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		<title>Kopenhagen &#8211; Das Fahrrad würde gehen</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Sep 2009 13:13:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br />
Ich war (für <a href="http://thinkaboutit.eu">Th!nk 2</a> mit dem <a href="http://www.andreaslindinger.at/?p=1163">Lindinger&#8230;</a>) kaum 25 Sekunden an der Kopenhagener Erdoberfläche angekommen, da war ich inmitten dieser freundlichen Stadt schon wieder sauer auf die österreichische Politik. Wie kommt es? Was ist denn dieses erste, aufwühlende,]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/raeder2.jpg" alt="Räder in Kopenhagen" title="Räder in Kopenhagen" width="530" height="200" class="alignnone size-full wp-image-2417" /><br />
Ich war (für <a href="http://thinkaboutit.eu">Th!nk 2</a> mit dem <a href="http://www.andreaslindinger.at/?p=1163">Lindinger</a>) kaum 25 Sekunden an der Kopenhagener Erdoberfläche angekommen, da war ich inmitten dieser freundlichen Stadt schon wieder sauer auf die österreichische Politik. Wie kommt es? Was ist denn dieses erste, aufwühlende, das man in dieser Stadt sieht, wenn man aus der U-Bahn emporsteigt? Fahrräder. Auch solche mit Transportplattform (ja, sowas geht) und Anhänger für Kinder. Dann sieht man in die andere Richtung und sieht&#8230;? Genau. Fahrräder. Und dann sieht man sich um und sieht? Fahrradstreifen die gut von Autostreifen abgegrenzt sind. Fahrradständer wohin das Auge reicht.  Zweistöckige Fahrradgaragen an den wichtigsten Punkten der Stadt. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kopenhagen">Kopenhagen</a>, das sind 500.000 Einwohner und geschätzte 14 Millionen Drahtesel (darunter <a href="http://chorherr.twoday.net/stories/5927669/">auch solche</a>). Nicht einmal in meinen wildesten Vorstellungen hätte ich eine solch komplett andere Verkehrsmentalität für möglich gehalten.<span id="more-2416"></span></p>
<p>[ad#ad-1]Wenn man in Wien auf der Währinger Straße mit Autos um Platz rangelt, Straßenbahnspuren queren muss um dann direkt vor der Uni nach einem der viel zu wenigen Fahrradständer zu suchen (wohl wisend, dass in dieser Stadt jedes dritte Rad geklaut wird), dann ist es abwegig, solche Zustände zu erdenken. Ja, es gibt hier ein gutes öffentliches City Bike-System, mit dem sich zumindest die Innenstadt (im Gegensatz zu Naherholungsgebieten wie der Donauinsel) erschließen lässt. Und das war es dann auch schon. Verglichen mit Kopenhagen (und nichts anderes als die Spitze darf Vorbild sein) ist der Rest der Fahrradpolitik pures Versagen. </p>
<p> <a href="http://zurpolitik.com/feed/" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/rss.jpg" alt="RSS-Feed" title="RSS-Feed" border="0" width="150" height="200" align="right" /></a>Wien herauszupicken könnte man freilich als ungerecht bezeichnen. Denn besser ist es auch in Graz, Salzburg oder Sinabelkirchen nicht. Österreich empfindet das Auto zur Gänze als so heilig, dass es auf jedem Straßenkilometer gegenüber Rädern und Füßen bevorzugt wird. Das ist bei längeren Verbindungsstrecken zwar noch verständlich, darf aber spätestens im innerörtlichen und städtischen Bereich einfach icht mehr wahr sein.</p>
<p>50% aller Autofahrten in Österreich sind unter 5 Kilometer, ein Viertel gar unter 2 Kilometer (<a href="http://www.parlament.gv.at/PG/DE/XXIII/A/A_00269/fnameorig_082572.html">Quelle</a>). Mit einer intelligenten Fahrradpolitik wär dieser Verkehr sehr einfach zu reduzieren. Der Fahrradkauf könnte gefördert werden, die Strampler sollten gegenüber den Gashaxen bevorzugt werden. </p>
<p>Österreich darf ruhig Kopenhagen werden.</p>
<p><center><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/OYajXN4pPHI&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/OYajXN4pPHI&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></center></p>
<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/raeder.jpg" alt="Räder in Kopenhagen" title="Räder in Kopenhagen" width="530" height="200" class="alignnone size-full wp-image-2418" /></p>
