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	<title>zurPolitik.com &#187; International</title>
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		<title>Die Karte menschlicher Kriege: Wie kriegerisch ist die Welt?</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2009/02/22/karte-menschlicher-kriege/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Feb 2009 19:43:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Karte]]></category>
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		<description><![CDATA[<br />
Was ich in den letzten Tagen gemacht habe? Ich war ein Idiot und habe Stunden um Stunden Arbeit (ungefähr 10) in eine Sache gesteckt, die nachher auf diesem Blog eh wieder niemanden interessiert. Aber so bin ich halt.&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/krieg.jpg" alt="Krieg" /><br />
Was ich in den letzten Tagen gemacht habe? Ich war ein Idiot und habe Stunden um Stunden Arbeit (ungefähr 10) in eine Sache gesteckt, die nachher auf diesem Blog eh wieder niemanden interessiert. Aber so bin ich halt. Ein alter Fanatiker der Idee das Wissen und Information jedem zugänglich gemacht werden sollte. Also habe ich eine interaktive Karte entworfen, die die jüngsten Kriegsereignisse der Länder dieser Welt visualisieren soll.<span id="more-1545"></span></p>
<p><span class="ad"><script type="text/javascript"><!--
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</span>Das Ganze ist sicher nicht fertig. Es war mir natürlich unmöglich die Geschichte jedes Landes eingehend zu studieren und jeden Konflikt einzeln perfekt zu überprüfen. Die Hauptquellen waren die <a href="http://en.wikipedia.org/main/">englische</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/main/">deutsche Ausgabe</a> der Wikipedia. Deshalb brauche ich jetzt eure Hilfe. Wenn ihr etwas über ein Land wisst, das auf dieser Karte nicht zu finden ist, dann schreibt es hier in die Kommentare und ich füge es nachträglichg ein. </p>
<p><em>Helft mit, diese Karte zu vervollständigen indem ihr einen Aufruf zur Ergänzungsarbeit twittert, blogt, auf Facebook postet und euren geschichtsbegeisterten Bekannten davon erzählt. Danke!</em></p>
<p>Wenn die Karte vollendet ist, werde ich das Datenpaket unter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons">Creative Commons</a>-Lizenz allen zur Verfügung stellen.</p>
<p><strong>Was gilt als Kriegsereignis?</strong></p>
<p>&#8220;Kriegsereignis&#8221; definiere ich damit: Ein gewaltsamer Konflikt der große Teile der Bevölkerung eines Landes bedroht haben muss (und es muss auch tatsächlich zu Gewalt gekommen sein). Es muss mindestens zwei klar im Konflikt auftretende Parteien geben. (An die Definition habe ich mich mangels Detailwissens oder wegen Müdigkeit wahrscheinlich manchmal selbst nicht gehalten habe &#8211; korrigiert mich bitte <img src='http://zurpolitik.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> )</p>
<p><strong>Was gilt nicht als Kriegsereignis?</strong></p>
<p>Dass in einem Land kein Krieg markiert ist, bedeutet nicht, dass es immer friedlich war. Anhand einiger Beispiele will ich verdeutlichen, was nicht eingetragen wird.<br />
Der Tschetschenien-Konflikt ist deshalb zum Beispiel aber nicht bei Russland eingetragen, weil es nur eine relativ kleine Region betrifft.<br />
Ein Putsch(versuch) muss blutig verlaufen sein und die Gewalt nicht nur die Palastwache, sondern tatsächlich Bürger betroffen haben.<br />
Die Gewalt einer Diktatur gegenüber ihrem Volk gilt erst dann, wenn es zu signifikanten, gemeinsamen Aufständen kam, die mit massiver Gewal niedergeschlagen wurden.</p>
<p><strong>Was für Informationen brauchen wir?</strong></p>
<p>Wenn ihr ein Land besser kennt und über einen Konflikt bescheid wisst, der später stattgefunden hat, als der bereits eingetragene, tragt in den Kommentaren bitte  Angaben darüber ein: </p>
<ul>
<li>Wo war/ist der Konflikt?</li>
<li>Von wann bis wann war (insbesondere das Ende ist wichtig)?</li>
<li>Waren große Teile des Landes betroffen (bestenfalls: welche)?</li>
<li>Optional: Opferzahlen</li>
<li>Optimal: Eine Quelle die alles belegt (nicht überprüfbare Konflikte können nicht eingetragen werden</li>
</ul>
<p>Für Fragen, Anregungen, Kritik bin ich natürlich offen. Bitte aber nicht schimpfen, wenn ich einen Konflikt eurer Meinung nach falsch eingestuft habe. Es wird sicher passiert sein, geschah aber defintiv nie aus böser Absicht oder politischen Gründen, sondern aufgrund versuchter Objektivität oder schlichtem Unwissen, das ihr ja aufklären sollt. Mal sehen, ob wir hier gemeinsam ein kleines Standardwerk zustande bringen.</p>
<p><strong>Und hier die Karte (<em>Stand 22.2.2009</em>)</strong> (<a href="http://kriege.zurpolitik.com/" target="_blank">Große Version</a>)</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=7,0,0,0" width="530" height="280" id="zoom_map" align="top"><param name="movie" value="world.swf" /><param name="quality" value="high" /><param name="bgcolor" value="#FFFFFF" /><embed src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/karten/world.swf?data_file=/wp-content/uploads/karten/kriege.xml" quality="high" bgcolor="#FFFFFF" width="530" height="280" name="Weltkarte menschlicher Kriege" align="top" type="application/x-shockwave-flash" pluginspage="http://www.macromedia.com/go/getflashplayer"></embed></object></p>
<p>Abgestuft wird von hellgrün (Konflikt vor über 50 Jahren) nach rot (Konflikt innerhalb der letzten zehn Jahre) in Zehn-Jahres-Schritten.</p>
<p>* Zumindest seit 60 Jahren kein Konflikt bekannt. &nbsp; | &nbsp;<a href="http://backspace.com/mapapp/">Powered by DIY Map</a></p>
<p><em>Fotocredits: <a href="http://www.flickr.com/photos/siriogrisanti/3081913028/sizes/l/">Sirio Grisanti</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC 2.0 BY</a></em></p>
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		<item>
		<title>Eine Polemik zur Wirtschaftskrise</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2009/02/17/eine-polemik-zur-wirtschaftskrise/</link>
		<comments>http://zurpolitik.com/2009/02/17/eine-polemik-zur-wirtschaftskrise/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 16:37:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Banken]]></category>
		<category><![CDATA[International]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskrise]]></category>

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		<description><![CDATA[<br />
Deregulierung. Privatisierung. Korruption. Lohndumping. Undurchsichtigste Spekulationen. Schnelle Profite. Keine Nachhaltigkeit. Unmoralische Gewinner. Missbrauch von Steuergeld. Wenige große Gewinner, viele klare Verlierer. Das ist nicht die liberale Wirtschaftstheorie, das ist nicht die grundsätzlich immer noch wichtige Marktwirtschaft. Das ist&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/boerse.jpg" alt="Börse" /><br />
Deregulierung. Privatisierung. Korruption. Lohndumping. Undurchsichtigste Spekulationen. Schnelle Profite. Keine Nachhaltigkeit. Unmoralische Gewinner. Missbrauch von Steuergeld. Wenige große Gewinner, viele klare Verlierer. Das ist nicht die liberale Wirtschaftstheorie, das ist nicht die grundsätzlich immer noch wichtige Marktwirtschaft. Das ist nicht die Globalisierung an sich. Es ist der real-existierende Turbokapitalismus &#8211; jetzt bloßgestellt. <span id="more-1525"></span></p>
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</span>Wohlmeinende Kritiker (nicht die Hetzer sind gemeint) haben das was heute passiert schon lange vorausgesagt &#8211; angemahnt &#8211; befürchtet. Es wäre die Zeit für sie, auf dem Grab der Philosophie gieriger Zyniker zu tanzen. Doch kaum jemandem ist zum Lachen zumute. &#8220;Wir&#8221; hatten leider recht. Sie führten uns ins Verderben, die Neoliberalen, die wir meinen. Es ist auch unsere Schuld. Wir haben sie nicht besiegt.</p>
<p>An wenigen Orten hat der Ungeist dieses Kapitalismus in den letzten Jahrzehnten so gewütet wie in Osteueropa. Mit High-Speed wurden die kommunistischen Staaten transformiert, entstaatlicht und &#8220;liberalisiert&#8221;. Die billigen Arbeitskräfte wurde ausgenutzt, unnatürlich schnelles Wachstum war die Folge. Die Wandlung die politische Freiheit brachte, führte auch in die wirtschaftliche Teilung. </p>
<p>Mit der Cash-Axt wurden Arm und Reich gespalten und die Mittelschicht attackiert. Verluste und Subevntionen zahlten die Steuerzahler Westeuropas. Gewinne halfen zwar auch denen, aber noch viel eher landeten sie in den Taschen von Bankern, korrupten Politikern und zwilichtigen Unternehmern. Vor Ort waren die Unterdrücker von einst oft die größten Profiteure. Eh klar. Im Turbokapitalismus gewinnt fast immer der, der schon hat. (Die russischen Oligarchen lassen als Paradebeispiel ganz lieb grüßen.) Die ganz normalen Armen im Osten stehen jetzt wieder (oder immer noch) vor dem Ruin.</p>
<p>Österreichische Banken und Unternehmen sind voll mit dabei, haben profitiert wie kaum jemand sonst. Jeder <a href="http://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/451405/index.do?direct=453406&#038;_vl_backlink=/home/index.do&#038;selChannel=109">fünfte osteuropäische Kredit-Euro</a> stammt von einer österreichischen Bank. Auf die Good Governance hat man dabei vergessen, die Korruption und die Armut nicht bekämpft. </p>
<p>Und jetzt droht dieses gemolkene Osteueropa die ganze Welt in den Abgrund zu reißen. Bricht dort die Wirtschaft ein, bekommen die <a href="http://in.reuters.com/article/hotStocksNews/idINTRE51G1EO20090217">Banken in EU-Mitgliedesländern ihre Kredite</a> nicht wieder. Bekommen die ihre Kredite nicht wieder, kracht Europa wohl endgültig zusammen. Die EU ist der größte Kreditgeber für Russland, der wichtigste Handelspartner der USA. Fällt Europa, fällt alles. </p>
<p>Wir werden irgendwie damit umgehen können und die Welt wird sich weiter drehen. Die Frage ist: Was werden die daraus lernen, die es jetzt kräftig verbockt haben? Die werden auch in absehbarer Zukunft weiter das Ruder in der Hand haben. Während die Armen viel zu verlieren drohen, werden die Mächtigen reich und mächtig bleiben. Niemand will oder kann sie ernsthaft mäßigen. Ihnen wird nichts weggenommen. Die Skrupellosen, die Unfähigen und die Verbrecherischen bleiben unangetastet. </p>
<p>Auch heute, trotz all der dampfenden Kacke, ist immer noch Turbokapitalismus. Und da verliert selten der, der hat.</p>
<div align="left" width="auto">
	<div class='democracy'>
		<h3>Wie lange wird die Wirtschaftskrise dauern?</h3>
		<div class='dem-results'>
		<form action='http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/democracy/democracy.php' onsubmit='return dem_Vote(this)'>
		<ul>
			<li>
					<input type='radio' id='dem-choice-151' value='151' name='dem_poll_35' />
					<label for='dem-choice-151'>In ein bis zwei Jahren ist alles vorbei</label>
			</li>
			<li>
					<input type='radio' id='dem-choice-152' value='152' name='dem_poll_35' />
					<label for='dem-choice-152'>Naja, 3 bis 4 Jahre wirds wohl dauern</label>
			</li>
			<li>
					<input type='radio' id='dem-choice-153' value='153' name='dem_poll_35' />
					<label for='dem-choice-153'>Dauern? Wir sind für immer im Arsch!</label>
			</li>
		</ul>
			<input type='hidden' name='dem_poll_id' value='35' />
			<input type='hidden' name='dem_action' value='vote' />
			<input type='submit' class='dem-vote-button' value='Abstimmen' />
			<a href='/tag/international/feed/?dem_action=view&amp;dem_poll_id=35' onclick='return dem_getVotes("http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/democracy/democracy.php?dem_action=view&amp;dem_poll_id=35", this)' rel='nofollow' class='dem-vote-link'>Ergebnis zeigen</a>
		</form>
		</div>
	</div></div>
<p><em>Fotocredits: <a href="http://flickr.com/photos/luxemburger/553763547/sizes/l/">Jean-Marie Welbes</a> (CC 2.0, BY-NC-SA)</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Rezension: Let&#8217;s Make Money</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2008/10/30/rezension-lets-make-money/</link>
		<comments>http://zurpolitik.com/2008/10/30/rezension-lets-make-money/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 30 Oct 2008 13:26:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Unterberger]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<description><![CDATA[<br />
Der für seine &#8220;konservativen&#8221; Meinungen bekannte österreichische Journalist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Unterberger">Andreas Unterberger</a> hat in seiner <a href="http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4447&#038;Alias=wzo&#038;cob=379315&#038;currentpage=0">Kolumne der &#8220;Wiener Zeitung&#8221;</a> den Dokumentarfilm &#8220;<a href="http://www.letsmakemoney.at/">Let&#8217;s Make Money</a>&#8221; von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_Wagenhofer">Erwin Wagenhofer</a> erwähnt.
