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Andersrum

Kohle für den Staat

Bankenrettung, Konjunkturpakete, Euro-Rettung und Steuerausfälle kosten eine Menge Geld. Die Staatsverschuldung der Republik Österreich stieg in den letzten Jahren merklich an. Im April wurde berichtet, sie würde bereits 200 Milliarden Euro betragen. Eine Menge Schotter. Finanzminister Pröll „verschuldete“ daraufhin gleich ein Kleinkind.

Eine hohe Staatsverschuldung ist kein Weltuntergang, aber doch eher wenig witzig. Immer wieder werden neue Steuer- oder Einsparungsideen lanciert. Nebelgranate um Nebelgranate. Konkrete Pläne sucht man – wohl bis nach den ausstehenden Landtagswahlen [sic] – vergeblich. Und die Verwaltungsreform wird nun auch schon seit drei Jahrhunderten vorangetrieben. Ein paar konkrete Ideen könnten trotzdem nicht schaden.

Hier kommt Ihr ins Spiel. Wie immer bei der Rubrik „Andersrum“. Wir wollen von Euch wissen, mit welchen Maßnahmen, Steuern oder Taschenspielertricks ihr den Staatshaushalt sanieren würdet. Und damit das nicht zu einfach wird, bitten wir Euch, nur jeweils maximal drei konkrete Vorschläge in den Kommentaren zu unterbreiten.

Wir hoffen auf rege Beteiligung, denn von unseren LeserInnen lernen wir noch immer am liebsten.

Von Michael Moser

ist neben seinem Studium der Kommunikationswissenschaften in Salzburg seit einer halben Ewigkeit im Marketing tätig. Mag Piraten, das Fliegende Spaghettimonster und lange Lauftouren.

24 Antworten auf „Kohle für den Staat“

@ Dieter:
Danke für den Link.
Realistische Vorschläge sind natürlich sehr willkommen. Was du darunter verstehst, bleibt aber natürlich dir überlassen.
Welche Hälfte des Staates streichst du zusammen?

Mir fällt adhoc ein:
– den Subventiondschungel auf Herz und Nieren durchforsten
– sich wirklich zu überlegen, ob es neun Landtage braucht (Verwaltungsreform…)
– Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer usw… (die alte Leier…)
– Besetzung nach Parteibuch abschaffen

also alles in allem 100000e Dinge, welche seit Jahren diskutiert werden, aber nie ernsthaft angegangen werden.

Bundesheer reformieren.
Der Grenz- bzw Assistenzeinsatz im Burgenland ist absurder Schwachsinn. Da muss nicht viel dazu gesagt werden…
Österreich braucht kein Heer mit 18-jährigen Rekruten. Nationalstaatliche Grenzsicherung ist nicht mehr zeitgemäß. Österreich befindet sich in mitten einer supranationalen Struktur. In der EU sollte zumindest von den angrenzenden Staaten keine Gefahr des konventionellen Krieges ausgehen. Österreich sollte sich überlegen, welches militärisches Konzept zukünftig sinnvoll ist: eine hochspezialisierte Eingreiftruppe? Ein Berufsheer, hauptsächlich für Katastrophenhilfe? oder was es da sonst noch für Überlegungen gibt… Vielleicht könnte das Bundesheer ja ganz einfach privatisiert werden 😉

Ich bin zwar überzeugt von der Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit der Existenz eines öffentlichen Rundfunks, zweifle aber, ob ein Mini-Land wie Österreich mit gerade mal 8 Millionen Einwohner 9 ORF-Landesstudios dieser Größe braucht.

Ich weiß aber nicht, wie viel diese tatsächlich kosten. Kann gut sein, dass ich hier etwas billigem Populismus aufliege und die Landesstudios im Grunde „eh nichts kosten“ im Vergleich zu anderen Budgetposten.

