Beiträge zu "Theorie"
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Es kann doch jeder selbst entscheiden…
6 K., Tom Schaffer, 10. December 2006
In der leidigen Debatte um die Ladenöffnung am Sonntag hört man immer wieder dieselben alten Argumente. “Es wird ja niemand gezwungen, am Sonntag zu arbeiten.”. Und es wird auch heute nicht richtiger, sowas zu sagen. Ich habe erst gestern auf PulsTV einen der “mutigen Rebellen” der Wiener Innenstadt reden hören, der genau diesen Satz ausgespuckt hat.
Im nächsten Satz kündigte er dann an, den Umstand des sonntäglichen Hackelns ja eh im Vorstellungsgespräch anzukündigen. Das bedeutet: Der Zwang entfällt nur für all jene, die es sich leisten können, keinen Arbeitsplatz zu bekommen. Er selbst (leider hab ich den Namen vergessen) wolle am Sonntag nicht arbeiten, denn er sei ja Vater.
Na Bumm! Abgesehen davon, dass dieser Mann aus dem Kleinhandel etwas fordert, was schlussendlich ein Schuss in das eigene Knie ist (denn der Verlierer einer Liberalisierung ist der zwangsweise unflexiblere Kleine). Glaubt er denn ernsthaft, der einzige Vater im Lande zu sein?
Und welcher Unternehmer hat dann eigentlich noch die freie Wahl? Wenn ein Markt aufsperrt, kann sich der auf der anderen Straßenseite leisten, darauf zu verzichten? Was macht er dann mit seinen Angestellten? Überlässt er ihnen die Entscheidung über Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens? Gezwungen wird da keiner? Wer soll das glauben?
Dieses heuchlerische Zwangs-Argument, mit dem versucht wird, die Gegner als autoritäre Freiheitsfeinde darzustellen, entbehrt jeglicher sachlichen Grundlage. In Wahrheit bedeutet die völlige Liberalisierung nichts anderes, als die völlige Unterwerfung der klein- und mittelständischen Unternehmer sowie aller Angestellten gegenüber dem wirtschaftlichen Zwang. Von Freiheit keine Spur.
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Mehr Sicherheit!
0 K., Tom Schaffer, 24. August 2006
Nach den deutschen Fast-Zuganschlägen und den Londoner Fast-Anschlägen plärrt die Welt wieder nach mehr Sicherheitsmaßnahmen. In der Panik der Bevölkerung lässt sich sogar das Werk von Dilletanten zur Rechtfertigung von mehr Videoüberwachung benutzen. Wo soll das hinführen?
Es ist aktuell schwer für Verfechter von Bürger- und Menschenrechten, Datenschützer und Überwachungsskeptiker, ihre Argumente anzubringen, denn auf ihre angeblich naiven Vorstellungen (die nicht weniger als die Grundlage der westlichen Gesellschaft sind, wenn es darum geht Moslems zu diskriminieren oder einfach alles zu überwachen) prallen auf hysterische Ängste die von so manchen Kontrollfreak auch gerne ausgenützt werden.
Die Sache ist die: Wir können unsere persönliche Freiheit einschränken, unsere Daten preisgeben und dem Missbrauch damit Tür und Tor öffnen, so viel wir wollen. Der nächste Terroranschlag kommt bestimmt. Und wenn wir dann alle öffentlichen Plätze, U-Bahnen, Busse, Züge, Flugzeuge und Straßenbahnen sowie die dazugehörigen Stationen und Gebäude, sowie alle Geschäfte und großen bzw. wichtigen Gebäude, die als Terrorziel dienen könnten, mit Kameras ausgestattet haben, werden immer noch Anschläge geschehen (unter anderem deshalb, weil diese Kameras keine Präventivwirkung haben und nur Nicht-Märtyrer die sich wie Idioten verhalten hintennach gefasst werden können). Was wird dann folgen? Die Verknüpfung der Kameras mit Gesichtserkennsungstechnologie. Und auch dann werden weitere Anschläge passieren. Aber die Datensammlung wird Geld kosten – und es wird Leute/Unternehmen geben, die an diesen Daten interessiert sind.
Den Rest kann sich nun jeder – ob paranoid oder nicht – selbst weiter ausdenken.
