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Interview: Rauchverbot-Volksbegehren kommt im Herbst

Die Initiative „Nicht Rauchen in Lokalen“ hat genügend Unterschriften gesammelt. Organisator Franz Doppelhofer verrät Motive und Ziele – Ein Interview von Tom Schaffer

Über die Weihnachtsfeiertage besuchte ich meine Eltern in der Steiermark. Bei solchen Gelegenheiten geht man natürlich fort, um alte Freunde zu treffen. In Wien fand ich als Nichtraucher (neben all den verrauchten Topp-Lokalen) auch feine Lokale, die gut getrennte Räume anbieten. In Bruck/Kapfenberg gibt es hingegen schlicht kein Angebot an brauchbaren, rauchfreien Locations. Dabei sind die quasi zusammengewachsenen Mürztalmetropolen mit einem Einzugsgebiet von über 50.000 Menschen sicherlich nicht das, was man in Österreich als strukturell unterentwickelten, ländlichen Raum bezeichnet.

Da die Initiative „Nichtrauchen in Lokalen“ fast zeitgleich auch unseren Goldenen Hut als beste politische Bewegung im Web gewann, wollte ich mich zum Stand der Dinge erkundigen. 110.000 Mitglieder hat die Facebook-Gruppe, die Franz Doppelhofer im vergangenen Jahr gründete. Der in Wien lebende Steirer organisiert im Moment auch das Volksbegehren mit und gab uns ein ausführliches Interview.

Er verriet darin, dass bereits genügend Unterstützungserklärungen gesammelt wurden, man mit dem Einreichen aber noch wartet. Im Herbst soll dann ein Rauchverbot begehrt werden. Ein Erfolg wären für Doppelhofer 500.000 Stimmen. Alles weitere lest ihr im Gespräch.

„Da versagt das Gesetz einfach“

zurPolitik.com: Warum engagierst du dich persönlich für ein öffentliches Rauchverbot?

Franz Doppelhofer: Es gibt mehrere Gründe. Der Wesentliche ist, dass Passivrauch ungesund ist und es stinkt . Besonders wenn man mit Familien, Kindern und Freunden weggeht. Das ist nicht mehr zeitgemäß, vor allem wenn man über die Grenze blickt. Es geht aber auch um die politische Komponente als mündiger, europäischer Bürger fühle ich mich verpflichtet bei Themen, die mich persönlich betreffen, aktiv zu werden. Man kauft bei Wahlen eine Partei in Bausch und Bogen. Sachthemen bleiben dabei vielfach auf der Strecke. Es gäbe eine Reihe von Themen die durch direkte Bürgerbeteiligung besser gelöst werden könnten. Deshalb engagiere ich mich durchaus mit politischem Interesse. Und es ist drittens auch noch sehr spannend, Social Media realpolitisch zu verwenden.

zurPolitik.com: Gegner des Rauchverbots würden einwenden, dass mit der Raumtrennung eh Platz für jeden ist. Warum ist dir das aktuelle Gesetz nicht genug?

Doppelhofer: Mir persönlich geht es zum Beispiel um öffentliche Veranstaltungen. Zum Beispiel Konzerte. Wenn ich heute zu einem Konzert gehe, findet das nicht einmal für Raucher und einmal für Nichtraucher statt. Wir sind jetzt wieder in der Ball-Saison, da gilt dasselbe. In der Hofburg oder in einem Rathaus, da gibt es keine räumliche Trennung. Da wird ein Rauchbereich definiert, an den halten sich die Raucher aber nicht. Ich habe das vergangenes Jahr selbst erlebt und bin gespannt, wie das heuer ist. Vielerorts funktioniert es einfach nicht. Es wird von ignoranten Rauchern und Wirten selbst ignoriert. Ich wurde auf prominente Beispiele aufmerksam gemacht, wo Lokale anscheinend über dem Gesetz stehen. Da ist nichts passiert, da versagt das Gesetz einfach. Auch dort wo es Abtrennungen gibt, stehen vielfach die Türen offen.

Es gibt keine Kontrollorgane. Das Gesetz selbst hat ja einen Kompetenzkonflikt eingebaut: der Gesundheitsschweigeminister Stöger darf nicht kontrollieren, die Bezirksverwaltungsbehörden oder Magistrate haben keinen klaren Auftrag dazu. Unter anderem ist es deshalb ein schlechtes Gesetz. Die Gesetzesübertretungen müssen von couragierten Bürgern erfolgen. Die Initiative Rauchsheriff macht das zum Beispiel organisiert. Und wer es einmal gemacht hat, weiss wie kompliziert das ist; vor allem am Land: es gilt einmal den richtigen Ansprechpartner zu finden. Da wirst du mit deiner Anzeige zu Hinz und Kunz verwiesen.

Und – wie wir es auch in unserem Imagevideo darstellen – Freundeskreise und Familie lassen sich auch nicht trennen.

zurPolitik.com: Was sagen deine Raucherfreunde denn zu deinem Engagement?

Doppelhofer: Ich habe rauchende Freunde, aber wir treffen uns eigentlich immer in Nichtraucherlokalen. Die sagen: „Sehr gut, dass wir dort hingehen, weil dann rauch ich weniger.“

zurPolitik.com: Wirklich alle? Gibt es keine Konflikte?

Doppelhofer: So viele Freunde die rauchen, habe ich in Wirklichkeit nicht. Aber die, die ich kenne haben dann auch kein Problem raus zu gehen. Das sind die sogenannten „respektvollen Raucher“, von denen es ja auch sehr viele gibt.

