Beiträge zu "Repliken"
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Lustiger Ludwig – oder: BZÖ-Politiker als Blog-Besucher
40 K., Tom Schaffer, 23. February 2007
Ich kannte Ludwig bis heute nicht. Ich glaube, er war noch nie da. Ich hoffe, dass er zukünftig öfter kommt, denn Ludwig ist lustig. Und auch dem Ludwig schadet etwas mehr politische Bildung nicht. Ludwig (mit ominösem P. als Anfangsbuchstaben des Nachnamens – bedeutet wohl Puncochar), das ist anscheinend der Name eines neuen Kommentar-Posters, der sich gleich mit seinem ersten Beitrag in mein Herz getippselt hat – und das obwohl er offenichtlich die Bedeutung des Wortes unabhängig nicht versteht. Aber er ist laut eigenen Angaben “ein Ex-Ausländer” aus Tschechien, und im Allgemeinen bin ich linksliberaler “Rotzbub” da nachsichtig und gern bereit zu helfen. (more…)
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Kein Anti-Amerikaner der Guantanamo trotzdem verabscheut
6 K., Tom Schaffer, 17. February 2007
Über Liberal in Austria bin ich auf diesen Beitrag in Zettels Raum gestoßen. Er sieht auf den ersten Blick lang aus, seine Essenz wird aber schon bald nach den eindeutigen Zitaten klar, weshalb ich ihn jedem ans Herz legen möchte.
Es ist ein gelungener Blog-Eintrag. Bis zu dem Zeitpunkt, wo er die eigentliche Identität des beschriebenen Lagers enthüllt. Dannach tut er genau das nicht, was eigentlich sein Anspruch sein dürfte: Menschenrechtsverletzungen anzuprangern, egal wer sie verübt. (more…)
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Verschwörung der rechts-rechten Recken?
0 K., Tom Schaffer, 28. November 2006
Ich kann will es mir zwar nicht vorstellen, aber mein geschätzter Bloggerkollege Georg Pichler tut es. Sind die rechten Idiotenaktionen der letzten Wochen eventuell nur eine schleichende Wiederkehr der konservativ-rechts-rechten Koalition? Mir ist es zwar etwas zu weit hergeholt, aber es haben sich schon abwegigere Negativ-Vorahnungen bestätigt.
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Der offizielle Kritikus-Feedback-Eintrag
1 K., Tom Schaffer, 13. November 2006
Weils Kritikus (und der ominöse Zweitblogger Pauli) keine Kommentare zulässt, obwohl er einen enormen Ausstoß an, gelinde gesagt, streitbaren Einträgen in seinem Blog bringt, und ich den einfach nicht mehr länger ertrage, ohne meinen Senf dazu abzugeben, starte ich hier mal einen offiziellen Kritikus-Feedback-Eintrag. Der erscheint jetzt so lange immer wieder, bis der Herr endlich Kommentare erlaubt.
1. Paulis Sonntagsfragen:
Eine rechte Mehrheit (die du seit 1986 fest zu sehen glaubst) gibt es im Moment bei der Sonntagsfrage nicht mehr, weil die ÖVP-Wähler die Schnauze von ihrer Parteispitze selbst voll haben. Ich wage zu behaupten: Das wird sich sogar noch verstärken, wenn die Neuwahlen dann feststehen.
Die Meinungsforschung irrt nicht, sie wird nur falsch gedeutet und/oder ihre Ergebnisse verkürzt und unzureichend dargestellt. Wenn repräsentative Stichproben heute eine rot-grüne Mehrheit ergeben, dann stimmt das auch. Ob die Meinung der Menschen auch bis zu einer Wahl so bleibt, ist eine ganz andere Frage.
2. Kritikus Koalitionslösung
Schwarz-Blau-Orange wäre tatsächlich die ultimative Lösung. Würde ich klasse finden. Dann gibt’s nämlich in ein paar Monaten Neuwahlen und alle drei Parteien kriegen noch mehr auf die Nuss, als es jetzt schon der Fall wäre. Das ist übrigens der Grund, warum Strache dem gegenüber abgeneigt ist.
