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Die Vollkoffer im eigenen Auge

Bei den Demonstrationen gegen den WKR-Ball haben sich Polizei, aber auch einige DemonstrantInnen, wieder einmal besonders blöd angestellt – Ein Lamento von Jakob Arnim-Ellissen

Während die Burschenschafter in der Hofburg tanzten, spielten DemonstrantInnen und PolizistInnen auf der Straße Katz und Maus. Einige VertreterInnen aus beiden Gruppen bekleckerten sich dabei nicht unbedingt mit Ruhm. Es war gestern unmöglich überall dabei zu sein, deshalb werde ich mich im Folgenden auf die Ereignisse beschränken, die ich, oder mir persönlich bekannte Menschen, direkt miterlebt haben.

Über die mehr als fragwürde Polizeistrategie wurde schon viel geschrieben. Aus strategischer,  aber vor allem auch aus demokratiepolitischer Sicht, war das ausgesprochene Demonstrationsverbot der falsche Weg. Es hat die Stimmung aufgeheizt und die DemonstrantInnen verstreut, wodurch die Arbeit der Exekutive erschwert wurde. Und natürlich sollten potentielle Ausschreitungen einer kleinen Minderheit nicht als Ausrede für eine Einschränkung des Versammlungsrechts herhalten.

Die Polizei versuchte mittels massiven Kräfteaufwands die Situation in den Griff zu bekommen. Anfangs relativ erfolglos, die Absperrung der Alserstraße lief völlig ins Leere und führte lediglich zum Ausfall der dort verlaufenden Straßenbahnen, während ein vom Urban-Loritz-Platz gestarteter Demonstrationszug erst einmal unbewacht blieb. Die DemonstrantInnen organisierten sich über Twitter und SMS-Ketten und versuchten dabei schneller als die Polizei zu sein. Je später der Abend, desto kleiner wurden die Gruppen und desto schneller reagierte die Polizei.

Von ein paar Vollkoffern…

Die größten Fehler der DemonstrantInnen wurden aber von einer kleinen Minderheit begangen. Ich hatte gerade den Demonstrationszug in der Westbahnstraße erreicht, als mir einige bekannte Gesichter schon entgegenkamen. Frustriert erzählten sie mir von den paar Vollkoffern, die begonnen hatten Mistkübel umzuwerfen und auf ein, vor der Polizeistation in der Westbahnstrasse geparktes, Polizeiauto einzuschlagen. Kurz darauf war der Kessel zu.

Ich habe es ja noch nie verstanden, aber vielleicht kann es mir eineR der geschätzten LeserInnen erklären: Welche Botschaft vermittelt auf der Straße verstreuter Müll? Wessen Herzen sollen erreicht werden, wenn die Fenster eines, durch die Allgemeinheit finanzierten, Polizeiautos eingeschlagen werden?

Ich war gestern dabei und ich werde nächstes Jahr wieder dabei sein. Der WKR-Ball hat in der Hofburg nichts verloren. Aber ganz ehrlich, die pseudorevolutionären Minizerstörungen gehen mir gewaltig auf den Geist. Und wenn ihr denkt es muss unbedingt sein, dann steht wenigstens dazu und versteckt euch nicht hinter schwarzen Halstüchern und der Masse der friedlichen DemonstrantInnen. Damit seid ihr nämlich nicht nur Vollkoffer, sondern feige Vollkoffer.

Dieser Polizeikessel war aus meiner Sicht damit auch berechtigt. Die anwesenden PolizistInnen haben unterschiedlich fähig, im Großen und Ganzen aber korrekt agiert. Es hatte den Eindruck als würde zumindest versucht werden, die Personenkontrollen einigermaßen zügig über die Bühne zu bringen und die, teilweise unverständlichen (Zurückdrängen der „ZuseherInnen“), Vorgaben der Einsatzleitung  friedlich umzusetzen.