<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/raeder3.jpg" alt="Räder in Kopenhagen" title="Räder in Kopenhagen" width="530" height="200" class="alignnone size-full wp-image-2419" /></p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=2416&amp;md5=121ce813d4aa7cfb44508dcff1a1d888" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ich rette die Welt in Kopenhagen</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Sep 2009 13:49:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bamm! Da donnern die Neidglocken. Nachdem ich vergangene Woche eine gewonnene <a href="http://zurpolitik.com/2009/09/14/brussel-als-fast-terrorist-in-unserer-unbeschilderten-hauptstadt/">Reise nach Brüssel&#8230;</a> antrat, geht es schon morgen gratis nach Kopenhagen. Warum? Um die Welt zu retten (und ein paar Preise zu gewinnen). Denn an dem Ort, der im]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bamm! Da donnern die Neidglocken. Nachdem ich vergangene Woche eine gewonnene <a href="http://zurpolitik.com/2009/09/14/brussel-als-fast-terrorist-in-unserer-unbeschilderten-hauptstadt/">Reise nach Brüssel</a> antrat, geht es schon morgen gratis nach Kopenhagen. Warum? Um die Welt zu retten (und ein paar Preise zu gewinnen). Denn an dem Ort, der im Dezember <a href="http://en.cop15.dk/">das neue, bessere Kyoto</a> werden <del>soll</del>muss (<a href="https://secure.avaaz.org/en/tcktcktck_map/">PS</a>), lädt das <a href="http://ejc.net/">European Journalism Centre</a> rund 80 ausgewählte BloggerInnen aus der ganzen Welt zum <a href="http://thinkaboutit.eu/">denken</a> über den Klimawandel. In den kommenden drei Monaten werde ich auf einer eigens eingerichteten Plattform weitgefasst genau darüber (auf Englisch) bloggen. Über das was ist, das was sein sollte, das was sein könnte. Auch auf Zur Politik wird das freilich Einfluss nehmen. Jetzt, kurz vor dem Start diese so schön globalisierten Abenteuers, kribbelt die Vorfreude so richtig schön. </p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=2414&amp;md5=859bd176e20e8db01938c8b4828bac3d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Brüssel &#8211; Als Fast-Terrorist in unserer unbeschilderten Hauptstadt</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2009/09/14/brussel-als-fast-terrorist-in-unserer-unbeschilderten-hauptstadt/</link>
		<comments>http://zurpolitik.com/2009/09/14/brussel-als-fast-terrorist-in-unserer-unbeschilderten-hauptstadt/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 13 Sep 2009 23:05:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br />
Schilder müsste man herstellen, dann könnte man sich in Brüssel ein goldenes Näschen verdienen. Wegweiser findet man hier so gut wie gar nicht. Straßennamen werden alle heiligen Zeiten mal auf Miniplaketten gedruckt, Umleitungen bei Baustellen führen bestenfalls in angepisste Sackgassen,&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/bruessel.jpg" alt="Brüssel" title="Brüssel" width="530" height="200" class="alignnone size-full wp-image-2406" /><br />
Schilder müsste man herstellen, dann könnte man sich in Brüssel ein goldenes Näschen verdienen. Wegweiser findet man hier so gut wie gar nicht. Straßennamen werden alle heiligen Zeiten mal auf Miniplaketten gedruckt, Umleitungen bei Baustellen führen bestenfalls in angepisste Sackgassen, und wo das nächste Klo ist erfahrt man genau dann, wenn man (hoffentlich) davor steht (aber aus irgendeinem Grund müssen die Sackgassen ja&#8230;). Der Mann der sich der Legende nach nicht verlaufen kann spricht hier zu euch &#8211; und er hat sich verlaufen. <span id="more-2393"></span></p>
<p>Englisch spricht man hier anscheinend prinzipiell nicht &#8211; schon gar nicht verständlich. Aber wenn man Touristen sagt, wohin sie müssen, dann ist man sich dabei ganz sicher. Selbst dann, wenn man sie in Ecken schickt, die nichts mit dem gefragten Ziel zu tun haben. Vier von fünf Ratgebern können bei dieser statistischen Erhebung nicht irren.</p>
