
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	xmlns:series="http://unfoldingneurons.com/"
		xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd"
	xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/"
>

<channel>
	<title>zurPolitik.com &#187; Jugend</title>
	<atom:link href="http://zurpolitik.com/tag/jugend/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://zurpolitik.com</link>
	<description>Unabhängig über Politik, Gesellschaft und Medien. Österreich. EU. Global.</description>
	<lastBuildDate>Thu, 03 May 2012 10:01:06 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-at</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
	<copyright>Copyright © zurPolitik.com 2010 </copyright>
	<managingEditor>bot@zurpolitik.com (zurPolitik.com)</managingEditor>
	<webMaster>bot@zurpolitik.com (zurPolitik.com)</webMaster>
	<category>News, Politik, Medien, Gesellschaft, Österreich, Europa, Zeitgeschehen</category>
	<ttl>1440</ttl>
	<image>
		<url>http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/podpress/images/podcast.jpg</url>
		<title>zurPolitik.com</title>
		<link>http://zurpolitik.com</link>
		<width>144</width>
		<height>144</height>
	</image>
	<itunes:subtitle>Geschichten zum Zeitgeschehen aus Politik, Medien und Gesellschaft.</itunes:subtitle>
	<itunes:summary>Unabhängig über Politik, Gesellschaft und Medien. Österreich. EU. Global.</itunes:summary>
	<itunes:keywords>Politik, Medien, Gesellschaft, Zeitgeschehen, Feuilleton, Österreich, Europa</itunes:keywords>
	<itunes:category text="News &#38; Politics" />
	<itunes:category text="Society &#38; Culture" />
	<itunes:author>zurPolitik.com</itunes:author>
	<itunes:owner>
		<itunes:name>zurPolitik.com</itunes:name>
		<itunes:email>bot@zurpolitik.com</itunes:email>
	</itunes:owner>
	<itunes:block>no</itunes:block>
	<itunes:explicit>no</itunes:explicit>
	<itunes:image href="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/podpress/images/podcast.jpg" />
		<item>
		<title>Was Hausbesetzungen uns sagen sollten</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2011/11/12/was-hausbesetzungen-uns-sagen-sollten/</link>
		<comments>http://zurpolitik.com/2011/11/12/was-hausbesetzungen-uns-sagen-sollten/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 12 Nov 2011 21:06:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Georg Pichler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Besetzung]]></category>
		<category><![CDATA[epizentrum]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[lindengasse]]></category>
		<category><![CDATA[stadtkultur]]></category>
		<category><![CDATA[urbanismus]]></category>
		<category><![CDATA[westbahnstrasse]]></category>
		<category><![CDATA[wohnungsnotstand]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://zurpolitik.com/?p=9532</guid>
		<description><![CDATA[Wieder ist ein Haus besetzt und erneut wird daran vorbeidiskutiert, welchen Hinweis Besetzungen geben - Ein Gesetzesvorschlag von Georg Pichler]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das &#8220;Epizentrum&#8221; in der Wiener Lindengasse ist vor wenigen Tagen geräumt worden. Nun ist die &#8220;Szene&#8221; nicht allzuweit entfernt wieder aktiv, diesmal in der Westbahnstraße. In diversen Kommentarforen wird eifrig diskutiert, leider am Kern der Sache vorbei. Die wichtige Frage ist meiner Meinung nach nicht, wie rechtens so eine Besetzung ist, wie viele Arbeitslose unter den Besetzern sind oder wie umfangreich ein polizeilicher Räumungseinsatz sein sollte. Die Frage ist: Was bedeuten solche Besetzungen und was könnte die Politik tun? Ein Gesetzesvorschlag<span id="more-9532"></span><!--more-->.</p>
<p></p>
<p>So ein Besetzertrupp ist sehr heterogen. Wer gerade in den Mauern eines besetzten Gebäudes anwesend ist, kann allein stark mit der Tageszeit variieren. Gepflegt wird dennoch meist eine alternative Kultur, die stark auf politische Diskussion mit normativer Ausrichtung, Vernetzung und zwangloses Beinandersein (vulgo &#8220;Socializing&#8221;) ausgerichtet ist. So jedenfalls meine Erfahrung aus verschiedenen Lokalaugenscheinen. Man redet über bevorstehende Räumungen, erörtert Möglichkeiten um auf positive Weise Öffentlichkeit zu schaffen und denkt darüber nach, wie das unbewohnte Gemäuer genutzt werden könnte.</p>
<p>Und da ist der springende Punkt. Jene Häuser, die in Wien besetzt werden, stehen davor in der Regel jahrelang ungenutzt und modern vor sich hin. Berichterstattung über die plötzliche Inanspruchnahme selbiger könnte dafür Aufmerksamkeit schaffen, tut das aber nur begrenzt, weil sich die &#8220;Szene&#8221; teilweise selbst im Weg steht* und der gelernte Österreicher scheinbar nicht Willens ist, mehr als nur genannte Punkte in den Fokus der Debatte zu stellen.</p>
<p>In Wien herrscht ein Mangel an (Jugend-)Kulturzentren, insbesondere solchen die nicht unter kirchlicher oder staatlicher Weisung stehen. Selbstorganisierte Freiräume sind rar. Gleichzeitig ist auch die Wohnsituation für Studenten, Berufseinsteiger und Niedrigverdiener eher problematisch. Will man nicht ins suburbane Nirvana ziehen benötigt man schon einen Glückstreffer oder erstaunliches Durchhaltevermögen um in halbwegs brauchbarer Lage trotz der fast geschwürartigen Herrschaft des Maklertums zumutbare Wohnräume zu einem zumutbaren Preis zu bekommen. In Anbetracht solcher und anderer Problematiken wirkt es wie Hohn, wenn große Gebäude wie jenes in der Lindengasse schlichtweg verrotten.</p>
<p>Aus genannten Gründen haben Besetzungen in den seltensten Fällen einen nachhaltigen Effekt. Die letzte mit messbarem Erfolg war wohl jene der Arena, die vor über 30 Jahren unter anderen Bedingungen stattfand.</p>
<p>An den plötzlichen Ausbruch großen zivilgesellschaftlichen Einsatzes glaube ich leider nicht, ich stelle aber hiermit einen Gesetzesvorschlag zur Diskussion, der darauf abzielt, ungenutzte Gebäude schneller wieder in Verwendung zu bringen &#8211; entweder durch den Eigentümer oder einen neuen Besitzer mit einer Projektidee. Ich bitte um Beachtung, dass ich kein Jurist bin und meine Formulierungen daher wohl nicht ganz &#8220;wasserdicht&#8221; sind und auch nicht alle Eventualitäten abdecken.</p>
<blockquote><p>&#8220;Wird ein Zinshaus, Gewerbebau oder ein anderes Gebäude nachweislich über einen Zeitraum von X nicht vom Eigentümer oder Pächter genutzt, so fällt der zuständigen Gemeinde das Recht zu, nach einem Ultimatum an den Eigentümer über den Zeitraum von Y dieses Gebäude inklusive dem zur Nutzung und Erreichbarkeit erforderlichen Anteil des Grundstückes zu einem per Gutachten festgestellten, marktüblichen Preis unter in Betrachtziehung des Zustandes des Gebäudes und Grundstückes zu erwerben, oder im Namen des Eigentümers an einen Dritten zum Kauf zu vermitteln.</p>
<p>Für die Vermittlung an einen Dritten ist das Gebäude nebst Teilgrundstück öffentlich zur solchen um den gutachterlich ermittelten Fixpreis über einen Zeitraum  von Z auszuschreiben. Interessierte Käufer haben einen zeitlich und rechtlich verbindlichen Gebäudenutzungs- bzw. Gebäudeerrichtungs- und Projektplan einzureichen. Der Käufer ist von der zuständigen Gemeinde nach den Kriterien der Langfristigkeit und Nachhaltigkeit der geplanten Nutzung sowie deren Kompatibilität mit dem Bezirks- oder Gemeindeentwicklungsplan auszuwählen und hat nach dem Zuschlag unverzüglich mit der Umsetzung zu beginnen.&#8221;</p>
<p>Diskussionsvorschlag X: 3-4 Jahre<br />
Diskussionsvorschlag Y: 6 Monate &#8211; 1 Jahr<br />
Diskussionsvorschlag Z: 3 Monate</p></blockquote>
<p>Eine weitere, möglicherweise nachahmenswerte Vorgehensweise in puncto Hausbesetzungen, wird von der Stadt Zürich gepflegt (<a href="http://www.stadt-zuerich.ch/content/dam/stzh/pd/Deutsch/Stadtpolizei/Formulare%20und%20Merkblaetter/Merkblatt%20Hausbesetzungen%2006.pdf" target="_blank">Klick: Merkblatt als PDF</a>). Dank gebührt unserem Leser Jonas für den Hinweis.</p>
<p>Ihr seid am Wort.</p>
<p><small>* Die Mehrheit geht engagiert und konstruktiv zu Werke, ein Problem sind jedoch extrem langatmige Entscheidungsfindungsprozesse und ein gewisser, wenn auch kleiner Kern an Leuten, denen vor lauter Ideologie die Realität aus dem Blick geraten ist.</small></p>
<p><em>Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/agfreiburg/" target="_blank">agfreiburg via Flickr</a> / CC-BY-NC-SA 2.0</em></p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=9532&amp;md5=a572805706c8c048d6d6679a005dceb3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://zurpolitik.com/2011/11/12/was-hausbesetzungen-uns-sagen-sollten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>10</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=schaffertom&amp;url=http%3A%2F%2Fzurpolitik.com%2F2011%2F11%2F12%2Fwas-hausbesetzungen-uns-sagen-sollten%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Was+Hausbesetzungen+uns+sagen+sollten&amp;description=Das+%22Epizentrum%22+in+der+Wiener+Lindengasse+ist+vor+wenigen+Tagen+ger%C3%A4umt+worden.+Nun+ist+die+%22Szene%22+nicht+allzuweit+entfernt+wieder+aktiv%2C+diesmal+in+der+Westbahnstra%C3%9Fe.+In+diversen+Kommentarforen+wird+eifrig+diskutiert%2C+leider+am+Kern+der+Sache+vorbei.+Die+wichtige+Frage+ist+meiner+Meinung+nach+nicht%2C+wie+rechtens+so+eine+Besetzung+ist%2C+wie+viele+Arbeitslose+unter+den+Besetzern+sind+oder+wie+umfangreich+ein+polizeilicher+R%C3%A4umungseinsatz+sein+sollte.+Die+Frage+ist%3A+Was+bedeuten+solche+Besetzungen+und+was+k%C3%B6nnte+die+Politik+tun%3F+Ein+Gesetzesvorschlag.%0D%0A%0D%0A%5Bdisplay_podcast%5D%0D%0A%0D%0ASo+ein+Besetzertrupp+ist+sehr+heterogen.+Wer+gerade+in+den+Mauern+eines+besetzten+Geb%C3%A4udes+anwesend+ist%2C+kann+allein+stark+mit+der+Tageszeit+variieren.+Gepflegt+wird+dennoch+meist+eine+alternative+Kultur%2C+die+stark+auf+politische+Diskussion+mit+normativer+Ausrichtung%2C+Vernetzung+und+zwangloses+Beinandersein+%28vulgo+%22Socializing%22%29+ausgerichtet+ist.+So+jedenfalls+meine+Erfahrung+aus+verschiedenen+Lokalaugenscheinen.%C2%A0Man+redet+%C3%BCber+bevorstehende+R%C3%A4umungen%2C+er%C3%B6rtert+M%C3%B6glichkeiten+um+auf+positive+Weise+%C3%96ffentlichkeit+zu+schaffen+und+denkt+dar%C3%BCber+nach%2C+wie+das+unbewohnte+Gem%C3%A4uer+genutzt+werden+k%C3%B6nnte.%0D%0A%0D%0AUnd+da+ist+der+springende+Punkt.+Jene+H%C3%A4user%2C+die+in+Wien+besetzt+werden%2C+stehen+davor+in+der+Regel+jahrelang+ungenutzt+und+modern+vor+sich+hin.+Berichterstattung+%C3%BCber+die+pl%C3%B6tzliche+Inanspruchnahme+selbiger+k%C3%B6nnte+daf%C3%BCr+Aufmerksamkeit+schaffen%2C+tut+das+aber+nur+begrenzt%2C+weil+sich+die+%22Szene%22+teilweise+selbst+im+Weg+steht%2A+und+der+gelernte+%C3%96sterreicher+scheinbar+nicht+Willens+ist%2C+mehr+als+nur+genannte+Punkte+in+den+Fokus+der+Debatte+zu+stellen.%0D%0A%0D%0AIn+Wien+herrscht+ein+Mangel+an+%28Jugend-%29Kulturzentren%2C+insbesondere+solchen+die+nicht+unter+kirchlicher+oder+staatlicher+Weisung+stehen.+Selbstorganisierte+Freir%C3%A4ume+sind+rar.+Gleichzeitig+ist+auch+die+Wohnsituation+f%C3%BCr+Studenten%2C+Berufseinsteiger+und+Niedrigverdiener+eher+problematisch.+Will+man+nicht+ins+suburbane+Nirvana+ziehen+ben%C3%B6tigt+man+schon+einen+Gl%C3%BCckstreffer+oder+erstaunliches+Durchhalteverm%C3%B6gen+um+in+halbwegs+brauchbarer+Lage+trotz+der+fast+geschw%C3%BCrartigen+Herrschaft+des+Maklertums+zumutbare+Wohnr%C3%A4ume+zu+einem+zumutbaren+Preis+zu+bekommen.+In+Anbetracht+solcher+und+anderer+Problematiken+wirkt+es+wie+Hohn%2C+wenn+gro%C3%9Fe+Geb%C3%A4ude+wie+jenes+in+der+Lindengasse+schlichtweg+verrotten.%0D%0A%0D%0AAus+genannten+Gr%C3%BCnden+haben+Besetzungen+in+den+seltensten+F%C3%A4llen+einen+nachhaltigen+Effekt.+Die+letzte+mit+messbarem+Erfolg+war+wohl+jene+der+Arena%2C+die+vor+%C3%BCber+30+Jahren+unter+anderen+Bedingungen+stattfand.%0D%0A%0D%0AAn+den+pl%C3%B6tzlichen+Ausbruch+gro%C3%9Fen+zivilgesellschaftlichen+Einsatzes+glaube+ich+leider+nicht%2C+ich+stelle+aber+hiermit+einen+Gesetzesvorschlag+zur+Diskussion%2C+der+darauf+abzielt%2C+ungenutzte+Geb%C3%A4ude+schneller+wieder+in+Verwendung+zu+bringen+-+entweder+durch+den+Eigent%C3%BCmer+oder+einen+neuen+Besitzer+mit+einer+Projektidee.+Ich+bitte+um+Beachtung%2C+dass+ich+kein+Jurist+bin+und+meine+Formulierungen+daher+wohl+nicht+ganz+%22wasserdicht%22+sind+und+auch+nicht+alle+Eventualit%C3%A4ten+abdecken.%0D%0A%22Wird+ein+Zinshaus%2C+Gewerbebau+oder+ein+anderes+Geb%C3%A4ude+nachweislich+%C3%BCber+einen+Zeitraum+von+X+nicht+vom+Eigent%C3%BCmer+oder+P%C3%A4chter+genutzt%2C+so+f%C3%A4llt+der+zust%C3%A4ndigen+Gemeinde+das+Recht+zu%2C+nach+einem+Ultimatum+an+den+Eigent%C3%BCmer+%C3%BCber+den+Zeitraum+von+Y+dieses+Geb%C3%A4ude+inklusive+dem+zur+Nutzung+und+Erreichbarkeit+erforderlichen+Anteil+des+Grundst%C3%BCckes+zu+einem+per+Gutachten+festgestellten%2C+markt%C3%BCblichen+Preis+unter+in+Betrachtziehung+des+Zustandes+des+Geb%C3%A4udes+und+Grundst%C3%BCckes+zu+erwerben%2C+oder+im+Namen+des+Eigent%C3%BCmers+an+einen+Dritten+zum+Kauf+zu+vermitteln.%0D%0A%0D%0AF%C3%BCr+die+Vermittlung+an+einen+Dritten+ist+das+Geb%C3%A4ude+nebst+Teilgrundst%C3%BCck+%C3%B6ffentlich+zur+solchen+um+den+gutachterlich+ermittelten+Fixpreis+%C3%BCber+einen+Zeitraum%C2%A0+von+Z+auszuschreiben.+Interessierte+K%C3%A4ufer+haben+einen+zeitlich+und+rechtlich+verbindlichen+Geb%C3%A4udenutzungs-+bzw.+Geb%C3%A4udeerrichtungs-+und+Projektplan+einzureichen.+Der+K%C3%A4ufer+ist+von+der+zust%C3%A4ndigen+Gemeinde+nach+den+Kriterien+der+Langfristigkeit+und+Nachhaltigkeit+der+geplanten+Nutzung+sowie+deren+Kompatibilit%C3%A4t+mit+dem+Bezirks-+oder+Gemeindeentwicklungsplan+auszuw%C3%A4hlen+und+hat+nach+dem+Zuschlag+unverz%C3%BCglich+mit+der+Umsetzung+zu+beginnen.%22%0D%0A%0D%0ADiskussionsvorschlag+X%3A+3-4+Jahre%0D%0ADiskussionsvorschlag+Y%3A+6+Monate+-+1+Jahr%0D%0ADiskussionsvorschlag+Z%3A+3+Monate%0D%0AEine+weitere%2C+m%C3%B6glicherweise+nachahmenswerte+Vorgehensweise+in+puncto+Hausbesetzungen%2C+wird+von+der+Stadt+Z%C3%BCrich+gepflegt+%28Klick%3A+Merkblatt+als+PDF%29.+Dank+geb%C3%BChrt+unserem+Leser+Jonas+f%C3%BCr+den+Hinweis.%0D%0A%0D%0AIhr+seid+am+Wort.%0D%0A%0D%0A%2A+Die+Mehrheit+geht+engagiert+und+konstruktiv+zu+Werke%2C+ein+Problem+sind+jedoch+extrem+langatmige+Entscheidungsfindungsprozesse+und+ein+gewisser%2C+wenn+auch+kleiner+Kern+an+Leuten%2C+denen+vor+lauter+Ideologie+die+Realit%C3%A4t+aus+dem+Blick+geraten+ist.%0D%0A%0D%0AFoto%3A+agfreiburg+via+Flickr+%2F+CC-BY-NC-SA+2.0&amp;tags=Besetzung%2Cepizentrum%2CJugend%2Clindengasse%2Cstadtkultur%2Curbanismus%2Cwestbahnstrasse%2Cwohnungsnotstand%2Cblog" type="text/html" />
