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Wr. Volksbefragung visualisiert: Nacht-U-Bahn & Citymaut

Die WienerInnen haben entschieden. Die Nacht-U-Bahn kommt, die Citymaut nicht. Aber wie stimmten die Bezirke ab?

Wien wollte es wissen, geht man nach dem Slogan der SP-Stadtregierung der Bundeshauptstadt. Zum ersten Mal seit 19 Jahren bediente man sichs dieses demokratischen Instruments. Rund 1,15 Millionen Menschen waren aufgefordert zur Urne zu schreiten bzw. zum nächsten Briefkasten, denn eine große Mehrheit nutzte die postalische Wahl. 35,9% der Aufgerufenen nahmen an der Abstimmung teil. Das Endergebnis, für Bürgermeister Häupl laut eigener Aussage „bindend“ ist freilich bekannt: Ein klare Ja für Hausbesorger und Kampfhundführschein, ein knappes Ja für die 24-Stunden-U-Bahn am Wochenende und ein deutliches Nein für die Citymaut.

Aber sehen wir uns mal zwei Fragen etwas genauer an:

Frage 3: Soll in Wien eine Citymaut eingeführt werden?

Auf absolut wenig Gegenliebe stieß bei den WienerInnen die Idee, den Autoverkehr in Wien zu bemauten. Das Resultat ist die rotgefärbte Karte, denn in allen Bezirken entschied sich die Mehrheit dagegen. Jedoch nicht überall eine gleich große. Auffallend ist die Diskrepanz zwischen Innenstadtbezirken, insbesondere jenen am bzw. innerhalb des Gürtels und den Aussenbezirken. In der Inneren Stadt etwa ist es mehr als jeder Dritte (37,85%), der einer Citymaut positiv gegenüber steht. Absolut verhasst ist sie dagegen in Donaustadt, dort ist es nicht einmal jeder Fünfte (17,45%). Eine durchaus erwartbarte aber jetzt bestätigte Tendenz.

Beide wären unterschiedlich von der Maut betroffen: Für die Innenstadtanrainer könnte sie ein wirksames Gegenmittel gegen Park- und Verkehrsprobleme sein. Wer in der Nähde des Gürtels oder wichtigen Durchzugstraßen wohnt kennt den tagtäglich mehrstündigen Stop-and-Go Verkehr mit all seinen Nebenwirkungen wie Lärm und Abgasbelastung.

Die Donaustädter, die verkehrstechnisch oft in die Stadt hineinziehen, dürften vor allem die Kosten ablehnen, die eine Citymaut mit sich bringen würde. Zudem war zum Zeitpunkt der Befragung (und auch jetzt nicht) klar, wo die Mautgrenze verlaufen würde und wie teuer sie wäre. Dies dürfte die Zustimmung wohl nicht nur am Rande Wiens noch weiter gedrückt haben.

Frage 4: Sind Sie dafür, dass die U-Bahn am Wochenende auch in der Nacht fährt?

Obwohl die Information zur Frage, die ausschließlich den Kostenfaktor beinhaltete, klar den SP-Wunsch einer Ablehnung durchblicken ließ, wurde das „Nein“ nach den Wahllokalstimmen mit Auszählung der Briefwahl noch gedreht. Interessant ist dabei das Vorher-Nachher der Bezirke und die möglichen Rückschlüsse.

Wie man sieht waren neben dem Ausreisser Währung nur drei Stadtteile für eine Nachtubahn am Wochenende. Und das dürften nicht ganz zufällig jene Bezirke rund um den Westbahnhof und der Mariahilfer Straße sein. Neben vielen Lokalen befindet sich hier also auch Wiens bedeutendster Fernverkehrknotenpunkt wie auch eine Nahverkehrzentrale durch die Kreuzung der zwei größten U-Bahnlinien und zahlreichen Strassenbahnen.

Als logische Vermutung der Ablehnung in den meisten anderen Bezirken, jedenfalls jenen die mit einer U-Bahn versorgt sind, könnte man schließen, dass ein erheblicher Teil der Wahllokalbesucher sich in der Stadt hauptsächlich mit dem Auto fortbewegt und vielleicht im Durchschnitt älter ist. Mangels Erhebung bleibt dies aber ungewiss.

Nach der Einrechnung der Briefwahlstimmen färbt sich Wien blau mit Zustimmung. Selbst der Bezirk mit der dritthöchsten Ablehnung (Liesing, 57,59%) kippt in ein „Ja“. Lediglich die beiden „Spitzenreiter“, Hernals und Döbling, bleiben rot – obwohl beide an die Gürtel-U6 grenzen und damit profitieren würden.

Fazit

Die großen Überraschungen bei der Wiener Volksbefragung blieben aus. Hundeführschein, Hausmeister, Citymaut und Gesamtschulen brachten die erwartete Zustimmung oder Ablehnung. Lediglich die Abstimmung um die 24h-Wochenend-U-Bahn wurde zu meiner Überraschung ziemlich knapp, endete aber wie erwartet. Sinn und Zweck dürfte neben der Absegnung bekannter Standpunkte/Projekte sowieso nicht gewesen sein „dem Volk aufs Maul zu schaun“ (Zitat Martin Luther), sondern sich einen Themenbonus für den anlaufenden Wienwahlkampf zu verschaffen.

