Beiträge zu "International"
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Russland und die Europäische Union – Eine Interdependenzanalyse (Seminararbeit für Politikwissenschaft)
0 K., Tom Schaffer, 21. December 2007
Der folgende Text steht hier als PDF-Datei zum Download bereit.
Vorwort und Problemdarstellung
Noch nicht ganz zwei Jahrzehnte nach dem Fall der Sowjetunion spürt man in der internationalen Politik ein Wiedererstarken ihres Nachfolgestaats Russland. Den Mannen in Moskau wird allgemein ein neues Selbstbewusstsein unterstellt, das sich auf eine starke wirtschaftliche Entwicklung in der jüngsten Vergangenheit und den Besitz großer Ressourcenvorräte stützt. Mit diesem Prozess geht außerdem eine Verschärfung der menschenrechtlichen Lage in Russland einher. Seine Führungselite, allen voran Wladimir Putin, dem großen starken Mann an der Spitze, wird im allgemeinen Diskurs eine zunehmend antidemokratische Gesinnung unterstellt, die von zahlreichen Vorfällen der letzten Jahre unterstrichen wird. Oppositionelle Politiker, unliebsame NGOs und kritische Journalisten sind vor Repressionen und sogar dubiosen Morden ebenso wenig sicher wie reiche Oligarchen, die der Regierung nicht ins Konzept passen. (more…)
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Venezuela ist wohl nicht Russland
4 K., Tom Schaffer, 3. December 2007
Ich hatte mich ja bereits einmal mit Hugo Chavez auseinandergesetzt und bin damals zu einem sehr zwiespältigen Ergebnis gekommen. Seitdem hat sich mein Bild von ihm eher verschlechtert, als dass es besser geworden wäre. Vielleicht war es auch richtig so, vielleicht aber auch leichtfertig. Ich gelangte mit der Zeit zu der Überzeugung, dass Chavez Putin sehr ähneln würde. Erst die letzten Tage haben das wieder ein wenig gedreht. (more…)
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Stress?
0 K., Tom Schaffer, 4. November 2007
Nur wegen dem bisschen Ausnahmezustand einer Atommacht. In einem Land, das seit langem zwischen Militärdiktatur und Islamisten zerrieben wird? Echt? Das macht dir Sorgen? Pah! Weichei!
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Österreich und die Neutralität
2 K., Tom Schaffer, 6. September 2007
Paul Lendvai, einer der klügsten heimischen Politik-Kommentatoren, schreibt in der heutigen Ausgabe des Standard über die österreichische Neutralität:
Unsere Neutralität de luxe ist kein Hemmschuh bei der Teilnahme an der friedensschaffenden EU-Sicherheitspolitik. Ob man sie „Fetisch, Denkmal oder Heuchelei“ nennt, ist im Grunde irrelevant…
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Terror in London und die Irakisierungs-Hysterie
0 K., Tom Schaffer, 1. July 2007
Zu den fehlgechlagenen Terrorangriffen in London konnte ich ja eigentlich nicht viel schreiben. Was für eine Meinung soll man schon dazu haben, die sich nicht eh aus dem gesunden Menschenverstand heraus ergibt? In den letzten Stunden ist dann aber doch eine neue Theorie durch die Medien gegeistert. Kollege Philip Steiner hat sie aufgegriffen, dadurch wurde ich auf eine Weise damit konfrontiert, wo ich auch Feedback geben kann und damit automatisch stärker reflektiere. Es geht um die angebliche “Irakisierung” des Terrorismus in der westlichen Welt. (more…)
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Geht das iranische Regime wegen Benzin in die Knie?
5 K., Tom Schaffer, 27. June 2007
Auf den ersten Blick hört es sich seltsam an: Kann eines der ölreichsten Länder der Welt tatsächlich wegen zu wenig Benzin in Panik verfallen? Es kann. Der Iran ist eines der wichtigsten Erdölförderländer der Welt. Vergangene Nacht hat das Regime in Teheran plötzlich über die Medien verkündet, dass jeder Bürger pro Auto nur noch 100 Liter Benzin pro Monat bekommt. In den letzten Stunden vor der Rationierung kam es zu Tumulten und Panikkäufen. Auch Tankstellen wurden angezündet. (more…)
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G8 erwägen Rettung der Welt
1 K., Tom Schaffer, 8. June 2007
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G8-Pseudophilanthropie
2 K., Philipp Heimberger, 8. June 2007
Die G-8-Staaten haben sich auf ein neues Hilfsprogramm für Afrika in Milliardenhöhe geeinigt. Es soll vor allem der Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose dienen.
[...]
Die führenden Industriestaaten und Russland versprechen in ihrem Hilfsprogramm, zur Bekämpfung der Infektionskrankheiten in Afrika insgesamt 60 Milliarden Dollar zu geben.
[...]