		<enclosure url="http://zurpolitik.com/podpress_trac/feed/9532/0/15_hausbesetzung.mp3" length="1" type="audio/mpeg" />
		<itunes:duration>0:00:01</itunes:duration>
		<itunes:subtitle>Wieder ist ein Haus besetzt und erneut wird daran vorbeidiskutiert, welchen Hinweis Besetzungen geben - Ein Gesetzesvorschlag von Georg Pichler</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Wieder ist ein Haus besetzt und erneut wird daran vorbeidiskutiert, welchen Hinweis Besetzungen geben - Ein Gesetzesvorschlag von Georg Pichler</itunes:summary>
		<itunes:keywords>Blog</itunes:keywords>
		<itunes:author>zurPolitik.com</itunes:author>
		<itunes:explicit>no</itunes:explicit>
		<itunes:block>no</itunes:block>
	</item>
		<item>
		<title>Rohrers Unmöglichkeiten sind nicht genug</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2011/07/11/anneliese-rohrers-unmoglichkeiten-sind-nicht-genug/</link>
		<comments>http://zurpolitik.com/2011/07/11/anneliese-rohrers-unmoglichkeiten-sind-nicht-genug/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 11 Jul 2011 13:26:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Anneliese Rohrer]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Replik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://zurpolitik.com/?p=9055</guid>
		<description><![CDATA[Obwohl alles schlecht sei, verlangt die Grande Dame des Innenpolitikjournalismus von der Jugend Engagement. Das ist die falsche Rede - Eine Replik von Tom Schaffer]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Falls jemand noch nie einen Kommentar von Anneliese Rohrer gelesen hat, sei ihm hiermit eine rasche Zusammenfassung vieler davon geliefert: &#8220;<em>Österreichs Junge sind viel zu brav und egoistisch angepasst (und die duckmäuserischen Alten sind als schlechte Vorbilder schuld daran)</em>&#8220;. Ich habe dieses Lamento jetzt schon einige Male zu oft gelesen. Obwohl ein großer, wahrer Kern darin steckt, teile ich den Befund so nicht mehr.<span id="more-9055"></span></p>
<p>Es gibt natürlich diese passiven und unkritischen Jungegoisten, die man wie Rohrer als <a href="http://diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/676410/Wenn-die-Blase-platzt" target="_blank">&#8220;Generation Scheiß drauf&#8221;</a> bezeichnen könnte (wenn man meint, dass diese Generation noch nicht mit genügend negativen Überbegriffen gestraft ist). Vielleicht gibt es heute etwas mehr als früher, vielleicht auch nicht. Jedenfalls hat es diese Gruppe schon immer gegeben. &#8220;<a href="http://zurpolitik.com/2010/10/14/unpolitische-generation-my-ass/" target="“&quot;blank&quot;">Ein gesteigertes Politinteresse ist immer ein Minderheitenphänomen</a>&#8220;, schrieb ich vergangenes Jahr bereits in einer ausführlichen Behandlung eines solchen Vorwurfs.</p>
<h2>Welche Jugend soll das sein?</h2>
<p>Die Jugend (die ich breit und doch zu eng als &#8220;Unter 30&#8243; verstehe), die Rohrer immer wieder beschreibt, scheint mir nicht die aus meiner Welt zu sein. Ich kenne zum Beispiel viele jener mutigen, motivierten und hervorragenden JungjournalistInnen, <a href="http://oe3.orf.at/sendungen/stories/510423/" target="_blank">deren Existenz Rohrer permanent zu leugnen scheint</a>. In meinem Bekanntenkreis sind ganz allgemein viele politisch interessierte Menschen, die <del>versuchen etwas zu tun</del> etwas tun, was ihnen wichtig erscheint. Und seit <a href="http://zurpolitik.com/index.php?s=unibrennt" target="_blank">#unibrennt</a> (das hier nicht als Aufbegehr-Feigenblatt unserer Generation steht, sondern als simpler Beleg <a href="http://zurpolitik.com/2009/11/10/jugendliche-faul-und-uninteressiert/" target="_blank">der Falscheit</a> der <a href="http://www.fm5.at/Kritisch%20sein%20bedeutet%20brennen/" target="_blank">Pauschalvorwürfe</a>) sind es noch viele mehr geworden.</p>
<p>Rohrer scheint solche jungen Menschen nicht zu kennen. Jedenfalls werden die Jungen, wie ich sie kenne, bei der großen alten Dame des heimischen Journalismus nie in ihrer Kritik ausgenommen oder auch nur erwähnt. Ich muss annehmen, dass jemand bewusst die angebrachte Differenzierung vermeidet, der wie sie mit Worten umzugehen weiß.</p>
<p>Oft – und da wird es etwas paradox &#8211; werden solche Rohrer-Beiträge von genau solche Menschen beklatscht, die ich in diese &#8220;gute&#8221; Kategorie tun würde. Dabei sollten sie &#8211; statt sich der Geißelung verpflichtet und möglicherweise noch darin angesprochen zu fühlen &#8211; das Selbstvertrauen aufbringen, sich lautstark auszunehmen und den Denkfehler aufzuzeigen.</p>
<h2>Nicht &#8220;trotzdem&#8221;, sondern &#8220;deswegen&#8221; muss das Prinzip sein</h2>
<p>Diese Selbstvertrauen fehlt vielen. Das ist nicht nur schade, sondern gefährlich. Ich gebe Rohrer eine Mitschuld daran.</p>
<p>Sie spricht über junge Menschen mit einer Attitüde des Wohlmeinens und mit der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anneliese_Rohrer" target="_blank">Autorität all ihrer Erfahrung</a> – also als Person, der man als Junger ruhig etwas glauben kann (und will). Und in dieser empfindlichen Position des Glaubens werden viele junge Menschen von ihr dann mit einem hoffnungslosen Bild überrumpelt. Was die Grande Dame als <a href="http://www.youtube.com/watch?v=9VH7GT_-7ug" target="_blank">ihre &#8220;Trotzdem&#8221;-Haltung</a> bezeichnet, malt immer eine Welt, in der alles ganz fürchterlich ist und niemand das Richtige tut. Und aus dieser Situation heraus wird der einzelne junge Mensch (ob nun konkret JournalistInnen oder andere) aufgefordert, doch &#8220;trotzdem&#8221; den hoffnungslosen Kampf zu führen.</p>
<p>Auch das Hoffnungslose zu versuchen ist ein legitimer Appell. Er ist ja <a href="http://de.wikiquote.org/wiki/Hermann_Hesse" target="_blank">nicht so ganz neu</a>, aber er ist vor allem nicht genug. Dieses &#8220;Allein gegen Alle&#8221;-Szenario schreckt mehr ab, als man abschrecken müsste. Es begünstigt die Mutlosigkeit, die Rohrer bekämpfen möchte. Autoritäten wie sie, die es gut mit der Jugend meinen, müssten zeitgleich mit der Kritik auch auf jene hinweisen und ihnen eine Plattform bieten, die &#8220;es&#8221; richtig machen. Nicht (nur) um deren Egos zu streicheln (was auch wichtig ist), sondern um den Nachrückenden Beispiele zu geben, wie es gehen kann. Statt nur an das innerste und schwierige Ideal zu appellieren, muss man gerade junge Menschen auch ermutigen &#8211; das &#8220;Deswegen&#8221; betonen, nicht das &#8220;Trotzdem&#8221;.</p>
<h2>Was Anneliese Rohrer auch sagen müsste</h2>
<p>Ermutigung soll das Prinzip Rohrers <a href="http://diepresse.com/home/blogs/rohrer/676094/WutbuergerStammtisch-VIII" target="_blank">Cafe Landtmann-Stammtisches</a> sein (der mich ja aus irgendeinem Grund bisher nicht anzieht &#8211; anderes Thema). Hingegen verpasst sie es in so ziemlich allen mir bekannten Texten, Interviews und Podiumsdiskussionen (also dem öffentlichkeitswirksamen Teil ihres Tuns), etwas von großer Bedeutung zur Jugend zu sagen: &#8220;Es gibt den Erfolgsweg, auf dem man etwas ändern kann. Und der ist gar nicht immer nur anstrengend und hoffnungslos, sondern es kann sich wirklich auszahlen, ihn zu gehen&#8221;.</p>
<p>Weil auch ich viel Respekt vor Anneliese Rohrer habe, würde ich mir wünschen, dass sich das ändert.</p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=9055&amp;md5=76f75803f2f9b3435756fdea69689ce0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://zurpolitik.com/2011/07/11/anneliese-rohrers-unmoglichkeiten-sind-nicht-genug/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>16</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=schaffertom&amp;url=http%3A%2F%2Fzurpolitik.com%2F2011%2F07%2F11%2Fanneliese-rohrers-unmoglichkeiten-sind-nicht-genug%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Rohrers+Unm%C3%B6glichkeiten+sind+nicht+genug&amp;description=Falls+jemand+noch+nie+einen+Kommentar+von+Anneliese+Rohrer+gelesen+hat%2C+sei+ihm+hiermit+eine+rasche+Zusammenfassung+vieler+davon+geliefert%3A+%22%C3%96sterreichs+Junge+sind+viel+zu+brav+und+egoistisch+angepasst+%28und+die+duckm%C3%A4userischen+Alten+sind+als+schlechte+Vorbilder+schuld+daran%29%22.+Ich+habe+dieses+Lamento+jetzt+schon+einige+Male+zu+oft+gelesen.+Obwohl+ein+gro%C3%9Fer%2C+wahrer+Kern+darin+steckt%2C+teile+ich+den+Befund+so+nicht+mehr.%0D%0A%0D%0AEs+gibt+nat%C3%BCrlich+diese+passiven+und+unkritischen+Jungegoisten%2C+die+man+wie+Rohrer+als+%22Generation+Schei%C3%9F+drauf%22+bezeichnen+k%C3%B6nnte+%28wenn+man+meint%2C+dass+diese+Generation+noch+nicht+mit+gen%C3%BCgend+negativen+%C3%9Cberbegriffen+gestraft+ist%29.+Vielleicht+gibt+es+heute+etwas+mehr+als+fr%C3%BCher%2C+vielleicht+auch+nicht.+Jedenfalls+hat+es+diese+Gruppe+schon+immer+gegeben.+%22Ein+gesteigertes+Politinteresse+ist+immer+ein+Minderheitenph%C3%A4nomen%22%2C+schrieb+ich+vergangenes+Jahr+bereits+in+einer+ausf%C3%BChrlichen+Behandlung+eines+solchen+Vorwurfs.%0D%0AWelche+Jugend+soll+das+sein%3F%0D%0ADie+Jugend+%28die+ich+breit+und+doch+zu+eng+als+%22Unter+30%22+verstehe%29%2C+die+Rohrer+immer+wieder+beschreibt%2C+scheint+mir+nicht+die+aus+meiner+Welt+zu+sein.+Ich+kenne+zum+Beispiel+viele+jener+mutigen%2C+motivierten+und+hervorragenden+JungjournalistInnen%2C+deren+Existenz+Rohrer+permanent+zu+leugnen+scheint.+In+meinem+Bekanntenkreis+sind+ganz+allgemein+viele+politisch+interessierte+Menschen%2C+die+versuchen+etwas+zu+tun+etwas+tun%2C+was+ihnen+wichtig+erscheint.+Und+seit+%23unibrennt+%28das+hier+nicht+als+Aufbegehr-Feigenblatt+unserer+Generation+steht%2C+sondern+als+simpler+Beleg+der+Falscheit+der+Pauschalvorw%C3%BCrfe%29+sind+es+noch+viele+mehr+geworden.%0D%0A%0D%0ARohrer+scheint+solche+jungen+Menschen+nicht+zu+kennen.+Jedenfalls+werden+die+Jungen%2C+wie+ich+sie+kenne%2C+bei+der+gro%C3%9Fen+alten+Dame+des+heimischen+Journalismus+nie+in+ihrer+Kritik+ausgenommen+oder+auch+nur+erw%C3%A4hnt.+Ich+muss+annehmen%2C+dass+jemand+bewusst+die+angebrachte+Differenzierung+vermeidet%2C+der+wie+sie+mit+Worten+umzugehen+wei%C3%9F.%0D%0A%0D%0AOft+%E2%80%93+und+da+wird+es+etwas+paradox+-+werden+solche+Rohrer-Beitr%C3%A4ge+von+genau+solche+Menschen+beklatscht%2C+die+ich+in+diese+%22gute%22+Kategorie+tun+w%C3%BCrde.+Dabei+sollten+sie+-+statt+sich+der+Gei%C3%9Felung+verpflichtet+und+m%C3%B6glicherweise+noch+darin+angesprochen+zu+f%C3%BChlen+-+das+Selbstvertrauen+aufbringen%2C+sich+lautstark+auszunehmen+und+den+Denkfehler+aufzuzeigen.%0D%0ANicht+%22trotzdem%22%2C+sondern+%22deswegen%22+muss+das+Prinzip+sein%0D%0ADiese+Selbstvertrauen+fehlt+vielen.+Das+ist+nicht+nur+schade%2C+sondern+gef%C3%A4hrlich.+Ich+gebe+Rohrer+eine+Mitschuld+daran.%0D%0A%0D%0ASie+spricht+%C3%BCber+junge+Menschen+mit+einer+Attit%C3%BCde+des+Wohlmeinens+und+mit+der+Autorit%C3%A4t+all+ihrer+Erfahrung+%E2%80%93+also+als+Person%2C+der+man+als+Junger+ruhig+etwas+glauben+kann+%28und+will%29.+Und+in+dieser+empfindlichen+Position+des+Glaubens+werden+viele+junge+Menschen+von+ihr+dann+mit+einem+hoffnungslosen+Bild+%C3%BCberrumpelt.+Was+die+Grande+Dame+als+ihre+%22Trotzdem%22-Haltung+bezeichnet%2C+malt+immer+eine+Welt%2C+in+der+alles+ganz+f%C3%BCrchterlich+ist+und+niemand+das+Richtige+tut.+Und+aus+dieser+Situation+heraus+wird+der+einzelne+junge+Mensch+%28ob+nun+konkret+JournalistInnen+oder+andere%29+aufgefordert%2C+doch+%22trotzdem%22+den+hoffnungslosen+Kampf+zu+f%C3%BChren.%0D%0A%0D%0AAuch+das+Hoffnungslose+zu+versuchen+ist+ein+legitimer+Appell.+Er+ist+ja+nicht+so+ganz+neu%2C+aber+er+ist+vor+allem+nicht+genug.+Dieses+%22Allein+gegen+Alle%22-Szenario+schreckt+mehr+ab%2C+als+man+abschrecken+m%C3%BCsste.+Es+beg%C3%BCnstigt+die+Mutlosigkeit%2C+die+Rohrer+bek%C3%A4mpfen+m%C3%B6chte.+Autorit%C3%A4ten+wie+sie%2C+die+es+gut+mit+der+Jugend+meinen%2C+m%C3%BCssten+zeitgleich+mit+der+Kritik+auch+auf+jene+hinweisen+und+ihnen+eine+Plattform+bieten%2C+die+%22es%22+richtig+machen.+Nicht+%28nur%29+um+deren+Egos+zu+streicheln+%28was+auch+wichtig+ist%29%2C+sondern+um+den+Nachr%C3%BCckenden+Beispiele+zu+geben%2C+wie+es+gehen+kann.+Statt+nur+an+das+innerste+und+schwierige+Ideal+zu+appellieren%2C+muss+man+gerade+junge+Menschen+auch+ermutigen+-+das+%22Deswegen%22+betonen%2C+nicht+das+%22Trotzdem%22.%0D%0AWas+Anneliese+Rohrer+auch+sagen+m%C3%BCsste%0D%0AErmutigung+soll+das+Prinzip+Rohrers+Cafe+Landtmann-Stammtisches+sein+%28der+mich+ja+aus+irgendeinem+Grund+bisher+nicht+anzieht+-+anderes+Thema%29.+Hingegen+verpasst+sie+es+in+so+ziemlich+allen+mir+bekannten+Texten%2C+Interviews+und+Podiumsdiskussionen+%28also+dem+%C3%B6ffentlichkeitswirksamen+Teil+ihres+Tuns%29%2C+etwas+von+gro%C3%9Fer+Bedeutung+zur+Jugend+zu+sagen%3A+%22Es+gibt+den+Erfolgsweg%2C+auf+dem+man+etwas+%C3%A4ndern+kann.+Und+der+ist+gar+nicht+immer+nur+anstrengend+und+hoffnungslos%2C+sondern+es+kann+sich+wirklich+auszahlen%2C+ihn+zu+gehen%22.%0D%0A%0D%0AWeil+auch+ich+viel+Respekt+vor+Anneliese+Rohrer+habe%2C+w%C3%BCrde+ich+mir+w%C3%BCnschen%2C+dass+sich+das+%C3%A4ndert.&amp;tags=Anneliese+Rohrer%2CJournalismus%2CJugend%2CMedien%2CReplik%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>Die Jugend will die FPÖ nicht</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2011/05/08/die-jugend-will-die-fpo-nicht/</link>
		<comments>http://zurpolitik.com/2011/05/08/die-jugend-will-die-fpo-nicht/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 08 May 2011 19:13:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[FPÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Umfragen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://zurpolitik.com/?p=8728</guid>
		<description><![CDATA[Nur um es ein weiteres Mal zu unterstreichen, bevor beim nächsten halbgaren Anlassfall dann wieder den Blauen mythenbildnerisch in die Hände gespielt und medial überlegt wird, warum die Jugend so rechts ist.