…auf beiden Seiten

Andere VertreterInnen der Exekutive verhielten sich weniger korrekt. Die Situation auf der Mariahilferstraße konnte ich nur über verschiedene Berichte verfolgen. Anscheinend führte dort eine eingeschlagene Fensterscheibe zu einem Kessel und einer Festnahme. Beides dürfte äußerst fragwürdig abgelaufen sein. Später am Abend wurde dann wohl ein grundsätzliches Kesselungsgebot ausgesprochen. Vor der Oper wurden friedliche DemonstrantInnen gekesselt und Personalien von Menschen aufgenommen, die den falschen U-Bahn-Aufgang gewählt hatten. Vor dem Burgtor rasten Polizeiautos zentimeternah an Menschen vorbei und PolizistInnen stießen uns vom Zebrastreifen auf den Gehsteig (Ja, ich hatte grün!). Je später der Abend desto ungemütlicher wurde die Stimmung.

Das richtige Zeichen setzen

Die Polizeistrategie war daneben, das Verhalten mancher (aber nicht aller) PolizistInnen ebenfalls. Wir sollten uns aber auch um den Balken im eigenen Auge kümmern.  Es ist gut und wichtig ein Zeichen zu setzen, dass viele Menschen nicht mit dem Burschenschafterball in der Hofburg einverstanden sind. Doch umgeworfene oder brennende Mistkübel und Sachbeschädigungen, die Menschen treffen, die damit gar nichts zu tun haben, sind nicht das richtige Zeichen. Sie bringen nur denen etwas, die uns das  Versammlungsrecht absprechen und den WKR-Ball verharmlosen wollen.

Und eines noch zum Abschluss. Bitte, vergleicht Wien nicht mit Kairo. Auch wenn vieles nicht stimmt in unserem Lande, das haben die ermordeten DemonstrantInnen in Ägypten nicht verdient.

Von Jakob Arnim-Ellissen

studiert Politikwissenschaft und versucht sich seit geraumer Zeit auch an Orientalistik. Er würde auch gern Arabisch und Französisch können.

25 Antworten auf „Die Vollkoffer im eigenen Auge“

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Ich habe es ja noch nie verstanden, aber vielleicht kann es mir eineR der geschätzten LeserInnen erklären: Welche Botschaft vermittelt auf der Straße verstreuter Müll? Wessen Herzen sollen erreicht werden, wenn die Fenster eines, durch die Allgemeinheit finanzierten, Polizeiautos eingeschlagen werden?
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Das sind asoziale Randfiguren, die niemandes Herzen erreichen wollen oder sonst irgendeine produktive Vision haben, sondern nur unter irgendeinem Vorwand zerstören und terrorisieren wollen. Durch ihre Selbstbezeichnung als Anarchisten ziehen sie die Gesinnung anarchosozialistischer und anarchokapitalistischer Denker in den Schmutz, die eine positive Vision einer harmonischen und weitestgehend gewaltfreien Gesellschaft im Auge haben.

Die Fensterscheibe auf der Marihilferstraße ging an Kleiderbauer und könnte ein emotionaler Sidekick in memoriam Tierschützer gewesen sein. Nicht besonders gefinkelt, aber beinahe gerechtfertigt.

„Durch ihre Selbstbezeichnung als Anarchisten ziehen sie die Gesinnung anarchosozialistischer und anarchokapitalistischer Denker in den Schmutz, die eine positive Vision einer harmonischen und weitestgehend gewaltfreien Gesellschaft im Auge haben.“

Besser hätte ich es auch nicht sagen können.

Die Veranstalter sollten sich mal was überlegen. Was haben solche Ausschreitungen mit einer Anti-WKR Ball Demo zu tun. Hier sollte endlich mal ein Selbstreinigungsprozess innerhalb der Szene einsetzen, so macht man es den Rechten. Auch der Polizei macht man es so leicht, die sowieso ja schon einen Hass auf diese Szene haben, und nur auf eine Gelegenheit warten um ordentlich durchzugreifen(ein Bekannter von mir ist bei der Polizei und war auch bei der Demo im Einsatz).
Was ich noch sagen möchte ist, dass ich auch nicht damit einverstanden bin, dass die Burschis in der Hofburg feiern dürfen. Aber ich kann mich nicht mit einer Demo identifizieren, in der nicht nur gegen den Ball, sondern im wahrsten Sinn des Wortes gegen Gott und die Welt demonstriert wird.

