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	<title>zurPolitik.com &#187; ORF</title>
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		<title>Protest gegen Pelinkas ORF-Job geht weiter</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2011/12/29/protest-gegen-pelinkas-orf-job-geht-weiter/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 15:11:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Niko Pelinka]]></category>
		<category><![CDATA[ORF]]></category>
		<category><![CDATA[SPÖ]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Ernennung von SPÖ-Parteisoldat Niko Pelinka zur rechten Hand von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz schlägt weiterhin hohe Wellen &#8211; vor allem unter den Journalistinnen und Journalisten im öffentlich-rechtlichen Medium selbst, aber <a href="http://nonapartofthegame.eu/?p=3279" target="_blank">eh auch</a> <a href="http://derstandard.at/1324501303980/Videocast-von-Robert-Misik---Folge-213-Warum-Niko-Pelinka-seinen-ORF-Job-nicht-antreten-sollte" target="_blank">sonst&#8230;</a>. Der folgende Text liegt in ORF-Redaktionen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Ernennung von SPÖ-Parteisoldat Niko Pelinka zur rechten Hand von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz schlägt weiterhin hohe Wellen &#8211; vor allem unter den Journalistinnen und Journalisten im öffentlich-rechtlichen Medium selbst, aber <a href="http://nonapartofthegame.eu/?p=3279" target="_blank">eh auch</a> <a href="http://derstandard.at/1324501303980/Videocast-von-Robert-Misik---Folge-213-Warum-Niko-Pelinka-seinen-ORF-Job-nicht-antreten-sollte" target="_blank">sonst</a>. Der folgende Text liegt in ORF-Redaktionen bis 10. Jänner zur Unterschrift durch die dort Tätigen auf.<span id="more-9677"></span></p>
<blockquote><p>Für einen unabhängigen ORF!</p>
<p>Wir, die Journalistinnen und Journalisten des ORF, stehen für einen unabhängigen ORF. Wir sind ausschließlich journalistischer Ethik und dem ORF-Publikum verpflichtet und lassen uns die in der Verfassung garantierte Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht nehmen. Weder durch parteipolitische Wünsche noch durch die Bereitschaft der Geschäftsführung diese zu erfüllen. Während Dienstposten in den Redaktionen in längst unerträglichem Ausmaß reduziert werden, gibt es für Stellen, die zur Erfüllung parteipolitischer Wünsche neu geschaffen werden, offenbar Geld. Wir fordern von der Geschäftsführung alle Vorhaben, die das Ansehen des<br />
ORF als unabhängiges Medienunternehmen beschädigen, zurückzunehmen. Vom Gesetzgeber fordern wir Rahmenbedingungen, die die ORF-Unabhängigkeit stärken (u.a. völlig neues Aufsichtsgremium, verbessertes Redakteursstatut). </p>
<p>Der ORF gehört den Österreicherinnen und Österreichern &#8211; nicht den Parteien.</p></blockquote>
<p>Eine Solidaritätsbekundung für die Redaktionen gibt es <a href="http://derstandard.at/1324501536569/Botschaft-ATV-schickt-Solidaritaetsnote-auf-den-Kueniglberg">von den KollegInnen bei ATV</a>. Wer möchte, kann sich unterdessen für die nachträglich ausgeschriebene Stelle bewerben. Das Gehalt von 5.270 € Minimum ohne näher genannte Qualifikationen als Bedingung dürfte schon durch den Winter helfen. Besonders bevorzugt werden übrigens Frauen, auch wenn ein Mann den Job anscheinend schon fix hat.</p>
<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/peli.jpg" alt="" title="ORF Generaldirektion sucht Redakteur" width="630"/></p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=9677&amp;md5=f178a76495ec08c8be532a8dbda0829d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Weg mit ORF eins</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2011/02/04/weg-mit-orf-eins/</link>
		<comments>http://zurpolitik.com/2011/02/04/weg-mit-orf-eins/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 Feb 2011 13:50:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Sator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Öffentlich]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Gebühren]]></category>
		<category><![CDATA[Information]]></category>
		<category><![CDATA[ORF]]></category>
		<category><![CDATA[Zwang]]></category>

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		<description><![CDATA[Ineffiziente, gebührenfinanzierte Entertainmentkanäle blockieren privaten Wettbewerb. Wozu brauchen wir ORF eins? - Ein Klärungsversuch von Andreas Sator]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ORF eins bringt kaum gesellschaftlichen Mehrwert. Sendungen für Kinder und Jugendliche, ein paar Filme oder Sportübertragungen &#8211; ist das die Aufgabe öffentlich-rechtlicher Fernsehanstalten?</p>
<p><span id="more-7815"></span></p>
<p>Initiator dieses Artikels ist ein von mir gerade gelesener <a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/und-nun-weiter-im-programm/3793764.html">Kommentar</a> im <a href="http://www.tagesspiegel.de/">Tagesspiegel</a>, der davon handelt, dass das öffentliche Fernsehen in der Berichterstattung rund um Ägypten versagt hat (via <a href="http://twitter.com/#%21/stefan">stefan</a>). Zitat Anfang:</p>
<blockquote><p>Aber was ist mit den Milliarden Euro, die das  öffentlich-rechtliche  Fernsehen als Zwangsabgabe eintreibt? Wozu? Für  Quizshows,  Volksmusikparaden, Lovestorys vor malerischer Kulisse und  inflationäre  Talkshows? Das kann nicht der Auftrag sein.</p></blockquote>
<p>Zitat Ende.</p>
<p>Ich habe mir darüber schon vor langer Zeit Gedanken gemacht. Wozu  wird ein Sender wie ORF 1 mit Zwangsgebühren finanziert? Man darf mich  nicht falsch verstehen. Ich beschäftigte mich zwar gerne mit liberalen  Ideen, aber leide nicht unter dem <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Hayek">Hayek&#8217;schen</a> Knechtschaftskomplex, den ich jetzt einmal so taufe.</p>
<h2>ORF eins blockiert private Angebote</h2>
<p>Was will ich damit sagen? Wenn mit dem Geld etwas Vernünftiges  geschieht (siehe zum Beispiel BBC oder teilweise ORF 2), dann kann man  mich durchaus für eine <a href="http://www.orf-gis.at/?kategorie=gebuehren&amp;thema=tabelle_tv">Zwangsabgabe</a> oder alternativ eine öffentliche Finanzierung gewinnen.</p>
<p>Aber warum um Gottes Willen ist jeder Österreicher verpflichtet, monatlich Geld an den Küniglberg zu überweisen um &#8220;<a href="http://okidoki.orf.at/">okidoki</a>&#8221;  oder Sportübertragungen zu unterstützen? Als würde sich für  Kinderfernsehen und attraktive Sportevents keine private Alternative  finden. Über die Unterstützung von Randsportarten zerbreche ich mir  jetzt nicht den Kopf. Wenn das jemanden interessiert, dann findet sich  auch ein privater, vielleicht regionaler Sender.</p>
<p>Zugegeben, ich bin als Fußballfan selbst immer froh gewesen, wenn  sich der ORF die Übertragungsrechte für die Bundesliga oder die  Champions League gesichert hat. Aber wenn man einmal nachrechnet, kann  man sich für 18-23€ (14,50 gehen davon direkt an den ORF), die monatlich  an Gebühren anfallen, auch schon fast einen Pay-TV Sender leisten.</p>
<h2>Staat &amp; Information</h2>
<p>Wie vermutlich jeder andere österreichische Twitterant folge ich <a href="http://twitter.com/#%21/ArminWolf">Armin Wolf</a>,  der schon mehr als einmal auf Zwangsgebührenvorwürfe reagieren musste.  Sein Argument: Für 50c/Tag kriegt man Formate wie Universum,  Weltjournal, Report oder Radiosender wie Ö1 und FM4 serviert.</p>
<p>Ich bin kein Medienexperte, dafür haben wir hier <a href="../uber-uns/">im Team</a> ganz andere Leute. Wahrscheinlich lässt sich qualitativ hochwertige  Information am besten öffentlich bewerkstelligen. Wahrscheinlich ist es  auch wichtig, die Berichterstattung nicht nur an die private Hand  abzugeben. Ein Liberaler wird meinen, dass Berichterstattung und  Information für eine Gesellschaft von viel zu großer Bedeutung sind, um  sie dem Staat zu überlassen.</p>
<p>Als Pragmatiker denke ich aber, dass eine Mixtur aus transparenter,  öffentlicher (vom Parteibuch unabhängiger) und privater Information  anzustreben ist. Vom Parteibuch unabhängiger? Ja ich weiß, ich bin naiv.</p>
<p>Bevor ich mich in Gedanken verliere, möchte ich zum Schluss noch  einmal auf den Kern dieses kleinen Beitrags zu sprechen kommen. Wieso  wird ORF 1 öffentlich finanziert?</p>
<h2>Der Zweck von ORF eins</h2>
<p>Sind es die <strong>guten Quoten</strong>? Kaum. ORF 2 war im Jahr 2010 was die Marktanteile betrifft um fast 60% erfolgreicher. Oder vielleicht die <strong>Werbeeinnahmen</strong>? Vermutlich, denn in der für ORF 1 relevanten, jüngeren Zielgruppe lässt sich mehr Geld lukrieren.</p>
<p>Um den wahrscheinlich wirklich ausschlaggebenden Faktor zu erläutern, möchte ich auf die <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96konomische_Theorie_der_B%C3%BCrokratie">Ökonomische Theorie der Bürokratie</a></strong> verweisen. Diese sagt aus, dass öffentliche Güter meist in zu großer Menge und mit zu hohen Kosten hergestellt wird.</p>
<p>Die  für die Debatte um ORF 1 relevantere Aussage ist aber die, dass  Bürokraten (liebevolle Bezeichnung für öffentliche Bedienstete aus der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Politische_%C3%96konomie">Neuen Politischen Ökonomie</a>)  Nutzenmaximierer sind. Sie versuchen nicht im  Sinne der Gesellschaft  oder der Legislative zu arbeiten, sondern wollen ihre persönliche Macht,  ihr Einkommen oder ihr Prestige maximieren.</p>
<p>So hat ein Bürokrat  kein Interesse an einem Budgetüberschuss. Der würde schlichtweg dazu  führen, dass ihm Mittel gestrichen werden. Und damit ginge ein Verlust  an Prestige und Macht einher.</p>
<p>Der Bürokrat würde also nie von sich aus sagen, dass das Angebot seiner Behörde überproportioniert ist. Das wird auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Wrabetz">Alexander Wrabetz</a> nicht tun. Und deshalb habe ich das jetzt einfach mal getan.</p>
<p>Bild “Shake Hands”: © Gerd Altmann/AllSilhouettes.com / <a href="http://www.pixelio.de/">PIXELIO</a><br />
Bild “Geldverschwendung”: © Benjamin Klack / <a href="http://www.pixelio.de/">PIXELIO</a></p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=7815&amp;md5=a555b7197f3a40791c172e1d061289d3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Es war mir ein Volksfest</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2011/01/31/es-war-mir-ein-volksfest-3/</link>