Die schärfsten Gegner einer freiheitlichen Regierungsbeteiligung finden sich&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nur um es ein weiteres Mal zu unterstreichen, bevor beim nächsten halbgaren Anlassfall dann wieder den Blauen mythenbildnerisch in die Hände gespielt und medial überlegt wird, warum die Jugend so rechts ist.</p>
<blockquote><p>Die schärfsten Gegner einer freiheitlichen Regierungsbeteiligung finden sich bei dieser Umfrage in den Reihen der Maturanten und Akademiker, aber auch <strong>die Befragten unter 30 sind mit großer Mehrheit gegen Regierungssitze für Strache und Co</strong> (Quelle: <a href="http://derstandard.at/1304551315088/STANDARD-Umfrage-43-Prozent-wollen-die-FPOe-in-der-naechsten-Regierung" target="_blank">derStandard.at</a>, Hervorhebung durch Autor)</p></blockquote>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=8728&amp;md5=fb0a0031a0cdc32506ff9b71ceeb6f0b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://zurpolitik.com/2011/05/08/die-jugend-will-die-fpo-nicht/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>13</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=schaffertom&amp;url=http%3A%2F%2Fzurpolitik.com%2F2011%2F05%2F08%2Fdie-jugend-will-die-fpo-nicht%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Die+Jugend+will+die+FP%C3%96+nicht&amp;description=Nur+um+es+ein+weiteres+Mal+zu+unterstreichen%2C+bevor+beim+n%C3%A4chsten+halbgaren+Anlassfall+dann+wieder+den+Blauen+mythenbildnerisch+in+die+H%C3%A4nde+gespielt+und+medial+%C3%BCberlegt+wird%2C+warum+die+Jugend+so+rechts+ist.%0D%0A%0D%0ADie+sch%C3%A4rfsten+Gegner+einer+freiheitlichen+Regierungsbeteiligung+finden+sich+bei+dieser+Umfrage+in+den+Reihen+der+Maturanten+und+Akademiker%2C+aber+auch+die+Befragten+unter+30+sind+mit+gro%C3%9Fer+Mehrheit+gegen+Regierungssitze+f%C3%BCr+Strache+und+Co+%28Quelle%3A+derStandard.at%2C+Hervorhebung+durch+Autor%29&amp;tags=FP%C3%96%2CJugend%2CUmfragen%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>Bericht und Video von der #unibrennt-Demo</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2010/10/28/video-von-der-unibrennt-demo/</link>
		<comments>http://zurpolitik.com/2010/10/28/video-von-der-unibrennt-demo/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 28 Oct 2010 19:04:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Budget]]></category>
		<category><![CDATA[Familienbeihilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[unibrennt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://zurpolitik.com/?p=6632</guid>
		<description><![CDATA[Die bisher größte Demo dieses Wiener Protestherbsts gegen das <a href="http://zurpolitik.com/2010/10/24/wir-panieren-die-jugend-teil-2011/" target="_blank">jugend-, familien- und armenfeindliche Budget für 2011&#8230;</a> der österreichischen Bundesregierung zog heute vom Parlament zur Unviersität für angewandte Künste &#8211; nicht ohne vorher einen Stop bei den Parteizentralen der SPÖ und]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die bisher größte Demo dieses Wiener Protestherbsts gegen das <a href="http://zurpolitik.com/2010/10/24/wir-panieren-die-jugend-teil-2011/" target="_blank">jugend-, familien- und armenfeindliche Budget für 2011</a> der österreichischen Bundesregierung zog heute vom Parlament zur Unviersität für angewandte Künste &#8211; nicht ohne vorher einen Stop bei den Parteizentralen der SPÖ und ÖVP zu machen. Die Demonstrierenden forderten mehr Geld für Bildung und kritisierten die massiven Einsparungen im Jugend- und Bildungsbereich.<span id="more-6632"></span></p>
<p>Damit ihr euch ein Bild vom Ausmaß machen könnt, habe ich ein Video mitgebracht. Es zeigt die Demo auf ihren letzten Metern. An dieser Stelle hat die Straße 3 Auto- und zwei Straßenbahnspuren, viele Menschen sind zusätzlich noch auf den Gehsteigen gegangen. Leider blieb der Zug irgendwann nochmal stehen, sodass ich ihn nicht in voller Länge drauf habe. An der Albertina zog die Demo wenige Minuten davor etwa 27 Minuten lang vorbei.</p>
<p>Bei der kurz gehaltenen Schlusskundgebung waren etwa 20.000 Menschen vor Ort &#8211; vorrangig Jugendliche. Personen der ÖH, Bundesjugend, Behinderten-Pflegeorganisationen. Leute von der Plattform für Alleinerziehende und der Gewerkschaftsjugend sprachen zu der Menge. Unterstützt wurde der Protest gegen die Familienbeihilfenkürzung auch von den Rektoren, die allerdings ihre Präferenz für Studiengebühren durchklingen ließen.</p>
<p>20.000 sind viele, aber nicht so viele, wie bei <a href="http://zurpolitik.com/2010/03/12/video-vom-polizeiaufgebot-bei-bolognaburns/" target="_blank">der Großdemo letzten Herbst (40.000)</a>. Die ÖH vermutet mir mit 30.000 etwas zu hoch, <a href="http://zurpolitik.com/2010/03/12/video-vom-polizeiaufgebot-bei-bolognaburns/" target="_blank">die Polizei</a> musste ihre anfängliche Zahl &#8220;über 1.000&#8243; am Ende zumindest auf immer noch lächerliche 5.000 hochschrauben und lernt hoffentlich bald zählen. </p>
<p><object width="630" height="497"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/S54lI8qI-PQ?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;hd=1&amp;color1=0x3a3a3a&amp;color2=0x999999"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/S54lI8qI-PQ?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;hd=1&amp;color1=0x3a3a3a&amp;color2=0x999999" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="630" height="497"></embed></object></p>
<p>Hier nochmal der Demoweg und einige Anmerkungen.</p>
<p><iframe width="630" height="450" frameborder="0" scrolling="no" marginheight="0" marginwidth="0" src="http://maps.google.at/maps/ms?ie=UTF8&amp;hl=de&amp;msa=0&amp;msid=116283369278129786033.000493b1b3a857943a192&amp;ll=48.207658,16.368985&amp;spn=0.01287,0.027037&amp;z=15&amp;output=embed"></iframe><br /><small><a href="http://maps.google.at/maps/ms?ie=UTF8&amp;hl=de&amp;msa=0&amp;msid=116283369278129786033.000493b1b3a857943a192&amp;ll=48.207658,16.368985&amp;spn=0.01287,0.027037&amp;z=15&amp;source=embed" style="color:#0000FF;text-align:left">#unibrennt Demo in Wien am 28.10.2010</a> auf einer größeren Karte anzeigen</small></p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=6632&amp;md5=45c09722fbe382fa9fa2d9b69745e71b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://zurpolitik.com/2010/10/28/video-von-der-unibrennt-demo/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=schaffertom&amp;url=http%3A%2F%2Fzurpolitik.com%2F2010%2F10%2F28%2Fvideo-von-der-unibrennt-demo%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Bericht+und+Video+von+der+%23unibrennt-Demo&amp;description=Die+bisher+gr%C3%B6%C3%9Fte+Demo+dieses+Wiener+Protestherbsts+gegen+das+jugend-%2C+familien-+und+armenfeindliche+Budget+f%C3%BCr+2011+der+%C3%B6sterreichischen+Bundesregierung+zog+heute+vom+Parlament+zur+Unviersit%C3%A4t+f%C3%BCr+angewandte+K%C3%BCnste+-+nicht+ohne+vorher+einen+Stop+bei+den+Parteizentralen+der+SP%C3%96+und+%C3%96VP+zu+machen.+Die+Demonstrierenden+forderten+mehr+Geld+f%C3%BCr+Bildung+und+kritisierten+die+massiven+Einsparungen+im+Jugend-+und+Bildungsbereich.%0D%0A%0D%0ADamit+ihr+euch+ein+Bild+vom+Ausma%C3%9F+machen+k%C3%B6nnt%2C+habe+ich+ein+Video+mitgebracht.+Es+zeigt+die+Demo+auf+ihren+letzten+Metern.+An+dieser+Stelle+hat+die+Stra%C3%9Fe+3+Auto-+und+zwei+Stra%C3%9Fenbahnspuren%2C+viele+Menschen+sind+zus%C3%A4tzlich+noch+auf+den+Gehsteigen+gegangen.+Leider+blieb+der+Zug+irgendwann+nochmal+stehen%2C+sodass+ich+ihn+nicht+in+voller+L%C3%A4nge+drauf+habe.+An+der+Albertina+zog+die+Demo+wenige+Minuten+davor+etwa+27+Minuten+lang+vorbei.%0D%0A%0D%0ABei+der+kurz+gehaltenen+Schlusskundgebung+waren+etwa+20.000+Menschen+vor+Ort+-+vorrangig+Jugendliche.+Personen+der+%C3%96H%2C+Bundesjugend%2C+Behinderten-Pflegeorganisationen.+Leute+von+der+Plattform+f%C3%BCr+Alleinerziehende+und+der+Gewerkschaftsjugend+sprachen+zu+der+Menge.+Unterst%C3%BCtzt+wurde+der+Protest+gegen+die+Familienbeihilfenk%C3%BCrzung+auch+von+den+Rektoren%2C+die+allerdings+ihre+Pr%C3%A4ferenz+f%C3%BCr+Studiengeb%C3%BChren+durchklingen+lie%C3%9Fen.%0D%0A%0D%0A20.000+sind+viele%2C+aber+nicht+so+viele%2C+wie+bei+der+Gro%C3%9Fdemo+letzten+Herbst+%2840.000%29.+Die+%C3%96H+vermutet+mir+mit+30.000+etwas+zu+hoch%2C+die+Polizei+musste+ihre+anf%C3%A4ngliche+Zahl+%22%C3%BCber+1.000%22+am+Ende+zumindest+auf+immer+noch+l%C3%A4cherliche+5.000+hochschrauben+und+lernt+hoffentlich+bald+z%C3%A4hlen.+%0D%0A%0D%0A%0D%0A%0D%0AHier+nochmal+der+Demoweg+und+einige+Anmerkungen.%0D%0A%0D%0A%0A%23unibrennt+Demo+in+Wien+am+28.10.2010+auf+einer+gr%C3%B6%C3%9Feren+Karte+anzeigen&amp;tags=Bildung%2CBudget%2CFamilienbeihilfe%2CJugend%2CProtest%2Cunibrennt%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>Wir panieren die Jugend, Teil 2011</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2010/10/24/wir-panieren-die-jugend-teil-2011/</link>
		<comments>http://zurpolitik.com/2010/10/24/wir-panieren-die-jugend-teil-2011/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Oct 2010 13:22:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Budget 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Familienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Generation]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskrise]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://zurpolitik.com/?p=6534</guid>
		<description><![CDATA[Mit dem Budget 2011 hat die Regierung eines bewiesen: Um nur keine Lobby zu ärgern, opfert man gerne auch die Jugend des Landes - Ein viel zu freundliches Schimpfwort von Tom Schaffer]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Die neue Politik&#8221;-Kampagne der SPÖ und das &#8220;Schwarz macht geil&#8221; der ÖVP waren Versuche der letzten Jahre, bei den jugendlichen WählerInnen wieder besser Fuß zu fassen. Die Parteien treiben sich in den Discos rum, zeichnen Comics, machen Hiphop-Raps. So verstehen Rot und Schwarz und Blau das Wort &#8220;Jugendpolitik&#8221;. Zahl ihnen vielleicht mal ein Bier, dann werdens dich schon mögen. Während das in unserer Landeshauptstadt wieder mal im Wahlkampf abging, schürten Faymann und Pröll ein Paket, das die Jugendlichen mit Füßen tritt.<span id="more-6534"></span></p>
<p>Die Analysen zur Budgetbekanntgabe strotzen vor Silben wie &#8220;sozial gerecht&#8221;, &#8220;moderat&#8221; oder &#8220;<a href="http://derstandard.at/1287099870545/Blog-Krisenfrey-Ein-lauwarmes-Budget" target="_blank">lauwarm</a>&#8220;. Das ist ein Hinweis dafür im Wirtschaftsjournalismus einfach zu wenig junge Menschen arbeiten. Denn das Budget mag vielleicht für Spitzenpensionisten, sonstige gut Betuchte und Banken <a href="http://www.zeit.de/2010/35/A-Schwarzbuch">die ohnehin keine Steuern zahlen</a> problemlos sein, aber mit Sicherheit nicht für Ärmere Menschen, Jugendliche und Familien. Von den etwa 1,6 Milliarden Euro an geplanten Einsparungen des Bundesbudgets von 2011 gehen 256 Millionen Euro direkt auf den Rücken der Jugend.</p>
<p>58 Millionen spart Österreich sich durch die Auszahlung der Familienbeihilfe bis 24 statt bisher 26 Jahre, <a href="http://derstandard.at/1287099884893/Sparkurs-Familienbeihilfe-kuenftig-fuer-35000-Menschen-weniger" target="_blank">35.000 Menschen weniger beziehen demnach Familienbeihilfe</a>. 3,6% der ausgabenseitigen Budgetkonsolidierung fällt damit auf 0,4% der Bevölkerung. Und das sind nicht etwa die Superreichen, denen man vielleicht im Krisenfall die 90. Million vom Konto zupft, sondern junge Studierende. Weitere 168 Millionen spart man sich, weil man 16 bis 24-jährigen künftig weniger zahlt. Also auch hauptsächlich SchülerInnen und Studierenden &#8211; und zwar nicht die mit gut betuchten Eltern, sondern pauschal alle. Die soziale Durchlässigkeit unseres Arme enorm benachteiligenden Bildungswesen ist damit sicher erleichtert.</p>
<p>Dabei ist der Titel &#8220;Familienbeihilfe&#8221; irreführend. Denn in Österreich mildert die Familienbeihilfe ein sehr großes Problem: Dass es kein funktionierendes Stipendiensystem gibt. Auch unter den derzeit bereits schwierigen Bedingungen müssen 45% der Studierenden <a href="http://ww2.sozialerhebung.at/Ergebnisse/" target="_blank">laut Studierenden-Sozialerhebung 2009</a> bereits durchgehend neben dem Studium arbeiten (also nicht nur in den Ferien). Während jüngere Studierende das weniger betrifft, liegt der Schnitt im Bereich 25- bis 26-Jährige bei über 50%. Diesen Menschen werden in den kommenden Jahren <a href="http://akweb.akwien.at/fambeire/" target="_blank">2.500 bis 3.000 im Jahr</a> fehlen. Dazu kommen wegfallende Vergünstigungen für Öffitickets (was in Wien weitere 160 Euro Belastung im Jahr bedeutet) und das Ende der Mitversicherung bei den Eltern, was im günstigsten Fall weitere 600 Euro kostet. </p>
<p>Dazu ist vielleicht noch zu sagen, dass diese Generation ohnehin bereits eine ist <del>, die einige Zeit lang Studiengebühren zahlen musste</del>, die ihren Weg auf den Arbeitsmarkt während einer Krise suchen muss. Jobs liegen also nicht gerade auf der Straße. Aber selbst wenn man einen findet, hat die Krise langfristig fatale Folgen: Wer während einer Krise zu arbeiten beginnt verdient fast 10 bis 15 Jahre lang deutlich weniger, als Leute die während einer guten Wirtschaftslage in den Job kommen. (<a href="http://castroller.com/podcasts/TheEconomyExplained/1740613-196%20Planet%20Money%20Grandmother%20vs%20Grandson,%20Steel-Cage%20Match" target="_blank">Planet Money Podcast #196, ab Minute 12</a>).</p>
<p>Übrigens, wer nicht studiert und zwischen 18 und 21 Arbeit sucht, bekommt künftig auch keine Familienbeihilfe mehr. Einsparungen dadurch: 30 Millionen Euro. Damit tragen arbeitslose Jugendliche gleich viel zum &#8220;ausgewogenen&#8221; Budget bei, wie die (angebliche) Besteuerung von Aktiengewinnen. Klingt sehr gerecht. Hätte man dieses Geld nicht auch bei der im internationalen Vergleich lächerlich hohen Parteienförderung einsparen können? Oder bei Strukturreformen? Oder bei einer Besteuerung von hohen Vermögen? Oder, oder, oder&#8230;?</p>
<p>Dass natürlich auch Jugendliche autofahren (vor allem die, die nicht studieren), Rauchen und von allen Weitergaben von Kosten der Wirtschaft an den Kunden betroffen sein werden &#8211; und damit auch von den anderen massiven Belastungen direkt betroffen sind &#8211; lässt sich schwer quantifizieren. Dass die ohnehin angeschlagene Jugend zwischen hoher Arbeitslosigkeit, schlechten Studienbedingungen und finanziellen Problemen auch noch einen viel zu großen Teil der Krise tragen muss, ist hingegen unbestreitbar. </p>
<p>Ein Dank an die Politik dafür! Ich bin gespannt, ob beim nächsten Rechtsruck (falls die Grünen jetzt nicht sehr gut reagieren, ist der vorprogrammiert) der Jugend wieder alle die Chuzpe haben zu behaupten, dass &#8220;endlich über die bösen AusländerInnen geredet werden muss&#8221;. Dorks! Verdammte Dorks!</p>