[…] Was hat den Sicherheitsapparat so angespornt? Man weiß es nicht recht. Weit und breit war kein Bedrohungsszenario auszumachen. Zumindest nicht fürs ungeübte Auge. Aber auch nicht wirklich fürs geübte, wie man im Vice Magazine nachlesen kann, und selbst für Teilnehmer war es eine echte Herausforderung, die Übersicht zu behalten. […]

Die, die die Mistkübel in der WBStr. umgeworfen haben, waren ohnehin so weit vorne und so schnell unterwegs, dass sie dann nicht mehr im Kessel waren. Wir hingegen sind zwei Stunden in der Kälte gestanden und haben zugesehen, wie die Polizei alle zwei bis fünf Minuten einen rauslässt. Das war Schikane.

Erstmal wurden nicht nur Mistkübel umgeworfen, sondern auch ein Polizeiauto demoliert. Da wundert mich ein Kessel wenig. Vielleicht wollten sie sowieso kesseln, aber das werden wir jetzt nie erfahren, die paar Idioten haben ihnen jedenfalls einen guten Grund geliefert.

Ich bin auch zwei Stunden in der Kälte gestanden. Außerhalb des Kessels, direkt neben den Polizeiautos in denen die Personalien aufgenommen wurden. Von dort hatte es den Eindruck als würden sie zumindest versuchen, die Sache einigermaßen zügig über die Bühne zu kriegen. Haben anfangs immer zwei, nach einiger Zeit mit einem zusätzlichen Fahrzeug drei Leute gleichzeitig aufgenommen.

So leid es mir tut, aber dieser Kessel war nicht unberechtigt. Wenn da Leute anfangen Autos zu demolieren, dann kann die Polizei ja wohl nicht zuschauen.

Feigheit („feige vollkoffer“) ist konzeptionell nur dann möglich, wenn es auch sowas wie Mut gibt. Und mut, ehre und stolz sind u.a. konzepte und ideen, die burschenschafter vertreten. Ich scheiss auf feigheit und mut.

Und nicht jede demo muss „herzen“ erreichen. Die demo(s) waren nicht nur gegen den wkr-ball sondern auch gegen die polizei, insofern kann ich aktionen gegen die polizei verstehen, wenns auch nicht mein ding ist. Und ich möchte festhalten: ein beschädigtes polizeiauto ist noch immer genau das: ein beschaedigtes auto mit etwas symbolischen wert. Dem gegenüber darf die polizei körperverletzungen begehen und tut dies auch immer wieder, beraubt andere menschen ihrer freiheit (knast) und ist nicht zuletzt ein signifikanter puzzleteil in der abschiebemaschinerie, die täglich menschen tötet. Dass gewalt gegen dinge verfolgt wird (auto) und sogar von einer kritischen öffentlichkeit immer wieder (so auch hier) aufgeblasen werden, die gewalt seitens des staats, durchgeführt durch die polizei & militär hinhegen legitimiert wird ist mir ein rätsel. Angriffe auf polizist_innen hats meines wissens nicht gegeben!
Muell auf der strasse hat manchmal weniger botschaft als funktion: Polizei in autos kann damit teils relativ einfach ausgebremst werden. Und weh tuts auch keinem_r.

Soweit
Ein_e anarch@

in der hofburg tanzen die rechten und die nazis und die polizei verbietet gegendemonstrationen. darüber reg ich mich auf und ned über einen brennenden mistkübel. der ist mir egal. aber wenn der mistkübel ned gebrannt hätte, dann hätte die polizei einen anderen grund zum kesseln gefunden.

weil darum gings an diesem abend: die polizei will, dass die rechten ungestört tanzen können. und diejenigen leute in der polizei, die selbst den rechtsextremismus nicht unterstützen wollen müssen sich schon fragen lassen, ob es 5 brennende mistkübel rechtfertigen, dass wien an diesem abend in eine beängstigende polizeidiktatur verwandelt wird.

die 100 autounfälle in wien jeden tag machen mehr öffentlichen schaden ohne dass deshalb wasserwerfer aufgefahren werden und beamtinnen aus ganz österreich nach wien verlegt werden und das demonstrationsrecht ausser kraft gesetzt wird.

also: an den mistkübeln liegts ned und die diskussion ob das cool ist oder ned, führt daran vorbei, worums eigentlich geht.

