Kategorien
Blog

Den Reichtum abschaffen – warum eigentlich nicht?

Vor etwa einem halben Jahr hielt Gordon Brown einen TED Talk. Er erzählte dabei eine Anekdote über ein Treffen in den 1980ern zwischen Ronald Reagan und Olof Palme, dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Schwedens. Reagan soll Palme (den er der Legende nach für eine Art Kommunist hielt) gefragt haben, ob er gedenke die Reichen abzuschaffen. Die Antwort des Schweden sei gewesen: „Nein, ich möchte die Armen abschaffen“.

Das klingt im ersten Moment ziemlich clever, weil es die Erwartungshaltung von solch überzeugten Neoliberalen wie Reagan absurd erscheinen lässt. Es lässt aber eine Frage offen: Wäre es wirklich so falsch, die Reichen abzuschaffen?

Der Reichtum der Reichen ist pervers. Das haben uns KapitalismusgegnerInnen und -kritikerInnen mittlerweile oft sehr plakativ mitgeteilt. Wir müssen für diese Erkenntnis gar nicht über eine Milliarde hungernder Menschen sprechen – oder über das Einkommen in Burkina Faso, gegen das auch eine Putzkraft in Österreich wie ein dekadenter Krösus wirkt. Es ist nicht nötig, die Bilder verknöcherter Kinder hochzuhalten.

Reicht es nicht, dass der laut Forbes reichste Mensch der Welt so viel Vermögen besitzt, wie ein reiches Land wie Österreich in zehn Jahren für sein komplettes Universitätswesen ausgibt? Und das, obwohl er gerade weitere viereinhalb Jahre wegen der Wirtschaftskrise verloren hat (aktueller Wechselkurs (1US$ = 0,67€), Unibudget 2006 (PDF))? Da ist doch nicht nur die Frage rhetorisch, ob diese Besitzstände verhältnismäßig sind. Es ist bereits die Frage rhetorisch, ob man diese Fragen stellen muss.

Dabei braucht man aber nicht nur Extreme zu betrachten. Die Vermögen der Gates und der Buffets sind natürlich extrem, doch sie sind längst nicht die einzige Perversion. Welche Leistung könnte es wert sein, dass ein Mensch überhaupt mehrere Millionen Euro im Jahr verdient? Und das womöglich gar permanent?

Ich kenne Menschen in hohen Positionen von großen Unternehmen, die einige tausend Euro im Monat verdienen. Diese Leute haben mehr als eine 60-Stunden-Woche, und es ist völlig in Ordnung, wenn sie dafür gut entlohnt werden. Es ist auch kein Problem, sondern gut, wenn die höchsten politischen Ämter mit Gehältern um die 20.000 € entlohnt werden. Auch Menschen, die ein gutes Unternehem aufbauen und ihre ArbeiterInnen gut behandeln, müssen in einem gewissen Rahmen reich werden. Das ist nicht nur ein Ansporn, um Leistung zu erbringen – es ist auch gerecht. All das ist harte Arbeit mit viel Verantwortung, der Lohn dafür soll ein sehr gutes und luxuriöses Leben sein.

Ich kenne aber auch Menschen, die sich den Arsch abarbeiten und trotzdem gerade einmal genug zum Überleben verdienen. Es ist völlig illusorisch zu glauben, dass Einkommen heute mit realer Leistung zu tun haben. Einkommen richten sich nach der Macht, sich die Einkommen richten zu können. Es gibt keine Leistung und kein Opfer, das Einkommen in der Höhe von hunderttausenden Euro rechtfertigt. Spricht da der Neid aus mir, vor dem die BewahrerInnen der armen, gehetzten Reichen so oft warnen? Eher die Wut. Um neidisch zu sein, müsste ich ja der Perversion nacheifern wollen.

Wie kann man diese Zustände verbessern, wie kann man die Reichen und die Armen abschaffen? Dazu muss man weder die Armen abschlachten, noch den Reichen etwas antun – man muss sie nicht einmal enteignen. Es müsste einfach systematisch sichergestellt werden, dass es zwar zu leistungsgerechten Unterschieden kommen kann, diese aber nicht obszön werden. Die Ungleichheiten verringern sich dann Schritt für Schritt automatisch. Dazu muss die Gesellschaft ein Maß ausverhandeln, welche Einkommen vernünftig vertretbar sind – und wie man höhere verhindern will.

Für das Erstellen von vernünftige, funktionstüchtigen Mechanismen und Modellen des Ausgleichs gibt es fähige Leute. Das ließe sich über Steuern und Verbote regeln, aber auch von der anderen Seite angehen.

RSS-Feed Definieren wir doch ein menschenwürdiges Mindesteinkommen, das den Zugang zu ausreichend Nahrung, jedweder Bildung, ausreichend ausgestatteten Wohnungen, angebrachter Mobilität und allen für eine gesellschaftliche Teilhabe nötigen Formen von Kommunikation und Information leistet – egal, welche Arbeit man wo auf diesem Planeten verrichtet.