<p><small><em>Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/stephaneginer/2494154243/sizes/o/in/photostream/" target="_blank">Stephane Giner</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank">CC2.0 BY-NC-SA</a></em></small></p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=6534&amp;md5=d0068631721412660a406cf538c22b1b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://zurpolitik.com/2010/10/24/wir-panieren-die-jugend-teil-2011/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>13</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=schaffertom&amp;url=http%3A%2F%2Fzurpolitik.com%2F2010%2F10%2F24%2Fwir-panieren-die-jugend-teil-2011%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Wir+panieren+die+Jugend%2C+Teil+2011&amp;description=%22Die+neue+Politik%22-Kampagne+der+SP%C3%96+und+das+%22Schwarz+macht+geil%22+der+%C3%96VP+waren+Versuche+der+letzten+Jahre%2C+bei+den+jugendlichen+W%C3%A4hlerInnen+wieder+besser+Fu%C3%9F+zu+fassen.+Die+Parteien+treiben+sich+in+den+Discos+rum%2C+zeichnen+Comics%2C+machen+Hiphop-Raps.+So+verstehen+Rot+und+Schwarz+und+Blau+das+Wort+%22Jugendpolitik%22.+Zahl+ihnen+vielleicht+mal+ein+Bier%2C+dann+werdens+dich+schon+m%C3%B6gen.+W%C3%A4hrend+das+in+unserer+Landeshauptstadt+wieder+mal+im+Wahlkampf+abging%2C+sch%C3%BCrten+Faymann+und+Pr%C3%B6ll+ein+Paket%2C+das+die+Jugendlichen+mit+F%C3%BC%C3%9Fen+tritt.%0D%0A%0D%0ADie+Analysen+zur+Budgetbekanntgabe+strotzen+vor+Silben+wie+%22sozial+gerecht%22%2C+%22moderat%22+oder+%22lauwarm%22.+Das+ist+ein+Hinweis+daf%C3%BCr+im+Wirtschaftsjournalismus+einfach+zu+wenig+junge+Menschen+arbeiten.+Denn+das+Budget+mag+vielleicht+f%C3%BCr+Spitzenpensionisten%2C+sonstige+gut+Betuchte+und+Banken+die+ohnehin+keine+Steuern+zahlen+problemlos+sein%2C+aber+mit+Sicherheit+nicht+f%C3%BCr+%C3%84rmere+Menschen%2C+Jugendliche+und+Familien.+Von+den+etwa+1%2C6+Milliarden+Euro+an+geplanten+Einsparungen+des+Bundesbudgets+von+2011+gehen+256+Millionen+Euro+direkt+auf+den+R%C3%BCcken+der+Jugend.%0D%0A%0D%0A58+Millionen+spart+%C3%96sterreich+sich+durch+die+Auszahlung+der+Familienbeihilfe+bis+24+statt+bisher+26+Jahre%2C+35.000+Menschen+weniger+beziehen+demnach+Familienbeihilfe.+3%2C6%25+der+ausgabenseitigen+Budgetkonsolidierung+f%C3%A4llt+damit+auf+0%2C4%25+der+Bev%C3%B6lkerung.+Und+das+sind+nicht+etwa+die+Superreichen%2C+denen+man+vielleicht+im+Krisenfall+die+90.+Million+vom+Konto+zupft%2C+sondern+junge+Studierende.+Weitere+168+Millionen+spart+man+sich%2C+weil+man+16+bis+24-j%C3%A4hrigen+k%C3%BCnftig+weniger+zahlt.+Also+auch+haupts%C3%A4chlich+Sch%C3%BClerInnen+und+Studierenden+-+und+zwar+nicht+die+mit+gut+betuchten+Eltern%2C+sondern+pauschal+alle.+Die+soziale+Durchl%C3%A4ssigkeit+unseres+Arme+enorm+benachteiligenden+Bildungswesen+ist+damit+sicher+erleichtert.%0D%0A%0D%0ADabei+ist+der+Titel+%22Familienbeihilfe%22+irref%C3%BChrend.+Denn+in+%C3%96sterreich+mildert+die+Familienbeihilfe+ein+sehr+gro%C3%9Fes+Problem%3A+Dass+es+kein+funktionierendes+Stipendiensystem+gibt.+Auch+unter+den+derzeit+bereits+schwierigen+Bedingungen+m%C3%BCssen+45%25+der+Studierenden+laut+Studierenden-Sozialerhebung+2009+bereits+durchgehend+neben+dem+Studium+arbeiten+%28also+nicht+nur+in+den+Ferien%29.+W%C3%A4hrend+j%C3%BCngere+Studierende+das+weniger+betrifft%2C+liegt+der+Schnitt+im+Bereich+25-+bis+26-J%C3%A4hrige+bei+%C3%BCber+50%25.+Diesen+Menschen+werden+in+den+kommenden+Jahren+2.500+bis+3.000+im+Jahr+fehlen.+Dazu+kommen+wegfallende+Verg%C3%BCnstigungen+f%C3%BCr+%C3%96ffitickets+%28was+in+Wien+weitere+160+Euro+Belastung+im+Jahr+bedeutet%29+und+das+Ende+der+Mitversicherung+bei+den+Eltern%2C+was+im+g%C3%BCnstigsten+Fall+weitere+600+Euro+kostet.+%0D%0A%0D%0ADazu+ist+vielleicht+noch+zu+sagen%2C+dass+diese+Generation+ohnehin+bereits+eine+ist+%2C+die+einige+Zeit+lang+Studiengeb%C3%BChren+zahlen+musste%2C+die+ihren+Weg+auf+den+Arbeitsmarkt+w%C3%A4hrend+einer+Krise+suchen+muss.+Jobs+liegen+also+nicht+gerade+auf+der+Stra%C3%9Fe.+Aber+selbst+wenn+man+einen+findet%2C+hat+die+Krise+langfristig+fatale+Folgen%3A+Wer+w%C3%A4hrend+einer+Krise+zu+arbeiten+beginnt+verdient+fast+10+bis+15+Jahre+lang+deutlich+weniger%2C+als+Leute+die+w%C3%A4hrend+einer+guten+Wirtschaftslage+in+den+Job+kommen.+%28Planet+Money+Podcast+%23196%2C+ab+Minute+12%29.%0D%0A%0D%0A%C3%9Cbrigens%2C+wer+nicht+studiert+und+zwischen+18+und+21+Arbeit+sucht%2C+bekommt+k%C3%BCnftig+auch+keine+Familienbeihilfe+mehr.+Einsparungen+dadurch%3A+30+Millionen+Euro.+Damit+tragen+arbeitslose+Jugendliche+gleich+viel+zum+%22ausgewogenen%22+Budget+bei%2C+wie+die+%28angebliche%29+Besteuerung+von+Aktiengewinnen.+Klingt+sehr+gerecht.+H%C3%A4tte+man+dieses+Geld+nicht+auch+bei+der+im+internationalen+Vergleich+l%C3%A4cherlich+hohen+Parteienf%C3%B6rderung+einsparen+k%C3%B6nnen%3F+Oder+bei+Strukturreformen%3F+Oder+bei+einer+Besteuerung+von+hohen+Verm%C3%B6gen%3F+Oder%2C+oder%2C+oder...%3F%0D%0A%0D%0ADass+nat%C3%BCrlich+auch+Jugendliche+autofahren+%28vor+allem+die%2C+die+nicht+studieren%29%2C+Rauchen+und+von+allen+Weitergaben+von+Kosten+der+Wirtschaft+an+den+Kunden+betroffen+sein+werden+-+und+damit+auch+von+den+anderen+massiven+Belastungen+direkt+betroffen+sind+-+l%C3%A4sst+sich+schwer+quantifizieren.+Dass+die+ohnehin+angeschlagene+Jugend+zwischen+hoher+Arbeitslosigkeit%2C+schlechten+Studienbedingungen+und+finanziellen+Problemen+auch+noch+einen+viel+zu+gro%C3%9Fen+Teil+der+Krise+tragen+muss%2C+ist+hingegen+unbestreitbar.+%0D%0A%0D%0AEin+Dank+an+die+Politik+daf%C3%BCr%21+Ich+bin+gespannt%2C+ob+beim+n%C3%A4chsten+Rechtsruck+%28falls+die+Gr%C3%BCnen+jetzt+nicht+sehr+gut+reagieren%2C+ist+der+vorprogrammiert%29+der+Jugend+wieder+alle+die+Chuzpe+haben+zu+behaupten%2C+dass+%22endlich+%C3%BCber+die+b%C3%B6sen+Ausl%C3%A4nderInnen+geredet+werden+muss%22.+Dorks%21+Verdammte+Dorks%21%0D%0A%0D%0AFoto%3A+Stephane+Giner%2C+CC2.0+BY-NC-SA&amp;tags=%C3%96sterreich%2CBudget+2011%2CFamilienpolitik%2CGeneration%2CJugend%2CJugendpolitik%2CWirtschaftskrise%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>Unpolitische Generation? My ass!</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2010/10/14/unpolitische-generation-my-ass/</link>
		<comments>http://zurpolitik.com/2010/10/14/unpolitische-generation-my-ass/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 14 Oct 2010 10:53:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Generation]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://zurpolitik.com/?p=6480</guid>
		<description><![CDATA[Die unpolitische Generation ist nicht die Jugend von heute. Es ist keine und jede Generation die es jemals gab - Ein Schimpfwort von Tom Schaffer]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Bisher bei zurPolitik.com</em>: Susannes Artikel über <a href="http://zurpolitik.com/2010/10/13/gewahlte-volksvertreter-%e2%80%93-feinde-der-demokratie/" target="_blank">PolitikerInnen als Demokratieproblem</a> stieß eine Diskussion über die Sage von der &#8220;unpolitischen Generation&#8221; an. Diese Phrase wird vor allem gern als diffamierender Vorwurf an die Jugend verwendet. Sie beklagt, dass die <em>Gschroppen</em> sich für nichts interessieren und den Arsch nicht hochkriegen. Ich habe sie <a href="http://zurpolitik.com/2009/11/10/jugendliche-faul-und-uninteressiert/" target="_blank">schon</a> (fast) <a href="http://zurpolitik.com/2009/09/01/uber-meine-und-andere-generationen-sprechen-mit-ein-bisschen-wut/" target="_blank">immer</a> für ein saublödes Märchen gehalten. <span id="more-6480"></span></p>
<p><em>Fast</em> immer, weil ich mit 16 schon eine Phase hatte, als ich über meine Generation frustriert war. Entmutigt, weil sich im Freundeskreis wenige fanden mit denen man sich über die politischen Nachrichten unterhalten konnte. Sollte es einigen meiner jüngeren LeserInnen heute auch so gehen: Keine Angst! Das geht vorbei. Ihr werdet in den nächsten Jahren eure Gruppen finden, wo das anders ist. Und es werden euch auch solche bleiben, wo das so bleibt.</p>
<p><strong>Der Vorwurf der unpolitischen Generation könnte an jede Generation zu jeder Zeit gerichtet werden</strong>. Sieht man sich den &#8220;Durchschnittsmenschen&#8221; aller Generationen an, erblickt man immer eine unpolitische Person. Schön sichtbar ist das bei Familientreffen. Da verhängen Omis sogar explizite Sprechverbote über Politik, weil sie Streitigkeiten bei den seltenen intimen Treffen vermeiden wollen. (Das gelegentliche Schockzitat über Ausländer fehlt trotzdem wohl selten.) </p>
<p>Ein gesteigertes Politinteresse ist immer ein Minderheitenphänomen. Sich permanent für das Parteiengeschehen zu interessieren, der Weltpolitik zu folgen oder gar das Wissen für einen analytischen Zugang dazu haben, das ist was für eine kleine Menge an Freaks &#8211; Leute wie vermutlich euch oder mich. </p>
<p><strong>Jede Generation hat aber ihre Themen</strong>, bei denen die Masse mitmacht, weil sie einen zeitgeschichtlichen Nerv treffen. Im Kleinen ziehen tausend <a href="http://zurpolitik.com/2009/06/13/bilder-vom-museumsquartier-flashmob/">Menschen ins Museumsquartier</a>, wenn man ihnen dort einige Freiheiten verbieten will. Oder hunderte OrtsbewohnerInnen stehen auf, wenn man eine Aslywerberfamilie aus ihrer Mitte reißen möchte. </p>
<p><a href="http://zurpolitik.com/tag/protest/" target="_blank">#unibrennt</a> und <a href="http://zurpolitik.com/2010/10/12/stuttgart21-und-widerstandsrecht/" target="_blank">#s21</a> sind zwei aktuelle Beispiele dafür, wenn großen Themen betroffen sind. Diese Bewegungen brachen los, weil Bildung seit Jahren verschlechtert und die Jugend allgemein verarscht wird und die Schnauze voll hat &#8211; und im anderen Fall, weil die Demokratie verwahrlost (die trotz aller meistgezeigten Uninteressiertheit <a href="http://zurpolitik.com/2009/06/23/2009-das-jahr-in-dem-osterreich-kippt/" target="_blank">niemand verlieren will</a>). Anfang des Jahrzehnts war der Pazifismus in Form der Gegnerschaft zum Irak-Krieg ein Thema. Zigtausende Schüler standen auf Europas Straßen und wünschten Bush jr. zum Teufel. </p>
<p>Ich erinnere mich gut an unsere ungenehmigte Demo von einigen hundert Leuten unseres Gymnasiums (an das einige hundert Leute gehen). Es war der Morgen der Invasion in den Irak und wir legten den Durchzugsverkehr im Stadtzentrum Kapfenbergs lahm, bis uns die Polizei nach einigen Stunden des Platzes verwies (wir erkannten, dass es in dieser globalen Frage keinen Zweck hätte, eine Anzeige hinzunehmen und das Zeichen war gesetzt). Da waren jene Leute mit dabei, von deren Polituninteressiertheit ich kurz davor noch so frustriert war.</p>
<p><strong>Es sind die Rahmenbedingungen, die eine Generation politisieren</strong>. Und damit greife ich gerne einen Kommentar von Martin Schimak zu Susannes Artikel auf: &#8220;<em>Die unpolitische Generation wird die politischste Generation aller Zeiten</em>&#8220;. Ich bin nicht sicher, ob das stimmt. Politik wird wohl ein Minderheiteninteresse bleiben. </p>
<p>Aber wenn man sich die heutigen Rahmenbedingungen ansieht, dann sind da viele potentielle Impulse für eine Politisierung von Massen. Vielleicht mehr als in vergangenen Jahrzehnten: Die Missachtung der Jugend, Integration und Zuwanderung, Globalisierungserscheinungen, Redemokratisierung, Bildung, Sozialabbau, das Verschwinden öffentlichen Raums und Güter, die Missachtung von bürgerlichen Freiheiten, Klimaschutz oder auch Umweltschutz sind und werden große Themen unserer Zeit sein. Wir haben uns mit all dem hier schon öfters beschäftigt. Vieles davon ist nicht neu, manches schon. Aber all das birgt immensen Zündstoff. Irgendwo im Hinterkopf und Herz hat auch der &#8220;unpolitischste&#8221; Mensch zu diesen Fragen seine Haltungen und Werte. Und in manchen Situationen werden sie zum Ausbruch kommen.</p>
<p><strong>Das Gerede von der unpolitischen Generation ist und war schon immer Geschwafel</strong> von Leuten, die nicht richtig hinsehen und -hören können. Auch von solchen die glauben, dass Raps, Comics, discobesuchende Politiker, von Parteien geschmissene Partys oder ein Facebook-Account allein das sind, was die Jungen wollen. Die, die denken, dass sie damit echte Jugendpolitik ersetzen können. (Dorks!) Manchmal ist es auch die Leier jener, die in ihrem Frust überhaupt nur noch das Schlechte sehen. </p>
<p>Eines jedenfalls ist mir heute wie schon (fast) immer klar: Mit der Wahrheit hat diese Phrase nicht das Geringste zu tun.</p>
<p><small><em>Fotocredits: <a href="http://www.flickr.com/photos/spliffx/183152671/sizes/o/">designer-wg.de</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank">CC2.0 BY-NC</a></em></small></p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=6480&amp;md5=5fc6900ee7669669e7cdd1a0a41eb5e1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://zurpolitik.com/2010/10/14/unpolitische-generation-my-ass/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=schaffertom&amp;url=http%3A%2F%2Fzurpolitik.com%2F2010%2F10%2F14%2Funpolitische-generation-my-ass%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Unpolitische+Generation%3F+My+ass%21&amp;description=Bisher+bei+zurPolitik.com%3A+Susannes+Artikel+%C3%BCber+PolitikerInnen+als+Demokratieproblem+stie%C3%9F+eine+Diskussion+%C3%BCber+die+Sage+von+der+%22unpolitischen+Generation%22+an.+Diese+Phrase+wird+vor+allem+gern+als+diffamierender+Vorwurf+an+die+Jugend+verwendet.+Sie+beklagt%2C+dass+die+Gschroppen+sich+f%C3%BCr+nichts+interessieren+und+den+Arsch+nicht+hochkriegen.+Ich+habe+sie+schon+%28fast%29+immer+f%C3%BCr+ein+saubl%C3%B6des+M%C3%A4rchen+gehalten.+%0D%0A%0D%0AFast+immer%2C+weil+ich+mit+16+schon+eine+Phase+hatte%2C+als+ich+%C3%BCber+meine+Generation+frustriert+war.+Entmutigt%2C+weil+sich+im+Freundeskreis+wenige+fanden+mit+denen+man+sich+%C3%BCber+die+politischen+Nachrichten+unterhalten+konnte.+Sollte+es+einigen+meiner+j%C3%BCngeren+LeserInnen+heute+auch+so+gehen%3A+Keine+Angst%21+Das+geht+vorbei.+Ihr+werdet+in+den+n%C3%A4chsten+Jahren+eure+Gruppen+finden%2C+wo+das+anders+ist.+Und+es+werden+euch+auch+solche+bleiben%2C+wo+das+so+bleibt.%0D%0A%0D%0ADer+Vorwurf+der+unpolitischen+Generation+k%C3%B6nnte+an+jede+Generation+zu+jeder+Zeit+gerichtet+werden.+Sieht+man+sich+den+%22Durchschnittsmenschen%22+aller+Generationen+an%2C+erblickt+man+immer+eine+unpolitische+Person.+Sch%C3%B6n+sichtbar+ist+das+bei+Familientreffen.+Da+verh%C3%A4ngen+Omis+sogar+explizite+Sprechverbote+%C3%BCber+Politik%2C+weil+sie+Streitigkeiten+bei+den+seltenen+intimen+Treffen+vermeiden+wollen.+%28Das+gelegentliche+Schockzitat+%C3%BCber+Ausl%C3%A4nder+fehlt+trotzdem+wohl+selten.%29+%0D%0A%0D%0AEin+gesteigertes+Politinteresse+ist+immer+ein+Minderheitenph%C3%A4nomen.+Sich+permanent+f%C3%BCr+das+Parteiengeschehen+zu+interessieren%2C+der+Weltpolitik+zu+folgen+oder+gar+das+Wissen+f%C3%BCr+einen+analytischen+Zugang+dazu+haben%2C+das+ist+was+f%C3%BCr+eine+kleine+Menge+an+Freaks+-+Leute+wie+vermutlich+euch+oder+mich.+%0D%0A%0D%0AJede+Generation+hat+aber+ihre+Themen%2C+bei+denen+die+Masse+mitmacht%2C+weil+sie+einen+zeitgeschichtlichen+Nerv+treffen.+Im+Kleinen+ziehen+tausend+Menschen+ins+Museumsquartier%2C+wenn+man+ihnen+dort+einige+Freiheiten+verbieten+will.+Oder+hunderte+OrtsbewohnerInnen+stehen+auf%2C+wenn+man+eine+Aslywerberfamilie+aus+ihrer+Mitte+rei%C3%9Fen+m%C3%B6chte.+%0D%0A%0D%0A%23unibrennt+und+%23s21+sind+zwei+aktuelle+Beispiele+daf%C3%BCr%2C+wenn+gro%C3%9Fen+Themen+betroffen+sind.+Diese+Bewegungen+brachen+los%2C+weil+Bildung+seit+Jahren+verschlechtert+und+die+Jugend+allgemein+verarscht+wird+und+die+Schnauze+voll+hat+-+und+im+anderen+Fall%2C+weil+die+Demokratie+verwahrlost+%28die+trotz+aller+meistgezeigten+Uninteressiertheit+niemand+verlieren+will%29.+Anfang+des+Jahrzehnts+war+der+Pazifismus+in+Form+der+Gegnerschaft+zum+Irak-Krieg+ein+Thema.+Zigtausende+Sch%C3%BCler+standen+auf+Europas+Stra%C3%9Fen+und+w%C3%BCnschten+Bush+jr.+zum+Teufel.+%0D%0A%0D%0AIch+erinnere+mich+gut+an+unsere+ungenehmigte+Demo+von+einigen+hundert+Leuten+unseres+Gymnasiums+%28an+das+einige+hundert+Leute+gehen%29.+Es+war+der+Morgen+der+Invasion+in+den+Irak+und+wir+legten+den+Durchzugsverkehr+im+Stadtzentrum+Kapfenbergs+lahm%2C+bis+uns+die+Polizei+nach+einigen+Stunden+des+Platzes+verwies+%28wir+erkannten%2C+dass+es+in+dieser+globalen+Frage+keinen+Zweck+h%C3%A4tte%2C+eine+Anzeige+hinzunehmen+und+das+Zeichen+war+gesetzt%29.+Da+waren+jene+Leute+mit+dabei%2C+von+deren+Polituninteressiertheit+ich+kurz+davor+noch+so+frustriert+war.%0D%0A%0D%0AEs+sind+die+Rahmenbedingungen%2C+die+eine+Generation+politisieren.+Und+damit+greife+ich+gerne+einen+Kommentar+von+Martin+Schimak+zu+Susannes+Artikel+auf%3A+%22Die+unpolitische+Generation+wird+die+politischste+Generation+aller+Zeiten%22.+Ich+bin+nicht+sicher%2C+ob+das+stimmt.+Politik+wird+wohl+ein+Minderheiteninteresse+bleiben.+%0D%0A%0D%0AAber+wenn+man+sich+die+heutigen+Rahmenbedingungen+ansieht%2C+dann+sind+da+viele+potentielle+Impulse+f%C3%BCr+eine+Politisierung+von+Massen.+Vielleicht+mehr+als+in+vergangenen+Jahrzehnten%3A+Die+Missachtung+der+Jugend%2C+Integration+und+Zuwanderung%2C+Globalisierungserscheinungen%2C+Redemokratisierung%2C+Bildung%2C+Sozialabbau%2C+das+Verschwinden+%C3%B6ffentlichen+Raums+und+G%C3%BCter%2C+die+Missachtung+von+b%C3%BCrgerlichen+Freiheiten%2C+Klimaschutz+oder+auch+Umweltschutz+sind+und+werden+gro%C3%9Fe+Themen+unserer+Zeit+sein.+Wir+haben+uns+mit+all+dem+hier+schon+%C3%B6fters+besch%C3%A4ftigt.+Vieles+davon+ist+nicht+neu%2C+manches+schon.+Aber+all+das+birgt+immensen+Z%C3%BCndstoff.+Irgendwo+im+Hinterkopf+und+Herz+hat+auch+der+%22unpolitischste%22+Mensch+zu+diesen+Fragen+seine+Haltungen+und+Werte.+Und+in+manchen+Situationen+werden+sie+zum+Ausbruch+kommen.%0D%0A+%0D%0ADas+Gerede+von+der+unpolitischen+Generation+ist+und+war+schon+immer+Geschwafel+von+Leuten%2C+die+nicht+richtig+hinsehen+und+-h%C3%B6ren+k%C3%B6nnen.+Auch+von+solchen+die+glauben%2C+dass+Raps%2C+Comics%2C+discobesuchende+Politiker%2C+von+Parteien+geschmissene+Partys+oder+ein+Facebook-Account+allein+das+sind%2C+was+die+Jungen+wollen.+Die%2C+die+denken%2C+dass+sie+damit+echte+Jugendpolitik+ersetzen+k%C3%B6nnen.+%28Dorks%21%29+Manchmal+ist+es+auch+die+Leier+jener%2C+die+in+ihrem+Frust+%C3%BCberhaupt+nur+noch+das+Schlechte+sehen.+%0D%0A%0D%0AEines+jedenfalls+ist+mir+heute+wie+schon+%28fast%29+immer+klar%3A+Mit+der+Wahrheit+hat+diese+Phrase+nicht+das+Geringste+zu+tun.%0D%0A%0D%0AFotocredits%3A+designer-wg.de%2C+CC2.0+BY-NC&amp;tags=Generation%2CGesellschaft%2CJugend%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>My Wahlkampf in the UK: Target Jungwähler</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2010/05/05/my-wahlkampf-in-the-uk-target-jungwahler/</link>