1) Alle Krankenkassen + den mehrgleisigen Verwaltungsapparat auf 1 reduzieren und in der einen Krankenkasse dann berufsgruppenspezifische Dinge ausverhandeln

2) Landtage und „Bundesländer“ abschaffen gleichzeitig den Bundesrat zu einem Art Landtag mit vernünftigen Kompetenzen umwandeln und Verwaltungsdinge nur mehr zwischen Bund und Bezirken (die vl. teilweise zusammenfassen) regeln

3)Besteuerung von Stiftungen (natürlich ohne Übergangszeit damit sie nicht nur umschichten) 🙂

1. Steuerreform: Eine Art Flat tax, Höchstbeizragsgrundlage in der SV abschaffen, Steuersatz für Einkommen ab ~300.000/Jahr auf 70%, keine Begünstigung mehr für 13./14. Gehalt, automatische jährliche Indexanpassungen, Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer
2. Hacklerregelung abschaffen
3. Verwaltungsebene „Bundesland“ abschaffen (Landtage, Gebietskrankenkassen)

Dann mach ich auch mal mit …

– Abschaffung von Höchstbemessungsgrundlagen
– Abschaffung der Gruppenbesteuerung in ihrer derzeitigen Form
– Einführung von mind. 25% Erbschaftssteuer bei ALLEN Erbschaften ab einem Gegenwert von 500.000 Euro

bin schon gespannt, was von euch noch kommt.

– Abschaffung der Spekulationsfrist bei Aktien und Besteuerung von Gewinnen nach dem Vorbild der KESt. Sollte lauft WIFO in guten Jahren 200 Millionen Euro bringen. Wenn man Aktienspekulation weiter erschweren möchte, dann könnte man die Besteuerung für Gewinne die innerhalb ~eines Jahres gemacht werden, deutlich anheben um Kauf und schnellen Verkauf nach Kurssteigerungen zu verhindern.

– Soziale Staffelung von Familienbeihilfe. Denn Kinderbeihilfe wiegt nicht Wert von Kindern auf sondern soll finanzielle Unterstützung für die darstellen, die es wirklich brauchen.

– Erbschafts- und Schenkungssteuer wieder einführen

Ich glaube es sollte jetzt dringend für ein Gesetz gesorgt werden, das den Staat dazu verpflichtet in guten Zeiten einen Überschuss zu erwirtschaften, der dann dafür sorgt, dass wir in Krisenzeiten ein bisschen ein Polster haben (das gibts z.B. in Schweden und einige US-Bundesstaaten haben das auch). Natürlich ist das jetzt noch nicht aktuell, aber das sollte auch nicht auf die lange Bank geschoben werden. Offensichtlich findet nämlich alle Politiker Keynes gut, aber leider nur in Krisenzeiten – in den guten Zeiten vergisst man das mit der antizyklische Finanzpolitik ganz schnell.

Bei all den Vorschlägen von Steuern auf Vermögen, Banken, Transaktionen usw. sollte man m.E. nach schon aufpassen, dass hier nicht nur eine Ideologie verfolgt wird, sondern dass das auch wirklich was bringt. Wenn die Einführung von neuen Steuern nur dazu führt, dass Vermögen aus Österreich abgezogen wird, dann haben wir damit nichts gewonnen.

Ein gutes Beispiel sind die Stiftungen: wenn eine Stiftung nicht gemeinnützig ist, dann gibt es kaum steuerliche Vorteile (die wurden unter Grasser größtenteils abgeschafft). Etwas anders ist es bei gemeinnützigen Stiftungen – man muss halt dafür sorgen, dass gemeinnützige Stiftungen auch wirklich gemeinnützig sind.

Die Abschaffung der Bundesländer klingt für Wiener immer besonders attraktiv – die Menschen in den Bundesländern werden da allerdings was dagegen haben. Ich bin für eine klare Aufgabentrennung und Steuerhoheit der Bundesländer. Der Finanzausgleich wird dann abgeschafft, es muss außerdem Bundesländern verboten werden Schulden zu machen.

Höchstbemessungsgrundlage: Deren Abschaffung ist nicht wirklich so einfach. Zunächst wirkt die Höchstbemessungsgrundlage in beide Richtungen, also die Pensionen werden dadurch begrenzt. Wenn jemand 1.000.000 im Jahr verdient und es gibt keine Höchstbemessungsgrundlage, dann bekommt der auch die entsprechende Pension ausgezahlt. Ein weiteres Problem wäre, dass die Abgabenquote für Spitzenverdiener ohne Höchstbemessungsgrundlage riesig wäre. Es stellt sich dann da die Frage der Verfassungsmäßigkeit – ist es überhaupt Verfassungskonform, dass jemand jedes Jahr 100.000e in eine Pensionsversicherung einzahlt und dann nur 3000 oder so an Pension bekommt (könnte man natürlich umgehen, wenn die Sozialabgaben abgeschafft werden und alles durch eine höhere Einkommensteuer finanziert wird)?