Die Unterrichtsministerin setzt Initiativen zur Wirtschaftserziehung an den&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/letsmakemoney.jpg" alt="Lets Make Money" /><br />
Der für seine &#8220;konservativen&#8221; Meinungen bekannte österreichische Journalist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Unterberger">Andreas Unterberger</a> hat in seiner <a href="http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4447&#038;Alias=wzo&#038;cob=379315&#038;currentpage=0">Kolumne der &#8220;Wiener Zeitung&#8221;</a> den Dokumentarfilm &#8220;<a href="http://www.letsmakemoney.at/">Let&#8217;s Make Money</a>&#8221; von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_Wagenhofer">Erwin Wagenhofer</a> erwähnt.<span id="more-1171"></span></p>
<blockquote><p>Die Unterrichtsministerin setzt Initiativen zur Wirtschaftserziehung an den Schulen. &#8220;Bravo, endlich!&#8221; möchte man rufen – bevor man konkret erfährt, was Claudia Schmied konkret vorhat. Denn im Zentrum ihrer Kampagne stehen 50 Sondervorführungen des <em>linksradikalen Kampffilms</em> &#8220;Let’s make money&#8221;. [Hervohebung durch mich]</p></blockquote>
<p>Gestern Abend war ich dann in einer Vorführung des Films im Wiener Votivkino. Hier ist eine Liste der Leute, die darin zur Sprache kommen:</p>
<ul>
<li><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Mark_Mobius">Dr. Mark Moebius</a> (neoliberaler Investor in der Steueroase Singapur)</li>
<li><a href="http://www.hermannscheer.de/de/">Hermann Scheer</a> (SPD-Parlamentarier)</li>
<li>Francis Cogolo (Baumwollproduzent in Burkina Faso)</li>
<li>Gerhard Schwarz (Leiter der Wirtschaftsredaktion der konservativen NZZ, Mitglied der neoliberalen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mont_Pelerin_Society">Mont Pelerin Society</a>, Leiter eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_August_von_Hayek">Hayek</a>-Institutes)</li>
<li>John Christensen (Finanzökonom)</li>
<li><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/John_Perkins">John Perkins</a> (ehemaliger Dritten Welt-Volkswirtschaftszerstörer für die US-Regierung)</li>
<li>Ramon F. Duran (Universität Madrid)</li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mirko_Kovats">Mirko Kovats</a> (österreichischer Investor)</li>
</ul>
<p>Dazu kommen unter anderem eine Ökonomin und ein kleiner Bub aus Indien, Baumwollpflückerinnen aus Burkina Faso die keine 50€ im Jahr verdienen, ein Obdachloser in Washington D.C., der Vize-Kanzler der Steueroase Jersey, ein deutscher Publizist in Wien und einige andere Personen, die nur Nebensätze hinzufügen und mir entfallen sind. Die Sprecherliste ist also mehr als ausgeglichen und alles andere als von irgendwelchen linksradikalen Spinnern durchzogen. Dass die Aussagen des Films trotzdem menschlich und ethisch schockierend sind, ist den Leuten zuzuschreiben, die diese Aussagen für normal halten. Und das sind Rechte.</p>
<p><center><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/7FosAsoioM0&#038;hl=de&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/7FosAsoioM0&#038;hl=de&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></center></p>
<blockquote><p>Es kann ja auch noch immer sein, dass sich in der SPÖ die vernünftigen Kräfte gegen diejenigen durchsetzen, die alles, was nicht links ist, nicht tolerieren. &#8211; <a href="http://www.datum.at/7807/stories/4003856/">Andreas Unterberger 2007 im Datum</a></p></blockquote>
<p>Andreas Unterberger, der den bösen linken SPÖlern gerne vorwirft, sie würden keine rechten Meinungen akzeptieren, diskreditiert also einen ihm nicht genehmen Dokumentarfilm als &#8220;linksradikal&#8221; um ihn in der Folge auch noch als Schwachsinn zu bezeichnen. Argumentation gibt er keine. Freilich. Er schreit &#8220;Hurra!&#8221;, wenn er wirtschaftliche Bildung in Schulen hört, aber ihm passt es nicht, wenn dann nicht nur die Theorie des freien Marktes gelehrt wird, sondern auch die realen Auswirkungen dieser Theorie.</p>
<p><strong>Was ist in &#8220;Let&#8217;s Make Money&#8221; zu sehen?</strong> Regiesseur Wagenhofer (<a href="http://www.we-feed-the-world.at/">We Feed The World</a>) geht vom Banken Werbeslogan &#8220;Lassen Sie Ihr Geld für sich arbeiten&#8221; aus und führt den Zuseher auf einen Rundgang durch die Welt der Finanzmärkte. Er kommentiert die Geschehnisse nur selten, hat selbst keine Stimme aus dem Off. Ab und zu wandern ergänzende Informationen als Text über die schön eingefangenen Bilder.</p>
<p>Wagenhofer befragt seine Interviewpartner zu ihren ethischen Standards (so meint etwas Finanzguru Mark Moebius, Investoren seien nicht für Ethik zuständig), spricht über die Immobilienblase in Spanien und filmt zum Beispiel Mirko Kovats wissentlich dabei, wie er bei einem Bauprojekt in Indien mit Standortwechsel droht, wenn der Preis nicht gedrückt wird.  </p>
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</span>Die Bildsprache ist beeindruckend. Sieht man erst Baumwollpflückende Kinder in der sengenden Hitze von Burkina Faso, schwenkt die Kamera daraufhin in den Himmel um die kreisenden Aasgeier einzufangen. Fast unwesentlich erfolgt dann ein Szenenwechseln in eine westliche Großstadt, über der statt den Geiern einige Raben kreisen. In einer anderen Szene an der spanischen Costa del Sol steht ein Umweltaktivist vor einer scheinbar unspektakulären Baustelle eines Hotels, mitten in einem der letzten Naturschutzgebiete an der bereits zu 80% verbauten Küste. Im nächsten Schnitt gibt es plötzlich eine Totale von der Szene und es wird klar, dass das (illegal gebaute) Hotel in Wahrheit einer riesigen Pyramide ähnelt. (Den Abriss des Hotels zahlen übrigens die spanischen Steuerzahler, nicht die kriminellen Unternehmer oder kurzsichtigen Investoren, die dahinter stecken.)</p>
<p>Wie schon in We Feed The World spannt Wagenhofer einen globalen Rahmen um seine Geschichte. Er zeigt die Goldproduktion in Ghana (wovon nur 3% in Afrika bleiben, 97% aber in den Westen wandern) und berichtet im weiteren Verlauf davon, dass die Straßenbahnen in Wien an amerikanische Investoren verkauft wurden (nur um später wieder zurückgemietet zu werden). Mal berichtet ein Ökonom von der verschleiernden Funktionsweise des Jersey-Bankengeheimnis, dann werden verdreckte indische Flüsse gefilmt. Dann erklärt ein &#8220;Economic Hitman&#8221; davon, wie er im Dienste der US-Regierung Politiker in anderen Ländern korrumpierte, nachdem ein NZZ-Wirtschaftsredakteur seine Bewunderung für die Begründer der Mont Pelerin Society zum Ausdruck bringt und ein Produzent in Afrika sich darüber beklagt, dass der Westen mit Hilfe des IWF und der Weltbank seine eigenen Produkte subventioniert und protektionistisch agiert, während er Entwicklungsländern Kapitalismus aufzwingt.</p>
<p>Wagenhofer tut gar nicht erst so, als hätte er für all das Antworten parat. In Wahrheit gibt er überhaupt keine. Er zeigt einfach nur die zeitweise empörenden, manchmal skurrilen, ab und zu auch mörderischen Absurditäten des internationalen Finanzmärkte. Man kann erahnen, dass seine bevorzugten Antworten Leuten wie Mark Moebius oder auch Andreas Unterberger wahrscheinlich nicht gefallen würden, aber der Regiesseur zwängt sie niemandem auf. </p>
<p>Fakt ist, und das wird auch der rechteste Marktfundamentalist nicht leugnen können, ohne als Schwachkopf dazustehen: Wenn in Spanien drei Millionen Wohnungen gebaut werden, für die nie ernsthaft geplant wird, dass überhaupt jemand einzieht, und die dort angelegten Golfplätze Wasser für 16 Millionen Menschen verbrauchen (obwohl dort niemand spielt), nur weil Wohnungen neben Golfplätzen für Spekulanten halt lukrativer sind, dann sind wir über ein erträgliches Maß an Schwachsinn längst hinweg.  </p>
<p>Und wenn Afrikanerinnen den Kameramann anflehen, dass die Leute in Europa doch faire Preise für Baumwolle zahlen sollen (wohl nicht ahnend, dass einzelne T-Shirts aus ihrer Wolle preislich ihr Jahresgehalt übersteigen), dann kann man es nicht einfach als linksradikal abtun, das hier in die Kinos zu bringen.</p>
<p>Und wenn diese Afrikaner dann, wie im Film in den Raum gestellt, selbst 10 Meter hohe Mauern rund um Europa überwinden wollen, um aus diesem Elend auszubrechen, dann werden Leute wie Unterberger wieder ihr &#8220;konservatives&#8221; Gedankengut zur Schau stellen und ihre Meinung zur Zuwanderung abgeben.</p>
<p>Wer Kritik an diesen Missständen für links hält, ist nicht rechts, sondern unmoralisch.</p>
<p>Alle die nicht so dermaßen verloren sind, sollten sich Let&#8217;s Make Money ansehen. Und zwar so schnell wie möglich.</p>
<p><em>Fotocredits: <a href="http://www.letsmakemoney.at/">Let&#8217;s Make Money</a></em></p>
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		<title>Österreich ist im UNO-Sicherheitsrat</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Oct 2008 18:25:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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Der Gusenbauer tut mir leid. Für alles wurde er gescholten in seiner kurzen Amtszeit, für nichts gelobt. Dass er uns die schwarzblaue Clique vom Hals geschafft hat, das hat man schnell wieder vergessen. Dass er die Studiengebühren wegen&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/uno_newyork2.jpg" alt="UNO in New York" /><br />
Der Gusenbauer tut mir leid. Für alles wurde er gescholten in seiner kurzen Amtszeit, für nichts gelobt. Dass er uns die schwarzblaue Clique vom Hals geschafft hat, das hat man schnell wieder vergessen. Dass er die Studiengebühren wegen der vereinbahrten Koalition nicht abschaffen konnte, das wird er sein Leben lang hören. Und jetzt hätte der, so sagte man mir, außenpolitisch besonders interessierte Noch-Kanzler es zusammen mit Ursula Plassnik tatsächlich geschafft, Österreich in den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sicherheitsrat_der_Vereinten_Nationen">UNO-Sicherheitsrat</a> zu bringen. Aber statt dafür gefeiert zu werden, muss er am nächsten Tag eine Rede am Grab eines Mannes halten, der gemeingefährlich mit 1,8 Promille selbstverschuldet in den Tod raste.<span id="more-1145"></span></p>
<p><span class="ad"><script type="text/javascript"><!--
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</span>Der UNO-Sicherheitsrat ist damit befasst, <a href="http://images.zeit.de/text/2008/21/OdE30-Frieden">den Frieden der Welt zu sichern</a>, was natürlich theoreitsch besser funktioniert als in der Praxis. Er besteht aus fünf permanenten Mitgliedern, den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs, und zehn weiteren Mitgliedern, die jedes Jahr zur Hälfte ausgetauscht werden &#8211; wobei erstere bekanntlich mehr Rechte und Macht haben. </p>
<p>Im Sicherheitsrat werden Entscheidungen getroffen, die für die Konflikte dieser Welt von größter Bedeutung sind (und wenn es nur die Entscheidung ist, dass der Konflikt nicht auf die Tagesordnung kommt). Gibt es Soforthilfe? Will die UNO vermitteln? Gibt es gar eine Blauhelm-Mission? Sanktionen? Hier wird entschieden. Schaut der Sicherheitsrat politisch motiviert weg, sieht auch die Weltgesellschaft allzu oft weg.</p>
<p>Für Entscheidungen braucht der Sicherheitsrat immer neun Stimmen. Österreich darf (vermutlich auch dank der historisch-bedingten, guten Verbindungen zu vielen Entwicklungsländern) in den nächsten zwei Jahren ein kleines Licht in diesem Spiel sein. Zum Beispiel, wenn es um den Iran geht und um den &#8220;Krieg gegen den Terror&#8221;. Es kann Themen setzen, prominente Kritik üben, sich vielleicht (aber eher nicht) für eine notwendige Reform stark machen. Es wäre durchaus angemessen, wenn dem mehr Beachtung geschenkt würde. Dass mans dem Gusi nicht gönnt ist eh wurst. Aber man sollte die Bedeutung dieser Position würdigen. </p>
<p>Außerdem wäre eine öffentliche Diskussion über die dort eingenommenen Stellungen nicht nur notwendig, sondern auch interessant.</p>
<p><em>Fotocredit: <a href="http://www.flickr.com/photos/wallyg/152456426/sizes/l/">wallyg</a></em></p>
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		<title>Der permanente Ausnahmezustand</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2008/05/26/der-permanente-ausnahmezustand/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 May 2008 11:38:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautoren</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br />
<strong>Unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung werden in den USA die Grundprinzipien des klassischen Liberalismus verworfen: die Gewaltenteilung und der Schutz der Bürger vor staatlicher Willkür</strong> 
<em>Von Philip S. Golub -Journalist und Dozent für internationale Beziehungen an der Universität</em>&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="wp-content/uploads/nineeleven.jpg"><br />
<strong>Unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung werden in den USA die Grundprinzipien des klassischen Liberalismus verworfen: die Gewaltenteilung und der Schutz der Bürger vor staatlicher Willkür</strong> <span id="more-611"></span></p>
<p><em>Von Philip S. Golub -Journalist und Dozent für internationale Beziehungen an der Universität Paris VIII.</em></p>
<p>Die Kluft zwischen formaler und realer Demokratie war selten größer. Seit Jahren werden etliche »fortgeschrittene « demokratische Staaten von einer Exekutive regiert, die nur schwach legitimiert ist und sich zunehmend von der Gesellschaft verselbständigt hat. Dabei geht die Konzentration der Macht in den Händen der Exekutive zu Lasten der zweiten und dritten Gewalt, der Legislative und der Jurisdiktion. Damit wird – vor allem in den USA, aber auch in Großbritannien – die delikate Balance der Institutionen, auf der die klassische liberale Demokratie basiert, grundsätzlich infrage gestellt. Dieser Prozess der Machtaneignung und -konzentration durch die Regierung hat seit 2001 mit dem »Krieg gegen den Terror« und den damit verbundenen Ausnahmegesetzen an Tempo gewonnen.</p>