		<comments>http://zurpolitik.com/2010/05/05/my-wahlkampf-in-the-uk-target-jungwahler/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 05 May 2010 09:50:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautoren</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gastbeitrag]]></category>
		<category><![CDATA[David Cameron]]></category>
		<category><![CDATA[Gordon Brown]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Nick Clegg]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://zurpolitik.com/?p=4406</guid>
		<description><![CDATA[Wenige Tage vor Urnengang entdecken die Parteien den Jungwähler. Und Twitter-Platzhirsch Stephen Fry seine Sympathie für Gordon Brown - Ein Gastbeitrag von Manfred Sax]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Noch knapp 40 Stunden</strong> (<em>Anm. stimmt jetzt nicht mehr ganz, Großbritannien wählt morgen</em>) bis zu den Wahlen, vorneweg der aktuelle Umfragestand nach YouGov: CON 35% (+1), LAB 27% (0), LIB 28% (-1). Die Tücken zu den Prozentpunkten liegen in der Wahlkreis-Umsetzung. Demnach fehlen den Tories nur noch 43 Sitze zur Absoluten (bei 282 Parlamentskandidaten in Siegerposition). Trotz weniger Gesamtstimmen kann Labour noch immer mit doppelt so vielen „Members of Parliament“ rechnen wie die Liberaldemokraten (Schlüssel: 325 MPs = 50%; weitere Erläuterungen zur Wahlarithmetik gibt es <a href="http://fm4.orf.at/stories/1644039/" target="_blank">HIER</a> und <a href="http://www.zib21.com/jetztzeit/yes-minister-2010-wahlkampf-diary-01-going-down-mister-brown/" target="_blank">HIER</a>).<span id="more-4406"></span></p>
<p><strong>Noch 40 Stunden</strong>, aber die „großen“ Scharmützel sind Geschichte. Bekennende Immigrationsbegrenzer fühlen sich bei David Cameron am ehesten zuhause, auch die Altwähler (die größte Wählergruppe) scheinen seit Gordon Browns <a href="http://www.zib21.com/jetztzeit/my-wahlkampf-in-the-uk-05-bigotgate-sargverweigerin-killt-prime-minister/" target="_blank">BIGOTTGATE</a> mehr Herz für die Tories zu haben. Brown erwies sich zwar beim Thema „Wirtschaft“ (Wahlsprengel Titanic) als einziger kompetent, nur liegen seine Sympathiewerte unter dem Boden. „Newcomer“ Nick Clegg punktet bei jenen Wahlberechtigten, die sich nach einem echten „Change“ sehnen. Was den LibDems das beste Ergebnis seit langem garantieren sollte.</p>
<p>Noch 40 Stunden – in denen es den Wahlkämpfern um die „marginals“ geht. Die Randbereiche, die „floating“ (treibenden) Wähler – also auch den Jungwähler, zu dem es keine Erfahrungswerte gibt. Weil sie erstmals zur Urne gehen.</p>
<p><strong>Gestern hat der Door-to-Door-Wahlkampf </strong>auch in Winchester voll eingesetzt. Der Türschlitz ist mit Flugblättern verstopft, alle 30 Minuten klopft ein Aktivist an. Am eifrigsten die Young Britons Foundation (Tories), die mit der Angst des Jungwählers vor einem hängenden Parlament spekulieren (Flyers mit Big Ben in der Schlinge), natürlich eine Facebook-Kampagne unterhalten und auf Teufel-komm-raus twittern. Verständlich, in meiner Wahlheimat. Winchester (trotz meiner Zuwanderung die reichste Stadt Englands) hat Tory-Tradition, fühlt sich aber seit einem Tory-Fauxpas (siehe <a href="http://www.zib21.com/jetztzeit/my-wahlkampf-in-the-uk-02-die-libdems-oder-kandidat-kinky/" target="_blank">HIER</a>) im Lager der LibDems heimisch.</p>
<p>Bekanntlich grassiert im (mehrheitlich jungen) Nerdlager seit wenigen Jahren das Credo „Egal was die Zeitungen sagen, wichtig sind <a href="http://www.guardian.co.uk/politics/blog/2010/may/04/general-election-2010-live-blog" target="_blank">Blogworld</a> und Twitter“. Das stimmt nur zum Teil. Denn wahr ist auch, dass der Jungwähler zunehmend Randgruppe ist. Die Gesamtzahl der Erstwähler nimmt von Wahl zu Wahl ebenso ab wie die Gesamtzahl der Altwähler zunimmt. Yes, die Bevölkerungspyramide. Meine Familie bildet eine krasse Ausnahme, hier gibt es gleich zwei Erstwähler. Beide informieren sich vorwiegend online, beide lesen meines Wissens zumindest einen Blog (zib21), beide sind bei Facebook, beide gehen am Donnerstag wählen.</p>
<p>Aber keiner der beiden ist „floating“. Sie wissen, was sie wollen. Das ist, erstens, <strong>NICHT</strong> David Cameron als Prime Minister, zweitens ein Winchester ohne Tories an der Macht.</p>
<p><strong>Der Jüngere</strong> ist in seinen letzten College-Wochen, gerade ins wahlfähige Alter geraten und in Sachen Meinungsbildung vorwiegend instinktiv unterwegs. Er sah sich etwa die dritte TV-Debatte der drei Parteibosse an und fühlte sich im wesentlichen in dem bestätigt, was er „ohnehin dachte“. Erstens: „I hate Cameron“. Zweitens scheint „Brown wirtschaftlich kompetent (zu sein), nur hat er ständig Pech“. Bleiben also, drittens, in Winchester nur die Liberaldemokraten als wählbare Alternative. Was stimmt, wenn man den Tories nicht nützen will. Nicht einmal Parteimitglieder wählen in Winchester Labour. Weil Labour hier keine Chance hat.</p>
<p><strong>Der Ältere</strong> steht vor dem Abschluss auf der Uni Edinburgh. An sich Brown-Country, der junge Gordon war dort Rektor. Allerdings verlor Brown wegen „Bigottgate“ seinen Respekt: „Weil er sich bei der Frau entschuldigt hat. Sie ist ja bigott.“</p>
<p>Auch bei den Uni-Debatten der lokalen Kandidaten gefiel dem Älteren der Labour-Kandidat nicht sonderlich: „Er vermied viele Fragen, antwortete immer mit Statistiken, die mit den Fragen wenig zu tun hatten.“ Das Fazit: „Der LibDem-Kandidat und der Repräsentant der Grünen waren die Charismatiker“. Leider haben die Grünen nirgendwo eine Chance – und werden daher von vornherein nicht gewählt.</p>
<p><strong>Das heißt für den Älteren:</strong> „Ich bin ein LibDem-Mann“. Vor allem, weil bei den Wahlprogrammen der Parteien nur die LibDems Punkte im Programm hatten, die nicht nur „spekulativ“ waren sondern auch idealistischen Content hatten. Erstens <a href="http://robinhoodtax.org.uk/" target="_blank">„die Robin Hood-Steuer“</a> (Besteuerung der Profite der Banken). Zweitens „der Verzicht auf <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/UK_Trident_programme" target="_blank">Trident</a>“ (der nukleare Abwehrschild des United Kingdoms). Und natürlich freie Universitätsausbildung. „Labour will die Studiumskosten jetzt auf £ 5000.- pro Jahr und Kopf erhöhen und das dafür notwendige Schema der Studentenkredite an eine Bank verkaufen.“ (der Ältere) Und last, but not least, ist ihm auch der <a href="http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2010/apr/08/digital-economy-bill-exposes-broken-system" target="_blank">Digital Reform Act</a> zuwider, der Film – und Musikfirmen legale Mittel in die Hand gegeben hat, diverse Internet-Freeloaders gerichtlich zu verfolgen.</p>
<p>Soweit zwei Jungwähler. Wobei der Ältere der beiden den Wahlausgang entmutigend sieht: „Die einzige Partei, die wirklich einen Wandel will, hat wegen des Wahlsystems keine Mehrheits-Chancen. Ich vermute daher eine Labour-LibDem-Koalition, und Nick Clegg wird dann all seine Wahlversprechen verkaufen – im Austausch gegen Etablieren eines gerechteren Wahlsystems. Damit die LibDems bei den nächsten Wahlen in fünf Jahren bessere Chancen haben. Nur hat das Labour schon 1997 versprochen und nicht gehalten.“</p>
<p><strong>Ein Nachtrag zu Twitter und Blogworld.</strong> Die mit Abstand einflussreichste InsulanerIn in diesen Zonen ist der Schauspieler Stephen Fry, auch mein Älterer ist glühender Fan. Fry hat einskommafünf Millionen Twitter-Followers, sich in Sachen Wahlkampf aber erstaunlich diskret verhalten. Bis heute. Heute postete er auf seiner Website ein üppiges und extrem empfehlenswertes Essay des Titels <a href="http://www.stephenfry.com/2010/05/04/how-i-will-vote/"  target="_blank">„Wie ich wählen werde“</a>, in welchem er für alle drei Großparteien wirbt, wenn auch für eine nur halbherzig.</p>
<p>Fry ist in einer Tory-Familie aufgewachsen, wurde in den Thatcherjahren Labour-Aktivist und ist heute „bekennender floating voter“ – der sich bei den wahlrelevanten Fragen jenem berühmten Spruch Bill Clintons anschließt, der diesem die US-Präsidentschaft 1992 gewann: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/It%27s_the_economy,_stupid" target="_blank">„It´s the economy, stupid“.</a></p>
<p><strong>Nach den Wahlen</strong>, schreibt Fry, werden wir finanziell „in sechs verschiedenen Stellungen gebumst, egal wer an der Macht ist. Es wird drastische Einsparungen geben und jene, die es sich am wenigsten leisten können, wird es besonders treffen.“ Das Thema Wirtschaft sei daher das Thema Nummer Eins. Mit Abstand.</p>
<p>Fry machte sich auch die Liebesmüh, in wunderbar knappen Worten zu skizzieren, wie ein Politiker auszusehen habe, der diese massiven wirtschaftlichen Probleme gerade noch meistern könnte. Und legte einen trefflichen Steckbrief Gordon Browns hin, ohne ihn beim Namen zu nennen. Zur Erwähnung kamen nur die Tories: „Niemand kann allen Ernstes glauben, dass ein Team Cameron/(Osborne (George Osborne, der prospektive Finanzminister, Anm.) wirtschaftlich kompetent ist.“ Ein simples Statement, das jeder, der die Weisheiten von David Cameron auch nur eine Minute lang genoss, bedenkenlos unterschreiben würde (Stichwort: <a href="http://www.zib21.com/jetztzeit/my-wahlkampf-in-the-uk-03-thick-oder-david-cameron-die-tories/" target="_blank">THICK</a>). Worauf Fry eine Wahlempfehlung anschloss, die man anderswo auch in Zen-Wälzern finden könnte:</p>
<p><strong>„Truthähne würden nie pro Weihnachten wählen.“</strong></p>
<p>Zum aktuellen Zwischenstand (4.5.) im Wahlkampf laut online-Umfrageriesen <a href="http://ukpollingreport.co.uk/blog/" target="_blank">YouGov</a>:</p>
<p><strong>CON 35% (+1), LAB 27% (0), LIB 28% (-1)</strong> <strong>Prognose: Hung Parliament</strong></p>
<p>Noch zwei Prozentpunkte mehr, und Cameron kann sich auf die Adresse „10, Downing Street“ einstellen. Andererseits: Sollte Fry recht haben – und wirtschaftliche Kompetenz den Wahlausschlag geben –, dann wäre ein Umschwung quasi über Nacht möglich und Brown noch nicht geschlagen. Und was ist mit den Kleinparteien? Wird es erstmals in Englands Geschichte einen grünen Parlamentarier geben? Davon morgen.</p>
<p>PS. Folgend der Videoclip zweier Rapper für die LibDems: <strong>The Cleggs.</strong></p>
<p><object width="630" height="375"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/2ZRIquiqAYw&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xd0d0d0&#038;hl=de_DE&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowScriptAccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/2ZRIquiqAYw&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xd0d0d0&#038;hl=de_DE&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowScriptAccess="always" width="630" height="375"></embed></object></p>
<blockquote><p><em>Manfred Sax</em> lebt in Winchester (UK) und ist Journalist und Mitbegründer des Blogs <a href="http://zib21.com" target="_blank">zib21.com</a>, wo er ein Tagebuch über den aktuellen Wahlkampf führt</p></blockquote>
<p><small><em>Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/doublespeakshow/2166390408/sizes/l/" target="_blank">Double Speak Media</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.en" target="_blank">CC2.0 BY-SA-NC</a></em></small></p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=4406&amp;md5=cff1edeeb855bdb7a36237f222ef611b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://zurpolitik.com/2010/05/05/my-wahlkampf-in-the-uk-target-jungwahler/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=schaffertom&amp;url=http%3A%2F%2Fzurpolitik.com%2F2010%2F05%2F05%2Fmy-wahlkampf-in-the-uk-target-jungwahler%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=My+Wahlkampf+in+the+UK%3A+Target+Jungw%C3%A4hler&amp;description=Noch+knapp+40+Stunden+%28Anm.+stimmt+jetzt+nicht+mehr+ganz%2C+Gro%C3%9Fbritannien+w%C3%A4hlt+morgen%29+bis+zu+den+Wahlen%2C+vorneweg+der+aktuelle+Umfragestand+nach+YouGov%3A+CON+35%25+%28%2B1%29%2C+LAB+27%25+%280%29%2C+LIB+28%25+%28-1%29.+Die+T%C3%BCcken+zu+den+Prozentpunkten+liegen+in+der+Wahlkreis-Umsetzung.+Demnach+fehlen+den+Tories+nur+noch+43+Sitze+zur+Absoluten+%28bei+282+Parlamentskandidaten+in+Siegerposition%29.+Trotz+weniger+Gesamtstimmen+kann+Labour+noch+immer+mit+doppelt+so+vielen+%E2%80%9EMembers+of+Parliament%E2%80%9C+rechnen+wie+die+Liberaldemokraten+%28Schl%C3%BCssel%3A+325+MPs+%3D+50%25%3B+weitere+Erl%C3%A4uterungen+zur+Wahlarithmetik+gibt+es+HIER+und+HIER%29.%0D%0A%0D%0ANoch+40+Stunden%2C+aber+die+%E2%80%9Egro%C3%9Fen%E2%80%9C+Scharm%C3%BCtzel+sind+Geschichte.+Bekennende+Immigrationsbegrenzer+f%C3%BChlen+sich+bei+David+Cameron+am+ehesten+zuhause%2C+auch+die+Altw%C3%A4hler+%28die+gr%C3%B6%C3%9Fte+W%C3%A4hlergruppe%29+scheinen+seit+Gordon+Browns+BIGOTTGATE+mehr+Herz+f%C3%BCr+die+Tories+zu+haben.+Brown+erwies+sich+zwar+beim+Thema+%E2%80%9EWirtschaft%E2%80%9C+%28Wahlsprengel+Titanic%29+als+einziger+kompetent%2C+nur+liegen+seine+Sympathiewerte+unter+dem+Boden.+%E2%80%9ENewcomer%E2%80%9C+Nick+Clegg+punktet+bei+jenen+Wahlberechtigten%2C+die+sich+nach+einem+echten+%E2%80%9EChange%E2%80%9C+sehnen.+Was+den+LibDems+das+beste+Ergebnis+seit+langem+garantieren+sollte.%0D%0A%0D%0ANoch+40+Stunden+%E2%80%93+in+denen+es+den+Wahlk%C3%A4mpfern+um+die+%E2%80%9Emarginals%E2%80%9C+geht.+Die+Randbereiche%2C+die+%E2%80%9Efloating%E2%80%9C+%28treibenden%29+W%C3%A4hler+%E2%80%93+also+auch+den+Jungw%C3%A4hler%2C+zu+dem+es+keine+Erfahrungswerte+gibt.+Weil+sie+erstmals+zur+Urne+gehen.%0D%0A%0D%0AGestern+hat+der+Door-to-Door-Wahlkampf+auch+in+Winchester+voll+eingesetzt.+Der+T%C3%BCrschlitz+ist+mit+Flugbl%C3%A4ttern+verstopft%2C+alle+30+Minuten+klopft+ein+Aktivist+an.+Am+eifrigsten+die+Young+Britons+Foundation+%28Tories%29%2C+die+mit+der+Angst+des+Jungw%C3%A4hlers+vor+einem+h%C3%A4ngenden+Parlament+spekulieren+%28Flyers+mit+Big+Ben+in+der+Schlinge%29%2C+nat%C3%BCrlich+eine+Facebook-Kampagne+unterhalten+und+auf+Teufel-komm-raus+twittern.+Verst%C3%A4ndlich%2C+in+meiner+Wahlheimat.+Winchester+%28trotz+meiner+Zuwanderung+die+reichste+Stadt+Englands%29+hat+Tory-Tradition%2C+f%C3%BChlt+sich+aber+seit+einem+Tory-Fauxpas+%28siehe+HIER%29+im+Lager+der+LibDems+heimisch.%0D%0A%0D%0ABekanntlich+grassiert+im+%28mehrheitlich+jungen%29+Nerdlager+seit+wenigen+Jahren+das+Credo+%E2%80%9EEgal+was+die+Zeitungen+sagen%2C+wichtig+sind+Blogworld+und+Twitter%E2%80%9C.+Das+stimmt+nur+zum+Teil.+Denn+wahr+ist+auch%2C+dass+der+Jungw%C3%A4hler+zunehmend+Randgruppe+ist.+Die+Gesamtzahl+der+Erstw%C3%A4hler+nimmt+von+Wahl+zu+Wahl+ebenso+ab+wie+die+Gesamtzahl+der+Altw%C3%A4hler+zunimmt.+Yes%2C+die+Bev%C3%B6lkerungspyramide.+Meine+Familie+bildet+eine+krasse+Ausnahme%2C+hier+gibt+es+gleich+zwei+Erstw%C3%A4hler.+Beide+informieren+sich+vorwiegend+online%2C+beide+lesen+meines+Wissens+zumindest+einen+Blog+%28zib21%29%2C+beide+sind+bei+Facebook%2C+beide+gehen+am+Donnerstag+w%C3%A4hlen.%0D%0A%0D%0AAber+keiner+der+beiden+ist+%E2%80%9Efloating%E2%80%9C.+Sie+wissen%2C+was+sie+wollen.+Das+ist%2C+erstens%2C+NICHT+David+Cameron+als+Prime+Minister%2C+zweitens+ein+Winchester+ohne+Tories+an+der+Macht.%0D%0A%0D%0ADer+J%C3%BCngere+ist+in+seinen+letzten+College-Wochen%2C+gerade+ins+wahlf%C3%A4hige+Alter+geraten+und+in+Sachen+Meinungsbildung+vorwiegend+instinktiv+unterwegs.+Er+sah+sich+etwa+die+dritte+TV-Debatte+der+drei+Parteibosse+an+und+f%C3%BChlte+sich+im+wesentlichen+in+dem+best%C3%A4tigt%2C+was+er+%E2%80%9Eohnehin+dachte%E2%80%9C.+Erstens%3A+%E2%80%9EI+hate+Cameron%E2%80%9C.+Zweitens+scheint+%E2%80%9EBrown+wirtschaftlich+kompetent+%28zu+sein%29%2C+nur+hat+er+st%C3%A4ndig+Pech%E2%80%9C.+Bleiben+also%2C+drittens%2C+in+Winchester+nur+die+Liberaldemokraten+als+w%C3%A4hlbare+Alternative.+Was+stimmt%2C+wenn+man+den+Tories+nicht+n%C3%BCtzen+will.+Nicht+einmal+Parteimitglieder+w%C3%A4hlen+in+Winchester+Labour.+Weil+Labour+hier+keine+Chance+hat.%0D%0A%0D%0ADer+%C3%84ltere+steht+vor+dem+Abschluss+auf+der+Uni+Edinburgh.+An+sich+Brown-Country%2C+der+junge+Gordon+war+dort+Rektor.+Allerdings+verlor+Brown+wegen+%E2%80%9EBigottgate%E2%80%9C+seinen+Respekt%3A+%E2%80%9EWeil+er+sich+bei+der+Frau+entschuldigt+hat.+Sie+ist+ja+bigott.%E2%80%9C%0D%0A%0D%0AAuch+bei+den+Uni-Debatten+der+lokalen+Kandidaten+gefiel+dem+%C3%84lteren+der+Labour-Kandidat+nicht+sonderlich%3A+%E2%80%9EEr+vermied+viele+Fragen%2C+antwortete+immer+mit+Statistiken%2C+die+mit+den+Fragen+wenig+zu+tun+hatten.