Im Bekanntenkreis stelle ich mich der Diskussion wenn es zu diesem Thema kommt. Es ist erstaunlich mit welchen Argumenten die Sucht verteitigt wird. Vielfach kommt das Argument der persönlichen Freiheit: nur die hört dort auf wo es die Gesundheit oder die Freiheit eines anderen berührt, wie es beim Passivrauchen halt der Fall ist. Und auch das Argument, dann sollte man das Trinken verbieten: es gibt kein Passivtrinken. Und als nicht vom Suchtgift Nikotin abhängiger Mensch ist es meine persönliche Freiheit in jedes Lokal und an jeden Veranstaltungsort gehen zu können ohne vom giftigen und stinkenen Rauch belästigt zu werden.

Es funktioniert ja auch anderswo in Europa. Spanien war ja das „Paradebeispiel“ für unser Gesetz – die haben seit 1. Jänner eines der schärfsten Gesetze. Früher oder später wird das generelle Rauchverbot sowieso kommen: wir arbeiten dafür, dass es früher kommt.

„Viele sagen: ‚Ihr habt ja eh genug'“

zurPolitik.com: Ich bin Befürworter eines Rauchverbots, aber wenn ich mir die Facebook-Seite ansehe, erscheinen mir viele Leute zu radikal und unversönlich. Ist diese Emotionalität mit scheinbar wenigen Moderaten auf beiden Seiten ein Problem für die Initiative?

Doppelhofer: In gewisser Weise. Wir haben natürlich einerseits die Absicht ein Volksbegehren durchzuführen. Die Initiative soll aber auch dazu dienen, den Diskurs in Öffentlichkeit und Medien am Leben zu halten und das Bewusstsein zu stärken. Ich habe etliche, hunderte Mails gelesen, die gesagt haben „Ich habe es bis jetzt geduldet“. Wir wollen da auch auf die Notwendigkeit täglicher Zivilcourage hinweisen. Das ist ebenfalls wichtig. Wenn deswegen der ein oder andere zum Rauchen aus dem Lokal geht oder sich denkt „Na, die rauche ich jetzt aber nicht!“, dann haben wir etwas dazu beigetragen, die Situation zu verbessern. Mir persönlich ist es auch manchmal zu radikal.

zurPolitik.com: Wie viele Leute helfen im Moment aktiv am Volksbegehren mit?

Doppelhofer: Das Gründungsteam der Initiative waren so sieben Leute. Ein paar haben aus beruflichen Gründen aufgehört, ein paar sind dazu gekommen. Wir sind also etwa auf demselben Stand.

zurPolitik.com: Wie viele Unterstützungsunterzeichnungen wurden bis jetzt eingereicht?

Doppelhofer: Rund 9.000.

zurPolitik.com: Man findet diese Zahlen ja relativ schwierig. Haltet ihr die bewusst etwas zurück?

Doppelhofer: Nein. Jeder der etwas zum Volksbegehren wissen will, kann eine Mail an uns schicken und wird diese auch beantwortet bekommen.

Tatsache ist, dass nach dem Ende der Übergangszeit des neuen Gesetzes das Interesse etwas abgeflaut ist – auch der Zulauf der Unterstützungserklärungen. Da hat sich etwas getan, aber es ist erschreckend, dass viele – auch renomierte Medien – dieses Inkrafttreten des Gesetzes mit der Initiative verwechseln.

Das hat auch damit zu tun, dass mit dem 9.000 Stimmen viele sagen: „Ihr habt ja eh genug“. Aber wir wollen eigentlich 100.000. Deshalb sammeln wir weiter Unterstützungserklärungen. [Anm.: Jede Unterstützungserklärung gilt später automatisch als Unterschrift zum Volksbegehren].

zurPolitik.com: Die bisherigen Volksbegehren in Österreich sind mit zwischen 8.000 und 760.000 Unterstützern gestartet. Das sagt erfahrungsgemäß nicht viel darüber aus, wie viele später noch in der Volksbegehrenswoche unterschreiben. Wann plant ihr denn, das Begehren auch wirklich durchzuführen?

Doppelhofer: Das hängt von der Unterstützung von unabhängigen Organisationen, Medien und Geldgebern ab. Da wird es jetzt im Jänner wieder Gespräche geben. Voraussichtlich wird es nicht mehr im Frühjahr sein. Ein Volksbegehren hat eine gewisse Vorlaufzeit. Würden wir im Frühjahr einreichen, hätte die Regierung Gelegenheit, die Eintragungswoche in den Sommer zu legen.

„Alles über 500.000 wäre ein Erfolg“

zurPolitik.com: Also kommt es im Herbst?

Doppelhofer: Ja, vorausgesetzt es gibt breitere Unterstützung.

zurPolitik.com: Ihr sammelt ja auch Spenden. Wie viel Geld steht denn der Initiative schon zur Verfügung?

Doppelhofer: Es ist ein Betrag im vierstelligen Bereich.

zurPolitik.com: Und wie viel wird eigentlich gebraucht?

Doppelhofer: Wenn man sich die Kampagne zum bayrischen Volksbegehren ansieht, dann wurde da wesentlich mehr Lobby gemacht. Für eine sinnvolle Kampagne braucht man wahrscheinlich nicht viel Geld, aber viel mediale, logistische und organisatorische Unterstützung.

zurPolitik.com: In der Vergangenheit wurden mehrere Volksbegehren oft gleichzeitig durchgeführt, um mehr Menschen zum Amt zu bewegen. Gibt es Kontakte mit Leuten die andere Begehren forcieren?

Doppelhofer: Ja, es gibt Gespräche diesbezüglich, jedoch ist noch nichts spruchreif.

zurPolitik.com: Ihr wollt ja unabhängig sein, aber gibt es Parteien die euch unterstützen oder unterstützen wollen?

Doppelhofer: Es ist ein parteiunabhängiges Volksbegehren, jedoch ist ein Volksbegehren politisch, da es im Nationalrat behandelt wird. Deshalb ist die Unterstützung durch Parteien nicht unwesentlich. Aber die Standpunkte kennen wir ja. Die Koalition ist nicht gewillt, etwas zu tun. Der Standpunkt der Grünen ist derzeit unklar. Im Herbst haben sie noch eine verbindliche Volksabstimmung gefordert, aber durch die Wahlen wurde es durchaus verständlich ruhiger. Auch die Freiheitlichen haben eine Volksbefragung gefordert, aber auch da ist es sehr ruhig geworden.

zurPolitik.com: Nehmen wir an, es kommt zum Volksbegehren im Herbst. Was wäre ein Erfolg, was ein Handlungsauftrag zu einem Rauchverbot für die Regierung?