3. Pauli will seine Post um 4 Uhr früh
Abgesehen davon, dass der Vorschlag sich in totaler Sinnlosigkeit ergibt, viel Spaß beim Unterschreiben der Empfangsbestätigung für Pakete. Regionale Zustellermonopole sind auch eine dufte Idee. Macht deine Zeitung gewiss billiger.
4. Pauli gegen die Vogelgrippe
Grundsätzlich gute Einstellung. Man muss sich etwas gegen hysterische Anfälle überlegen. Leider können die Pharmakonzerne auch nichts dafür, wenn sich unsere Mitmenschen und Medien in kollektiver Idiotenpanik ergeben.
PS: Ich hätte das ja gerne wie überall sonst auf der Welt unter die entsprechenden Beiträge geschrieben, möchte also keinen Kleinkrieg anfangen, aber Blogs ohne Kommentarfunktion sind blöd.
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I had a dream!
0 K., Tom Schaffer, 10. November 2006
Manchmal fallen im Leben Geschehnisse auf sonderbare Art zusammen. Zu Wochenbeginn hat mal wieder ein FPÖ-Mandatar eine verbale Entgleisung geliefert, bei der man nur noch resignativ die Hand auf die Stirn klatschen kann. Vor einigen Tagen hatte ich mir außerdem “Am Schauplatz” angesehen. Die Sendung drehte sich um Slowenen in Kärnten. Gestern hatte ich dann auf der Uni ein Seminar, das sich vier Stunden lang um die Nationalsozialisten in Österreich drehte. Dazu sollte ich in den vorhergehenden Tagen einige Texte vorbereiten, in denen für mich nicht allzu viel Neues stand – was das Geschriebene aber nicht weniger schockierend machte. Just in der Nacht auf den gestrigen Donnerstag habe ich dann sogar von der ganzen Thematik geträumt. Es war erschreckend – obwohl mir im Traum nichts passiert ist.
Ein Rädchen griff also ins andere, und plötzlich war die ganze Geschichte wieder präsent. All das zeigte, dass die Vergangenheitsaufarbeitung in Österreich noch lange nicht abgeschlossen ist. Mandatare die zu blöd sind, um ganz simple historische Fakten zu lernen (auch wenn sie damals noch nicht geboren waren), sind nur die Spitze des Eisberges. Da wo ein Film (Die Rückkehr) eines Janko Messners im ORF nicht ausgestrahlt wird, weil er sich kritisch mit der Vertreibung und Ermordung der Kärntner Slowenen unter NS-Österreich auseinandersetzt, sieht man schon viel latentere Problematik – nur dass sie kaum jemand zu Ohren bekommt. (Über die FPÖ will der blau-orange-schwarz-gefärbte ORF eine kritische Dokumentation auch nicht ausstrahlen) Und, dass die Basis in stets vorhandener Fremdenfeindlichkeit (gegen den Islam, gegen Asylanten und Flüchtlinge, gegen Juden usw.) wurzelt, bedarf keiner großen Ausführung mehr.
Gestern war der 68. Jahrestag der Reichspogromnacht (die vor allem im damals ultra-antisemitischen Wien in Wahrheit länger dauerte) und ich habe immer noch schlecht geträumt. Höchste Eisenbahn für Maßnahmen. Politische Bildung als grundlegendes Schulfach (zusätzlich zu Geschichte oder gemeinsam verstärkt). Ein unabhängiger und kritischer ORF. Und eine breite gesellschaftliche Aufklärung darüber, warum Zanger eigentlich unrecht hat und in der FPÖ (und der Schwesterpartei BZÖ) alles andere als allein dasteht – ich fürchte mindestens 16% der Österreicher verstehen es noch nicht. Ob Zanger im Parlament bleibt oder nicht, ist im Wesentlichen egal – seine Burschenschafterfreunde im Parlamentsklub denken ja nicht anders…
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Sündenfall Rot-Grün-Blau? Eine kurze Replik.
1 K., Tom Schaffer, 30. October 2006
Gerfried Sperl, Chefredakteur der österreichischen Qualitätszeitung “Der Standard”, schreibt in der heutigen Ausgabe vom “Sündenfall Rot-Grün-Blau”. Man könne den Grünen politisch nicht mehr trauen, weil sie (wie die ÖVP 2000) die weitrechten Straches und Stadlers salonfähig machen würden, so Sperl.
