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Empören statt Auseinandersetzen

Ein Diplomat redet Klartext. Österreichs PolitikerInnen sind lieber empört, als sich mit Kritik auseinanderzusetzen – Empört über die Empörung ist Jakob Arnim-Ellissen

Die gesamte Regierungsriege echauffierte sich gestern über die „inakzeptablen“ Aussagen (Faymann, Pröll, Spindelegger, Fekter) des türkischen Botschafters Kadri Ecved Tezcan. Der Übeltäter wurde ins Außenministerium zitiert und sein Chef in der Türkei angerufen. Strache forderte gleich eine Entschuldigung der türkischen Regierung und Josef Normalbürger geiferte in den Foren diverser Tageszeitungen.

Zugegeben, der Botschafter teilt kräftig aus. Zumindest schont er dabei niemanden. Schwarz, Rot und Blau (Grün bleibt gewohnt unauffällig), ÖsterreicherInnen und TürkInnen, alle müssen sich Kritik gefallen lassen.  Nicht allem würde ich zustimmen, Empörendes ist aber nun wirklich nicht dabei.

Am unangenehmsten sind für ÖsterreicherInnen wohl noch die Aussagen zum Toleranzproblem in der  Hauptstadt. Doch wenn eine Partei, deren Chef als Comicfigur Kinder zum Steinewerfen auf Türken auffordert, fast 26% bekommt, dann kann man einem Türken wegen solchen Aussagen wohl nur schwer böse sein.

Sonst wiederholt Tezcan nur, was doch eigentlich sowieso alle wissen: Wenn in Schulklassen die Mehrheit der Kinder keine Deutsch-Muttersprachler sind gibt es Probleme. Kinder, die ihre eigene Muttersprache nicht beherrschen fällt auch das Erlernen von Fremdsprachen schwerer. TürkInnen müssen Deutsch lernen. Fekter ist ein Problem. Der österreichischen Integrationspolitik fehlt es an „Koordination und Kooperation“. Wenn Frauen Kopftücher tragen wollen, sollen sie das dürfen, wenn sie gezwungen werden, muss der Staat einschreiten. Was ist daran empörend?

Ob ein Diplomat solche Dinge sagen darf oder nicht, weiß ich nicht. Ist mir eigentlich aber auch egal. Nicht egal ist mir, dass wieder einmal die gewohnten Verdrängungsmuster der österreichischen PolitikerInnen greifen. Der Grund die Inhalte der Kritik zu ignorieren ist hier besonders schnell gefunden, ein Diplomat darf so etwas nicht sagen. Punkt. Aus. Was hat er nochmal gesagt? Interessiert uns doch nicht.

Das Interview bietet viel Raum für Kritik. Unnötige Verallgemeinerungen über ÖsterreicherInnen (die bei vielen, die Tezcans Offenheit loben, in einem umgekehrten Fall wohl einen ordentlichen Beissreflex auslösen würden) und TürkInnen, oder seine Ansprüche als Vertreter von österreichischen StaatsbürgerInnen mit zwei oder drei Generationen zurückliegendem türkischem Migrationshintergrund.

Kritik an solchen Aussagen wäre berechtigt. Anstatt sich aber konstruktiv, mit der Sicht eines Türken, „der seit einem Jahr in Wien lebt und viele Kontakte zu den 250.000 Türken hier hat“, auseinanderzusetzen, verstecken sich österreichische VerantwortungsträgerInnen hinter einer kollektiven Empörung.

* Um einen Beitrag zur Debatte zu leisten hat mein Kollege Tom Schaffer drei Experten zum Gespräch geladen.

Foto Cover: clairephoenix.files.wordpress.com
Foto Beitrag: arne.list, CC2.0 BY-SA

Von Jakob Arnim-Ellissen

studiert Politikwissenschaft und versucht sich seit geraumer Zeit auch an Orientalistik. Er würde auch gern Arabisch und Französisch können.

23 Antworten auf „Empören statt Auseinandersetzen“

Ein Botschafter spricht für seine Regierung und sein Land. Überleg mal, was passieren würde, wenn der österreichische Botschafter in der Türkei in einem Zeitungsinterview erklären würde, der türkische Minister XX wäre besser in der radikalen Islamistenpartei YY aufgehoben. Meinst Du, die türkische Regierung würde dann sagen, dass die Kritik Österreichs am Aufbau der türkischen Regierung durchaus berechtigt ist?