Doppelhofer: Vermutlich eine möglichst breite Unterstützung in der Bevölkerung. Je mehr desto besser. Als Erfolg werten würde ich – mit den gegebenen Ressourcen – alles was mehr als 500.000 Unterschriften sind.

zurPolitik.com: Danke für das Interview!

Wissenswert:

  • Ein Volksbegehren braucht 8.032 Unterstützer um eine Eintragungswoche zu erreichen. Bei dann erreichten 100.000 Unterschriften muss der Nationalrat sich mit dem Anliegen beschäftigen. Weiters hat es keinen verbindlichen Charakter.
  • Das Rauchverbot-Volksbegehren ist voraussichtlich das 33. in Österreich, das zehnte in diesem Jahrtausend
  • Das Stärkstunterstützte trug den sexy Titel „Konferenzzentrum-Einsparungsgesetz“ und wurde 1982 von 1,36 Millionen Menschen unterzeichnet
  • Lediglich ein eingeleitetes Volksbegehren scheiterte an der 100.000er-Hürde: Nur 75.000 Menschen unterschrieben 1995 „Pro-Motorrad“
  • In den meisten Ländern Europas wurden in den letzten Jahren strenge öffentliche Rauchverbote eingeführt. Unter anderem in Großbritannien, Frankreich, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Schweden, Spanien und in zahlreichen deutschen Bundesländern.
  • Laut einer WHO-Studie von 2009 sterben jährlich etwa 600.000 Menschen an den Folgen des Passivrauchens
  • Wer über einen Zeitraum von 20 Jahren täglich eine Schachtel (=20 Zigaretten) raucht, nimmt mit seiner Lunge insgesamt 6 kg Rauchstaub auf und jährlich eine Tasse Teer („Kondensat“). Die Lebenserwartung sinkt – statistisch gesehen – um sechs Jahre (bzw. ≈22 Minuten pro Zigarette) (Quelle: Wikipedia)
  • Fotocredits:
    Titelbild: die_gabelCC 2.0-BY-NC-SA
    1. Bild: twicepixCC 2.0-BY-SA
    2. Bild: ISO 1987CC 2.0-BY
    3. Bild: jot.punktCC 2.0-BY

    Von Tom Schaffer

    ist Journalist, studiert Politikwissenschaft in Wien und ist der Gründer von zurPolitik.com, ballverliebt.eu und rebell.at.

    32 Antworten auf „Interview: Rauchverbot-Volksbegehren kommt im Herbst“

    > „Doppelhofer: Mir persönlich geht es zum Beispiel um öffentliche Veranstaltungen. Zum Beispiel Konzerte.“

    Die sind lt. Tabakgesetz bereits rauchfrei!

    > „Doppelhofer: Es gibt keine Kontrollorgane. Das Gesetz selbst hat ja einen Kompetenzkonflikt eingebaut: der Gesundheitsschweigeminister Stöger darf nicht kontrollieren, die Bezirksverwaltungsbehörden oder Magistrate haben keinen klaren Auftrag dazu.“

    Es gibt sehr wohl einen klaren Auftrag zur Kontrolle =>

    > http://www.bmgfj.gv.at/cms/site/attachments/3/0/7/CH0756/CMS1157719354616/erlass_des_bmg_-_verstoesse_gegen_die_nichtraucherschutzbestimmungen_fuer_die_gastronomie_(2).pdf

    In kleineren Locations ist die Rauchfreiheit evidenterweise eine Illusion und wenn der „klare Auftrag zur Kontrolle“ derartige Ergebnisse hervorbringt, dann ist das Gesetz erst Recht gescheitert.

    irgendwie hat sich bezüglich Rauchverbot meine Meinung geändert …
    anfangs war ich auch dafür in jedem Lokal das einzuführen.
    Mittlerweile würd ich anstelle den Lokalen das Rauchverbot im Wohnhaus und aus den Fenstern seiner Wohnung das Rauchen strikt verbieten bzw. die rechtliche Grundlage für eine Belästigung schaffen, damit es einklagbar wird und dafür die Gaststätten, Lokale offen halten für Raucher. Wenn man mal mitmachte, dass alle unter einem nur starke Kettenraucher sind, und man absolut zu keiner Zeit – frühestens um 00:30 – sein Fenster zum Lüften öffnen kann, und einem aber rechtlich die Hände gebunden sind, dagegen anzukämpfen, ändert man seine Meinung. Denn zu Hause möchte ich nicht zum Passivraucher gezwungen werden.
    Es ist nämlich nunmal so: hält einer die Zigarette aus dem Fenster, weil er ja selbst nicht will, dass seine Wohnung nach Rauch stinkt, zieht es automatisch in die höher gelegenen Wohnungen direkt hinein. Und eine Absprache mit den darunterliegenden Parteien ist so gut wie unmöglich, weil man nur Ignoranz erntet, obwohl man wirklich konstruktiv und entgegenkommend war.
    Jedenfalls halte ich das Rauchen aus dem Fenster, das Rauchen im Hof, im Stiegenhaus jedenfalls lästiger, weil bei einem Restaurant gibts wenigstens Rauchfreie Abteile, wo man zumindest vom Gestank nicht belästigt wird, auch wenns gesundheitlich genauso dem passiv rauchen entspricht.
    Der Hausverwaltung interessiert sowas ja auch nur bedingt. Sie hängt einen Zettel auf, dass im Stiegenhaus es nicht erlaubt ist, und mehr auch schon nicht mehr.
    Das einzige was manchmal hilft, ist, wenn man Blumen gießt. Komischerweise kann man das wiederum einklagen. Verkehrte Welt.