Das ist schlichtweg falsch. Die Grünen und Roten verbünden sich am heutigen Tag beim Bestellen zweier Untersuchungsausschüsse in keinster Weise mit rechtem Gedankengut. Alle drei Parteien lösen eines ihrer (medienwirksamsten) Wahlversprechen ein. Das ist eher das Gegenteil eines Vertrauensbruches gegenüber grünen Wählern, und mit einer Regierungsbildung mit einer rechtspopulistischen Partei sicher nicht zu vergleichen.
Punktuelle Gemeinsamkeiten sind keine Koalition. Das ist Parteiendemokratie. Sich der kindischen Argumentation von Westenthaler, Molterer und Co. anzunehmen, ist unnötig – anders als die es behaupten, gibt es keine Annäherung zwischen Grün und Blau. Ich mache mir da keine Sorgen, ob eine derartige Regierung oder sonstige beständige Gemeinsamkeit zustande kommen könnten.
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Tom, der Sexist?
2 K., Tom Schaffer, 24. October 2006
Ich schäme mich – wirklich! Gerade komme ich aus meinem Grundkurs zum Thema Politische Theorie und Ideengeschichte, und da hab ich einen Bock abgeschossen, den ich selbst schon kaum glauben kann. Es war die Einheit über feministische Theorie und eine rege Debatte drehte sich um den Androzentrismus.
Nach einiger Zeit, weil mich so manche Ansage doch irritiert hat, habe ich mich in der Diskussion zu Wort gemeldet. Irgendwie ist es mir nicht gelungen auch nur einen klaren Satz herauszubringen. Lag unter anderem daran, dass ich mir für gewöhnlich vor Stellungnahmen Notizen mache, heute hatte ich allerdings meinen Block vergessen und nach einem schlechten Einstieg sehr schnell den Faden verloren. Lange Rede kurzer Sinn: Hätte ich diesen Nonsens von jemand anderen gehört, wär ich wohl der Erste gewesen, der diese Person zerissen hätte. Es klang sexistisch. Ich habe mich dann auch gleich dafür entschuldigt, aber die seltsamen Blicke blieben an mir haften.
Dabei war meine Absicht keine schlechte. Und hier werd ich mir sicher leichter tun, sie zu formulieren. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass die vehement diskutierenden Vertreter der “extremen” feministischen Seite (also innerhalb der anwesenden Gruppe, nicht wirklich ganz extrem) darauf hinausdiskutierten, dass es zwischen Mann und Frau rein gar keinen biologischen Unterschied gebe. Gerade beim Begriff Androzentrismus halte ich das für eine Fehlinterpretation.
Soweit ich diese Theorie verstanden habe, geht es darum, dass das Männliche in unserer Gesellschaft als etwas Besseres gesehen wird – als die Norm an der sich alles zu messen hat. Und damit, dass die weiblichen Eigenschaften bei Menschen schlechter sind. Was ich in der heutigen Einheit sagen wollte ist (und ich will gar nicht lange ausführen, welchen Blödsinn ich wirklich gesagt habe), dass eine Leugnung der biologischen Unterschiede niemanden weiterbringt, weil es sie ja soweit ich weiß tatsächlich gibt. Es muss lediglich erreicht werden, dass diese Differenzen für keine Seite als Schwäche ausgelegt werden.
Ein Beispiel: Die freie Wahl, ob jemand Kinder will oder nicht, und ob man sie in den ersten Jahren selbst begleiten will, oder nicht, muss freilich gesichert werden (für Mann und Frau). Egal wie die Entscheidung darüber ausfällt, darf sie aber nicht negativ beurteilt werden. Eigentlich wollte ich anprangern, dass dies heute aber geschieht. Frauen, die sich für das Kind und seine Erziehung entscheiden, werden nicht genug gewürdigt und rutschen in beruflich und finanziell prekäre Situationen. Frauen die sich für das Kind und gegen die hauptsächliche Erziehung entscheiden, werden schief angesehen.
