Beiträge zu "Journalismus"
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Oslo und das System des schnellen Bauchgefühls
17 K., Tom Schaffer, 23. July 2011
Noch bevor am Freitag in Oslo klar war, ob die Explosion in der Innenstadt eine Gasexplosion oder ein Terroranschlag war, fiel auf diversen Nachrichtenstationen bereits unzählige Male das Schlagwort “Al Qaida”. Auf CNN und in der BBC waren dutzende dahin tendierende Terrorexperten am Wort (von deutschsprachigen Medien fangen wir hier gleich gar nicht erst an) und in Onlineforen jubelten nicht nur Jihadisten über die westlichen Toten sondern geiferten auch bereits die Rechtsextremen über die verabscheuten Moslems. (more…)
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Rohrers Unmöglichkeiten sind nicht genug
16 K., Tom Schaffer, 11. July 2011
Falls jemand noch nie einen Kommentar von Anneliese Rohrer gelesen hat, sei ihm hiermit eine rasche Zusammenfassung vieler davon geliefert: “Österreichs Junge sind viel zu brav und egoistisch angepasst (und die duckmäuserischen Alten sind als schlechte Vorbilder schuld daran)“. Ich habe dieses Lamento jetzt schon einige Male zu oft gelesen. Obwohl ein großer, wahrer Kern darin steckt, teile ich den Befund so nicht mehr. (more…)
Blog - Kolumnen - Gastbeitrag
Wie “Die Presse” mit ihrer Lehrredaktion Geld verdient
109 K., Gastautoren, 9. June 2011
Auch wenn “Die Presse” seit 1848 frei ist, die Freude zur Innovation ist geblieben – vor allem, wenn es um die eigenen wirtschaftlichen Belange geht. Da wird schon mal eine Sonntagsausgabe gestartet, die von derselben Redaktion gestaltet wird, welche schon die Montags- bis Samstagsausgaben verantwortet – gratis.
Nun ist es nicht neu, dass PraktikantInnen von Medienhäusern in Dienstverhältnisse gezwängt werden, die knapp an der Rechtswidrigkeit vorbeischrammen. Dieser Grundkonsens zieht sich quer durch die Medienlandschaft (wenn auch Ausnahmen die Regel bestätigen). Die Innovation nach dem Klick
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Manifest der einfachen Sprache – 25 Gebote für JournalistInnen
3 K., Tom Schaffer, 20. January 2011
Unsere Sprachdebatte wird natürlich auch anderswo geführt. Zum Beispiel in England. Tim Radford hat da im Guardian 25 Gebote für JournalistInnen aufgelistet. Sie sind nicht neu, Radford hat sie für ein kleineres Publikum schon vor 15 Jahren verfasst. Er begründet sie genauso gut verständlich, wie er es von anderen fordert: “Ich fragte mich, was man beim Schreiben einer Story nie vergessen darf. Die Antwort war laut und deutlich: Dass sie jemand lesen soll.” Die Gebote kann sich jeder kurz durchlesen, der Texte schreibt. Vor allem für Punkt 20 hätte ich den Mann gern umarmt.
20. English is better than Latin. You don’t exterminate, you kill. You don’t salivate, you drool. You don’t conflagrate, you burn. Moses did not say to Pharaoh: “The consequence of non-release of one particular subject ethnic population could result ultimately in some kind of algal manifestation in the main river basin, with unforeseen outcomes for flora and fauna, not excluding consumer services.” He said “the waters which are in the river … shall be turned to blood, and the fish that is in the river shall die, and the river shall stink.”
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First things first: Lernt Deutsch!
29 K., Tom Schaffer, 16. December 2010
Die Ergebnisse der PISA-Studie alarmieren: Immer weniger 15-jährige in Österreich können ausreichend lesen. Yilmaz Gülüm schreibt bereits von der Bedrohung des geschriebenen Wortes. Die Kurzform seines lesenswerten Textes: Da immer weniger Menschen lesen können, bewirkt Journalismus auch immer weniger. Yilmaz sorgt sich, dass viele unerreichbar werden.
Luca Hammer meint, wenn er einen Absatz dreimal lesen muss um ihn zu verstehen, dann hat der Autor versagt. Er hat damit recht. Ist dann aber “Heute” [Anm.: Gratis U-Bahn-Zeitung in Wien] der neue Qualitätsmaßstab, an dem unsere Artikel gemessen werden?
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Afghanistan & Wikileaks: Journalismus oder Terrorismus?