    „Ich bin Befürworter eines Rauchverbots, aber wenn ich mir die Facebook-Seite ansehe, erscheinen mir viele Leute zu radikal und unversönlich.“

    Naja, wenns der Sache nützt kann man ja auch mal aufrufen Raucher mit Baseballschlägern aus Lokalen zu treiben bzw. mit solchen netten Sprüchen „Jeder toter Raucher ist ein segen!“. Alles für den Nichtraucherschutz.

    Und das liegt nicht an den „zu wenigen“ Moderatoren sondern an den Moderatoren selbst die solche Aussagen seit Anfang zulassen, wenn diese halt von der „Nichtraucherseite“ kommen. Ja eh klar, solche Aussagen finden ja auch immer wieder einige Unterstützer auf der Seite also warum sperren…?…..und um Rauchverbot in Lokalen geht es eh scho lange nicht mehr allein…

    Der Mangel an moderaten Verfechtern ist auf beiden Seiten der Debatte evident und sicher kein Monopol der Nichtrauchergruppe. Und im Endeffekt gehts einzig um allein um ein Volksbegehren für ein öffentliches Rauchverbot, also bitte keine Verschwörungstheorie-ähnlichen Geschichten einflechten, dass es in Wahrheit um irgendwas anderes ginge. Das wär nämlich genau so ein unerträglich radikales Blabla. 😉

    > In kleineren Locations ist die Rauchfreiheit evidenterweise eine Illusion

    Gerade in kleineren Locations wird das RV eher eingehalten als in großen Veranstaltungshallen, so zumindest meine Erfahrungen.

    > wenn der “klare Auftrag zur Kontrolle” derartige Ergebnisse hervorbringt, dann ist das Gesetz erst Recht gescheitert.

    Wie stellst du dir das denn im konkreten Fall vor?

    Ich seh das unemotional: solche fälle laufen – wie man es im philosophieunterricht gelernt haben sollte – auf eine güterabwägung hinaus. diese lautet grob im vorliegenden fall „gesundheit des nicht-rauchers“ vs. die „freiheit des rauchers, tabak im öffentlichen raum zu genießen“. (es geht also nicht um DIE freiheit schlechthin, sondern um eine spezifizierte.) da die gesellschaft es irgendwie nicht auf die reihe bringt, dass beide interessen gleichzeitig gewahrt werden können, stimmen wir eben darüber ab, welches gut uns wichtiger ist. mir persönlich erscheint da aus ethischer sicht auch die gesundheit des nicht-rauchers das höhere gut. (all die anderen güter, die hier immer gebracht werden, wie „ökonomisches wohlergehen der wirte“, etc. sind zweitrangig. dass das wirtschaftliche auskommen kaum ein höheres gut als gesundheit sein kann… auch das sollte man im philosophieunterricht diskutiert haben.)

    find ich zwar schade, weil auch ich als nicht-raucher es zu schätzen gewusst hätte, wenn das eine oder andere beisl nach wie vor ein ort des rauchens wäre, aber wie gesagt: wenn wir es nicht hinkriegen, braucht’s eine güterabwägung. und die ist relativ eindeutig.

    mein vorschlag wär ohnehin: RAUCHLIZENZEN. Eine bezirk bekommt xy Rauchlizenzen, die unter den bestbietenden Lokalen versteigert werden. In diesen Lokalen darf dann geraucht werden, bis die Lizenz abgelaufen ist. Fazit: Wir haben sicher gestellt, dass es genug rauchfreie Lokale gibt, wir haben sichergestellt, dass es lokale als orte des rauchens gibt, und wir haben eine steuerliche zusatzeinnahme.

    @dyrnberg: es geht nicht nur um die gesundheit des nichtrauchers, sondern an sich auch um eine gewisse freiheit. schon für gesundheitsbewusste menschen sind rauchlokale no-go-areas. wenn man dann noch an empfindliche/kranke menschen denkt, gehts tatsächlich um die schiere unmöglichkeit, gewisse lokale zu betreten. hier gehts also bis zu einem gewissen grad um die einschränkung der freiheit am normalen gesellschaftsleben teilzunehmen.

    @paul: vollständiges rauchverbot in lokalen, stichprobenartige überprüfung durch die polizei, horrende strafen – as easy as that. gern mit der option, dass es in lokalen gut abgetrennte rauchzimmer ohne bewirtung geben darf.

    das würde ich beim aktuellen gesetz übrigens nicht so machen, denn ich sehe seinen wettbewerbsverzerrenden, unfairen effekt und kanns deshalb wirten nicht 100%ig übel nehmen, wenn sie es ignorieren.

    Ihr habt doch alle einen Schaden und glaubt auch jeden Scheiß der auf dem TV kommt oder? Es ist wie mit Krankheiten das es von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist, ob es für einen Schädlich ist. Und es solte jeder selber entscheiden wie er Lebt und stirbt und wo er raucht oder nicht. Dieses Gesetz ist sowas von kindisch, unmenschlich, ungemütlich und ungesund. Denn wenn ich im Winter draußen stehen muss werd ich eher Krank als wenn ich drinnen Rauche!!

    Bei uns in Bayern haben mittlerweile etliche Lokale geschlossen und viele kämpfen um’s Überleben.
    Pötschken-Langer (DKFZ) hat doch selbst zugegeben, dass die sogenannte Metastudie zum Passivrauch nicht stimmt. Ihre Begründung dazu war : „Hauptsache es dient einem guten Zweck!“

    Das ist absolut NICHT wissenschaftlich!! Ich verstehe jeden Nichtraucher, der nicht zugequalmt werden will. Was ich nicht verstehe ist, wieso man z.B. hier in Bayern keine Lüftungstechnik anerkennt. In Gießereien darf schließlich auch gearbeitet werden!!! Und dort ist die Luft nachgewiesenermaßen weitaus ungesünder als in einem Raucherlokal mit ensprechender Lüftungstechnik. Bei verschiedenen Modellen wurde sogar vom TÜV Rheinland und von der BGN nachgewiesen, dass in Raucherlokalen mit entsprechender Technik die Luft gesünder und reiner ist, als in Nichtraucherlokalen ohne diese Technik.

