inhaltliche Kritik zu formulieren.</p>
<p><strong>Ahnungslosigkeit die abfärbt</strong></p>
<p>Interessante Überlegungen, wie etwa zur &#8220;Digitalisierung von bibliothekarischen und archivarischen Beständen&#8221; oder die &#8220;Ausweitung des Katalogs der freien Werksnutzung&#8221; geraten durch die bereits zu Beginn verunglückte &#8220;Cultural Flat Rate&#8221; ins Hintertreffen. Die Ahnungslosigkeit zur &#8220;Cultural Flat Rate&#8221; färbt auch auf die anderen Überlegungen des Pakets ab.</p>
<p><strong>Mut reicht nicht</strong></p>
<p>Man kann den Grünen jedoch zu Gute halten, dass sie ein komplexes Themengebiet aufgegriffen haben, welches von anderen maßgeblichen Parteien kaum Beachtung findet. Obwohl es für viele Menschen von Bedeutung ist. Komplexe politisch-mediale &#8220;Randthemen&#8221; aufzugreifen erfordert von politischen Parteien Mut.</p>
<p>Diesen Mut haben die Grünen gezeigt. Doch Mut alleine ist als Grundlage für eine ernsthafte Diskussion zu wenig.</p>
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		<title>My Wahlkampf in the UK: Mad 4 it, oder: klein, aber Partei</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2010/05/06/my-wahlkampf-in-the-uk-mad-4-it-oder-klein-aber-partei/</link>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 10:54:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautoren</dc:creator>
				<category><![CDATA[Features]]></category>
		<category><![CDATA[Gastbeitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>

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		<description><![CDATA[Je kleiner die Partei, umso größer der Spaß. Nur für die Grünen wird es ernst: Schaffen sie erstmals den Sprung ins Parlament? - Ein Wahlkampfabschluss von Manfred Sax]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Je kleiner die Partei, umso größer der Spaß. Nur für die Grünen wird es ernst: Schaffen sie erstmals den Sprung ins Parlament?</p>
<p><strong>Zum Beispiel „Go MAD“.</strong> Das steht für Movement for Active Democracy, und der Gründer dieses Partei-Minis heißt Andy Kirkwood. Dass ich ihn vorgestern traf, war reiner Zufall. Andy wohnt auf der Halbinsel Purbeck, eine Autostunde von Winchester, unweit der <a href="http://www.youtube.com/watch?v=aOUqRZkR8dE&amp;feature=related" target="_blank">ISLE OF WIGHT</a> (Klickempfehlung). Malerischer Flecken, die Eisenbahn macht dort noch Dampf.<span id="more-4415"></span></p>
<p>Auf Purbeck gibt es auch einen Golfplatz. Den betreibt Andy, und so kam es also, dass er mich fragte, ob ich nicht seiner Partei beitreten wolle. Nicht als Mitglied, sondern gleich als Kandidat. Für meinen Wahlkreis. „Warum sollen nur Politprofis ihren Spaß mit dem Wahlkampf haben?“, meinte er. „Den Mist, den die bauen, können wir schon lange. Tritt heute bei, und ich verschaff Dir morgen Deine drei Minuten TV-Ruhm. Celebrity-Status, dank MAD!“</p>
<p>Darum gehe es, sagte er. Spaß. Den hat man nur, wenn man mitmischt. Und das sei auch schon sein Wahlkonzept (<a href="http://www.movementforactivedemocracy.com/default.aspx?p=stand" target="_blank">HIER</a> geht es übrigens zu seiner Ansprache). Politische Ansichten uninteressant, Manifest überflüssig. Es reicht, der Politiker überdrüssig zu sein. Im Fall von MAD sind das bislang zwar erst sechs bekennende Kandidaten. Dennoch: ein guter Mann, dieser Andy Kirkwood. Sehr entspannt. Na gut, er besitzt einen Golfplatz auf Purbeck.</p>
<p><strong>Winston Churchill</strong> merkte einmal an, dass Demokratie die „schlechteste aller Regierungsformen“ sei. Nachsatz: „Bis auf all die anderen Formen, die bereits versucht wurden.“ Darüber kann man denken, wie man will. Aber wenn man sich den demokratischen Prozess so gibt wie die britischen „Fun Parties“, wird Winston plausibel.</p>
<p>Diese kleinen Größen haben einen Prototyp: die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Official_Monster_Raving_Loony_Party" target="_blank">(Official) Monster Raving Loony Party</a>. Sie wurde 1963 von einem bunten Menschen namens Screaming Lord Sutch gegründet. Anfangs hieß sie National Teenage Party (eine Haltung zum Umstand, dass man erst ab 21 wählen durfte). Aber dann setzten sich die Loonies durch.</p>
<p><strong>Die Loonies sind Legende.</strong> 1966 trat Sutch gegen (Ex-Premier) Harold Wilson an. Nicht um zu gewinnen, sondern um bei Bekanntgabe des Ergebnisses neben Wilson zu stehen und seinen Senf bei zu steuern. 1987 gewann man im Wahlkreis Ashburton sogar einen Sitz. Weil keine Gegenkandidaten antraten. Warum? Weil niemand riskieren wollte, gegen die Loonies zu verlieren. Und das ist der tiefere Sinn der Fun-Parteien: die Angst der Großparteien vor einer peinlichen Schlappe.</p>
<p>Zurück zu Lord Sutch. Der verschaffte mir Mitte der 90er Jahre die beste Wahlkampfnacht meiner Erinnerung. Er kam mit Band in die Stadt und zwang das Volk im „Eagle“-Pub eine Stunde lang gewaltlos, die Öde des Seins zu vergessen (in etwa wie <a href="http://www.youtube.com/watch?v=fynyeXrAR6I" target="_blank">HIER</a>). Leider verübte er 1999 Selbstmord (weil seine Mutter gestorben war). Aber die Partei lebte weiter. Nach Sutch wurde eine Katze namens <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Cat_Mandu" target="_blank">CAT MANDU</a> neue Vorsitzende. Als sie drei Jahre später von einem Auto überfahren wurde nahm man die Forderung nach „Straßenüberquerungen für Katzen“ ins Wahlmanifest. Die Forderung existiert heute noch.</p>
<p><strong>Auch heute noch sind die „Loonies“</strong> immens wichtig. Weil sie die Kandidaten der UKIP (UK Independence Party) verscheuchen. Aus Angst vor Erniedrigung will kein UKIP-Kandidat gegen eine(n) Loony antreten. UKIP nennen sich zwar „unabhängig“, sind aber lediglich eine „Ausländer raus“-Partei – und deshalb mittler Weile mächtig angewachsen (die Alternative &#8220;die Britisch Nationalist Party&#8221; hatte das rechte Wählervolk etwas irritiert, weil sie jedem Nichtweißen den Abschied von der Insel mit £50 000.- erleichtern wollte). UKIP hält zwölf Sitze im Europa-Parlament. Und was ein UKIP-Abgeordneter wie Nigel Farage in Brüssel drauf hat, ist in <a href="http://www.youtube.com/watch?v=bypLwI5AQvY&amp;feature=fvw" target="_blank">DIESEM VIDEO</a> zu sehen. Erraten,  jenes diplomatische Juwel, in welchem er dem EU-Obersten Herman van Rompuy das Charisma eines nassen Fetzens nachsagt.</p>