13 K., Tom Schaffer, 3. August 2010
Das Aufdecken von zigtausenden Berichten des Pentagons zum Afghanistan-Krieg (über die Lage in Kabul führt Solmaz Khorsand übrigens aktuell ein tolles Tagebuch von vor Ort) hat in Österreich dank der Initiative eines Bloggers und eines aufmerksamen Online-Journalisten für etwas mehr als nur ein paar Kurzmeldungen gesorgt. Mit dem (sinngleich oft gehörten) Dementi des betroffenen Waffenherstellers war die Sache dann aber schnell wieder vorbei. Dabei stecken noch viele andere spannende Problemstellungen in der Causa. (more…)
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“Blog-Zusammenschlüsse werden absolut notwendig sein”
6 K., Tom Schaffer, 29. July 2010
Als einigermaßen bekannter Blogger bekommt man so alle ein bis zwei Wochen E-Mails von Studierenden, WissenschafterInnen und JournalistInnen mit der Bitte um ein Interview für Diplomarbeiten, Studien oder Beiträge. Eine solche ging bei mir Anfang Juni von Michael Andres ein, der seine Diplomarbeit zum Politikbloggen in Österreich verfasst (Michael hat gemeinsam mit unserem Mig auch unsere Politikbloggerstudie verfasst). Was ich ihm dazu zu erzählen hatte, erfahrt ihr nach dem Klick. (more…)
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Wie Blogger und Journalisten sich unterscheiden
13 K., Tom Schaffer, 26. July 2010
Die Unterschiede oder Gemeinsamkeiten von BloggerInnen und JournalistInnen sind im Umbruch der Informationswelt ein häufig aufgegriffenes Thema. Vor einigen Monaten hielt ich zum Beispiel bereits an der FH Wien einen kleinen Vortrag zu diesem Thema (mit eurer Hilfe). Es gibt Unterschiede, die ich damals noch nicht ausformuliert hatte. (more…)
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Island revolutioniert Medienfreiheit
1 K., Tom Schaffer, 18. June 2010
Das isländische Parlament verabschiedete am Donnerstag ein Gesetz, dass das Land zum Leuchtfeuer für freie Meinungsäußerung und Schutz von Journalismus machen soll. Die “Icelandic Modern Media Initiative” (IMMI) ist der Versuch, die besten Gesetze zu diesem Thema aus aller Welt zusammenzutragen.Das Parlament stimmte einstimmig dafür, etwa besseren Schutz für “Whistleblower” und mehr Informationsfreiheit zu garantieren – nur eine Person war abwesend. (more…)
Blog - Kolumnen - Unser modernes Zeug
Das flattrbook gegen Murdochs Mauer
15 K., Tom Schaffer, 27. May 2010
Die Seiten der englischen Times sind nun hinter der neuen Paywall versteckt. Das heißt, noch nicht ganz. Wer sich jetzt registriert, darf den Inhalt des Londoner Qualitätspapiers noch ein bisserl gratis “testen”. Hinterher werden Suchmaschinen und nicht-zahlende LeserInnen (1 Pfund pro Tag oder 2 pro Woche) ausgesperrt. Rupert Murdoch und seine StrategInnen werden einige Ideen brauchen, damit man den Content der Times dann noch irgendwie findet. Ich denke, so funktioniert das Geldverdienen online nicht, weil Online so nicht funktioniert (aber immerhin gut, dass das jemand beweisen wird.) (more…)
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Noch bevor am Freitag in Oslo klar war, ob die Explosion in der Innenstadt eine Gasexplosion oder ein Terroranschlag war, fiel auf diversen Nachrichtenstationen bereits unzählige Male das Schlagwort “Al Qaida”. Auf CNN und in der BBC waren dutzende dahin tendierende Terrorexperten am Wort (von deutschsprachigen Medien fangen wir hier gleich gar nicht erst an) und in Onlineforen jubelten nicht nur Jihadisten über die westlichen Toten sondern geiferten auch bereits die Rechtsextremen über die verabscheuten Moslems. (more…)
Falls jemand noch nie einen Kommentar von Anneliese Rohrer gelesen hat, sei ihm hiermit eine rasche Zusammenfassung vieler davon geliefert: “Österreichs Junge sind viel zu brav und egoistisch angepasst (und die duckmäuserischen Alten sind als schlechte Vorbilder schuld daran)“. Ich habe dieses Lamento jetzt schon einige Male zu oft gelesen. Obwohl ein großer, wahrer Kern darin steckt, teile ich den Befund so nicht mehr. (more…)
Auch wenn “Die Presse” seit 1848 frei ist, die Freude zur Innovation ist geblieben – vor allem, wenn es um die eigenen wirtschaftlichen Belange geht. Da wird schon mal eine Sonntagsausgabe gestartet, die von derselben Redaktion gestaltet wird, welche schon die Montags- bis Samstagsausgaben verantwortet – gratis.