Erbschafts- und Schenkungssteuer finde ich eine gute Sache. Ich bin grundsätzlich immer für Steuersenkungen. Aber jeder sollte sich sein Vermögen selber erarbeiten.

Stärkere Kontrolle von Sozialleistungen. Es muss da wirklich eine 0-Toleranz Politik geben. Ich kenne so viele, die sich Gelder vom AMS erschleichen – da ist einfach was Faul. Und es sind nicht nur Arbeitnehmer, die Arbeitslosenhilfe beziehen und nebenher schwarz arbeiten. Auch viel Firmen erschleichen sich in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern AMS-Förderungen. Ich glaube das ist auch so eine Einstellungssache beim AMS – denen ist das wurscht, wenn sie betrogen werden.

„- Abschaffung der Spekulationsfrist bei Aktien und Besteuerung von Gewinnen nach dem Vorbild der KESt. Sollte lauft WIFO in guten Jahren 200 Millionen Euro bringen.“

Das wäre gerecht, aber fiskalpolitisch bringt das gar nichts. Nachdem sich keiner die Mühe gemacht hat erst mal das von mir verlinkte Budget anzusehen:

Soziale Wohlfahrt
2000: 15.764 Mio €
2010: 24.633 Mio €

Bundeszuschüsse zu Pensionen:
2000: 4,2 Mrd €
2010: 7,8 Mrd €

Abschaffung des Bundesheers, der Universitäten, der ÖBB erkauft uns jeweils vielleicht 2-3 Jahre an strukturellen Kostensteigerungen.

„Höchstbemessungsgrundlage: Deren Abschaffung ist nicht wirklich so einfach. “

Ich verstehe auch nicht, warum das so energisch vertreten wird. Wenn man hohe Marteinkommen einkassieren will, dann könnte man das ja einfach mit einer neuen Progressionsstufe in der Einkommenssteuer tun.

Die Vermögenszuwachssteuer als Teil eines Pakets bringt sehr wohl was.

Zu deinen 3 Vorschlägen.
Bundesheer abschaffen – da gehe ich d’accord. Eine europäische Alternative muss her. Katastrophenschutz sollte aber national erhalten bleiben.

Universitäten abschaffen – da würde mich ein etwas detaillierter Zugang interessieren. Bildung soll ganz zur Privatsache werden?

ÖBB abschaffen – puhh. Die Bundesbahnen sind natürlich kein Vorbild in Sachen Effizienz, aber eine private Alternative wäre zu leistbaren Konditionen für die breite Masse wohl kaum möglich. Da lasse ich mich aber gerne eines besseren belehren.

@Andreas Sator: Das waren – so wie ich das verstehe – nur Beispiele, damit man die Dimension erfassen kann. Österreich hat ein Problem mit den Sozialausgaben. Selbst wenn wir jetzt Steuern erhöhen würden (oder alternativ ÖBB und Universitäten abschaffen), wären wir in 3 Jahren wieder da wo wir jetzt sind. Wir müssen die Sozialausgaben in den Griff bekommen. Also z.B. Hacklerregelung abschaffen, das reale Pensionsantrittsalter erhöhen, und dafür sorgen, dass die Kosten der Gesundheitssystems nicht explodieren z.B. mit einem Selbstbehalt.

Ob eine Zusammenlegung aller Krankenkassen da wirklich so viel Sinn macht weiß ich nicht – dann hat man nämlich überhaupt keine Vergleichswerte mehr, siehe z.B. http://www.ortneronline.at/?p=3737 für ein Beispiel.

@Andreas Sator:
Ähm, das waren keine konkreten Vorschläge, sondern ich wollte damit das Ausmaß der strukturellen Steigerungen im Transferleistungs-Bereich aufzeigen. Die schlucken eben alle zwei Jahre ein ganzes Bundesheer, eine ganze ÖBB, oder das gesamte Universitätssystem, oder die Asfinag.

Deshalb bin ich bis auf weiteres auch gegen eine Liberalisierung in diesen Bereichen, die ich auch aus nicht-budgetären Gründen für vorteilhaft halte, weil die Einsparungen sowieso wieder von den Transfers geschluckt würden.