		<comments>http://zurpolitik.com/2011/01/31/es-war-mir-ein-volksfest-3/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 31 Jan 2011 18:17:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Iga-Maria Zakrzewska</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das massive Polizeiaufgebot bei der NoWKR Demo 2011 ließ so manchen Kopf zermartert zurück. - Eine Reflektion von Iga-Maria Zakrzewska]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich mich Freitag Abend, kurz vor 18h auf den Weg zum ersten Treffpunkt der NoWKR Demo bei der Alser Straße aufmachte, war ich aufgeregt, und noch viel mehr als das &#8211; ich hatte richtig Angst. Die Stunden zuvor, hatte ich damit verbracht unzählige Meldungen und Berichte zur bevorstehenden Demo zu lesen, und mit jeder Meldung, mit jeder neuen Nachricht, stieg meine Empörung bis ins Unerträgliche. Verbieten und Gebieten, Anmelden und wieder Abblasen der Kundgebungen und Demonstrationen, eine Frotzelei, eine strategische Provokation seitens der Politik, die reinste Verhöhnung des Rechts auf Versammlungsfreiheit. Meine Schlussfolgerung: die Demo wird massiv. Massiv, brutal und wütend, in jeder Hinsicht. Sowas lässt sich niemand gefallen.<span id="more-7720"></span></p>
<p>Wut resultiert aus Hilflosigkeit, und ist mit Sicherheit unreflektiert &#8211; kein guter Start für „Die Lange Nacht der Repression“. Wut gepaart mit kollektiver Intelligenz der Masse – womöglich die spannendste Demoerfahrung seit langem. Eventuell lehne ich mich etwas zu weit aus dem Fenster, aber ich denke doch, NoWKR 2011 war ein regelrechter Erfolg im Vergleich zu den Demonstrationen der letzten Jahre.</p>
<p>Während ein obszönes Überangebot an PolizistInnen bereits in den Nachmittagsstunden, wahllos aber motiviert, Studierende vor den Universitätsgebäuden am Campus und beim Hauptgebäude perlustrierte, wurde allen schnell bewusst, dass der Erfolg des Abends mit Sicherheit dezentral sein wird. Twitter, Facebook und die gute alte SMS-Kette, waren verlässliche PartnerInnen – alle paar Sekunden ein neues Update wohin es gehen soll, wo Kesselungen stattfinden, die Anzahl der Verletzten und Inhaftierten, die Menge der Protestierenden. Die Exekutive &#8211; schwerstens bewaffnet mit Helm und Schild – immer ein paar Minuten hinterher, träge japsend in ihrer Schutzuniform. Alles in bester social media Manier &#8211; bis zu dem Zeitpunkt an dem wir uns selbst zensierten.</p>
<h2>Misstrauen den eigenen Medien gegenüber</h2>
<p>„bitte keine treffpunkte mehr twittern – die polizei liest mit“ hieß es ab ca. 21:00 &#8211; Zwei, drei Treffpunkte wurden noch durchgesagt, mehrere User als falsche Fährten geoutet. Doch die Verunsicherung war geboren. Und sie stand von nun an nicht mehr nur im virtuellen Raum, sondern raubte der motivierten aber durchgefrorenen Truppe einiges an Energie. Man könnte sich darüber den Kopf zerbrechen, ob das Twittern von Treffpunkten klug ist oder nicht. Man könnte sich auch fragen wo und wie „die Polizei“ in unseren Quellen mitliest und ob sie auch den SMS Verkehr beobachten, und die Handys abhören, und wieviele „Zivile“ mitmarschieren. Man kann es auch einfach lassen. Will man in diesen Belangen konsequent sein – bleibt das Handy abgedreht zuhause am Tisch liegen und basta. Und gesprochen wird sowieso mit niemandem mehr, denn wem kann man in Zeiten wie diesen überhaupt noch trauen.</p>
<p>Ein Schuss ins Knie. Und bei Demonstrationen, bei denen es bekanntlich auf die Masse ankommt, fatal. Plötzlicher Informationsstopp führt zu Verwirrung, Verwirrung zu Verunsicherung, Verunsicherung zu Wartezeiten – und Wartezeiten dazu, dass sich Einzelne und schließlich ganze Gruppen abspalten und nach Hause gehen. Besonders wenn es Minusgrade hat.</p>
<p>Der große Erfolg von Freitagabend lag nichtsdestotrotz in seiner Dezentralität. Kleine Gruppen, großflächige Versammlungsorte, und Tempo. Versammeln, Krachmachen, Straßen blockieren und schnell wieder weiter. Zum ersten Mal kein Kräftemessen von linkem Block und Exekutive à la Prügelstocksymphonien vs. gruppendynamischen Randalieraktionen. Die Bilanz an Verhaftungen, Ausschreitungen und Zerstörung vom Vorjahr wurde in jeder Hinsicht weit unterschritten. Die eingeschlagene Auslagenscheibe der Fa. Kleiderbauer (!!) in der Mariahilferstraße, eine Frage der Zeit und Szene &#8211; nachdem sich der <a href="http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/622374/TierschuetzerProzess_Die-groebsten-Fehlentwicklungen" target="_blank">Prozess </a>rund um den Tierschützer-<a href="http://www.vgt.at/" target="_blank">Verein VgT</a> immer mehr zu einem Paradebeispiel österreichischer Justizskandale entwickelt.Vergleiche mit Kairo und Tunis – indiskutabel.</p>
<h2>Wozu das Ganze?</h2>
<p>Was bleibt, ist die Frage nach dem Grund für diese massive Überrepräsentation an Polizeikräften. Hat es was mit den mysteriösen BeobachterInnen des Projekts <a href="http://images.derstandard.at/2011/01/19/godiac.pdf" target="_blank">GODIAC (PDF)</a> zu tun? Ist es reine Willkür und Repression? Wohl kaum. Versteht mich nicht falsch, aber bei der Menge an Polizei-Wannen, Wasserwerfern und WEGA-Einsatzkräften hätte man viel stärker zuschlagen können. Unzählige Leute mehr verhaften, perlustrieren und knüppeln. Repression ausleben, wie wir es aus dem <a href="http://www.youtube.com/yukterez#p/search/1/vOqQrod-5Rw" target="_blank">Jahr zuvor</a> schon kennen.  Also wozu der ganze Zirkus?</p>
<p>Nach Stunden des Kopfzermarterns über mögliche Motive und Strategien, blitzt plötzlich<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Michel_Foucault" target="_blank"> Michel</a> <a href="http://www.thomaslemkeweb.de/publikationen/Gouvernementalit%E4t%20_Kleiner-Sammelband_.pdf" target="_blank">Foucault</a> durch meinen Kopf. Die Souveränität der Macht. Wie immer. Wie konnte ich das vergessen? Der ganze Tanz, 1300 offizielle Einsatzkräfte &#8211; nichts weiter als ein Catwalk der Regierung. Die Polizei und die Linken. Das Feindbild der radikalen, rebellierenden Linken, der gewalttätigen, blinden Masse an dissidenten Systemschmarotzern. Und das muss aufrecht bleiben, also muss Polizei her. Je größer die Bedrohung, desto mehr Polizei. Oder? Je mehr Polizei, desto größer die Bedrohung? Wie war das nochmal? Da ist sogar der ORF für eine Berichterstattung zu stark verwirrt.</p>
<p>Als der Demozug gegen 19 Uhr friedlich den Urban-Loritz Platz erreicht, schiessen plötzlich aus allen Gassen und Winkeln Polizeiautos auf den Platz. Die Türen der Busse öffnen sich, schwerst bewaffnet stürmen Polizisten auf den sich mit DemonstrantInnen füllenden Platz. Helme, Schilder, Schlagstöcke, Waffen. Blaulicht und Sirenen, ein alarmierendes Szenario. Mitten im Trubel, völlig versteinert &#8211; eine junge Mutter mit einem Säugling im Kinderwagen und einem Kleinkind an der Hand. Hin- und hergerissen zwischen Panik, Flucht und der Suche nach Orientierung, wendet sie sich an einen der umherstehenden Polizisten. „Hauns besser schnell ab, da is gefährlich. Da kummt a Haufen Radikaler!“ sagt er, und man könnte fast meinen, er habe recht, als Minuten später Mistkübel und Zeitungsboxen brennen.</p>
<p>Am Ende verrennt man sich auf der Suche nach der Erkenntnis, der Conclusio und dem „Was lernen wir aus NoWKR 2011?“. Eins ist aber gewiss: wir können es immer besser machen. Nächstes Jahr noch besser vernetzt, noch dezentraler, noch friedlicher. Unser Bild in der Öffentlichkeit ist nichts, was wir ohne eine Revolution der Bildung stärker beeinflussen könnten als wir es bereits tun. Vermeiden wir das Nähren der konstruierten Vorurteile durch weitere rauchende Mülltonnen, und die Exekutive wird sich bei ihrem Kabarett der Uniformen selbst enttarnen.</p>
<p><em><small>Foto: <a href="http://cg-politics.blogspot.com/2011/01/nowkr2011-demos-gegen-ball-des-wiener.html" target="_blank">Christopher Glanzl</a></small></em></p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=7720&amp;md5=bf97b4f1ab9d85245547ee7f8ed06f66" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Niki Lauda und die &#8220;Schwulen-Nummer&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Jan 2011 21:48:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Georg Pichler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[alfons haider]]></category>
		<category><![CDATA[dancing stars]]></category>
		<category><![CDATA[homophobie]]></category>
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		<description><![CDATA[Der ORF zerstört gute Traditionen, propagiert schwules Tanzen (was seine Kinder nicht im TV sehen sollen), verbreitet falsche Rollenbilder und irgendwann wird man sich als Heterosexueller für seine sexuelle Orientierung öffentlich entschuldigen müssen. Und überhaupt ist Alfons Haider mit seiner&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der ORF zerstört gute Traditionen, propagiert schwules Tanzen (was seine Kinder nicht im TV sehen sollen), verbreitet falsche Rollenbilder und irgendwann wird man sich als Heterosexueller für seine sexuelle Orientierung öffentlich entschuldigen müssen. Und überhaupt ist Alfons Haider mit seiner &#8216;Schwulen-Nummer&#8217; einfach nur quotengeil. Die Quintessenz von Niki Laudas <a href="http://www.oe24.at/leute/oesterreich/Lauda-fordert-Stoppt-Haider/15871720" target="_blank">jüngstem Interview</a>.</p>
<p>Dieses führte der Ex-Rennfahrer und Seitenblicke-Dauergast übrigens mit &#8220;Österreich&#8221;/oe24.at und dem Chef, Wolfgang Fellner, persönlich. Die Zeitung hatte laut ÖAK im Jahr 2008 eine Wochentagsauflage von 320.000 Stück exkl. Gratisexemplare und oe24.at rühmt sich mit einer <a href="http://www.wetter.at/oe24_VORLAGE_2010_8x.pdf/11.489.414" target="_blank">Besucherstatistik (PDF)</a> von 2,5 Millionen Unique Clients im Monat. Lauda heiratete vor wenigen Jahren eine Frau, die etwa halb so alt ist wie er und wurde als 60jähriger Vater zweier weiterer Kinder. Neben Haider und seinem Partner werden auch elf heterosexuelle Paare übers &#8220;Dancing Stars&#8221;-Parkett wirbeln.</p>
<p>Ich lasse  das einfach mal so stehen.</p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=7627&amp;md5=2c4334dcbb44d6738aa541bc935c1469" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das Bürgerforum war ein Schritt in die richtige Richtung</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2011/01/19/das-burgerforum-wa-ein-schritt-in-die-richtige-richtung/</link>