Quelle: FAZ
Die G8 zelebrieren also ihre gönnerhafte Hilfsbereitschaft. Zum Wohle Afrikas seien die nochmals aufgestockten Zahlungen zur Entwicklungshelfe, wird hinausposaunt. Mit wirren Zahlen wird da hantiert, um die angeblich durchwegs positiven Auswirkungen der Entwicklungshilfen herauszustreichen. So seien in den vergangenen fünf Jahren unter anderem 1,8 Millionen Menschenleben mit der Unterstützung der Bekämpfung von Infektionskrankheiten gerettet worden. (more…)
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G8-Gipfel: Der gute Protest
0 K., Tom Schaffer, 7. June 2007
Was mich zum Schmunzeln gebracht hat:
Clowns stehen am Zaun und schreien: “Lasst Angela Merkel frei!”.
Greenpeace matcht sich mit Schlauchbooten gegen Polizei-Schnellbote (die Polizei verletzt angeblich 4 Aktivisten, als sie über die Boote 7 Kilometer vom Tagungsort drüberglüht)
Die Polizei wird überfordert, indem einfach die Straße verlassen wird
Verdammte, vermummte Blockierer (via Spreeblick)
Warum das alles gut ist und man nicht erst nach dem Sinn fragen muss, das steht hier und auch da.
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Newspeak
33 K., Philipp Heimberger, 7. June 2007
Wie nennt man jemanden, der sich nicht an die Verkehrsregeln hält? Richtig, Verkehrskritiker.
Wie nennt man jemanden, der in Villen einbricht? Richtig, Villenkritiker.
Also nennt man jemanden, der den G-8-Gipfel mit kriminellen Methoden zu stören versucht, natürlich einen Globalisierungskritiker.
So zum Beispiel der Sender Phoenix fast durchweg in seiner heutigen Berichterstattung; so viele andere Medien.
Newspeak nannte George Orwell eine solche Sprache, die in die Irre führt, die verhüllt und verharmlost, statt den Sachverhalt zu bezeichnen.
Hier wären richtige Bezeichnungen “Randalierer” oder “Gewalttäter”; von mir aus auch “Störer”, das ist wohl der von der Polizei meist verwendete Ausdruck.
Quelle: Zettels Raum
Unberechtigt kommt dieser Beitrag nicht daher. Es ist schon auffallend, dass sich viele westliche Medienvertreter im Zuge der G8-Proteste nicht so recht getrauen, die Dinge beim Namen zu nennen, sprich: die gewalttätigen Störenfriede als das zu bezeichnen, was sie nun einmal sind.
Derartige rhetorische Verharmlosung sticht gar nicht mehr sofort ins Auge, weil Newspeak an der Tagesordnung steht. Bestes Beispiel darfür: die “Berichterstattung” über den Nahostkonflikt. Da wird die Terroristenbande der Hamas mit chronischer Selbstverständlichkeit euphemistisch als “radikal-islamisch” bezeichnet – eine Selbstverständlichkeit, die die westliche Realitätsverleugnung im Bezug auf den palästinensischen Terror gegen Israel exemplarisch veranschaulicht.
Aber es hat freilich seine triftigen Gründe, dass die Dinge nicht beim Namen genannt werden – sowohl im Bezug auf die G8-Randalierer, als auch in Sachen palästinensischer Terroristen. In ersterem Fall will man durch eine verzerrte Benennung der Gewalttätigen in vorauseilender Solidarität verhindern, den friedlichen Demonstranten Unrecht zu tun, die den Kapuzenmännern in naivem Gutglauben eine Plattform boten; in Sachen Nahostkonflikt muss mit allen Mitteln das “Feindbild Israel” bedient werden.
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Vorwort und Problemdarstellung
Noch nicht ganz zwei Jahrzehnte nach dem Fall der Sowjetunion spürt man in der internationalen Politik ein Wiedererstarken ihres Nachfolgestaats Russland. Den Mannen in Moskau wird allgemein ein neues Selbstbewusstsein unterstellt, das sich auf eine starke wirtschaftliche Entwicklung in der jüngsten Vergangenheit und den Besitz großer Ressourcenvorräte stützt. Mit diesem Prozess geht außerdem eine Verschärfung der menschenrechtlichen Lage in Russland einher. Seine Führungselite, allen voran Wladimir Putin, dem großen starken Mann an der Spitze, wird im allgemeinen Diskurs eine zunehmend antidemokratische Gesinnung unterstellt, die von zahlreichen Vorfällen der letzten Jahre unterstrichen wird. Oppositionelle Politiker, unliebsame NGOs und kritische Journalisten sind vor Repressionen und sogar dubiosen Morden ebenso wenig sicher wie reiche Oligarchen, die der Regierung nicht ins Konzept passen. (more…)
Ich hatte mich ja bereits einmal mit Hugo Chavez auseinandergesetzt und bin damals zu einem sehr zwiespältigen Ergebnis gekommen. Seitdem hat sich mein Bild von ihm eher verschlechtert, als dass es besser geworden wäre. Vielleicht war es auch richtig so, vielleicht aber auch leichtfertig. Ich gelangte mit der Zeit zu der Überzeugung, dass Chavez Putin sehr ähneln würde. Erst die letzten Tage haben das wieder ein wenig gedreht. (more…)
Nur wegen dem bisschen Ausnahmezustand einer Atommacht. In einem Land, das seit langem zwischen Militärdiktatur und Islamisten zerrieben wird? Echt? Das macht dir Sorgen? Pah! Weichei!