@nobody
Weil Burschenschaften also das Wort Mut verwenden verwendest du jetzt die Konzepte Mut und Feigheit nicht mehr? Das ist Blödsinn. Wie nennst du es zb. wenn sich Menschen polizeilichen Übergriffen auf andere entgegenstellen (zb. http://nonapartofthegame.eu/?p=2282 )? Ich nenne das Mut.

Wenn ich sinnlose Sachbeschädigungen verurteile, legitimiere ich damit erst einmal überhaupt keine Aktionen der Polizei. Das ist kein entweder-oder, ich kann sowohl gegen die Beschädigung von dem Polizeiauto, als auch gegen Gewalt durch Polizisten, Abschiebungen, etc. sein. Ich bin aber tatsächlich kein Anarchist und denke schon, dass der Polizei eine wichtige Rolle zukommt. Leider erfüllt sie die erschreckend oft nicht richtig. Was den Müll angeht, ich habe zwei Stunden zugesehen, wie die Polizeiautos über den Müll gerast sind, ausgebremst wurde dadurch niemand.

@solniartz
Ich rege mich eben über beides auf. Man muss es der Polizei nämlich wirklich nicht so einfach machen und ihnen die Gründe auf dem Silbertablett servieren.

@nobody & solniartz

Sicherlich ist es schon längst nicht akzeptabel, dass die Burschenschafter (mit einem erheblichen Anteil an Leuten mit fragwürdigem Gedankengut) jedes Jahr in Räumen der Republik tanzen und sich vernetzen dürfen. Genauso ist das angeblich prophylaktische Verbot gegen alle Protestkundgebungen mehr als nur diskussionswürdig.

Der Exekutive stehen bestimmte Rechte zu, und wenn diese überschritten oder missbraucht weredn, ist das ebenfalls aufzuklären, zu verurteilen und zu diskutieren. Selbiges gilt für den Einsatz der Exekutive in den anderen erwähnten Bereichen. Keine Frage. Aber nur teilweise Inhalt des Artikels.

Das ist aber lange kein Grund „die 5 brennenden Mistkübel“ oder das beschädigte Einsatzauto klein zu reden. Demonstrationen an sich haben einen höchst symbolischen Charakter und sollten idealerweise Leute ermuntern, sich auch gegen Missstände auf die Strasse zu stellen. Die meisten Demoteilnehmer handeln auch dementsprechend.

Trotzdem reicht eine kleine Minderheit, die Sachen beschädigt und zerstört oder ggf. auch mit der Polizei fetzt, um das Anliegen komplett zu sabotieren.

Nicht nur die Polizei kriegt von denen einen Grund, auch zukünftige Anti-WKR Demos zu verbieten, sondern das Verbot wird auch in den Augen anderer immer „verständlicher“. Weil nicht mehr hängenbleibt, dass es den Protestierenden um wichtige, gesellschaftliche Anliegen geht. Stattdessen steht dann halt die sinnlose Zerstörung, die im Rahmen der Demo geschehen ist, im Fokus der Öffentlichkeit.

Es ist vollkommen scheißegal gegen oder für was sich die Demo richtet und wen man sonst berechtigterweise vielleicht nicht mag. Egal ob man an einer Kleider Bauer-Filiale vorbeimarschiert oder einem verwaisten Polizeiauto oder ob die Mistkübel grad so provokant dreinschauen – eine Demo hat friedlich zu bleiben.

Sonst ist am Ende den tanzenden Burschis mehr gedient, als vielen von den Leuten die zwei Stunden in der Eiseskälte ausharren mussten.

Wozu die ÖH – die Studienvertretung aufrief war jedenfalls provokant und linksextrem.
Und das ganze war in einem Newsletter verpackt, der an alle Studierenden der Uni Wien ausgeschickt wurde.