Ich bin der Letzte, der eine Benachteiligung von Frauen fordern oder gutheissen würde. Mich irritert aber immer wieder die Ablehnung der Tatsache, dass nur Frauen nunmal Kinder bekommen – und das auch tun müssen (ohne daraus eine Pflicht für das einzelne Individuum konstruieren zu wollen), sonst stirbt die Gesellschaft aus.
Frauen sind nunmal diejenigen die 9 Monate schwanger, und auch nach der Geburt sehr stark gefordert sind. Ganz unabhängig davon, ob sich auch Männder in diesem Punkt ändern müssen, wird das so bleiben. Was also gebraucht wird, sind Konzepte, die Nachteile für Frauen aus dieser Tatsache unterbinden, anstand die Leugnung derselben.
Abseits davon: Mein grundsätzliches Problem mit Feminismus-Debatten ist wahrescheinlich mein Desinteresse. Ich bin als jemand erzogen worden, für den alle Menschen grundsätzlich gleich sind, und der dementsprechend jegliche Diskriminierung strikt ablehnt. Deshalb finde ich zwar ab und an die Debatten über die Umstände dieser (faktisch sicher immer noch vorhandenen) Mann-Frau-Diskriminierung interessant, die moraltriefenden Belehrungen, die damit immer einhergehen, sind mir aber zutiefst zuwider. Mir wird da meist etwas erzählt, was man mir nicht mehr sagen muss.
Es mag sein, dass sich für einen Aussenstehenden der Sinn dieses Eintrags nicht richtig ergibt. Ich bitte um Entschuldigung.
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Nicht blöd stellen, liebe Blogger-Kollegen
1 K., Tom Schaffer, 8. October 2006
Ich sollte zwar im Bett liegen, aber weil mir ein paar Blogbeiträge auf anderen Seiten übler aufstoßen als so manche Medizin, muss ich doch meinen Senf abgeben.
Schadenfreude verspührt zum Beispiel Hannes Sachsenhofer, weil Gusenbauer und die SPÖ sich ob der Inhalte einer Großen Koalition gesprächsbereit zeigen. Nun wär ich mit Sicherheit der Letzte, der sich über die Beibehaltung des Eurofighter-Kaufs oder die Nicht-Abschaffung der Studiengebühren freut, ich hoffe man glaubt mir das. Aber die derzeitigen Kommentare, leider auch auf professioneller Journalistenseite, zeugen doch von einer völligen Unverständnis für die Demokratie und ihre Vorgänge.
Lieber Hannes, Politiker sind an ihren programmatischen Versprechen zu messen, das ist richtig. Wenn die Wahlen ihnen aber keine absolute Mehrheit bescheren, müssen sie sich mit in inhaltlichen Fragen sehr unterschiedlichen Parteien arrangieren. Die ÖVP und SPÖ sind im Moment sehr weit voneinander entfernt. Und gerade die Eurofighter-Frage ist in ihrer Bewertung eine schwierige, weil die ehemalige Regierung sich ja jahrelang erfolgreich geweigert hat, eine einer Demokratie zustehende Transparenz zu praktizieren. Sprich: Sie hat den Vertrag nicht offengelegt. Und das große Umfallen des Gusenbauer zu feiern, bevor Koalitionsverhandlungen überhaupt aufgenommen wurden, nur weil die ÖVP aus ihrem Katzenjammer eine Woche nach der Wahl noch immer nicht heraus gekommen ist, scheint mir etwas leichtsinnig. Wir sollten uns doch einig sein, dass eine Große Koalition die einzig vernünftige, praktikalbe Lösung für Österreich nach diesen Wahlen ist. Und dass mit dieser keiner zufrieden sein wird, habe ich ja schon vorhergesagt (wie übrigens auch, das peinliche Herumeiern der ÖVP). Schuld ist daran aber gewiss nicht Alfred Gusenbauer, sondern der Souverän – das Volk.