Detailierter befasst sich Kollege Schaffer damit in diesem Beitrag.

Von Georg Pichler

Hightech-Journalist, Stimmwunder und Meister des Spezialtiramisus. Trotz des österreichischen Irrsinns immer noch ein Homo Politicus.

7 Antworten auf „Wr. Volksbefragung visualisiert: Nacht-U-Bahn & Citymaut“

Dass Hernals (im Artikel mit Penzing verwechselt) gegen die Nacht-U-Bahn stimmt wundert mich überhaupt nicht. Der 17. wird durch die U6 ähnlich gut erschlossen wie der 1. Bezirk durch die U4-also fast nicht. Die Hernalser befürchteten vermutlich, dass die Wiener Linien den N43 einstellen oder kurzführen.

Döbling wundert mich überhaupt nicht 1) vor allem der hintere Teil besteht hauptsächlich aus Auto-Freaks, 2) Sorge um geringere Frequenzen bei Nightline (N38 durchzieht fast den gesamten Bezirk) 3) Die Bezirksbevölkerung ist (wie in 1, vor allem im hinteren Teil!!!) vom durchschnitt ziemlich alt…

Ich wohne in unmittelbarer Nähe zu beidem, Nachtbus und U-Bahn, bin also der einzige, der sich hier objektiv äußern kann. 😉

1. Wie kommst du darauf, dass die SPÖ eine Ablehnung der Nachtubahn plante? Soweit ich gehört habe, lagen die Pläne sowieso schon in der Schublade. Die SPÖ, deren Funktionsträger Autofahrer sind, präferiert immer die U-Bahn. Öffi-Befürworter und Nutzer sind bei den meisten U-Bahn-Projekten, die Bahn oder Bus ersetzen, eher ablehnend, weil der schlaue Öffi-Benutzer weiß, dass ein dichtes, bedarfsorientiertes Netz, Umsteigen und Intervalle wichtiger sind.

2. Deine offenbare Unkenntnis über die zahlreichen und erdrückenden Gegenargumente aus der Sicht von Öffi-Benutzern und Nachtautobus-Benuzern, zeigt das wahre Problem mit dieser Volksbefragungs-Farce. Nämlich die fehlende öffentliche Debatte zu den einzelnen Sachfragen.

ad 1. die Fragestellung bzw. „Information“ dazu lässt darauf schliessen, dass die fertigen Pläne womöglich zu teuer sind, weil dort nur das Kostenargument geführt wird.

ad 2. Das die verkehrstechnischen Voraussetzungen im Bezug auf die U-Bahn in Hernals und Döbling ähnlich sind ist Fakt. Die Furcht um diverse Nachtbusse ist da wieder was aneres, allerdings ist dahingehend soweit ich weiß nicht bekannt, wie sich die Wochenend-Nacht-U-Bahn auf das Netz der N-Busse auswirken würde, es gibt dahingehend auch keine Erfahrungswerte weil noch nie ein Nachtbus in Wien durch eine U-Bahn ersetzt wurde. Sinnvollerweise könnte man ja so zB. den N6 aussparen und stattdessen eine oder mehrere Nachtbuslinien in Gebieten installieren, die bis jetzt nur schlecht versorgt sind.

Und ja, natürlich kenn ich nicht alle Argumente aller Teile Wiens, wohne aber in der Nähe zu Döbling ebenfalls an einer Nachtbus- und U-Bahnstrecke 😉

ad 1. Die fünf Millionen fallen im Wiener Budget doch kaum ins Gewicht. Die Zustimmung der Bevölkerung kann später dazu genutzt werden, um den Vorwurf der Geldverschwendung (der völlig gerechtfertigt ist) auf den Volkswillen abzuwälzen. Die fünf Mille hätte man wesentlich sinnvoller in die Erweiterung der Nachtbusse investieren können.

ad 2. Erfahrungsgemäß werden Parallelangebote zur U-Bahn großzügig eingestellt.

Der Hauptvorteil der U-Bahn, nämlich am Verkehrsstau vorbei zu kommen, fällt in der Nacht flach. Die Nachteile bleiben bzw. werden in der Nacht auch noch potenziert.

Ich schätze man wird öfter umsteigen müssen, es wird längere Wartezeiten geben, mehr Fußweg zurückzulegen sein und die Sicherheit ist in halb verlassenen U-Bahnwaggons auch problematisch.

Meiner Ansicht nach wäre es viel Sinnvoller, die U6 Richtung Stammersdorf um 3-4 Stationen zu verlängern, als das Geld in 24-Stunden UBahnen zu investieren. Das Wiener Nachtbussystem ist meiner Meinung nach sehr gut. ICh bin viel in Europa unterwegs und vermisse oftmals so ein gutes Nachtbussystem in anderen Städten.

Von daher kann ich das Ergebnis dieser Frage nicht ganz nachvollziehen.

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