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Der Markt, die Frau und wieso er sie ungerecht entlohnt

Der Markt hat schon seine Logik, wenn er Frauen schlechter entlohnt – Eine Verteidigung von Andreas Sator

Mir ist es ja in Hinblick auf meine Einfallslosigkeit was Artikel betrifft mittlerweile fast peinlich mich schon wieder auf die Aussage eines Studienkollegen zu berufen, aber nun ja, das muss jetzt einfach sein.

Beim Gespräch über das auseinander klaffende Einkommen zwischen Mann und Frau, brachte er das Argument ein, das sei doch wohl aus Unternehmersicht schlichtweg legitim. Das was ein Mann im Durchschnitt mehr verdiene, sei nachvollziehbar auf die Inexistenz des Risikos einer plötzlichen Schwangerschaft zurückzuführen.

Oh Mann..

Der Unternehmer handelt also durch und durch rational, wenn er einem Mann für die gleiche Arbeit mehr bezahlt als einer Frau und auf diese Weise einem unbestritten bestehendem Risiko Rechnung trägt.

Und je mehr ich darüber nachdenke, desto plausibler wird sein Ansatz.

Wenn dem so sei, müsste sich die Bezahlung ab, sagen wir, 40+ natürlich anpassen. Ohne jetzt über irgendwelche Daten zu verfügen, wage ich jetzt einmal die Vermutung, dass sie es aufgrund der Gewohnheit und etablierter Werturteile trotzdem nicht tut.

Der Herr sei mit dir

Aber seine These dürfte auf gebärfähige Frauen (auweh klingt das schrecklich) durchaus zutreffen.

Man(n) kann jetzt darüber streiten, welchen Anteil dieser Aspekt an der Differenz hat. Das dieser aber nicht unwesentlich ist, kann meines Erachtens außer Streit gestellt werden.

Natürlich gibt es auch heute noch Rollenbilder und Vorurteile, die Frauen den Weg auf der Karriereleiter massiv erschweren und sich als Ursache für die absoluten Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern verantwortlich zeigen.

Markt 1 – Gerechtigkeit 0

Das Argument, die Frau bekommt unbegründeterweise für die selbe Arbeit mit gleicher Ausbildung weniger Geld, fällt für mich aber vorerst unter den Tisch. Dass das nicht gerecht ist, braucht man mir nicht zu erzählen. Ob man das aber regulieren sollte oder kann, ist wieder so eine Sache.

Mag der alternativlose Markt auch noch so viele Ungerechtigkeiten fabrizieren, in dieser Runde geht der Punkt wohl an ihn.

Bild “Schere”: © Silke Kaiser / PIXELIO
Bild “Schreiende Frau”: © Rolf Neumann / PIXELIO

PS: Damit ist klarerweise keineswegs die gesellschaftlich-strukturelle Benachteilung der Frau widerlegt. Es geht lediglich um den partiellen Aspekt der geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Entlohnung gleicher Tätigkeiten.

PS2: Männer, im Sinne der Risikoverteilung: Mut zur Karenz! 😉

Von Andreas Sator

studiert Volkswirtschaft, mag Gerechtigkeit und fühlt sich politisch irgendwie nirgends wirklich zu Hause. Sein größtes Anliegen ist ihm eine Gesellschaft mit globalerem Bewusstsein.

10 Antworten auf „Der Markt, die Frau und wieso er sie ungerecht entlohnt“

Ich check’s nicht ganz. Warum ist es jetzt legitim einer Frau ihr ganzes Erwerbsleben lang weniger Lohn für gleiche Arbeit zu bezahlen und was hat das mit dem Risiko der Schwangerschaft zu tun? Das ist doch bitte kein Grund ihr die ganze Zeitspanne weniger Gehalt zu zahlen, so rein nach Opportunitätskosten-Prinzip, eine Angestellte ist doch keine Maschine. Das wäre ja so, als würde ein Unternehmen einem Mann weniger Lohn zahlen, weil er ein Motorrad-Freak ist und die Gefahr besteht, er könnte invalid werden oder jemand ist Cholesterin-krank, starker Raucher, Bungeespringer, Eiskletterer, Tourengeher, usw.

Was sich neoliberale Spinner nicht alles einfallen lassen nur um ihr schönes ideologisch verzerrtes Weltbild nicht aufgeben zu müssen.

@hultsch

„Warum ist es jetzt legitim einer Frau ihr ganzes Erwerbsleben lang weniger Lohn für gleiche Arbeit zu bezahlen und was hat das mit dem Risiko der Schwangerschaft zu tun?“

Wenn ich den Autor richtig verstanden habe, dann verneint er das doch.

Ich spreche hier ja auch nicht den Autor des Beitrags an, sondern meine den Autor das irrwitzigen Arguments.

@hultsch: Anstatt über „neoliberale Spinner“ zu lästern, könntest Du ja einfach mal versuchen Dich in die Situation zu versetzen: Du musst jemanden einstellen und den dann mit Deinem eigenen Geld bezahlen. Wenn Du eine Frau einstellst, dann kann es halt passieren, dass sie schwanger wird. Und dann hast Du das ganze Theater mit Mutterschutz, Kündigungsschutz, Elternteilzeit, Du musst Ersatz einstellen und anlernen und über gewisse Zeiten musst Du dann effektiv das Doppelte zahlen (von DEINEM Geld). Oder Du stellst ganz einfach einen Mann an – dann bleibt Dir das Alles erspart.