Mag sein, dass die Aufregung dort auch groß wäre. Ändert das meine Meinung zum Thema? Nein. Mag auch sein, dass solche Äußerungen irgendeinen „Diplomatenkodex“ verletzen. Ist mir aber auch egal. Dann sollen sie ihn doch darauf hinweisen, und sich dann konstruktiv mit der Kritik auseinandersetzen.

Unsere Politiker verstecken sich aber lieber hinter ihrer Empörung.

Das beleuchtet, dass man einem Rüpel nicht mit feinen Manieren gegenübertreten soll. Das wird ihn in seiner Rüpelhaftigkeit bestärken und letztendlich die Sache nur verschlimmern…

Die einzige saubere Lösung der Affaire für Österreich UND die Türkei wäre ein anderer Botschafter – und zwar schnell. Alles andere wird die Beziehung der beiden Staaten dauerhaft stören und das kann sich wohl niemand wünschen…

Und unsere Politiker verstecken sich ganz bestimmt nicht „hinter ihrer Empörung“. Die äußerst laue „Empörung“ wird wohl eher der Ausdruck von Ratlosigkeit (um nicht zu sagen Hosenscheissertum) sein… 🙂

Dass du glaubst, im umgekehrten Fall würde in der Türkei die österreichische Botschaft brennen, „beleuchtet, dass man einem Rüpel nicht mit feinen Manieren gegenübertreten soll“? Ich seh da nicht wirklich einen Zusammenhang.

Ich finde, man sollte sich nicht von anderen ein Verhalten aufzuwingen lassen (egal ob Rüpel oder nicht), sondern sich zivilisiert und konstruktiv mit Kritik auseinandersetzen. Vor allem wenn so viel Wahrheit drinsteckt wie in diesem Interview.

Ich habe noch von keinem/keiner der empörten PolitikerInnen Kommentare zu der berechtigten Kritik im Interview gelesen. Sie verstecken sich also sehr wohl hinter ihrer Empörung.

Von Diplomaten erhoffe ich mir eine Sprache und Wortwahl, die stets um die Förderung des sozialen Friedens bemüht ist. Ich glaube also, man hätte die treffenden Inhalte mit anderen Worten adäquater und fruchtbringender rüberbringen können. (Anders würde ich die Sache beurteilen, wenn hier ein türkischer Philosoph auftritt. Der kann dann das sagen wie er will. So meine Meinung.)

Deiner Mainmessage stimm ich zu: Empören ist immer leicht, sich mit der Kritik inhaltlich befassen… darum ginge es eigentlich.

Ob die Wortwahl im Einzelfall besser sein hätte können? Klar. Der Typ hat übrigens wie ich vermute in einer Fremdsprache ein Interview gegeben, aber das nur am Rande.

Ich sehe den Sinn der Diplomatie aber eigentlich nicht darin, nur möglichst lieb zu klingen, sondern Interessen so zu artikulieren, dass sie gehört und verhandelt werden können während hohe menschliche, politische und wirtschaftliche Kosten für alle Parteien vermieden werden sollen. Ich bin nicht sicher, ob Tezcan diesen Zweck tatsächlich verfehlt hat.

Diese Dinge wurden schon zehntausendmal in Österreich gesagt, aber niemand hat sie gehört oder ins Handeln der Politik integriert. Wahrscheinlich haben sie auch türkische Botschafter schon vielmals an die österreichische Politik herangetragen – und es ist eben nichts passiert.

Offensichtlich bringt es nichts, unseren Politikern Dinge über die üblichen Kanäle mitzuteilen – was ich bei der konsequent zur Schau gestellten Inkompetenz unserer Regierungen auch nicht mehr wirklich bezweifeln kann.

Ich würde zwar zustimmen, dass die Wortwahl sicher nicht optimal war, aber dass jemand hier seinen Job als Diplomat falsch verstanden hat, würde ich erstmal gar nicht unterschreiben.

Auf der Politikwissenschaft war ich bereits an einigen diplomatischen Rollenspielen beteiligt. Hochspannend. Aber warum man in manchen Situationen herumsülzen muss statt klar zu sagen, was einem wichtig ist, ist mir bis heute nicht klar. Mir scheint auch die Dilpomatie in der Gefahr zu sein, dass ihre Gepflogenheiten in manchen Situationen zum puren Selbstzweck verkommen, der der eigentlichen Aufgabe zuwiderläuft.