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		<pubDate>Wed, 19 Jan 2011 14:33:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[ORF]]></category>
		<category><![CDATA[Talkshow]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>

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		<description><![CDATA[Unter dem provokanten Titel "Die Türken - Ewige Außenseiter?" machte der ORF-Talk am Dienstag keine schlechte Figur - Ein Lob von Tom Schaffer ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vergangenes Jahr <a href="http://zurpolitik.com/2010/08/17/tv-talks-mussen-reformiert-werden/" target="_blank">kritisierte ich das Format der gängigen TV Talks</a>, nachdem gerade die &#8220;Sommergespräche&#8221; im ORF erneut am Anspruch scheiterten, brauchbare Debatten zu produzieren. Am Dienstag brachte derselbe Sender ein neues &#8220;<a href="http://tvthek.orf.at/programs/1343-Buergerforum" target="_blank">Bürgerforum</a>&#8221; und machte damit nicht alles anders und gut, aber einen Schritt nach vorne.<span id="more-7558"></span></p>
<p></p>
<p>Ich war im Vorfeld skeptisch. Der Teaser und Titel (&#8220;Die Türken &#8211; ewige Außenseiter?&#8221;) der Sendung waren sehr provokant und ließen wenig Sensibilität in der Redaktion vermuten. Zum kontroversen Thema war wenig von den meisten teilnehmenden PolitikerInnenn zu erwarten und auch das Durchschnittspublikum hält man bei einem so komplexen Sachgegenstand eher für einen Risikofaktor. </p>
<h2>Enttäuschung erwarten</h2>
<p>Die Politiker erfüllten die Erwartungen dann auch brav. Strache war noch im Wien-Wahlkampf; <a href="http://zurpolitik.com/2011/01/19/liebe-sozis-werdet-ihr-2013-wieder-mit-uns-gehen/" target="_blank">Cap schwenkte seine SPÖ auffallend billig</a>; &#8220;Integrationsministerin&#8221; Fekter wirkte arg uninteressiert und redete gleich in ihrer ersten Wortmeldung weit an der Frage vorbei; Westenthalers größte Leistung war die fragwürdige Erkenntnis, dass das Recht auf Heimat und die Religionsfreiheit sich entgegenstehen (ok, ok &#8211; und eine erstaunliche Hautbräunung); und Alev Korun bringt Dinge manchmal einfach nicht auf den Punkt. Aber dies sind nunmal die zuständigen VertreterInnen unserer fünf Parlamentsparteien &#8211; daraus kann man dem ORF keinen Strick drehen.</p>
<p>Natürlich glückte nicht alles. Zeitweise kam man vom Thema ab und sprach plötzlich über den Türkeibeitritt zur EU oder verstrickte sich in Wiener Neustädter Schrebergärtenkuriositäten. Gerade der Einstieg mit einem widerlichen Schreiduell aus einem Wiener Gemeindebau war hart zu ertragen. Und die bewusste Konzentration auf Probleme betonte immer wieder das Trennende, und ließ die vielen Bindeglieder zwischen den beiden &#8220;Seiten&#8221; außer Acht. Doch ansonsten war die Sendung gut gemacht. </p>
<h2>Positive Überraschungen</h2>
<p>Die Zwischenbeiträge hielten ein ordentliches Maß an Ausgewogenheit. Sie brachten die Diskussion voran, stellten wichtige Informationen zum Thema bereit und schafften Abwechslung, um das Interesse über die gesamte Sendezeit hoch zu halten. Diese war mit über eineinhalb Stunden in Ordnung, eine halbe Stunde mehr hätte das Format vielleicht noch vertragen. </p>
<p>Zudem wurden die einzelnen Fragen vom hervorragend moderierenden Peter Resetarits gut verschärft an die PolitikerInnen herangetragen. Deren Redezeit (ein wesentlicher Kritikpunkt in meinem Sommer-Grant) war zwar recht kurz bemessen, wurde aber im Gegenzug nicht streng eingehalten. Dass das eine echt österreichische Lösung ist, lässt sich hier durchaus einmal positiv verstehen. All das ermöglichte den PolitikerInnen (theoretisch), klar Stellung zu beziehen, statt wie üblich in drei Sätzen Gott und die Welt erklären zu müssen. </p>
<p>Das Publikum war die positivste Überraschung. Statt allzu große Klischees und Fremdschäm-Sprüche brachte es interessante Perspektiven ein. Neben einem etwas nervös wirkenden Strache-Fotos-in-die-Kamera-Halters kam da eine interessante Zufallsauswahl an &#8220;echten&#8221; NormalbürgerInnen zur Wort, die über ihre Alltags-Eindrücke sprachen. Da wurde über späten Lärm im Gemeindebau geklagt, das Gefühl mitgeteilt auch gut integriert in Österreich nicht gewollt zu werden und bedauert, die &#8220;eigenen Leute&#8221; wären zu pessimistisch. </p>
<p>Das waren natürlich nicht immer rethorische Meisterwerke, aber der Sinn war ja auch das zu hören, was diese Leute am Thema beschäftigt. Dem muss man als politisch interessierter oder gar aktiver Mensch zuhören, auch wenn es einem nicht immer gefällt. Erstaunlich fand ich, dass sich nahezu alle um einen ruhigen Ton und Differenzierung bemühten. Um dem ganzen Geschehen eine sachlich brauchbare Dimension zu geben, kam auch Input von einigen ExpertInnen und AktivistInnen. </p>
<h2>Mehr davon</h2>
<p>Das Konzept dürfte sich bewährt haben, mit einem so kontroversen Thema in der der Hauptsendezeit zu diskutieren. Während am Wochenende nur 350.000 Menschen &#8220;Im Zentrum&#8221; sahen und der &#8220;Club 2&#8243; vergangene Woche weniger als 200.000 SeherInnen hatte, scheenkte dem &#8220;Bürgerforum&#8221; 816.000 Menschen ihre Aufmerksamkeit. Das sind bessere Quoten als der &#8220;Bergdoktor&#8221; und liegt in etwa in der Region der &#8220;Millionenshow&#8221; oder von &#8220;Tatort&#8221;. Schon beachtlich für eine politische Diskussion außerhalb von Wahlkampfzeiten.</p>
<p>Alles in allem würde ich mir das Format häufiger wünschen, auch damit es Schritt für Schritt die verbleibenden Baustellen ausbessern kann. Ich könnte es mir ganz gut an der Stelle der traditionellen Wahlkonfrontationen vorstellen. Die Parteien könnten einge Wochen lang VertreterInnen entsenden und je 1,5 Stunden zu den jeweils festgesetzten Themenblöcken disktieren. So könnte man der allzu starken Konzentration auf SpitzenkandidatInnen bei Nationalratswahlen entgegenwirken (und ergänzend dazu Einzel-Interviews mit denen führen, wo Nischenthemen und die spezifischen Steckenpferde ihrer Parteien ausführlich behandelt werden könnten). </p>
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<p><small>Fotocredits: <a href="http://tvthek.orf.at" target="_blank">ORF TVThek</a></small></p>
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		<title>Liebe Sozis, werdet ihr 2013 wieder mit uns gehen?</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Jan 2011 00:16:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautoren</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Josef Caps Rechtsschwenk im "Bürgerforum" ist kein Zufall, sondern erprobte Strategie der SPÖ. Über die Schwierigkeit die politische Heimat zu verlassen - Eine wütende Gastreaktion von Michel Reimon]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich muss mir jetzt, nach der Schlußrunde des ORF Bürgerforums zum Thema “Die Türken – Ewige Außenseiter”, was von der Seele schreiben. Ich halte mich kurz, aber ich habe vor polemisch und parteiisch – parteipolitisch – zu sein. Ich bin nicht objektiv, ich bin nichtmal distanziert. Ich bin wütend.</p>
<p>SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ waren in dieser Sendung nicht wesentlich voneinander zu unterscheiden: “HCap Westenfekter” hat Corinna Milborn das <a href="http://twitter.com/#!/corinnamilborn/status/27468845493002240" target="_blank">zusammengefasst</a>. Alle vier sind hier in einen Topf zu werfen. Drei waren schon drin. Mit Schwarz-Blau-Orange hatten wir schon Rechtsregierungen. Damals habe ich demonstriert, jeden Donnerstag, gemeinsam mit Linken aller Richtungen, darunter sehr, sehr viele Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten. Und die würde ich jetzt gerne fragen: Werdet ihr 2013 wieder mit uns gehen?<span id="more-7550"></span></p>
<h2>RechtsRot</h2>
<p>Nach meinem Empfinden war Josef Cap heute oft schärfer als HC Strache. Das war natürlich geplant. Absicht. Dahinter steht, klipp und klar, die Strategie, nach rechts dicht zu machen. Selbst so streng gegen MigrantInnen zu sein, dass die SP keine weiteren Stimmen an die FP abgibt. Um die nächsten Wahlen 2013 nicht zu verlieren, werden die Roten also alles tun, um die besseren Blauen zu sein. Diese Strategie haben sie sehr erfolgreich getestet, nämlich im Burgenland, mit dem Flüchtlingslager Eberau. Erfolgreich im Sinne des Wahlergebnisses: roter Absturz verhindert, minimale blaue Zugewinne. Häupl hat es anders versucht und er hat deutlich verloren. Das hat sowohl inhaltlich als arithmetisch Rot-Grün ermöglicht, aber die Lehre der Bundes-SP ist nach dem Cap-Auftritt heute klar: Niessl hat es besser gemacht.</p>
<p>Und irgendwie, wenn ich alle Ideale mal kurz ausblende, verstehe ich, wie die SP zu dieser Analyse kommt: Ich habe mich nach der Eberau-Diskussion entschieden, für die Grünen in die Landtagswahl zu gehen und die Niessl-SP mit dem Slogan “Menschlichkeit zählt” zu konfrontieren. Und ich habe diese Wahl verloren. Ja, man kann auch viele andere Gründe dafür finden, kaum Budget, keine Strukturen im ländlichen Raum, ein Hänger im Bundestrend und ich war nur vier Monate Kandidat und fast unbekannt. Geschenkt. Kenne ich alles. Tut eh gut als Ausrede. Vielleicht war auch einfach die Kampagne schlecht oder ich war schlecht oder was auch immer. Aber es bleibt dabei: SozialdemokratInnen haben ihrer Partei nicht den Rücken gekehrt, als sie nach rechts gerückt ist.</p>
<h2>Eine Strategie, die aufgeht</h2>
<p>Ich weiß, wie schwer es ist, seine politische Heimat zu verlassen. Ich wurde nicht als Grüner geboren, sondern in eine tiefrote Familie in einem erzroten Dorf. Ich habe Anfang der Neunziger sogar für die SP gearbeitet (ohne Parteibuch). Ich kenne Norbert Darabos aus dieser Zeit. Norbert ist kein Rechter. Kein Ausländerfeind. Aber er ist ein Parteisoldat. Er wird tun, was immer er für notwendig hält, um der SP Wahlerfolge zu ermöglichen. Deshalb hat er 2003 als Klubobmann seine Abgeordneten gezwungen, das Schwarz-Blaue Fremdenrechtspaket mitzubeschließen. Aus der Opposition heraus, ohne Not. Ich habe damals schon sehr lange, seit 1994, Grün gewählt, aber es war irgendwie immer eine geliehene Stimme, jah-re-lang. Die politische Heimat ist auch eine emotionale Sache. Sie aufzugeben, endgültig und wirklich aufzugeben, ist schmerzhaft. Bei mir hat es bis zu diesem Fremdenrechtsbeschluss gedauert. Da habe ich für immer mit der SPÖ gebrochen. Aber ich bin fast ein Einzelfall. Die Strategie scheint sich für die SP auszuzahlen. Jedesmal, wenn Norbert Darabos nun mit Maria Fekter bei einer Pressekonferenz sitzt und die nächste Verschärfung im Integrationsbereich verkündet, verfolgt er die Strategie von damals. Jedesmal bin ich wütend über soviel Opportunismus – und wehrlos.</p>