Der Polizeieinsatz war mE daher gerechtfertigt, genauso es gerechtfertigt war die Demo zu verbieten, da Gefahr für Bevölkerung und Sachgegenständen schon im Vorfeld bestand und wie sich herausstellte einiges demoliert wurde.
Das ist jedenfalls keine Studierendenvertretung so wie ich sie mir wünsche, die radikal und linksextrem auftritt. Auch wünsche ich mir nicht eine rechtsextreme ÖH. Aber ein Aufruf zu einer Demo, die gar nicht einmal mit der Uni etwas zu tun hat, in einen ÖH-Newsletter zu verpacken ist fehl am Platz. Die ÖH kann ein politisches Statement zum WRK-Ball abgeben, aber nur auf ihrer Homepage unter der Ruprik: Politik.

Hier das Inhaltsverzeichnis des Newsletters (Man beachte die Mischung mit unirelevanten Themen wie „HEARING ZUR REKTORATSWAHL“):


1) HEARING ZUR REKTORATSWAHL
2) GEDENK- UND BEFREIUNGSKUNDGEBUNG
3) BARRIEREFREI?!
4) ANTINATIONALE DEMO zum WKR-Ball 2011
5) INSKRIPTIONSBERATUNG der ÖH Uni Wien
6) BERATUNGSZEITEN der ÖH Uni Wien
7) DRESDEN NAZIFREI


4) ANTINATIONALE DEMO ZUM WKR-BALL 2011

Freitag // 28.01.2011 // 17:00 Uhr // Praterstern, Wien

Am 28.01.11 ist es wieder soweit: Das vierte Jahr Proteste gegen den Ball
des Wiener Korporationsrings (WKR) steht bevor! Auch dieses Jahr werden die
rund zwanzig lokalen Burschenschaften des WKR ihr Tanzbein für die von
allen Seiten ‚bedrohte deutsche Kultur‘ schwingen. Es trifft sich die Creme
de la Creme der österreichischen wie auch europäischen Rechten, in einem
der repräsentativsten Gebäude der Alpenrepublik-der Wiener Hofburg.

Dieses Jahr allerdings richtet sich unsere Kritik nicht nur gegen den
WKR-Ball, sondern gegen den gesellschaftlichen Normalzustand.
Burschenschafter und Neonazis sind als Steigerung und Zuspitzung eben
dieser-bürgerlich-kapitalistischen-Normalität zu verstehen. Und diese
Normalität führt zu Abschiebungen, Einsparungen in sozialen Bereichen,
Leistungs- und Konkurrenzwahn. Gegen all das wollen wir dieses Jahr auf die
Straße gehen!
Wir demonstrieren gegen jede Form der Nation! Denn Nation bedeutet für uns
ein Zwangskollektiv, dessen Grundlage in der Abgrenzung nach Außen und der
Zwangsharmonisierung des Inneren besteht. Für ein Leben jenseits von Staat,
Nation und Kapital!

Kommt zur antinationalen Demonstration am 28.01. um 17 Uhr am Praterstern
in Wien!
Gegen jeden (Deutsch-)Nationalismus! Gegen Österreich und seine Fans!

Den gesamten Aufruftext, Infos zur Demo, Rechtshilfetipps sowie
Terminhinweise findest du auf: http://anbw.blogsport.eu

Die ÖH sollte sofort auf die Zwangsgebühren verzichten, um sich nicht der Mittäterschaft in der angeprangerten Zwangskollektivierung schuldig zu machen. Die Auflösung staatlicher Universitäten wäre der nächste, konsequente Schritt.

Die Empörung über die Senkung von Sozialleistungen bei gleichzeitiger Realopposition zur Existenz des Staates ist wohl das linke Äquivalent zum berühmten Tea-Party-Spruch „Take your governement hands of my medicare“.

Mit dem Begriff der Nation hat man sich beim zurecht-zimmern einer inkohärenten Legitimationsideologie für den eigenen Hass und die eigene Zerstörungswut offenbar nicht sonderlich auseinandergesetzt. Die Nation existiert unabhängig vom Staat, solange sich die Österreicher als solche verstehen. In diesem Punkt gibt es eine kuriose Überschneidung mit den deutschnationalen Burschenschaftern, die ja bekanntlich auch ein Problem mit dem Selbstverständnis der Österreicher haben.