Grundsätzlich d’accord: Weniger empören, mehr diskutieren (und vor allem argumentieren). Leider ist das Gegenteil (auch und besonders in der Linken) weit verbreitet.

Aber eigentlich weiß man schon nach dem Lesen der ersten Zeile worum es gehen wird: „Wollen Sie, dass ich im Interview als Diplomat antworte, was langweilig wird?“ Es soll nicht also nicht langweilig werden. Wunderbar.

Über weite Teile ein Musterbeispiel wie man nicht auf gestellte Fragen eingeht, etwa:

Presse: „Sie haben auch das Problem, dass zu wenige Frauen arbeiten gehen.“

Tezcan: „Sie liegen falsch, die türkischen Frauen arbeiten.“

Presse: „Ja, aber zu Hause. Die Beschäftigtenquote bei türkischen Frauen beträgt nur 39 Prozent.“

Tezcan: „Hausfrau zu sein ist auch ein Job.“

Er ist sicher auch nicht der Vertreter von 250.000 Türken die in Österreich leben. Warum sollte sich einer von ca. 100.000 österreichischen Staatsbürgern türkischer Herkunft durch ihn vertreten wissen?

Und seine Anmerkungen zur Zuständigkeit des Innenministeriums in Sachen Integration und seine Aussagen zur Bildung (Lehrer für türkische Sprache) sind Sache selbstständiger Staaten; er trägt sie vor allem nicht als Anmerkungen oder Vorschläge vor, sondern viel eher als Forderungen. Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern um den Ton, und der ist hier sicher nicht diplomatisch. Und auch der Sache nicht dienlich (da kann ich schon verstehen, dass man ihn ins Außenministerium zitiert).

@Tom

Ich würde meinen man „sülzt herum“, weil man langfristig stabile und gute Beziehungen zu anderen Staaten unterhalten und aufbauen will, und diese nicht wegen „Kleinigkeiten“ auf Spiel setzen möchte.

Eine Beziehung der Beziehung wegen ist nichts wert. Diplomatie hat nicht den Zweck, dass ein paar gut ausgebildete Menschen auf Staatskosten in fremden Ländern leben und sich beim Essen mit ihren Berufskollegen aus anderen Ländern anlächerln. Sie hat den Zweck Rücksichtsnahme auf beiderseitige Interessen zu erzeugen und auszuverhandeln. Ich stelle auch nicht Höflichkeit und guten Ton an sich in Frage, sondern stelle fest, dass es Punkte gibt, an denen ungeschönter Klartext absolut keine Verfehlung diplomatischer Aufgaben ist.

@Tom: Regierungsmitglieder und hohe Beamte sind Menschen. Deshalb braucht es einen guten Umgangston zwischen Regierungen um die nötige sachliche Arbeit zu ermöglichen, genauso wie es auch zwischen Koalitionspartnern einen entsprechenden Umgang braucht. Wie stellst du dir beispielsweise die Nabucco-Verhandlungen vor, wenn die Verhandlungspartner sich abseits der Verhandlungen gegenseitig so befetzen, wie beispielsweise die Grünen und die FPÖ innerhalb Österreichs? Dazu käme, dass die Anhänger der jeweiligen Regierung in einer derart polarisierten Stimmung die Zusammenarbeit gar als Verrat betrachten könnten.

Nicht nur sollte der Diplomat nicht eigenständig einen Streit vom Zaun brechen, er sollte ganz besonders dann, wenn es einen Streit gibt, die Rolle des emotional gemäßigten Vermittlers erfüllen.

Die Reaktion der Regierung ist verständlich und notwendig. Wo kämen wir da hin, wenn das der ständige Umgangston zwischen Botschaftern und Regierung wäre. Da hätten wir ja ständig einen internationalen Zwischenfall. Die Inhalte sind völlig nebensächlich und, wie auch schon erwähnt, nicht neu.

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Van der Bellen sollte wieder in der Wirtschaftspolitik eingesetzt werden. Seine Reaktion zeigt Unverständnis und fehlende Menschenkenntnis. Wie würde er sich denn fühlen, wenn er in der Regierung wäre und ihm ein Botschafter mit dem Arsch ins Gesicht fahren würde?

Möglicherweise glaubt er naiverweise gar, dass, wenn die Grünen in der Regierung wären, alles ganz anders wäre, sich alle in Wien ganz lieb haben würden und die Grünen ja sowieso die Guten sind. Insofern erwarte ich mir von der Regierungsbeteiligung in Wien eine heilsame Ernüchterung.