    Wer meint, er könne das Rauchen mit Verbotspolitik ausmerzen, der irrt. In Irland rauchen mittlerweile mehr junge Leute als vor dem totalen Rauchverbot in 2004.

    Dass das mit „rauchfrei“ nicht gut klappt, kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Die Umsätze gehen in Bars, Kneipen und Spielhallen drastisch zurück. Hier in Bayern gibt es bereits Kollegen, welche mit ihren Familien jetzt von H4 leben müssen. In diese geschlossenen Lokale kann niemand mehr rein, auch kein Nichtraucher.

    Wer meint, er finde in seiner Umgebung nicht genug rauchfreie Lokale kann doch selbst eines aufmachen. Wer dann sieht, mit wieviel Kosten und Arbeit das verbunden ist, der wird sich noch wundern. Vielleicht ist der neue Wirt dann auch so gut, dass er alle Nichtraucher der Umgebung anzieht. Wenn nicht, wird er schnell pleite sein.

    Das ist die Realität. Schaut mal nach Irland und England, wieviele Pubs dort nach dem totalen Rauchverbot schließen mussten. ……Und damals war von Finanzkrise noch keine Spur zu ahnen!!
    Das ist bestimmt nicht geschehen, weil Nichtraucher mit den totalen Rauchverboten öfter ausgegangen sind. Der Mensch ändert seine Vorlieben und Gewohnheiten nicht so schnell. Hinzu kommt, dass kein Nichtraucher durch ein Rauchverbot mehr Zeit oder Geld zur Verfügung hat.

    Die Raucher hingegen machen es sich in Bayern privat gemütlich. Gerade auf dem Land hat hier fast jeder ein Haus und viel Platz. Auch meine Familie und ich waren seit Jan. 08 in keinem einzigen bayerischen Lokal mehr. Früher sind wir 2 mal die Woche ausgegangen. Jezt fahren wir halt nach Baden-Württemberg. Dort funktioniert das mit der Trennung bei großen Lokalen und der Kennzeichnung bei kleinen Getränkelokalen prima.

    Da sind alle zufrieden, Wirte wie rauchende oder nichtrauchende Gäste.
    Ich bin mal gespannt, wieviel Betriebe in Bayern im Frühjahr geschlossen wurden.

    @tom „hier gehts also bis zu einem gewissen grad um die einschränkung der freiheit am normalen gesellschaftsleben teilzunehmen.“

    das sehe ich völlig konträr. am „normalen gesellschaftsleben“ teilzunehmen ist für mich kein stechendes argument in der raucherdebatte, erstens, weil das ein völlig undefinierter begriff ist. was ist schon normal? zweitens, weil es ein grundrecht auf soziale begegnung gibt, ja, (siehe menschenrechte), aber dieses (menschen)recht ist keinesfalls durch raucherlokale verletzt. (verletzt ist/wäre es durch einzelhaft, durch verbote für bestimmte menschengruppen (!), lokalitäten zu betreten, durch versammlungsverbot, etc.)

    meinem verständnis nach wird die transparenz des diskurses doch eben diese „seitengassen“ erschwert. man sollte sich auf die hauptargumente, die stechen, konzentrieren, und das hauptargument ist mE eben jenes des passivrauchens. würde das wegfallen, würd – um es plakativ zu formulieren – ich die seiten wechseln. 😉 (sprich, argumente wie, es stört mich, weil meine kleider danach so stinken, kann ich zwar nachvollziehen, sind mE aber zu schwach, als dass sie ein verbot rechtfertigen würden.)

    Elke: Das einzige was nicht wissenschaftlich ist, ist das was Sie verzapfen! Die Mehrheit der Bayern beführwortet das Rauchverbot. Und die kleine Minderheit der Raucher die jetzt ausbleiben, wird von den Nichtrauchern locker kompensiert.

    @dyrnberg

    Das Argument baut ja auf dem des Passivrauchens auf. Passivrauchen ist schädlich, im schlimmsten Fall tödlich. Das ist die Drohung einer drastischen Konsequenz. Will ich diese drastische Konsequenz vermeiden, muss ich Raucherlokale meiden – was in vielen Gegenden so gut wie alle Lokale wären. Das ist eine Ausgrenzung, Einschränkung meiner Freiheit, wenn auch durch Vernunft statt Verbote. Natürlich ists kein Grundrecht in ein Lokal zu gehen. Aber es ist ein Bedürfnis und Normalität, unterliegt auch einem gewissen Gruppenzwang. Das zu berücksichtigen unterstützt für mich das Aufzeigen der Passivrauch-Problematik.

    @Elke: Ein Unternehmer der sein Produkt nicht mehr veraufen kann, wenn man ihm eine schädliche Komponente entzieht, hat natürlich ein Problem.

    @Tom:

    Die Frage ist ob es ein Recht gibt ein ein Lokal, das mir passt, in der Nähe zu haben.
    Wenn zum Beispiel in einer kleinen Ortschaft nur ein Bordell vorhanden ist, werde ich auch nicht sagen:“Ich und meine Kinder wollen aber jetzt gerne dort essen gehen ohne das Nackerte herumlaufen“
    Oder in Hintertupfing finde ich auch selten eine Möglichkeit eine gemütliche Jazzbar zu finden.
    Jeder der ein Raucherlokal betritt muss damit rechnen dass dort geraucht wird. Rauchen ist eine legale Tätigkeit und das Lokal ist ein privates Unternehmen, dass natürlich auf seine Zielgruppe schaut.
    Oder wie sollen Nichtraucher-Shisha Bars funktionieren?