<p><strong>Leider hört sich auch für kleine Parteien</strong> der Spaß mitunter auf, spätestens dann, wenn die Lage ernst und das Unglaubliche möglich wird. Heuer zum Beispiel für die Green Party. Die fristete in den vergangenen zwanzig Jahren ein bescheidenes Dasein, weil es partei-intern um ernste Sachen ging, um Fragen der Integrität. Etwa, ob es die Prinzipien verletze, wenn man <a href="http://www.guardian.co.uk/politics/2009/may/18/interview-caroline-lucas-green-party" target="_blank">„einen Anzug trägt und sich für eine(n) Einzelne(n) als Vorsitzende(n) entscheidet. Inzwischen brannte der Planet.“</a></p>
<p>Diesmal aber scheinen die Grünen Geschichte zu machen. Im Wahlkreis Brighton. Dort kandidiert die grüne <a href="http://www.youtube.com/watch?v=1CtSso0tgHc" target="_blank">Parteivorsitzende Caroline Lucas</a>, die laut Umfragen einen Tag vor der Wahl vor den Tories führt. Sollten Labour-Wähler strategisch für die Grünen stimmen, hätten die Tories keine Chance. Das Problem ist nur, dass Brighton seit 1997 (Blair) ein Labour-Sitz ist.</p>
<p>Brighton ist in der Tat eine besondere Stadt. Die Hedonistenzentrale, die Gay Capital der Insel, mehrheitlich jung. Bevölkert von Musikern wie <a href="http://www.youtube.com/watch?v=WeYDKl1smaM" target="_blank">FATBOY SLIM</a>, Autoren wie Julie Burchill, Künstlern zuhauf. In Brighton ist es schick, grün zu sein. Think Hollywood.</p>
<p>Vorgestern gab die Tageszeitung The Independent eine Wahlempfehlung für Caroline Lucas ab, sie selbst war kompromissbereit genug, ins Wahlmanifest neben den traditionell einzigen Punkt – Klimawandel –  auch noch ein paar weitere schwere Brocken zu stellen, die keine der Großparteien anzutasten wagte: sofortiger Abzug der Truppen aus Afghanistan. Keine Atomwaffen. Abschaffung der Armut (!).</p>
<p><strong>Kein Fehler.</strong></p>
<p>Und gestern schließlich machte sich auch Gordon Brown für Brightons Grüne stark, wenn auch unabsichtlich: indem er sich gegen die Legalisierung der Homosexuellen-Ehe aussprach. Nicht wirklich das, was man in Brighton hören will. Heute werden wir wissen, ob es half.</p>
<p>Zum aktuellen Zwischenstand (4.5.) im Wahlkampf laut online-Umfrageriesen <a href="http://ukpollingreport.co.uk/blog/" target="_blank">YouGov:</a></p>
<p><strong>CON 35% (0), LAB 28% (+1), LIB 27% (-1) Prognose: Hung Parliament</strong></p>
<p>Die Tories haben zwar ihren gestrigen Stand gehalten, weil aber Labour 1% zulegte, fehlen Cameron wieder 52 Sitze (gestern: 43), um sich Erster Minister zu nennen. Was ist geschehen? Hat Stephen Fry´s gestrige Empfehlung für Brown die Stimmung geändert? Oder verzichtet der Wähler doch lieber auf das „Neue“, das Nick Clegg verspricht, ganz im Sinne der alten Weisheit „Better the devil you know than the devil you don´t know?“</p>
<blockquote><p><em>Manfred Sax</em> lebt in Winchester (UK) und ist Journalist und Mitbegründer des Blogs <a href="http://zib21.com" target="_blank">zib21.com</a>, wo er ein Tagebuch über den aktuellen Wahlkampf führt</p></blockquote>
<p><small><em>Foto: <a href="http://ecomonkey.blogspot.com/" target="_blank">Ecomonkey</a></small></p>
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		<title>Auf dem Spiel steht unsere Angst</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2010/01/18/auf-dem-spiel-steht-unsere-angst/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 04:33:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Asyl]]></category>
		<category><![CDATA[Asylwerber]]></category>
		<category><![CDATA[FPÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
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		<category><![CDATA[Ute Bock]]></category>

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		<description><![CDATA[<br />
Die Republik streitet, wer die &#8220;Last&#8221; eines AsylwerberInnen-Erstaufnahmezentrums (oft auch Lager genannt) stemmen soll. Die Innenministerin will es dort bauen, der Kanzler lieber da. Dort und da sind gar nicht begeistert. Andere würden das Asylwesen sowieso lieber ganz&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/panic.jpg" alt="" title="Don&#039;t Panic" width="530" height="200" class="alignnone size-full wp-image-2857" /><br />
Die Republik streitet, wer die &#8220;Last&#8221; eines AsylwerberInnen-Erstaufnahmezentrums (oft auch Lager genannt) stemmen soll. Die Innenministerin will es dort bauen, der Kanzler lieber da. Dort und da sind gar nicht begeistert. Andere würden das Asylwesen sowieso lieber ganz abschaffen. Und im Getöse der Dummen und Lauten hört in bester österreichischer Manier niemand jenen zu, die viel bessere Ideen haben.<span id="more-2855"></span></p>
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</span>Ein sehr kluger Mensch hat kürzlich im Fernsehen erklärt, warum eh klar ist, dass weder da nocht dort eine Freude mit einem Lager hat. Der Name dieser Person wird &#8220;ausländerskeptische&#8221; LeserInnen vermutlich dazu verleiten, nicht weiterzulesen. Es handelt sich um eine Heldin der Grünen und ein rotes Tuch für die Rechten. Sie sollten trotzdem weiterlesen. </p>
<p><a href="http://utebock.at">Ute Bock</a> sagt bei ihrem Auftritt in der <a href="http://tvthek.orf.at/programs/1303-Kulturmontag/episodes/1166863-Kulturmontag/1166895-Lebens-Hilfe---Bock-for-President-">ORF-Sendung Kulturmontag</a>: &#8220;Es ist sicher schlecht, wenn man eine große Menge Menschen in einem Lager in einer kleinen Ortschaft zusammenpfercht. Die Idee sie auf alle Bundesländer aufzuteilen ist viel besser.&#8221; </p>
<p>Warum, das zeigt schließlich der Fall der Familie Zogaj, der bei aller Diskrepanz in den Sympathiewerten wohl kaum jemand unterstellen wird, sie sei schlecht integriert gewesen. &#8220;Der Familie ist in der Ortschaft wo sie gewohnt hat geholfen worden von allen Seiten. Das fördert die Integration&#8221;, erkennt auch Bock. &#8220;Wenn ich dort 300 Leute habe &#8211; die nicht beschäftigt werden und arbeiten dürfen &#8211; stehen die in einer kleinen Ortschaft herum, in der es vier Häuser gibt. Ich kann mir schon vorstellen, dass sich die Leute da fürchten. Wenn man sie [die AsylwerberInnen] aufteilt, leben sie sich leichter ein.&#8221;</p>