%E2%80%9C+Das+Fazit%3A+%E2%80%9EDer+LibDem-Kandidat+und+der+Repr%C3%A4sentant+der+Gr%C3%BCnen+waren+die+Charismatiker%E2%80%9C.+Leider+haben+die+Gr%C3%BCnen+nirgendwo+eine+Chance+%E2%80%93+und+werden+daher+von+vornherein+nicht+gew%C3%A4hlt.%0D%0A%0D%0ADas+hei%C3%9Ft+f%C3%BCr+den+%C3%84lteren%3A+%E2%80%9EIch+bin+ein+LibDem-Mann%E2%80%9C.+Vor+allem%2C+weil+bei+den+Wahlprogrammen+der+Parteien+nur+die+LibDems+Punkte+im+Programm+hatten%2C+die+nicht+nur+%E2%80%9Espekulativ%E2%80%9C+waren+sondern+auch+idealistischen+Content+hatten.+Erstens+%E2%80%9Edie+Robin+Hood-Steuer%E2%80%9C+%28Besteuerung+der+Profite+der+Banken%29.+Zweitens+%E2%80%9Eder+Verzicht+auf+Trident%E2%80%9C+%28der+nukleare+Abwehrschild+des+United+Kingdoms%29.+Und+nat%C3%BCrlich+freie+Universit%C3%A4tsausbildung.+%E2%80%9ELabour+will+die+Studiumskosten+jetzt+auf+%C2%A3+5000.-+pro+Jahr+und+Kopf+erh%C3%B6hen+und+das+daf%C3%BCr+notwendige+Schema+der+Studentenkredite+an+eine+Bank+verkaufen.%E2%80%9C+%28der+%C3%84ltere%29+Und+last%2C+but+not+least%2C+ist+ihm+auch+der+Digital+Reform+Act+zuwider%2C+der+Film+%E2%80%93+und+Musikfirmen+legale+Mittel+in+die+Hand+gegeben+hat%2C+diverse+Internet-Freeloaders+gerichtlich+zu+verfolgen.%0D%0A%0D%0ASoweit+zwei+Jungw%C3%A4hler.+Wobei+der+%C3%84ltere+der+beiden+den+Wahlausgang+entmutigend+sieht%3A+%E2%80%9EDie+einzige+Partei%2C+die+wirklich+einen+Wandel+will%2C+hat+wegen+des+Wahlsystems+keine+Mehrheits-Chancen.+Ich+vermute+daher+eine+Labour-LibDem-Koalition%2C+und+Nick+Clegg+wird+dann+all+seine+Wahlversprechen+verkaufen+%E2%80%93+im+Austausch+gegen+Etablieren+eines+gerechteren+Wahlsystems.+Damit+die+LibDems+bei+den+n%C3%A4chsten+Wahlen+in+f%C3%BCnf+Jahren+bessere+Chancen+haben.+Nur+hat+das+Labour+schon+1997+versprochen+und+nicht+gehalten.%E2%80%9C%0D%0A%0D%0AEin+Nachtrag+zu+Twitter+und+Blogworld.+Die+mit+Abstand+einflussreichste+InsulanerIn+in+diesen+Zonen+ist+der+Schauspieler+Stephen+Fry%2C+auch+mein+%C3%84lterer+ist+gl%C3%BChender+Fan.+Fry+hat+einskommaf%C3%BCnf+Millionen+Twitter-Followers%2C+sich+in+Sachen+Wahlkampf+aber+erstaunlich+diskret+verhalten.+Bis+heute.+Heute+postete+er+auf+seiner+Website+ein+%C3%BCppiges+und+extrem+empfehlenswertes+Essay+des+Titels+%E2%80%9EWie+ich+w%C3%A4hlen+werde%E2%80%9C%2C+in+welchem+er+f%C3%BCr+alle+drei+Gro%C3%9Fparteien+wirbt%2C+wenn+auch+f%C3%BCr+eine+nur+halbherzig.%0D%0A%0D%0AFry+ist+in+einer+Tory-Familie+aufgewachsen%2C+wurde+in+den+Thatcherjahren+Labour-Aktivist+und+ist+heute+%E2%80%9Ebekennender+floating+voter%E2%80%9C+%E2%80%93+der+sich+bei+den+wahlrelevanten+Fragen+jenem+ber%C3%BChmten+Spruch+Bill+Clintons+anschlie%C3%9Ft%2C+der+diesem+die+US-Pr%C3%A4sidentschaft+1992+gewann%3A+%E2%80%9EIt%C2%B4s+the+economy%2C+stupid%E2%80%9C.%0D%0A%0D%0ANach+den+Wahlen%2C+schreibt+Fry%2C+werden+wir+finanziell+%E2%80%9Ein+sechs+verschiedenen+Stellungen+gebumst%2C+egal+wer+an+der+Macht+ist.+Es+wird+drastische+Einsparungen+geben+und+jene%2C+die+es+sich+am+wenigsten+leisten+k%C3%B6nnen%2C+wird+es+besonders+treffen.%E2%80%9C+Das+Thema+Wirtschaft+sei+daher+das+Thema+Nummer+Eins.+Mit+Abstand.%0D%0A%0D%0AFry+machte+sich+auch+die+Liebesm%C3%BCh%2C+in+wunderbar+knappen+Worten+zu+skizzieren%2C+wie+ein+Politiker+auszusehen+habe%2C+der+diese+massiven+wirtschaftlichen+Probleme+gerade+noch+meistern+k%C3%B6nnte.+Und+legte+einen+trefflichen+Steckbrief+Gordon+Browns+hin%2C+ohne+ihn+beim+Namen+zu+nennen.+Zur+Erw%C3%A4hnung+kamen+nur+die+Tories%3A+%E2%80%9ENiemand+kann+allen+Ernstes+glauben%2C+dass+ein+Team+Cameron%2F%28Osborne+%28George+Osborne%2C+der+prospektive+Finanzminister%2C+Anm.%29+wirtschaftlich+kompetent+ist.%E2%80%9C+Ein+simples+Statement%2C+das+jeder%2C+der+die+Weisheiten+von+David+Cameron+auch+nur+eine+Minute+lang+genoss%2C+bedenkenlos+unterschreiben+w%C3%BCrde+%28Stichwort%3A+THICK%29.+Worauf+Fry+eine+Wahlempfehlung+anschloss%2C+die+man+anderswo+auch+in+Zen-W%C3%A4lzern+finden+k%C3%B6nnte%3A%0D%0A%0D%0A%E2%80%9ETruth%C3%A4hne+w%C3%BCrden+nie+pro+Weihnachten+w%C3%A4hlen.%E2%80%9C%0D%0A%0D%0AZum+aktuellen+Zwischenstand+%284.5.%29+im+Wahlkampf+laut+online-Umfrageriesen+YouGov%3A%0D%0A%0D%0ACON+35%25+%28%2B1%29%2C+LAB+27%25+%280%29%2C+LIB+28%25+%28-1%29+Prognose%3A+Hung+Parliament%0D%0A%0D%0ANoch+zwei+Prozentpunkte+mehr%2C+und+Cameron+kann+sich+auf+die+Adresse+%E2%80%9E10%2C+Downing+Street%E2%80%9C+einstellen.+Andererseits%3A+Sollte+Fry+recht+haben+%E2%80%93+und+wirtschaftliche+Kompetenz+den+Wahlausschlag+geben+%E2%80%93%2C+dann+w%C3%A4re+ein+Umschwung+quasi+%C3%BCber+Nacht+m%C3%B6glich+und+Brown+noch+nicht+geschlagen.+Und+was+ist+mit+den+Kleinparteien%3F+Wird+es+erstmals+in+Englands+Geschichte+einen+gr%C3%BCnen+Parlamentarier+geben%3F+Davon+morgen.%0D%0A%0D%0APS.+Folgend+der+Videoclip+zweier+Rapper+f%C3%BCr+die+LibDems%3A+The+Cleggs.%0D%0A%0D%0A%0D%0A%0D%0AManfred+Sax+lebt+in+Winchester+%28UK%29+und+ist+Journalist+und+Mitbegr%C3%BCnder+des+Blogs+zib21.com%2C+wo+er+ein+Tagebuch+%C3%BCber+den+aktuellen+Wahlkampf+f%C3%BChrt%0D%0A%0D%0AFoto%3A+Double+Speak+Media%2C+CC2.0+BY-SA-NC&amp;tags=David+Cameron%2CGordon+Brown%2CGro%C3%9Fbritannien%2CJugend%2CNick+Clegg%2CWahlen%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>#unibrennt: Das Audimax ist leer</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2009/12/21/unibrennt-das-audimax-ist-leer/</link>
		<comments>http://zurpolitik.com/2009/12/21/unibrennt-das-audimax-ist-leer/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 21 Dec 2009 14:50:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Erlebnis]]></category>
		<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Uni]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://zurpolitik.com/?p=2777</guid>
		<description><![CDATA[61 Tage lang war das Wiener Audimax besetzt. Jetzt räumte es das Rektorat knapp vor Weihnachten. Die ersten 1 bis 1,5 Monate war ich nahezu täglich viele Stunden dort. Am Tag der Räumung war ich erstmals seit drei Monaten nicht&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>61 Tage lang war das Wiener Audimax besetzt. Jetzt räumte es das Rektorat knapp vor Weihnachten. Die ersten 1 bis 1,5 Monate war ich nahezu täglich viele Stunden dort. Am Tag der Räumung war ich erstmals seit drei Monaten nicht mehr in Wien. Die Aktion des Rektorats war letztklassig. Kurz vor einer politischen Einigung, wie das Audimax ohnehin freigegeben würde, griff Rektor Winckler zu dieser Methode &#8211; bedrängt von den konservativen Parteien. Die Vorwürfe der schlechter werdenden Sicherheitslage sind natürlich reiner Humbug. Der Zeitpunkt ist einfach sehr geschickt gewählt. <span id="more-2777"></span></p>
<p>Heute sind nicht mehr viele Menschen in Wien. Die Ferien haben begonnen. Noch vor einer Woche wäre die Polizei bei einer Räumung vor 1000 Menschen gestanden. Neben den Ferien ging der Besetzung nach so langer Zeit natürlich auch die Luft aus. Die Regierungsparteien und auch die Unileitung haben den Aufschrei einer mitunter verzweifelten Studierendenschaft &#8220;erfolgreich&#8221; ausgesessen und so jegliches Vertrauen einer extrem aufgeschlossenen und pragmatischen Bewegung erst missbraucht und dann verspielt. </p>
<p>[ad#ad-1]<a href="http://zurpolitik.com/2009/11/27/unibrennt-auf-twitter/">#unibrennt</a> war für mich aber schon etwas davor zu Ende. Nach vielen Wochen in denen ich mit Studium, Arbeit, Leben und Protest enormem Stress ausgesetzt war, ging mit Mitte Dezember die Lust aus. Als ich da zum letzten Mal anwesend war war die Stimmung bereits im Eimer. Statt über wichtige Dinge zu diskutieren, starteten einige wieder Debatten über den Livestream, andere verweigerten sich der Diskussion um eine Exit-Strategie, bließen nur Platitüden hinaus. Es war zu diesem Zeitpunkt bereits länger absehbar, dass die Zeit der vernünftigen Kräfte vorbei war und mangels frischer Energiezufuhr auch nicht mehr kommen würde. Dass es anscheinend trotzdem zu einer politischen Lösung hätte kommen können, ist umso erstaunlicher.</p>
<p>Das Rektorat verzichtete aber darauf, so zu einem gemeinsamen Erfolg zu kommen. Nach all der Zeit in der man nicht genau wusste, wo es in der ganzen Sache überhaupt steht, ist der Schleier nun ab. Es wurde eben auf den richtigen Moment gewartet, um das lästige Problem los zu werden.</p>
<p>Ich war ob dieser Abwärtstendenz der Bewegung zeitweise frustriert, hab es ihr aber als Ganzes nicht übel genommen. Es war nicht anzunehmen, dass man dauerhaft und endlos gegen das verkrustete und rein abwehrende politische System durchhalten wird. Das sitzt am längeren Ast. Und obwohl es nun wahrscheinlich fürs Erste die Proteste hinter sich hat, ist es der größte Verlierer der Auseinandersetzung.</p>
<p>Denn dieses schlechte &#8220;offizielle&#8221; Ende (der C1 ist wie viele Hörsäle in Österreich und Europa noch besetzt) soll nicht darüber hinweg täuschen, dass es einige Erfolge zu verzeichnen gab. Viele betreffen einen leichten Shift in der politischen Kultur. Österreich galt als ein Land in dem jährliche Streiks in Minuten gezählt werden, wo kein Mensch den Arsch hoch bekommt und man mit einer progressiven Thematik die Medien wenn überhaupt berühren bestenfalls gegen sich bringen kann. Falsch. </p>
<p>Die Studierenden haben wie selten zuvor eine parteilose Gruppierung 5-6 Wochen lang die Schlagzeilen und Medien dominiert. Zeitweise sogar unterstützt vom Boulevard. Positive Kommentare reichten bis hinein ins Herz der Progressiven- und Intellektuellenfeindlichkeit, dessen Name nicht genannt werden muss. Die Berichterstattung war in vielen Fällen eine mittlere Katastrophe und ein realistisches Zeugnis des österreichischen Journalismus. Aber dass sie überhaupt da war, ist ein Erfolg, den noch nach dem ersten Wochenende der Besetzung ganz und gar niemand kommen sah. </p>
<p>Durch die permanente Thematisierung mussten sich Medien und PolitikerInnen zumindest positionieren. Dass in der ÖVP die breite Masse nach der Polizei ruft, wenn sie mit einer Situation nicht zurecht kommt, wissen wir jetzt. Dass die SPÖ zwar eh schön redet, aber jede noch so aufgelegte Chance verstreichen lässt, um ihre eigentlichen Themen in Schwung zu bekommen, ist nicht neu. Und wir erfuhren auch, dass die Presse <del>als Qualitätszeitung</del> sich nicht zu schade ist, friedliche Studierende auch mal <a href="http://diepresse.com/blog/dirtycampaigning/entry/die_freak_show_an_der">als &#8220;Freaks&#8221; zu beschimpfen</a> gegen die man &#8220;endlich einschreiten&#8221; soll (29. Oktober!). Da zeigt der Reaktionäre sein hübsches Gesicht. Ist doch auch schön, nicht wahr? </p>
<p>Aber lassen wir die schlechten Clowns beiseite und wenden wir uns wichtigerem zu. Es gab endlich ein demonstratives <a href="http://zurpolitik.com/2009/10/27/es-ist-unsere-uni/">politisches Erwachen</a> einer Generation, die <a href="http://zurpolitik.com/2009/09/01/uber-meine-und-andere-generationen-sprechen-mit-ein-bisschen-wut/">seit Jahren von den Alten verunglimpft, beschimpft und gedemütigt wird</a>. Und um diese geistig Erstarrten besonders hart zu bestrafen, war <a href="http://zurpolitik.com/2009/11/10/jugendliche-faul-und-uninteressiert/">dieses Erwachen</a> auch noch sympathisch. Dialogorientiert, friedlich, pragmatisch und obwohl äußerst inhomogen doch <a href="http://zurpolitik.com/2009/11/02/ideologie-und-politik-im-audimax/">mit festen Werten</a> einer solidarischen Gesellschaft verwurzelt. Irgendwann griff der Spin und die Strategie der sündteuren Parteiapparate natürlich auch in der Öffentlichkeit, aber wer hätte bis dahin gedacht, dass die Besetzung eines Hörsaals durch protestierende Studierende in Österreich auf mehrheitliche Zustimmung trifft?</p>
<p>In Wien waren dann gar <a href="http://zurpolitik.com/2009/10/29/uber-die-zahl-der-protesierenden/">40</a>-<a href="http://zurpolitik.com/2009/10/28/50-000-menschen-demonstrieren-in-wien-gegen-bildungsabbau-video/">50.000 Menschen</a> auf der Straße, in den größten Demonstrationen seit der Angelobung der rechtsrechten &#8220;Wenderegierung&#8221;, die den ganzen Schlamassel schlussendlich auch zu verantworten hat. </p>
<p>Von einzelnen PolitikerInnen über ganze Landtage bis zum ÖGB waren Solidaritätsbekundungen breit gestreut. Von SchülerInnen über Lehrende bis zu den KindergärtnerInnen. Endlich wurde <a href="http://zurpolitik.com/2009/04/13/beenden-wir-den-zerstreuten-bildungs-protest/">der zerstreute Bildungs-Protest</a> ein Stückchen geeint. Irgendwo war da etwas von Erleichterung bei vielen zu spüren, dass Österreich <a href="http://zurpolitik.com/2009/06/23/2009-das-jahr-in-dem-osterreich-kippt/">eben nicht zwingend ins Reaktionäre kippt</a>, sondern dass sich dagegen auch Massen stemmen. </p>
<p>Auch die Bildung wurde angekurbelt. Nämlich jene der tausenden, die sich aktiv an den Protesten beteiligt haben. Jene die Zeitungen gegründet und geführt, Pressebüros aufgebaut, Veranstaltungen organisiert, koordinieren, debattieren und Twitter zu nutzen gelernt, die spannendende und hässliche Seite von Politik hautnah erlebt oder auch einfach ein paar neue Freunde gefunden haben. Alls das haben jene verpasst, die über die ganze Bewegung lieber schimpften, statt sie in ihrem Sinn mitzugestalten. Die AGler halt.</p>
<p>Am Ende erwähnt seien auch die Dinge, die sich in Bezug auf die Forderungen von #unibrennt verbessert haben. Nicht nur die läppischen 34 Millionen Euro Notgroschen, die unser Superwissenschaftsminister plötzlich doch für die Unis übrig hatte. (Der, der für das Auslösen <a href="http://zurpolitik.com/2009/11/10/unsere-unis-eine-karte/">europaweiter Studierendenproteste</a> mit einem Job in Brüssel belohnt wurde.) Auch die Überprüfung der Curricula auf Universitätsebene wäre anders vermutlich nicht zustande gekommen. </p>
<p><a href="http://zurpolitik.com/feed/" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/rss.jpg" alt="RSS-Feed" title="RSS-Feed" border="0" width="150" height="200" align="right" /></a> Die junge Generation hat ihre Stärken so gnadenlos ausgespielt, dass die Politik davon überrannt und in all ihrer Erstarrtheit bloßgestellt wurde. Ein Politikwechsel und eine komplette Systemreform wurden in ihrer Dringlichkeit offensichtlich. Bis heute, zwei Monate nach dem ersten Schock der ausgebrochenen Besetzung, spricht niemand in der Politik über ein bildungspolitisches Ziel für Österreich. Da werden Nebenschauplätze eröffnet um abzulenken, da wird geschwiegen und gnadenlos gelogen um die #unibrennt-Bewegung anzupatzen. Aber wohin Österreich in der Bildung oder gar als Gesellschaft will? No comment!</p>