    Was der Sepp zu dem Kommentar von Elke schreibt ist mit einem Wort gesagt „Kacke“.
    Elke: Das einzige was nicht wissenschaftlich ist, ist das was Sie verzapfen! Die Mehrheit der Bayern beführwortet das Rauchverbot. Und die kleine Minderheit der Raucher die jetzt ausbleiben, wird von den Nichtrauchern locker kompensiert.

    Es war keine Mehrheit weil die meisten das ganze nicht ernst genommen haben und nicht zur Wahl gegangen sind. Nur so konnte der Hohlkopp Frankenberger die nötigen Stimmen erreichen. Wenn die Nichtraucher die jetzt rauchfreien Lokale usw. aufsuchen würden, dann wären nicht soviel in ihrer Existens bedroht und hätten nicht schliessen müssen.
    Hast ein Vorteil Sepp, Du stirbst gesund!

    Wir bloggen hier seit fast einem halben Jahrzehnt zu allen Themen der Politik. Selten war der Ton so schrecklich unversöhnlich wie hier. Reisst euch zusammen Leute.

    Die Raucherdebatte zeigt eines klar: Viele leiden an Argumentationsanalphabetismus.

    Beispiel das Argument „Aber in Irland rauchen jetzt mehr als vor dem großen Verbot“ hat wenig bis nichts mit der Debatte zu tun, da ein Rauchverbot in Lokalen ja nicht eingeführt wird, um das Rauchen gesellschaftlich auszumerzen.

    Wenngleich ich die Raucherdebatte liebe – wohl vor allem, da ich weder der einen noch der anderen Seite emotional verpflichtet bin – soll es das jetzt von mir gewesen sein. Wie gesagt: Argumentationsanalphabetismus.

    @sepp
    Das stimmt nicht. Gehen Sie doch mal in die vielen kleinen Lokale! Wie oft sitzen dort nur noch 2 oder 3 Leute und öden sich an. Die Raucher haben privat mehr Spaß. Wieso wollen Sie 30% der Bevölkerung verwehren, Lokale aufzusuchen, in denen es ihnen gefällt. Es muss kein Nichtraucher hineingehen!!!
    Man zwingt auch kein Herrenbekleidungsgeschäft Damen- oder Kinderbekleidung zu führen! Wieso also soll es keine Lokale für Raucher geben.

    …..Und die Masse der Wahlberechtigten in Bayern hat gar nicht abgestimmt!! Es waren nur 22,57%!!! Für Volksabstimmungen sollte es ein Quorum geben!

    @Kurt

    Hast vollkommen recht. Hoffentlich fährt der Sepp kein Auto und fliegt auch nicht in den Urlaub. Damit belastet er die Umwelt und schadet der Gesundheit der Allgemeinheit.
    Seltsam, dass die Leute immer nur den Splitter im Auge des anderen sehen, aber nie die Balken in ihren eigenen Augen!

    Das Alkoholverbot hat die EU als nächstes auf der Pfanne. Vor einigen Monaten haben 170 Nationen die Vorgaben der WHO zur Eindämmung des Alkoholkonsums unterschrieben. U.a. sieht dieses Papier auch drastische Verkürzungen der Öffnungszeiten von Bars und Kneipen vor um die Verfügbarkeit des Alkohols einzudämmen.
    Da wird es bald keine Bars und Kneipen mehr geben.

    „Gesund leben“ ist die neue Religion. Dann kann man bis zum Umfallen arbeiten. Die Großindustrie, die Banken und Versicherungen freuen sich!
    Carl Friedrich von Weizsäcker hat mit seinem Buch recht behalten.

    Wie lange dauert es noch, bis Risikosportarten verboten werden? Wahrscheinlich nicht, denn das gehört zum Plan „Brot und Spiele“. Aber es wird sich jeder selbst privat gegen Unfälle versichern müssen. Da freuen sich dann wieder die Versicherungen.

    Die totalen Rauchverbotsgegner sind so intelligent, dass sie gar nicht merken, wem sie da in die Hände spielen. Wenn sie aufwachen, wird es zu spät sein.

    Als nächstes sind übrigens die Dicken dran, egal ob Raucher oder Nichtraucher!!!

    @Tom Schaffer
    Mein Betrieb läuft auch rauchfrei. Spaß macht es mir allerdings keinen mehr. Ich werde es auch nicht mehr lange machen. Gott sei Dank habe ich es nicht nötig! Deshalb setze ich mich aber erst recht für Kollegen ein, die noch nicht in der glücklichen Lage sind wie ich.

    Der Landkreis hier verliert, wenn ich schließe, denn wir sind sehr weit bekannt und es gibt keine Alternative.

    @Elke – Ich verstehe deine Sichtweise, aber du musst es auch andersrum betrachten. Es hätte ja wahrscheinlich niemand je ein Problem damit, dass es Raucherlokale gibt, gäbe es Alternativen. Aber viele Leute haben zunehmend ein Problem damit, dass es ohne Rauchverbot evidentermaßen quasi ausschließlich Raucherlokale gibt. Das ist nunmal durch die Realität bewiesen worden: Die ungeregelte Situation zwingt den 70% Nichtrauchern auf, sich mit den Ausstößen der 30% Raucher ÜBERALL abzufinden. Bei Konzerten, bei Festen, beim Fortgehen, beim Vereinsabend – es wurde überall und immer geraucht.