Ein gewisses Kopf-in-den-Sand-steck-Verhalten zeigt auch der angezählte Lopatka in seinem jüngsten Blogeintrag auf DiePresse.com. Die Volksparteien aus der Schweiz, Italien, Deutschland (äh Bayern), Slowenien und Kroatien würden den österreichischen Wahlausgang nicht verstehen, so der Reinhold. Ganz ruhig Herr Lopatka: müssen sie auch nicht. Einige von deren Vertretern haben sich schon in der Vergangenheit als konsequente Nicht-Versteher geoutet. Die Österreicher verstehen das Wahlergebnis schon. Und angesichts der erneuten, ekelerregenden Anbiederung so mancher schwarzer Politiker an das viel zu weit rechte Lager umso mehr. Wenn die ÖVP aus ihrem mittelalterlichen Fürstendenken erwacht, wird sie es auch kapieren.
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Ich kannte Ludwig bis heute nicht. Ich glaube, er war noch nie da. Ich hoffe, dass er zukünftig öfter kommt, denn Ludwig ist lustig. Und auch dem Ludwig schadet etwas mehr politische Bildung nicht. Ludwig (mit ominösem P. als Anfangsbuchstaben des Nachnamens – bedeutet wohl Puncochar), das ist anscheinend der Name eines neuen Kommentar-Posters, der sich gleich mit seinem ersten Beitrag in mein Herz getippselt hat – und das obwohl er offenichtlich die Bedeutung des Wortes unabhängig nicht versteht. Aber er ist laut eigenen Angaben “ein Ex-Ausländer” aus Tschechien, und im Allgemeinen bin ich linksliberaler “Rotzbub” da nachsichtig und gern bereit zu helfen. (more…)
Über Liberal in Austria bin ich auf diesen Beitrag in Zettels Raum gestoßen. Er sieht auf den ersten Blick lang aus, seine Essenz wird aber schon bald nach den eindeutigen Zitaten klar, weshalb ich ihn jedem ans Herz legen möchte.
Es ist ein gelungener Blog-Eintrag. Bis zu dem Zeitpunkt, wo er die eigentliche Identität des beschriebenen Lagers enthüllt. Dannach tut er genau das nicht, was eigentlich sein Anspruch sein dürfte: Menschenrechtsverletzungen anzuprangern, egal wer sie verübt. (more…)
Ich kann will es mir zwar nicht vorstellen, aber mein geschätzter Bloggerkollege Georg Pichler tut es. Sind die rechten Idiotenaktionen der letzten Wochen eventuell nur eine schleichende Wiederkehr der konservativ-rechts-rechten Koalition? Mir ist es zwar etwas zu weit hergeholt, aber es haben sich schon abwegigere Negativ-Vorahnungen bestätigt.
Weils Kritikus (und der ominöse Zweitblogger Pauli) keine Kommentare zulässt, obwohl er einen enormen Ausstoß an, gelinde gesagt, streitbaren Einträgen in seinem Blog bringt, und ich den einfach nicht mehr länger ertrage, ohne meinen Senf dazu abzugeben, starte ich hier mal einen offiziellen Kritikus-Feedback-Eintrag. Der erscheint jetzt so lange immer wieder, bis der Herr endlich Kommentare erlaubt.
1. Paulis Sonntagsfragen:
Eine rechte Mehrheit (die du seit 1986 fest zu sehen glaubst) gibt es im Moment bei der Sonntagsfrage nicht mehr, weil die ÖVP-Wähler die Schnauze von ihrer Parteispitze selbst voll haben. Ich wage zu behaupten: Das wird sich sogar noch verstärken, wenn die Neuwahlen dann feststehen.
Die Meinungsforschung irrt nicht, sie wird nur falsch gedeutet und/oder ihre Ergebnisse verkürzt und unzureichend dargestellt. Wenn repräsentative Stichproben heute eine rot-grüne Mehrheit ergeben, dann stimmt das auch. Ob die Meinung der Menschen auch bis zu einer Wahl so bleibt, ist eine ganz andere Frage.
2. Kritikus Koalitionslösung
Schwarz-Blau-Orange wäre tatsächlich die ultimative Lösung. Würde ich klasse finden. Dann gibt’s nämlich in ein paar Monaten Neuwahlen und alle drei Parteien kriegen noch mehr auf die Nuss, als es jetzt schon der Fall wäre. Das ist übrigens der Grund, warum Strache dem gegenüber abgeneigt ist.