<p>Ihr erinnert euch vielleicht: Vor einigen Monaten gab es bei den Grünen eine Reise in unsere europäische Hauptstadt zu gewinnen. <a href="http://eurogreens.at/subtitle_yourself/">Ich staubte ab</a> und löste am vergangenen Wochenende den Gewinn ein. Mit dabei: Ein Meet &#038; Greet mit Ulrike Lunacek im Europäischen Parlament und eine Führung durch dasselbe. Dabei wäre ich dank der mitreisenden <a href="http://twitter.com/pezik">PeziK</a> fast noch zum Terroristen wider Willen geworden. </p>
<p>Als mein Rucksack gescannt wurde (die Sicherheitsvorkehrungen im Parlament sind flughafenesk) sieht mich ein verdutzter Beamter an:<br />
&#8220;Haben Sie da ein Messer drin?&#8221;.<br />
Ich (nicht weniger verdutzt): &#8220;Nein&#8221;.<br />
Pezi (mehr verlegen als verdutzt): &#8220;Doooch&#8221;. </p>
<p>Der Hintergrund: Außerhalb von Österreich ist das mit der weizenfreien Ernährung oft gar nicht so einfach, also hat Frau K. mir vor dem Abflug ihr Dinkelbrot und Messer in den Rucksack gesteckt. Sicherheitsbewusst haben die Beamten am Schalter das Ding einkassiert und bis zu unserem Abgang im sichersten Tresor untergebracht, den ich jemals gesehen hatte. </p>
<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/waffe.jpg" alt="Gefährliche Waffe" title="Gefährliche Waffe" width="530" height="200" class="alignnone size-full wp-image-2394" /></p>
<p>Ulrike Lunacek und ihre Assistentin Eva Rosenberg waren in der Gründungsphase des neuen EU-Parlaments unter haufenweise Arbeit begraben, standen uns aber trotzdem freundlicherweise Rede und Antwort. Im politischen Smalltalk in der Mickey Mouse-Bar (die Lounge im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kriek">Altiero Spinelli</a>-Parlamentsgebäude hatte einst seltsam modellierte Stühle, die angeblich Margarete Thatcher zur hängengebliebenen Bezeichnung &#8220;Was für eine Mickey Mouse-Bar&#8221; bewegte) hängen geblieben: Die spürbare Freude an den neuen Aufgaben und die Einschätzung, dass Kommissionspräsident José Barroso die Gusenbauer-Einladung als Vize mit wichtigem Kompetenzgebiet wohl tatsächlich ernst gemeint hat. Da verzichtet die österreichische Sozialdemokratie aus Rücksichtsnahme auf die österreichische Postenschacherei wohl auf ein gewichtiges Amt. </p>
<p>Von Brüssel hat man als Österreicher &#8211; hatte zumindest ich &#8211; ein ganz verzerrtes Bild. Was man hier zu sehen bekommt sind Aufnahmen von den modernen Hochbauten des Europäischen Viertels, vielleicht auch einmal vom alleinstehenden, riesigen Atomium. Das residiert unweit vom König-Baudouin-Stadion wo einst <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Katastrophe_von_Heysel">die Heysel-Katastrophe</a> stattfand. Doch das sind nur Teile des liberalen, ungestresst wirkenden, multikulturellen Brüssels. Ebenso wie die verwinkelten Gassen und Gässchen der lieblichen Innenstadt, die repräsentativen Regierungsgebäuden und gemessen an Wien nur netten Parks, die pompösen Kirchen, die kleinen Cafes auf Pflastersteinplätzen oder die heruntergekommenen Backsteinhäuser ärmlicher Außenbezirke wie Anderlecht. Ein bisschen wie London, ein bisschen wie Wien, ein bisschen wie Paris (glaube ich), ein bisschen was von sich selbst. All das steht unwidersprüchlich nebeneinander und ergibt einen faszinierenden Mix.</p>
<p>Auch einen Teuren. Das drückt sich weniger im Supermarkt aus, wo das Preisniveau dem heimischen ähnlich ist. Wahre Kunst ist es jedoch, ein Lokal zu finden, das ganz simple Spagetthi Bolognese für unter 10 Euro anbietet. Was in Österreich als teuer im erträglichen Rahmen gilt, ist hier die Untergrenze. Und für ein Land das derartig <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Belgisches_Bier">stolz auf seine Bierkultur</a> ist, sind die Bierpreise happig. 3,40 kostete das (mit Abstand) billigste Krügerl das man in ansprechender Lage finden konnte. Das sind eher skandinavische Verhältnisse. <a href="http://zurpolitik.com/feed/" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/rss.jpg" alt="RSS-Feed" title="RSS-Feed" border="0" width="150" height="200" align="right" /></a>Ein kleiner Tipp für zukünftige Brüssel-Reisende: Egal was ihr hört, trinkt bloß kein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kriek">Kriek</a>. Picksüßes Zeug und hat mit unserem Verständnis von Bier wahrlich wenig zu tun.</p>