    Du forderst die Wahlfreiheit für Raucher, was völlig verständlich ist. Konsequenterweise musst du aber auch die (sinnvolle) Wahlfreiheit für Nichtraucher respektieren. Die war vorher nicht da. Das österreichische Tabakgesetz war nun ein Versuch, die von dir geforderte Wahlfreiheit auch für Nichtraucher geltend zu machen. Was war das Ergebnis? Ich wohne in Wien und HIER hat sich mit dem Trennungsgesetz die Lage für Nichtraucher tatsächlich etwas verbessert (aber von niedrigem Niveau ausgehend ist sie nach wie vor nicht gut und die Auswahl an Lokalen eingeschränkt – quasi alle bekannten Lokale sind nach wie vor verraucht). Außerhalb Wiens ist die Lage nach wie vor überhaupt derselbe Witz, der sie vorher war. In den meisten Lokalen ignorieren Wirte und Raucher die Gesetzeslage – und die Nichtraucher sind abermals die Blöden – wie sie es schon immer waren.

    So gesehen zwingt man die Nichtraucher natürlich in Raucherlokale zu gehen – es gibt halt bei weitem keine gleichwertigen Alternativen. Diesen Zwang kannst du nur leugnen, wenn du findest, ich solle zuhause bleiben – und dass das auch gut so wäre. Eine solche Ignoranz will ich dir nicht unterstellen. Und wenn du sie doch besitzt, dann fehlt uns halt eine Gesprächsbasis.

    Ich bin dafür, auch ein Verbot so pragmatisch wie möglich zu sehen – und etwa unbewirtete, gut abgetrennte Raucherbereiche zuzulassen. Ich will auch niemanden Vorträge halten und irgendwelche Leute zu Nichtrauchern missionieren. Sowas wirst du von mir glaub ich in dieser Debatte nicht hören, ich halte die Menschen für sich selbst verantwortlich.

    Aber im gemeinsamen Raum geht es auch um mich – und dort sind die Raucher diejenigen, die mir etwas aufzwingen (den Rauch), während ich als Nichtraucher mich nicht einschränken kann, ohne meine Gesundheit (indem ich den Rauch dulde) oder Gemeinschaftsleben (indem ich daheim bleibe) aufs Spiel zu setzen.

    Wenn ich versuche das (auch objektiv) abzuwägen, dann sind diese beiden Bedürfnisse auf gesellschaftliche Teilhabe und Gesundheit höher einzuschätzen als das Recht zu jeder Zeit an jedem Ort einen stinkenden, giftigen Tabakstengel zu genießen.

    Und wenn Leute daheim bleiben, weil sie dieses Recht nicht haben, was soll ich dann als jemand sagen, der seit 25 Jahren immer in Raucherlokale gegangen ist? Mir ist das gemeinsame Fortgehen wichtig, diesen Leuten offensichtlich nicht.

    Wenn es die Raucher und Wirte nicht schaffen, das so zu arrangieren, dass ich mich als Nichtraucher respektvoll behandelt und ernstgenommen fühle (und wie ich bereits sagte: Die Erfahrung hat bereits bewiesen, dass das nicht passiert), dann muss ich ein Verbot fordern, das das mich schädigende Verhalten ausschließt.

    Und da unterscheidet sich das Rauchen auch von Extremsportarten, vom Autofahren, vom Schweinsbratenessen und von sonstigen Horrorszenarioverboten, die Raucher gerne an die Wand malen. In keinen von diesen Dingen schädige ich andere – deshalb steht es meiner Meinung nach niemandem zu, anderen sowas zu verbieten. Beim Rauchen in geschlossenen Räumen schädigt und gefährdet man andere Menschen.

    Drastisch formuliert: In geschlossenen Räumen rauchen ist nicht wie autozufahren, es ist wie besoffen autozufahren. Und das ist aus gutem Grund verboten.

    > @paul: vollständiges rauchverbot in lokalen, stichprobenartige überprüfung durch die polizei, horrende strafen – as easy as that.

    Rechtfertigt denn ‚Rauchen‘ das alles? Nichtmal mit Heroin wird derartig verfahren => Da gibts Konsumeinrichtungen, Konsumenten lässt man großteils unbehelligt, ja sie werden (zurecht) staatlich unterstützt.

    Unsere Gesellschaft hat tausendfach Beispiele parat, wo man gewissen Personenkreisen einfach ihnen entsprechende Einrichtungen zur Verfügung stellt, anstatt das ganze wie anderorts zu ‚kriminalisieren‘ und es funktioniert tadellos => Das beginnt mit FKK-Zonen (so darf man nicht nackig rumlaufen), bis hin zur weiterreichenden Etablissements (rumvögeln schon gar nicht), bei Motorsportkursen (wo keine StVo gilt) bis hin zu Skateparks (das in der Wohnhausanlage verboten ist), bei Boxclubs (wo man sich gegenseitig aufs Maul haut) bis hin zum Schützenverein (wo man ‚rumballern‘ darf).

    Dem ‚Tabakgenuss‘ wird das alles abgesprochen, ja gar ‚horrende Strafen‘ werden eingefordert … Das kann es meinen Verständnis nach NICHT sein!

    > Ich bin dafür, auch ein Verbot so pragmatisch wie möglich zu sehen – und etwa unbewirtete, gut abgetrennte Raucherbereiche zuzulassen.

    Solange keine ‚absoluten Lösungen‘ wie im Volksbegehren gefordert sind, ist zumindest ein gemeinsamer Konsens gefunden. Ein totales Verbot samt horrenden Strafen kann aber nicht das Ergebnis davon sein!

    > In geschlossenen Räumen rauchen ist nicht wie autozufahren, es ist wie besoffen autozufahren. Und das ist aus gutem Grund verboten.

    BTW: Auf deinem Grund und Boden darfst du auch besoffen Autofahren, da gilt keine StVo. Jetzt gibts wieder die Diskussion wie ‚öffentlich‘ ein Wirt eigentlich ist 🙂

    **“Unsere Gesellschaft hat tausendfach Beispiele parat, wo man gewissen Personenkreisen einfach ihnen entsprechende Einrichtungen zur Verfügung stellt, anstatt das ganze wie anderorts zu ‘kriminalisieren’ und es funktioniert tadellos „**

    Genau das ist mir unverständlich. Das ist doch absichtliches Dramatisieren. Die gibts für Raucher doch auch: Deine vier Wände. Dein Garten. Öffentliche Parks. Der gesamten Raum unter freiem Himmel. Von mir aus wie gesagt sogar abgetrennte, unbewirtete Räume in Gebäuden. NUR aus gemeinsam genutzten, öffentlich zugänglichen Räumen, solls draußen bleiben.