<p>In den USA hat der Abbau demokratischer Strukturen inzwischen atemberaubende Dimensionen angenommen. Unter Berufung auf einen abstrakten Notstand hat die Regierung unter Präsident George W. Bush begonnen, die verfassungsmäßige Ordnung systematisch zu demontieren. Ständig neue Enthüllungen über Folter, geheime Gefängnisse und ein umfassendes Programm der Telefonüberwachung innerhalb des Landes belegen, dass Geheimerlasse und willkürliche Schritte des Präsidenten inzwischen zur normalen Regierungspraxis geworden sind. </p>
<p>Hinter einem Schleier der Geheimhaltung hat die Bush-Regierung sich umfassende außergesetzliche Machtbefugnisse angeeignet: die Macht, völkerrechtliche Verträge zu brechen, internationale Konventionen zu verletzen und Präventivkriege zu beginnen; die Macht, jedwede Person, die auf Beschluss der Exekutive zum »illegalen Kombattanten« erklärt wird, zu entführen, zu foltern und ohne gerichtliches Verfahren auf unbeschränkte Zeit festzusetzen; die Macht, ein paralleles Gerichtssystem aufzubauen, das nur der Kontrolle des Pentagon und des Weißen Hauses untersteht; kurzum: die Macht, die bestehende innere und internationale Rechtsordnung zu ignorieren.</p>
<p>Doch einige Institutionen widersetzen sich diesem absoluten Machtanspruch der Exekutive. Mitte Dezember 2005 brachte der US-Senat nach endlosem Hin und Her den Detainee Treatment Act auf den Weg, der die »grausame, unmenschliche und entwürdigende« Behandlung von Gefangenen untersagt, also auf der Einhaltung der Antifolterkonvention der Vereinten Nationen besteht. Und im Juli 2006 bereitete der Oberste Gerichtshof dem Präsidenten eine schwere Niederlage: Er befand, dass die Sondermilitärgerichte, die das Pentagon für die Häftlinge in Guantánamo eingerichtet hatte, mit der Verfassung unvereinbar sind.</p>
<p>Doch in beiden Fällen fand die Exekutive einen Ausweg. Der Senat beugte sich dem anhaltenden Druck des Weißen Hauses und veränderte den Wortlaut des Detainee Treatment Act derart, dass dieser nicht nur wirkungslos bleibt, sondern sogar auf eine Legalisierung von Folter hinausläuft: Künftig können Aussagen, die unter dem Einsatz von Folter erlangt wurden, vor Gericht in den USA verwertet werden. <strong>1</strong> Und im Dezember 2006 wurde mit dem Military Commissions Act die gesetzliche Grundlage geschaffen, die so genannten »illegalen Kombattanten« von Militärgerichten aburteilen zu lassen. Dieses Gesetz werde »illegale Handlungen legalisieren «, wie es die New York Times formulierte, und damit eindeutig »die verfassungsmäßige Gewalten &#8211; teilung aushöhlen«. <strong>2</strong> </p>
<p>Ende 2005, kurz nach Verabschiedung des Detainee Treatment Act, betonte Präsident Bush erneut, dass ihm seine Macht als Oberkommandierender und Chef der »einheitlichen Exekutivgewalt« <strong>3</strong> den Spielraum lasse, »alles zu tun, was zur Verteidigung Amerikas erforderlich ist«. Der demokratische Senator Edward Kennedy kommentierte diese Zumutung mit dem Vorwurf: »Die Exekutive maßt sich das Recht an, Foltermaßnahmen zu autorisieren, ohne eine richterliche Überprüfung befürchten zu müssen – und zwar ungeachtet der geschriebenen Gesetze des Landes und der Beschlüsse des Kongresses.« <strong>4</strong></p>
<p>Der Wille zur Macht, der in solchen Initiativen deutlich wird, war bereits vor dem 11. September 2001 entwickelt. »Auch ohne diese Angriffe«, schreibt der Politologe Christopher S. Kelley, »hätte die Bush-Regierung bei jeder sich bietenden Gelegenheit unilateral agiert, um die Grenzen der Macht des Präsidenten immer mehr auszuweiten.« <strong>5</strong> Doch nach den Attentaten vom 11. September ist der Präsident zu einer Art amerikanischem Cäsar geworden. Und bei der allgemeinen Mobilisierung der nationalen Gefühle brachte kaum jemand den Mut auf, sich gegen die herrschende Meinung zu stellen.</p>
<p>Damit waren die innenpolitischen Kontrollmechanismen beseitigt, die in einer demokratischen Gesellschaft normalerweise die willkürliche Anwendung staatlicher Zwangsgewalt beschränken oder verhindern. Ganz deutlich wurde dies im Fall der Memoranden zum Problem der Folter, die 2002 vom damaligen Präsidentenberater Alberto Gonzales verfasst worden waren. Darin behauptete der spätere Justizminister, die Verfassung verleihe dem Präsidenten die Macht, in Kriegszeiten alle Maßnahmen zu ergreifen, die zur Wahrnehmung seiner Pflichten als militärischer Oberbefehlshaber nötig seien. Er könne sich dabei auch über das internationale Recht hinwegsetzen. »Nach dieser Logik«, schreibt der Jurist David Cole, »wäre der Präsident durch die Verfassung auch ermächtigt, einen Völkermord anzuordnen.« <strong>6</strong></p>
<p>Damit werden die Grundprinzipien des klassischen Liberalismus verworfen: die Gewaltenteilung sowie jene verfassungsrechtlichen Schutzbestimmungen, die den einzelnen Staatsbürger vor willkürlicher Gewaltausübung des Staates schützen. Dieses zweite Prinzip wird, wie schon Montesquieu, Locke und andere frühe Demokratietheoretiker geltend gemacht haben, durch das erste Prinzip gewährleistet. Denn die Gewaltenteilung beschränkt den Herrscher, ob konstitutioneller Monarch oder gewählte Exekutive, in seiner Souveränität, was die »Ruhe« (Montesquieu), das heißt die politische Freiheit des Individuums gewährleistet.</p>
<p>Theoretisch werden diese verfassungsmäßig definierten Barrieren gegen Absolutismus oder Diktatur mittels institutionalisierter Normen wirksam, von denen der Herrscher nur unter außergewöhnlichen Umständen und dann nur für einen genau begrenzten Zeitraum abweichen kann. In zeitlich begrenzten Ausnahmesituationen oder unter dem Druck der »Notwendigkeit« – wie sie etwa ein Krieg darstellt – können die Regierungen demokratischer Staaten womöglich einzelne Gesetzesbestimmungen außer Kraft setzen, aber niemals die verfassungsmäßige Ordnung selbst. Nach der liberalen Theorie ist der Ausnahmezustand (nach Locke eine »Prärogative« der Regierenden) ebendies: eine Ausnahme zu dem einzigen Zweck, die Norm, also die Verfassungsordnung zu retten. Bei einem permanenten Ausnahmezustand hingegen wird die Ausnahme zur Norm.</p>
<p>In den 1920er- und 1930er-Jahren entwickelte der reaktionäre politische Theoretiker Carl Schmitt eine systematische Theorie über Ausnahmezustand und Notstandsregierung. In seinen frühen Schriften unterschied er zwischen der »kommissarischen« und der »souveränen « Diktatur, wobei die Erste noch in der bestehenden Rechtsordnung verankert ist und der Erhaltung der verfassungsmäßigen Ordnung dienen soll, wohingegen die »souveräne Diktatur« diese Ordnung zerstört. In seinen wichtigsten Schriften Politische Theologie (1922) und Der Begriff des Politischen (1932) optiert Schmitt für die »souveräne Diktatur«. Seine Theorie liefert damit »logisch zu Ende gedacht« die »Grundlage für eine autoritäre ausnahmslose Ausnahme«. <strong>7</strong> Nach Schmitt findet der Staat sein eigentliches Wesen nur im Ausnahmezustand. Nur dann vermag der Staat die Gesellschaft zu<br />
transzendieren und eine Sphäre diktatorischer Autonomie zu etablieren.</p>
<p>Wenn sich der Staat auf diese Weise einmal das Monopol auf politisches Handeln und Entscheiden gesichert hat, verfügt er über unbegrenzte Befugnisse, von denen die allerwichtigste die Macht ist, die »bestehende Rechtsordnung« zu übergehen oder zu vernichten. In dieser Theorie wird der Krieg, als die reinste Form des Ausnahmezustands, zur ontologischen Begründung des Staates. Heute vollzieht sich der Abbau der verfassungsmäßigen Ordnung im Kontext eines »Krieges«, den die Exekutive der USA von Beginn an als ein Geschehen darstellte, das räumlich und zeitlich nicht begrenzt ist. Im Rahmen der »Nationalen Sicherheitsstrategie« der USA von 2002 wird die »Verwundbarkeitdurch den Terrorismus« quasi als ein neuer existenzieller Zustand (<em>a new condition of life</em>) beschrieben. <strong>8</strong></p>
<p>Damit ist der permanente Kriegszustand zu Beginn des 21. Jahrhunderts nachgerade zum neuen <em>American Way of Life</em> geworden. In einem Grundsatzdokument von 2006 bezeichnet das Pentagon den »langen Krieg«, den die USA führen, als einen Kampf, den man »in Dutzenden von Ländern gleichzeitig und über viele weitere Jahre« führen müsse. <strong>9</strong> Und auch die »Nationale Sicherheitsstrategie« von 2006, in der die Kernelemente der Strategie von 2002 inklusive der Präventivkriegsdoktrin bestätigt werden, geht davon aus, dass sich die USA am Beginn »eines langen Kampfs« befinden, der große Ähnlichkeit mit dem früheren Kalten Krieg aufweise. <strong>10</strong></p>
<p>Die erfolgreiche Praxis einer rechtlich nicht mehr gebundenen Staatsmacht droht sich zu einer »rechtlosen Zukunft« zu entwickeln, die durch die »willkürlichen Entscheidungen einer Gruppe designierter Oberherrscher« bestimmt wird, wie es die Rechtsphilosophin Judith Butler formuliert. <strong>11</strong> Ein solcher Souverän erlangt unbegrenzte Herrschaftsgewalt, indem er Ängste schürt und nationalistische Gefühle mobilisiert oder tief sitzende rassische und ethnisch-religiöse Vorurteile anspricht. Die Operationen einer kleinen terroristischen Organisation ohne territoriale Basis wurden nicht als die konkrete, aber begrenzte Gefahr dargestellt, die sie in Wirklichkeit sind, sondern als eine globale totalitäre Bedrohung, vergleichbar der Bedrohung durch Nazideutschland. So behauptete Bush im Oktober 2005, die Extremisten wollten ein »radikalislamisches Imperium von Spanien bis Indonesien« errichten. Kurz danach erklärte Stephen Hadley, der Nationale Sicherheitsberater des Präsidenten, vor dem Council on Foreign Relations in New York, al-Qaida wolle »die muslimischen Massen hinter sich bringen, die gemäßigten Regierungen der Region stürzen und das islamische Kalifat wiederbegründen«.</p>
<p>Diese groteske Überzeichnung der Macht von al-Qaida wie auch die ominösen Sprüche aus dem Weißen Haus, die im Gefolge des 11. September vor einem »Atompilz« warnten, könnte man als absurd abtun, wenn sie nicht dazu dienten, die autoritären Ziele des Staates zu verbergen. Denn sie sind darauf angelegt, tief sitzende Hassgefühle zu schüren, indem sie die vielfältigen Kulturen des Islam als homogene Einheit darstellen und auf eine einzige barbarische Masse reduzieren, die »unserer« Kultur fremd und feindlich sei. Das aber ist ein gefährliches Spiel: Der so genannte Clash of Civilizations droht zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung zu werden.</p>
<p>Nicht viel besser sieht übrigens die ideologische Landschaft in Europa aus. Hier äußert sich der Rassismus als verbreitetes Misstrauen gegen unterschiedliche Einwanderergruppen. In Frankreich zum Beispiel wurden die aufstandsähnlichen Unruhen in den Vorstädten, die aus vielen Jahren gesellschaftlicher Diskriminierung und institutionell abgesicherter Ausgrenzung resultieren, häufig einfach als ethno-religiös motivierte Attacken auf die »nationale Identität« gewertet und verurteilt. <strong>12</strong> Die Regierung in Paris reagierte auf die Ausschreitungen mit einem nächtlichen Ausgehverbot und dem Rückgriff auf ein seit der Kolonialepoche nicht mehr angewandtes Ausnahmerecht.</p>
<p>Aber nicht nur in Frankreich fusionieren autoritäres Denken und koloniale Mentalität in den Köpfen derer, die ein Ausnahmerecht befürworten und praktizieren. Die offizielle Begründung solcher Maßnahmen stützt sich auf die Annahme, dass wir einen autoritären Staat brauchen, um uns vor den Barbaren zu schützen. Unverblümter formuliert: Um zu überleben, müssen wir unsere Freiheiten aufgeben.</p>
<p><em>Aus dem Englischen von Niels Kadritzke.</em></p>
<p><strong>1</strong> Siehe Alfred McCoy, »Why the McCain Torture Ban Won’t Work. The Bush Legacy of Legalized Torture«, in: <a href="www.tomdispatch.com/index.mhtml?pid=57336">TomDispatch, 8. Februar 2006</a>.<br />
<strong>2</strong> »The Bush agenda comes into focus«, <a href="www.iht.com/articles/2006/07/16/opinion/edbush.php">Leitartikel der New York Times vom 16. Juli 2006</a>.<br />
<strong>3</strong> Dieser Ausdruck bezieht sich auf eine rechtliche Doktrin, die den absoluten Vorrang der Exekutive über die Legislative und die Jurisdiktion behauptet.<br />
<strong>4</strong> Zitiert nach McCoy (Anm. 1).<br />
<strong>5</strong> Christopher S. Kelley, »Rethinking Presidential Power: The Unitary Executive and the George W. Bush Presidency«, Paper für die 63. Jahreskonferenz der Midwest Political Science Association, 7. bis 10. April 2005, Chicago.<br />
<strong>6</strong> David Cole, »What Bush Wants to Hear«, in: The New York Review of Books, 17. November 2005.<br />
<strong>7</strong> Oren Gross, »The Normless and Exceptionless Exception: Carl Schmitt’s Theory of<br />
Emergency Powers and the ›Norm Exception‹ Dichotomy«, in: Cardozo Law Review, Jg. 21 (New York) 2000.<br />
<strong>8</strong> National Security Strategy 2000, auf der <a href="http://www.whitehouse.gov">Website des Weißen Hauses</a>:<br />
<strong>9</strong> Quadrennial Defence Review Report (QDR), Department of Defence, Washington,<br />
2006.<br />
<strong>10</strong> National Security Strategy, White House, März 2006.<br />
<strong>11</strong> Judith Butler, Precarious Life. The Powers of Mourning and Violence, London (Verso) 2004.<br />
<strong>12</strong> Siehe Laurent Bonelli, »Wo Schaden nicht klug macht«, Le Monde diplomatique,<br />
Dezember 2005.</p>
<p><em>Erstmals erschienen in Le Monde diplomatique vom September 2006.</em></p>
<blockquote><p><em>Anmerkung: Das ist <a href="http://zurpolitik.com/?cat=183">einer von drei Artikeln</a> aus <a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/.edition/edition">Edition LE MONDE diplomatique No. 3: Die USA. Das vermessene Imperium</a> (Berlin 2008 &#8211; 8,50€), die mit freundlicher Genehmigung des verlegenden taz-Verlags auf ZurPolitik.com erscheinen.</em></p></blockquote>
<p><em>Fotocredits: <a href="http://flickr.com/photos/pingnews/241630320/sizes/l/">pingnews.com/NASA</a></em></p>
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		<title>Die Lebensmittelkrise: Perversion der Verteilung</title>
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		<pubDate>Sat, 10 May 2008 14:42:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dieses Bild zeigt in voller Größe 30.000 Bananen am Trafalgar Square in London. Und folgender Kommentar wurde bei Flickr dazu geschrieben.