Staaten und Unternehmen, die das missachten, dürfen dann einfach nichts verkaufen oder werden angeklagt. Sind gerechte Löhne für alle erst einmal garantiert, werden die Perversionen ganz von selbst weniger, weil der Kuchen, um den die Gierigen sich streiten, einfach kleiner wird.

Vielleicht muss die dekadente Übertreibung sogar abgeschafft werden, die radikaler Reichtum heute ist. Das ist eine Utopie, aber auch als solche weder kommunistisch noch verachtenswert.

Dieser Text ist gleichzeitig der Start meiner neuen Blog-Serie bei ZiB21.com

Von Tom Schaffer

ist Journalist, studiert Politikwissenschaft in Wien und ist der Gründer von zurPolitik.com, ballverliebt.eu und rebell.at.

20 Antworten auf „Den Reichtum abschaffen – warum eigentlich nicht?“

Na, sonderlich konkret ist das aber auch nicht. Was heißt „systematisch sicherstellen“? Wer bestimmt denn, was etwa eine zumutbare Gehaltsobergrenze ist, wie man „reich“ überhaupt definiert? Und mit welchem Recht soll die Mehrheit (ich nehme an, du würdest das Problem demokratisch lösen wollen) derart massiv in die Privatangelegenheiten von Unternehmen eingreifen dürfen?

Witzig auch: „Dazu muss man weder die Armen abschlachten, noch den Reichen etwas antun – man muss sie nicht einmal enteignen.“ – was sind Steuern (sechs Zeilen weiter unten) denn anderes als Enteignung?

„Staaten und Unternehmen, die das missachten, dürfen dann einfach nichts verkaufen oder werden angeklagt.“

Und wenn manche Staaten bei dem Stuss einfach nicht mitmachen? Wirtschaftsmächten wie den USA, China oder Japan dürften deine tollen Regelmentierungen ziemlich schnuppe sein – und das ist auch gut so, immerhin sollte Menschen, die da nicht mitmachen wollen, auch ein Refugium erhalten bleiben.

Ich würde mal sagen, für die meisten Antworten musst du einfach den Text nochmal lesen. Dafür Steuern nicht mehr für eine Enteignung zu halten musst du aus deiner radikalen Denkschule raus. Und um die Praktikabilität einer Utopie nicht mehr zu hinterfragen vielleicht nochmal träumen lernen.

„Was ist wenn die nicht mitmachen?“ ist ein witzloses Gegenargument zu „Stellen wir uns vor wir machen das“.

Ich glaube, dass die Gerechtigkeit als „Fairness“ (wie Rawls analysiert hat) nicht mehr gibt.
In Deutschland Z.B, in den letzten Monaten bis jetzt, gibt es eine heftiger Diskussion über die Harz IV Empfängern in die Medien, und irgendwie , als Gesellschaft, stigmatisieren wir diesen Menschen, und wir vergessen, als Staat, die Milliarden Subventionen dass wir zur großen Konzerne geben…und die Konjunkturpakete in Milliarden höher für die Bänker??
Armut trotz Arbeit:
Wie kann man Menschen motivieren in die Arbeit zu gehen, wenn man weiß, dass die nur Hungerlöhne kriegen können? ist das nicht logisch wenn man, als Arbeitslos, mehr kriegt als arbeiten…nicht mehr in die Arbeit geht?
Was wir brauchen ist eine neuer Ordnung, einen neuen „Sozialen Vertrag“, indem die Arbeit, und nicht das Kapital, belohnt müssen sein.

Das Problem ist halt nur, dass Du den Faktor Mensch nicht mit einbeziehst. Viele Menschen, die in der Wirtschaft was bewegen, die Leute Beschäftigen usw. tun das nur deswegen, weil sie hoffen irgendwann mal durch das Geschäft ihres Lebens richtig reich zu werden und dann nie mehr Arbeiten zu müssen. Mit deiner Sozialklemptnerei würdest Du vermutlich eine Katastrophe auslösen.

Dein Vertrauen in den Staat und die Menschen ist ehrenvoll. Ganz auf das Gemeinwohl bedachte Politiker und Beamte überlegen sich, weil sie dazu alle nötigen Informationen haben, was leistungsgerechte Entlohnungen und Preise sind. Leistungsgerechtigkeit ist nämlich eine objektive, leicht zu ermittelnde, numerisch fassbare Größe. Die anderen Menschen teilen die Ansicht der Politiker und Bürokraten vollkommen, deswegen wird es auch keine Schwarzarbeit und keinen „versteckten Reichtum“ geben. Jeder gibt gerne, was er mehr haben sollte, als von den Mächtigen als leistungsgerecht festgelegt wird. — Ich sehe da jede Menge Sollbruchstellen, auch ohne Ausland. Sonst: Siehe Michael.