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Nun zum Inhalt:

Inhaltlich dürfte Kadri Ecved Tezcan einige Meme von linksgrünen Pseudo-Weltbürgern aufgeschnappt haben, weshalb diese in diesem Milieu auch entsprechenden Anklang finden.

Da wäre der Vorwurf, dass die Wiener nicht hinreichend auf Türken zugehen würden. Zunächst stellt sich die Frage, wer überhaupt der Adressat dieser Wehklage sein soll; sind doch echte Wiener in Wien längst eine Minderheit. 44% haben ausländische Wurzeln und von den anderen kommen viele aus den Bundesländern. Der Jammertürke Tezcan hätte sich konsequenterweise also auch über die Ex-Yugos beschweren sollen. Dann hätte es ein Spektakel gegeben.

Wichtiger aber ist, dass die Erwartungshaltung, dass eine Zuwanderungsstadt gleichzeitig die wohlige Wärme und soziale Kohäsion eines kleinen Dorfes bieten solle, weltfremd ist. New York, die Zuwanderungsstadt schlechthin, ist dafür verschrien und bekannt, eine besonders asoziale Ellbogengesellschaft zu sein. Die New Yorker sehen das selbst so und machen sich darüber lustig. Wem das nicht passt, der soll woanders hinziehen.

Man stelle sich mal vor der Oberguru irgendeiner ethnischen Community in New York würde sich bei Obama beklagen, dass der New Yorker (wer ist das?) nicht mit Blumen und Rosen auf seine Community zugehen würde. Die Empfänge mit Blasmusik für Türken sind in Österreich nunmal Geschichte und kommen nicht wieder und waren eher Ausdruck drollig, naiver Provinzialität.

Eher von Rechts kommt das Mem, dass österreichische Eltern ihre Kinder möglichst nicht in Ausländerklassen schicken wollen. Schließlich sind es hier wie in den USA die selbstgerechten, eher linken Bildungsbürger, die das besonders gekonnt machen. Es sind also die Rechten, die gerne drauf hinweisen. Das ist aber völlig verständliches und natürliches Verhalten, das man niemandem vorwerfen kann. Eltern wollen das Beste für ihre Kinder. Das wird auch immer so sein und ist in jedem Einwanderungsland nun mal so und wird sich nicht ändern.

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Zwar entkräftet der Hinweis auf die Situation in der Türkei des Botschafters Beobachtungen nicht, aber man fragt sich schon, wie ein Vertreter einer Regierung, die angestammte Minderheiten vielfältig unterdrückt und die Ausübung der Muttersprache verbietet, auf die Idee kommen kann, hier Ratschläge zu verteilen.

Es fragt sich auch, inwiefern seine Ansichten von den Verbandsvertretern getrübt sind, mit denen sich der Botschafter regelmäßig trifft (laut gestriger Darstellung im Club 2). Hier haben wir wieder das Phänomen, dass die „Ansprechpartner“ für die Türkischsstämmigen praktisch per Definition die am wenigsten Integrierten sind, weil sich Integrierte eben dadurch auszuzeichnen, sich nicht primär als Türken zu verstehen, zu organisieren oder sich als Vertreter der Türken aufzuspielen.

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@Jakob Arnim-Ellissen:

“ —— “
Kinder, die ihre eigene Muttersprache nicht beherrschen fällt auch das Erlernen von Fremdsprachen schwerer.
“ —— “

Das ist Unfug, der in den USA schon probiert wurde und grandios scheiterte [1].

1.) Schulversuche sind nicht repräsentativ, weil sie engagierte Lehrer, Eltern und Kinder anziehen und nicht den Durchschnitt.

2.) publication bias. Schlechte Resultate werden selten publiziert.

ergo -> In der breiten Umsetzung klappt es dann nicht.

3.) Die IQ-Komponente wird von den „Experten“ ignoriert. IQ korreliert mit Lernerfolg, Sprachkompetenz und tausend anderen Dingen. Umformuliert kann man also banalerweise sagen: Intelligente Menschen tun sich mit dem Erwerb von Sprachkompetenz in Fremdsprachen als auch der Muttersprache leicht.

[1] The Bilingual Ban That Worked
http://www.city-journal.org/2009/19_4_bilingual-education.html

Totalimmersion und Deutschpflicht in der Pause sind der richtige Weg! Hattet ihr etwa keine Klassenkollegen mit ausländischen Wurzeln, die perfektes Deutsch sprachen, aber ihre Muttersprache nicht einmal lesen und schreiben konnten? Hatte Arigona Zogac etwa Serbischunterricht? Ich bezweifle das. Der Gebrauch im Alltag macht den Unterschied.