<p>Eine Bekannte von mir ist Aktivistin im Asylbereich. Setzt sich gegen Abschiebungen ein, mit viel Herzblut und Engagement, auch wenn es z.B. vor dem Freunde-schützen-Haus etwas ruppiger zu werden droht. Hat mir rund um Eberau wochenlang erzählt, wie schlimm sie diesen Niessl-Kurs findet. Hat Protestveranstaltungen mitorganisiert. Und hat dann SPÖ gewählt. Mit Vorzugsstimme für eine tatsächlich sehr gute Kandidatin, die dann aber leider nicht wieder in den Landtag gekommen ist…</p>
<p>Das erklärt die rote Strategie für die nächsten drei Jahre, die wir heute in Person von Josef Cap erlebt haben.</p>
<h2>Das ewige “letzte Mal”</h2>
<p>Jede und jeder, der dann – “ein letztes Mal noch, mit Bauchweh” – SPÖ wählt, wird diesen Kurs belohnen. So schaut’s aus. Keine Ausreden. Das ist die Wahrheit, der man sich stellen muss. Und deswegen, nochmal: Liebe Sozis, werdet ihr dann, wenn wir 2013 wieder eine rechtsrechte Regierung haben, wieder mit uns protestieren? Und was, wenn diese rechte Regierung Rot-Blau oder Blau-Rot ist? Mit euren Stimmen! Was dann?</p>
<p>Was dann?</p>
<p>Aber: “Keine Ausreden” muss auch für uns Grüne gelten. Vier Parteien matchen sich am rechten Rand. Im wahlentscheidenden Thema stehen wir allein auf weiter Flur, gut sichtbar. Und trotzdem werden wir nicht stärker. Das ist die Wahrheit, der wir uns stellen müssen.</p>
<blockquote><p><strong>Michel Reimon</strong> ist ein österreichischer Autor, Journalist, Kommunikationsberater und Politiker. Er war Spitzenkandidat der Grünen bei der Landtagswahl im Burgenland 2010 und ist aktueller burgenländischer Landtagsabgeordneter. Er hat seinen eigenen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michel_Reimon" target="_blank">Wikipedia-Eintrag</a> und bloggt vor allem dort, wo auch dieser Beitrag zuerst erschienen ist: <a href="http://reimon.net" target="_blank">Reimon.net</a>.</p></blockquote>
<p><small>Fotocredits: <a href="http://reimon.net" target="_blank">Reimon.net</a></small></p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=7550&amp;md5=d94fe46d45417f41b516c372372ac32b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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80%A6%0D%0A%0D%0ADas+erkl%C3%A4rt+die+rote+Strategie+f%C3%BCr+die+n%C3%A4chsten+drei+Jahre%2C+die+wir+heute+in+Person+von+Josef+Cap+erlebt+haben.%0D%0A%0D%0ADas+ewige+%E2%80%9Cletzte+Mal%E2%80%9D%0D%0AJede+und+jeder%2C+der+dann+%E2%80%93+%E2%80%9Cein+letztes+Mal+noch%2C+mit+Bauchweh%E2%80%9D+%E2%80%93+SP%C3%96+w%C3%A4hlt%2C+wird+diesen+Kurs+belohnen.+So+schaut%E2%80%99s+aus.+Keine+Ausreden.+Das+ist+die+Wahrheit%2C+der+man+sich+stellen+muss.+Und+deswegen%2C+nochmal%3A+Liebe+Sozis%2C+werdet+ihr+dann%2C+wenn+wir+2013+wieder+eine+rechtsrechte+Regierung+haben%2C+wieder+mit+uns+protestieren%3F+Und+was%2C+wenn+diese+rechte+Regierung+Rot-Blau+oder+Blau-Rot+ist%3F+Mit+euren+Stimmen%21+Was+dann%3F%0D%0A%0D%0AWas+dann%3F%0D%0A%0D%0AAber%3A+%E2%80%9CKeine+Ausreden%E2%80%9D+muss+auch+f%C3%BCr+uns+Gr%C3%BCne+gelten.+Vier+Parteien+matchen+sich+am+rechten+Rand.+Im+wahlentscheidenden+Thema+stehen+wir+allein+auf+weiter+Flur%2C+gut+sichtbar.+Und+trotzdem+werden+wir+nicht+st%C3%A4rker.+Das+ist+die+Wahrheit%2C+der+wir+uns+stellen+m%C3%BCssen.%0D%0A%0D%0AMichel+Reimon+ist+ein+%C3%B6sterreichischer+Autor%2C+Journalist%2C+Kommunikationsberater+und+Politiker.+Er+war+Spitzenkandidat+der+Gr%C3%BCnen+bei+der+Landtagswahl+im+Burgenland+2010+und+ist+aktueller+burgenl%C3%A4ndischer+Landtagsabgeordneter.+Er+hat+seinen+eigenen+Wikipedia-Eintrag+und+bloggt+vor+allem+dort%2C+wo+auch+dieser+Beitrag+zuerst+erschienen+ist%3A+Reimon.net.%0D%0A%0D%0AFotocredits%3A+Reimon.net&amp;tags=B%C3%BCrgerforum%2CGr%C3%BCne%2CORF%2CRechtspolitik%2CSP%C3%96%2Cblog" 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		<title>04/10/10</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2010/10/04/041010/</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Oct 2010 03:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Leitner</dc:creator>
				<category><![CDATA[An jedem verdammten Wochentag]]></category>
		<category><![CDATA[#meinewahl]]></category>
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		<description><![CDATA[<strong>POLITIK: </strong>der Tag der Elefantenrunden, Fekter lobt Sarrazin, niederländische Christdemokraten unter Duldung der Wilders-Partei &#8211; <strong>GESELLSCHAFT: </strong>EU-Ärger über Datenkrake USA, #s21 und die CDU in Baden-Württemberg &#8211; <strong>MEDIEN: </strong>Pirker: Presse muss weit besser werden, neue Richtlinie beim ORF -<strong> WEB &#8230;</strong>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>POLITIK: </strong>der Tag der Elefantenrunden, Fekter lobt Sarrazin, niederländische Christdemokraten unter Duldung der Wilders-Partei &#8211; <strong>GESELLSCHAFT: </strong>EU-Ärger über Datenkrake USA, #s21 und die CDU in Baden-Württemberg &#8211; <strong>MEDIEN: </strong>Pirker: Presse muss weit besser werden, neue Richtlinie beim ORF -<strong> WEB 2.0: </strong>ORF.at und die Reform, fast jeder dritte Österreicher auf Facebook &#8211; <strong>TECHNIK: </strong>BIOS-Nachfolger soll 2011 kommen</p>
<p><span id="more-6285"></span><strong>POLITIK</strong></p>
<p><strong></strong>Gestern war der Tag der großen Elefantenrunden. Zuerst stellten sich die fünf Kandidaten dem ORF. <a href="http://derstandard.at/1285199772718/Nachlese-ORF-Runde-Haeupl-mit-GoGo-fuer-die-Neue-Mittelschule" target="_blank">Der Standard</a> und <a href="http://kurier.at/nachrichten/wien/2038030.php" target="_blank">Kurier</a> berichten darüber. <a href="http://diepresse.com/home/politik/wienwahl/599253/index.do?_vl_backlink=/home/politik/wienwahl/index.do" target="_blank">Die Presse</a> fasst sowohl die ORF- als auch die ATV-Show in einer Bildergalerie zusammen. Die ATV &#8220;Meine Wahl&#8221;-Show mit Länderspielatmosphäre haben sowohl <a href="http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/wienwahl/2503377/wien-wahl-elefantenparade-hexenkessel-atv.story" target="_blank">Kleine Zeitung</a>, <a href="http://derstandard.at/1285199887736/Wahlkampf-Debatte-mit-Fussballmatch-Atmosphaere-und-Untergriffen" target="_blank">Der Standard</a> und auch ich für <a href="http://neuwal.com/index.php/2010/10/03/neuwal-live-bei-atv-meine-wahl-match-um-wien/" target="_blank">neuwal</a> miterlebt. Und Rainer Nikowitz hat eine eigene Elefantenrunde für <a href="http://www.profil.at/articles/1039/567/278842/rainer-nikowitz-elefantastisch" target="_blank">profil</a> veranstaltet.</p>
<p>Innenministerin Maria Fekter lobt Thilo Sarrazin. Er habe eine wichtige Diskussion angestoßen. Außerdem wehre sie sich gegen den &#8220;Gesinnungsterror&#8221;. Für den Kurier erklärt sie auch ihre zukünfitgen Pläne in diesem Jahr. (<a href="http://kurier.at/nachrichten/2038088.php" target="_blank">Kurier</a>)</p>
<p>In den Niederlanden ist eine umstrittene Regierung entstanden. 68 Prozent der CDA, der Christdemokraten stimmen für eine Regierung unter Duldung der islamfeindlichen Wilders-Partei. Der große Rest ist dagegen. (<a href="http://taz.de/1/politik/europa/artikel/1/der-parteitradition-verpflichtet/" target="_blank">taz.de</a>)</p>
<p><strong>GESELLSCHAFT</strong></p>
<p>Österreich hat schon nachgegeben, und erlaubt der USA den Zugriff auf den Polizeicomputer. Auch andere Länder kippen aufgrund des Drucks um. Im EU-Parlament regt sich da schon reger Widerstand, die USA habe sich zu einer globalen &#8220;Datenkrake&#8221; entwickelt. (<a href="http://diepresse.com/home/panorama/welt/599052/index.do?_vl_backlink=/home/panorama/index.do" target="_blank">Die Presse</a>)</p>
<p>Die Ereignisse rund um Stuttgart21 sind noch nicht vergessen. Die Folgen sind jedoch schon abzusehen: seit 50 Jahren regiert die CDU Baden-Württemberg, doch das könnte nun bald zu Ende gehen. Selbst die langjährigen Anhänger sind erbost über die Vorgänge rund um den Milliardenbau und die Demonstrationen. (<a href="http://taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-stuttgart-21/artikel/1/schlimmeres-habe-ich-noch-nie-erlebt/" target="_blank">taz.de</a>)</p>
<p><strong>MEDIEN</strong></p>
<p>Horst Pirker hat diese Woche die Styria verlassen. Die Presse-Redakteure haben Fragen an ihn in ein Interview verpackt. D0rt erklärt er, dass Die Presse &#8220;weit besser&#8221; werden müsse. (<a href="http://taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-stuttgart-21/artikel/1/schlimmeres-habe-ich-noch-nie-erlebt/" target="_blank">Die Presse</a>)</p>
<p>Es hat lange gedauert. Aber nun hat der ORF-Onlinedirektor Thomas Prentner Weisungsrecht über ORF.at. (<a href="http://derstandard.at/1285199878858/Onlinedirektor-bekam-Weisungsrecht-fuer-ORFat" target="_blank">Der Standard</a>)</p>
<p><strong>WEB 2.0</strong></p>
<p>Jetzt hat es ORF.at erwischt: seit vergangenen Freitag ist die ORF-Reform im Onlinebereich umgesetzt. Die <a href="http://www.futurezone.at/" target="_blank">Futurezone</a> wandert zum Kurier und auf ORF.at kann man dank der Reform nirgends mehr kommentieren. (<a href="http://diepresse.com/home/techscience/internet/598897/index.do?_vl_backlink=/home/techscience/internet/index.do" target="_blank">Die Presse</a>)</p>
<p>Und immer noch werden es mehr: fast jeder dritte Österreicher ist auf dem weltweit größten Social Network, Facebook, angemeldet. Xing und StudiVZ werden von jeweils 1 Prozent genutzt. (<a href="http://diepresse.com/home/techscience/internet/598827/index.do?_vl_backlink=/home/techscience/internet/index.do" target="_blank">Die Presse</a>)</p>
<p><strong>TECHNIK</strong></p>