Es ist deswegen auch nicht verwunderlich, dass die Gehaltsunterschiede gerade in kleineren Betrieben (speziell in den neoliberalen Familienbetrieben) besonders groß sind, weil die Mutterschaft einer Mitarbeiterin für diese ein echtes finanzielles und logistisches Problem ist. Hingegen tun sich größere Betriebe da deutlich leichter. Das äußert sich dann auch in einem Stadt/Land Gefälle.

Darüber hinaus ist die Frage, wie groß der Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern tatsächlich sind sehr schwer zu quantifizieren. Soweit ich weiß, gibt es keine Studien, die nur „gleich mit gleich“ vergleichen, also die unterschiedliche Berufswahl, Arbeitszeit, Überstunden, Karriereunterbrechungen, usw. berücksichtigen.

Die einzige Möglichkeit eine Angleichung herbeizuführen ist, dass mehr Frauen höher bezahlte Berufe wählen und dass Männer öfter in Karenz gehen (bzw. Frauen weniger oft).

@hultsch:

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Das wäre ja so, als würde ein Unternehmen einem Mann weniger Lohn zahlen, weil er ein Motorrad-Freak ist und die Gefahr besteht, er könnte invalid werden oder jemand ist Cholesterin-krank, starker Raucher, Bungeespringer, Eiskletterer, Tourengeher, usw.
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Denkt man die „Marktlogik“ konsequent zu Ende, müsste das alles in die Berechnung einfließen. In der Realität geschieht das natürlich nicht, weil sich der Aufwand nicht rechnet. Um beurteilen zu können, ob jemand schwanger werden kann, braucht man hingegen nur ein Paar Augen.

@Michael:

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Soweit ich weiß, gibt es keine Studien, die nur “gleich mit gleich” vergleichen, also die unterschiedliche Berufswahl, Arbeitszeit, Überstunden, Karriereunterbrechungen, usw. berücksichtigen.
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Mir fehlt jetzt die Zeit um ein bisschen herumzusuchen, aber so Studien existieren meines Wissens schon.

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Die einzige Möglichkeit eine Angleichung herbeizuführen ist, dass mehr Frauen höher bezahlte Berufe wählen und dass Männer öfter in Karenz gehen (bzw. Frauen weniger oft).
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Um das Problem „gleiche-Arbeit-ungleicher-Lohn“ zu lösen, hilft nur zweiteres. Ich hoffe, das ist nur eine Frage der Zeit. 50:50 wird man aber meiner Meinung nach kaum erreichen können.

Würden mehr Männer in Karenz gehen, würden Frauen auch größere Chancen haben, die Karriereleiter hinaufzuklettern. Kinderbetreuungsplätze und Ganztagsschulen sind hier außerdem extrem wichtig.

@metepsilonema:

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Wenn ich den Autor richtig verstanden habe, dann verneint er das doch.
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Die angesprochene Denkweise eines Unternehmers finde ich nachvollziehbar und verneine sie deshalb auch nicht. Dass sich die Schere nicht vollständig mit diesem Argument erklären lässt, ist sowieso klar. Einen Teil des Effekts macht es aber sicher aus.

Ja, natürlich. Das Argument fällt ja ab einem gewissen Alter weg. Der Markt müsste da theoretisch reagieren.

Mir fehlen jetzt die Zahlen um meine Aussage belegen zu können, aber ich gehe mal davon aus, dass die Differenz mit dem Alter nicht deutlich zurückgeht. Vielleicht irr ich mich da aber auch und der Markt ist wirklich so konsequent wie das manche behaupten. 😉

„Ja, natürlich. Das Argument fällt ja ab einem gewissen Alter weg. Der Markt müsste da theoretisch reagieren.“

zu dem zeitpunkt ists aber zu spät. wer geschnitten wird bis er 45/50 ist, wird hinterher nicht mal mehr ansatzweise die gehalts- und karrieresphären von jemanden erreichen der mit 20-25 den aufstieg beginnt. ich behaupte also, dass es dieser logik gemäß nicht mehr korrigiert wird.

@Andreas Sator
„Würden mehr Männer in Karenz gehen, würden Frauen auch größere Chancen haben, die Karriereleiter hinaufzuklettern. Kinderbetreuungsplätze und Ganztagsschulen sind hier außerdem extrem wichtig.“

Die Aussage über die Väterkarenz unterschreibe ich dir, aber zweitere finde ich bedenklich. Es kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein seine Kinder und damit auch die Verantwortung für sie und ihre Entwicklung möglichst weitreichend und für einen möglichst großen Zeitraum abzugeben. Genau dieser Ansatz ist es ja der zu Problemen bei der Jugend führt. Wichtiger wäre ein Bewusstsein dafür wie wichtig Kinder auch aus wirtschaftlicher Sicht langfristig sind.

Die Kommentare sind geschlossen.

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