Zuerst bräuchte es einmal einen neuen Generationenvertrag und ein Pensionssystem nach schwedischem Vorbild um die strukturellen Kostenexplosionen einzudämmen. Danach müsste sich die breite Mittelschicht bewusst sein, dass das Gros der Transfers eine Nullsummen-Umverteilung von der linken in die rechte Tasche unter staatlicher Aufsicht ist.
Unter Kreisky gab es z.B. kein Kindergeld. Das wurde unter den „Neoliberalen“ von Schwarzblau eingeführt. Heute würde es keiner mehr wagen, daran zu rütteln, weil dann alle Kinder bestimmt verhungern und niemand sich mehr Kinder leisten kann, wenn er vom Staat dafür kein Geld bekommt (welches er zuvor dem Staat per Massensteuern gegeben hat).

@Michael:
„Erbschafts- und Schenkungssteuer finde ich eine gute Sache. Ich bin grundsätzlich immer für Steuersenkungen. Aber jeder sollte sich sein Vermögen selber erarbeiten.“

Dieser Ansicht war ich früher auch. Ich sehe das aber heute eher als problematisch an, weil altruistischer Austausch, den es schon vor der Marktwirtschaft gab, zur scheinbaren Markttransaktion gemacht wird. Dieser Vermischung des Privaten und der sonstigen Volkswirtschaft verdanken wir auch Kindergeld, Vorschläge für Hausfrauengehalt und dergleichen.

Besser ist es, Vermögen dauerhaft zu besteuern (Vermögenszuwachs usw.), als sich in den altruistischen, zwischenmenschlichen Akt des Erbens oder Schenkens einzumischen.

@Michael
„Ob eine Zusammenlegung aller Krankenkassen da wirklich so viel Sinn macht weiß ich nicht – dann hat man nämlich überhaupt keine Vergleichswerte mehr, siehe z.B.
http://www.ortneronline.at/?p=3737 für ein Beispiel.“

Das Problem entsteht dadurch, dass der Patient zwar einen Selbstbehalt zahlen muss, den Preis der Behandlung aber nicht individuell ausverhandeln darf, so wie das am Markt sonst üblich wäre.

Somit ist der ganze Sinn des Selbstbehalts ausgeschalten. Er hält allerhöchstens noch Hypochonder davon ab, sich unnötig behandeln zu lassen.

Für die reichsten 30% der ÖsterreicherInnen (gemessen am aktuellen Einkommen) werden im Moment ~1,15 Milliarden Euro an Familienbeihilfen/Kinderabsetzbeträgen ausbezahlt. Diesen Bezug kann man vermutlich zur Gänze in Frage stellen, zumindest aber massiv kürzen. Wenn Familienförderung den Sinn haben soll, dass man sich Kinder leisten kann (und das sollte imo das Ziel sein), dann muss man Reichen kein Geld fürs Kinderkriegen geben. Die können sich das auch so leisten.

Um den Staatshaushalt zu sanieren muss man aber lustigerweise nicht einfach nur Leistungen kürzen, sondern im Gegenteil investieren und modernisieren.

Wieviel Geld Investitionen in Präventivmedizin mittel- und langfristig sparen können, weiß ich leider gerade nicht genau, meines Wissens ließen sich die Gesundheitskosten damit aber durchaus signifikant drücken, ohne dass man notwendige Leistungen auf dem Buckel der Armen streichen müsste.

Ähnliches gilt für die mittel- und langfristigen Erhöhungen der Staatseinnahmen durch (effektive) Investitionen in Bildung.

@dieter: Ich glaube nicht, dass das nur auf Hypochonder zutrifft. Wenn die Menschen ein bisschen mehr darüber nachdenken würden, ob sie jetzt wirklich zum Doktor müssen, dann könnte das schon was helfen – auch bei den Medikamentenkosten. Anderes Beispiel: Ich werde nächste Woche zum Arzt gehen um mit was gegen Höhenkrankheit zu besorgen. Dass da die Krankenkasse mit zahlt hat m.E. nach auch nicht gerade viel mit „sozialer Gerechtigkeit“ zu tun.

@Tom: Präventivmedizin bringt finanziell nur in sehr wenigen ganz speziellen Bereichen was. Statistisch gesehen fallen ca. 80% (bin mir mit den % nicht mehr ganz sicher) der gesamten Gesundheitskosten eines Menschen im 1/2 Jahr vor seinem Tod an. Und da jeder Mensch irgendwann mal sterben wird bringt z.B. eine früh diagnostizierte Krebserkrankung finanziell überhaupt gar nichts. Der Patient wird dann halt später an irgendeiner anderen Krankheit sterben, die auch nicht billiger ist. Es gibt aber auch Ausnahmen, ich glaub Diabetes ist so eine.