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Reichtum den Reichen
0 K., Tom Schaffer, 21. June 2006
Der neue World Wealth Report bestätigt, was wir ohnehin alle schon wissen. Die Reichen werden reicher. Es gibt allein in Österreich mittlerweile über 67.000 Dollarmillionäre (2005 warens im 4000 mehr als im Vorjahr). Der ORF, der dies wohl für die große österreichische Erfolgsgeschichte hält, berichtet außerdem, dass 8.7 Millionen Menschen weltweit über eine Million Dollar Vermögen (ohne Immobilien) besitzen. 1% dieser Menschen hält sogar mehr als 30 Millionen Dollar (sogenannte Ultra-Reiche). Der größte Teil der “Wohlhabenden” sitzt natürlich in den USA, gefolgt von Europa. 61% dieser Personen sind über 56 Jahre alt (diese Gruppe ist in der gesamten Weltbevölkerung nur 15% groß), und müssen sich über den finanziellen Lebensabend keine Sorgen machen.
Die meisten von ihnen wollen das Geld ihren Kindern vererben. Schon jetzt kommt der Reichtum bei 18% der Reichen aus einem Erbe. Ich würde mal ganz populistisch vorschlagen, die Erbschaftssteuer für Kinder bei großen Beträgen anzuheben. Wer seinen Kindern eine Million € vererbt, muss soweit ich weiß lediglich 11% abgeben. Beim Lebensgefährten sind es 48%. Wenn man die Daten des WWR (äußerst) naiv (mit durchschnittlicher Lebenserwartung und der Annahme, dass die Millionäre alle nicht mehr als 1 Million besitzen) auf Österreich umrechnet sind in den nächsten knapp 25 Jahren allein im Dollarmillionärs-Bereich etwa 41 Milliarden € an Vermögen transferiert, für die die Empfänger meist nicht viel getan haben. Von diesem Geld sieht der Staat im schlimmsten Fall also 4,1 Mia. €. Steigert man die Erbschaftssteuer für Kinder ab 730.000€ um jeweils 10% (also würden aus 10 dann 11%; der Spitzensteuersatz für mehr als 4,4 Mio. € würde bei 16,5% liegen), wäre gewiss so manches Finanzloch gestopft.
Populistisch? Wahrscheinlich. Bin kein Steuerexperte und über Aufklärung dankbar.
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In der leidigen Debatte um die Ladenöffnung am Sonntag hört man immer wieder dieselben alten Argumente. “Es wird ja niemand gezwungen, am Sonntag zu arbeiten.”. Und es wird auch heute nicht richtiger, sowas zu sagen. Ich habe erst gestern auf PulsTV einen der “mutigen Rebellen” der Wiener Innenstadt reden hören, der genau diesen Satz ausgespuckt hat.
Im nächsten Satz kündigte er dann an, den Umstand des sonntäglichen Hackelns ja eh im Vorstellungsgespräch anzukündigen. Das bedeutet: Der Zwang entfällt nur für all jene, die es sich leisten können, keinen Arbeitsplatz zu bekommen. Er selbst (leider hab ich den Namen vergessen) wolle am Sonntag nicht arbeiten, denn er sei ja Vater.
Na Bumm! Abgesehen davon, dass dieser Mann aus dem Kleinhandel etwas fordert, was schlussendlich ein Schuss in das eigene Knie ist (denn der Verlierer einer Liberalisierung ist der zwangsweise unflexiblere Kleine). Glaubt er denn ernsthaft, der einzige Vater im Lande zu sein?
Und welcher Unternehmer hat dann eigentlich noch die freie Wahl? Wenn ein Markt aufsperrt, kann sich der auf der anderen Straßenseite leisten, darauf zu verzichten? Was macht er dann mit seinen Angestellten? Überlässt er ihnen die Entscheidung über Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens? Gezwungen wird da keiner? Wer soll das glauben?
Dieses heuchlerische Zwangs-Argument, mit dem versucht wird, die Gegner als autoritäre Freiheitsfeinde darzustellen, entbehrt jeglicher sachlichen Grundlage. In Wahrheit bedeutet die völlige Liberalisierung nichts anderes, als die völlige Unterwerfung der klein- und mittelständischen Unternehmer sowie aller Angestellten gegenüber dem wirtschaftlichen Zwang. Von Freiheit keine Spur.