<p>Jetzt müssen wir kurz rechnen: In Österreich leben 8,4 Millionen Menschen in 2.358 Gemeinden. In den sechs größten Gemeinden (Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt) leben 2,5 Millionen Menschen. Um den Schnitt nicht zu stark verfälschen rechnen wir die kurz raus, dann bleiben in den verbleibenden Gemeinden durchschnittlich 2.500 Einwohner. Die großen Städte ergeben einwohnermäßig also weitere 1.000 Gemeinden. Österreich besteht also aus errechneten 3.352 Gemeinden zu je 2.500 EinwohnerInnen.</p>
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</span>Im Jahr 2008 gab es 12.841 Asylanträge. Das ist also die Zahl der AsylwerberInnen, die man für die Dauer des Verfahrens unterbringen muss. Man kann nun in 1.000 Seelen-Gemeinden wie Eberau Zentren stellen in denen man 300 Menschen unterbringt (+30% Menschen). Dann fürchtet sich die von jahrelanger Hetze geprägte Bevölkerung verständlicherweise vor den vielen, wenn auch großteils harmlosen Fremden. </p>
<p>Demagogin A hätte dann ihre größte Stunde, und spräche über verbrecherische Maßnahmen wie eine Inhaftierung dieser 300 teils schwer traumatisierte Personen. Und der Populist B schriee nach einer Volksabstimmung, bei der nur die Verängstigten gefragt würden, ob sie den Angst haben möchten. So ein Zentrum klingt nach einer tollen Idee. Das könnte man schon machen. </p>
<p>Oder aber man setzt Auge mal Pi in jede der 3.352 Gemeinden mit 2.500 Einwohnern vier AsylwerberInnen (+0,16% Menschen). Die Bevölkerung würde sich nicht fürchten sondern sich wie bei den Zogajs mit den Neuankömmlingen anfreunden und dagegen kämpfen, wenn sie später abgelehnt werden (was laut Innenministerium rund drei Viertel der Asylanträge betrifft). Die AsylwerberInnen würden in diesem schwierigen Lebensmoment nicht wie Vieh hin- und hergeschoben werden und könnten sich integrieren &#8211; vielleicht ließe man sie sogar arbeiten. Alle würden profitieren, das Leben würde einfacher und in der Politik könnte endlich über wirklich entscheidende Fragen der Gesellschaft gesprochen werden. </p>
<p>Ein erschreckender Gedanke. Was da alles auf dem Spiel steht! Am Ende könnten manche noch ihre Angst verlieren!</p>
<p>Statt auf kluge, herzliche, thematisch erfahrene Menschen wie Ute Bock zu hören, glauben in Österreich zu viele, dass die FPÖ die Ängste der Bevölkerung ernst nimmt. Man vermutet, dass alles was grün und links klingt den AusländerInnen hilft und den ÖsterreicherInnen schadet. Als wären das zwei natürliche Gegensätze, wo der eine nur auf Kosten des anderen sein kann. Bis ins linke Spektrum hinein gibt es Leute, die dem &#8220;Partei des kleinen Mannes&#8221;-Schmäh der FPÖ voll aufsitzen. Weil das möglichst schreierische Ansprechen und hysterische Schüren einer Angst mit dem Lösen des dazugehörigen Problems verwechselt wird. </p>
<p><a href="http://zurpolitik.com/feed/" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/rss.jpg" alt="RSS-Feed" title="RSS-Feed" border="0" width="150" height="200" align="right" /></a> Österreich will nicht einsehen: Die Lösung auf das Problem der überfluteten Erstaufnahezentren ist, überhaupt keine solchen Zentren mehr zu unterhalten. Die ja nicht gerade schwierig zu verstehende Idee und Begründung von Frau Bock ist viel besser: Ermöglichen wir Integration.</p>
<p>Ein Wiener FPÖ-Vertreter erklärte kürzlich dem <a href="http://falter.at">Falter</a> (Ausgabe 48/09, S.11), was eine seiner ersten Amtshandlungen als Bezirksvorsteher wäre: &#8220;Frau Bock in unserem Bezirk das Handwerk legen&#8221;. Dieses ganze Problem nicht zu lösen bringt den rechten Parteien hunderttausende Stimmen und viele hochbezahlte Jobs. Es ist wohl weder besonders klug noch fair, gerade die darum zu bitten, das Problem zu beseitigen. </p>
<p><em>Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/brighton/2153602543/sizes/o/">jim limwood</a>, CC 2.0 BY</em></p>
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		<title>Die Linken haben keine Antworten, sagt man gerne</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Aug 2009 22:21:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br />
Bis zum letzten großen Absatz hätte ich <a href="http://feuerhaken.org/2009-08-10/meine-politische-heimat-mein-problem/">diesen Beitrag von Thomas Knapp</a> unterschrieben. Dann kam aus heitem Himmel das, was mich schon unendlich nervt. Die Mär, dass die Linken keine Antworten geben, keine Konzepte haben und dass&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/kein_linksabbiegeverbot.jpg" alt="Kein Linksabbiege-Verbot!" title="Kein Linksabbiege-Verbot!" width="530" height="200" class="alignnone size-full wp-image-2308" /><br />
Bis zum letzten großen Absatz hätte ich <a href="http://feuerhaken.org/2009-08-10/meine-politische-heimat-mein-problem/">diesen Beitrag von Thomas Knapp</a> unterschrieben. Dann kam aus heitem Himmel das, was mich schon unendlich nervt. Die Mär, dass die Linken keine Antworten geben, keine Konzepte haben und dass deswegen die Rechten all diese Themen mit den Ausländern besetzen würden. Das ist Bullshit, und das sollte man als Linker nicht vergessen. <span id="more-2300"></span></p>
<blockquote><p>Wenn man sich dominante Themen der Zeit anschaut, Migration, Asylwesen, Integration – dann haben die linken Parteien konsequent alle miteinander die Augen fest verschlossen, als es noch um mögliche Konsequenzen und Probleme ging. Jetzt, wo sich reale Probleme längst manifestiert haben, öffnen sie sie langsam.</p></blockquote>
<p>Ja, die Art wie Linke diese Themen angehen ist nicht fantastisch. Eineseits weil Fehler gemacht werden, andererseits weil die Positionen schwieriger sind. Doch diese Probleme sind nicht programmatischer Natur, sondern lassen sich auf durchwachsenes Agendasetting (oft wird im kleinlichen Bereich zu viel Energie verschwendet) und defensive Kommunikationsstrategien (getrieben von den lautstarken Hetzern) zurückführen. </p>
<p><span class="ad"><script type="text/javascript"><!--