3. Pauli will seine Post um 4 Uhr früh
Abgesehen davon, dass der Vorschlag sich in totaler Sinnlosigkeit ergibt, viel Spaß beim Unterschreiben der Empfangsbestätigung für Pakete. Regionale Zustellermonopole sind auch eine dufte Idee. Macht deine Zeitung gewiss billiger.
4. Pauli gegen die Vogelgrippe
Grundsätzlich gute Einstellung. Man muss sich etwas gegen hysterische Anfälle überlegen. Leider können die Pharmakonzerne auch nichts dafür, wenn sich unsere Mitmenschen und Medien in kollektiver Idiotenpanik ergeben.
PS: Ich hätte das ja gerne wie überall sonst auf der Welt unter die entsprechenden Beiträge geschrieben, möchte also keinen Kleinkrieg anfangen, aber Blogs ohne Kommentarfunktion sind blöd.
Manchmal fallen im Leben Geschehnisse auf sonderbare Art zusammen. Zu Wochenbeginn hat mal wieder ein FPÖ-Mandatar eine verbale Entgleisung geliefert, bei der man nur noch resignativ die Hand auf die Stirn klatschen kann. Vor einigen Tagen hatte ich mir außerdem “Am Schauplatz” angesehen. Die Sendung drehte sich um Slowenen in Kärnten. Gestern hatte ich dann auf der Uni ein Seminar, das sich vier Stunden lang um die Nationalsozialisten in Österreich drehte. Dazu sollte ich in den vorhergehenden Tagen einige Texte vorbereiten, in denen für mich nicht allzu viel Neues stand – was das Geschriebene aber nicht weniger schockierend machte. Just in der Nacht auf den gestrigen Donnerstag habe ich dann sogar von der ganzen Thematik geträumt. Es war erschreckend – obwohl mir im Traum nichts passiert ist.
Ein Rädchen griff also ins andere, und plötzlich war die ganze Geschichte wieder präsent. All das zeigte, dass die Vergangenheitsaufarbeitung in Österreich noch lange nicht abgeschlossen ist. Mandatare die zu blöd sind, um ganz simple historische Fakten zu lernen (auch wenn sie damals noch nicht geboren waren), sind nur die Spitze des Eisberges. Da wo ein Film (Die Rückkehr) eines Janko Messners im ORF nicht ausgestrahlt wird, weil er sich kritisch mit der Vertreibung und Ermordung der Kärntner Slowenen unter NS-Österreich auseinandersetzt, sieht man schon viel latentere Problematik – nur dass sie kaum jemand zu Ohren bekommt. (Über die FPÖ will der blau-orange-schwarz-gefärbte ORF eine kritische Dokumentation auch nicht ausstrahlen) Und, dass die Basis in stets vorhandener Fremdenfeindlichkeit (gegen den Islam, gegen Asylanten und Flüchtlinge, gegen Juden usw.) wurzelt, bedarf keiner großen Ausführung mehr.
Gestern war der 68. Jahrestag der Reichspogromnacht (die vor allem im damals ultra-antisemitischen Wien in Wahrheit länger dauerte) und ich habe immer noch schlecht geträumt. Höchste Eisenbahn für Maßnahmen. Politische Bildung als grundlegendes Schulfach (zusätzlich zu Geschichte oder gemeinsam verstärkt). Ein unabhängiger und kritischer ORF. Und eine breite gesellschaftliche Aufklärung darüber, warum Zanger eigentlich unrecht hat und in der FPÖ (und der Schwesterpartei BZÖ) alles andere als allein dasteht – ich fürchte mindestens 16% der Österreicher verstehen es noch nicht. Ob Zanger im Parlament bleibt oder nicht, ist im Wesentlichen egal – seine Burschenschafterfreunde im Parlamentsklub denken ja nicht anders…
Gerfried Sperl, Chefredakteur der österreichischen Qualitätszeitung “Der Standard”, schreibt in der heutigen Ausgabe vom “Sündenfall Rot-Grün-Blau”. Man könne den Grünen politisch nicht mehr trauen, weil sie (wie die ÖVP 2000) die weitrechten Straches und Stadlers salonfähig machen würden, so Sperl.