<p>Es ist eine kleine, freche Stadt, mit etwas mehr als der Hälfte von Wiens Einwohnerzahl. Aber über fast alle Bezirke verstreut gibt es kleine und große Sehenswürdigkeiten die es viel größer erscheinen lassen. Nicht nur für überzeugte Europäer und Cosmopoliten ist das eine Reise wert. Wie viele andere Städte würden denn schon stolz <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Manneken_Pis">einen pischelnden Buben</a> omnipräsentieren?</p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=2393&amp;md5=25eafd4116c91268acc2ccad85cfb534" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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nisse.+Ein+kleiner+Tipp+f%C3%BCr+zuk%C3%BCnftige+Br%C3%BCssel-Reisende%3A+Egal+was+ihr+h%C3%B6rt%2C+trinkt+blo%C3%9F+kein+Kriek.+Picks%C3%BC%C3%9Fes+Zeug+und+hat+mit+unserem+Verst%C3%A4ndnis+von+Bier+wahrlich+wenig+zu+tun.%0D%0A%0D%0AEs+ist+eine+kleine%2C+freche+Stadt%2C+mit+etwas+mehr+als+der+H%C3%A4lfte+von+Wiens+Einwohnerzahl.+Aber+%C3%BCber+fast+alle+Bezirke+verstreut+gibt+es+kleine+und+gro%C3%9Fe+Sehensw%C3%BCrdigkeiten+die+es+viel+gr%C3%B6%C3%9Fer+erscheinen+lassen.+Nicht+nur+f%C3%BCr+%C3%BCberzeugte+Europ%C3%A4er+und+Cosmopoliten+ist+das+eine+Reise+wert.+Wie+viele+andere+St%C3%A4dte+w%C3%BCrden+denn+schon+stolz+einen+pischelnden+Buben+omnipr%C3%A4sentieren%3F&amp;tags=Belgien%2CBr%C3%BCssel%2CEurop%C3%A4ische+Union%2CEurop%C3%A4isches+Parlament%2CReise%2Cblog" 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		<title>Wien &#8211; Kleine Geschichten der Globalisierung #2</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Nov 2008 13:37:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br />
Wer meinen <a href="http://twitter.com/schaffertom">Twitter-Account</a> etwas Aufmerksamkeit schenkt wird es schon gemerkt haben: Ich bin in Berlin in einen kleinen <a href="http://www.subway-sandwiches.de/">Subway&#8230;</a>-Sandwich-Rausch gefallen. Es ist gleichermaßen Fluch wie Segen, dass es die Kette in Wien mittlerweile nicht mehr gibt (gut für Bauch]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/subway_sandwich.jpg" alt="Tom isst Subway Sandwich" /><br />
Wer meinen <a href="http://twitter.com/schaffertom">Twitter-Account</a> etwas Aufmerksamkeit schenkt wird es schon gemerkt haben: Ich bin in Berlin in einen kleinen <a href="http://www.subway-sandwiches.de/">Subway</a>-Sandwich-Rausch gefallen. Es ist gleichermaßen Fluch wie Segen, dass es die Kette in Wien mittlerweile nicht mehr gibt (gut für Bauch und Geldbörserl). Mir stellt sich allerdings die Frage, weshalb&#8230;<span id="more-1216"></span></p>
<p>I[ad#ad-1]ch habe Subway in Wien nie wirklich mit erlebt. Die Filialen vor der Uni und gegenüber der Oper haben gerade zugesperrt, als ich zum &#8220;inländischen Einwanderer&#8221; (<a href="http://oesterreich.orf.at/stories/322898/">so würde mich wohl orf.at nennen</a>) wurde und in die Hauptstadt gezogen bin. Als selbsternannter Alternativer stört mich die Abwesenheit multinationaler Konzerne in einer Stadt nicht besonders. Gerade in Berlin habe ich gesehen, wie eine Innenstadt von Fast Food-Ketten förmlich zerfressen werden kann (dank der dezentralen Lebensart, gibt es dort aber auch genügend Klein-Dinger).</p>
<p>Aber mich stört, dass es in Wien überhaupt keine vergleichbaren Sandwich-Lokale gibt (Tipps gern gesehen). Ich wüsste außer Starbucks auch von keinen rauchfreien, gemütlichen Cafes in meiner Gegend, in denen man ab und zu auch mal einen Kaffee mitnehmen kann. Es ist außerdem komisch, denn wenn ich könnte, würde ich den kleinen Laden um die Ecke einem Großkonzern immer vorziehen. </p>