@Michael: Wer aufmerksam liest wird auch mitkriegen, dass es nicht wirklich darum geht Reichtum abzuschaffen, sondern von dieser Exzess-Kultur wegzukommen. Es gibt Einkommenshöhen da kann mir keiner mehr einreden, dass er noch Geld verdient um ein besseres Leben zu haben. Was soll denn noch der Qualitätsunterschied zwischen 5 und 6 Millionen im Jahr sein?

@Hollerbusch: Zurück zum Start. Ich spreche von gesellschaftlicher Ausverhandlung (deren Instrumente vielleicht noch gefunden werden müssen), nicht von Politikern, Beamten und Machthabern die das diktatorisch festlegen. Sich darauf zu einigen, was sie akzeptabel finden, das machen Gesellschaften nunmal so. Schon immer, in jeder Hinsicht. Die Reichen mussten auch schon mal deutlich mehr abgeben als heute, ohne dass dabei Technokratie und Kommunismus ausgebrochen wären.

Und Schwarzarbeit gibt es auch so, Steuerhinterziehung auch.

1. Du wirfst Entlohnung, persönlichen Konsum und den theoretischen Marktwert von Unternehmen in einen Topf.

Warren Buffet ist ein gutes Beispiel. Er ist dafür bekannt, zurückgezogen in Omaha, Nebraska in einem kleinen Haus auf Mittelschichtsniveau zu leben. Geschäftspartner lädt er zu McDonalds ein.
Ähnliches hört man von Ingvar Kamprad, dem IKEA gehört. Er soll einen alten Volvo fahren und zerschlissene Anzüge tragen. Von den Brüdern, denen Aldi gehört hört man ähnliches. Sie sammeln alte Schreibmaschinen.

Die Aussage „Ingvar Kamprad ist steinreich“ ist identisch mit der Aussage „IKEA ist sehr wertvoll“.

Welche konkreten Ressourcen, Güter und Leistungen willst du hier umverteilen? Wir können IKEA nicht umverteilen, schon gar nicht international.

Was bleibt sind die Besitztitel. Zu welchen Gunsten sollen diese enteignet werden?

Entweder so, wie in Olaf Palmes Schweden der 80er, als es dort tatsächlich noch sämtliche Betriebe langfristig verstaatlicht werden sollten.

In diesem Fall übernimmt statt Ingvar Kamprad ein staatlicher Apparatschik die Kontrolle über das Unternehmen. Da es aber nicht dem fraglichen Apparatschik gehört, ist er nicht unbedingt an einer Wertsteigerung interessiert und das Unternehmen wird für alle möglichen politischen oder freunderlwirtschaftlichen Zwecke genutzt. Die AUA wurde so ruiniert, weil sie die marode Lauda Air übernehmen musste.

Die Schweden haben daher Ende der 80er auch auf den Weisen Rat von Milton Friedman und Friedrich August von Hayek gehört und diese staatlichen Beteiligungsfonds wieder zerschlagen.

Oder du willst die Besitztitel auf mehrere Eigentümer verteilen. Dann bekommen wir börsengehandelte Unternehmen, in der eine kurzfristig denkende Managerkaste die Kontrolle übernimmt, die kurzfristig denkt, sich fürstlich entlohnt, die ihnen anbetreuten Unternehmen an Konkurrenten und Heuschreckenfonds ausliefert.

Mir scheint, dass der gute alte Kapitalist, der sein eigenen Unternehmen leitet immer noch die beste Wahl ist und das war auch noch der Normalfall in jenem rheinischen Kapitalismus, dem viele heute nachtrauern.

Bleibt der persönliche Konsum reicher Menschen für Luxusyachten und dergleichen. Hier kann man durchaus besteuern. Der Wert großer Anwesen und Luxusyachten besteht ja auch primär im Bezug zueinander. Es sind sogenannte „positional goods“. Dh. der Wert der 60-Meter Yacht besteht primär darin, dass sie größer ist als eine 50-Meter Yacht.

Die für den Bau dieser Yachten eingesetzten Ressourcen und die Arbeitskraft könnten besser genutzt werden.

Das macht aber weniger aus, als viele denken. „Armut“, wie immer man das definiert wird man damit nicht abschaffen können, schon gar nicht internationale Armut.

Selbst, wenn der Reichtum der Reichen primär in einem Geldspeicher wie der Dagobert Ducks bestehen würde, so wie sich das viele naiverweise vorstellen, könnte man den Wohlstand der Bevölkerung durch Umverteilung nicht erhöhen, denn diese Umverteilung würde lediglich die aktive Geldmenge erhöhen, das Geld entwerten. Die Leistung der Volkswirtschaft ändert sich dadurch nicht.

Das wäre in gewisser Hinsicht auch bei Aktien der Fall. Wenn man Aktien von jenen umverteilt, die sie halten, zu jenen, die sie ausgeben würden, bzw. die Aktionäre dazu nötigte, einen Teil ihrer Aktien zu verkaufen, dann sinkt der Wert der Aktien.