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</span>Die Rechten besetzen diese Gebiete vorrangig nicht wegen der Unfähigkeit der Linken, sondern weil sie strukturell im Vorteil sind. Weil sie die primitivstmögliche Politik betreiben, die noch dazu von den einflussreichsten Medien begeistert klatschend verbreitet wird. Sie (von der Mitte der ÖVP angefangen bis raus zu den kulturellen <a href="http://zurpolitik.com/2007/02/23/lustiger-ludwig-oder-bzo-politiker-als-blog-besucher/">Untiefen der Blaurangen</a> (und noch viel weiter)) propagieren jene Art von Lösungen, die sich die erstbeste Vollidiotin einfallen lassen würde und die eben jede und jeder noch so Uninteressierte auch versteht. </p>
<p>&#8220;<a href="http://zurpolitik.com/2007/05/02/ovp-und-auslander/">Zuwanderungsstopp!</a>&#8220;, schreien sie. &#8220;Rauswerfen!&#8221;, brüllen sie. &#8220;Anpassen und kuschen!&#8221;, fordern sie. Wenn sie halt gerade nicht selbst hysterisch vor der &#8220;<a href="http://sosabendland.wordpress.com/2007/03/27/islamisierung-europas-bullshit/">schleichenden Islamisierung</a>&#8221; warnen oder in einer Asyldebatte als erstes über &#8220;Missbrauch&#8221; und Kriminalität sprechen, statt über die richtigen Themen. </p>
<p>Das sind die einfachsten &#8220;Lösungen&#8221; &#8211; sehr leicht zu vermitteln. Weil Widerliches eben keine Rücksicht nehmen muss, auf lästige aber wichtige Details. Weil das Leben für Zyniker (und eine zynische Ader haben wir alle) nicht gerecht sein muss. Weil Idealismus für den Durchschnittsmenschen sich angeblich nicht auszuzahlt. Und natürlich, weil das Spiel mit der Angst jeder spielen kann, der auch &#8220;Mensch ärgere dich nicht&#8221; kapiert, während das Spiel mit der Vernunft und dem umfassenden Denken schwierig ist (das muss Unschuldige schützen und möglichst viel Unvorhersehbares vorhersehen).</p>
<p>Die Linken könnten sich auf den Kopf stellen, ein Lied pfeifen und dabei die perfekten Lösungen dieser Probleme im Operngesang furzen &#8211; und immer noch würden sie die Themen nicht besetzen. Ähnliches passiert schon länger. Denken wir alleine an die grünen Positionen, zu den von Thomas genannten Themen. Es reichen schon jene, die mir spontan einfallen.</p>
<blockquote><p>So ergibt sich, dass die entsprechende Politik in Österreich idiotischer nicht gemacht werden könnte (zB Wir wollen zwar eigentlich keine Asylwerber, aber weil es sich halt gehört, nehmen wir sie auf, aber dafür behandeln wir sie nicht wie Menschen. zB Der Umstand dass nicht nur nicht um hochqualifizierte Ausländern geworben wird, sondern dass diesen, wenn sie trotzdem, vor allem dank einzelner Universitäten und Fachhochschulen kommen wollen, alle nur irgendwie erdenkbaren Steine in den Weg gelegt werden. zB die in den meisten österreichischen Städten betriebene “Ghetto”-Bildung bei der Vergabe von öffentlichen Wohnungen.). Die Linken haben bis heute keine vernünftige Position gefunden, außer dass die Menschenrechte gewahrt werden müssen.</p></blockquote>
<p>Zur Ghettobildung kenne ich kein konkretes Konzept, weil ich mich mit der Realpolitik bei diesem Thema nicht wirklich beschäftigt habe. <em>Aber was wollen denn zum Beispiel diese angesprochenen Grünen beim &#8220;Themenkomplex Asyl&#8221;?</em></p>
<p>Aufnahmen nach menschenrechtlichen Kriterien (wer politisch verfolgt wird, genießt Schutz &#8211; die anderen werden abgelehnt). Es soll eine schnelle aber faire Abwicklung von Verfahren geben, die den rechtsstaatlichen Normen entspricht, auf denen unsere Gesellschaft groß und reich wurde. Versagt der Staat dabei in Ausnahmefällen, soll es eine Möglichkeit auf Bleiberecht geben &#8211; wenn Menschen nach Jahren bereits ihren Lebensmittelpunkt hier haben und integriert sind. Einfach weil unsere stolzen Werte uns diese geringen Kosten wert sein sollten.</p>
<p>Bei Problemen mit Kriminalität durch AsylwerberInnen sollte man einfach die längst vorhandenen Mittel anwenden, statt Jahr für Jahr mit einem &#8220;strengeren Fremdenrecht&#8221; den tatsächlichen Flüchtlingen den Schutz zu erschweren: Abschieben wenn es <a href="http://zurpolitik.com/2008/12/26/wie-das-asylrecht-wirklich-funktioniert/">nötig und möglich</a> ist, ansonsten die Menschen bestrafen wie jeden anderen auch. Auch das sind keine Kosten, die in Österreich eine Rolle spielen (einem Land das sich aus Bequemlichkeit seit Jahrzehnten davor drückt, Milliarden in der Verwaltung einzusparen).</p>
<p>Das sind also keine vernünftige Position von politisch Linken? Aha&#8230;</p>
<p><em>Und die Grünen ganz allgemein zur Zuwanderung?</em><br />
Man orientiert sich am kanadischem Modell. Zuwanderungs-Schwerpunkt sollen qualifizierte Arbeitskräften sein. Warum? Weil die österreichische Gesellschaft nicht nur schon immer eine von Zuwanderung geprägte im Herzen eines Kontinents war, und davon schon immer profitierte. Und auch weil sie Zuwanderung braucht &#8211; großteils ist das normal, teilweise auch den eigenen Verfehlungen in der Vergangenheit geschuldet. Sprachkenntnisse, Integrationswilligkeit und wirtschaftliche Qualifikationen erhöhen dabei die Chancen der Zuwanderungswilligen. Weil die EU-Bürgerschaft ja ohnehin den Aufenthalt und das Leben in Österreich ermöglicht, sollte eine Green Card auf gesamteuropäischer Ebene umgesetzt werden.</p>
<p>Auch keine vernünftige Position? Aha?!</p>
<p>Lieber Thomas: Was du da in deinen letzten Absatz eingebaut hast ist oberflächliches Linken-Bashing, keine Linken-Kritik aus Sympathie (die sich mit der Realisierbarkeit von tatsächlichen linken Konzepten auseinandersetzen müsste). </p>
<p>Ihr, die ihr (vielleicht auch nur manchmal) wie Thomas denkt. Was wollt ihr von Linken hören, damit ihr nicht ins rechte PR-Geschummel einstimmt? </p>
<p>Und daher kommen diese Phrasen ja. Die mächtige Maschinerie der ÖVP-Öffentlichkeitsarbeit hat zum Beispiel vor der jüngsten Wahl <a href="http://zurpolitik.com/2008/08/27/deutschkurs-fur-die-ovp/">ein PR-Papier</a> an ihre Mitglieder zum Thema Zuwanderung verschickt (liegt zurPolitik.com vor). In dem wurde beschrieben, wie ein braver Konservativer die Grünen für genau diese grundvernünftige Zuwanderungspolitik als &#8220;Träumer&#8221; von &#8220;unkontrollierter Zuwanderung&#8221; darstellen kann.  Lustigerweise wird im selben Papier die kanadische Zuwanderungspolitik gelobt. (In dieser Wahlkampf-Anleitung wurde die SPÖ als zerissen zwischen &#8220;linkem Gutmenschentum&#8221; und &#8220;Krone-Populismus&#8221; dargestellt.)</p>
<p>Mich nervt, dass mittlerweile schon die Linken selbst glauben, dass die Linken keine Antworten geben können. </p>