<p>Muss man daraus schließen, dass die Innovationskräfte innerhalb einer einzelnen (zumindest vergleichsweise kleinen) Stadt ohne die Kraft globaler Konzerne zu gering sind, um solche Bedürfnisse zufrieden zu stellen? Wir wissen, dass wir trotz aller notwendiger Kritik an den Fehlentwicklungen (oder gerade wegen ihnen) ohne die Globalisierung niemals die Notebooks nutzen, die Kleidung tragen oder die Autos fahren könnten, die uns heute das Leben so bequem machen. Aber sind auch das (preislich adäquate) geile Sandwich-to-go und das (flächendeckend verfügbare) Nicht-luftverpestete-Cafe nur ein Komfort der Globalisierung?</p>
<p>Oder essen die Wiener einfach immer noch lieber Sachertorte als ein genial belegtes Brot?</p>
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		<title>Berlin &#8211; Kleine Geschichten der Globalisierung #1</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Nov 2008 11:12:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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Seit Freitag verweile ich in Berlin zu Besuch bei Pezi. Neben dem obligaten Sightseeing und der Erkundung einiger Lokale (Moses Hell Fire BBQ Burger im White Trash mit Fucking Fries) nutze ich die Zeit vor allem um ein wenig zu&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/bundestag.jpg" alt="Berlin Bundestag" /><br />
Seit Freitag verweile ich in Berlin zu Besuch bei Pezi. Neben dem obligaten Sightseeing und der Erkundung einiger Lokale (Moses Hell Fire BBQ Burger im White Trash mit Fucking Fries) nutze ich die Zeit vor allem um ein wenig zu entspannen und Eindrücke zu sammeln. Wenn man zu lange von einem Ort nicht weg kommt, verliert man logischerweise den Blick von außen. Demnach war ich zuletzt vielleicht etwas zu lange in Wien.<span id="more-1211"></span></p>
<p>Jetzt wo ich wieder draußen bin, seh ich sie wieder, die erstaunlichen Absurditäten an der Globalisierung. Zum Beispiel, dass es Konzerne gibt, die weltweit ein und dasselbe Produkt anbieten können, dass aber viele gute kleine Ideen des Alltags nicht globalisiert werden. Es ist mir schon im Sommer in Stockholm aufgefallen, dass die Wirte dem kalten Klima in den Abendstunden etwas entgegensetzten: Decken. Auch hier in Berlin ist man auf diese einfache Idee gekommen, auf jeden Platz im Freien eine solche zu legen. Das Ergebnis ist in beiden Städten erstaunlich: Trotz Kälte lebt die &#8220;Vor der Tür&#8221;-Kultur hier abends weiter. In Wien oder sonstwo in Österreich, wäre mir das noch nie aufgefallen &#8211; schon gar nicht flächendeckend. Hirnrissig ist dafür, dass in Berlin vor beinahe jedem Lokal zahlreiche Heizstrahler stehen, die unter hohem Energieaufwand gegen die nächtliche Kälte anheizen, damit die Leute die Decken nicht allzu bald brauchen.</p>
<p>[ad#ad-1]Die kleinen Dinge des Lebens werden in Berlin nicht immer besser gemacht. In Österreich gibt es ein ganz raffiniertes Detail im Verkehrsleitsystem: Fußgängerampeln blinken kurz bevor sie auf rot umschalten. Hier in der ehemals geteilten Stadt kommt das Rot ohne Vorwarnung. Vielleicht gewöhnt man sich ja daran, mich stresst das ganz schön. Noch mehr als der Irrsinn, dass Semmeln hier Schrippen heißen.</p>
<p>Um wie viel einfacher das Leben wohl wäre, wenn man Leute hätte, die all die guten kleinen Ideen der Menschheit zusammentragen würden?</p>
<p>Nach Berlin bin ich übrigens mit dem Zug gefahren. Hin- und Rückfahrt kosten dank Sonderangebot zusammen 38 Euro. Bequemes und klimafreundliches Reisen, das man sich auch als Student leisten kann &#8211; sowas muss man über die ÖBB auch mal sagen. Schlafen konnte ich in jener Nacht von Donnerstag auf Freitag zwar nicht (bin halt auch ein Nachtmensch und bis 6 Uhr werde ich nicht müde), dafür habe ich mir den vorbeiziehenden Osten Deutschlands in den frühen Morgenstunden angesehen und einen herrlichen Sonnenaufgang erlebt. </p>