@asoziale Symbolbrandstifter: Welches Eigentum, welches Objekt und welches Gebäude ist für euch denn nicht symbolisch? Ist die Hofburg selbst für euch nicht-symbolisch und daher vor Brandschatzung durch euch nicht bedroht?

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Frage zur generellen Klarstellung. Soll den Burschenschaftern das Tanzen prinzipiell verunmöglicht werden, oder geht es nur um die Örtlichkeit? Die Kommunikation erzeugt den Eindruck, dass es um ersteres geht.

Ich habe meine Meinung zu der generellen Frage schon im Artikel klargestellt.

Dieser Newsletter von der ÖH der Universität Wien (nicht der Bundes-ÖH) wurde ja viel zitiert. Der/Die VerfasserIn ist mMn über das Ziel hinausgeschossen. Doch „die ÖH“ ist sicher nicht grundsätzlich gegen den Staat. Dieses E-Mail rechtfertigt jedenfalls unter keinen Umständen ein Demoverbot. Schließlich wird darin nicht zur Gewalt aufgerufen.

Und selbst wenn irgendwo von irgendwem zur Gewalt aufgerufen wird, dann darf die Polizei nicht grundsätzlich das Versammlungsrecht einschränken, sondern sollte ihren Job erledigen und die Verantwortlichen des jeweiligen Aufrufes zur Rechenschaft ziehen. Zumindest solange sich „Gewalt“ bei Demos in Österreich auf Sachbeschädigungen beschränkt und nicht gegen Leib und Leben von unbeteiligten Dritten gerichtet ist.

Der Verfasser hat nicht über das Ziel hinausgeschossen, sondern zielt ideologisch auf etwas ganz anderes. Der WKR-Ball ist für ihn, sowie die Brandsätze werfenden Gewalttäter doch nur ein Vorwand. Oder meinst du, die „Autonomen“ sind wirklich bekümmert, weil irgendwelche Burschenschafter in den Räumlichkeiten eines Staates tanzen, den sie sowieso zerschlagen wollen?

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Zumindest solange sich “Gewalt” bei Demos in Österreich auf Sachbeschädigungen beschränkt und nicht gegen Leib und Leben von unbeteiligten Dritten gerichtet ist.
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Gedankenexperiment: Wie wäre die Demo verlaufen, wenn die Polizei gar nicht da gewesen wäre und somit auch nicht „provozieren“ hätte können?

@dieter: Dann hätte es die Sachbeschädigungen genauso gegeben, wenn nicht sogar in größerem Umfang…

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Gedankenexperiment: Wie wäre die Demo verlaufen, wenn die Polizei gar nicht da gewesen wäre und somit auch nicht “provozieren” hätte können?
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Doofes Gedankenexperiment, da Jakob ja nicht fordert, der Demonstration Narrenfreiheit zu gewähren, sondern überhaupt erstmal die Demonstration zu gewähren, und diese dann ordnungsgemäß zu überwachen. Das Verbot der Demo hatte zur Folge, dass die Leute in Splittergruppen durch die ganze Stadt gezogen sind.

„Für ein Leben jenseits von Staat,
Nation und Kapital!“

ist jedenfall ein Aufruf für eine Demo, die NICHT den demokratischen Grundsätzen des Staates, unserer Nation entspricht!
Und damit ist indirekt Gewalt zulässig, sie wird in dem Aufruf nicht negiert. Und dass auf der Homepage vom Verfasser es keine einzige Verurteilung davon gibt, dass Mistkübel angezündet wurden, etc. weist auch eindeutig darauf hin, dass Gewalt gewollt ist.

Es wird sogar noch die Schuld allein den Polizisten zugeschoben: „Angesichts der Eskalationsstrategie der Polizei rufen wir die rot-grüne Stadtregierung auf, sich von den GewaltäterInnen der Exekutive zu distanzieren.“

Ob ÖH der Uni Wien oder Bundes-ÖH. Die Bundes-ÖH hätte sich zumindest von diesem Newsletter öffentlich dazu distanzieren müssen!