@Michael: Meines Wissens können z.B. Diabetes, diverse Lungenkrankheiten, so mancher Krebs, Haltungsschäden und Dinge die den Blutdruck betreffen (also mehr oder weniger die ganzen Volkskrankheiten) durch präventive Maßnahmen oder Früherkennung merkbar gelindert und dadurch natürlich auch in der Behandlung günstiger, angenehmer und einfacher werden.

Hi, war einige Tage mit Krankheit abgemeldet – und würde mich hier gern noch beteiligen.

ad Länder: ich würde die Länder auf eine Verwaltungsebene reduzieren, insbesondere die Gesetzgebung abschaffen, dafür aber wo immer es gemäss Subsidiaritätsprinzip geht nicht den Bund, sondern die Gemeinden (die wir ohnehin auch haben) stärken. Und grundsätzlich muss jede Ebene, die politisch tätig ist auch eine eigene, (demokratisch kontrollierte) Steuerhoheit haben. Das gilt für die Gemeinden bis hinauf zur EU. Ich bin ganz klar *für* einen gesunden, durchdachten Steuerwettbewerb, gegen die nun oft gebrachte Idee der *Harmonisierung*. Weiters stelle ich mir (auch völlig unrealistisch) die Frage, ob wir die Parallelität von Bezirkshauptmannschaften und Gemeinden brauchen. Auch hier könnte nach einer Konsolidierung der Gemeindenstruktur (zu kleine Gemeinden zusammenlegen) eine Stärkung der Gemeinden stehen samt einem Instanzenzug des Verwaltungsverfahrens Gemeinde/Landeshauptstadt/Wien.

ad Gesundheit: ich würde die Gesundheitsversorgung steuerfinanzieren und somit auch das System der „Selbstverwaltung“ der Krankenkassen komplett abschaffen. Das hiesse nicht, dass die Kosten direkt in die Einkommensteuer fliessen, siehe weiter unten. Ich würde einen einkommensabhängigen Selbstbehalt für alle medizinischen Leistungen einführen, der am Jahresende vom Finanzamt errechnet wird. Ich würde die Gesundheitsversorgung in die alleinige Hoheit des Bundes übertragen. Ich würde gleichzeitig für eine Struktur autonom agierender Krankenhäuser sorgen, die für Patienten werben müssen und eigene Budgetverantwortung tragen.

ad Bildung: ich würde ein System der „Gesamtschule“ für 6-15jährige einführen, gleichzeitig würde ich aber wiederum für „Vielfalt“ sorgen, indem sowohl staatlich betriebene Schulen autonom und selbstverwaltet agieren, als auch beliebige private Schulbetreiber automatisch Zugriff auf das staatliche Schulbudget bekommen. Grundsatz sollte sein, dass jeder Schulstandort pro Schüler seinen Anteil am Gesamtkuchen bekommt. („Gesamtschule“ besteht für mich lediglich in der Auflage an Schulbetreiber von Schulen für 6-15jährge, dass sie nach Massgabe des Anmeldungszeitpunkts und der Plätze jedes Kind dieses Alters aufnehmen müssen). Ich bin folgerichtig für ein generelles System staatlicher Zentralprüfungen zur Qualitätssicherung. Prüfungen sollten generell nicht mehr in der Schule erfolgen. (Der Abschnitt mag auf den ersten Blick kein Beitrag zum Thema sein, ich sehe hier aber gewaltiges Potential für Effizienz und Effektivität)