<p>Am Computer ist eigentlich alles sehr schnelllebig. Wird einer gekauft, gilt er schon beim Kaufdatum als veraltet. Aber seit nunmehr 25 Jahren startet ein Windows-Computer brav (oder manchmal auch nicht) mit BIOS. 2011 soll UEFI, die neue Firmware, die die Hardware initialisiert, bevor das Betriebssystem startet, kommen. Damit sollen PCs in Sekunden starten. (<a href="http://diepresse.com/home/techscience/internet/598827/index.do?_vl_backlink=/home/techscience/internet/index.do" target="_blank">Der Standard</a>)</p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=6285&amp;md5=206c514eb82bf18245cc3a01e8c51139" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>24/09/10</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2010/09/24/240910/</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Sep 2010 22:13:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Leitner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<strong>POLITIK: </strong>zu alt zum Wählen, dubiose Parteifinanzierung des BZÖ, Steiermark-Wahl am Sonntag &#8211; <strong>GESELLSCHAFT: </strong>Familie trotz laufendem Bleiberechtsantrag abgeschoben, Hintermänner bei Ebenseer Neonazi-Störaktion? &#8211; <strong>MEDIEN: </strong>Schauplatz für Justiz NS-&#8221;Propagandamaterial&#8221;, ORF-Onlinechef warnt vor Beschränkungen &#8211; <strong>WEB 2.0: &#8230;</strong>ORF will TVthek auf]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>POLITIK: </strong>zu alt zum Wählen, dubiose Parteifinanzierung des BZÖ, Steiermark-Wahl am Sonntag &#8211; <strong>GESELLSCHAFT: </strong>Familie trotz laufendem Bleiberechtsantrag abgeschoben, Hintermänner bei Ebenseer Neonazi-Störaktion? &#8211; <strong>MEDIEN: </strong>Schauplatz für Justiz NS-&#8221;Propagandamaterial&#8221;, ORF-Onlinechef warnt vor Beschränkungen &#8211; <strong>WEB 2.0: </strong>ORF will TVthek auf den Fernseher bringen, Foursquare massentauglich &#8211; <strong>TECHNIK: </strong>WeTab kein ernstzunehmender iPad-Konkurrent</p>
<p><span id="more-6183"></span><strong>POLITIK</strong></p>
<p>Peter Hayek, Politologe, schlägt vor, dass Österreicher zehn Jahre nach dem Pensionsantritt nicht mehr wählen dürfen. Um die &#8220;Rentnerdiktatur&#8221; zu bekämpfen und die Leute länger im Job zu halten. (<a href="http://derstandard.at/1285199071993/Pensionen-Vorstoss-gegen-Rentnerdiktatur-Politologe-will-Wahlrecht-mit-Ablaufdatum" target="_blank">Der Standard</a>) Thomas Knapp hingegen fordert, dass Peter Hayek umgehend entmündigt wird. (<a href="http://thomasknapp.at/entmuendigt-peter-hajek/" target="_blank">thomasknapp.at</a>)<strong> </strong></p>
<p>Im Wahlkampf 2006 konnte das BZÖ auf 300.000 Euro zurückgreifen. Erhalten haben sie es für ein 9-seitiges Gutachten von den Casinos Austria. Unter Verdacht steht dabei auch Leo Wallner (und auch: Karl-Heinz Grasser [Unschuldsvermutung!] und Walter Maischberger). (<a href="http://kurier.at/nachrichten/2035127.php" target="_blank">Kurier</a>)</p>
<p>Und diesen Sonntag wird übrigens gewählt (das letzte Mal für Langzeitpensionisten?): die Steiermark wählt einen neuen Landtag. Wer alle Informationen, eine Mitverfolgung des Wahlkampfs, Interviews und aktuelle Wahlumfragen sucht, dem empfehle ich, auf neuwal vorbeizuschauen. (<a href="http://neuwal.com/index.php/category/wahlen/steiermark-2010/" target="_blank">neuwal</a>)</p>
<p><strong>GESELLSCHAFT</strong></p>
<p>Obwohl ihr Bleiberechtsantrag noch läuft, wurde in Kärnten eine Familie festgenommen und ins Polizeianhaltezentrum Klagenfurt eingeliefert. Gestern früh wurden sie schließlich nach Mazedonien abgeschoben. Diese Fälle häufen sich, da seit der neuesten Fremdenrechtsnovelle (1. 1. 2010) ein Antrag auf humanitäres Bleiberecht keine aufschiebende Wirkung mehr hat. (<a href="http://derstandard.at/1285199124939/Kaernten-Konflikt-um-Familienabschiebung" target="_blank">Der Standard</a>)</p>
<p>Der Anwalt des Opfers von der Ebenseer Neonazi-Störaktion meint, dass dies kein &#8220;Lausbubenstreich&#8221; junger Burschen gewesen ist, sondern geplant war. Er vermutet Hintermänner, Ermittlungen in diese Richtung wurden aber schon eingestellt. (<a href="http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/596748/index.do?_vl_backlink=/home/panorama/index.do" target="_blank">Die Presse</a>)</p>
<p><strong>MEDIEN</strong></p>
<p>Der ORF händigt der Staatsanwaltschaft die gewünschten Bänder der &#8220;Schauplatz&#8221;-Reportage aus. Für diese sind die Aufnahmen ein &#8220;Verbrechensprodukt&#8221; und NS-&#8221;Propagandamaterial&#8221; nach dem Verbotsgesetz. Durch das Aufzeichnen neonazistischer Vorfälle (Nazi-Sprüche im Hof einer Wohnhausanlage) macht man sich als ORF-Redakteur scheinbar strafbar. (<a href="http://derstandard.at/1285199120929/Skinhead-Affaere-Schauplatz-fuer-Justiz-NS-Propagandamaterial" target="_blank">Der Standard</a>)</p>
<p>Beinahe sah es so aus, als würde der ORF die Beschneidung seines Onlineangebots (Futurezone, &#8230;) einfach so hinnehmen. Bei den Medientagen meldete sich aber der ORF-Onlinechef Thomas Prantner zu Wort: &#8220;Wenn der Marktführer beschnitten wird, leiden alle.&#8221; Er glaubt zudem nicht, dass Werbegelder nun automatisch zu anderen Online-Portalen wandern werden. (<a href="http://diepresse.com/home/kultur/medien/596631/index.do?_vl_backlink=/home/kultur/medien/index.do" target="_blank">Die Presse</a>)</p>
<p><strong>WEB 2.0</strong></p>
<p>Und noch einmal ORF: Herr Prantner kündigte an, dass die TVthek schon bald mittels &#8220;HbbTV&#8221; auch auf Fernsehern genutzt werden kann. Diese Technologie ist ein erweiterer Teletext; Geräte, die mit dieser Technologie ausgerüstet sind, könnten diese also vielleicht schon bald nutzen. (<a href="http://derstandard.at/1285199116073/ORF-will-TVthek-auf-Fernseher-bringen" target="_blank">Der Standard</a>)</p>
<p>Weil Facebook scheinbar mit &#8220;Facebook Places&#8221; im Bereich der Location Based Services durchstarten möchte (der Österreichstart lässt immer noch auf sich warten), hat sich Foursquare als App erneuert. Damit hat es sich vom Early-Adopter-Produkt zum massentauglichen Programm entwickelt. (<a href="http://diepresse.com/home/techscience/internet/596513/index.do?_vl_backlink=/home/techscience/internet/index.do" target="_blank">Die Presse</a>)</p>
<p><strong>TECHNIK<br />
</strong></p>
<p>Das &#8220;WeTab&#8221; hätte eine Alternative zum iPad werden sollen. Zuerst verhaute man die erste Pressekonferenz und konnte auch beim zweiten Versuch kaum überzeugen. Jetzt soll das Tablet erscheinen. Doch leider fehlen hier oder funktionieren viele Funktionen ganz einfach nicht. (<a href="http://taz.de/1/netz/netzoekonomie/artikel/1/wetab-enttaeuscht-auf-ganzer-linie/" target="_blank">taz.de</a>)<strong> </strong></p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=6183&amp;md5=e1da58b28a0ff8484f7a591719381d4f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Bitte krempelt die TV-Talks um!</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2010/08/17/tv-talks-mussen-reformiert-werden/</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 23:21:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Claus Raidl]]></category>
		<category><![CDATA[Eva Glawischnig]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[ORF]]></category>
		<category><![CDATA[SG10]]></category>
		<category><![CDATA[Sommergespräch]]></category>

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		<description><![CDATA[Die momentane Gesprächskultur im Fernsehen ist demokratieschädigend. Die einzigen Gewinner sind die, die nichts drauf haben - Ein Abgesang von Tom Schaffer ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade habe ich in der ORF TV Thek das <a href="http://tvthek.orf.at/programs/1310-Report/episodes/1550141-Report-Spezial--Sommergespraeche/1564957-Report-Spezial--Sommergespraeche" target="_blank">Sommergespräch von Ingrid Thurnher mit Eva Glawischnig und Claus Raidl</a> nachgesehen. Ich muss (im Jahr 1 nach der Vorjahreskatastrophe) feststellen: Das Format ist immer noch ein Witz und gehört in dieser Form abgeschafft. Ebenso wie die gesamte TV Talk-Kultur. Sie ist mittlerweile Journalismus in einer demokratieschädigenden Form. <span id="more-5648"></span></p>
<p></p>
<p>Wer hatte denn diese Idee? Eine Journalistin mit zwei Personen in 45 Minuten über ein Dutzend Themen sprechen zu lassen und dazwischen noch Publikumsfragen einzustreuen? Und dachte diese Person dabei, das journalistische Ziel erreichen zu können, dem TV-Publikum Ideen besser verständlich zu machen? Wenn das der Plan war, ist er gründlich misslungen. Heraus kam ein Gebrabbel, das sich auf Sager und Signalworte zuspitzt. Daraus kann sich kein Zuseher ein Bild über irgendetwas machen.</p>
<p>Diese Art von Talk verbricht nicht nur der ORF, sondern jede Fernsehstation. &#8220;Ich muss schnell machen, denn wir haben noch so viel zu besprechen und so wenig Zeit&#8221;, ist das Standardrepertoire jeder Moderation &#8211; ob das nun der Puls Talk of Town, ATV Am Punkt, die Sommergespräche oder die Wahlkonfrontationen sind. Als Gesprächspartner hast du drei Sätze, dann wirst du unterbrochen. Und dann musst du betteln: &#8220;Darf ich noch einen Satz sagen?&#8221; &#8211; &#8220;Ja einen Satz, aber bitte schnell. Wir haben noch zwei Minuten und müssen noch die Existenz Gottes beweisen &#8211; und herausfinden, wie Sie die Weltwirtschaftskrise besiegen.&#8221;</p>
<p><strong>Verkürzte Verkürzungen</strong></p>
<p>Dieses System zwingt selbst intelligente PolitikerInnen (die Existenz wird an dieser Stelle unterstellt) dazu, ihre Inhalte in emotionalisierte Phrasen zu verpacken. Wie man das Steuersystem gerechter macht in 20 Worten? Wie ich die Energieversorung revolutioniere in unter einer Minute? Wie wir unsere Bildung finanzieren in einer vom Gesprächsgegner unterbrochenen Kurzantwort? </p>
<p>Natürlich müssen JournalistInnen die PolitikerInnen irgendwann in ihrem Redeschwall stoppen. Aber wenn man ihnen schon vom Konzept her überhaupt keine Zeit gibt, ihre Pläne zu erklären, dann zwingt man sie förmlich dazu, sich jede Sekunde Sendezeit mit ausgedehnten Sätzen, vorgefertigten Messages und &#8220;catchy&#8221; Sagern zu erraufen &#8211; mögen sie auch so gar nicht passen. Wenn man schon keine Inhalte anbringen kann, dann doch wenigstens Signale für meine Klientel. </p>
<p>Raidl erkannte das Problem glaube ich, und er warf es im Sommergespräch der Politik vor: &#8220;In der Politik genügt es, eine Idee hinauszublasen und die Schlagzeile zu bekommen&#8221;. Und manches von den Problemen liegt natürlich schon am Naturell des genau gebrieften Politprofis. Doch die stete Verkürzung beschleunigt eine Abwärtsspirale der Gesprächskultur, in der überhaupt keine brauchbare Information mehr vermittelt wird. Auch Raidl, ein gescheiter Mann mit der nervigen Tendenz zum polternden Allesbesserwissen, kam an einem der vielen Punkte an denen es interessant zu werden drohte nicht auf die Idee zu sagen: &#8220;Ach vergessen wir doch den Rest, über DAS sollten wir einfach die restliche Sendezeit sprechen&#8221;.</p>