Zum Leistungsbegriff

Du attackierst im wesentlichen den vulgärkapitalistischen Leistungsbegriff der Konservativen, die dem Markteinkommen eine moralische Größe geben. In ihrerem intuitiv-naiven Verständnis bekommt derjenige, der viel und fleißig arbeitet, viel Geld. Dort, wo sie selber bemerken, dass dem nicht der Fall ist, wie beispielsweise bei den Berg- und Kleinbauern, werden diese fürstlich subventioniert um die Wirtschaft dem eigenen Gerechtigkeitsverständnis gemäß wieder ins Lot zu rücken.

Angela Merkel beklagte beispielsweise neulich, dass es ein Unding sei, dass Milch weniger koste als Mineralwasser.

Aus libertärer und neoklassischer Marktsicht, ergibt so eine Aussage überhaupt keinen Sinn. Die Bauern verdienen wenig, weil sie das falsche bzw. zu viel produzieren und die Symptombekämpfung, die Subventionen, verschlechtern die Situation, weil dadurch noch mehr Milch produziert wird, die einfach niemand trinken will.

Das Markteinkommen hängt davon ab, wieviel Angebot es durch Konkurrenten gibt, die die gleiche Arbeit verrichten und wieviel Nachfrage es nach den erbrachten Leistungen gibt. So funktioniert die Welt und das ist auch gut so.

Besserverdiener, Neokonservative (Neoliberale), Ständestaatler und dergleichen, die hohen Einkommen eine kosmische Moralität und Gerechtigkeit zusprechen, erweisen damit der Akzeptanz Marktwirtschaft einen Bärendienst, weil sie eben solche Reaktionen, wie die in Toms Beitrag provozieren.

Was die Reichen mit ihrem Geld machen, ist mir mehr egal. Es sollte überhaupt nicht erst zu solchen Kapitalkonzentrationen kommen. Und wenn man sich die weltweite Vermöfensverteilung ansieht, dann ist ein gewisser Link zwischen dem Mäßigen des Reichtums und der Abschaffung der Armut eben nicht so weit hergeholt.

Weder ist hier von einer Verstaatlichung von IKEA gesprochen worden, noch der Marktwirtschaft direkt die Schuld gegeben worden.

Du hast zwar recht mit deinem Urteil, dass die Moralitätszuschreibung der Neoliberalen etc für hohe Einkommen absurd ist, bei deinen Beiträgen fällt mir aber immer wieder auf, dass Moralität überhaupt keine Rolle spielt.

Es ist eben sehr wohl zu hinterfragen, ob es überhaupt OK ist, dass manche Menschen viele Millionen besitzen oder gar verdienen – insbesondere im Vergleich zur Armut die es gibt. Solchen Fragen kannst du nicht immer die technokratische Antwort des evidenterweise unzureichenden Angebot-Nachfrage-Spiels entgegenhalten.

Wahrscheinlich möchtest du diese politischen Fragen aus der Wirtschaft raushalten – wenn ich das richtig einschätze. Indirekt aber gibst du eine Antwort, indem du die Moralfantasien der Neoliberalen für absurd befindest. Du siehst also die Ungerechtigkeit der Verteilung, akzeptierst sie aber deshalb, weil sie mit dem für dich richtigen System entstanden ist.

Im Übrigen ist ein ausgleichender und Gesamtbevölkerungswohlstandserhöhender Effekt von Umverteilung natürlich gegeben. Eben weil mehr aktives Kapital zur Verfügung steht (niedrige Einkommensschichten konsumieren relativ mehr), haben ärmere Menschen die Möglichkeit Dinge zu leisten, die sonst nicht gekauft würden – und eben das lässt in der Folge auch mehr Arbeitsplätze entstehen, was wiederum Wohlstandserhöhend wirkt.

Was die Reichen mit ihrem Geld machen, ist mir mehr egal. Es sollte überhaupt nicht erst zu solchen Kapitalkonzentrationen kommen. Und wenn man sich die weltweite Vermöfensverteilung ansieht, dann ist ein gewisser Link zwischen dem Mäßigen des Reichtums und der Abschaffung der Armut eben nicht so weit hergeholt.

Weder ist hier von einer Verstaatlichung von IKEA gesprochen worden

Ich sehe diesen Link nicht. Wenn du nicht willst, dass Ingvar Kamprad per Eigentumsurkunde für IKEA ein Vermögen mit einem geschätzten Marktwert von zig Milliarden Euro besitzt, wem willst du stattdessen diesen Eigentumtitel zusprechen und was ändert das konkret an irgendeiner Armut?