Nun ist es nicht neu, dass PraktikantInnen von Medienhäusern in Dienstverhältnisse gezwängt werden, die knapp an der Rechtswidrigkeit vorbeischrammen. Dieser Grundkonsens zieht sich quer durch die Medienlandschaft (wenn auch Ausnahmen die Regel bestätigen). Die Innovation nach dem Klick
Unsere Sprachdebatte wird natürlich auch anderswo geführt. Zum Beispiel in England. Tim Radford hat da im Guardian 25 Gebote für JournalistInnen aufgelistet. Sie sind nicht neu, Radford hat sie für ein kleineres Publikum schon vor 15 Jahren verfasst. Er begründet sie genauso gut verständlich, wie er es von anderen fordert: “Ich fragte mich, was man beim Schreiben einer Story nie vergessen darf. Die Antwort war laut und deutlich: Dass sie jemand lesen soll.” Die Gebote kann sich jeder kurz durchlesen, der Texte schreibt. Vor allem für Punkt 20 hätte ich den Mann gern umarmt.
20. English is better than Latin. You don’t exterminate, you kill. You don’t salivate, you drool. You don’t conflagrate, you burn. Moses did not say to Pharaoh: “The consequence of non-release of one particular subject ethnic population could result ultimately in some kind of algal manifestation in the main river basin, with unforeseen outcomes for flora and fauna, not excluding consumer services.” He said “the waters which are in the river … shall be turned to blood, and the fish that is in the river shall die, and the river shall stink.”
Die Ergebnisse der PISA-Studie alarmieren: Immer weniger 15-jährige in Österreich können ausreichend lesen. Yilmaz Gülüm schreibt bereits von der Bedrohung des geschriebenen Wortes. Die Kurzform seines lesenswerten Textes: Da immer weniger Menschen lesen können, bewirkt Journalismus auch immer weniger. Yilmaz sorgt sich, dass viele unerreichbar werden.
Luca Hammer meint, wenn er einen Absatz dreimal lesen muss um ihn zu verstehen, dann hat der Autor versagt. Er hat damit recht. Ist dann aber “Heute” [Anm.: Gratis U-Bahn-Zeitung in Wien] der neue Qualitätsmaßstab, an dem unsere Artikel gemessen werden?
Das Aufdecken von zigtausenden Berichten des Pentagons zum Afghanistan-Krieg (über die Lage in Kabul führt Solmaz Khorsand übrigens aktuell ein tolles Tagebuch von vor Ort) hat in Österreich dank der Initiative eines Bloggers und eines aufmerksamen Online-Journalisten für etwas mehr als nur ein paar Kurzmeldungen gesorgt. Mit dem (sinngleich oft gehörten) Dementi des betroffenen Waffenherstellers war die Sache dann aber schnell wieder vorbei. Dabei stecken noch viele andere spannende Problemstellungen in der Causa. (more…)
Als einigermaßen bekannter Blogger bekommt man so alle ein bis zwei Wochen E-Mails von Studierenden, WissenschafterInnen und JournalistInnen mit der Bitte um ein Interview für Diplomarbeiten, Studien oder Beiträge. Eine solche ging bei mir Anfang Juni von Michael Andres ein, der seine Diplomarbeit zum Politikbloggen in Österreich verfasst (Michael hat gemeinsam mit unserem Mig auch unsere Politikbloggerstudie verfasst). Was ich ihm dazu zu erzählen hatte, erfahrt ihr nach dem Klick. (more…)
Die Unterschiede oder Gemeinsamkeiten von BloggerInnen und JournalistInnen sind im Umbruch der Informationswelt ein häufig aufgegriffenes Thema. Vor einigen Monaten hielt ich zum Beispiel bereits an der FH Wien einen kleinen Vortrag zu diesem Thema (mit eurer Hilfe). Es gibt Unterschiede, die ich damals noch nicht ausformuliert hatte. (more…)
Das isländische Parlament verabschiedete am Donnerstag ein Gesetz, dass das Land zum Leuchtfeuer für freie Meinungsäußerung und Schutz von Journalismus machen soll. Die “Icelandic Modern Media Initiative” (IMMI) ist der Versuch, die besten Gesetze zu diesem Thema aus aller Welt zusammenzutragen.Das Parlament stimmte einstimmig dafür, etwa besseren Schutz für “Whistleblower” und mehr Informationsfreiheit zu garantieren – nur eine Person war abwesend. (more…)
Die Seiten der englischen Times sind nun hinter der neuen Paywall versteckt. Das heißt, noch nicht ganz. Wer sich jetzt registriert, darf den Inhalt des Londoner Qualitätspapiers noch ein bisserl gratis “testen”. Hinterher werden Suchmaschinen und nicht-zahlende LeserInnen (1 Pfund pro Tag oder 2 pro Woche) ausgesperrt. Rupert Murdoch und seine StrategInnen werden einige Ideen brauchen, damit man den Content der Times dann noch irgendwie findet. Ich denke, so funktioniert das Geldverdienen online nicht, weil Online so nicht funktioniert (aber immerhin gut, dass das jemand beweisen wird.) (more…)