<p>Auch wenn man all diese Dinge die ich als Erfolg sehe, gar nicht als Erfolg akzeptiert. Man muss doch einsehen, dass auch die beste Protestbewegung nichts für die verkalkten PolitikerInnen kann, die sie ignorieren. </p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=2777&amp;md5=03d43b451b20cb56df5e2a94231e5a12" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://zurpolitik.com/2009/12/21/unibrennt-das-audimax-ist-leer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>8</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=schaffertom&amp;url=http%3A%2F%2Fzurpolitik.com%2F2009%2F12%2F21%2Funibrennt-das-audimax-ist-leer%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=%23unibrennt%3A+Das+Audimax+ist+leer&amp;description=61+Tage+lang+war+das+Wiener+Audimax+besetzt.+Jetzt+r%C3%A4umte+es+das+Rektorat+knapp+vor+Weihnachten.+Die+ersten+1+bis+1%2C5+Monate+war+ich+nahezu+t%C3%A4glich+viele+Stunden+dort.+Am+Tag+der+R%C3%A4umung+war+ich+erstmals+seit+drei+Monaten+nicht+mehr+in+Wien.+Die+Aktion+des+Rektorats+war+letztklassig.+Kurz+vor+einer+politischen+Einigung%2C+wie+das+Audimax+ohnehin+freigegeben+w%C3%BCrde%2C+griff+Rektor+Winckler+zu+dieser+Methode+-+bedr%C3%A4ngt+von+den+konservativen+Parteien.+Die+Vorw%C3%BCrfe+der+schlechter+werdenden+Sicherheitslage+sind+nat%C3%BCrlich+reiner+Humbug.+Der+Zeitpunkt+ist+einfach+sehr+geschickt+gew%C3%A4hlt.+%0D%0A%0D%0AHeute+sind+nicht+mehr+viele+Menschen+in+Wien.+Die+Ferien+haben+begonnen.+Noch+vor+einer+Woche+w%C3%A4re+die+Polizei+bei+einer+R%C3%A4umung+vor+1000+Menschen+gestanden.+Neben+den+Ferien+ging+der+Besetzung+nach+so+langer+Zeit+nat%C3%BCrlich+auch+die+Luft+aus.+Die+Regierungsparteien+und+auch+die+Unileitung+haben+den+Aufschrei+einer+mitunter+verzweifelten+Studierendenschaft+%22erfolgreich%22+ausgesessen+und+so+jegliches+Vertrauen+einer+extrem+aufgeschlossenen+und+pragmatischen+Bewegung+erst+missbraucht+und+dann+verspielt.+%0D%0A%0D%0A%5Bad%23ad-1%5D%23unibrennt+war+f%C3%BCr+mich+aber+schon+etwas+davor+zu+Ende.+Nach+vielen+Wochen+in+denen+ich+mit+Studium%2C+Arbeit%2C+Leben+und+Protest+enormem+Stress+ausgesetzt+war%2C+ging+mit+Mitte+Dezember+die+Lust+aus.+Als+ich+da+zum+letzten+Mal+anwesend+war+war+die+Stimmung+bereits+im+Eimer.+Statt+%C3%BCber+wichtige+Dinge+zu+diskutieren%2C+starteten+einige+wieder+Debatten+%C3%BCber+den+Livestream%2C+andere+verweigerten+sich+der+Diskussion+um+eine+Exit-Strategie%2C+blie%C3%9Fen+nur+Platit%C3%BCden+hinaus.+Es+war+zu+diesem+Zeitpunkt+bereits+l%C3%A4nger+absehbar%2C+dass+die+Zeit+der+vern%C3%BCnftigen+Kr%C3%A4fte+vorbei+war+und+mangels+frischer+Energiezufuhr+auch+nicht+mehr+kommen+w%C3%BCrde.+Dass+es+anscheinend+trotzdem+zu+einer+politischen+L%C3%B6sung+h%C3%A4tte+kommen+k%C3%B6nnen%2C+ist+umso+erstaunlicher.%0D%0A%0D%0ADas+Rektorat+verzichtete+aber+darauf%2C+so+zu+einem+gemeinsamen+Erfolg+zu+kommen.+Nach+all+der+Zeit+in+der+man+nicht+genau+wusste%2C+wo+es+in+der+ganzen+Sache+%C3%BCberhaupt+steht%2C+ist+der+Schleier+nun+ab.+Es+wurde+eben+auf+den+richtigen+Moment+gewartet%2C+um+das+l%C3%A4stige+Problem+los+zu+werden.%0D%0A%0D%0AIch+war+ob+dieser+Abw%C3%A4rtstendenz+der+Bewegung+zeitweise+frustriert%2C+hab+es+ihr+aber+als+Ganzes+nicht+%C3%BCbel+genommen.+Es+war+nicht+anzunehmen%2C+dass+man+dauerhaft+und+endlos+gegen+das+verkrustete+und+rein+abwehrende+politische+System+durchhalten+wird.+Das+sitzt+am+l%C3%A4ngeren+Ast.+Und+obwohl+es+nun+wahrscheinlich+f%C3%BCrs+Erste+die+Proteste+hinter+sich+hat%2C+ist+es+der+gr%C3%B6%C3%9Fte+Verlierer+der+Auseinandersetzung.%0D%0A%0D%0ADenn+dieses+schlechte+%22offizielle%22+Ende+%28der+C1+ist+wie+viele+H%C3%B6rs%C3%A4le+in+%C3%96sterreich+und+Europa+noch+besetzt%29+soll+nicht+dar%C3%BCber+hinweg+t%C3%A4uschen%2C+dass+es+einige+Erfolge+zu+verzeichnen+gab.+Viele+betreffen+einen+leichten+Shift+in+der+politischen+Kultur.+%C3%96sterreich+galt+als+ein+Land+in+dem+j%C3%A4hrliche+Streiks+in+Minuten+gez%C3%A4hlt+werden%2C+wo+kein+Mensch+den+Arsch+hoch+bekommt+und+man+mit+einer+progressiven+Thematik+die+Medien+wenn+%C3%BCberhaupt+ber%C3%BChren+bestenfalls+gegen+sich+bringen+kann.+Falsch.+%0D%0A%0D%0ADie+Studierenden+haben+wie+selten+zuvor+eine+parteilose+Gruppierung+5-6+Wochen+lang+die+Schlagzeilen+und+Medien+dominiert.+Zeitweise+sogar+unterst%C3%BCtzt+vom+Boulevard.+Positive+Kommentare+reichten+bis+hinein+ins+Herz+der+Progressiven-+und+Intellektuellenfeindlichkeit%2C+dessen+Name+nicht+genannt+werden+muss.+Die+Berichterstattung+war+in+vielen+F%C3%A4llen+eine+mittlere+Katastrophe+und+ein+realistisches+Zeugnis+des+%C3%B6sterreichischen+Journalismus.+Aber+dass+sie+%C3%BCberhaupt+da+war%2C+ist+ein+Erfolg%2C+den+noch+nach+dem+ersten+Wochenende+der+Besetzung+ganz+und+gar+niemand+kommen+sah.+%0D%0A%0D%0ADurch+die+permanente+Thematisierung+mussten+sich+Medien+und+PolitikerInnen+zumindest+positionieren.+Dass+in+der+%C3%96VP+die+breite+Masse+nach+der+Polizei+ruft%2C+wenn+sie+mit+einer+Situation+nicht+zurecht+kommt%2C+wissen+wir+jetzt.+Dass+die+SP%C3%96+zwar+eh+sch%C3%B6n+redet%2C+aber+jede+noch+so+aufgelegte+Chance+verstreichen+l%C3%A4sst%2C+um+ihre+eigentlichen+Themen+in+Schwung+zu+bekommen%2C+ist+nicht+neu.+Und+wir+erfuhren+auch%2C+dass+die+Presse+als+Qualit%C3%A4tszeitung+sich+nicht+zu+schade+ist%2C+friedliche+Studierende+auch+mal+als+%22Freaks%22+zu+beschimpfen+gegen+die+man+%22endlich+einschreiten%22+soll+%2829.+Oktober%21%29.+Da+zeigt+der+Reaktion%C3%A4re+sein+h%C3%BCbsches+Gesicht.+Ist+doch+auch+sch%C3%B6n%2C+nicht+wahr%3F+%0D%0A%0D%0AAber+lassen+wir+die+schlechten+Clowns+beiseite+und+wenden+wir+uns+wichtigerem+zu.+Es+gab+endlich+ein+demonstratives+politisches+Erwachen+einer+Generation%2C+die+seit+Jahren+von+den+Alten+verunglimpft%2C+beschimpft+und+gedem%C3%BCtigt+wird.+Und+um+diese+geistig+Erstarrten+besonders+hart+zu+bestrafen%2C+war+dieses+Erwachen+auch+noch+sympathisch.+Dialogorientiert%2C+friedlich%2C+pragmatisch+und+obwohl+%C3%A4u%C3%9Ferst+inhomogen+doch+mit+festen+Werten+einer+solidarischen+Gesellschaft+verwurzelt.+Irgendwann+griff+der+Spin+und+die+Strategie+der+s%C3%BCndteuren+Parteiapparate+nat%C3%BCrlich+auch+in+der+%C3%96ffentlichkeit%2C+aber+wer+h%C3%A4tte+bis+dahin+gedacht%2C+dass+die+Besetzung+eines+H%C3%B6rsaals+durch+protestierende+Studierende+in+%C3%96sterreich+auf+mehrheitliche+Zustimmung+trifft%3F%0D%0A%0D%0AIn+Wien+waren+dann+gar+40-50.000+Menschen+auf+der+Stra%C3%9Fe%2C+in+den+gr%C3%B6%C3%9Ften+Demonstrationen+seit+der+Angelobung+der+rechtsrechten+%22Wenderegierung%22%2C+die+den+ganzen+Schlamassel+schlussendlich+auch+zu+verantworten+hat.+%0D%0A%0D%0AVon+einzelnen+PolitikerInnen+%C3%BCber+ganze+Landtage+bis+zum+%C3%96GB+waren+Solidarit%C3%A4tsbekundungen+breit+gestreut.+Von+Sch%C3%BClerInnen+%C3%BCber+Lehrende+bis+zu+den+Kinderg%C3%A4rtnerInnen.+Endlich+wurde+der+zerstreute+Bildungs-Protest+ein+St%C3%BCckchen+geeint.+Irgendwo+war+da+etwas+von+Erleichterung+bei+vielen+zu+sp%C3%BCren%2C+dass+%C3%96sterreich+eben+nicht+zwingend+ins+Reaktion%C3%A4re+kippt%2C+sondern+dass+sich+dagegen+auch+Massen+stemmen.+%0D%0A%0D%0AAuch+die+Bildung+wurde+angekurbelt.+N%C3%A4mlich+jene+der+tausenden%2C+die+sich+aktiv+an+den+Protesten+beteiligt+haben.+Jene+die+Zeitungen+gegr%C3%BCndet+und+gef%C3%BChrt%2C+Presseb%C3%BCros+aufgebaut%2C+Veranstaltungen+organisiert%2C+koordinieren%2C+debattieren+und+Twitter+zu+nutzen+gelernt%2C+die+spannendende+und+h%C3%A4ssliche+Seite+von+Politik+hautnah+erlebt+oder+auch+einfach+ein+paar+neue+Freunde+gefunden+haben.+Alls+das+haben+jene+verpasst%2C+die+%C3%BCber+die+ganze+Bewegung+lieber+schimpften%2C+statt+sie+in+ihrem+Sinn+mitzugestalten.+Die+AGler+halt.%0D%0A%0D%0AAm+Ende+erw%C3%A4hnt+seien+auch+die+Dinge%2C+die+sich+in+Bezug+auf+die+Forderungen+von+%23unibrennt+verbessert+haben.+Nicht+nur+die+l%C3%A4ppischen+34+Millionen+Euro+Notgroschen%2C+die+unser+Superwissenschaftsminister+pl%C3%B6tzlich+doch+f%C3%BCr+die+Unis+%C3%BCbrig+hatte.+%28Der%2C+der+f%C3%BCr+das+Ausl%C3%B6sen+europaweiter+Studierendenproteste+mit+einem+Job+in+Br%C3%BCssel+belohnt+wurde.%29+Auch+die+%C3%9Cberpr%C3%BCfung+der+Curricula+auf+Universit%C3%A4tsebene+w%C3%A4re+anders+vermutlich+nicht+zustande+gekommen.+%0D%0A%0D%0A+Die+junge+Generation+hat+ihre+St%C3%A4rken+so+gnadenlos+ausgespielt%2C+dass+die+Politik+davon+%C3%BCberrannt+und+in+all+ihrer+Erstarrtheit+blo%C3%9Fgestellt+wurde.+Ein+Politikwechsel+und+eine+komplette+Systemreform+wurden+in+ihrer+Dringlichkeit+offensichtlich.+Bis+heute%2C+zwei+Monate+nach+dem+ersten+Schock+der+ausgebrochenen+Besetzung%2C+spricht+niemand+in+der+Politik+%C3%BCber+ein+bildungspolitisches+Ziel+f%C3%BCr+%C3%96sterreich.+Da+werden+Nebenschaupl%C3%A4tze+er%C3%B6ffnet+um+abzulenken%2C+da+wird+geschwiegen+und+gnadenlos+gelogen+um+die+%23unibrennt-Bewegung+anzupatzen.+Aber+wohin+%C3%96sterreich+in+der+Bildung+oder+gar+als+Gesellschaft+will%3F+No+comment%21%0D%0A%0D%0AAuch+wenn+man+all+diese+Dinge+die+ich+als+Erfolg+sehe%2C+gar+nicht+als+Erfolg+akzeptiert.+Man+muss+doch+einsehen%2C+dass+auch+die+beste+Protestbewegung+nichts+f%C3%BCr+die+verkalkten+PolitikerInnen+kann%2C+die+sie+ignorieren.+&amp;tags=Bildung%2CErlebnis%2CInnenpolitik%2CJugend%2CProtest%2CUni%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>Jugendliche: Faul und uninteressiert</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2009/11/10/jugendliche-faul-und-uninteressiert/</link>
		<comments>http://zurpolitik.com/2009/11/10/jugendliche-faul-und-uninteressiert/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 21:55:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Generation]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://zurpolitik.com/?p=2664</guid>
		<description><![CDATA[Öffentlich gab es in vergangenen Jahren selten ein gutes Wort über die Jugend. Die einen sahen sie als faule Computerhocker, die anderen kritisierten sie dafür, uninteressiert zu sein. Atem- und ratlos wurde bei Wahlen auf ihren Rechtsruck geblickt. Planlos schimpften&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Öffentlich gab es in vergangenen Jahren selten ein gutes Wort über die Jugend. Die einen sahen sie als faule Computerhocker, die anderen kritisierten sie dafür, uninteressiert zu sein. Atem- und ratlos wurde bei Wahlen auf ihren Rechtsruck geblickt. Planlos schimpften Minister_innen wenn die Ergebnisse der PISA-Studie nicht passten: „Ihr denkt doch nur an Partys!“.<span id="more-2664"></span></p>
<p>Es gibt zu wenige Unter-30-Jährige, als dass sie für Parteien wichtig wären. Deshalb werden ihre Wünsche ignoriert, ihre Angewohnheiten und Hobbys gar verteufelt. Die neue Lebenswelt der Jungen wird nicht akzeptiert und verbessert. Als „gute“ Jugendpolitik gilt, sie mit Alibislogans und Disco-Besuchen zu ködern. </p>
<p>Meist machen die Umstände nötig, dass sich in der Gesellschaft etwas tut. Irgendwann haben Ignorierte und Unverstandene genug. Wie man auch politisch denkt, die alternden und unterfinanzierten Bildungsstätten (als wichtiger Teil des Jugendlebens) sind unübersehbar. Wer einen Blick dorthin wirft, wird auch erkennen: Das ist eine Generation die Anhand dieser Probleme gerade ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdeckt. Sie entwickelt eigene Polit- und Protestkulturen und formuliert ihre Vorstellungen.</p>
<p>Probleme und Fragen ändern sich ständig, grundlegende gesellschaftliche Streitfragen selten. Und so gibt es auch unter den Jugendlichen von heute wieder Konservative und Progressive, Linke und Rechte, Pragmatiker_innen und Idealist_innen. Aber uninteressiert und faul gelten als Etiketten nicht mehr.</p>
<blockquote><p>Dieser Text erscheint morgen in der U-Bahn-Zeitung &#8220;Morgen&#8221; der Audimax-Besetzung</p></blockquote>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=2664&amp;md5=26cdb97e8a1314e22a6ac7c3f0d6cc59" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://zurpolitik.com/2009/11/10/jugendliche-faul-und-uninteressiert/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=schaffertom&amp;url=http%3A%2F%2Fzurpolitik.com%2F2009%2F11%2F10%2Fjugendliche-faul-und-uninteressiert%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Jugendliche%3A+Faul+und+uninteressiert&amp;description=%C3%96ffentlich+gab+es+in+vergangenen+Jahren+selten+ein+gutes+Wort+%C3%BCber+die+Jugend.+Die+einen+sahen+sie+als+faule+Computerhocker%2C+die+anderen+kritisierten+sie+daf%C3%BCr%2C+uninteressiert+zu+sein.+Atem-+und+ratlos+wurde+bei+Wahlen+auf+ihren+Rechtsruck+geblickt.+Planlos+schimpften+Minister_innen+wenn+die+Ergebnisse+der+PISA-Studie+nicht+passten%3A+%E2%80%9EIhr+denkt+doch+nur+an+Partys%21%E2%80%9C.%0D%0A%0D%0AEs+gibt+zu+wenige+Unter-30-J%C3%A4hrige%2C+als+dass+sie+f%C3%BCr+Parteien+wichtig+w%C3%A4ren.+Deshalb+werden+ihre+W%C3%BCnsche+ignoriert%2C+ihre+Angewohnheiten+und+Hobbys+gar+verteufelt.+Die+neue+Lebenswelt+der+Jungen+wird+nicht+akzeptiert+und+verbessert.+Als+%E2%80%9Egute%E2%80%9C+Jugendpolitik+gilt%2C+sie+mit+Alibislogans+und+Disco-Besuchen+zu+k%C3%B6dern.+%0D%0A%0D%0AMeist+machen+die+Umst%C3%A4nde+n%C3%B6tig%2C+dass+sich+in+der+Gesellschaft+etwas+tut.+Irgendwann+haben+Ignorierte+und+Unverstandene+genug.+Wie+man+auch+politisch+denkt%2C+die+alternden+und+unterfinanzierten+Bildungsst%C3%A4tten+%28als+wichtiger+Teil+des+Jugendlebens%29+sind+un%C3%BCbersehbar.+Wer+einen+Blick+dorthin+wirft%2C+wird+auch+erkennen%3A+Das+ist+eine+Generation+die+Anhand+dieser+Probleme+gerade+ihre+Gemeinsamkeiten+und+Unterschiede+entdeckt.+Sie+entwickelt+eigene+Polit-+und+Protestkulturen+und+formuliert+ihre+Vorstellungen.%0D%0A%0D%0AProbleme+und+Fragen+%C3%A4ndern+sich+st%C3%A4ndig%2C+grundlegende+gesellschaftliche+Streitfragen+selten.+Und+so+gibt+es+auch+unter+den+Jugendlichen+von+heute+wieder+Konservative+und+Progressive%2C+Linke+und+Rechte%2C+Pragmatiker_innen+und+Idealist_innen.+Aber+uninteressiert+und+faul+gelten+als+Etiketten+nicht+mehr.%0D%0A%0D%0ADieser+Text+erscheint+morgen+in+der+U-Bahn-Zeitung+%22Morgen%22+der+Audimax-Besetzung&amp;tags=Generation%2CJugend%2CPolitik%2CZeitung%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>Über meine und andere Generationen sprechen (mit ein bisschen Wut)</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2009/09/01/uber-meine-und-andere-generationen-sprechen-mit-ein-bisschen-wut/</link>
		<comments>http://zurpolitik.com/2009/09/01/uber-meine-und-andere-generationen-sprechen-mit-ein-bisschen-wut/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 21:44:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Generation]]></category>
		<category><![CDATA[Generationenkonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Ideologie]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Blumenau]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Repliken]]></category>
		<category><![CDATA[Süddeutsche Zeitung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://zurpolitik.com/?p=2341</guid>
		<description><![CDATA[Ich hab die Schnauze seit 10 Jahren voll. Seit der Veröffentlichung der ersten beiden PISA-Studien um genau zu sein. Da ging es gefühlt damit los, dass meine Generation kaputt geschrieben wird. Und was man da nicht immer alles hört: Zuviel&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hab die Schnauze seit 10 Jahren voll. Seit der Veröffentlichung der ersten beiden PISA-Studien um genau zu sein. Da ging es gefühlt damit los, dass meine Generation kaputt geschrieben wird. Und was man da nicht immer alles hört: Zuviel Party, zuwenig interessiert, zuwenig aufmüpfig, orientierungslos, unpolitisch, <a href="http://derstandard.at/1250691762343/Armut-Alk-und-Alphabet">zuviel rauchen, zuviel saufen</a> (Na geh! Und das in einem Land das nicht ganz ohne Stolz bei Bier und Kaffee zu den Topp-Konsumländern gehört!). Es kommen jetzt einige Dinge dazu, die <a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/30321">im Magazin der Süddeutschen Zeitung</a> von <a href="http://maedchenmannschaft.net/author/meredith/">Meredith Haaf</a> angeprangert wurden (und <a href="http://fm4.orf.at/stories/1625926/">vom Blumenau aufgegriffen und bekräftigt</a>): Kommunikationssüchtig, konfliktvermeidend, praktikumsliebend und ohne Subkultur sollen wir sein. Mein Lieblingsvorwurf: &#8220;Wir lieben unser geistig gestörtes Körperbild&#8221;. Ahja. Es ist genug des Unsinns. Sprechen wir mal ernsthaft über meine Generation.<span id="more-2341"></span></p>
<blockquote><p>People try to put us down</p></blockquote>
<p>Wer ist denn eigentlich diese Generation? Die Generation Krise, Generation Playstation, Generation Praktikum, Generation Komasäufer oder Generation Internet &#8211; wie auch immer sie irgendjemand gerade bezeichnen will. Sind es die Krocha, die sich in den Discos die Seele vom Leib shaken? Oder doch eher die Emos, die das ganze Gewicht der Welt auf ihren Schultern tragen? Die Metaller, die sich freundschaftlich am Wacken anbrüllen? Sind es die Skater, die eifrig ihre Tricks lernen? Die kriminalisierten Kiffer, die auf Festivals friedlich die Sau rauslassen? Die Computerspieler, die auf LAN-Parties den Wettkampf suchen? Die vielen Leute die in Wirklichkeit von allem ein bisschen was machen? Bin es ich? Seit jeher politikinteressiert, gut in Werte verwurzelt und als älterer Bruder gewohnt sich Rechte zu erarbeiten und einer der &#8220;Kommunikationssüchtler&#8221;? </p>
<p>Keine Subkultur sollen wir haben? Ihr Ahnungslosen! Unzählige haben wir.</p>
<p>Diese seit langem beobachtbare Differenzierung der Gesellschaft ist auch ein Grund, warum der große Generationenkonflikt fehlt. Es gab schon vor uns bei weitem keine homogene Generation die einen einfachen Gegner abgeben würde. Wir mögen unsere Eltern und Großeltern und dürfen das auch, weil sie keine verkappten Faschisten mehr sind. Natürlich gibt es vieles, wogegen wir uns kollektiv erheben könnten, doch das zu benennen ist gar nicht so einfach.</p>
<blockquote><p>Just because we get around </p></blockquote>
<p>Was ist denn &#8220;meine Generation&#8221;? Wir sind &#8211; ob es nun alle wissen oder nicht &#8211; Kinder der Globalisierung, aber wir dürfen sie noch nicht gestalten, weil Alte an den Hebeln und Geldhähnen sitzen. Das Weltbürgertum ist für uns so normal wie das &#8220;Friedensprojekt Europa&#8221; &#8211; wir können es gar nicht mehr wirklich wegdenken. Die Frauengleichberechtigung müssen wir nicht erarbeiten, sie ist unsere Realität. Die Benachteiligung und geistige Herabwürdigung findet bei den Alten statt. </p>
<p>Nie zuvor haben sich so viele junge Leute der Sozial- und Geisteswissenschaften zugetan um unsere Welt zu verstehen. Auch wenn die Idioten die PISA nicht lesen können meinen, wir wären dumm, so war nie zuvor eine Generation so gebildet. Der überlieferte Wohlstand kommt uns dafür zugute, das Potential das daraus entsteht muss sich jedoch erst entfalten. Aber das sind Zeichen, die jene nicht sehen, die lieber erklären, wie verloren wir sind.</p>