Diese Gegenüberstellungen von Vermögen sind höchst irreführend, ganz besonders international betrachtet. Der Wert eines Unternehmens hängt davon ab, wieviel es erwirtschaften kann. Wenn es keinen Schnee mehr gibt, verliert ein und derselbe Schilift seinen Wert, wenn keiner mehr Zeitungen liest, werden Zeitungen wertlos.
Viele der österreichischen Vermögen, inkl. Novomatic und Red Bull beziehen ihren Wert nur durch ihren unmittelbaren Kontext, der nicht auf Dritte-Welt-Länder übertragbar ist.

Der größte Reichtum Österreichs besteht vermutlich in seinem Wasser. Nur das fließt in diese internationalen Vergleiche nicht ein, denn dieses Wasser ist dort, wo es gehandelt wird, nämlich hier, wertlos, weil es eben soviel davon gibt.

Wenn also behauptet wird, dass Österreich im Gegensatz zu Mali reich ist, dann sind damit absurderweise zu einem Großteil Schilifte, Life-Ball und Spielautomaten gemeint und nicht das viel wesentlichere Wasser.

Während die Marxisten die Bedeutung der Marktpreise, volkswirtschaftlicher Aggregate, wie des BIP usw. kritisiert oder nicht ernst genommen hätten, scheinen die Postmarxisten vor lauter Vermögensbewertungen und BIP-Aufstellungen den Blick auf die Realwirtschaft völlig verloren zu haben.
Der Sozialist hätte die Misere Afrikas mit händsärmeliger Zentralplanung vor Ort lösen wollen. Ressourcen stünden dafür genug zur Verfügung. Postmarxisten wie Jean Ziegler sehen sich irgendwelche rechnerischen Größen an, ohne dabei zu betrachten, was konkret hinter diesen Größen steht, und wollen halb Europa nach Afrika verfrachten.

Du hast zwar recht mit deinem Urteil, dass die Moralitätszuschreibung der Neoliberalen etc für hohe Einkommen absurd ist, bei deinen Beiträgen fällt mir aber immer wieder auf, dass Moralität überhaupt keine Rolle spielt.

Auf der sehr abstrakten Ebene von Vermögensverteilung und dergleichen sehe ich keinen Ansatzpunkt für moralische Betrachtungen.

Novomatic handelt meiner Meinung nach unmoralisch, weil das Geschäft defacto Spielsüchtigen und Menschen, die nicht mit Geld umgehen können, dieses aus der Tasche zieht und sie an die Automaten fesselt, anstatt, dass sie sich um ihre Familien kümmern.

Das ist aber ganz unabhängig davon der Fall, ob Novomatic
profitabel ist, oder ob die Eigentümer der Firma das Geld für Waisenhäuser spenden, ob es sich um einen staatlichen Betrieb handelt, oder um einen, durch die Arbeiterschaft geführten, kollektivierten Betrieb.

Ein Mord ist auch immer unmoralisch, unabhängig davon, ob es sich dabei um einen profitablen Auftragsmord handelt, oder um einen ehrenamtlichen, politisch motivierten Anschlag.

Moralische Urteile kann ich dir für ganz konkrete Handlungsentscheidungen unter der Berücksichtigung der Handlungsalternativen geben.

Im Übrigen ist ein ausgleichender und Gesamtbevölkerungswohlstandserhöhender Effekt von Umverteilung natürlich gegeben. Eben weil mehr aktives Kapital zur Verfügung steht (niedrige Einkommensschichten konsumieren relativ mehr), haben ärmere Menschen die Möglichkeit Dinge zu leisten, die sonst nicht gekauft würden – und eben das lässt in der Folge auch mehr Arbeitsplätze entstehen, was wiederum Wohlstandserhöhend wirkt.

Soweit die Nachfrageseite. Genauso braucht es auch Personen, die über ihren Konsum hinaus investieren und somit die Produktivität der Gütererzeugung erhöhen, neue Produkte und Dienstleistungen auf den Markt bringen und dergleichen. Das ist die Angebotsseite. Ohne die Angebotsseite befänden wir uns immer noch auf Subsistenzniveau.

Umverteilung zum Konsum ohne unmittelbare Nachteile gibt es nur dort, wo Luxuskonsum in Konsum für arme Leute verwandelt werden kann.

Ich glaube wir sollten zuerst mal zwischen Einkommen und Vermögen unterscheiden. Große Vermögen umzuverteilen ist vollkommen absurd, weil – wie dieter bereits gesagt hat – würde das bedeuten, dass Firmen (wie z.B. IKEA oder Aldi) umverteilt werden müssen. Gerade die Vergleiche, dass so-und-so viel Prozent der Menschen so-und-so viel Prozent des Vermögens besitzen finde ich grob irreführend, weil es ja gerade eine Errungenschaft der Sozialsysteme ist, dass Menschen kein Vermögen (bzw. Erspartes) besitzen müssen, sondern von ihrem Gehalt leben können und wenn irgendwas passiert (Krankheit, Arbeitsplatzverlust, usw.) werden sie durch soziale Sicherungssysteme aufgefangen. Ein groß angelegte Umverteilung von Vermögen würde bewirken, dass der Wohlstand jedes Menschen plötzlich zu einem signifikanten Teil vom aktuellen Börsengeschehen abhängen würde, und das kann ja wohl eigentlich nicht im Sinne derer sein, die sich über die ungleiche Verteilung von Vermögen aufregen.