Nach den deutschen Fast-Zuganschlägen und den Londoner Fast-Anschlägen plärrt die Welt wieder nach mehr Sicherheitsmaßnahmen. In der Panik der Bevölkerung lässt sich sogar das Werk von Dilletanten zur Rechtfertigung von mehr Videoüberwachung benutzen. Wo soll das hinführen?
Es ist aktuell schwer für Verfechter von Bürger- und Menschenrechten, Datenschützer und Überwachungsskeptiker, ihre Argumente anzubringen, denn auf ihre angeblich naiven Vorstellungen (die nicht weniger als die Grundlage der westlichen Gesellschaft sind, wenn es darum geht Moslems zu diskriminieren oder einfach alles zu überwachen) prallen auf hysterische Ängste die von so manchen Kontrollfreak auch gerne ausgenützt werden.
Die Sache ist die: Wir können unsere persönliche Freiheit einschränken, unsere Daten preisgeben und dem Missbrauch damit Tür und Tor öffnen, so viel wir wollen. Der nächste Terroranschlag kommt bestimmt. Und wenn wir dann alle öffentlichen Plätze, U-Bahnen, Busse, Züge, Flugzeuge und Straßenbahnen sowie die dazugehörigen Stationen und Gebäude, sowie alle Geschäfte und großen bzw. wichtigen Gebäude, die als Terrorziel dienen könnten, mit Kameras ausgestattet haben, werden immer noch Anschläge geschehen (unter anderem deshalb, weil diese Kameras keine Präventivwirkung haben und nur Nicht-Märtyrer die sich wie Idioten verhalten hintennach gefasst werden können). Was wird dann folgen? Die Verknüpfung der Kameras mit Gesichtserkennsungstechnologie. Und auch dann werden weitere Anschläge passieren. Aber die Datensammlung wird Geld kosten – und es wird Leute/Unternehmen geben, die an diesen Daten interessiert sind.
Den Rest kann sich nun jeder – ob paranoid oder nicht – selbst weiter ausdenken.
Der neue World Wealth Report bestätigt, was wir ohnehin alle schon wissen. Die Reichen werden reicher. Es gibt allein in Österreich mittlerweile über 67.000 Dollarmillionäre (2005 warens im 4000 mehr als im Vorjahr). Der ORF, der dies wohl für die große österreichische Erfolgsgeschichte hält, berichtet außerdem, dass 8.7 Millionen Menschen weltweit über eine Million Dollar Vermögen (ohne Immobilien) besitzen. 1% dieser Menschen hält sogar mehr als 30 Millionen Dollar (sogenannte Ultra-Reiche). Der größte Teil der “Wohlhabenden” sitzt natürlich in den USA, gefolgt von Europa. 61% dieser Personen sind über 56 Jahre alt (diese Gruppe ist in der gesamten Weltbevölkerung nur 15% groß), und müssen sich über den finanziellen Lebensabend keine Sorgen machen.
Die meisten von ihnen wollen das Geld ihren Kindern vererben. Schon jetzt kommt der Reichtum bei 18% der Reichen aus einem Erbe. Ich würde mal ganz populistisch vorschlagen, die Erbschaftssteuer für Kinder bei großen Beträgen anzuheben. Wer seinen Kindern eine Million € vererbt, muss soweit ich weiß lediglich 11% abgeben. Beim Lebensgefährten sind es 48%. Wenn man die Daten des WWR (äußerst) naiv (mit durchschnittlicher Lebenserwartung und der Annahme, dass die Millionäre alle nicht mehr als 1 Million besitzen) auf Österreich umrechnet sind in den nächsten knapp 25 Jahren allein im Dollarmillionärs-Bereich etwa 41 Milliarden € an Vermögen transferiert, für die die Empfänger meist nicht viel getan haben. Von diesem Geld sieht der Staat im schlimmsten Fall also 4,1 Mia. €. Steigert man die Erbschaftssteuer für Kinder ab 730.000€ um jeweils 10% (also würden aus 10 dann 11%; der Spitzensteuersatz für mehr als 4,4 Mio. € würde bei 16,5% liegen), wäre gewiss so manches Finanzloch gestopft.
Populistisch? Wahrscheinlich. Bin kein Steuerexperte und über Aufklärung dankbar.