<p>Selektive Wahrnehmg kann man das nennen. Oder Fixierung.</p>
<blockquote><p>Things they do look awful cold</p></blockquote>
<p>Ja, unsere Umstände sind keine guten. Von den alten Generationen werden wir kaputtgeschrieben und -gesendet. Sie beherrschen ja auch die große gesellschaftliche Kommunikation, die wir mit unserer &#8220;Kommunikationssucht&#8221; Stück für Stück untergraben. Auch das ist Normalität für uns: Die Kommunikations- und Informationsgesellschaft. Blogs (längst nicht am Zenit ihrer Möglichkeiten angelangt) sind unsere Leistung, während die anderen noch das Zeitungssterben betrauern und die Wertigkeit eines Werkes am Papier festmachen auf dem es gedruckt sein soll. </p>
<p>Ein Beispiel? Im sicheren Schoß großer Medien oder einer abgeschlossenen Karriere sitzen Leute, <a href="http://www.fm5.at/Kritisch%20sein%20bedeutet%20brennen/">die immer wieder über junge JournalistInnen lästern</a>, denen angeblich Qualitäten und Kompetenzen abgehen. (Die früher wohl jeder hatte. Schaut nur welch blühende Medienwelt diese Genies hier geschaffen haben!) Sicher ist die Kritik nicht ganz unberechtigt, aber in der Pauschalität einfach ungerecht. Auch in unserer Generation gibt es Flaschen. Auch in unserer Generation gibt es talentierte, kompetente JournalistInnen. Bloß: Eine Anneliese Rohrer (so sehr ich ihre Kommentare sonst oft schätze) hat sich noch nie <a href="http://www.youtube.com/watch?v=9LQV6OjZ4OM">mit Alfred Dorfer ins TV</a> gesetzt und über die Talente geschwärmt, wohl aber pauschal die unkritischen FH-Studienabgänger beklagt.</p>
<p>Und unsere Welt sonst? Die Wirtschaft hinterlässt man uns in Scherben, das Klima zerstört, während die Ressourcen am Rand ihrer Kapazität sind. Die Gesellschaft haben die alten Generationen zur Ellbogenarena gemacht, in der die Menschen gegeneinander so aufgehetzt sind, dass sie den Wert eines gewissen Maßes an Kollektivität und der Solidarität erst wieder entdecken müssen. Die Wikipedia an sich weist auf die Bedeutung dieser Werte hin. Sie ist übrigens <a href="http://zurpolitik.com/2007/03/20/interview-christoph-breitler-uber-die-wikipedia/">vor allem unsere beispiellose Leistung</a> &#8211; die der kritisierten Generation. </p>
<p>Diese Alten, für die wir noch bezahlen müssen, was wir selbst angeblich nicht mehr bekommen sollen: Soziale Netze, staatliche Pensionen, sichere Arbeitsplätze. Wir flüchten in Praktika um keine Verantwortung übernehmen zu müssen? Glaubt ihr, un- oder schlecht bezahlte Arbeit suchen wir uns aus, weil das so toll ist? Wir jagen durch die Studien, die uns die Alten kaputtgespart haben und nebenher sammeln wir Berufserfahrung, weil du ohne Eifer und Berufserfahrung mit 25 der Legende nach fast schon unvermittelbar bist. </p>
<p>Es stimmt schon. Viele sind nicht sicher, was genau sie in der Welt machen wollen. Logisch, denn nichts erscheint sicher und nachhaltig, alles austauschbar. Wir wissen, dass wir uns wohl mehrmals im Leben umstellen werden müssen. Flüchten wir vor der Verantwortung, wie die Süddeutsche sagt, oder wir freunden uns mit dem an, was uns unweigerlich erwartet und machen für uns das Beste daraus? </p>
<blockquote><p>I hope I die before I get old</p></blockquote>
<p>Und was haben die Alten gemacht, dass es ihnen erlaubt darüber zu urteilen? Was ist schon eure Leistung? Uns Junge &#8211; so unterschiedlich wir sein mögen &#8211; wird eines einen müssen: Wir sind die Generation der Feuerwehrleute, die eure eingebrockte Suppe auslöffeln wird. Und es ist nicht sicher, ob wir viel dafür bekommen. </p>
<p>Aber anders gehts nicht, sonst geht die Welt zugrunde &#8211; weils die anderen wider besseren Wissens verschissen haben. Unser Credo ist vorgeschrieben: verzichten und umdenken. Wir können es uns wohl nicht aussuchen. Wer kann verlangen, dass wir von heute auf morgen all das ändern können, was angeblich normal und vorprogrammiert ist? In diesem Klima aus Angst und freudloser Perspektive muss erstmal jemand die Hoffnung aufbringen, um etwas besser machen zu wollen. Und doch: Wir werden das schon schaukeln. Und wenn ihr uns noch so oft runterputzt.</p>
<p>Eine Ideologie kann uns dabei (noch?) nicht einen, denn politisch hat uns die herrschende Generation aufgegeben, die noch einen ideologischen Kampf kannte. Niemand macht uns ein attraktives Angebot oder zeigt uns eine Vision. Selbst unsere Grünen, die mit uns erwachsen wurden, sprechen im Moment nicht mit uns sondern lieber über sich. Und der mächtige aber ideenlose Geriatriehaufen &#8211; der Sozialdemokratie, Konservative und Neoliberale mittlerweile geworden sind &#8211; der ist nicht einmal einen Lacher wert. Dem schließen sich überhaupt nur noch jene an, die sich davon persönliche Vorteile erhoffen.</p>
<p>All das ist so hoffnungslos verloren, dass eine kritische Auseinandersetzung sich salopp gesagt nicht wirklich auszahlt. Das landet alles im Mülleimer des Universums, wird ganz zwangsläufig überworfen werden. Und gegen diese geballte Ignoranz und Arroganz Widerstand zu leisten und sich das Angebot selbst schaffen &#8211; eine eigene Ideologie oder Vision &#8211; das dauert ein bisschen.Auch die 68er-Bewegungen (das große Beispiel einer angeblich ganzen Generation die sich ur was getraut hat) entstanden nicht über Nacht.  <a href="http://zurpolitik.com/feed/" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/rss.jpg" alt="RSS-Feed" title="RSS-Feed" border="0" width="150" height="200" align="right" /></a> </p>
<p>Aber es wird schon. <a href="http://piratenpartei.at/">Die Piratenpartei</a> ist der Vorbote eines neuen jungen Selbstbewusstseins. Sie hat kein komplettes Programm und bietet noch keine echte Alternative. Aber sie verkörpert neue Ideen, ein neues Selbstverständnis und ist die erste Partei, die unsere Lebenswelt verteidigt und propagiert. Gegen wen? Gegen die verkrusteten Alten, die diese unsere Realität verklagen, wann immer sie können. </p>
<p>Sie versagen als Generation einmal mehr auf unsere Kosten. </p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=2341&amp;md5=36df83c139fdcd5ed4f639977233126c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://zurpolitik.com/2009/09/01/uber-meine-und-andere-generationen-sprechen-mit-ein-bisschen-wut/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>60</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=schaffertom&amp;url=http%3A%2F%2Fzurpolitik.com%2F2009%2F09%2F01%2Fuber-meine-und-andere-generationen-sprechen-mit-ein-bisschen-wut%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=%C3%9Cber+meine+und+andere+Generationen+sprechen+%28mit+ein+bisschen+Wut%29&amp;description=Ich+hab+die+Schnauze+seit+10+Jahren+voll.+Seit+der+Ver%C3%B6ffentlichung+der+ersten+beiden+PISA-Studien+um+genau+zu+sein.+Da+ging+es+gef%C3%BChlt+damit+los%2C+dass+meine+Generation+kaputt+geschrieben+wird.+Und+was+man+da+nicht+immer+alles+h%C3%B6rt%3A+Zuviel+Party%2C+zuwenig+interessiert%2C+zuwenig+aufm%C3%BCpfig%2C+orientierungslos%2C+unpolitisch%2C+zuviel+rauchen%2C+zuviel+saufen+%28Na+geh%21+Und+das+in+einem+Land+das+nicht+ganz+ohne+Stolz+bei+Bier+und+Kaffee+zu+den+Topp-Konsuml%C3%A4ndern+geh%C3%B6rt%21%29.+Es+kommen+jetzt+einige+Dinge+dazu%2C+die+im+Magazin+der+S%C3%BCddeutschen+Zeitung+von+Meredith+Haaf+angeprangert+wurden+%28und+vom+Blumenau+aufgegriffen+und+bekr%C3%A4ftigt%29%3A+Kommunikationss%C3%BCchtig%2C+konfliktvermeidend%2C+praktikumsliebend+und+ohne+Subkultur+sollen+wir+sein.+Mein+Lieblingsvorwurf%3A+%22Wir+lieben+unser+geistig+gest%C3%B6rtes+K%C3%B6rperbild%22.+Ahja.+Es+ist+genug+des+Unsinns.+Sprechen+wir+mal+ernsthaft+%C3%BCber+meine+Generation.%0D%0A%0D%0APeople+try+to+put+us+down%0D%0A%0D%0AWer+ist+denn+eigentlich+diese+Generation%3F+Die+Generation+Krise%2C+Generation+Playstation%2C+Generation+Praktikum%2C+Generation+Komas%C3%A4ufer+oder+Generation+Internet+-+wie+auch+immer+sie+irgendjemand+gerade+bezeichnen+will.+Sind+es+die+Krocha%2C+die+sich+in+den+Discos+die+Seele+vom+Leib+shaken%3F+Oder+doch+eher+die+Emos%2C+die+das+ganze+Gewicht+der+Welt+auf+ihren+Schultern+tragen%3F+Die+Metaller%2C+die+sich+freundschaftlich+am+Wacken+anbr%C3%BCllen%3F+Sind+es+die+Skater%2C+die+eifrig+ihre+Tricks+lernen%3F+Die+kriminalisierten+Kiffer%2C+die+auf+Festivals+friedlich+die+Sau+rauslassen%3F+Die+Computerspieler%2C+die+auf+LAN-Parties+den+Wettkampf+suchen%3F+Die+vielen+Leute+die+in+Wirklichkeit+von+allem+ein+bisschen+was+machen%3F+Bin+es+ich%3F+Seit+jeher+politikinteressiert%2C+gut+in+Werte+verwurzelt+und+als+%C3%A4lterer+Bruder+gewohnt+sich+Rechte+zu+erarbeiten+und+einer+der+%22Kommunikationss%C3%BCchtler%22%3F+%0D%0A%0D%0AKeine+Subkultur+sollen+wir+haben%3F+Ihr+Ahnungslosen%21+Unz%C3%A4hlige+haben+wir.%0D%0A%0D%0ADiese+seit+langem+beobachtbare+Differenzierung+der+Gesellschaft+ist+auch+ein+Grund%2C+warum+der+gro%C3%9Fe+Generationenkonflikt+fehlt.+Es+gab+schon+vor+uns+bei+weitem+keine+homogene+Generation+die+einen+einfachen+Gegner+abgeben+w%C3%BCrde.+Wir+m%C3%B6gen+unsere+Eltern+und+Gro%C3%9Feltern+und+d%C3%BCrfen+das+auch%2C+weil+sie+keine+verkappten+Faschisten+mehr+sind.+Nat%C3%BCrlich+gibt+es+vieles%2C+wogegen+wir+uns+kollektiv+erheben+k%C3%B6nnten%2C+doch+das+zu+benennen+ist+gar+nicht+so+einfach.%0D%0A%0D%0AJust+because+we+get+around+%0D%0A%0D%0AWas+ist+denn+%22meine+Generation%22%3F+Wir+sind+-+ob+es+nun+alle+wissen+oder+nicht+-+Kinder+der+Globalisierung%2C+aber+wir+d%C3%BCrfen+sie+noch+nicht+gestalten%2C+weil+Alte+an+den+Hebeln+und+Geldh%C3%A4hnen+sitzen.+Das+Weltb%C3%BCrgertum+ist+f%C3%BCr+uns+so+normal+wie+das+%22Friedensprojekt+Europa%22+-+wir+k%C3%B6nnen+es+gar+nicht+mehr+wirklich+wegdenken.+Die+Frauengleichberechtigung+m%C3%BCssen+wir+nicht+erarbeiten%2C+sie+ist+unsere+Realit%C3%A4t.+Die+Benachteiligung+und+geistige+Herabw%C3%BCrdigung+findet+bei+den+Alten+statt.+%0D%0A%0D%0ANie+zuvor+haben+sich+so+viele+junge+Leute+der+Sozial-+und+Geisteswissenschaften+zugetan+um+unsere+Welt+zu+verstehen.+Auch+wenn+die+Idioten+die+PISA+nicht+lesen+k%C3%B6nnen+meinen%2C+wir+w%C3%A4ren+dumm%2C+so+war+nie+zuvor+eine+Generation+so+gebildet.+Der+%C3%BCberlieferte+Wohlstand+kommt+uns+daf%C3%BCr+zugute%2C+das+Potential+das+daraus+entsteht+muss+sich+jedoch+erst+entfalten.+Aber+das+sind+Zeichen%2C+die+jene+nicht+sehen%2C+die+lieber+erkl%C3%A4ren%2C+wie+verloren+wir+sind.%0D%0A%0D%0ASelektive+Wahrnehmg+kann+man+das+nennen.+Oder+Fixierung.%0D%0A%0D%0AThings+they+do+look+awful+cold%0D%0A%0D%0AJa%2C+unsere+Umst%C3%A4nde+sind+keine+guten.+Von+den+alten+Generationen+werden+wir+kaputtgeschrieben+und+-gesendet.+Sie+beherrschen+ja+auch+die+gro%C3%9Fe+gesellschaftliche+Kommunikation%2C+die+wir+mit+unserer+%22Kommunikationssucht%22+St%C3%BCck+f%C3%BCr+St%C3%BCck+untergraben.+Auch+das+ist+Normalit%C3%A4t+f%C3%BCr+uns%3A+Die+Kommunikations-+und+Informationsgesellschaft.+Blogs+%28l%C3%A4ngst+nicht+am+Zenit+ihrer+M%C3%B6glichkeiten+angelangt%29+sind+unsere+Leistung%2C+w%C3%A4hrend+die+anderen+noch+das+Zeitungssterben+betrauern+und+die+Wertigkeit+eines+Werkes+am+Papier+festmachen+auf+dem+es+gedruckt+sein+soll.+%0D%0A%0D%0AEin+Beispiel%3F+Im+sicheren+Scho%C3%9F+gro%C3%9Fer+Medien+oder+einer+abgeschlossenen+Karriere+sitzen+Leute%2C+die+immer+wieder+%C3%BCber+junge+JournalistInnen+l%C3%A4stern%2C+denen+angeblich+Qualit%C3%A4ten+und+Kompetenzen+abgehen.+%28Die+fr%C3%BCher+wohl+jeder+hatte.+Schaut+nur+welch+bl%C3%BChende+Medienwelt+diese+Genies+hier+geschaffen+haben%21%29+Sicher+ist+die+Kritik+nicht+ganz+unberechtigt%2C+aber+in+der+Pauschalit%C3%A4t+einfach+ungerecht.+Auch+in+unserer+Generation+gibt+es+Flaschen.+Auch+in+unserer+Generation+gibt+es+talentierte%2C+kompetente+JournalistInnen.+Blo%C3%9F%3A+Eine+Anneliese+Rohrer+%28so+sehr+ich+ihre+Kommentare+sonst+oft+sch%C3%A4tze%29+hat+sich+noch+nie+mit+Alfred+Dorfer+ins+TV+gesetzt+und+%C3%BCber+die+Talente+geschw%C3%A4rmt%2C+wohl+aber+pauschal+die+unkritischen+FH-Studienabg%C3%A4nger+beklagt.%0D%0A%0D%0AUnd+unsere+Welt+sonst%3F+Die+Wirtschaft+hinterl%C3%A4sst+man+uns+in+Scherben%2C+das+Klima+zerst%C3%B6rt%2C+w%C3%A4hrend+die+Ressourcen+am+Rand+ihrer+Kapazit%C3%A4t+sind.+Die+Gesellschaft+haben+die+alten+Generationen+zur+Ellbogenarena+gemacht%2C+in+der+die+Menschen+gegeneinander+so+aufgehetzt+sind%2C+dass+sie+den+Wert+eines+gewissen+Ma%C3%9Fes+an+Kollektivit%C3%A4t+und+der+Solidarit%C3%A4t+erst+wieder+entdecken+m%C3%BCssen.+Die+Wikipedia+an+sich+weist+auf+die+Bedeutung+dieser+Werte+hin.+Sie+ist+%C3%BCbrigens+vor+allem+unsere+beispiellose+Leistung+-+die+der+kritisierten+Generation.+%0D%0A%0D%0ADiese+Alten%2C+f%C3%BCr+die+wir+noch+bezahlen+m%C3%BCssen%2C+was+wir+selbst+angeblich+nicht+mehr+bekommen+sollen%3A+Soziale+Netze%2C+staatliche+Pensionen%2C+sichere+Arbeitspl%C3%A4tze.+Wir+fl%C3%BCchten+in+Praktika+um+keine+Verantwortung+%C3%BCbernehmen+zu+m%C3%BCssen%3F+Glaubt+ihr%2C+un-+oder+schlecht+bezahlte+Arbeit+suchen+wir+uns+aus%2C+weil+das+so+toll+ist%3F+Wir+jagen+durch+die+Studien%2C+die+uns+die+Alten+kaputtgespart+haben+und+nebenher+sammeln+wir+Berufserfahrung%2C+weil+du+ohne+Eifer+und+Berufserfahrung+mit+25+der+Legende+nach+fast+schon+unvermittelbar+bist.+%0D%0A%0D%0AEs+stimmt+schon.+Viele+sind+nicht+sicher%2C+was+genau+sie+in+der+Welt+machen+wollen.+Logisch%2C+denn+nichts+erscheint+sicher+und+nachhaltig%2C+alles+austauschbar.+Wir+wissen%2C+dass+wir+uns+wohl+mehrmals+im+Leben+umstellen+werden+m%C3%BCssen.+Fl%C3%BCchten+wir+vor+der+Verantwortung%2C+wie+die+S%C3%BCddeutsche+sagt%2C+oder+wir+freunden+uns+mit+dem+an%2C+was+uns+unweigerlich+erwartet+und+machen+f%C3%BCr+uns+das+Beste+daraus%3F+%0D%0A%0D%0AI+hope+I+die+before+I+get+old%0D%0A%0D%0AUnd+was+haben+die+Alten+gemacht%2C+dass+es+ihnen+erlaubt+dar%C3%BCber+zu+urteilen%3F+Was+ist+schon+eure+Leistung%3F+Uns+Junge+-+so+unterschiedlich+wir+sein+m%C3%B6gen+-+wird+eines+einen+m%C3%BCssen%3A+Wir+sind+die+Generation+der+Feuerwehrleute%2C+die+eure+eingebrockte+Suppe+ausl%C3%B6ffeln+wird.+Und+es+ist+nicht+sicher%2C+ob+wir+viel+daf%C3%BCr+bekommen.+%0D%0A%0D%0AAber+anders+gehts+nicht%2C+sonst+geht+die+Welt+zugrunde+-+weils+die+anderen+wider+besseren+Wissens+verschissen+haben.+Unser+Credo+ist+vorgeschrieben%3A+verzichten+und+umdenken.+Wir+k%C3%B6nnen+es+uns+wohl+nicht+aussuchen.+Wer+kann+verlangen%2C+dass+wir+von+heute+auf+morgen+all+das+%C3%A4ndern+k%C3%B6nnen%2C+was+angeblich+normal+und+vorprogrammiert+ist%3F+In+diesem+Klima+aus+Angst+und+freudloser+Perspektive+muss+erstmal+jemand+die+Hoffnung+aufbringen%2C+um+etwas+besser+machen+zu+wollen.+Und+doch%3A+Wir+werden+das+schon+schaukeln.+Und+wenn+ihr+uns+noch+so+oft+runterputzt.%0D%0A%0D%0AEine+Ideologie+kann+uns+dabei+%28noch%3F%29+nicht+einen%2C+denn+politisch+hat+uns+die+herrschende+Generation+aufgegeben%2C+die+noch+einen+ideologischen+Kampf+kannte.+Niemand+macht+uns+ein+attraktives+Angebot+oder+zeigt+uns+eine+Vision.+Selbst+unsere+Gr%C3%BCnen%2C+die+mit+uns+erwachsen+wurden%2C+sprechen+im+Moment+nicht+mit+uns+sondern+lieber+%C3%BCber+sich.+Und+der+m%C3%A4chtige+aber+ideenlose+Geriatriehaufen+-+der+Sozialdemokratie%2C+Konservative+und+Neoliberale+mittlerweile+geworden+sind+-+der+ist+nicht+einmal+einen+Lacher+wert.+Dem+schlie%C3%9Fen+sich+%C3%BCberhaupt+nur+noch+jene+an%2C+die+sich+davon+pers%C3%B6nliche+Vorteile+erhoffen.%0D%0A%0D%0AAll+das+ist+so+hoffnungslos+verloren%2C+dass+eine+kritische+Auseinandersetzung+sich+salopp+gesagt+nicht+wirklich+auszahlt.+Das+landet+alles+im+M%C3%BClleimer+des+Universums%2C+wird+ganz+zwangsl%C3%A4ufig+%C3%BCberworfen+werden.+Und+gegen+diese+geballte+Ignoranz+und+Arroganz+Widerstand+zu+leisten+und+sich+das+Angebot+selbst+schaffen+-+eine+eigene+Ideologie+oder+Vision+-+das+dauert+ein+bisschen.Auch+die+68er-Bewegungen+%28das+gro%C3%9Fe+Beispiel+einer+angeblich+ganzen+Generation+die+sich+ur+was+getraut+hat%29+entstanden+nicht+%C3%BCber+Nacht.+++%0D%0A%0D%0AAber+es+wird+schon.+Die+Piratenpartei+ist+der+Vorbote+eines+neuen+jungen+Selbstbewusstseins.+Sie+hat+kein+komplettes+Programm+und+bietet+noch+keine+echte+Alternative.+Aber+sie+verk%C3%B6rpert+neue+Ideen%2C+ein+neues+Selbstverst%C3%A4ndnis+und+ist+die+erste+Partei%2C+die+unsere+Lebenswelt+verteidigt+und+propagiert.+Gegen+wen%3F+Gegen+die+verkrusteten+Alten%2C+die+diese+unsere+Realit%C3%A4t+verklagen%2C+wann+immer+sie+k%C3%B6nnen.+%0D%0A%0D%0ASie+versagen+als+Generation+einmal+mehr+auf+unsere+Kosten.+&amp;tags=Generation%2CGenerationenkonflikt%2CIdeologie%2CJugend%2CMartin+Blumenau%2CPiratenpartei%2CRepliken%2CS%C3%BCddeutsche+Zeitung%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
	</channel>
</rss>