Impressive collection of bananas. I wonder if they all get sold. (<a href="http://flickr.com/photos/pickard/13307582/">dpr @ flick</a>)
Werden sie nicht,&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.zurpolitik.com/wp-content/uploads/banana.jpg" alt="" title="Bananen am Trafalgar Square (Fotocredits: armcurl)"/></p>
<p>Dieses Bild zeigt in voller Größe 30.000 Bananen am Trafalgar Square in London. Und folgender Kommentar wurde bei Flickr dazu geschrieben.</p>
<blockquote><p>
Impressive collection of bananas. I wonder if they all get sold. (<a href="http://flickr.com/photos/pickard/13307582/">dpr @ flick</a>)</p></blockquote>
<p>Werden sie nicht, lieber dpr.<span id="more-597"></span></p>
<blockquote><p>But every day, Britain throws away 220,000 loaves of bread, 1.6m bananas, 550,000 chickens, 5.1m potatoes, 660,000 eggs, 1.2m sausages and 1.3m yoghurts (<a href="http://www.independent.co.uk/life-style/food-and-drink/news/what-a-waste-britain-throws-away-16310bn-of-food-every-year-822809.html">The Independent, 8. Mai 2008</a>) </p></blockquote>
<p>Böse Briten? Vielleicht! Aber im Rest der westlichen Welt sieht es wohl nicht wirklich anders aus.</p>
<blockquote><p>In Wien wird täglich jene Menge an Brot als Retourware vernichtet, mit der die zweitgrößte Stadt Österreichs – Graz – versorgt werden kann. (<a href="http://www.bpb.de/files/UL7PPX.pdf">We Feed the World</a>, <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000HWZ9J8/303-1177794-7257011?ie=UTF8&#038;tag=rebellat-21&#038;linkCode=xm2&#038;camp=1638&#038;creativeASIN=B000HWZ9J8">öst. Dokumentarfilm, 2006</a>)</p></blockquote>
<p>Böse Konsumenten? Vielleicht! Aber wieso gibt es eigentlich bis 8 Uhr abends noch frisches Brot im Supermarkt das keiner mehr kaufen kann? Und wieso gibt es viele Waren nur in Familienpackungen zu kaufen, während große Bevölkerungsteile alleine oder zu zweit leben?</p>
<blockquote><p>100.000 Menschen sterben täglich am Hunger oder seinen unmittelbaren Folgen. 854 Millionen Menschen waren 2007 permanent schwerstens unterernährt. (<a href="http://derstandard.at/?id=3332518">Jean Ziegler, derStandard.at</a>)</p></blockquote>
<p>Böser Bioethanol/Biodiesel, wie Ziegler sagt? Vielleicht! Aber hat das obenstehende, das was wir alle beeinflussen könn(t)en, nicht noch dramatischere Auswirkungen? </p>
<p>Kann die Wegwerfgesellschaft es sich moralisch erlauben, weiter zu existieren?</p>
<p>Und wieso ist es eigentlich möglich, Spekulationsgeschäfte auf Nahrungsmittel zu machen? Gleicht das nicht manchmal einem bewusst in Kauf genommenen Massenmord? </p>
<p>Müsste man Hedgefonds und ihre Manager nicht zur Verantwortung ziehen, die auf dem Buckel von Menschenleben Geschäfte und Profite machen? Müsste man die Verantwortlichen nicht mit einem nassen Fetzen durch Mali jagen?</p>
<p>Und wie viele Fragen würden euch und mir zu diesem Thema eigentlich noch einfallen, auf die es für vernünftige Menschen eigentlich nur eine einzige, ganz einfache Antwort geben würde?</p>
<p>Wo ist eigentlich das Problem? Um von den schwierigeren Fragen gar nicht erst sprechen zu müssen: Ist das System zu brutal und krank um die einfachen Antworten zu geben? Oder werden die Fragen einfach nur nicht gestellt? </p>
<p><img src="http://www.zurpolitik.com/wp-content/uploads/banana_child.jpg" alt="" title="Bananenkind (Fotocredits: phitar)" width="500" height="146" class="alignnone size-full wp-image-599" /></p>
<p><em>Fotocredits: a &#8211; <a href="http://flickr.com/photos/pickard/13307582/">armcurl</a>, b -<a href="http://flickr.com/photos/phitar/2110659824/">phitar</a></em></p>
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		<title>Verstehen wir uns &#8211; Der Atlas der Globalisierung</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Apr 2008 19:43:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Aufklärung ist Ärgernis, wer die Welt erhellt, macht ihren Dreck deutlicher. &#8211; (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karlheinz_Deschner">Karlheinz Deschner</a>)
Wäre Werbung <a href="http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&#038;Wort_id=26766856">defätistisch</a>, würde dieser Spruch den <a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/.atlas3">Atlas der Globalisierung</a> bewerben. Der &#8220;Faden im Labyrinth der Welt&#8221; soll dieser sein, schreibt im&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://www.zurpolitik.com/wp-content/uploads/atlas.jpg' alt='Ausschnitt aus dem Le Monde Diplomatique Atlas der Globalisierung' /></p>
<blockquote><p>Aufklärung ist Ärgernis, wer die Welt erhellt, macht ihren Dreck deutlicher. &#8211; (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karlheinz_Deschner">Karlheinz Deschner</a>)</p></blockquote>
<p>Wäre Werbung <a href="http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&#038;Wort_id=26766856">defätistisch</a>, würde dieser Spruch den <a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/.atlas3">Atlas der Globalisierung</a> bewerben. Der &#8220;Faden im Labyrinth der Welt&#8221; soll dieser sein, schreibt im Vorwort Ignacio Ramonet &#8211; Herausgeber der <a href="http://www.monde-diplomatique.de/">Le Monde Diplomatique</a>. Die Autoren des kritischen Machwerks nähern sich der Globalisierung aber nicht als prinzipielle Gegner, sondern als Verbesserer. Der ehemalige deutsche Umweltminister Klaus Töpfer (CDU) bringt das als Gastauror auf den Punkt: &#8220;Nicht die Globalisierung ist zu bekämpfen, sondern alle Bestrebungen und Mechanismen, die im Prozess der Globalisierung die Gräben zwischen Arm und Reich weiter vertiefen.&#8221; Das ist ein Statement das ich unterschreiben kann. <span id="more-576"></span></p>
<p>Fünf Kapitel auf weit über zweihundert Seiten erklären viele Probleme dieser Welt mit Karten, veranschaulichten Statistiken und aufwändig recherchierten Texten. Ein und dasselbe Buch vermittelt oft überraschendes Wissen über das Medienimperium des Rupert Murdoch, das Schmelzen der Polkappen und den weltweiten Status der Gewerkschaftsrechte. Da wird der &#8220;erfundene Kulturkampf&#8221; argumentativ vorgeführt wie ein Ammenmärchen, werden die verlogenen Versprechen der Gentechnik-Konzerne entblöst und der Irakkrieg &#8211; das &#8220;Desaster der USA&#8221; von der &#8220;Diktatur zur Besetzung&#8221; &#8211; illustriert. Manchmal wird man über die Texte streiten wollen &#8211; hoffentlich, denn sie enthalten nicht immer die einzig wahre Wahrheit. Aber sie sind ehrlich, fundiert und bewusst provokant, etwas das mancher in vielen Medien heutzutage vermisst.</p>
<p>&#8220;Wer in diesem Atlas liest, läuft Gefahr, von lämender Verzweiflung erfasst zu werden&#8221;, meint Mark Hertsgaard in einem Artikel. Es stimmt, das Vermittelte klingt selten schön. Und wer glaubt, immer gut schlafen zu können, wenn er sich den Atlas zur Bettlektüre legt, der irrt. Er ist aufwühlend. Aber jede einzelne Sekunde der Verzweiflung, Verwunderung und Wut ist enorm viel wert, weil sie zu einer aufgeklärteren Welt beiträgt. Diese Emotionen aber auch der sachliche Hintergrund können motivieren, sich und sein Einflussgebiet zu ändern. Und schließlich kann man nur Probleme lösen, die man kennt. Man kann nur dann qualifiziert an der Politik teilhaben, wenn man weiß, wie alles zusammenhängt. Und genau dafür möchte ich den Atlas jedem ans Herz legen, der auch nur das entfernteste Interesse an der Welt hat. Jedem, der sich nicht schon feige und &#8220;unpolitisch&#8221; in seinen vermeintlich immerwährenden Wohlstand gekuschelt hat und meint, ihn ginge das alles nichts an. Jedem, der sich als Weltbürger sieht oder irgendwann sehen will.</p>
<p>Es mag nichts Beruhigenderes als freiwilliges Unwissen geben, es gibt aber auch nichts Dümmeres.</p>
<blockquote><p>Ach, die Welt ist so geräumig,<br />
Und der Kopf ist so beschränkt<br />
(Willhelm Busch)</p></blockquote>
<p>Der Atlas der Globalisierung ist auf der <a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/.atlas3">Webseite von Le Monde Diplomatique</a> aber auch im Handel erhältlich. <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3937683135/303-1177794-7257011?ie=UTF8&#038;tag=rebellat-21&#038;linkCode=xm2&#038;camp=1638&#038;creativeASIN=3937683135">Gebunden und mit allen Karten auf CD</a> (praktisch für Referate) kostet er 25 Euro, <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3937683070/303-1177794-7257011?ie=UTF8&#038;tag=rebellat-21&#038;linkCode=xm2&#038;camp=1638&#038;creativeASIN=3937683070">broschiert und ohne CD</a> nur 12. Dieselbe Rezension mit fokussierterem Schwerpunkt hätte ich über den Atlas der Globalisierung Spezial: Klima schreiben können, der um 10 Euro ebenfalls vor kurzem veröffentlicht wurde. Le Monde Diplomatique würde ich euch auch empfehlen. Die deutsche Ausgabe erscheint monatlich im TAZ-Verlag und zählt mich zu ihren einigermaßen regelmäßigen Lesern.</p>
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		<title>Bei der serbischen Anti-Kosovo-Demo in Wien (mit Fotos und Ausschreitungen)</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2008/02/24/ausschreitungen-nach-serbischer-anti-kosovo-demo-in-wien-mit-fotos/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 Feb 2008 18:55:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erlebnis]]></category>
		<category><![CDATA[International]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute Mittag machte ich mich auf zum Heldenplatz um Fotos von einer Demonstration von Serben gegen die Unabhängigkeit des Kosovo zu machen. Als wir ankamen schlug es gerade 13 Uhr, der offizielle Beginn der Veranstaltung. Aus den Boxen tönte serbische&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute Mittag machte ich mich auf zum Heldenplatz um Fotos von einer Demonstration von Serben gegen die Unabhängigkeit des Kosovo zu machen. Als wir ankamen schlug es gerade 13 Uhr, der offizielle Beginn der Veranstaltung. Aus den Boxen tönte serbische Musik, tausende Menschen waren bereits da und dutzende weiß-blau-rote Fahnen flatterten im lauen Lüftchen. 5.000 Demonstranten sollen angeblich dagewesen sein, wir hätten 10.000 geschätzt. Es waren nicht nur gebürtige Serben, sondern auch Österreicher da. Eine Frau fragte an der Straßenbahn-Haltestelle, was hier los sei. Eine ältere Frau mit dunkler Brille und Gehstock antwortete im typischen Wiener Dialekt: &#8220;Wir demonstrieren für Gerechtigkeit auf der Welt&#8221;.<span id="more-532"></span> </p>
<p>Das Wetter war heute in Wien erstmals in diesem Jahr Kurzärmeligkeits-tauglich. Mein Begleiter und Ebenfalls-Fotograf M. und ich schossen die ersten Fotos und verloren uns dann auch schnell in der Menge. Ich versuchte aus allen erreichbaren Perspektiven Bilder vom Geschehen zu machen, gute Motive gab es aber wenige. Bei den brennenden Fahnen der USA und Großbritanniens war ich leider gerade etwas zu weit weg. Abseits des Getümmels, dort hinten vor der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Burg">Neuen Burg</a>, wo ein orthodoxer Priester während seiner Gottesdienst-ähnlichen Rede manchmal deutete, spielten Kinder Fußball. Sie wurden zwar von den Eltern zur Kundgebung gezerrt, schienen sich ansonsten aber natürlich nicht besonders für diese Politik zu interessieren. Irgendwie fragt man sich, wie die Kleinsten in unserer Gesellschaft sich jemals vom Nationalismus erholen können sollen, wenn sie ihn schon so früh eingetrichtert bekommen. Andererseits hat sich die Jugend schon von ganz anderen Unsitten ihrer Vorfahren losgesagt.</p>
<p>Viele Plakate verstand ich nicht, nur etwa die Hälfte waren in deutscher Sprache verfasst. Auch die meisten Reden waren serbisch. &#8220;Srpska&#8221; war das Signalwort. Immer wenn es ausgesprochen wurde, gab es Jubel. Nationalismus ist mir schon seit langer Zeit sehr suspekt. Ich werde das weder in US-Wahlkampfreden noch auf serbischen Kundgebungen in Wien jemals verstehen &#8211; schon gar nicht gut finden &#8211; wie man einer konstruierten Identiät so viel Bedeutung zumessen kann. Irgendjemand hat dann auch auf deutsch gesprochen &#8211; es wurden auch Stellungnahmen von Strache und Handke vorgelesen. Da hatte ich M. bereits wieder gefunden und erfahren, dass er sich bei der Motivsuche auch nicht leichter getan hat. Dann hat es uns gereicht. Es wurde langweilig. Wir erkundigten uns bei Polizisten, ob hier noch etwas größeres geplant sei. Nein, sagte man uns, die Demo würde hier am Heldenplatz bleiben. </p>
<p>Wir gingen nach Hause, tranken auf dem Weg noch einen Frappucino. Es war nun zwischen drei und vier Uhr. Im Pub bei uns ums Eck stieg eine Party von Kosovo-Albanern. Da wurden genau jene Fahnen angehimmelt, die nur einen knappen Kilometer weiter verbrannten. NATO, EU, USA. Wir überlegten kurz, hinein zu gehen, beschlossen dann aber, die Leute auch in Ruhe zu lassen. Immerhin war der Rahmen hier privat.</p>
<p>Daheim spielte ich die Bilder auf meinen Rechner, zeigte sie den interessierten WG-Mitbewohnern. &#8220;Serbien oder Tod&#8221; stand auf manchen Plakaten, übersetzte mir D., ein bosnischer Serbe aus der Republika Srpska. Plötzlich Lärm von draußen. Ich schnappte die Kamera, sprang im 7. Stock beim Fenster hinaus (keine Sorge, da war noch ein Vorsprung). Ein Hubschrauber kreiste über uns. Unten vor dem Pub standen etwa fünfzehn bis zwanzig Polizisten in schwerer Montur und hielten Leute die von der Demo kamen davon ab, mit den Kosovo-Albanern aus dem Lokal aneinander zu krachen. Ich knippste Bilder davon. Die waren auch ganz super, glaube ich. Ich hatte aber clevererweise keine Speicherkarte eingelegt , wie ich später bemerkte. Die steckte noch im Kartenlesegerät am Computer (arghs). </p>