Einkommen sollte zu einem gewissen Grad umverteilt werden und wird es ja auch schon zu einem recht großen Anteil. Was ich davon halte, irgendwo eine Exzess-Marke einzuführen und (fast) alles was darüber ist als Steuer einzuheben hab ich eh schon oben geschrieben.

Darüber hinaus ist „niedrige Einkommensschichten konsumieren relativ mehr“ zwar vielleicht richtig, aber: aus österreichischer (bzw. lokaler) Perspektive ist das deswegen nicht gegeben, weil niedrige Einkommensschichten zwar vielleicht mehr konsumieren, das konsumierte dafür aber aus China stammt (ein interessantes Lehrbeispiel ist die Yacht-Steuer in den USA, die u.A. Schuld am Verlust von 200.000 Arbeitsplätzen war). Und global gesehen ist es wurscht, weil Geld ja nicht „still“ steht, nur weil es irgendein Krösus auf der Bank liegen hat.

(ein interessantes Lehrbeispiel ist die Yacht-Steuer in den USA, die u.A. Schuld am Verlust von 200.000 Arbeitsplätzen war)

Sehe ich nicht so. Ist doch logisch, dass eine Yacht-Steuer bewirkt, dass Werftarbeiter keine Arbeit mehr haben. Das eingenommene Geld wurde ja für andere Dinge ausgegeben, die der amerikanische Bundesstaat für wichtig erachtete. Kriegsschiffe vermutlich.

Diese Argumentation ist typisches trickle-down-economics. Der Luxuskonsum der Reichen wird so zum karitativen Akt stilisiert. Die für Yachten aufgewandten Ressourcen und die Arbeitszeit sei keine Verschwendung, weil das bedruckte Papier, welches uns als Tauschmittel dient, irgendwann in anderen Händen landet.

Den Luxuskonsum der Reichen kann man schon eher damit argumentieren, dass er diese dazu motiviert zu arbeiten. Bei Managern ist das nicht nachvollziehbar, bei Bankern wird es heute eher wie eine Drohung. Ander ist es aber bei Superstars, Spitzensportlern, Bestseller-Autoren und dergleichen. Denn wenn diese aufhören, zu arbeiten, dann sind die Massen, die sich gerne von ihnen unterhalten lassen, traurig..

In Österreich gibt es 64.000 Dollar-Millionäre. In der Gesamt-EU summiert sich das auf 3,1 Millionen Dollar-Millionäre. Wir sprechen hier wohlgemerkt von reinen Finanzvermögen – also keine Firmen oder Immobilien. 10 Millionen Menschen auf der Welt besitzen 33% des weltweiten Privatvermögens.

Was redet ihr also die ganze Zeit davon, dass man erst IKEA verstaatlichen (davon war nie die Rede) und Yachten besteuern (natürlich kontraproduktiv und außerdem reine Symptombekämpfung) müsste?

Umverteilung zum Konsum ohne unmittelbare Nachteile gibt es nur dort, wo Luxuskonsum in Konsum für arme Leute verwandelt werden kann.

Falsch. Auch Teile von unproduktivem Vermögen (also solches, das aus irrationalen Vermehrungsgelüsten gerne (wenn auch natürlich nicht nur) zum Blasen-aufblasen verwendet wird) an die Armen zu verfrachten, ist sinnvolle Umverteilung.

Wir sprechen hier wohlgemerkt von reinen Finanzvermögen – also keine Firmen oder Immobilien.

Doch. Du meinst Anleihen, also Schuldscheine von Staaten und Unternehmen, bzw. Aktien, also Unternehmensanteile. Das alles zählt zum so genannten Geldvermögen.

Und selbst wenn es sich dabei um gebunkerte Geldscheine handelt, dann haben diese keinen realwirtschaftlichen Effekt, solange sie gebunkert sind.

Was redet ihr also die ganze Zeit davon, dass man erst IKEA verstaatlichen (davon war nie die Rede) und Yachten besteuern (natürlich kontraproduktiv und außerdem reine Symptombekämpfung) müsste?

Was willst du nun mit IKEA machen? Ich habe ja mehrere Optionen offen gelassen. (Verteilung auf mehrere Kapitaleigner, Kollektivierung, Verstaatlichung)

Verstehe auch nicht, was du gegen Yacht-Steuern hast. Das ist reale Umverteilung in dem Sinne, wie sie Linke fordern, nämlich von Reichen zum Staat. Es ist dabei aber weniger zu holen, als das, was viele fälschlicherweise glauben, von den Reichen holen zu können.

Das ist jedenfalls eine konkrete, realwirtschaftliche Aktivität, die man durch andere ersetzen könnte.

