Bisher dachte ich immer, eine Lebensversicherung sei ein Finanzkonstrukt, das ich abschließe, damit jemand Geld bekommt, wenn ich abnipple, der von mir abhängig ist. Diese Idee ist offensichtlich falsch, denn die Nationalbank sagt in ihrem Bericht vom wachsenden Geldvermögen der ÖsterreicherInnen anscheinend: „Genutzt werde die Lebensversicherung sowohl als Sparprodukt als auch als Tilgungsträger für endfällige Kredite, die vorwiegend auf Fremdwährungen lauteten“. Eine Lebensversicherung wird also in der Wirklichkeit oft zum Sparbuch umfunktioniert. Erscheint mir das nur absurd, oder ist es das auch? Wie geht das überhaupt? Und ist es vielleicht sogar ein wirtschaftliches Problem, wenn Finanzkonstrukte anders gebraucht werden, als ursprünglich gedacht? In unserer „Andersrum“-Kategorie seid ihr wieder einmal gefragt.
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6 Antworten auf „Was sind Lebensversicherungen?“
Ich glaub nicht, dass das absurd ist. Eine Lebensversicherung bekommt man (soweit ich weiß) am Ende immer ausbezahlt – und im Normalfall ist das ja dann auch ein „Sparbuch“, nur wenn man vorher stirbt halt nicht.
Und gerade bei einem endfälligen Kredit ist es sinnvoll: Entweder der Kredit wird mit dem in der Lebensversicherung ersparten Geld zurückbezahlt oder im Fall der Fälle verliert die Familie nicht das Haus, wegen dem Geld aus der Versicherung.
Also zumindest meine lebensversicherung hat eine laufzeit … und dann gibts nix. aba da muss i jetzt selber noch mal nachschauen.
aber es gibt auch ERlebensversicherungen die nach laufzeit ausbezahlt werden.
aber zu meiner schande muss ich gestehen, ich versteh meist nur bahnhof. das handled bei uns meine finanzministerin 😉
@markus f: Du hast recht, es nennt sich Erlebensversicherung. Wobei aber die gemischte Form (Lebens- und Erlebensversichtung) die vorherrschende Form ist (http://de.wikipedia.org/wiki/Lebensversicherung#Kapitalbildende_Versicherung). Die andere Form, die nur im Fall des Todes zahlt wird oft Risiko-Lebensversicherung genannt.
Es gibt übrigens auch einen Zweitmarkt für Lebensversicherungen. Wenn jemand dringend Geld braucht, kann er seine (Er)lebensvericherung an Investoren verkaufen (http://de.wikipedia.org/wiki/Zweitmarkt_f%C3%BCr_Lebensversicherungen).
@ Michael
„Es gibt übrigens auch einen Zweitmarkt für Lebensversicherungen. Wenn jemand dringend Geld braucht, kann er seine (Er)lebensvericherung an Investoren verkaufen (http://de.wikipedia.org/wiki/Zweitmarkt_f%C3%BCr_Lebensversicherungen)“
oder man kann versuchen die Risikolebensversicherung von seinen Eltern oder von seinem Ehepartner versuchen zu erhalten 😉
@topic
Das wirklich lustige an diesen Versicherungen ist ja eigentlich, dass man immer kräftig einzahlen darf, und falls einem wirklich etwas zustösst, steigt die Versicherung mit irgendeiner abstrusen Begründung aus, die wenigen die nach dem Tod von Partner wirklich klagen bekommen einen Vergleich angeboten.
Ich kenn das dann allerdings nicht als „Lebens- und Erlebens-“ sondern als „Ablebens- und Erlebensversicherung“.
Dann gibts auch noch Fondgebundene Lebensversicherungen, bei denen der Versicherer mit den einbezahlten Prämien (minus dem Anteil von Verwaltungsausgaben, Versicherungssteuer, Provisionen) des Kunden in einen/mehrere Fonds investiert. Wird meistens noch mit einer Kapitalgarantie (damit der Kunde mindestens den veranlagten Anteil der Prämien ausbezahlt bekommt) oder diverser anderer Garantien verkauft. Also auch wieder eine Form des Sparens.