@dieter

Bezüglich Diplomatie: Danke, dann muss ich nichts mehr dazu schreiben.

Zur Deutschpflicht in der Pause: Ich weiß nicht ob es sinnvoll ist, den Umgang mit einer Sprache zu verbieten die man im Regelfall gut beherrscht, und in der man sicher ist. Besser wäre es einfach durch die Umgebung, also durchmischte Klassen den notwendigen Gebrauch der Umgangssprache zu fördern. Und im Unterricht wird ohnehin Deutsch gesprochen (und für den Anfang ist die Möglichkeit mit jemandem in seiner Muttersprache sprechen zu können vielleicht gar nicht schlecht, also etwa Lehrer zu haben die beide Sprachen beherrschen – dann ist die Abkapselung auch schwieriger).

@dieter

Zitat aus der (wohl wirklich nicht linken) Presse:
„Unter Bildungsexperten gilt es längst als gesichert, dass Schüler, die ihre Muttersprache nicht ausreichend beherrschen, auch Probleme beim Lernen anderer Sprachen haben.“
http://diepresse.com/home/bildung/schule/608973/Experten-fuer-Tuerkisch-als-Maturasprache?from=suche.intern.portal

Und aus einem weiteren Artikel:
„Die Linguistin Katharina Brizic etwa hat im Rahmen ihrer Studie „Bildungserfolg bei Sprachtod“ beobachtet, dass es vor allem um die Reichhaltigkeit des Materials geht, mit dem Kinder in frühen Jahren konfrontiert werden: Diese Reichhaltigkeit ist eher gegeben, wenn die Eltern in ihrer Muttersprache reden, vorlesen oder vorsingen.“
http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/609346/Was-ist-dran-an-den-Botschaften-des-Botschafters?_vl_backlink=/home/politik/innenpolitik/609016/index.do&direct=609016

Allerdings fügen sie dann noch einen (unbelegten) weiteren Grund an, nämlich die Sprachreform unter Atatürk. Das Argument kann ich allerdings noch nicht wirklich nachvollziehen.

@dieter
Ich denke Arigona Zogaj oder die ‚Klassenkollegen mit ausländischen Wurzeln‘ sind hier ein schlechtes Beispiel. Schließlich ist in diesen Fällen zwar per Definition Deutsch nicht die Muttersprache, de facto aber doch die von Kindheit an primer gehörte und daher erlernte Sprache.
Mit ‚Kinder, die ihre eigene Muttersprache nicht beherrschen fällt auch das Erlernen von Fremdsprachen schwerer.‘ ist daher denk ich eher gemeint, dass man überhaupt einmal eine grammatikalisch richtig gelernte Basissprache braucht um Fremdsprachen erfassen zu können. Für gewöhnlich und für die vorliegende Debatte ausschlaggebend ist das nun mal die Muttersprache.
Weiterführend muss man sich hier natürlich fragen warum viele Kinder keine wirkliche Basissprache beherrschen (nebenbei betrifft das aber nicht nur MigrantInnen sondern auch eine große Zahl an österreichischen Kindern und Jugendlichen). Hier kommt die ‚IQ-Komponente‘ ins Spiel, wobei ich diesen Ausdruck für falsch halte da es hier nicht um Intelligenz geht sondern darum wie sehr man schon vom frühkindlichen Alter an gefordert wurde, d.h. wie viel und auf welchem sprachlichen Niveau mit den Kindern gesprochen wird.

@Jakob Arnim-Ellissen:

“ —– “
Zitat aus der (wohl wirklich nicht linken) Presse
“ —– “

Die Frage, ob bilingual oder immersiv ist auch mit sehr viel Phantasie keine Frage von „links“ oder „rechts“. Sachfragen im Kontext irgendwelcher politischer Lager zu betrachten, halte ich für ein großes, aber leider weit verbreitetes Übel.

Hast du den von mir verlinkten und sehr ausführlichen Artikel von Heather MacDonald gelesen? Auf diesem Niveau kann man weiter diskutieren. Die österreichischen Bilingualismus-Schwärmer machen große Versprechungen auf Basis irgendwelcher Anekdoten und behaupten ziemlich frech, dass ihre Denkschule die einzige und weltweit unangefochtene wäre. Dem ist eben nicht so. Auffällig ist auch, dass nicht erst mal ein methodologisch sauberer und randomisierter Schulversuch verlangt wird, sondern gleich die flächendeckende Umsetzung. Das wäre ergebnisoffene Wissenschaftlichkeit.