<p>Es waren übrigens die letzten Sonnenstrahlen, die ich in der vergangenen Woche erlebt habe. Der Montag allerdings (der Tag nach dem Sonntag, welcher hier in Berlin kaum von anderen Wochentagen zu unterscheiden ist, weil alles geöffnet hat &#8211; seltsames Gefühl, für einen gelernten Österreicher) beginnt mit einem blauen Himmel. Mal sehen, ob das bis zur Abreise am Mittwoch Abend so bleibt.</p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=1211&amp;md5=ca82a4ff98002d6863fc79cd9e924996" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hamburg &#8211; Unaufgeregte Todesnähe</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Apr 2008 12:54:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hamburg">Hamburg&#8230;</a> ist cool, aber seine Bevölkerung dürfte ein Problem mit Erektionsstörungen haben. Zumindest habe ich auffällig viel Werbung dafür in der Stadt ausgehängt gesehen, als ich die letzten fünf Tage dort war. Ansonsten würde ich jedem raten, nur 3-4 Tage]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/uploads/hamburg.jpg" alt="Blick auf Hamburg von der Nordelbe" align="right"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hamburg">Hamburg</a> ist cool, aber seine Bevölkerung dürfte ein Problem mit Erektionsstörungen haben. Zumindest habe ich auffällig viel Werbung dafür in der Stadt ausgehängt gesehen, als ich die letzten fünf Tage dort war. Ansonsten würde ich jedem raten, nur 3-4 Tage dort zu verbringen. Dann gehen einem nämlich die Sehenswürdigkeiten aus (zumindest, wenn man nicht in die Museen gehen will). Einen Regenschutz solte man auch dabei haben, und besser etwas mehr in der Mitte des Jahres fahren. Anfang April ist es in Hamburg nass und kalt.<span id="more-554"></span></p>
<p>In Hamburg sind wir natürlich auch ausgegangen. Ein Freund von <a href="http://rebell.at">Rebell</a> hat uns die Stadt gezeigt. Zum Beispiel das <a href="http://www.dreiundsiebzig.de/">Haus III&#038;70</a> (direkt neben der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Flora">Roten Flora</a>). Das ist ein Studentenlokal, ein ziemlich nettes. Außerdem waren wir in einem eher-Außenbezirk in einer Billiardkneipe und in diversen Lokalen und Restaurants in der Innenstadt. All diese Läden hatten eines gemeinsam: Dank des geltenden Rauchverbots bekommt man Luft und stinkt nach dem Fortgehen nicht wie ein Nikotinjunkie. Und trotzdem ist die öffentliche Ordnung bislang noch nicht zusammengebrochen. Das befürchtet man ja <a href="http://derstandard.at/?id=3291727">hier, im AAAAAARGH-Land</a>.</p>
<p>[ad#ad-1]Hamburg ist die zweitteuerste Stadt Deutschlands. Bei Starbucks zahlt man für den Tageskaffee aber 30 Cent weniger als in Wien. Für fast alles zahlt man etwas weniger als in Wien. So richtig günstig ist es aber trotzdem nicht. Dafür protzig. In der Innenstadt, rund um den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jungfernstieg">Jungfernstieg</a>, findet man kaum etwas zu trinken, weil die Edel-Kleidungsmarken alles besetzen, was Ladenfläche ähnlich sieht. Rund um die Alster findet man dafür Villen die bis zu 26 Millionen Euro kosten und Fleckchen die Quadratmeterpreise von über 10.000€ haben. Ich frage mich, wer auf der Welt so einen Reichtum verdient haben soll. Ich finde keine Antwort.</p>
<p>Aus Hamburg mitgenommen habe ich materiell nicht viel. Eine <a href="http://www.sueddeutsche.de">Süddeutsche</a>, mein allererstes <a href="http://www.cicero.de/">Cicero</a> und einen <a href="http://guardian.co.uk">Guardian</a>. Dinge, die ich überall auf der Welt mitnehmen können würde und mitnehmen würde.</p>