<p>Wenn JournalistInnen die schon vereinfachten Wertlosigkeiten dann auch noch in einen Satz verkürzen wollen (Thurnher zu Glawischnig: &#8220;Sie sind also links von der SPÖ.&#8221;), weil sich auch der ORF von seinem Sommergespräch Schlagzeilen in den Zeitungen erhofft, wird das Elend auf den Punkt gebracht. Nicht Sach- oder wenigstens Hausverstand bei Lösungen werden vermittelt, sondern Kurzmeldungen erdacht und einfache, bekannte Erklärungsmuster befriedigt. </p>
<p>Auch deshalb wirkt unsere Politik völlig visionslos. In einer Fernsehsendung (und damit immer noch dem einflussreichsten Medium) zu erklären, wie ein neues Konzept (z.B. ein Grundeinkommen) unsere Welt ändern wird? Das geht einfach nicht.</p>
<p><strong>Alle verlieren</strong></p>
<p>Wenn niemand mehr erklären darf (und muss), was er eigentlich denkt, verlieren fast alle:  Informationen zur Willensbildung und der Wettkampf der besseren Ideen sind die Existenzgrundlage von demokratischer Politik &#8211; es gibt sie nicht. Die Information verständlich zu machen und zu hinterfragen ist die Existenzgrundlage von Medien &#8211; das bieten sie nicht. Die interessierten ZuseherInnen werden vor den Kopf gestoßen, weil ihr Interesse an aufschlussreichen Gesprächen nicht befriedigt wird. Und die uninteressierten ZuseherInnen können sicher sein, dass sie das Wesentliche aus einer ganzen Sendung am Besten morgen einfach auf einem Flyer lesen, und schauen stattdessen irgendein intelligenzhemmendes Blödformat. </p>
<p>Die einzigen Profiteure dieses Nicht-Talks sind jene, die tatsächlich nicht mehr drauf haben, als mit Sprüchen und Signalwörtern um sich zu werfen. Für das Publikum ist nicht zu sehen, wer zur Phrase gewzungen wird und wer gar nicht mehr drauf hat. Oh wie würde es manche schleudern, müssten sie erklären, was &#8220;Asylmissbrauch&#8221; bedeuten soll!  Was ist denn diese &#8220;Heimat&#8221; eigentlich, die sie zu schützen behaupten? Ob hinter jedem &#8220;Wir dürfen die Bildung nicht vernachlässigen&#8221; eine durchdachte Idee steckt? Und haben das Konzept &#8220;Gleichberechtigung&#8221; eigentlich alle verstanden, die es so eifrig beschwören?</p>
<p>Wenn die SendungsmacherInnen nicht anfangen, ihre eigentliche Aufgabe zurück in den Blick zu nehmen, werden wir all das und noch viel mehr aus dem Fernsehen nicht erfahren.</p>
<p><small><em>Fotocredit: Screenshots von <a href="http://tvthek.orf.at" target="_blank">tvthek.orf.at</a></em></small></p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=5648&amp;md5=976ef1c155e168c872984785b9fcf133" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<itunes:subtitle>Die momentane Gesprächskultur im Fernsehen ist demokratieschädigend. Die einzigen Gewinner sind die, die nichts drauf haben - Ein Abgesang von Tom Schaffer</itunes:subtitle>
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		<title>Werbung frisst Journalismus</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 16:05:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Moser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Futurezone]]></category>
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		<description><![CDATA[Das neue ORF-Gesetz ist umstritten. Unter anderem soll die ORF-Futurezone für mehr Online-Werbegelder geopfert werden. - Der Versuch einer Bewertung von Michael Moser]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das neue <a href="http://derstandard.at/1276043592603/Aenderungen-im-Ueberblick-Das-neue-ORF-Gesetz-von-A-bis-Z" target="_blank">ORF-Gesetz</a> wirft erste Schatten (<a href="http://www.spreeblick.com/2010/06/14/aus-fur-futurezone-orf-at/" target="_blank">auch</a> <a href="http://blogdessennamenmansichnichtmerkenkann.wordpress.com/2010/06/14/troten-gegen-troten-in-noten/" target="_blank">in</a> <a href="http://blog.kooptech.de/2010/06/orf-schiesst-futurezone-ab/" target="_blank">der</a> <a href="http://chorherr.twoday.net/stories/6376015/" target="_self">Blogosphäre</a>). Der Stein des Anstoßes? Ein simpler Kuhhandel: Der ORF darf seine Online-Werbeeinahmen stufenweise bis zu einem Anteil von 5% gemessen an den Gebühreneinnahmen (ab 2016) erhöhen. Dafür muss er aber auf Bereiche in der journalistischen Online-Berichterstattung verzichten. Sie stellen offenbar als &#8220;Special-Interest&#8221;<em>*</em> eine Konkurrenz zur Berichterstattung privatwirtschaftlicher Verleger dar. Das prominenteste und wichtigste &#8220;Opfer&#8221; ist die <a href="http://futurezone.orf.at/" target="_blank">ORF-Futurezone.</a> <span id="more-4901"></span></p>
<p><strong>Werbe-Krösus ORF</strong></p>
<p>Der ORF ist ein öffentlich-rechtliches Rundfunkunternehmen und finanziert sich vornehmlich über Rundfunkgebühren und Werbung, ferner auch durch Subventionen oder durch Erträge aus Eigenproduktionen und Lizenzen. So weit, so klar. Werbung ist wichtig für den ORF, wie auch ein Blick auf die Aufstellung der Statistik Austria zu den<a href="http://www.statistik.at/web_de/statistiken/bildung_und_kultur/kultur/hoerfunk_und_fernsehen/index.html" target="_blank"> Erlösen des ORF zwischen 1980 und 2008</a> beweist.</p>
<p>Demnach wurden 2008 knapp 30% der Gesamterlöse über die Werbung erzielt. In Zahlen: Die Gesamterslöse dieses Jahres von 884.800.000 Euro beinhalten 263.300.000 Euro an Werbeeinnahmen. Eine doch beachtliche Summe für einen relativ kleinen Werbemarkt wie Österreich. Noch dazu in einem Jahr, in dem infolge des ersten Schocks der Finanzkrise Marketingbudgets drastisch gekürzt wurden.</p>
<p>Der Wert von knapp 30% Anteil der Werbeeinnahmen an den Gesamterlösen gibt Aufschluß darüber, wie abhängig der ORF von Werbung ist. Und er ist dabei &#8211; auch schon vor dem neuen ORF-Gesetz &#8211; hinsichtlich der gesetzlichen Rahmenbedingungen alles andere als unterpriviligiert.</p>
<p><strong>72 Minuten Freude</strong></p>
<p>Wagen wir einen Vergleich im Bereich der TV-Werbung: Die beiden deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF dürfen täglich jeweils 20 Minuten kommerzielle Werbung ausstrahlen. Nach 20.00 Uhr, also auch zur Prime-Time, ist ihnen die Ausstrahlung kommerzieller Werbung untersagt. Der ORF hingegen darf <a href="http://www.rtr.at/de/rf/ORF-G#z13" target="_blank">bis zu 5% seiner täglichen Sendezeit</a> mit kommerzieller Werbung füllen (ausgenommen von dieser Regelung: Eigenwerbung). Das sind 72 Minuten, natürlich auch zur attraktiven Prime-Time.</p>
<p>Man möchte meinen, die Regelungen im doch recht lukrativen TV-Werbesektor wären gemeinsam mit den Gebühreneinnahmen und sonstigen Erträgen ausreichend, um auch den Online-Bereich des ORF in einer Form querfinanzieren zu können, die im Einklang mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag steht. Dieser muss im 21. Jahrhundert natürlich auch den Online-Bereich umfassend berücksichtigen &#8211; alles andere wäre rundfunkpolitischer Schwachsinn.</p>
<p><strong>Online-Werbegelder sollen fließen</strong></p>
<p>Doch der Finanzierungsbedarf des ORF scheint trotz einer bereits jetzt recht lockeren Werbezeitregulierung und fließenden Rundfunkgebühren nicht gedeckt. Demzufolge sollen auch die Online-Gelder fließen &#8211; wie erwähnt bis zu <a href="http://derstandard.at/1276413039625/Nationalrat-auf-Draht-fuer-ORF-Parteien-einig-ueber-Web-Regeln" target="_blank">5% gemessen an den Einnahmen durch die Rundfunkgebühren</a> (derzeit sind es knapp 2%). Dass dies den Mitgliedern des <a href="http://www.voez.at/" target="_blank">VÖZ</a>, der traditionsgemäß neben den politischen Parteien beim ORF ordentlich mitmischt, nicht sehr gefällt liegt auf der Hand.</p>
<p><strong>Innovationsfeindliche Medienunternehmen</strong></p>
<p>Immerhin will der ORF einen wachsenden und am Akquisesektor durchaus hart umkämpften Werbekuchen anknabbern. Noch dazu in einem Bereich, der von den Mitgliedern des VÖZ nach journalistischen Gesichtspunkten betrachtet noch immer nur sehr stiefmütterlich behandelt wird. Die einzige Ausnahme bildet hierbei vielleicht <a href="http://derstandard.at/2004778/derStandardat---Impressum" target="_blank">derstandard.at</a> &#8211; die restlichen Anbieter von journalistischer Online-Berichterstattung sind schlichtweg als wenig konkurrenzfähig und fern jeglicher Innovation zu bewerten.</p>
<p>Im 21. Jahrhundert reicht es eben nicht, den Online-Sektor hauptsächlich als Zweitverwertungskanal zu betrachten. RezipientInnen erwarten auch im Netz originäre Berichterstattung und der Online-Bereich hat auch andere Spielregeln als traditionelle &#8220;Holz-Medien&#8221;. Doch dies sei nur am Rande erwähnt.</p>
<p><strong>Marktverzerrer ORF?</strong></p>
<p>Aber bis zu einem gewissen Grad kann man die Reaktionen des VÖZ auf die Ausweitung der Online-Werbung nachvollziehen, denn er ist natürlich auch ein Verband, dessen Aufgabe unter anderem im Lobbying für seine Mitglieder besteht. Diese Mitglieder haben Interesse daran, vom ORF nicht um zusätzliche Werbegelder gebracht zu werden. Immerhin verfügen diese Medien nicht über den sicheren Kopfpolster ständig sprudelnder Gebühreneinnahmen.</p>
<p>Sie sind dem Werbemarkt noch ungleich stärker ausgeliefert, von ihm abhängig. Und sie haben wenig Interesse daran, dasss ein öffentlich-rechtliches Rundfunk &#8211; gestärkt durch große finanzielle Mittel dank Gebühreneinnahmen &#8211; den Online-Werbemarkt zusätzlich beackert und ein dafür passendes Umfeld durch innovativen und (halbwegs) unabhängigen und kritischen Journalismus schafft und aufrecht erhält. Doch was ist die Lösung? Nehmen sich die VÖZ-Mitglieder nun selbst an der Nase und strengen sie sich an, ihre Online-Auftritte qualitativ zu verbessern?</p>
<p><strong>Mauscheln statt Debatte</strong></p>
<p>Wir wären nicht in Österreich, wäre dies die Lösung gewesen. Denn anstatt einer breiten und wichtigen Debatte über Qualität des Journalismus im Online-Bereich und über den Programmauftrag des ORF zu führen &#8211; die Ressourcen hierfür hätten sowohl der ORF als auch die VÖZ-Mitglieder &#8211; wird eine &#8220;typisch österreichische&#8221; Lösung zu Lasten der RezipientInnen und des unabhängigen Journalismus ermauschelt.</p>