    Verbote und Strafen sind für mich auch keine tollen Maßnahmen. Aber viele Raucher und Wirte schaffens ohne das offensichtlich nicht, den Nichtrauchern soviel Respekt entgegenzubringen, dass man auf Strafen und Verbote verzichten könnte. Weil es halt kein „ein bisserl rauchfrei“ bei diesem Thema geben kann, reicht die Rücksicht der vielen vernünftigen Raucher nicht aus. Leider.

    Was manche Raucher in dieser Debatte nicht verstehen wollen: Sie sind jetzt keiner großen Verfolgung ausgesetzt. Sie müssen einfach nur das akzeptieren, was Nichtraucher seit jeher akzeptieren mussten: Dass es in der Öffentlichkeit lufttechnisch halt anders läuft als bei ihnen daheim. Da die Raucher etwas für andere gefährliches machen, Nichtraucher aber niemandem schaden, ist das eine logische Abwägung.

    Nichtraucher mussten zum Fortgehen seit jeher ihre Gesundheit schädigen, Raucher müssen einfach nur ein paar Stunden im Monat nicht genau dort kettenpaffen, wo sie gerade mit anderen sitzen. Das zu einer Freiheit oder einem Kulturgut verklären zu wollen, ist schon absurd.

    **“Auf deinem Grund und Boden darfst du auch besoffen Autofahren, da gilt keine StVo. Jetzt gibts wieder die Diskussion wie ‘öffentlich’ ein Wirt eigentlich ist.“**
    Dass Prinzip von Öffentlichkeit hat in dem Fall nichts damit zu tun, wem ein Raum gehört, sondern wie er genutzt wird. Demnach ist ein Lokal quasi vollkommen öffentlich. Kein Wirt gründet ein Lokal um dort inm Pyjama rumzurennen und nur Freunde zu bewirten. Im Privatraum tut man das (eventuell ;)). Jedenfalls ist ein Lokal offensichtlich eine komplett andere Kategorie als ein Wohnzimmer.

    Ein generelles Rauchverbot ist längst überfällig, weil es schlichtweg die einzig sinnvolle weil effektive Regelung ist!

    Naja. Darüber, wie Versicherungen mit Leuten umgehen sollen, die sich willentlich „unvernünftig“ verhalten, kann man in einem anderen Rahmen sicher gut diskutieren. Ich find den Aspekt im Artikel gut, der auf eine Veränderung in diesem Bereich hinweist.

    Weniger gut ist der Rest. Wenn einer das Rauchen vergnüglich findet, weil es ungesund ist, dann kann ich das nicht nachvollziehen und halte es irgendwie für bedenktlich, aber ihm sei diese Unvernunft vergönnt. Und wenn jemand Maßstab an Hollywoodfilmen nimmt, die in Zeiten gemacht wurden, als die Risiken des Rauchens und Passivrauchens unbekannt waren oder gar aktiv verharmlost wurden (und dem Marketing der schmächtigen Tabakindustrie niemand etwas entgegensetzte), dann kann er das für sich selbst von mir aus auch tun.

    Aber das alles hat jedenfalls denkbar wenig mit einem Rauchverbot zu tun. Ein Rauchverbot zwingt nicht die Raucher sich zu schützen (das wäre allenfalls ein Nebeneffekt), sondern schützt diejenigen die nicht mitrauchen wollen. Da geht es nicht um das Gesundheitswesen und seine Finanzierung, sondern um Fragen von Zumutung und Selbstbestimmung. Mit Versicherungsmethode hat es nichts zu tun.

    Ebenso gibt es keine Raucherzonen, sondern Nichtraucherzonen. Es geht den Nichtrauchern – vielleicht abgesehen von einer chancenlosen Minderheit – nicht um eine Tabakprohibition, sondern eben um ihre eigenen Rechte.

    Auch jener Teil gefällt mir nicht, der meint, Raucher würden schwieriger Jobs bekommen. Das unterstellt, es hätte was mit dem Rauchen zu tun und wäre eine Diskriminierung. („Raucher werden … , wie schon praktiziert, keinen Job bekommen“)

    In Wahrheit dürfte das ein Fehler sein, der einem Wissenschaftler nicht passieren sollte. Es ist unrealistisch, dass Menschen in signifikanten Mengen wegen ihrem Rauchlaster nicht eingestellt werden. Mir wäre das Thema bei einem Einstellungsgespräch noch nie untergekommen und – obwohl ich von vielen Frechheiten und Skurrilitäten erzählt bekam – hat mir auch noch nie jemand von Derartigem erzählt. Obwohl es alles gibt und sicher auch solche Fälle, wird für die Statistik eher relevant sein, dass das Rauchen in sozial schwächeren Schichten vermutlich verbreiteter ist.

    Doch auch hier gilt: Mit dem Rauchverbot hats nix zu tun.

    es würde alles stimmen, was ihr nichtraucher sagt, wenn ein lokal öffentlicher raum wäre. ist es aber nicht.

    Ein Lokal ist ein auf Öffentlichkeit ausgerichteter Raum im privaten Besitz. Als solche Mischform ist es legitim ihn anders zu regeln als einen echten Privatraum und es ist auch notwendig ihn anders zu behandeln als echt öffentlichen Raum. Ein prinzipielles Argument gegen ein Rauchvervot lässt sich über diese Schiene nicht einfach konstruieren.

    Rauchen aus dem Fenster sollte verboten werden. Damit zwingt man Nichtraucher zum Passivrauchen in Ihrer eigenen Wohnung.
     
    Das Immisionsgesetz ist da leider viel zu harmlos.

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