@Sigi

Ich weiß nicht genau was du mit den „demokratischen Grundsätzen“ meinst. Vieleicht die leitenden Grundsätze der Verfassung? Auch die können geändert werden (mit 2/3-Mehrheit und Volksabstimmung) und damit darf grundsätzlich gegen sie demonstriert werden.

Ich sehe darin immer noch keinen Aufruf zu Gewalt, was du glaubst „indirekt“ darin zu sehen ist eine pure Spekulation.

Genauso ist das Fehlen von Verurteilungen von Sachbeschädigungen kein Hinweis darauf, dass Gewalt gewollt ist. Vielleicht wollen die einfach keine große Aufmerksamkeit darauf lenken, oder nicht zugeben, dass so etwas überhaupt passiert ist. Das mag nicht besonders ehrlich sein, heisst aber nicht, dass sich die ÖH-Uni Wien über die angezündeten Mistkübel freut.

„Doofes Gedankenexperiment, da Jakob ja nicht fordert, der Demonstration Narrenfreiheit zu gewähren,“
Es geht um die jedes Mal bei diesen Thema aufkommende Behauptung, dass die Gewaltätigkeiten zum Teil oder zur Gänze durch Polizeiprovokation ausgelöst würden. Daher mein Ansporn zum Gedankenexperiment darüber, was diese Typen ohne Polizei machen würden.

Ein prügelnder Ehemann sieht sich auch ständig provoziert. Da kann die Frau noch so kuschen. Das Verhalten der liberaldemokratischen Linken kann man hier (und in Bezug auf andere Problemgruppen) durchaus mit der der Frau vergleichen, die sich auch noch schützend vor ihren Mann wirft und sich persönlich angegriffen fühlt, wenn man ihren Schatz kritisiert, oder gegen ihn einschreiten will. Wobei der Vergleich etwas hinkt, da die liberaldemokratische Linke hier nicht direkt, sondern indirekt zum Opfer wird; nämlich dadurch, dass die vermummten Schläger praktisch jede ihrer Demos, die eigentlich legitime Anliegen transportieren sollen, sabotieren.

Was müsste ein Polizist tun, um euch zu bewegen, Pflastersteine zu werfen, oder Brandsätze und Springerstiefel einzusetzen? Ein liberaldemokratischer Linker käme gar nicht im Traum auf die Idee, überhaupt mit Messer, Brandsatz und Springerstiefel auf eine Demo zu gehen. Leute, die das tun, sind psychologisch ganz anders gestrickt. Trotzdem fühlen sich linksgrüne oftmals berufen, sich als Anwälte dieser Asozialen einzusetzen und ihr Verhalten zu rationalisieren.

Bei Rechten Schlägern und Ideologen hingegen klappt es hingegen mit der Menschenkenntnis. Die wollen die Verfassung auch nicht marginal verändern, sondern Faschismus einführen und die Hohlköpfe auf der Straße wollen euch einfach in die Fresse hauen. Mehr steckt da nicht dahinter. Und genauso würden die Autonomen Banken samt Bankbeamten abfackeln, wenn man sie ließe.

In Berlin, das rot-rot Regiert wird und das auf Deeskalation setzt, gibt es zum Dank mehr und mittlerweile chronische Gewalt von Autonomen.

Wir (als – glaub ich – Teil der liberaldemokratischen Linken) haben die hier nicht verteidigt – ganz im Gegenteil, sie wurden hier ja kritisiert.

De facto ists recht einfach. Die Randalierer geben der Polizei den Grund sich aufzuführen, die Behörden geben den Randalierern den Grund sich aufzuführen. Da treffen sich zwei Gruppen von Gscheiterln, die die Vernünftigen dazwischen im Regen stehen lassen. Wer zuerst da war, ist mir egal – ich kann mit beiden Gesinnungen nichts anfangen.

Wenn die Demo legal zugelassen worden wäre, hätten die Randalierer keine Ausrede bekommen und die Vernünftigen ihre Rechte behalten. So weit geht die Argmuntation. Bis zur Verteidigung reicht das noch lang nicht.

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