ad Steuern: die Gesamtsummen aus Sozialversicherung und Einkommensteuern (bzw. meine steuerfinanzierte SV) müssen mE *runter*, die Progression der Summe aus SV und ESt muss aber verstärkt werden. Wir haben momentan so ganz grob über den Daumen ab 0 EUR Einkommen rund 25% Abgabenlast aus SV, ab dem Beginn der Steuerpflicht (11000 EUR) eine Flattax von rund 50% (SV + ESt berücksichtigt). Wünschenswert fände ich 0% für die untersten Einkommen, dann eine mittlere Stufe, dann die Höchststufe. Wenn die Steuern aufs Einkommen sinken, dann brauchen wir leider andere Steuern. Ich bin *für* Erbschafts- und Schenkungssteuern, meine aber wie Dieter, dass man uU einer laufenden Besteuerung grosser Vermögen den Vorzug geben soll. Das ist aber eine eher technische Frage. Grosses Potential sehe ich in der Anhebung der Ausgabensteuern (Mehrwertsteuern). Ich bin auch hier für eine Verstärkung der Progression, indem lebensnotwendige Güter entlastet werden, weniger lebensnotwendige oder quantifizierbare, marktexterne Kosten verursachende Güter belastet werden. Das hiesse vielleicht sogar 0% Ust auf Lebensmittel und Mieten kleiner Wohnungen, 30% auf generelle Güter, 100% Ust auf Autos und „Luxus“güter. (Nur um ein kontroverses Beispiel zu bringen.) Ich bin weiters für Energiebesteuerung – auch hier immer nach dem Grundprinzip der vollständigen Einpreisung marktexterner Kosten auf dem jeweiligen Stand wissenschaftlicher Kenntnis.

ad Steuerstrukur: Es gibt keinerlei objektivierbaren Grund, warum das Steuer- und Abgabensystem so kompliziert sein muss. Wiederum völlig unrealistisch, aber hier liegt enormes volkswirtschaftliches Effizienz Potential, nicht nur staatlicherseits, sondern auch im Privatsektor durch Reduktion der Steuerberatung.

ad Pensionen: Ich bin für die Einführung einer steuerfinanzierten, verfassungsrechtlich garantierten Grundpension von dem man einfach leben kann, für einen umlagefinanzierten, aber nicht zu hohen weiteren staatlichen Sockel obendrauf – nach dem Versicherungsprinzip errechnet. Dies aber nur aus einer Risikoabwägung zwischen Kapitaldeckungsverfahren und Umlageverfahren heraus – die restliche Pensionsvorsorge würde ich der privaten Vorsorge überlassen.

Und Tom muss ich noch antworten: ich bin gegen die Reduktion der Familienbeihilfe für „Reiche“. Die Grundtatsache ist, dass die Gesellschaft rein ökonomisch Nachwuchs braucht, um die Versorgung der Alternden zu garantieren. Das gilt sowohl für eine umlagefinanzierte wie auch für eine kapitalgedeckte Pensionsvorsorge (das Geld selbst kann man bekanntlich nicht essen, man braucht immer jemanden, der am Feld steht und die Kartoffeln erntet). Wenn man das anerkennt, dann kann man die Finanzierung des Nachwuchses nicht zur Privatsache erklären, sondern dann müssen alle dazu beitragen. Das ist in dem Moment aber dann auch keine Frage mehr der Umverteilung von „oben“ nach „unten“. Der Grund für die Familienbeihilfe besteht eben *nicht* darin, dass man sich Kinder (irgendwie) leisten kann, sondern besteht darin, dass man durch das Kinderkriegen nicht finanziell schlechter gestellt werden soll. Ein Automechaniker mit Kind soll nicht schlechter gestellt sein als einer ohne. Eine Managerin mit Kind soll nicht schlechter gestellt sein als eine ohne. Dieses Prinzip ist derzeit unzureichend verwirklicht, weil durch die Familienbeihilfe nur teilweise ausgeglichen wird.

(Eine Anmerkung noch dazu, obwohl gar nicht mein Hauptargument: In Deinen 30% „Reichen“statistik oben sind unter Garantie auch einige Leute drinnen, die in anderen Statistiken sogar „armutsgefährdet“ sind. Armutsgefährdert sind typischerweise auch Familien mit mehreren Kindern, in denen die Frau nicht (mehr) arbeitet und der Mann als Alleinverdiener – vielleicht auch nach einer Scheidung und weiteren Alimentierungspflichten – allein für das Einkommen sorgen muss. Wenn er einen guten Beruf hat, liegt er in deiner Gruppe der 30% „Reichen“, zahlt saftig Steuern und kommt mit dem was überbleibt trotzdem kaum über die Runden. Das derzeitige Steuersystem ist hier echt hart: das Geld an den Finanzminister abzuführen ist selbst dann Pflicht, wenn man mit dem Rest nicht mal mehr die eigenen Kinder ernähren kann. Allein die Familienbeihilfe verhindert hier die gröbsten Härten.)

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