<p>Die Demonstranten, so laß ich später <a href="http://derstandard.at/?id=3238182">beim Standard</a>, hatten dann versucht die amerikanische Botschaft zu erreichen, die auch keine hundert Meter weit weg und schon das Ziel <a href="http://www.zurpolitik.com/?p=452">einer türkischen Demo vor einigen Monaten</a> war. Die Polizei konnte sie aber davon abhalten. Aber es gab verletzte. Die Demo-Organisatoren haben sich bereits davon distanziert und sich entschuldigt. Im ganzen Wien klangen in den nächsten Stunden die Polizei-Sirenen. Immer wieder zogen kleine Gruppen mit serbischen Fahnen an uns vorbei &#8211; manche hatten auch jugoslawische. &#8220;Sollte man auch abfackeln&#8221;, sagte D.. &#8220;Warum ist die Abspaltung des Kosovo für Serben eigentlich so schwer zu verkraften?&#8221;, fragte ich. Weil es das Gebiet sei, auf dem der erste serbische Staat einst gegründet wurde. Und natürlich wegen der Amselfeld-Schlacht-Dings-Sache. So versuchte er es mir zumindest zu erklären.</p>
<p>Bilder hatte ich auch versprochen. Hier bitte (alternativ mit einigen Untertiteln <a href="http://flickr.com/photos/16463131@N07/sets/72157603974829686/">auch hier</a>):</p>
<p><iframe align=center src=http://www.flickr.com/slideShow/index.gne?user_id=16463131@N07&#038;tags=Kosovo frameBorder=0 width=450 scrolling=no height=450></iframe></p>
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		<title>Die Grünen wollen den Rückzug aus dem Tschad</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2008/02/03/die-grunen-wollen-den-ruckzug-aus-dem-tschad/</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Feb 2008 15:14:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Die verantwortungslose Vorgangsweise des Verteidigungsministers hat ungenügend vorbereitete österreichische Soldaten bereits bei ihrer Ankunft in höchste Gefahr gebracht. Es wäre verantwortungslos jetzt noch weitere Angehörige des Heeres in das Abenteuer im Tschad zu schicken&#8221;, sagte <a href="http://peterpilz.at/">Peter Pilz</a> gegenüber der&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Die verantwortungslose Vorgangsweise des Verteidigungsministers hat ungenügend vorbereitete österreichische Soldaten bereits bei ihrer Ankunft in höchste Gefahr gebracht. Es wäre verantwortungslos jetzt noch weitere Angehörige des Heeres in das Abenteuer im Tschad zu schicken&#8221;, sagte <a href="http://peterpilz.at/">Peter Pilz</a> gegenüber der APA. Er <a href="http://derstandard.at/?id=3209110">will die österreichischen Soldaten zurückholen</a>, die diese Woche nach Afrika gestartet sind, und zeigt damit ein sicherheitspolitisches Dilemma der Grünen auf, auf das die Partei im Fall einer Regierungsbeteiligung eine befriedigende Antwort braucht.<span id="more-523"></span></p>
<p>Im <a href="http://www.gruene.at/uploads/media/grundsatzprogramm2001_03.pdf">Grundsatzprogramm der Grünen</a> stehen folgende Zeilen:</p>
<blockquote><p>Entwicklungspolitische Kritierien wie z.B. Armuts-bekämpfung, Entschuldung und Konfliktprävention sollten für die Außenpolitik generell bestimmend sein.<br />
&#8230;<br />
Die Grünen bekennen sich zu einer aktiven Politik des Schutzes der Menschenrechte und der Grundfreiheiten.<br />
&#8230;<br />
Eine völkerrechtskonforme Außenpolitik und die Anerkennung des Gewaltmonopols der UNO zur Krisen- und Konfliktbewältigung ist hingegen ein zentrales Anliegen der Europapolitik der Grünen.</p></blockquote>
<p>Gleichzeitig sollen die Prinzipien des politischen Handelns aber &#8220;gewaltfrei&#8221; sein und zur Einstellung gegenüber humanitären Rettungen findet man nichts.</p>
<p>Die Grünen betonen in Österreich (in Deutschland haben sie ihre Feuertaufe mit dem Kosovo- und Afghanistan-Einsatz fürs Erste hinter sich), dass mehr dafür getan werden muss, Konflikte zu verhindern und geben dafür auch befriedigende Vorschläge. Wenn ein Konflikt allerdings ausbricht, herrscht Ratlosigkeit, was wohl damit zusammenhängt, dass man sich ab diesem Punkt keinem strikten Pazifismus mehr erlauben kann und auch die &#8220;<a href="http://www.zurpolitik.com/?p=403#more-403">aktive Neutralität</a>&#8221; neu interpretieren muss.</p>
<p>Denn in einer neuen Sicherheitspolitik, die global begriffen werden sollte, ist dieses Konzept der kollektiven Sicherheit, aus der auch eine Verantwortung zum Schutz von Menschen (&#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Responsibility_to_protect">Responsibility to Protect</a>&#8220;) hervorgeht, eng mit militärischen Eingriffen verbunden. Wenn, wie im Tschad, Menschen leiden, ist die Prävention gescheitert. Dann müssen Einsätze wie jener der EU im <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25505/1.html">Tschad</a> her (der im Übrigen voll und ganz dem Gewaltmonopol der UNO entspricht). Kaum ist dieser Fall eingetreten, kommt aus den Reihen der Grünen die Forderung, sich aus dem Konflikt herauszuhalten. Das ist ein leicht zu erklärender, allerdings unbefriedigender Reflex. Insbesondere von den Grünen, die ansonsten als Oppositionspartei auf Populismus verzichten.</p>
<p>Das Heer sei nicht gut genug vorbereitet, meint Pilz in diesem Zusammenhang. Wirkt auf mich wie ein vorgeschobener Grund.<br />
Wenn das Heer nicht mehr abgeschafft werden soll (das hat Alecander Van der Bellen vor nicht allzu langer Zeit ja mit den Worten &#8220;Meine naiv-pazifistische Vergangenheit liegt schon lange zurück&#8221; <a href="http://derstandard.at/?id=3143487">einmal mehr ausgeschlossen</a>), dann muss es eingesetzt werden. Dann muss es diese Verantwortung übernehmen. Dann gibt es kein &#8220;ist nicht vorbereitet&#8221;. Dann muss das Risiko das ein Soldat mit seinem Beruf auf sich nimmt auch eingegangen werden. Dann gibt es kein Schwanz einziehen, weil irgendwo geschossen wird. Es gibt dann dort nämlich Leute, die sehr viel weniger vorbereitet und sehr viel schutzloser sind, als das österreichische Bundesheer. Und die sehr viel weniger dafür gezahlt bekommen und die sehr viel weniger freiwillig mittendrin sind. </p>
<p>Wenn das Heer nicht die Mittel und Fähigkeiten dafür hat, um 160 Soldaten im Rahmen eines EU-Einsatzes mit UNO-Mandat in den Tschad zu schicken, dann werden sich Peter Pilz und seine Partei auch für eine Aufstockung des Budgets einsetzen müssen (jaja, der Eurofighter ist jetzt gegessen &#8211; abseits davon müssen Gelder lukriert werden). Ich denke ja nicht, dass das wirklich nötig ist. </p>
<p>Wenn die Grünen sich zu Auslandseinsätzen für humanitäre Rettungen bekennen, wie ich als jemand der sie zuletzt gewählt hat hoffe, dann sollten sie auf diesen Hickhack um politisches Kleingeld verzichten. Im Tschad sterben Menschen. </p>
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		<title>Russland und die Europäische Union – Eine Interdependenzanalyse (Seminararbeit für Politikwissenschaft)</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2007/12/21/russland-und-die-europaische-union-%e2%80%93-eine-interdependenzanalyse-eine-seminararbeit-fur-politikwissenschaft/</link>
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		<pubDate>Fri, 21 Dec 2007 02:05:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Der folgende Text steht <a href='http://www.zurpolitik.com/wp-content/uploads/interdependenz_russland_eu_online.pdf' title='Interdependenzanalyse - Russland &#038; EU'>hier als PDF-Datei</a> zum Download bereit.</em>
<strong><em>Vorwort und Problemdarstellung</em></strong>
Noch nicht ganz zwei Jahrzehnte nach dem Fall der Sowjetunion sp&#252;rt man in der internationalen Politik ein Wiedererstarken ihres Nachfolgestaats Russland.&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der folgende Text steht <a href='http://www.zurpolitik.com/wp-content/uploads/interdependenz_russland_eu_online.pdf' title='Interdependenzanalyse - Russland &#038; EU'>hier als PDF-Datei</a> zum Download bereit.</em></p>
<p><strong><em>Vorwort und Problemdarstellung</em></strong></p>
<p>Noch nicht ganz zwei Jahrzehnte nach dem Fall der Sowjetunion sp&uuml;rt man in der internationalen Politik ein Wiedererstarken ihres Nachfolgestaats Russland. Den Mannen in Moskau wird allgemein ein neues Selbstbewusstsein unterstellt, das sich auf eine starke wirtschaftliche Entwicklung in der jüngsten Vergangenheit und den Besitz großer Ressourcenvorräte stützt. Mit diesem Prozess geht außerdem eine Verschärfung der menschenrechtlichen Lage in Russland einher. Seine Führungselite, allen voran Wladimir Putin, dem großen starken Mann an der Spitze, wird im allgemeinen Diskurs eine zunehmend antidemokratische Gesinnung unterstellt, die von zahlreichen Vorfällen der letzten Jahre unterstrichen wird. Oppositionelle Politiker, unliebsame NGOs und kritische Journalisten sind vor Repressionen und sogar dubiosen Morden ebenso wenig sicher wie reiche Oligarchen, die der Regierung nicht ins Konzept passen. <span id="more-502"></span></p>
<p>Zeitgleich erwarten die Bürger der Europ&auml;ischen Union, dass diese Entwicklungen von ihren Vertretern kritisiert und ihre Auswirkungen wenn m&ouml;glich auch ver&auml;ndert werden. Schon das &Auml;u&szlig;ern von Kritik geschah in der Vergangenheit mitunter allerdings nur &auml;u&szlig;erst zaghaft oder &uuml;berhaupt nicht (man erinnere sich an den &bdquo;Freispruch&ldquo; des deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schr&ouml;der f&uuml;r Putin, den &bdquo;lupenreinen Demokraten&ldquo;). Es bedarf keiner langen Analysen um das zumindest zu einem Gutteil auf eine Abh&auml;ngigkeit vom Handelspartner zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, denn dazu reicht schon der gesunde Hausverstand.</p>
<p>In der vorliegenden Analyse werde ich aber zu erfassen versuchen,  inwiefern die EU und Russland miteinander vernetzt sind, um genauer zu bestimmen, wie das Verh&auml;ltnis der beiden Partner aussieht. Ich werde probieren herauszufinden, wieso die beiden Parteien sich brauchen und wer vielleicht im Vorteil ist. Dazu werde ich auf die Methode einer Interdependenzanalyse zur&uuml;ckgreifen.</p>
<p>Am Ende unternehme ich den Versuch einer kleinen Prognose, wie sich das Verh&auml;ltnis zwischen Russland und der Europ&auml;ischen Union eventuell in Zukunft weiterentwickeln k&ouml;nnte und was das schlussendlich f&uuml;r die beiden Parteien bedeuten wird. Nu so l&auml;sst sich schlussendlich dann auch bestimmen, ob die EU mehr im Bezug auf die Entwicklungen in Russland tun k&ouml;nnte und wenn ja &ndash; was. </p>
<p><strong><em>Die Interdependenztheorie</em></strong></p>
<p>Die Interdependenztheorie ist ein politikwissenschaftliches Analysewerkzeug das ma&szlig;geblich von Robert Keohane und Joseph Nye gepr&auml;gt wurde. Die beiden Autoren von &bdquo;Power and Interdependence&ldquo; (1977) setzten die Interdependenztheorie als erg&auml;nzendes Konzept neben die Realistische Theorie der Internationalen Beziehungen. Sie sehen die Welt in einer zunehmenden Vernetzung durch die Globalisierung. Andere Autoren stimmen ihnen dabei ganz grunds&auml;tzlich auch zu: &bdquo;Die Globalisierung vernetzt immer mehr Subsysteme und Prolemfelder miteinander.&ldquo;<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote1anc" HREF="#sdfootnote1sym"><SUP>1</SUP></A> F&uuml;r Keohane/Nye bedeutet das: Die Interdependenzen wachsen. </p>
<p><strong><em>Was ist Interdependenz?</em></strong></p>
<p>Unter einer Interdependenz versteht man eine wechselseitige Abh&auml;ngigkeit von Staaten. Im Konzept von Keohane und Nye steht im Mittelpunkt, dass diese Abh&auml;ngigkeit bei allen Seiten etwa gleich verteilte &bdquo;Kosten&ldquo; verursachen muss. Dieser Kostenbegriff bezieht sich auf die Handlungsf&auml;higkeit und Souver&auml;nit&auml;t eines Staates. </p>
<p>Eine ideale Interdependenz w&auml;re dann vorhanden wenn, &bdquo;neben den klasischen zwischenstaatlichen Beziehungen [...] transnationale Beziehungen eine wichtige Rolle [spielen]&ldquo;, &bdquo;milit&auml;rische Macht [...] nur eine untergeordnete Bedeutung als Mittel der Politik [besitzt]&ldquo; und es &bdquo;keine vorgegebene Hierarchie in der Rangfolge von Zielen in der internationalen Politik [gibt]&ldquo;.<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote2anc" HREF="#sdfootnote2sym"><SUP>2</SUP></A> Es ist also die &bdquo;Umkehrung&ldquo; der idealtypischen Verh&auml;ltnisse die dem Realismus zugrunde liegen (in sich geschlossene Staaten als einzige dominante Akteure; Macht durch Aus&uuml;bung oder Androhung von Gewalt; &bdquo;klare Hierarchien der Ziele internationaler Politik&ldquo; &#8211; high und low politics).<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote3anc" HREF="#sdfootnote3sym"><SUP>3</SUP></A> Wenn die Weltpolitik von Interdepenz gepr&auml;gt ist, empfehlen Keohane und Nye eine multilaterale, politische Vorgehensweise &#8211; was soviel bedeuten w&uuml;rde wie eine Win-Win-Situation f&uuml;r alle Parteien zu schaffen &#8211; und daf&uuml;r gemeinsam mit anderen Staaten ein internationales Regime herzustellen. So k&ouml;nne die eigene Verwundbarkeit reduziert werden. <A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote4anc" HREF="#sdfootnote4sym"><SUP>4</SUP></A></p>
<p><strong><em>Realismus und Institutionalistische Interdependenz</em></strong></p>
<p>Interdependenztheorien lassen sich, in unterschiedlicher Form, mit den beiden wahrscheinlich wichtigsten Theorien der Internationalen Beziehungen ((Neo)Realismus und (liberaler) Institutionalismus) in Einklang bringen.  </p>
<p>In der Realit&auml;t kann sich bei Interdependenzen ein Asymetrie ergeben, wonach die Kosten f&uuml;r eine Partei h&ouml;her sind als f&uuml;r die andere. Hier n&auml;hert sich die Situation also einem Realistischen Idealzustand an und die einzelnen, egoistischen Akteure werden versuchen, ihren Vorteil zur Machtaus&uuml;bung zu nutzen.</p>
<p>Neorealisten sehen in diesem unterschiedlichen Machtpotential eine Best&auml;tigung daf&uuml;r, dass es in dieser Ungleichheit vielmehr um Abh&auml;ngigkeiten und Nicht-Abh&auml;ngigkeiten gehe, als um Interdependenz.&ldquo;High inequality among like units <I>is</I> low interdepence&ldquo;.<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote5anc" HREF="#sdfootnote5sym"><SUP>5</SUP></A> F&uuml;r sie gibt es also Interdependenzen, sie halten die Situation allerdings durch ihr eigenes bereits skizziertes Modell der &bdquo;relative gains&ldquo; f&uuml;r hinreichend erkl&auml;rt.</p>