<p><a href="http://zurpolitik.com/feed/" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/rss.jpg" alt="RSS-Feed" title="RSS-Feed" border="0" width="150" height="200" align="right" /></a>Den gleichen Sermon predigen ja auch Leute wie der grüne Bundesrat <a href="http://zurpolitik.com/?s=d%C3%B6nmez">Efgani Dönmez</a>, der von eher seltsamen Grün-SympathisantInnen für seinen &#8220;neuen Realismus&#8221; gefeiert wird. Dabei tut er öffentlichkeitswirksam nicht viel mehr als <a href="http://zurpolitik.com/2008/04/09/muss-das-sein/">Unsinn</a> über &#8220;anatolische Kameltreiber&#8221; oder <a href="http://zurpolitik.com/2008/12/26/wie-das-asylrecht-wirklich-funktioniert/">das Asylwesen</a> zu erzählen und die Märchen der Rechten über die Linken zu wiederholen.  </p>
<p>Es scheint, als bliebe die Propaganda-Phrasendrescherei der Rechten aus irgendeinem Grund auch bei unverdächtigen Adressaten hängen (jene Rechten, die wohlgemerkt seit Jahrzehnten kaum ein Mittel gegen die Probleme präsentieren konnten, als Menschenrechte zu brechen, über einen ominösen &#8220;linken Multikulturalismus&#8221; zu schimpfen &#8211; und damit seit Jahrzehnten in den Regierungen Europas trotzdem und logischerweise bei diesen Themen versagen). </p>
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		<title>Ich bin keine Facebook-Rebellin!</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jul 2009 21:15:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Köstinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<a href="http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/496154/index.do?_vl_backlink=/home/politik/innenpolitik/index.do">Das</a> ist also das Ergebnis, wenn ein Interviewer nur schemenhaft auf einem Notizblock mitkritzelt. Verzerrte Aussagen und Unrichtigkeiten auf Boulevard-Niveau. Ich als „grüne Facebook-Rebellin“. Ich schwanke zwischen Belustigung und dezenter Fassungslosigkeit. 
An dieser Stelle also nochmals ein paar&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/piratenpezi.jpg" alt="piratenpezi" title="piratenpezi" width="530" height="200" class="alignnone size-full wp-image-2265" /></p>
<p><a href="http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/496154/index.do?_vl_backlink=/home/politik/innenpolitik/index.do">Das</a> ist also das Ergebnis, wenn ein Interviewer nur schemenhaft auf einem Notizblock mitkritzelt. Verzerrte Aussagen und Unrichtigkeiten auf Boulevard-Niveau. Ich als „grüne Facebook-Rebellin“. Ich schwanke zwischen Belustigung und dezenter Fassungslosigkeit. <span id="more-2242"></span></p>
<p>An dieser Stelle also nochmals ein paar Worte zu meinem Engagement bei den <a href="http://www.gruenevorwahlen.at/">Grünen Vorwahlen</a>. Für mich gab’s zwei ausschlaggebende Gründe, mich der Initiative anzuschließen: Einerseits der Kommunikationsaspekt. Dazu gleich mehr. Andererseits hab ich darin tatsächlich eine noch nie da gewesene Chance gesehen, die veralteten Politikstrukturen in Österreich ein wenig aufzubrechen. Jedoch nicht ausschließlich innerhalb der Grünen Partei, sondern generell als Impulsgeber für die Verbreitung einer anderen Art von Politik. Ein Konzept für die Zukunft. Vor allem im Bereich der Mitsprachemöglichkeiten, der politischen Transparenz. </p>
<p>Ausgehend von den Grünen, weil ich dort am Ehesten die Bereitschaft zu solch einem mutigen Unterfangen vermutet hätte. Und weil ich dachte, dass die Mitsprachemöglichkeiten bei den Grünen weit fortgeschrittener seien als bei den anderen Parteien. Obwohl ich zugegebenermaßen nicht mal grüne Stammwählerin bin. Ich sympathisiere mit den Grünen und bin schlicht davon überzeugt, dass diese doch einiges mehr an Mitspracherecht in der heimischen Politik verdient hätten. </p>
<p><strong>Dialog statt Krieg</strong></p>
<p>Meine Rolle sollte nicht die einer Rebellin sein, die die Grüne Partei „ins Chaos stürzt“. Sondern die einer Diskurspartnerin, einer von vielen, die gemeinsam mit weiteren Sympathisanten sowie den politisch Verantwortlichen eine zukunftsfähige Lösung entwickelt. Und die sich dabei die unbezahlbare Intelligenz der Gruppe zu Nutze machen. </p>
<p>Es muss aufhören, um rein machtpolitische Interessen zu gehen. Um die Macht des parteiinternen Lobbyismus. Politiker können es sich im Jahr 2009 nicht erlauben, sich dem Internet und seinen neuen Kommunikationsmöglichkeiten zu verweigern. Politiker dürfen sich nicht scheuen, sich zu präsentieren. Man muss bereit sein, eine neue Richtung politischer Kommunikation einzuschlagen. Genau darin sah ich die große Chancen der Grüne Vorwahlen-Initiative. Und genau deshalb hat mich das Projekt auch begeistert. Mich als Kommunikationswissenschaftlerin und mich als „politisch Interessierte“. </p>
<p><strong>Nieder mit der Baumplakat-Kommunikation!</strong></p>
<p>Gerade in Zeiten weit verbreiteter Politikverdrossenheit ist eine neue Art der Kommunikationsarbeit denk ich eine nicht unwesentliche. Ich sah im Vorwahl-Projekt unglaubliches Mobilisierungspotenzial. Die Chance, potenzielle Wähler und Wählerinnen neu anzusprechen, wiederzugewinnen. Durch ein wenig mehr Einblick und transparentere Gestaltungsmöglichkeiten völlig neue Wählerschichten zu erschließen und zu begeistern. Vor allem junge. </p>
<p>Die vorhandene restriktive Partizipationspolitik also durch die Chancen eines aktiven Austausches abzulösen. Sowohl online als auch im Offline-Alltag. Und die Gelegenheit, den Grünen in drohenden Häupl-Strache-Zweikampf-Zeiten ein unglaublich wertvolles Alleinstellungsmerkmal für den Wiener Vorwahlkampf zu sichern. Ich muss sagen, ich bin ein wenig enttäuscht, wie gekonnt diese vielen Chancen von einigen Grün-Funktionären vertan wurden. </p>
<p>Machbar ist heute zunehmend nur mehr, was öffentlich legitimierbar ist. Vor allem in der Politik. Die Voraussetzung dafür ist eine funktionierende Kommunikation. Und die erfolgt heutzutage eben auch vermehrt übers Internet. Stichwort Online-PR. Es geht nicht um die einseitige Durchsetzung von Interessen. Und man kann sich dabei schon gar nicht mehr auf die Ebene der Information beschränken. Hinzu kommt die Ebene der Glaubwürdigkeit. Und die ist eben nur bei einer wahrhaftigen Dialog-Bereitschaft gegeben. Und nicht beim „Pseudo-Zuhören“, das auch die anderen Parteien wirklich bereits zur Genüge praktizieren. </p>