Falsch. Auch Teile von unproduktivem Vermögen (also solches, das aus irrationalen Vermehrungsgelüsten gerne (wenn auch natürlich nicht nur) zum Blasen-aufblasen verwendet wird) an die Armen zu verfrachten, ist sinnvolle Umverteilung.

Hinterher ist man immer gscheiter. In der Internetblase wurde immerhin jede Menge Infrastruktur gebaut, die uns nutzt.
In der aktuellen Häuserblase wurden reale Häuser in den USA gebaut, die nun für junge Menschen und solche, die sich bisher kein Haus kaufen konnten, günstig zu haben sind.

Realwirtschaftlich gedacht sehe ich das größte Problem am Finanzkapitalismus darin, dass Humankapital, hochintelligente Leute, ihre Zeit damit verschwenden, Börsenkurse vorhersagen zu wollen. Durch eine Transaktionssteuer kann man die unnötige, hektische Aktivität einschränken und die dadurch gebundene Arbeitskraft könnte sich produktiverem zuwenden.

Was willst du nun mit IKEA machen? Ich
habe ja mehrere Optionen offen
gelassen. (Verteilung auf mehrere
Kapitaleigner, Kollektivierung,
Verstaatlichung)

Mit IKEA hätte ich gar nix gemacht. Weiß über das konkrete Beispiel jetzt auch zu wenig. Sollen sich in dem Bereich klügere Leute ausdenken, was da die beste Lösung wäre um die gewünschten Effekte zu erreichen.

Verstehe auch nicht, was du gegen
Yacht-Steuern hast. Das ist reale
Umverteilung in dem Sinne, wie sie
Linke fordern, nämlich von Reichen zum
Staat. Es ist dabei aber weniger zu
holen, als das, was viele
fälschlicherweise glauben, von den
Reichen holen zu können.

Gut, wir müssen jetzt zwischen Idealbeispiel und Realbeispiel unterscheiden. Eine Yachtsteuer macht natürlich wenig Sinn, wenn sich Staaten im Steuerwettbewerb gegenseitig unterbieten. Dann vernichtest du natürlich vorrangig Wettbewerb. Dass das Realbeispiel deshalb anscheinend in die Hose ging, ist nicht überraschend.

Es würde etwas mehr Sinn ergeben, wenn wir eine globale Lösung hätten.

Nur: Es wäre auch dann immer noch eine Symptomsbekämpfung. Wesentlich sinnvoller wäre es, schon (Schritt für Schritt) den Zustand zu vermeiden, wo sich manche Leute so eine größere Yacht aus der Portokasse leisten. Die Einkommen (inkl. dem Finanzzuwachs der heute nicht als solches gilt) zu erfassen und Vermögen zu besteuern ist zielsicher (reich ist, wer reich ist. viel verdient, wer vermutlich viel verdient. eine yacht kauft, wer wer vermutlich reich ist und wahrscheinlich viel verdient) und vermutlich auch wesentlich unbürokratischer als ständig festzulegen, welches Produkt nun besteuert wird und welches nicht.

Mit IKEA hätte ich gar nix gemacht. Weiß über das konkrete Beispiel jetzt auch zu wenig. Sollen sich in dem Bereich klügere Leute ausdenken, was da die beste Lösung wäre um die gewünschten Effekte zu erreichen.

Lösung für welches Problem?
Die Vermögen, die Jean Ziegler ständig nennt, sind eben etwa zur Hälfte Anteile an Unternehmen wie IKEA, Boeing oder was auch immer.

Gut, wir müssen jetzt zwischen Idealbeispiel und Realbeispiel unterscheiden. Eine Yachtsteuer macht natürlich wenig Sinn, wenn sich Staaten im Steuerwettbewerb gegenseitig unterbieten. Dann vernichtest du natürlich vorrangig Wettbewerb. Dass das Realbeispiel deshalb anscheinend in die Hose ging, ist nicht überraschend.

Importierte Yachten werden ja genauso besteuert, oder man kann den Yachtbesitzer besteuern. (Letzteres ist aber mühsam und bürokratisch)
Ich halte eine Yacht-Steuer für äußerst zielsicher.

Das Realbeispiel ging eben nicht in die Hose, denn, dass durch eine Besteuerung von Luxusgütern Arbeiter, die Luxusgüter produzieren, arbeitslos werden, musste klar sein. Dafür produzieren andere Arbeiter irgendetwas anderes, was mit den eingehobenen Steuern bezahlt wird.

Der Effekt von tax and spend ist letztlich, dass irgendein realwirtschaflicher Aufwand (Yachten bauen) durch einen anderen ersetzt wird (z.B. Waisenhäuser bauen, oder Abfangjäger).

Wesentlich sinnvoller wäre es, schon (Schritt für Schritt) den Zustand zu vermeiden, wo sich manche Leute so eine größere Yacht aus der Portokasse leisten.