Paul Lendvai, einer der klügsten heimischen Politik-Kommentatoren, schreibt in der heutigen Ausgabe des Standard über die österreichische Neutralität:
Unsere Neutralität de luxe ist kein Hemmschuh bei der Teilnahme an der friedensschaffenden EU-Sicherheitspolitik. Ob man sie „Fetisch, Denkmal oder Heuchelei“ nennt, ist im Grunde irrelevant…
Zu den fehlgechlagenen Terrorangriffen in London konnte ich ja eigentlich nicht viel schreiben. Was für eine Meinung soll man schon dazu haben, die sich nicht eh aus dem gesunden Menschenverstand heraus ergibt? In den letzten Stunden ist dann aber doch eine neue Theorie durch die Medien gegeistert. Kollege Philip Steiner hat sie aufgegriffen, dadurch wurde ich auf eine Weise damit konfrontiert, wo ich auch Feedback geben kann und damit automatisch stärker reflektiere. Es geht um die angebliche “Irakisierung” des Terrorismus in der westlichen Welt. (more…)
Auf den ersten Blick hört es sich seltsam an: Kann eines der ölreichsten Länder der Welt tatsächlich wegen zu wenig Benzin in Panik verfallen? Es kann. Der Iran ist eines der wichtigsten Erdölförderländer der Welt. Vergangene Nacht hat das Regime in Teheran plötzlich über die Medien verkündet, dass jeder Bürger pro Auto nur noch 100 Liter Benzin pro Monat bekommt. In den letzten Stunden vor der Rationierung kam es zu Tumulten und Panikkäufen. Auch Tankstellen wurden angezündet. (more…)
Die G-8-Staaten haben sich auf ein neues Hilfsprogramm für Afrika in Milliardenhöhe geeinigt. Es soll vor allem der Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose dienen.
[...]
Die führenden Industriestaaten und Russland versprechen in ihrem Hilfsprogramm, zur Bekämpfung der Infektionskrankheiten in Afrika insgesamt 60 Milliarden Dollar zu geben.
[...]
Quelle: FAZ
Die G8 zelebrieren also ihre gönnerhafte Hilfsbereitschaft. Zum Wohle Afrikas seien die nochmals aufgestockten Zahlungen zur Entwicklungshelfe, wird hinausposaunt. Mit wirren Zahlen wird da hantiert, um die angeblich durchwegs positiven Auswirkungen der Entwicklungshilfen herauszustreichen. So seien in den vergangenen fünf Jahren unter anderem 1,8 Millionen Menschenleben mit der Unterstützung der Bekämpfung von Infektionskrankheiten gerettet worden. (more…)
Was mich zum Schmunzeln gebracht hat:
Warum das alles gut ist und man nicht erst nach dem Sinn fragen muss, das steht hier und auch da.
Wie nennt man jemanden, der sich nicht an die Verkehrsregeln hält? Richtig, Verkehrskritiker.
Wie nennt man jemanden, der in Villen einbricht? Richtig, Villenkritiker.
Also nennt man jemanden, der den G-8-Gipfel mit kriminellen Methoden zu stören versucht, natürlich einen Globalisierungskritiker.
So zum Beispiel der Sender Phoenix fast durchweg in seiner heutigen Berichterstattung; so viele andere Medien.
Newspeak nannte George Orwell eine solche Sprache, die in die Irre führt, die verhüllt und verharmlost, statt den Sachverhalt zu bezeichnen.
Hier wären richtige Bezeichnungen “Randalierer” oder “Gewalttäter”; von mir aus auch “Störer”, das ist wohl der von der Polizei meist verwendete Ausdruck.
Quelle: Zettels Raum
Unberechtigt kommt dieser Beitrag nicht daher. Es ist schon auffallend, dass sich viele westliche Medienvertreter im Zuge der G8-Proteste nicht so recht getrauen, die Dinge beim Namen zu nennen, sprich: die gewalttätigen Störenfriede als das zu bezeichnen, was sie nun einmal sind.
Derartige rhetorische Verharmlosung sticht gar nicht mehr sofort ins Auge, weil Newspeak an der Tagesordnung steht. Bestes Beispiel darfür: die “Berichterstattung” über den Nahostkonflikt. Da wird die Terroristenbande der Hamas mit chronischer Selbstverständlichkeit euphemistisch als “radikal-islamisch” bezeichnet – eine Selbstverständlichkeit, die die westliche Realitätsverleugnung im Bezug auf den palästinensischen Terror gegen Israel exemplarisch veranschaulicht.
Aber es hat freilich seine triftigen Gründe, dass die Dinge nicht beim Namen genannt werden – sowohl im Bezug auf die G8-Randalierer, als auch in Sachen palästinensischer Terroristen. In ersterem Fall will man durch eine verzerrte Benennung der Gewalttätigen in vorauseilender Solidarität verhindern, den friedlichen Demonstranten Unrecht zu tun, die den Kapuzenmännern in naivem Gutglauben eine Plattform boten; in Sachen Nahostkonflikt muss mit allen Mitteln das “Feindbild Israel” bedient werden.