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		<title>Grüne Vorwahlen: Was jetzt kommt</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Jun 2009 13:40:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
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		<description><![CDATA[<br />
Gerald Bäck, <a href="http://www.baeck.at/blog/2009/06/21/an-alte-zeiten-erinnert-meine-ablehnung-als-unterstuetzer/">abgelehnte Nervensäge</a>, hat <a href="http://www.baeck.at/blog/2009/06/22/welche-moeglichkeiten-haben-abgelehnte-gruene-vorwaehler/">zusammengefasst, welche Möglichkeiten seinesgeleichen haben</a>. Er plädiert dafür, die Wiener Grünen (noch) nicht aufzugeben. Ich möchte das als angenommener Vorwähler unterschreiben. Als ich von der <a href="http://wissenbelastet.com/2009/06/21/ich-wurde-als-gruener-unterstuetzer-abgelehnt/">Ablehnung von Max Kossatz</a> hörte,&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/gruene_vorwahlen.jpg" alt="Grüne Vorwahlen" title="Grüne Vorwahlen" width="530" height="156" class="alignleft size-full wp-image-1661" /><br />
Gerald Bäck, <a href="http://www.baeck.at/blog/2009/06/21/an-alte-zeiten-erinnert-meine-ablehnung-als-unterstuetzer/">abgelehnte Nervensäge</a>, hat <a href="http://www.baeck.at/blog/2009/06/22/welche-moeglichkeiten-haben-abgelehnte-gruene-vorwaehler/">zusammengefasst, welche Möglichkeiten seinesgeleichen haben</a>. Er plädiert dafür, die Wiener Grünen (noch) nicht aufzugeben. Ich möchte das als angenommener Vorwähler unterschreiben. Als ich von der <a href="http://wissenbelastet.com/2009/06/21/ich-wurde-als-gruener-unterstuetzer-abgelehnt/">Ablehnung von Max Kossatz</a> hörte, war die Verlockung groß, der Partei den Rücken zu zu kehren. Doch dann motivierte mich die Unfähigkeit von Teilen der Grünen, ihre Entmachtung anzustreben. Ich verstehe keine mir bekannte Ablehnung wirklich, aber diese fasse ich als bewusste Provokation auf.<span id="more-2120"></span></p>
<p>Die Verursacher haben damit ihre selbsterfüllende Prophezeihung. Es ist unschwer vorauszusehen, dass ein großer Teil der VorwählerInnen einen ordentlichen Grant auf die Verhindeer-Partie hat. Ich zumindest habe ihn. Jetzt ist die Sache tatsächlich zum Flügelkampf geworden. Aber nicht zwischen links und liberal klafft der Graben auf &#8211; zwischen Mut und Angst verläuft die Front.</p>
<p>Nicht vergessen: Über ein Drittel der Stimmen wollte bei der gestrigen Landesversammlung die Aberkennung(!) der Wahlrechte von UnterstützerInnen. Das ist mutwilliger politischer Selbstmord für eine Partei, die sich damit identifiziert offen und basisdemokratisch zu sein. Das ist Etikettenschwindel. Das ist Betrug. So darf Politik in meiner Welt nicht laufen. Nicht mit meiner Stimme.</p>
<p>Mit Schmunzeln erinnere ich mich daran, dass die Partei im bisher letzten Landtags-Wahlkampf mit dem zynischen Slogan &#8220;Wiener Mut&#8221; warb. Und es ist manchmal schwer sich daran zu erinnern, dass es diesen Mut auch gibt &#8211; dass nämlich etwa die Hälfte der Grünen ein offenes Ohr hatte. Auch zahlreiche &#8220;Bitte nicht aufgeben&#8221;-Appelle waren Teil meiner Erfahrung der letzten Wochen. Diese Hälfte braucht und verdient Hilfe. Es ist mir dabei egal, ob die Leute dabei linker oder liberaler sind. Ich hab die Grünen ohnehin schon immer für beides gewählt.</p>
<p>Ich hoffe, dass abgelehnte VorwählerInnen nicht aufgeben, sondern sich weiter einzubringen versuchen. Zwar habe zumindest ich die ganze Sache in der Annahme begonnen, dass die Grünen uns gerne aufnehmen werden. Es war aber auch eine offenes Geheimnis, dass bei den Grünen so manches falsch läuft. Jetzt habe ich einen recht klaren Blick darauf bekommen, was es ist. Da möchte ich nicht gleich dem verlockenden Reflex folgen und davonrennen.  Gegen den Irrsinn anderer Parteien. Gegen den Irrsinn der eigenen Partei. Die mutigen, offenen Grünen haben sich mit mir im wahrsten Sinne des Statuts einen konstruktiven Unterstützer an Bord geholt.</p>
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		<title>Grüne Vorwahlen: Karren</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2009/06/17/grune-vorwahlen-karren/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Jun 2009 00:07:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
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		<category><![CDATA[Robert Korbei]]></category>
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		<description><![CDATA[<br />
Der grüne Landesgeschäftsführer Robert Korbei <a href="http://korbei.wordpress.com/2009/06/16/vorwahlen-landesvorstand-behalt-durchblick/#comment-86">antwortete in seinem Blog</a> kürzlich auf einen Kommentar: &#8220;<em>In der Auseinandersetzung um die Listenplätze zwischen verschiedenen Grünen, haben sich Teile der <a href="http://gruenevorwahlen.at">Grünen Vorwahlen</a>, wahrscheinlich unwissend, vor einen Karren spannen lassen</em>&#8220;. Er&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/gruene_vorwahlen.jpg" alt="Grüne Vorwahlen" title="Grüne Vorwahlen" width="530" height="156" class="alignnone size-full wp-image-1661" /><br />
Der grüne Landesgeschäftsführer Robert Korbei <a href="http://korbei.wordpress.com/2009/06/16/vorwahlen-landesvorstand-behalt-durchblick/#comment-86">antwortete in seinem Blog</a> kürzlich auf einen Kommentar: &#8220;<em>In der Auseinandersetzung um die Listenplätze zwischen verschiedenen Grünen, haben sich Teile der <a href="http://gruenevorwahlen.at">Grünen Vorwahlen</a>, wahrscheinlich unwissend, vor einen Karren spannen lassen</em>&#8220;. Er spricht damit aus meiner Sicht einen fundamentalen Irrtum.<span id="more-2017"></span></p>
<p>Ich (ich spreche hier immer nur für mich, habe aber keinen Anlass die anderen VorwählerInnen für dümmer zu halten) habe mich vor überhaupt keinen Karren spannen lassen. Ich ändere ja nicht meine politische Gesinnung so mal eben für eine Stimme bei der Listenerstellung der Wiener Grünen. Ich habe meine Präferenzen aus guten Gründen, bin grüner Sympathisant, halte das Projekt der Vorwahlen aus vielen, vielen Grünen für sinnvoll und mache deshalb mit. Nur deshalb. Niemand musste mich da vor einen Karren spannen. Mir war bis vor kurzem gar nicht so richtig bewusst, dass es solche Karren bei den Grünen überhaupt gibt &#8211; und ehrlich gesagt widert es mich auch einfach nur an. </p>