<p>Institutionalisten hingegen halten ein internationales Regime f&uuml;r das beste Mittel um die gegens&auml;tzlichen Interessen zugunsten gemeinsamer Ziele aufzul&ouml;sen.<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote6anc" HREF="#sdfootnote6sym"><SUP>6</SUP></A><br />
Ein unilaterales Vorgehen k&ouml;nne in einer solchen Situation erfolgreich sein, dies sei aber unwahrscheinlich.<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote7anc" HREF="#sdfootnote7sym"><SUP>7</SUP></A></p>
<p>Keohane und Nye stellen &bdquo;komplexe Interdependenz&ldquo;, wie der Idealtypus genau genannt wird, nicht als Ersatz sondern als Alternative zum Realismus dar. Sie wollen Politikempfehlungen auf Basis dessen geben, welche Situation gerade eintritt und sprachen sich 1977 &bdquo;angesichts des Verlustes amerikanischer Hegemonie und der Unwirksamkeit von Unilateralismus unter Interdependenzbedingungen f&uuml;r&ldquo; eben eine multilaterale Vorgehensweise (in diesem Fall der USA) aus &ndash; also eine Regimebildung.<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote8anc" HREF="#sdfootnote8sym"><SUP>8</SUP></A></p>
<p><strong><em>Daten, Fakten, Zahlen</em></strong></p>
<p><strong><em>Die Europ&auml;ische Union</em></strong></p>
<p><strong><em>Politisch &amp; Sicherheit</em></strong></p>
<p>Die EU ist ein supranationales Gebilde aus 27 Staaten, die diverse ihrer T&auml;tigkeitsfelder zugunsten einer transnationalen Zusamenarbeit an eine h&ouml;here Ebene abgeben. Die wichtigsten Organe sind unter anderem der Rat der EU, die EU-Kommission, das EU-Parlament, der Europ&auml;ische Gerichtshof. <A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote9anc" HREF="#sdfootnote9sym"><SUP>9</SUP></A> Die Europ&auml;ische Union ist kein Staat, in ihren Mitgliederstaaten leben 493 Millionen Menschen.</p>
<p>Die EU f&uuml;hrt zum Teil eine gemeinsame Au&szlig;enpolitik, die &bdquo;<FONT COLOR="#000000"><I>sich in einer merkw&uuml;rdigen Lage [befindet]: Es werden immer gr&ouml;&szlig;ere Anforderungen an sie gestellt, sie sieht sich vor immer weiter gehenden Erwartungen &#8211; aber eigentlich gibt es sie kaum, oder nur in Ans&auml;tzen. Statt einer integrativen Au&szlig;enpolitik hat sich ein weitgef&auml;chertes au&szlig;enpolitisches Beziehungsgeflecht der EU herausgebildet. Vielleicht ist dessen Struktur den f&ouml;deralen und subsidi&auml;ren Prinzipien der EU angemessen. In Krisenzeiten allerdings, da Europa rasch reagieren und &quot;mit einer Stimme&quot; sprechen muss, um als &quot;Global Player&quot; geh&ouml;rt und ernst genommen zu werden, reicht der bisherige Konsultations- und Abstimmungsmechanismus der Mitgliedsl&auml;nder nicht aus</I>.&ldquo;<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote10anc" HREF="#sdfootnote10sym"><SUP>10</SUP></A></FONT></p>
<p>In den letzten Jahren wurde zwar versucht, die au&szlig;enpolitische Rolle etwa durch eine Personifizierung (im EU-Reformvertrag ist ein &bdquo;Au&szlig;enminister&ldquo; vorgesehen) zu vereinheitlichen, es gibt aber im Allgemeinen dennoch sehr oft keine gemeinsame EU-weite Au&szlig;enpolitik.</p>
<p>Zwar gibt es auch (noch?) kein gemeinsames EU-Heer, viele Mitglieder sind allerdings &uuml;ber die NATO miteinander alliiert. Es ist au&szlig;erdem wahrscheinlich nicht &uuml;bertrieben gewagt zu vermuten, dass die Mitgliedsstaaten sich in einem Angriffsfall zu Hilfe kommen w&uuml;rden &ndash; zudem es eine Beistandspflicht gibt. </p>
<p>Die EU (insbesondere angetrieben von Deutschland) versucht in der Welt als &bdquo;Soft Power&ldquo; zu agieren.<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote11anc" HREF="#sdfootnote11sym"><SUP>11</SUP></A> H&auml;ufig wird die Notwendigket von multilateralen bzw. universellen (etwa im Rahmen der UNO) Vorgehensweisen betont. Zahlreiche Staaten haben allerdings in j&uuml;ngster Vergangenheit auch au&szlig;erhalb dieses Prinzips gehandelt (siehe Kosovo- oder Irak-Krieg). Auch hier vermisst man also noch eine koh&auml;rente gemeinsame Linie.</p>
<p><strong><em>Wirtschaftlich</em></strong><br />
Die EU ist gemessen am Bruttoinlandsprodukt der gr&ouml;&szlig;te Wirtschaftsraum der Welt und basiert auf den Prinzipien des freien Waren-, Dienstleistungs-, Arbeitnehmer- und Kapitalverkehr, die im Begriff sind immer weiter vervollst&auml;ndigt zu werden. Sowohl im Im- als auch im Export finden in den EU-27 fast 20% des Welthandels statt. Gemeinsam mit den USA teilt man sich hier den ersten Platz.<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote12anc" HREF="#sdfootnote12sym"><SUP>12</SUP></A> Ein- und Ausfuhren haben sich in den letzten 8 Jahren beinahe verdoppelt, das Aussenhandelsdefizit von 193 Milliarden Euro hat sich seit 1999 aber sogar verdreifacht.<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote13anc" HREF="#sdfootnote13sym"><SUP>13</SUP></A>Das ist vor allem eine Folge der gro&szlig;en Abh&auml;ngigkeit von Energie bzw. insbesondere &Ouml;l-Importen, die in dieser Zeit teurer wurden.</p>
<p><strong><em>Die Russische F&ouml;deration</em></strong></p>
<p><strong><em>Politisch &amp; Sicherheit</em></strong></p>
<p>Russland ist laut Ausw&auml;rtigem Amt eine Pr&auml;sidialdemokratie mit f&ouml;derativem Staatsaufbau, aber im &bdquo;System Putin&ldquo; sind von Beginn an Tendenzen zu Zentralisierung und &bdquo;gelenkter Demokratie&ldquo; zu erkennen gewesen. Zynisch wird der Staat von Beobachtern deshalb auch &bdquo;Demokratur&ldquo;<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote14anc" HREF="#sdfootnote14sym"><SUP>14</SUP></A> genannt.</p>
<p>Russland wird im Freedom House Index  seit 2005 als &bdquo;nicht freier&ldquo; Staat eingeordnet, davor galt es zumindest als &bdquo;teilweise frei&ldquo;.<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote15anc" HREF="#sdfootnote15sym"><SUP>15</SUP></A> Die politische Entwicklung zeigt also eine antidemokratische Tendenz. Die Menschenrechtssituation in Russland ist insbesondere in Tschetschenien bekannterma&szlig;en dramatisch. </p>
<p>Wichtige Organe des 142 Millionen Einwohner-Landes sind die F&ouml;derationsversammlung (F&ouml;derationsrat und Staatsduma), die Regierung und ihr Vorstehender Premierminister und nat&uuml;rlich der Pr&auml;sident, der praktisch gro&szlig;en Einfluss auf alle Organe hat. Die Parteienlandschaft im Parlament ist nicht ausgepr&auml;gt pluralistisch. Es wird von Putins  und ihr nahestehenden Parteien dominiert. &bdquo;The Parliament now serves as a rubber stamp for Kremlin decisions.&ldquo;<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote16anc" HREF="#sdfootnote16sym"><SUP>16</SUP></A> Die Ausgaben f&uuml;r die Landesverteidigung liegen in Russland bei 2,7% des BIP.<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote17anc" HREF="#sdfootnote17sym"><SUP>17</SUP></A></p>
<p><strong><em>Wirtschaftlich</em></strong></p>
<p>Russland ist der 13.-gr&ouml;&szlig;te Exporteur (Platz 8, wenn man die EU L&auml;nder zusammenfasst) und 20.-gr&ouml;&szlig;te Importeur (bzw. 13.) der Welt und hat ein Aussenhandelsplus von 118,3 Milliarden Dollar.<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote18anc" HREF="#sdfootnote18sym"><SUP>18</SUP></A> Der russische Staat ist dennoch hochverschuldet, fast 100 Millarden Dollar schuldet man allein der EU (mit etwa 65% der Schulden der Hauptschuldner) im Jahr 2003.<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote19anc" HREF="#sdfootnote19sym"><SUP>19</SUP></A> </p>
<p>Die Wirtschaft wuchs zwischen 2001 und 2006 um durchschnittlich 6,2% <A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote20anc" HREF="#sdfootnote20sym"><SUP>20</SUP></A> und soll auch zwischen 2008 und 2012 um durchschnittlich etwa 5% wachsen. &Ouml;l, Treibstoff und Gas machen fast zwei Drittel des Exports aus, der wiederum zum gr&ouml;&szlig;ten Teil in die EU geht. 50% des Imports gehen in den Einkauf von Maschinen, auch beim Import ist die EU der gr&ouml;&szlig;te Handelspartner. Es wird angenommen, dass Russland 2008 in die WTO eintritt.<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote21anc" HREF="#sdfootnote21sym"><SUP>21</SUP></A></p>
<p><strong><em>Die Beziehungen: Wie ist also die aktuelle Lage?</em></strong></p>
<p><strong><em>Politisch &amp; Sicherheit</em></strong></p>
<p>Die beiden Staaten sind in mehreren Organisationen und Institutionen miteinander vertreten. Allen voran ist hier der Europarat (nicht mit Rat der EU und Europ&auml;ischem Rat zu verwechseln, die  EU-Institutionen sind) zu nennen, dem Russland 1996 beigetreten ist. In dessen Satzung steht in Artikel 1: &bdquo;Der Europarat hat die Aufgabe, einen engeren Zusammenschlu&szlig; unter seinen Mitgliedern zu verwirklichen&#8230;&ldquo;.<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote22anc" HREF="#sdfootnote22sym"><SUP>22</SUP></A> Die politischen Ziele (F&ouml;rderung von Menschenrechten, Demokratie, Good Governance und des politischen wie auch interkulturellen Dialogs aber auch St&auml;rkung der Sicherheit) werden in Aktionspl&auml;nen festgelegt. </p>
<p>Der Europarat arbeitet in diversen Sachfragen auch mit der Organisation f&uuml;r Sicherheit und Zussamenarbeit in Europa (OSZE) zusammen, der ebenfalls sowohl die EU-Mitglieder als auch Russland beigetreten sind. Gem&auml;&szlig; Eigenbild ist &bdquo;&#8230;the OSCE [...] the world&#8217;s largest regional security organization, bringing comprehensive and co-operative security to a region that stretches from Vancouver to Vladivostok. It<br />
offers a forum for political negotiations and decision-making in the fields of early warning, conflict prevention, crisis management and post-conflict rehabilitation, and puts the political will of the participating States into practice through its unique network of field missions.&ldquo;<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote23anc" HREF="#sdfootnote23sym"><SUP>23</SUP></A> Rein formell also ein Paradebeispiel einer Insitution im Sinne Koehanes und Nyes.</p>
<p>Nat&uuml;rlich gibt es auch im Rahmen der UNO gemeinsame politische und sicherheitspolitische Projekte und Ziele. Ein konkreteres Projekt auf die Beziehung der zwei hier behandelten Partner ist der Ostseerat<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote24anc" HREF="#sdfootnote24sym"><SUP>24</SUP></A>, ein &bdquo;subregionales Bindeglied zwischen der Europ&auml;ischen Union und Russland&ldquo;. Hierbei &bdquo;[w]ichtig ist die Beteiligung von substaatlichen Akteuren &#8211; Regionen, St&auml;dten und Gemeinden, Wirtschaftsverb&auml;nden und anderen nichtstaatlichen Organisationen.&ldquo;<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote25anc" HREF="#sdfootnote25sym"><SUP>25</SUP></A></FONT> Auch hier sind wesentliche Interdependenzmerkmale auszumachen.</p>
<p>&bdquo;Ziel [...] europ&auml;ischer Au&szlig;enpolitik ist es, in einem gesamteurop&auml;ischen Raum ohne Trennlinien mit Russland in allen Bereichen der Politik und Wirtschaft eine umfassende und best&auml;ndige strategische Partnerschaft aufzubauen.&ldquo;<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote26anc" HREF="#sdfootnote26sym"><SUP>26</SUP></A> In diesem Sinn wurde in manchen Kreisen insbesondere Mitte der 1990er Jahre auch &uuml;ber eine Mitgliedschaft Russlands in der EU nachgedacht<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote27anc" HREF="#sdfootnote27sym"><SUP>27</SUP></A>, was aber schon Ende des letzten Jahrzehnts wieder als &bdquo;zu optimistisch, als da&szlig; man an an[sic!] sie [(die Option)] glauben k&ouml;nnte&ldquo;<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote28anc" HREF="#sdfootnote28sym"><SUP>28</SUP></A> galt, hingegen als &bdquo;sehr wahrscheinlich, da&szlig; sich die realen Beziehungen zwischen Ru&szlig;land und der EU nach dem Szenarium der <I>pragmatischen Partnerschaft</I> entwickeln werden.&ldquo;<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote29anc" HREF="#sdfootnote29sym"><SUP>29</SUP></A></p>
<p>Sicherheitspolitisch scheinen die Partner sich im Moment nicht mit derselben Einstellung gegen&uuml;ber zu stehen. &bdquo;In seiner Europa-Politik, und das wird allzu h&auml;ufig &uuml;bersehen, r&auml;umt Moskau den Sicherheitsfragen nach wie vor besondere Bedeutung ein&ldquo;, es setzt auf die realistische Logik des Kr&auml;ftegleichgewichts &bdquo;und beh&auml;lt deshalb stets die milit&auml;rischen Faktoren im Auge. Die aufgestockten Milit&auml;rausgaben sind nicht mehr nur auf den Wunsch zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, Defizite aus der Jelzin-&Auml;ra auszugleichen, sondern es geht darum, ein neues milit&auml;risches Instrument zu schaffen, das Russlands globale Pr&auml;senz st&auml;rken soll [...]&ldquo;<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote30anc" HREF="#sdfootnote30sym"><SUP>30</SUP></A> In Europa sind die Ans&auml;tze gegen&uuml;ber Russland durchaus unterschiedlich. W&auml;hrend Deutschland auf ein freundschaftlich kooperatives Verhalten setzt, verschlechtern sich die Beziehungen mit Gro&szlig;britannien, Frankreich und Polen in den letzten Jahren aus unterschiedlichen Gr&uuml;nden. Hier wird die au&szlig;enpolitische Spaltung der EU besonders deutlich und folgenreich.<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote31anc" HREF="#sdfootnote31sym"><SUP>31</SUP></A></p>
<p>&bdquo;Dar&uuml;ber hinaus versucht Russland, eine Beziehung &#8216;asymmetrischer Interdependenz&#8217; zur EU aufzubauen. W&auml;hrend die F&uuml;hrer der EU glauben, dass Frieden und Stabilit&auml;t durch Interdependenzen aufgebaut werden, ist die russische F&uuml;hrung entschlossen, eine Situation herbeizuf&uuml;hren, in der die EU Russland st&auml;rker braucht als Russland die EU, und dies insbesondere auf dem Energiesektor.&ldquo;<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote32anc" HREF="#sdfootnote32sym"><SUP>32</SUP></A></p>