<p>Hamburg ist durchaus schön und gerade die Jugendkultur scheint sehr interessant und ergiebig, aber schon allein wegen dem Klima keine Stadt zum Leben. Und weil ich da permanent Lebensangst haben würde. Nicht wegen der Kriminalität. Die ist niedrig, glaube ich. Die Leute scheinen generell recht friedlich zu sein. Wir hatten beim Fortgehen 5-6 Situationen wo ich damit gerechnet habe, gleich angestänkert zu werden. Einfach weil ich es aus Österreich so gewohnt wäre. Ist aber nicht passiert. Selbst bei einer 15-Mann-Gruppe von halbstarken Postpubertierenden stießen weder mein Hut noch mein Sechsertragerl Bier auf Interesse. Aber eine positive Sache ist ziemlich gefährlich. In Hamburg fahren recht wenige Leute mit dem Auto und recht viele mit dem Fahrrad. Aber die Fahrradwege sind schlecht vom Fußgängerweg getrennt und die Radfahrer sind dem Bremsen gegenüber anscheinend völlig abgeneigt. Drei Mal habe ich in Hamburg dem Tod ins Auge geblickt. Zweimal neben einem Radweg, einmal auf <a href="http://www.foto-hamburg.com/Dom-Hamburg.jpg">dem Ding</a>.</p>
<p>Auch in Hamburg ist es interessanter sich mit Freunden zu unterhalten als von einem Sight zum Nächsten zu jagen. <a href="http://monoton.at">Pezi</a> und ich, wir haben ja beides gemacht. Was mir besonders in Erinnerung bleiben wird, ist neben dem Blick vom <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/St.-Michaelis-Kirche_(Hamburg)">Michel</a> die Reaktion unseres Gastgebers (der uns seinen Boden geliehen hat), als er gehört hat, wie &#8220;transparent&#8221; in Österreich die Parteienfinanzierung läuft. Es war nicht arrogant von ihm gemeint, er konnte nur ganz spontan nicht anders. Die österreichische Innenpolitik löst im Ausland also dasselbe aus wie mein Gastgeber, als er mit 2 Promille in seine Deckenlampe gesprungen ist: Schallendes Gelächter.</p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=554&amp;md5=dd9de2e830dac8349ad45fd49c52ba7d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Seit 10 Minuten&#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Aug 2007 22:11:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;bin ich wieder ein Stück mit der ÖBB versöhnt. (gepostest um 0:10)</p>
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		<title>Rom/Prag &#8211; Eine Geschichte aus zwei Städten</title>
		<link>http://zurpolitik.com/2007/08/26/eine-geschichte-aus-zwei-stadten/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Aug 2007 23:47:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Schaffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<strong>Rom&#8230;</strong><br />
Rom ist unheimlich spektakulär anzusehen &#8211; und dreckig wie italienischer Fußball. Wenn man die Metro das erste Mal betritt &#8211; vielleicht bin ich auch aus Wien nur so verwöhnt &#8211; möchte man sich zuallererst die Hände waschen. Diffuse Lichter]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Rom</strong><br />
Rom ist unheimlich spektakulär anzusehen &#8211; und dreckig wie italienischer Fußball. Wenn man die Metro das erste Mal betritt &#8211; vielleicht bin ich auch aus Wien nur so verwöhnt &#8211; möchte man sich zuallererst die Hände waschen. Diffuse Lichter und stinkende Ecken, schmutzige Mauern und Böden. Kein wirklich reizvoller Anblick. Besonders umfangreich ist das öffentliche Angebot nicht. Zwei U-Bahnlinien tun ihren Dienst, oberhalb fahren Busse und Regionalbahnen in Intervallen, die einem Wiener die Tränen in die Augen treiben würden. Sonntags wartet man schon mal eine dreiviertel Stunde auf sein Gefährt. Genug Zeit um die großzügig beschmierten Wände zu bestaunen. Es scheint die Stadt der Graffitis zu sein &#8211; der schlechten Graffitis allerdings. Abgesehen von den historischen Städten ist einfach alles mit hässlichen, farblosen Tags beschmiert. Warum sich noch keiner ans Kolosseum gewagt hat, ist nur schwer zu vermuten &#8211; vielleicht steht darauf die Todesstrafe?<span id="more-395"></span></p>
<p>Römer müssen unheimlich intelligent sein und sich alle Informationen über ihre Stadt merken. Für sie dürfte alles Wissen so selbstverständlich sein, dass ihnen die Unwissenheit auswärtiger Menschen nicht einmal in den Sinn kommt. Von Beschriftungen hält man hier nämlich rein gar nichts. Ob es Eintrittspreise sind oder Busintervalle, Straßenmarkierungen oder Verkehrsläne &#8211; was in jeder Touristenstadt der Welt selbstverständlich ist, ist hier unnötig. Dafür spricht man einen Touristen auch grundsätzlich auf Italienisch an &#8211; man bequatscht ihn, auch wenn er es offensichtlich nicht versteht. Ist schließlich eine Weltsprache, dieses Italienisch. </p>