<p>Es gibt so manche Wiener Grüne, die meine Stimme im Herbst gehabt hätten, die das aber ganz kräftig verhaut haben. Diese Leute würden sich wohl wundern, wie sehr auch ihnen die grünen Vorwahlen geholfen hätten, wenn sie sich nicht <a href="http://www.helge.at/2009/06/vorwahlen-showdown-landesvorstand-verbiegt-die-statuten-was-tun/">wie verklemmte ÖVP-Funktionäre</a> aufführen würden. Clever, wirklich! Diese idiotischen links-vs-liberal Flügelkämpfe innerhalb der Grünen interesseieren nämlich &#8220;extern&#8221; niemanden. In dieser Partei (ehemals Bewegung) müssen und sollten diese Unterschiede Platz haben. So groß ist die Diskrepanz wirklich nicht. </p>
<p><strong>Außen</strong></p>
<p>Diese Perspektive, die realistische Vermessung der tatsächlichen Unterschiede, mag manchen abhanden gekommen sein, die sich möglicherweise schon zu lange ohne neuen Input in der internen Abläufen aufhalten. Leute die glauben, sie würden auch nur eine Stimme mehr vom Volk bekommen, wenn sie einen parteiinternen Gegner nur nicht stark werden lassen.</p>
<p>Ein Blick von außen muss immer wieder sein. Ohne externe Anmerkungen kann man nicht dauerhaft erfolgreich sein. Warum holen sich zum Beispiel professionelle Medien wohl Kritiker ins Haus, die ihr Produkt kommentieren sollen? Politik unterliegt natürlich teilweise anderen Maßstäben, aber eine Partei ist unter anderem auch ein Produkt. Auch deshalb sind die Vorwahlen gut für die Grünen. Sie tragen diesen Blick von außen in die Partei &#8211; direkt von der Zielgruppe. Eine Vorwahl als dauerhafte Institution würde permanent sicherstellen, dass man veränderte Bedürfnisse der (erreichbaren) WäherInnen nicht übersieht. </p>
<p>Das bedeutet nicht, dass das Personal ständig ausgetauscht werden muss. Es bedeutet lediglich, dass auch das bleibende Personal sich manchmal selbst erneuern muss. Zu einer so festgefahrenen Konfrontation, wo die eigene Zielgruppe und Basis an die Partei herantritt und geradezu darum betteln muss, doch bitte gehört und ernst genommen zu werden, darf es nicht kommen. Eine Organisation die das erlaubt, ist nicht rundum gesund.</p>
<p><strong>Noch ärger</strong></p>
<p>Bei den Grünen Vorwahlen geht es im Moment aber um eine noch ärgere Sache. Wie absurd ist es eigentlich, dass die VorwählerInnen immer wieder damit angepatzt werden, sie wären vor einen Karren gespannt (in anderen Worten: würden einem Flügel dienen), der eh aus der eigenen Partei ist? Ja denkt denn niemand mehr auch nur eine Sekunde über das nach, was er gleich von sich gibt? Selbst wenn diese inhomogenen VorwählerInnen allesamt vor diesem Karren stehen würden, wäre das noch kein Grund sie abzulehnen. Denn kein Flügel einer gesunden Partei darf aufgrund seiner Hegemonialansprüchen die Basis beschränken. Viel selbstmörderischer kann man auf lange Sicht gar nicht handeln! Wer den Grundwerten entspricht darf nicht ausgeschlossen werden, nur weil ein paar Leute denken, die Grünen müssten jetzt halt etwas &#8220;linker&#8221; als &#8220;liberaler&#8221; sein.</p>
<p>Nochmal: Selbst wenn es so wäre, dass hier die &#8220;Liberaleren&#8221; die Basis verbreitern um ihre Chancen zu verbessern. Was tut das eigentlich zur Sache?! Wenn die selbsternannten Hüter des Linkstums lieber über diese Fußball-Bundesligatribüne von hereindrängenden Sympathisanten herziehen (und sich dabei untereinander in eine Paranoia schmußen), anstatt selbst etwas ähnliches zu machen und die Basis nach ihren Wünschen zu verbreitern, dann haben sie vorrübergehend eine politische Entmachtung verdient &#8211; im besten Sinne der Bewegung. Ja, wenn das alles wirklich so wäre, dann würden die &#8220;Liberaleren&#8221; etwas Produktives für sich und die Bewegung tun, während die anderen sich und der Bewegung nur monatelang schaden.</p>
<p>Ich will keine <a href="http://korbei.wordpress.com/2009/06/16/vorwahlen-landesvorstand-behalt-durchblick/#comment-77">dubiosen Andeutungen</a>, die niemand außer &#8220;die Grüninternen&#8221; verstehen soll. Ich will diese paranoiden Sprüche in Wahrheit auch überhaupt nicht hören, dass die Liberaleren die Linkeren mit einer (völlig offenen) Initiative überflügeln wollen. Ich will nicht, dass jene Partei die ich wählen möchte von angstzerfressenen GrabenkämpferInnen bestimmt wird. Ich will, dass diese Kinderkacke von diesen dem Alter nach erwachsenen Menschen endlich beendet wird. Und was anderes ist all das nicht. Kein Argument gegen die Vorwahlen hat in den letzten Monaten standgehalten, wenn es fundamentalster Logik und den ureigensten grünen Werten gegenüber gestellt wurde.</p>
<p><strong>Hört auf damit! </strong></p>
<p>Und dann lasst euch dieses letzte Angebot durch den Kopf gehen: Vergessen wir die letzten Wochen. Lassen wir das böse Blut verdampfen. Schieben wir die Vorkommnisse auf eine Überforderung beider Seiten. Die VorwählerInnen sind die frustrierend langsamen politischen Mühlen nicht gewohnt, wurden ungeduldig und verhielten sich dabei manchmal unklug. Und einige Entscheidungsträger waren halt schlichtweg nicht darauf vorbereitet, einen demokratiepolitisch so couragierten Schritt zu machen. Das ist schade. Aber es ist keine Schande, wenn man die Fehler erkennt und daraus lernt. </p>
<p>Denkt über jede einzelne <a href="http://chorherr.twoday.net/stories/5767194/">Ablehnung</a> (damit <a href="http://twitter.com/Meberl/status/2197975642">sowas</a> behoben wird) noch einmal nach. Nehmt nicht nur alle auf, die euch keine andere Wahl lassen, sondern alle, die sich nur irgendwie rechtfertigen lassen. Selbst 15 Fehlentscheidungen in diesem Prozess werden am Ende keine Rolle spielen. Wenn hunderte ähnlich gesinnte Menschen über Listenplätze entscheiden, dann sind Grüne MandatarInnen garantiert. </p>
<p>Im Moment sind nur 2,5 Monate verloren &#8211; nicht mehr.</p>
<p>Liebe KandidatInnen, linkere und liberalere, ihr haltet euch für die besseren Grünen? Beweist euch! Führt einen Wettstreit der Ideen. Werft euch Rechtsextremen entgegen, wenn ihr das für wichtig haltet. Arbeitet ein Radprojekt für die Stadt aus, wenn euch das lieber ist. Ist eine Fekterwatch euer Thema? Los! Für all das ist Platz auf &#8220;meiner&#8221; Grünen Liste. Aber hört auf euch Gedanken über vor Karren gespannte WählerInnen zu machen. Denn wenn die weg sind, dann fahrt ihr euch euren Karren nämlich ganz einsam und alleine in den Dreck.</p>