Das ist schlichtweg falsch. Die Grünen und Roten verbünden sich am heutigen Tag beim Bestellen zweier Untersuchungsausschüsse in keinster Weise mit rechtem Gedankengut. Alle drei Parteien lösen eines ihrer (medienwirksamsten) Wahlversprechen ein. Das ist eher das Gegenteil eines Vertrauensbruches gegenüber grünen Wählern, und mit einer Regierungsbildung mit einer rechtspopulistischen Partei sicher nicht zu vergleichen.
Punktuelle Gemeinsamkeiten sind keine Koalition. Das ist Parteiendemokratie. Sich der kindischen Argumentation von Westenthaler, Molterer und Co. anzunehmen, ist unnötig – anders als die es behaupten, gibt es keine Annäherung zwischen Grün und Blau. Ich mache mir da keine Sorgen, ob eine derartige Regierung oder sonstige beständige Gemeinsamkeit zustande kommen könnten.
Ich schäme mich – wirklich! Gerade komme ich aus meinem Grundkurs zum Thema Politische Theorie und Ideengeschichte, und da hab ich einen Bock abgeschossen, den ich selbst schon kaum glauben kann. Es war die Einheit über feministische Theorie und eine rege Debatte drehte sich um den Androzentrismus.
Nach einiger Zeit, weil mich so manche Ansage doch irritiert hat, habe ich mich in der Diskussion zu Wort gemeldet. Irgendwie ist es mir nicht gelungen auch nur einen klaren Satz herauszubringen. Lag unter anderem daran, dass ich mir für gewöhnlich vor Stellungnahmen Notizen mache, heute hatte ich allerdings meinen Block vergessen und nach einem schlechten Einstieg sehr schnell den Faden verloren. Lange Rede kurzer Sinn: Hätte ich diesen Nonsens von jemand anderen gehört, wär ich wohl der Erste gewesen, der diese Person zerissen hätte. Es klang sexistisch. Ich habe mich dann auch gleich dafür entschuldigt, aber die seltsamen Blicke blieben an mir haften.
Dabei war meine Absicht keine schlechte. Und hier werd ich mir sicher leichter tun, sie zu formulieren. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass die vehement diskutierenden Vertreter der “extremen” feministischen Seite (also innerhalb der anwesenden Gruppe, nicht wirklich ganz extrem) darauf hinausdiskutierten, dass es zwischen Mann und Frau rein gar keinen biologischen Unterschied gebe. Gerade beim Begriff Androzentrismus halte ich das für eine Fehlinterpretation.
Soweit ich diese Theorie verstanden habe, geht es darum, dass das Männliche in unserer Gesellschaft als etwas Besseres gesehen wird – als die Norm an der sich alles zu messen hat. Und damit, dass die weiblichen Eigenschaften bei Menschen schlechter sind. Was ich in der heutigen Einheit sagen wollte ist (und ich will gar nicht lange ausführen, welchen Blödsinn ich wirklich gesagt habe), dass eine Leugnung der biologischen Unterschiede niemanden weiterbringt, weil es sie ja soweit ich weiß tatsächlich gibt. Es muss lediglich erreicht werden, dass diese Differenzen für keine Seite als Schwäche ausgelegt werden.
Ein Beispiel: Die freie Wahl, ob jemand Kinder will oder nicht, und ob man sie in den ersten Jahren selbst begleiten will, oder nicht, muss freilich gesichert werden (für Mann und Frau). Egal wie die Entscheidung darüber ausfällt, darf sie aber nicht negativ beurteilt werden. Eigentlich wollte ich anprangern, dass dies heute aber geschieht. Frauen, die sich für das Kind und seine Erziehung entscheiden, werden nicht genug gewürdigt und rutschen in beruflich und finanziell prekäre Situationen. Frauen die sich für das Kind und gegen die hauptsächliche Erziehung entscheiden, werden schief angesehen.
Ich bin der Letzte, der eine Benachteiligung von Frauen fordern oder gutheissen würde. Mich irritert aber immer wieder die Ablehnung der Tatsache, dass nur Frauen nunmal Kinder bekommen – und das auch tun müssen (ohne daraus eine Pflicht für das einzelne Individuum konstruieren zu wollen), sonst stirbt die Gesellschaft aus.