<p>Egozentriert. Das trifft die Menschen gut, die ich kennen lernte. Zwei Tage lang rannte auf einem Balkon in einer Wohnanlage (alle Häuser sind von hohen Zäunen und Mauern umgeben) der Wasserschlauch. Jedes Mal wenn wir dort vorbei rannten, schienen die Wände noch ein wenig durchnässter zu sein. Wir klingelten die Nachbarschaft an und ernteten noch Drohungen. Man würde die Carabinieri rufen, wenn wir nicht verschwänden. Weder die tagelange Wasserverschwendung in einer Gegend, in der dieser Tage alle Wiesen braun sind, noch der Schaden für den Nachbarn schienen auch nur einen der vielen Anwohner beunruhigt zu haben. &#8220;Ist normal hier&#8221;, versicherte uns der Concierge im Hotel. Wenn man sich hier um andere kümmert, sei man der Blöde.</p>
<p>Hat man sich erstmal vom herumliegenden Müll und den holprigen Gehsteigen erholt, die es abseihts der protzigen Sights gibt, übersieht gekonnt die offensiv agierenden Bettler an allen Ecken und Enden, verdaut die hässlichen 6€, die ein großes Bier in dieser Höllenstadt schon mal kosten kann und ignoriert man die zur Grauenhaftigkeit gestylten Typen, die in dieser Stadt allerorts rumlaufen (gibt es einen umgekehrt proportionalen Zusammenhang zwischen grausigen Männern und hübschen Frauen in Gesellschaften?), findet man eine beeindruckende Geschichte und mancherorts erstaunlich wenige Touristen (Schönstes Sight: Allein am Palatin?). Rom, das ist einen Besuch wert. Aber hier leben? Nein danke. Wären die Vorfahren dieser Stadt nicht so emsig gewesen, eine beeindruckende Geschichte zu spinnen, die Stadt gäbe nicht viel her &#8211; zumindest nicht für mich.</p>
<p><strong>Prag</strong><br />
Tschechen waren mir aus irgendeinem Grund schon immer sympathisch. Auf mich wirken die Leute zurückhaltend und ehrlich respektvoll im zwischenmenschlichen Umgang. Höflich halt &#8211; nicht übertrieben und nicht weil man es sein muss, sondern weil das eben gut ist. Klar, ist auch nur eine Art Vorurteil. Aber man hat mich eigentlich nie wirklich widerlegt. In Prag, das trotz der Unterschiede doch eindeutig an Wien erinnert, auch nicht. Darum kann ich jedem empfehlen dorthin zu fahren. </p>
<p>Darum und aus einigen anderen Gründen. Erstens ist es mit seiner verkehrsberuhigten, enggassigen, historisch aufgeladenen und zu Fuß leicht durchquerbaren Altstadt einfach lieblich und schön. Zweitens ist es wahnsinnig preiswert. Wer am Fuße der Karlsbrücke einmal eine volle Mahlzeit (Großer Hühnersalat, Gebratene Kartoffeln, ein großes Bier) in einem Vier-Sterne-Hotel-Restaurant um etwa acht Euro gegessen hat, wird wissen, was ich meine. Wer kurz davor in Rom war, umso mehr. Drittens hat es einen eigenen, unhektischen, beruhigenden Flair, der sich einem auch Abseits der tourstischen, meist so gar nicht überlaufenen Wege erschließt. </p>
<p>Meine Highlights:<br />
Der Blick von einem Glockenturm, der vorher mit seinen geschätzten zwei Millionen Stufen wirklich erklommen werden musste.<br />
Das kalte Mineralwasser, das beim Aufstieg zur Burg die Kehle runterrann wie ein Gebirgsbach.<br />
Ein Spaziergang entlang der Moldau in sonst schwer ertragbaren Morgenstunden.<br />
Die in vier Sprachen geführte Konversation mit den ZimmerkollegInnen in der Jugendherberge.<br />
Und das erhebende Gefühl ein Klo zu betreten, nachdem ich in meinem Übermut, die Altstadt zu verlassen, eine halbe Stunde dringend nach einem gesucht hatte.</p>
 <p><a href="http://zurpolitik.com/?flattrss_redirect&amp;id=395&amp;md5=780a67786ba69660125b57474bdd697e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://zurpolitik.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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