<p>Anstatt eine Diskussion zu führen, in welchen Bereichen der ORF im Online-Bereich seinen Programmauftrag erfüllen muss und welche Bereiche nicht dazu zählen wird hinter verschlossenen Türen verhandelt. Anstatt eine Debatte darüber zu führen, welche Werberegulierungen im Sinne der gesellschaftlichen Erwünschtheit von qualitativ hochwertigen medialen Angeboten und einer sinnvollen wirtschaftlichen Basis möglich sind wird ein Kuhhandel durchgeführt. Kurzfristig nutzt dieser Kuhhandel den Verhandlungspartnern ORF, VÖZ und den politischen Parteien. Die RezipientInnen und der unabhängige Journalismus bleiben aber außen vor.</p>
<p><strong>Protektionismus Marke VÖZ</strong></p>
<p>Denn der ORF wird durch diese Vereinbarung auf Online-Berichterstattung verzichten müssen &#8211; vor allem trifft es die für die Berichterstattung zu den Bereichen Digitalisierung und Netzpolitik wichtige Futurezone. Die Konkurrenz im Online-Bereich für die VÖZ-Mitglieder wird schlichtweg in protektionstischster Manier eingeschränkt.</p>
<p>Wie wenig Vertrauen &#8211; berechtigterweise &#8211; müssen die Mitglieder des VÖZ in die Qualität ihrer Online-Inhalte haben? Würden die Mitglieder des VÖZ Online-Berichterstattung ernst nehmen und nicht bloß als &#8220;Beiwagerl&#8221; behandeln, wäre ihnen die Peinlichkeit der aktiv-unrühmlichen Mitarbeit an der Einschränkung von unabhängigen Onlione-Journalismus in Österreich erspart geblieben.</p>
<p><strong>Journalistisches Armutszeugnis</strong></p>
<p>Der ORF erhält, was er aufgrund seiner wirtschaftlichen Notlage kurzfristig erhalten will. Er darf im Online-Bereich weitere Werbegelder lukrieren. Sie sollten dabei helfen, die chronischen Finanzlöcher zu stopfen. Das ist vielleicht sehr schön für die wirtschaftliche Zielerreichung des ORF-Managements.</p>
<p>Doch die Aufgabe von etablierten und von den RezipientInnen gut aufgenommenen journalistischen Inhalten aufgrund der nun offen zur Schau gestellten Abhängigkeit von Werbegeldern ist nicht nur ein hausgemachtes und vermeidbares niederknieen vor Zwängen der Medienfinanzierung, sondern schlichtweg ein journalistisches Armutszeugnis.</p>
<p><strong>Marktplatz der Parteipolitik</strong></p>
<p>Der Einfluss der politischen Parteien ist jedoch das eigentliche Grundübel, wodurch der ORF in diese starke Abhängigkeit vom Werbemarkt geriet. Etwa durch ständige &#8220;Umfärbeaktionen&#8221; nach Wahlen &#8211; oft auch einhergehend mit Gesetzesänderungen &#8211; und die macht- und parteipolitischen Besetzungen des Stiftungsrates mit Personen, deren Kompetenz sich mir persönlich nicht wirklich erschließt.</p>
<p>Ein Beispiel hierfür ist etwa <a href="http://relevant.at/wirtschaft/medien/19042/orf-stiftungsrat-krammer-abschied-kurzfristig.story" target="_blank">der frühere Schmied-Pressesprecher Niko Pelinka</a>, beinahe noch jugendlicher Sohn von News-Chefredakteur Peter Pelinka und nunmehr SP-Freundeskreisleiter (!) im Stiftungsrat, der den rundfunkpolitisch versierten SP-Mann (!) Karl Krammer im ORF-Aufsichtsgremium ersetzte &#8211; gerüchteweise aufgrund des Drucks des Koalitionspartners ÖVP.</p>
<p><strong>Prekäre Rahmenbedingungen</strong></p>
<p>Aufgrund der ständigen politischen Einmischung, oftmaligen Gesetzesänderungen und parteipolitischen Besetzungen ist Kontinuität im ORF kaum möglich. Der ORF wird zum Marktplatz der Eitelkeiten und (gar nicht so) billigen Machtspielchen. Anstatt klarer Rahmenbedingungen zur Erfüllung des Programmauftrages erhält der ORF immer wieder Chaos.</p>
<p>Das Resultat: Ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk, der seinen Programmauftrag nicht wirklich erfüllt, dafür aber Casting-Shows ausstrahlt und produziert, keine Skrupel davor hat auf etablierte und anerkannte journalistische Berichterstattung zu verzichten und auch wirtschaftlich nicht selbstständig gedeihen kann. Dadurch hängt er (wohl nicht ganz unbeabsichtigt) ständig am Tropf der Abhängigkeiten. Das neue ORF-Gesetz wird an diesem Zustand nichts ändern. Ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk funktioniert so nicht, weil öffentlich-rechtlicher Rundfunk so nicht funktioniert.</p>
<p><strong>RezipientInnen verlieren</strong></p>
<p>Die RezipientInnen wurden bei aller Mauschelei kaum berücksichtigt und verlieren, weil RezipientInnen immer verlieren, wenn qualitativ hochwertige journalistische Inhalte wie in diesem Beispiel die Futurezone eingestellt werden. Und bevor wieder das Totschlagsargument der Finanzierung aufkommt: Natürlich liegt es im Interesse der RezipientInnen, nicht durch stärkere Rundfunkgebühren oder staatliche Zuschüsse an den ORF belastet zu werden. Doch dies müsste gar nicht sein, wenn der ORF seine Rolle als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt ernst nehmen würde (oder dürfte).</p>
<p><strong>Hochwertiger Journalismus ist möglich</strong></p>
<p>Die Finanzierung eines sinnvollen öffentlich-rechtlichen Programmauftrages &#8211; und damit auch von qualitativ hochwertigem und unabhängigen Journalismus &#8211; ist wichtig, da wir die Wirklichkeit vor allem durch Massenmedien erfahren. Die Erfüllung des Programmauftrages müsste auch durch die derzeitigen Regelungen mehr als möglich sein.</p>
<p>Natürlich könnte dies bedeuten, dass der eine oder andere Blockbuster fehlt und die eine oder andere Großmannsucht nicht mehr befriedigt werden kann. Doch dies ist nicht vorrangige Aufgabe eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Man möge sich doch bitte ein Beispiel an der BBC nehmen, denn diese öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt erfüllt nicht nur ihren Programmauftrag, sondern schafft mit ihren Eigenproduktionen auch wertvolle Kulturgüter. Und man höre und staune &#8230; diese Eigenproduktionen werfen auch noch schöne Erlöse ab.</p>
<p><strong>Operation gelungen, Patient tot</strong></p>
<p>Als Fazit kann angemerkt werden, dass die Operation &#8220;Mehr Online-Werbegelder für den ORF&#8221; aus ökonomischer Sicht wohl durchaus gelungen ist, auch wenn dieser Operation ein schaler Mief anhängt. Denn die Opferung von journalistischer Berichterstattung, die in Form der Futurezone des ORF zu Grabe getragen wird, ist ein Faustschlag ins Gesicht des sowieso unterentwickelten Online-Journalismus in Österreich. Man möge sich für diese Peinlichkeit bei den agierenden politischen Parteien, der Führung des ORF und dem Verband Österreichischer Zeitungen bedanken.</p>
<p><em>* </em><em>Themen wie z. B. Netzpolitik und Digitalisierung &#8211; Bereiche die in der Futurezone stark behandelt werden &#8211; als &#8220;Special-Interest&#8221; zu bezeichnen, zeugt von großer Ignoranz. Mit Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung und Verbreitung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien sind diese Themen von allgemeinen Interesse. Now we are all nerds.</em></p>
<p>Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/sgw/" target="_blank">Steve Wampler</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank">CC2.0-BY-NC</a></p>
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href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=schaffertom&amp;url=http%3A%2F%2Fzurpolitik.com%2F2010%2F06%2F15%2Fwerbung-frisst-journalismus%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Werbung+frisst+Journalismus&amp;description=Das+neue+ORF-Gesetz+wirft+erste+Schatten+%28auch+in+der+Blogosph%C3%A4re%29.+Der+Stein+des+Ansto%C3%9Fes%3F+Ein+simpler+Kuhhandel%3A+Der+ORF+darf+seine+Online-Werbeeinahmen+stufenweise+bis+zu+einem+Anteil+von+5%25+gemessen+an+den+Geb%C3%BChreneinnahmen+%28ab+2016%29+erh%C3%B6hen.+Daf%C3%BCr+muss+er+aber+auf+Bereiche+in+der+journalistischen+Online-Berichterstattung+verzichten.+Sie+stellen+offenbar+als+%22Special-Interest%22%2A+eine+Konkurrenz+zur+Berichterstattung+privatwirtschaftlicher+Verleger+dar.+Das+prominenteste+und+wichtigste+%22Opfer%22+ist+die+ORF-Futurezone.+%0D%0A%0D%0AWerbe-Kr%C3%B6sus+ORF%0D%0A%0D%0ADer+ORF+ist+ein+%C3%B6ffentlich-rechtliches+Rundfunkunternehmen+und+finanziert+sich+vornehmlich+%C3%BCber+Rundfunkgeb%C3%BChren+und+Werbung%2C+ferner+auch+durch+Subventionen+oder+durch+Ertr%C3%A4ge+aus+Eigenproduktionen+und+Lizenzen.+So+weit%2C+so+klar.+Werbung+ist+wichtig+f%C3%BCr+den+ORF%2C+wie+auch+ein+Blick+auf+die+Aufstellung+der+Statistik+Austria+zu+den+Erl%C3%B6sen+des+ORF+zwischen+1980+und+2008+beweist.%0D%0A%0D%0ADemnach+wurden+2008+knapp+30%25+der+Gesamterl%C3%B6se+%C3%BCber+die+Werbung+erzielt.+In+Zahlen%3A+Die+Gesamtersl%C3%B6se+dieses+Jahres+von+884.800.000+Euro+beinhalten+263.300.000+Euro+an+Werbeeinnahmen.+Eine+doch+beachtliche+Summe+f%C3%BCr+einen+relativ+kleinen+Werbemarkt+wie+%C3%96sterreich.+Noch+dazu+in+einem+Jahr%2C+in+dem+infolge+des+ersten+Schocks+der+Finanzkrise+Marketingbudgets+drastisch+gek%C3%BCrzt+wurden.%0D%0A%0D%0ADer+Wert+von+knapp+30%25+Anteil+der+Werbeeinnahmen+an+den+Gesamterl%C3%B6sen+gibt+Aufschlu%C3%9F+dar%C3%BCber%2C+wie+abh%C3%A4ngig+der+ORF+von+Werbung+ist.+Und+er+ist+dabei+-+auch+schon+vor+dem+neuen+ORF-Gesetz+-+hinsichtlich+der+gesetzlichen+Rahmenbedingungen+alles+andere+als+unterpriviligiert.%0D%0A%0D%0A72+Minuten+Freude%0D%0A%0D%0AWagen+wir+einen+Vergleich+im+Bereich+der+TV-Werbung%3A+Die+beiden+deutschen+%C3%B6ffentlich-rechtlichen+Rundfunkanstalten+ARD+und+ZDF+d%C3%BCrfen+t%C3%A4glich+jeweils+20+Minuten+kommerzielle+Werbung+ausstrahlen.+Nach+20.00+Uhr%2C+also+auch+zur+Prime-Time%2C+ist+ihnen+die+Ausstrahlung+kommerzieller+Werbung+untersagt.+Der+ORF+hingegen+darf+bis+zu+5%25+seiner+t%C3%A4glichen+Sendezeit+mit+kommerzieller+Werbung+f%C3%BCllen+%28ausgenommen+von+dieser+Regelung%3A+Eigenwerbung%29.+Das+sind+72+Minuten%2C+nat%C3%BCrlich+auch+zur+attraktiven+Prime-Time.%0D%0A%0D%0AMan+m%C3%B6chte+meinen%2C+die+Regelungen+im+doch+recht+lukrativen+TV-Werbesektor+w%C3%A4ren+gemeinsam+mit+den+Geb%C3%BChreneinnahmen+und+sonstigen+Ertr%C3%A4gen+ausreichend%2C+um+auch+den+Online-Bereich+des+ORF+in+einer+Form+querfinanzieren+zu+k%C3%B6nnen%2C+die+im+Einklang+mit+dem+%C3%B6ffentlich-rechtlichen+Auftrag+steht.+Dieser+muss+im+21.+Jahrhundert+nat%C3%BCrlich+auch+den+Online-Bereich+umfassend+ber%C3%BCcksichtigen+-+alles+andere+w%C3%A4re+rundfunkpolitischer+Schwachsinn.%0D%0A%0D%0AOnline-Werbegelder+sollen+flie%C3%9Fen%0D%0A%0D%0ADoch+der+Finanzierungsbedarf+des+ORF+scheint+trotz+einer+bereits+jetzt+recht+lockeren+Werbezeitregulierung+und+flie%C3%9Fenden+Rundfunkgeb%C3%BChren+nicht+gedeckt.