<p>Insgesamt bringt die Betrachtung der politischen Verh&auml;ltnisse der letzten Jahre den R&uuml;ckschluss, dass die Uneinigkeit der EU im Feld der politischen Beziehungen mit Russland zu einem zunehmend ungleichen Kr&auml;fteverh&auml;ltnis f&uuml;hren wird. &bdquo;W&auml;hrend es die EU w&auml;hrend der Putin-&Auml;ra nicht geschafft hat, Russland zu ver&auml;ndern, hat Russland gro&szlig;e Auswirkungen auf die EU gehabt. Im Bereich der Energie sucht es sich einzelne EU-Mitgliedsstaaten aus und unterzeichnet mit diesen langfristige Vertr&auml;ge, die die Grundprinzipien der gemeinsamen Strategie der EU untergraben.&ldquo;<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote33anc" HREF="#sdfootnote33sym"><SUP>33</SUP></A> Nicht umsonst sind &bdquo;Seit dem Gipfel von Samara (Mai 2007) [...] die Beziehungen zwischen der Europ&auml;ischen Union und Russland von wachsendem Misstrauen gepr&auml;gt.&ldquo;<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote34anc" HREF="#sdfootnote34sym"><SUP>34</SUP></A></p>
<p>Nicht zuletzt dr&uuml;ckt sich das auch in milit&auml;rischen Fragen aus. Die Stationierung von US-Raketenschildern in Osteuropa ist daf&uuml;r exemplarisch zu nennen. Russland empfindet diese, wie auch die Osterweiterung der NATO und EU als Bedrohung. Es k&ouml;nnen diesbez&uuml;glich im Rahmen dieser Arbeit nur Vermutungen angestellt werden, dass es nicht unbedingt als direkte milit&auml;rische Bedrohung gesehen wird, sondern auch den russischen Interessen widerspricht, Europa in eine asymetrische Interdependenz zu treiben. Solange die transatlantischen Beziehungen zwischen der EU und den USA derart gro&szlig; bleiben oder sogar noch st&auml;rker werden (eben etwa durch eine Einbindung Osteuropas), scheint eine echte &Uuml;berlegenheit Russlands, und damit auch die Betonung milit&auml;rischer Fragen in der Politik wie<br />
im Realistischen Idealtypus sehr unwahrscheinlich. Nicht zu vergessen: Mit Frankreich und Gro&szlig;britannien sind in den Reihen der EU auch zwei Besitzer von Nuklearwaffen &ndash; eine Konfrontation zwischen der EU und Russlands w&auml;re also jene zweier Atomm&auml;chte. </p>
<p>Bei all den kritisch zu betrachtenden Entwicklungen muss aber auch festgehalten werden, dass &bdquo;russische Experten darauf [verweisen],<br />
dass Russland mit keiner anderen multilateralen Struktur so enge institutionalisierte Beziehungen unterh&auml;lt wie mit der EU&ldquo;<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote35anc" HREF="#sdfootnote35sym"><SUP>35</SUP></A>. Timmermann (2003) attestierte, die Partnerschaft werde entsprechend der In-Einklang-Bringung beiderseitiger Interessen wachsen, was bisher nur unzureichend geschehen sei. Auf jeden Fall verstehe sich Russland zunehmend als europ&auml;isches Land.<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote36anc" HREF="#sdfootnote36sym"><SUP>36</SUP></A></p>
<p><strong><em>Wirtschaftlich</em></strong></p>
<p>Die Europ&auml;ische Union hat gegen&uuml;ber der Russischen F&ouml;deration eine (stark wachsende) negative Handelsbilanz von 68 Milliarden Euro (haupts&auml;chlich aufgrund der hohen Energiepreise). Russland ist der wichtigste Lieferant in Sachen minerale Brennstoffe und einer der wichtigsten Rohstofflieferanten.<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote37anc" HREF="#sdfootnote37sym"><SUP>37</SUP></A></p>
<p>Aber andererseits ist die EU auch der wichtigste Handelspartner f&uuml;r Russland. Das deutsche Ausw&auml;rtige Amt gibt an, dass Russland 52% seines Au&szlig;enhandelsumsatz in der Europ&auml;ischen Union erzielt und dass 60% der ausl&auml;ndischen Direktinvestitionen in Russland aus der EU komment.<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote38anc" HREF="#sdfootnote38sym"><SUP>38</SUP></A> &bdquo;The asymmetric nature of EU-Russia relations is evident and creates a considerable obstacle to the emergence of a strategic partnership. The current EU population is approximately 380 million (and will rise to about 550 million after enlargement) compared to Russia&rsquo;s 145 million people. The Russian economy is between 5% and 12% of the size of the EU economy, depending on the method of calculation.8 As shown above, even though the EU depends on Russia in certain sectors such as energy supply, the overall economic relationship is of asymmetric interdependence, with the EU playing a much more important role for the Russian economy than vice versa.&ldquo;<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote39anc" HREF="#sdfootnote39sym"><SUP>39</SUP></A></p>
<p>Es gibt in wirtschaftlichen Belangen also eine asymatrische Interdependenz zugunsten der EU. Es stellt sich allerdings die Frage, ob diese Situation von Dauer sein wird. Denn die europ&auml;ische Abh&auml;ngigkeit von russischer Energie bzw. Rohstoffen d&uuml;rfte in den n&auml;chsten Jahren wachsen. Hier wird die Frage, ob Europa eine Energiewende schafft, also auch von gro&szlig;er Bedeutung f&uuml;r die Beziehungen zu Russland sein. Allerdings betrifft das nicht nur die &bdquo;klassischen&ldquo; Energiestoffe wie &Ouml;l und Gas, auch alternative Energietr&auml;ger wie Holz f&uuml;hren zunehmend zu einer Abh&auml;ngigkeit russischer Lieferungen<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote40anc" HREF="#sdfootnote40sym"><SUP>40</SUP></A> &ndash; und damit zu einer Verwundbarkeit gegen&uuml;ber russischer<br />
Politik.</p>
<p>W&auml;hrend die EU sich also in eine st&auml;rkere wirtschaftliche Abh&auml;ngigkeit zu man&ouml;vrieren droht, ergeben sich f&uuml;r Russland mit dem Aufstreben neuer Wirtschaftsr&auml;ume neue M&auml;rkte, die ihrerseits Energiehunger nach den russischen Rohstoffen versp&uuml;ren und nat&uuml;rlich im Endeffekt auch als wirtschaftlicher Absatz- und Importmarkt dienen. Dieser Effekt gilt zwar auch f&uuml;r die Europ&auml;er, strategisch sind die Russen dank ihren Rohstoffen und Energietr&auml;gern weit schwerer zu ersetzen. </p>
<p>China zeigt sich hier gegen&uuml;ber Russland als potentieller und potenter Partner: &bdquo;<I>Trade and economic cooperation between China and Russia has been developing favorably for the most part in recent years, and the volume of bilateral trade turnover is increasing rapidly. This figure increased by 42% and reached $32.9 billion in the first nine months of this year, thus exceeding the level of 2006 trade turnover&ldquo;,<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote41anc" HREF="#sdfootnote41sym"><SUP>41</SUP></A></I> sagte etwa der chinesische Premierminister Wen Jiabao 2007 in einem Interfax-Interview, in dem er auch die Partnerschaft in einem Bereich betonte, in dem die EU laut Eurostat ein dickes Aussenhandelsplus gegen&uuml;ber Russland verzeichnet: Maschinen und mechanische Produkte. W&auml;hrend wirtschaftlich im Moment eine f&uuml;r die EU positive Situation herrscht, k&ouml;nnte sich dazu zumindest ausgleichen oder sogar umkehren, falls die EU ihre Abh&auml;ngigkeit von Russlands Energierohstoffen nicht verringert.</p>
<p><strong><em>Soziokulturell</em></strong></p>
<p>Samuel Huntington hat in seinem bekannten Werk &bdquo;The Clash of Civilizations&ldquo; Anfang der 1990er unterschiedlichen Zivilisationen in Russland und Europa ausgemacht. W&auml;hrend sich seiner Prognose vom Aufeinanderprallen jener soziokultureller Einheiten viele nicht anschlie&szlig;en wollten, hatte die grunds&auml;tzliche Einteilung zwischen Russland (Christlich-orthodox und islamisch) und Europa (Westliche Christen) etwas f&uuml;r sich.<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote42anc" HREF="#sdfootnote42sym"><SUP>42</SUP></A> Historisch politisch und damit auch kulturell waren insbesondere West-Europa und Russland sehr lange Zeit sehr klar getrennt.<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote43anc" HREF="#sdfootnote43sym"><SUP>43</SUP></A></p>
<p>Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs brachen diese Grenzen aber auf und es entwickelte sich ein neuer Austausch. &bdquo;In 1999, as a member of the &lsquo;Lipetsk research group&rsquo;, I organised four focus groups on European problems and obtained the following results. On the question &lsquo;Is Russia a part of Europe?&rsquo; all groups were of the opinion that there were many characteristics which unite Russia and Europe, but<br />
also many features dividing us. &#8216;Russia is not Europe in the West-European sense of the term, neither is it Asia. &#8216;Russia is <I>another Europe&#8217;</I> &#8216; was a common conclusion of these young people.&ldquo;<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote44anc" HREF="#sdfootnote44sym"><SUP>44</SUP></A> Kaveshnikov vergleicht dieses &bdquo;andere Europa&ldquo; mit dem das etwa Griechenland von Deutschland oder Gro&szlig;britannien unterscheidet und attestiert: Die Russen beginnen sich  als Europ&auml;er zu f&uuml;hlen. 500.000 Russen leben aktuell auf dem Gebiet der Europ&auml;ischen Union. Einer von f&uuml;nf Russen reist im Moment j&auml;hrlich ins Ausland &ndash; und da nat&uuml;rlich auch nach Europa. 2005 wurden in Russland 1,8 Millionen Visa f&uuml;r den Schengen-Raum ausgestellt. Nicht zuletzt haben Russland und die EU in j&uuml;ngster Vergangenheit auch bekr&auml;ftigt, die Reisefreiheit zwischen ihren Gebieten zu erleichtern und die<br />
Visabestimmungen zu lockern.<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote45anc" HREF="#sdfootnote45sym"><SUP>45</SUP></A></p>
<p>Von einer Verschmelzung der Kulturr&auml;ume zu sprechen w&auml;re aber wohl dennoch zu euphorisch. Bei der Suche nach soziokulturellen Gemeinsamkeiten ist aber zu bemerken, dass das &ouml;stliche Europa und mit ihm zahlreiche neue und potentielle EU-Mitglieder (z.B.: die baltischen Staaten, die Ukraine oder das Baltikum) nat&uuml;rlich kulturell und wirtschaftlich st&auml;rker mit Russland verwoben ist, als Westeuropa. Hier liegt eine weitere Chance der EU-Erweiterung(en), st&auml;rkere transnationale Verbindungen herzustellen, auch wenn das in politischer Hinsicht die Gefahr birgt, dass Russland sich von Europa bedroht f&uuml;hlt. </p>
<p><strong><em>Fazit</em></strong></p>
<p><strong><em>Aktuelle Situation: Interdependenz</em></strong></p>
<p>Wenn man sich die Kriterien von Keohane und Nye noch einmal vor Augen h&auml;lt (zwischenstaatliche und transnationale Beziehungen, milit&auml;rische Macht mit untergeordneter Bedeutung in der Politik und keine vorgegebene Hierarchie in der Rangfolge von Zielen in der internationalen Politik), dann kann man die gegenw&auml;rtigen Beziehungen zwischen der EU und Russland durchaus als in einem Interdependenz-Zustand bezeichnen. Es gibt eine breite Zusammenarbeit in wirtschaftlichen und politischen Fragen und auch daf&uuml;r gebildete Institutionen. F&uuml;r beide Seiten w&auml;re ein Abbruch der Beziehungen zum aktuellen Zeitpunkt mit viel zu gro&szlig;en negativen Effekten verbunden, als dass man ihn als realistisch betrachten m&uuml;sste. Zudem spielt die milit&auml;rische Komponente in den Beziehungen nur<br />
eine untergeordnete Rolle &ndash; wenn sie auch nicht ganz zu ignorieren ist. Lediglich im Bereich der soziokulturellen, transnationalen Kooperation sind die B&auml;nde zwischen Russland und der Europ&auml;ischen Union zwar wie dargestellt gewachsen, verursachen auf beiden Seiten aber keine Kosten und sind somit als sehr schwach zu bezeichnen. Es ist zu hoffen und bis zu einem gewissen Grad auch anzunehmen, dass die wirtschaftliche Verflechtung und eine weitere &Ouml;ffnung der Grenzen zu einem gemeinsamen Handelsraum (und vielleicht auch Ans&auml;tzen eines gemeinsamen Lebensraumes) hier aber noch Verbesserungen erzielen wird. </p>
<p><strong><em>Perspektive: Die EU vor der Gefahr einer asymetrischen Abh&auml;ngigkeit</em></strong></p>
<p>Sieht man sich allerdings die Entwicklung der Beziehungen an und denkt sie zu Ende, dann besteht in der Europ&auml;ischen Union durchaus Handlungsbedarf, die eigenen Strategien zu &uuml;berdenken. </p>
<p>Zum Einen droht man die wirtschaftliche &Uuml;berlegenheit zu verlieren. Hier sind langfristig alternative Konzepte insbesondere im Energie- und Rohstoffsektor unabdinglich. Das aber ohnehin schon allein auch deshalb, weil zumindest die russischen Erd&ouml;lvorkommen in 20 Jahren ersch&ouml;pft sein k&ouml;nnten <A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote46anc" HREF="#sdfootnote46sym"><SUP>46</SUP></A> (was irgendwann wohl auch mit dem Gas droht und die Karten schlussendlich auch wieder v&ouml;llig neu mischen wird).</p>
<p>Zum Anderen wird man sich politisch auf eine gemeinsame Aussenpolitik einigen m&uuml;ssen, wenn man in Russland als starkes Gegen&uuml;ber wahrgenommen werden will. Die Uneinigkeit Europas erm&ouml;glicht es Russland (und anderen M&auml;chten) immer wieder sich &uuml;ber ein Ausspielen der Europ&auml;er untereinander Vorteile herauszuarbeiten. Damit verkn&uuml;pft sind nat&uuml;rlich auch milit&auml;rische Fragen, wie jene, ob es zu einem gemeinsamen EU-Heer kommen wird, die aber wie dargestellt auf absehbare Zeit keine gro&szlig;e Rolle zwischen Russland und der EU spielen werden. </p>
<p>Es deutet also alles auf einen gewissen Umbruch hin. Sowohl wirtschaftlich als auch politisch sind die institutionellen Rahmenbedinungen allerdings gegeben, die von Interdependenztheoretikern als Garant f&uuml;r einen Ausgleich der Interessen gesehen werden. Europa wird gut daran tun, diesen Aspekt der Zusammenarbeit noch weiter zu st&auml;rken.</p>
<p>Manche Beobachter empfehlen angesichts der insgesamt doch ein wenig bedrohlich wirkenden Perspektive, &bdquo;[s]tatt zu versuchen, Russland zu demokratisieren oder im Zaum zu halten, sollte sich die Europ&auml;ische Union mit dem beschr&auml;nkteren Ziel zufrieden geben, Russland in einen zuverl&auml;ssigen Partner zu verwandeln, der sich an die Rechtsstaatlichkeit h&auml;lt. Eine gemeinsame Strategie wird der EU viele starke Hebel verschaffen, die gew&auml;hrleisten, dass Russland Vertr&auml;ge und gegenseitige &Uuml;bereinkommen einh&auml;lt&ldquo;<A CLASS="sdfootnoteanc" NAME="sdfootnote47anc" HREF="#sdfootnote47sym"><SUP>47</SUP></A>.</p>