Frauen sind nunmal diejenigen die 9 Monate schwanger, und auch nach der Geburt sehr stark gefordert sind. Ganz unabhängig davon, ob sich auch Männder in diesem Punkt ändern müssen, wird das so bleiben. Was also gebraucht wird, sind Konzepte, die Nachteile für Frauen aus dieser Tatsache unterbinden, anstand die Leugnung derselben.
Abseits davon: Mein grundsätzliches Problem mit Feminismus-Debatten ist wahrescheinlich mein Desinteresse. Ich bin als jemand erzogen worden, für den alle Menschen grundsätzlich gleich sind, und der dementsprechend jegliche Diskriminierung strikt ablehnt. Deshalb finde ich zwar ab und an die Debatten über die Umstände dieser (faktisch sicher immer noch vorhandenen) Mann-Frau-Diskriminierung interessant, die moraltriefenden Belehrungen, die damit immer einhergehen, sind mir aber zutiefst zuwider. Mir wird da meist etwas erzählt, was man mir nicht mehr sagen muss.
Es mag sein, dass sich für einen Aussenstehenden der Sinn dieses Eintrags nicht richtig ergibt. Ich bitte um Entschuldigung.
Ich sollte zwar im Bett liegen, aber weil mir ein paar Blogbeiträge auf anderen Seiten übler aufstoßen als so manche Medizin, muss ich doch meinen Senf abgeben.
Schadenfreude verspührt zum Beispiel Hannes Sachsenhofer, weil Gusenbauer und die SPÖ sich ob der Inhalte einer Großen Koalition gesprächsbereit zeigen. Nun wär ich mit Sicherheit der Letzte, der sich über die Beibehaltung des Eurofighter-Kaufs oder die Nicht-Abschaffung der Studiengebühren freut, ich hoffe man glaubt mir das. Aber die derzeitigen Kommentare, leider auch auf professioneller Journalistenseite, zeugen doch von einer völligen Unverständnis für die Demokratie und ihre Vorgänge.
Lieber Hannes, Politiker sind an ihren programmatischen Versprechen zu messen, das ist richtig. Wenn die Wahlen ihnen aber keine absolute Mehrheit bescheren, müssen sie sich mit in inhaltlichen Fragen sehr unterschiedlichen Parteien arrangieren. Die ÖVP und SPÖ sind im Moment sehr weit voneinander entfernt. Und gerade die Eurofighter-Frage ist in ihrer Bewertung eine schwierige, weil die ehemalige Regierung sich ja jahrelang erfolgreich geweigert hat, eine einer Demokratie zustehende Transparenz zu praktizieren. Sprich: Sie hat den Vertrag nicht offengelegt. Und das große Umfallen des Gusenbauer zu feiern, bevor Koalitionsverhandlungen überhaupt aufgenommen wurden, nur weil die ÖVP aus ihrem Katzenjammer eine Woche nach der Wahl noch immer nicht heraus gekommen ist, scheint mir etwas leichtsinnig. Wir sollten uns doch einig sein, dass eine Große Koalition die einzig vernünftige, praktikalbe Lösung für Österreich nach diesen Wahlen ist. Und dass mit dieser keiner zufrieden sein wird, habe ich ja schon vorhergesagt (wie übrigens auch, das peinliche Herumeiern der ÖVP). Schuld ist daran aber gewiss nicht Alfred Gusenbauer, sondern der Souverän – das Volk.
Ein gewisses Kopf-in-den-Sand-steck-Verhalten zeigt auch der angezählte Lopatka in seinem jüngsten Blogeintrag auf DiePresse.com. Die Volksparteien aus der Schweiz, Italien, Deutschland (äh Bayern), Slowenien und Kroatien würden den österreichischen Wahlausgang nicht verstehen, so der Reinhold. Ganz ruhig Herr Lopatka: müssen sie auch nicht. Einige von deren Vertretern haben sich schon in der Vergangenheit als konsequente Nicht-Versteher geoutet. Die Österreicher verstehen das Wahlergebnis schon. Und angesichts der erneuten, ekelerregenden Anbiederung so mancher schwarzer Politiker an das viel zu weit rechte Lager umso mehr. Wenn die ÖVP aus ihrem mittelalterlichen Fürstendenken erwacht, wird sie es auch kapieren.