Die Türkei setzt bei Kurden und anderen Minderheiten komischerweise auf Türkisch-Immersion.

„Inhaltlich dürfte Kadri Ecved Tezcan einige Meme von linksgrünen Pseudo-Weltbürgern aufgeschnappt haben, weshalb diese in diesem Milieu auch entsprechenden Anklang finden.“

„Sachfragen im Kontext irgendwelcher politischer Lager zu betrachten, halte ich für ein großes, aber leider weit verbreitetes Übel.“

haha…

@metepsilonema:
Ich würde sogar noch weiter gehen. Lassen wir die Lehrer weg und lassen dafür den Fernseher laufen.

Das Niveau der Englischkenntnisse hängt in Europa nicht unwesentlich davon ab, ob englischsprachige Filme und Fernsehsendungen synchronisiert werden, oder es, wie in Skandinavien, maximal Untertitel gibt.

Nein, hab ich noch nicht. Bin gerade zwischen zwei Lehrveranstaltungen und muss gleich wieder auf die Uni.

Mein „wohl nicht wirklich links“ hat sich aber tatsächlich auf deinen Kommentar vorher bezogen, den Tom ja schon wiederholt hat. Sagt also genau das was du auch gerade gesagt hast, es geht hier nicht um links oder rechts… nur hast du die Kategorisierung eben in die Diskussion gebracht.

Deinen letzten Satz find ich gar nicht komisch, sondern eher problematisch. Würde ich ein persönliches Gespräch mit dem Botschafter führen können, würde ich ihn auch fragen was er davon hält. Darauf wie wir mit der Sache in Österreich umgehen kann und darf das aber keinen Einfluss haben.

“ —- “

“Inhaltlich dürfte Kadri Ecved Tezcan einige Meme von linksgrünen Pseudo-Weltbürgern aufgeschnappt haben, weshalb diese in diesem Milieu auch entsprechenden Anklang finden.”

“Sachfragen im Kontext irgendwelcher politischer Lager zu betrachten, halte ich für ein großes, aber leider weit verbreitetes Übel.”

haha…

“ —- “

Ich beurteile die fraglichen Meme ja nicht daran, ob sie aus dem linksgrünen Lager kommen, oder, wie der Hinweis auf Eltern, die ihre Kinder möglichst in ausländerfreie Klassen schicken wollen, aus der rechten Ecke.

Inhaltlich sind die Beobachtungen korrekt. Die Wiener (Wohnbevölkerung) hat kein Interesse am Kulturaustausch. Der Fehler liegt darin, etwas anderes zu erwarten, oder zu glauben, dass es irgendwo auf dieser Welt nicht so wäre.

Anderes Beispiel:

Schikanierung von Rauchern = linksgrün
Schikanierung von Kiffern = rechts

Ich bin gegen beides. Die meisten Leute, die sich einem der Lager zurechnen, übernehmen die Sichtweise ihres Lagers und vertreten sie z.T. energisch, obwohl sie sich sonst vermutlich überhaupt nicht dafür interessieren würden.

bilingual vs. immersiv detto

“ —– “
Mein “wohl nicht wirklich links” hat sich aber tatsächlich auf deinen Kommentar vorher bezogen, den Tom ja schon wiederholt hat. Sagt also genau das was du auch gerade gesagt hast, es geht hier nicht um links oder rechts… nur hast du die Kategorisierung eben in die Diskussion gebracht.
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Naja, ich sprach von einem „Mem“ und eigentlich hatte ich auch nicht konkret an Immersion vs. Zweisprachigkeit gedacht. Ein Mem kann sich ja über die politischen Lager hinweg verbreiten. (Was wählen die Presse-Journalisten eigentlich?) Außerdem muss es, so wie ich das gemeint habe, eben nicht unbedingt ideologisch aus dem jeweiligen Lager hervorgehen.

Man könnte ja genauso gut Immersion als Argument nutzen, um Gesamtschule und Ganztagsschule zu bewerben. Man könnte auch von rechts für die Zweisprachigkeit argumentieren.

Das „komisch“ in Bezug auf die Türkisierung der Kurden war freilich sarkastisch gemeint.

Die Kommentare sind geschlossen.

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