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		<title>Grüne Vorwahlen: Angenommen</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Jun 2009 21:16:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br />
Freude: Per E-Mail wurde mir mitgeteilt, dass ich bei den Grünen als Unterstützer angenommen wurde.<br />
Schade: Vier Tage vorher hätte man es knapp vor den Europawahlen noch positiv in die Medien geschafft.<br />
Jedoch: <a href="http://www.andreaslindinger.at/?p=472">Andere</a> müssen&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/gruene_vorwahlen.jpg" alt="Grüne Vorwahlen" title="Grüne Vorwahlen" width="530" height="156" class="alignnone size-full wp-image-1661" /><br />
Freude: Per E-Mail wurde mir mitgeteilt, dass ich bei den Grünen als Unterstützer angenommen wurde.<br />
Schade: Vier Tage vorher hätte man es knapp vor den Europawahlen noch positiv in die Medien geschafft.<br />
Jedoch: <a href="http://www.andreaslindinger.at/?p=472">Andere</a> müssen unverständlicherweise noch eine Gewissensprüfung überstehen. Bin momentan leider krank. Sobald wieder gesund verschaffe ich mir einen Überblick.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Empfehlung: Die unvermeidliche Wahl</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Jun 2009 23:21:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Empfehlungen]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl 2009]]></category>
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		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Voggenhuber]]></category>
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So gerne ich den Grünen für die Causa Voggenhuber eine Absage erteilen würde und so sehr sie mich mit der Zögerlichkeit bei den Grünen Vorwahlen nerven. Es geht nicht anders. Ich werde morgen in die Wahlkabine gehen und&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/gruen_europa.jpg" alt="Grünes Europa" title="Grünes Europa" width="530" height="115" class="alignnone size-full wp-image-1880" /><br />
So gerne ich den Grünen für die Causa Voggenhuber eine Absage erteilen würde und so sehr sie mich mit der Zögerlichkeit bei den Grünen Vorwahlen nerven. Es geht nicht anders. Ich werde morgen in die Wahlkabine gehen und ihnen meine Stimme geben. <span id="more-1857"></span></p>
<p><span class="ad"><script type="text/javascript"><!--
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</span>Inhaltlich gibt es nämlich nur wenig Reibungspunkte zwischen den Grünen und mir. Sie sind die einzige Partei, die auf brennende Gegenwarts- und Zukunftsfragen wie Energie, Datenschutz, Arbeitsplätze und Wirtschaftskrise Antworten geben, denen ich Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein zuschreibe. Eine Umsetzung des Green New Deals scheint mir gar alternativlos sein, wenn Europa sich aus einer Reihe von Schlamasseln ziehen will (aus der Abhängigkeit von Öl &#038; Gas aus Russland und dem Nahen Osten ohne Atomenergie, aus dem Anstieg des CO2-Ausstoßes, aus der Absiedelung oder der Zerstörung von Arbeitsplätzen,&#8230;) ziehen will. Die anderen Parteien haben in meinen Augen auf keine dieser Fragen ein stimmige Antwort, die Grünen haben eine, die beim Durchdenken all diese Probleme in Angriff nimmt.</p>
<p>Ich habe nichts gegen Ulrike Lunacek. Sie ist mir sogar sympathisch. Und ich nehme ihr persönlich <a href="http://zurpolitik.com/2009/01/30/zeit-die-grunen-feministinen-einzubremsen/">die Sache mit Johannes Voggenhuber</a> auch <a href="http://zurpolitik.com/2009/01/18/danke-herr-voggenhuber-hallo-frau-lunacek/">nicht übel</a>. Aber meine Vorzugsstimme bekommt am Sonntag trotzdem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eva_Lichtenberger">Eva Lichtenberger</a>. Für den <a href="http://zurpolitik.com/2008/12/13/europawahl-09-grune-holt-euch-20/">traurigerweise</a> drohenden Fall, dass sich nur ein Mandat ausgeht, möchte ich eher sie im Parlament sitzen haben. Im Gegensatz zu vielen anderen Politikern weiß sie über einen Bereich gut bescheid, bei dem das EU-Parlament vermehrt Entscheidungen treffen und sich mit den anderen Institutionen anlegen müssen wird: Datenschutz und Internetpolitik. </p>
<p>Und auch hier gibt es keine Alternative für mich zu den Positionen der Grünen. Die Rechten, Konservativen und Sozialdemokraten sind die Architekten von wahnwitzigen Ideen wie Internetzensur, Softwarepatenten, Zugangssperren und Vorratsdatenspeicherung oder treiben die Erstellung internationaler Datenbanken über die BürgerInnen voran. Am Sonntag FPÖ, BZÖ oder ÖVP wählen und später über Internetzensur und Überwachungsstaat zu jammern geht nicht. Ich vertraue den Grünen vor allem in dieser Frage. </p>
<p>Liebe Leute. Auch wenn ihr eine andere Partei wählen wollt, bitte geht am Sonntag wählen. Viele transportieren, das EU-Parlament wäre irrelevant. Doch in Wahrheit geht es um eine wichtige Wahl. Nicht nur ist die Haltung des ziemlich konsensual arbeitenden EU-Parlaments in vielen Entscheidungen wesentlich sympathischer, als die der Kommission oder des Rates. Das EU-Parlament ist auch ganz prinzipiell die demokratischste und bürgernähste EU-Institution. Hier sitzen direkt gewählte Volksvertreter mit einem klaren europäischen Auftrag, während in den anderen Einrichtungen die Verfechter nationaler Interessen ohne ausreichende demokratische Legitimation entscheiden. Dieses Parlament, so unperfekt es auch sein möge, muss durch die Menschen gestärkt werden. </p>
<p>Gerade wer das EU-Demokratiedefizit kritisiert, muss <em>dieses Signal</em> am Sonntag setzen.</p>
<p>Einer der dort lange genug war erklärt im folgenden Video sehr bestechend, warum:</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/Fbs8ja6lBU0&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xcfcfcf&#038;hl=de&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/Fbs8ja6lBU0&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xcfcfcf&#038;hl=de&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>(via <a href="http://martin.schimak.at/2009/06/johannes-voggenhuber/">Martin Schimak</a>)</p>
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