Ingvar Kamprad könnte sich eine Yacht leisten, weil er IKEA kontrolliert und er einen Teil davon verkaufen kann, bzw. sich Gewinne ausschütten lassen kann. Wenn du diesen Zustand ändern willst, dann müsstest du Ingvar Kamprad enteignen.

Besteuern kann man einfach dort, wo es ein persönliches Einkommen gibt, aus Gewinnen aus Aktienverkäufen (in .at: 0%), Gehältern (50%), Gewinnausschüttungen (25%).

Aber damit kann man weniger machen, als viele meinen. Bei perfekter Gleichverteilung hätten halt alle das Durchschnittseinkommen.
Gewisse Güter, wie Öl, aber auch Grundstücke in guter Lage, sind sowieso begrenzt. Ein dickes Auto plus schöner Villa am Stadtrand wird niemals jeder haben können. Außer man arrangiert das so, dass jeder für ein Jahr in einer Villa wohnen darf.
Auch die Rundumbetreuung von pflegebedürftigen Pensionisten, die vor ein paar Jahren dramatisiert wurde (so genannter Pflegenotstand), ist unmöglich für jeden umsetzbar. Dass das mittlerweile als wünschenswerte Selbstverständlichkeit erachtet wird, ergibt sich nur aus der kurzfristigen Situation, dass die Dienste osteuropäischer Pflegerinnen aktuell noch relativ günstig sind.

Reichtum abschaffen bedeutet doch letztlich das exakt selbe wie Armut abschaffen: Solange umverteilen, bis alle anständig leben können. Ob da jemand „pervers“ reich ist oder nicht, müsste eigentlich egal sein: Dann sollte (!) er eben entsprechend seinem enormen Vermögen zur Finanzierung der Armen beitragen müssen. Ich finde es viel sinnvoller, sich als Gesellschaft einen (großzügigen) Mindeststandard zu setzen, was die Lebensqualität der BürgerInnen betrifft, der dann ja ohnehin von den Vermögenden finanziert werden müsste. Wer auf legalem Wege, nach Abzug aller Steuern dann immer noch „pervers“ reich ist: Vonmiraus.

Den Reichtum abschaffen?…

Die Leistungslüge – Einkommen richten sich eben nicht nur nach der Leistung Intellektuelle Schwäche oder politische Absicht, dass Spekulanten so reichen Gewinn machen können? Der kollektive Buddenbrooks-Effekt Den Reichtum abschaffen – warum eige…

Die Kommentare sind geschlossen.

matbetVaycasino Güncel GirişbetasusÇırak İzlekavbet1xbetmatbetjojobetErosMacTV ile canlı maç izle! Selçuksports, Taraftarium24, Justin TV alternatifi. HD kalitede kesintisiz canlı maç izle. Süper Lig, Premier Lig,holiganbetdeneme bonusudeneme bonusuextrabetpusulabetjojobet girişelexbetholiganbetjojobet marsbahisholiganbetholiganbet girişlunabetaresbetjojobetjojobet girişjokerbetjojobetjojobetgrandpashabetholiganbetphishingjojobetbetmatikcasibomromabetdeneme bonusu veren sitelerdeneme bonusu veren sitelerdeneme bonusu veren sitelerdeneme bonusu veren sitelerdeneme bonusu veren siteler 2026mislibetcasibombetsmoveCratosroyalbetJojobetmeritbetbeygirbethiltonbetmegabahismegabahisbetasusjojobet giriştaraftarium24casibom girişparobet girişparobetRealbahismeritbetjojobetjojobetjojobet girişcasibomimajbetpusulabetcratosroyalbetimajbetdeneme bonusu veren yeni sitelerdinamobet girişMavibetbetwildkulisbetdinamobetyakabetimajbetganobetjojobetjojobet girişJojobetjojobetbetvolebetcioultrabetpiabellacasinojojobetmeritbetsilvercrestgolf.comgrandpashabetgrandpashabetmilanobetbetsmovebetciojojobetGalabet girişGalabetfatih escortNakitbahisbetofficebetnisbetlikebetkolikbetboxbahiscasinoatlasbetgrandpashabetromabetbetasusjojobet grandpashabet güncel girişslot sitelericasibomiptv satın algrandpashabetgrandpashabetSuperbet girişSlotday girişBetsalvadorCasibomSlotday girişgrandpashabetmarsbahishiltonbetroyalbetholiganbetjustin tv1xbet1xbetcasibomcasibom girişholiganbetcasino sitelerideneme bonusuaresbetjojobetmaxwinpinbahis girişmatbetdumplingnoodle.comcratosroyalbetcratosroyalbetbetwoonspincoimajbet girişpusulabet girişpusulabet güncel girişcratosroyalbet girişpusulabetimajbetroyalbetjojobet girişmarsbahiscasibomcasibom girişdeneme bonusubahis sitelerivaycasino girişmarsbahis girişjojobet girişdeneme bonusu veren siteler 2026jojobetcasibomcasibom giriş