<p>Dieser Empfehlung muss man allerdings &auml;u&szlig;erst skeptisch gegen&uuml;ber stehen. Dieser Versuch, Russland zu einer freien Demokratie umgestalten zu helfen, ist schlussendlich kein rein ideelles Projekt einiger naiver Weltverbesserer. Schlie&szlig;lich w&uuml;rde ein an diese &bdquo;europ&auml;ischen&ldquo; Werte herangef&uuml;hrtes Russland als Mitglied einer gemeinsamen Wertegemeinschaft auch st&auml;rker garantieren, dass zuk&uuml;nftig miteinander kooperiert wird. Und nicht zuletzt k&ouml;nnte ein weiteres Abdriften Russlands in ein autorit&auml;res Regime auch ganz andere Probleme f&uuml;r Europa mit sich bringen (etwa Erschwernisse im Zugang zum russischen Markt oder gr&ouml;&szlig;ere Migrationsstr&ouml;me Richtung Europa oder politische Instabilit&auml;t in Russland)</p>
<p><strong><em>Schlusswort: Die EU und ihr Einfluss auf die russischen Entwicklungen</em></strong></p>
<p>Man sieht angesichts der recht ausgeglichenen Interdependenz, dass sich die EU durchaus erlauben kann, eine Korrektur der Entwicklung in Russland zu fordern. Dennoch wird die Europ&auml;ische Union zweifelsfrei behutsam und bedacht vorgehen m&uuml;ssen, wenn sie plant, Russland n&auml;her an sich heran zu f&uuml;hren. Die Perspektive der wirtschaftlichen Abh&auml;ngigkeit vom &ouml;stlichen Nachbarn legt einerseits<br />
zweifelsfrei nahe, dass man es sich mit ihm nicht mit zu rauhen T&ouml;nen verscherzen sollte. </p>
<p>Es wird andererseits aber unabdingbar sein, dass man in Russland nicht nur einen zuverl&auml;ssigen, sondern auch einen in vielen Fragen gleichgesinnten Partner vorfindet. Sollten meine hier erarbeiteten Prognosen der zuk&uuml;nftigen Entwicklung zutreffen, dann ist die Chance Einfluss zu nehmen jetzt gr&ouml;&szlig;er als in absehbarer Zukunft. Die diversen multilateralen Plattformen und informellen Gespr&auml;che zur<br />
Behandlung der Menschenrechtsproblematik sind daf&uuml;r zwar keine besoners spektakul&auml;ren aber wahrscheinlich die besten Instrumente, auf die man zur&uuml;ckgreifen kann.</p>
<p><A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote1sym" HREF="#sdfootnote1anc">1</A>Messner (2005), S. 35<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote2sym" HREF="#sdfootnote2anc">2</A>Spindler (o.J.), S. 98<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote3sym" HREF="#sdfootnote3anc">3</A>Vgl. ebd. 97f.<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote4sym" HREF="#sdfootnote4anc">4</A>Vgl. Keohane/Nye (1977), S. 230f.<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote5sym" HREF="#sdfootnote5anc">5</A>Vgl Waltz (1970), S. 207<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote6sym" HREF="#sdfootnote6anc">6</A>Vgl. Meyers (o.J.)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote7sym" HREF="#sdfootnote7anc">7</A>Vgl. Keohane/Nye bei Spindler (o.J), S. 102<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote8sym" HREF="#sdfootnote8anc">8</A>Vgl. Spindler (o.J.) S. 102f<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote9sym" HREF="#sdfootnote9anc">9</A>Chabera (2006)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote10sym" HREF="#sdfootnote10anc">10</A>Wippermann (2002)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote11sym" HREF="#sdfootnote11anc">11</A>Nye (2004)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote12sym" HREF="#sdfootnote12anc">12</A>Nachzulesen in einem WTO-Bericht von 2006 <A HREF="http://www.wto.org/english/res_e/statis_e/its2006_e/its06_overview_e.pdf">hier (PDF)</A> (Stand 29.11.2007)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote13sym" HREF="#sdfootnote13anc">13</A>Vgl. Eurostat (2007) im Bericht &bdquo;Au&szlig;enhandel: Gesamtprodukt&ldquo;<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote14sym" HREF="#sdfootnote14anc">14</A>Vgl. Voswinkel (2003)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote15sym" HREF="#sdfootnote15anc">15</A>Vgl. N.N. (2007), Abrufbar unter<A HREF="http://www.freedomhouse.org/template.cfm?page=363&amp;year=2007">diesem Link</A>(Stand 26.11.2007)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote16sym" HREF="#sdfootnote16anc">16</A>Ebd. Im Russland-Bericht 2007<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote17sym" HREF="#sdfootnote17anc">17</A>Nachzulesen unter	<A HREF="http://www.globalsecurity.org/military/world/russia/mo-budget.htm">diesem Link</A> (Stand: 29.11.2007)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote18sym" HREF="#sdfootnote18anc">18</A>Nachzulesen in einem WTO-Bericht von 2006 unter <A HREF="http://www.wto.org/english/res_e/statis_e/its2006_e/its06_overview_e.pdf">diesem Link</A>	(Stand 29.11.2007)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote19sym" HREF="#sdfootnote19anc">19</A>Vgl. Keveshnikov (2003)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote20sym" HREF="#sdfootnote20anc">20</A>Vgl. World Bank (2006)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote21sym" HREF="#sdfootnote21anc">21</A>Vgl. The Economist (2007)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote22sym" HREF="#sdfootnote22anc">22</A>Abzurufen	unter <A HREF="http://conventions.coe.int/Treaty/ger/Treaties/Html/001.htm">diesem Link</A> (Stand 26.11.2007)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote23sym" HREF="#sdfootnote23anc">23</A>Abzurufen	unter <A HREF="http://www.osce.org/about/">diesem Link</A><br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote24sym" HREF="#sdfootnote24anc">24</A>Abzurufen	unter <A HREF="http://www.cbss.org/">diesem Link</A><br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote25sym" HREF="#sdfootnote25anc">25</A>Hubel/G&auml;nzle	(2002)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote26sym" HREF="#sdfootnote26anc">26</A>Ausw&auml;rtiges Amt (o.J.)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote27sym" HREF="#sdfootnote27anc">27</A>Vgl. Borko/Timmermann (1999)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote28sym" HREF="#sdfootnote28anc">28</A>Ebd. S. 8<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote29sym" HREF="#sdfootnote29anc">29</A>Ebd. S. 10<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote30sym" HREF="#sdfootnote30anc">30</A>Gomart (2007), S. 14<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote31sym" HREF="#sdfootnote31anc">31</A>Vgl. Gomart (2007)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote32sym" HREF="#sdfootnote32anc">32</A>Leonard/Popescu(2007)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote33sym" HREF="#sdfootnote33anc">33</A>Ebd.<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote34sym" HREF="#sdfootnote34anc">34</A>Gomart (2007), S. 5<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote35sym" HREF="#sdfootnote35anc">35</A>Timmermann (2003)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote36sym" HREF="#sdfootnote36anc">36</A>Ebd.<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote37sym" HREF="#sdfootnote37anc">37</A>Vgl. Eurostat (2007) im Bericht &bdquo;Extra-EU27-Handel nach Haupthandelspartnern&ldquo;<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote38sym" HREF="#sdfootnote38anc">38</A>Vgl. Ausw&auml;rtiges Amt (o.J.)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote39sym" HREF="#sdfootnote39anc">39</A>Kaveshnikov (2003)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote40sym" HREF="#sdfootnote40anc">40</A>Vgl. dazu einen Artikel in &bdquo;Die Presse&ldquo; vom 14.11.2007 &uuml;ber eine Studie von A.T. Kearny, abzurufen unte <A HREF="http://www.diepresse.com/home/wirtschaft/economist/343250/index.do?_vl_backlink=/home/wirtschaft/index.do">diesem Link</A> (Stand 29.11.2007)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote41sym" HREF="#sdfootnote41anc">41</A>Abzurufen	unter <A HREF="http://www.interfax.com/17/330653/Interview.aspx">diesem Link</A> (Stand 29.11.2007)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote42sym" HREF="#sdfootnote42anc">42</A>Vgl. Huntingon (1993)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote43sym" HREF="#sdfootnote43anc">43</A>Vgl. Trenin (2005) S. 241f<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote44sym" HREF="#sdfootnote44anc">44</A>Kaveshnikov (2003)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote45sym" HREF="#sdfootnote45anc">45</A>Vgl. eine Pressemeldung der EU-Kommission <A HREF="http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/07/533&amp;format=HTML&amp;aged=1&amp;language=DE&amp;guiLanguage=en">diesem Link</A> (Stand 29.11.2007)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote46sym" HREF="#sdfootnote46anc">46</A>Vgl. Schuhler (2003)<br />
<A CLASS="sdfootnotesym" NAME="sdfootnote47sym" HREF="#sdfootnote47anc">47</A>Leonard/Popescu (2007)</p>
<p><strong><em>Literatur</em></strong></p>
<p><strong><em>Eigenst&auml;ndige Publikationen</em></strong><br />
<UL><br />
	<LI>Borko, Jurij/Timmernann, Heinz (1999): Russland und die Europ&auml;ische Union. Eine widerspr&uuml;chliche Zwischenbilanz. K&ouml;ln: BIOST<br />
	<LI>Chabera, Bernhard (2006): Grundlagen und Institutionen der Europ&auml;ischen Union. o.O: o.V. (Manuskript im Besitz des Verfassers)<br />
	<LI>Keohane, Robert/Nye, Joseph	(1977): Power and Interdepence. World Politics in Transition. Boston/Toronto: Little, Brown and Company<br />
	<LI>Trenin, Dimitri (2005): Russland. Die gestrandete Weltmacht. Hamburg: Murmann<br />
</UL></p>
<p><strong><em>Artikel in Sammelb&auml;ndern &amp; Zeitschriften</em></strong><br />
<UL><br />
	<LI>Hubel, Helmut/G&auml;nzle, Stefan (2002): Der Ostseerat: Neue Funktionen subregionaler Zusammenarbeit im Kontext der EU-Osterweiterung In: Politik und Zeitgeschichte (B 19-20/2002)	(Abrufbar unter:<br />
	<A HREF="http://www.bpb.de/publikationen/TRFOKZ,0,0,Der_Ostseerat%3A_Neue_Funktionen_subregionaler_Zusammenarbeit_im_Kontext_der_EUOsterweiterung.html#art0"></A> Stand: 26.11.2007)<br />
	<LI>Huntington, Samuel P. (1993): The Clash of Civilizations?. In: Foreign Affairs Summer 1993 (Abrufbar unter <A HREF="http://history.club.fatih.edu.tr/103%20Huntington%20Clash%20of%20Civilizations%20full%20text.htm">Link</A>, Stand 29.11.2007)<br />
	<LI>Messner, Dirk (o.J.): Global Governance. Globalisierung im 21. Jahrhundert gestalten. In: Behrens, Maria [Hrsg.] (2005): Globalisierung als politische Herausforderung. o.O.: VS-Verlag. S. 27-54<br />
	<LI>Meyers, Reinhard (o.J.): Theorien internationaler Kooperation und Verflechtung. In: Woyke, Wichard[Hrsg.] (2006): Handbuch Internationale Politik. Bonn: bpb. S. 482-515<br />
	<LI><Spindler, Manuela (o.J.): Interdependenz. In: Schieder, Siegfried/Spindler Manuela [Hrsg.] (2006): Theorien der Internationalen Beziehungen.Stuttgart: UTB. S.	89-116<br />
	<LI>Timmermann, Heinz (2003): Russlands Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik. Die Richtung Europa. In: Politik und Zeitgeschichte (B 16-17/2003) (Abrufbar unter: <A HREF="http://www.bpb.de/publikationen/0KZJBG,0,0,Russlands_Au%DFen_und_Sicherheitspolitik%3A_Die_europ%E4ische_Richtung.html#art0">Link</A>, Stand: 29.11.2007)<br />
        <LI>Waltz, Kenneth (1970): The Myth of National Interdependence. In: Kindleberger, Charles [Hrsg.] (1970): The International Corporation. Camebridge: MIT<br />
	<LI>Wippermann, Klaus (2002): Editorial. In: Politik und Zeitgeschichte (B 19-20/2002) (Abrufbar unter: <A HREF="http://www.bpb.de/publikationen/ZXKLVF,0,Editorial.html">Link</A>, Stand: 26.11.2007)<br />
</UL><br />
<strong><em>Artikel in Internet &amp; Medien</em></strong><br />
<UL><br />
	<LI>Ausw&auml;rtiges Amt (o.J.): Russische F&ouml;deration. In: <A HREF="http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/RussischeFoederation/BeziehungenZurEU.html#t1">Link</A>, (Stand: 26.11.2007)<br />
	<LI>Gomart, Thomas (2007): Paris und der EU-Russland-Dialog &#8211; eine neue Dynamik mit Nicolas Sarkozy?. In: DGAP, <A HREF="http://www.dgap.org/midcom-serveattachmentguid-1dc9128da1e5862912811dcaffb3732b2a545314531/dgapanalyse_frankreich_2007_03.pdf">Link</A>, (Stand 29.11.2007)<br />
        <LI>Kaveshnikov, Noikolay (2003): EU-Russia Relations: How to overcome the deadlock of mutual misunderstandings?. In: Moscow Institute of Europe, <A HREF="http://www.uclouvain.be/cps/ucl/doc/euro/documents/Kaveshnikov.pdf">Link</A>, (Stand 29.11.2007)<br />
	<LI>Leonard, Mark/Popesci, Nicu (2007): Europas neuer Donald Rumsfeld. In: Project Syndicate, <A HREF="http://www.project-syndicate.org/commentary/leonard1/German">Link</A>, (Stand: 26.11.2007)<br />
	<LI>N.N. (2007): Russia (2007). In: Freedom House Index, <A HREF="http://www.freedomhouse.org/">Link</A>, (Stand: 26.11.2007)<br />
	<LI>Nye, Joseph (2004): Europe&#8217;s Soft Power. Auszug in: The Globalist, <A HREF="http://www.theglobalist.com/StoryId.aspx?StoryId=3886">Link</A>, (Stand: 26.11.2007)<br />
	<LI>Schuhler, Conrad (2003): Unter Br&uuml;dern. Auszug in: Uni Kassel,	<A HREF="http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Europa/schuhler.html">Link</A>, (Stand: 29.11.2007)<br />
	<LI>Voswinkel, Johannes (2003):	Demokratur, putinesisch. In: Die Zeit (40/2006)<br />
	<LI>World Bank (2006): Russian Economic Report #14. In: <A HREF="http://siteresources.worldbank.org/INTRUSSIANFEDERATION/Resources/RER14_eng_full.pdf">Link</A>, (Stand: 29.11.2007)<br />
</UL><br />
<strong><em>Internetquellen</em></strong><br />
<UL><br />
	<LI>Eurostat (2007) In: <A HREF="http://epp.eurostat.ec.europa.eu/portal/page?_pageid=1090,30070682,1090_33076576&amp;_dad=portal&amp;_schema=PORTAL">Link</A>	(Stand: 26.11.2007)<br />
        <LI>The	Economist (2007): Russia. Economic Structure. In: <A HREF="http://www.economist.com/countries/Russia/profile.cfm?folder=Profile-Economic%20Structure">Link</A> (Stand 29.11.2007)<br />
         <LI>Europarat: <A HREF="http://www.coe.int/">Link</A><br />
	<LI>OSZE:<A HREF="http://www.osce.org/">Link</A><br />
	<LI>Unterst&uuml;tzend: Wikipedia</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://zurpolitik.com/2007/12/21/russland-und-die-europaische-union-%e2%80%93-eine-interdependenzanalyse-eine-seminararbeit-fur-politikwissenschaft/feed/</wfw:commentRss>
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