+Demzufolge+sollen+auch+die+Online-Gelder+flie%C3%9Fen+-+wie+erw%C3%A4hnt+bis+zu+5%25+gemessen+an+den+Einnahmen+durch+die+Rundfunkgeb%C3%BChren+%28derzeit+sind+es+knapp+2%25%29.+Dass+dies+den+Mitgliedern+des+V%C3%96Z%2C+der+traditionsgem%C3%A4%C3%9F+neben+den+politischen+Parteien+beim+ORF+ordentlich+mitmischt%2C+nicht+sehr+gef%C3%A4llt+liegt+auf+der+Hand.%0D%0A%0D%0AInnovationsfeindliche+Medienunternehmen%0D%0A%0D%0AImmerhin+will+der+ORF+einen+wachsenden+und+am+Akquisesektor+durchaus+hart+umk%C3%A4mpften+Werbekuchen+anknabbern.+Noch+dazu+in+einem+Bereich%2C+der+von+den+Mitgliedern+des+V%C3%96Z+nach+journalistischen+Gesichtspunkten+betrachtet+noch+immer+nur+sehr+stiefm%C3%BCtterlich+behandelt+wird.+Die+einzige+Ausnahme+bildet+hierbei+vielleicht+derstandard.at+-+die+restlichen+Anbieter+von+journalistischer+Online-Berichterstattung+sind+schlichtweg+als+wenig+konkurrenzf%C3%A4hig+und+fern+jeglicher+Innovation+zu+bewerten.%0D%0A%0D%0AIm+21.+Jahrhundert+reicht+es+eben+nicht%2C+den+Online-Sektor+haupts%C3%A4chlich+als+Zweitverwertungskanal+zu+betrachten.+RezipientInnen+erwarten+auch+im+Netz+origin%C3%A4re+Berichterstattung+und+der+Online-Bereich+hat+auch+andere+Spielregeln+als+traditionelle+%22Holz-Medien%22.+Doch+dies+sei+nur+am+Rande+erw%C3%A4hnt.%0D%0A%0D%0AMarktverzerrer+ORF%3F%0D%0A%0D%0AAber+bis+zu+einem+gewissen+Grad+kann+man+die+Reaktionen+des+V%C3%96Z+auf+die+Ausweitung+der+Online-Werbung+nachvollziehen%2C+denn+er+ist+nat%C3%BCrlich+auch+ein+Verband%2C+dessen+Aufgabe+unter+anderem+im+Lobbying+f%C3%BCr+seine+Mitglieder+besteht.+Diese+Mitglieder+haben+Interesse+daran%2C+vom+ORF+nicht+um+zus%C3%A4tzliche+Werbegelder+gebracht+zu+werden.+Immerhin+verf%C3%BCgen+diese+Medien+nicht+%C3%BCber+den+sicheren+Kopfpolster+st%C3%A4ndig+sprudelnder+Geb%C3%BChreneinnahmen.%0D%0A%0D%0ASie+sind+dem+Werbemarkt+noch+ungleich+st%C3%A4rker+ausgeliefert%2C+von+ihm+abh%C3%A4ngig.+Und+sie+haben+wenig+Interesse+daran%2C+dasss+ein+%C3%B6ffentlich-rechtliches+Rundfunk+-+gest%C3%A4rkt+durch+gro%C3%9Fe+finanzielle+Mittel+dank+Geb%C3%BChreneinnahmen+-+den+Online-Werbemarkt+zus%C3%A4tzlich+beackert+und+ein+daf%C3%BCr+passendes+Umfeld+durch+innovativen+und+%28halbwegs%29+unabh%C3%A4ngigen+und+kritischen+Journalismus+schafft+und+aufrecht+erh%C3%A4lt.+Doch+was+ist+die+L%C3%B6sung%3F+Nehmen+sich+die+V%C3%96Z-Mitglieder+nun+selbst+an+der+Nase+und+strengen+sie+sich+an%2C+ihre+Online-Auftritte+qualitativ+zu+verbessern%3F%0D%0A%0D%0AMauscheln+statt+Debatte%0D%0A%0D%0AWir+w%C3%A4ren+nicht+in+%C3%96sterreich%2C+w%C3%A4re+dies+die+L%C3%B6sung+gewesen.+Denn+anstatt+einer+breiten+und+wichtigen+Debatte+%C3%BCber+Qualit%C3%A4t+des+Journalismus+im+Online-Bereich+und+%C3%BCber+den+Programmauftrag+des+ORF+zu+f%C3%BChren+-+die+Ressourcen+hierf%C3%BCr+h%C3%A4tten+sowohl+der+ORF+als+auch+die+V%C3%96Z-Mitglieder+-+wird+eine+%22typisch+%C3%B6sterreichische%22+L%C3%B6sung+zu+Lasten+der+RezipientInnen+und+des+unabh%C3%A4ngigen+Journalismus+ermauschelt.%0D%0A%0D%0AAnstatt+eine+Diskussion+zu+f%C3%BChren%2C+in+welchen+Bereichen+der+ORF+im+Online-Bereich+seinen+Programmauftrag+erf%C3%BCllen+muss+und+welche+Bereiche+nicht+dazu+z%C3%A4hlen+wird+hinter+verschlossenen+T%C3%BCren+verhandelt.+Anstatt+eine+Debatte+dar%C3%BCber+zu+f%C3%BChren%2C+welche+Werberegulierungen+im+Sinne+der+gesellschaftlichen+Erw%C3%BCnschtheit+von+qualitativ+hochwertigen+medialen+Angeboten+und+einer+sinnvollen+wirtschaftlichen+Basis+m%C3%B6glich+sind+wird+ein+Kuhhandel+durchgef%C3%BChrt.+Kurzfristig+nutzt+dieser+Kuhhandel+den+Verhandlungspartnern+ORF%2C+V%C3%96Z+und+den+politischen+Parteien.+Die+RezipientInnen+und+der+unabh%C3%A4ngige+Journalismus+bleiben+aber+au%C3%9Fen+vor.%0D%0A%0D%0AProtektionismus+Marke+V%C3%96Z%0D%0A%0D%0ADenn+der+ORF+wird+durch+diese+Vereinbarung+auf+Online-Berichterstattung+verzichten+m%C3%BCssen+-+vor+allem+trifft+es+die+f%C3%BCr+die+Berichterstattung+zu+den+Bereichen+Digitalisierung+und+Netzpolitik+wichtige+Futurezone.+Die+Konkurrenz+im+Online-Bereich+f%C3%BCr+die+V%C3%96Z-Mitglieder+wird+schlichtweg+in+protektionstischster+Manier+eingeschr%C3%A4nkt.%0D%0A%0D%0AWie+wenig+Vertrauen+-+berechtigterweise+-+m%C3%BCssen+die+Mitglieder+des+V%C3%96Z+in+die+Qualit%C3%A4t+ihrer+Online-Inhalte+haben%3F+W%C3%BCrden+die+Mitglieder+des+V%C3%96Z+Online-Berichterstattung+ernst+nehmen+und+nicht+blo%C3%9F+als+%22Beiwagerl%22+behandeln%2C+w%C3%A4re+ihnen+die+Peinlichkeit+der+aktiv-unr%C3%BChmlichen+Mitarbeit+an+der+Einschr%C3%A4nkung+von+unabh%C3%A4ngigen+Onlione-Journalismus+in+%C3%96sterreich+erspart+geblieben.%0D%0A%0D%0AJournalistisches+Armutszeugnis%0D%0A%0D%0ADer+ORF+erh%C3%A4lt%2C+was+er+aufgrund+seiner+wirtschaftlichen+Notlage+kurzfristig+erhalten+will.+Er+darf+im+Online-Bereich+weitere+Werbegelder+lukrieren.+Sie+sollten+dabei+helfen%2C+die+chronischen+Finanzl%C3%B6cher+zu+stopfen.+Das+ist+vielleicht+sehr+sch%C3%B6n+f%C3%BCr+die+wirtschaftliche+Zielerreichung+des+ORF-Managements.%0D%0A%0D%0ADoch+die+Aufgabe+von+etablierten+und+von+den+RezipientInnen+gut+aufgenommenen+journalistischen+Inhalten+aufgrund+der+nun+offen+zur+Schau+gestellten+Abh%C3%A4ngigkeit+von+Werbegeldern+ist+nicht+nur+ein+hausgemachtes+und+vermeidbares+niederknieen+vor+Zw%C3%A4ngen+der+Medienfinanzierung%2C+sondern+schlichtweg+ein+journalistisches+Armutszeugnis.%0D%0A%0D%0AMarktplatz+der+Parteipolitik%0D%0A%0D%0ADer+Einfluss+der+politischen+Parteien+ist+jedoch+das+eigentliche+Grund%C3%BCbel%2C+wodurch+der+ORF+in+diese+starke+Abh%C3%A4ngigkeit+vom+Werbemarkt+geriet.+Etwa+durch+st%C3%A4ndige+%22Umf%C3%A4rbeaktionen%22+nach+Wahlen+-+oft+auch+einhergehend+mit+Gesetzes%C3%A4nderungen+-+und+die+macht-+und+parteipolitischen+Besetzungen+des+Stiftungsrates+mit+Personen%2C+deren+Kompetenz+sich+mir+pers%C3%B6nlich+nicht+wirklich+erschlie%C3%9Ft.%0D%0A%0D%0AEin+Beispiel+hierf%C3%BCr+ist+etwa+der+fr%C3%BChere+Schmied-Pressesprecher+Niko+Pelinka%2C+beinahe+noch+jugendlicher+Sohn+von+News-Chefredakteur+Peter+Pelinka+und+nunmehr+SP-Freundeskreisleiter+%28%21%29+im+Stiftungsrat%2C+der+den+rundfunkpolitisch+versierten+SP-Mann+%28%21%29+Karl+Krammer+im+ORF-Aufsichtsgremium+ersetzte+-+ger%C3%BCchteweise+aufgrund+des+Drucks+des+Koalitionspartners+%C3%96VP.%0D%0A%0D%0APrek%C3%A4re+Rahmenbedingungen%0D%0A%0D%0AAufgrund+der+st%C3%A4ndigen+politischen+Einmischung%2C+oftmaligen+Gesetzes%C3%A4nderungen+und+parteipolitischen+Besetzungen+ist+Kontinuit%C3%A4t+im+ORF+kaum+m%C3%B6glich.+Der+ORF+wird+zum+Marktplatz+der+Eitelkeiten+und+%28gar+nicht+so%29+billigen+Machtspielchen.+Anstatt+klarer+Rahmenbedingungen+zur+Erf%C3%BCllung+des+Programmauftrages+erh%C3%A4lt+der+ORF+immer+wieder+Chaos.%0D%0A%0D%0ADas+Resultat%3A+Ein+%C3%B6ffentlich-rechtlicher+Rundfunk%2C+der+seinen+Programmauftrag+nicht+wirklich+erf%C3%BCllt%2C+daf%C3%BCr+aber+Casting-Shows+ausstrahlt+und+produziert%2C+keine+Skrupel+davor+hat+auf+etablierte+und+anerkannte+journalistische+Berichterstattung+zu+verzichten+und+auch+wirtschaftlich+nicht+selbstst%C3%A4ndig+gedeihen+kann.+Dadurch+h%C3%A4ngt+er+%28wohl+nicht+ganz+unbeabsichtigt%29+st%C3%A4ndig+am+Tropf+der+Abh%C3%A4ngigkeiten.+Das+neue+ORF-Gesetz+wird+an+diesem+Zustand+nichts+%C3%A4ndern.+Ein+%C3%B6ffentlich-rechtlicher+Rundfunk+funktioniert+so+nicht%2C+weil+%C3%B6ffentlich-rechtlicher+Rundfunk+so+nicht+funktioniert.%0D%0A%0D%0ARezipientInnen+verlieren%0D%0A%0D%0ADie+RezipientInnen+wurden+bei+aller+Mauschelei+kaum+ber%C3%BCcksichtigt+und+verlieren%2C+weil+RezipientInnen+immer+verlieren%2C+wenn+qualitativ+hochwertige+journalistische+Inhalte+wie+in+diesem+Beispiel+die+Futurezone+eingestellt+werden.+Und+bevor+wieder+das+Totschlagsargument+der+Finanzierung+aufkommt%3A+Nat%C3%BCrlich+liegt+es+im+Interesse+der+RezipientInnen%2C+nicht+durch+st%C3%A4rkere+Rundfunkgeb%C3%BChren+oder+staatliche+Zusch%C3%BCsse+an+den+ORF+belastet+zu+werden.+Doch+dies+m%C3%BCsste+gar+nicht+sein%2C+wenn+der+ORF+seine+Rolle+als+%C3%B6ffentlich-rechtliche+Rundfunkanstalt+ernst+nehmen+w%C3%BCrde+%28oder+d%C3%BCrfte%29.%0D%0A%0D%0AHochwertiger+Journalismus+ist+m%C3%B6glich%0D%0A%0D%0ADie+Finanzierung+eines+sinnvollen+%C3%B6ffentlich-rechtlichen+Programmauftrages+-+und+damit+auch+von+qualitativ+hochwertigem+und+unabh%C3%A4ngigen+Journalismus+-+ist+wichtig%2C+da+wir+die+Wirklichkeit+vor+allem+durch+Massenmedien+erfahren.+Die+Erf%C3%BCllung+des+Programmauftrages+m%C3%BCsste+auch+durch+die+derzeitigen+Regelungen+mehr+als+m%C3%B6glich+sein.%0D%0A%0D%0ANat%C3%BCrlich+k%C3%B6nnte+dies+bedeuten%2C+dass+der+eine+oder+andere+Blockbuster+fehlt+und+die+eine+oder+andere+Gro%C3%9Fmannsucht+nicht+mehr+befriedigt+werden+kann.+Doch+dies+ist+nicht+vorrangige+Aufgabe+eines+%C3%B6ffentlich-rechtlichen+Rundfunks.+Man+m%C3%B6ge+sich+doch+bitte+ein+Beispiel+an+der+BBC+nehmen%2C+denn+diese+%C3%B6ffentlich-rechtliche+Rundfunkanstalt+erf%C3%BCllt+nicht+nur+ihren+Programmauftrag%2C+sondern+schafft+mit+ihren+Eigenproduktionen+auch+wertvolle+Kulturg%C3%BCter.+Und+man+h%C3%B6re+und+staune+...+diese+Eigenproduktionen+werfen+auch+noch+sch%C3%B6ne+Erl%C3%B6se+ab.%0D%0A%0D%0AOperation+gelungen%2C+Patient+tot%0D%0A%0D%0AAls+Fazit+kann+angemerkt+werden%2C+dass+die+Operation+%22Mehr+Online-Werbegelder+f%C3%BCr+den+ORF%22+aus+%C3%B6konomischer+Sicht+wohl+durchaus+gelungen+ist%2C+auch+wenn+dieser+Operation+ein+schaler+Mief+anh%C3%A4ngt.+Denn+die+Opferung+von+journalistischer+Berichterstattung%2C+die+in+Form+der+Futurezone+des+ORF+zu+Grabe+getragen+wird%2C+ist+ein+Faustschlag+ins+Gesicht+des+sowieso+unterentwickelten+Online-Journalismus+in+%C3%96sterreich.+Man+m%C3%B6ge+sich+f%C3%BCr+diese+Peinlichkeit+bei+den+agierenden+politischen+Parteien%2C+der+F%C3%BChrung+des+ORF+und+dem+Verband+%C3%96sterreichischer+Zeitungen+bedanken.%0D%0A%0D%0A%2A+Themen+wie+z.+B.+Netzpolitik+und+Digitalisierung+-+Bereiche+die+in+der+Futurezone+stark+behandelt+werden+-+als+%22Special-Interest%22+zu+bezeichnen%2C+zeugt+von+gro%C3%9Fer+Ignoranz.+Mit+Hinblick+auf+die+zunehmende+Digitalisierung+und+Verbreitung+neuer+Informations-+und+Kommunikationstechnologien+sind+diese+Themen+von+allgemeinen+Interesse.+Now+we+are+all+nerds.%0D%0A%0D%0AFoto%3A+Steve+Wampler%2C+CC2.0-BY-NC&amp;tags=Futurezone%2CMedienfinanzierung%2CNetzpolitik%2CORF%2CORF-Gesetz%2CRundfunkpolitik%2CStiftungsrat%2CV%C3%96Z%2CWerbung%2Cblog" 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