Im zweiten Teil unseres Interviews mit Bundespräsident Heinz Fischer sind unter anderem der österreichische Irrsinn, Freundschaft mit Nordkorea und Kärntner Ortstafeln die Themen. Außerdem verleihen wir Heinz Fischer ein Ehrenzeichen.
Die Fragen stellen immer noch Tom Schaffer und Pezi Köstinger. Die Fotos sind immer noch von Georg Pichler. Die Titelfotos (Startseite und oben) sind von Andreas Wenzel und Urheberrechts-geschützt.
Den ersten Teil findet ihr hier.
Pezi: Die politische Kultur in Österreich wirkt generell etwas verwahrlost. Immer wieder gibt es Korruptionsvorwürfe, Dinge werden vertuscht oder bleiben ohne Konsequenzen, während Studierendenprotesten schafft die Regierung zum Beispiel monatelang das zuständige Ministerium ab. Ist das nicht Irrsinn, was da momentan in Österreich passiert?
Mit dem Wort Irrsinn müssen wir vorsichtig sein. Mein Blick auf die Dinge ist kombiniert mit der Frage: Wie steht Österreich im Vergleich mit anderen Ländern da? Und da stehen wir gar nicht so schlecht da.
Aber dass man einzelne Dinge kritisiert ist für die Demokratie lebensnotwendig. Eine Demokratie ohne Kritik kann nicht existieren.
Wenn Sie sagen „die Regierung schafft für einige Monate das Wissenschaftsministerium ab“ … Es gab jede Minute einen rechtlich und politisch voll verantwortlichen Minister und der gesamte Apparat war ja in Existenz. Das ist die eine Seite.
Wo Sie recht haben: Dass ein Wissenschaftsminister der in Kürze Mitglied der EU-Kommission werden soll, auch dieser bevorstehenden Aufgabe und dem sogenannten Hearing eine gewisse Aufmerksamkeit widmen muss. Aber das ist in allen Ländern so. Österreich ist ja nicht das einzige Land, das ein Regierungsmitglied als EU-Kommissar nominiert hat.
Ich glaube diese beiden Seiten müssen Sie in Betracht ziehen. Jetzt gibt es wieder eine gut eingearbeitete, weil schon vorher an der Universität tätige Wissenschaftsministerin. Wir werden sehen wie es weiter geht. Ich habe kürzlich mit ihr ein langes Arbeitsgespräch geführt, werde weiter auch ein Anwalt der Universitäten sein. Ich habe eine gute Beziehung zur Hochschülerschaft und auch zu den Rektoren.
Generell hat man den Eindruck, die Politik gerät zunehmend zum Geschäft. Es zählt nur noch, was öffentlichkeitswirksam ist. Glauben Sie noch an die Funktionsfähigkeit der Politik?
Politik findet auf jeden Fall statt und funktioniert auf jeden Fall. Es gibt kein Land ohne Politik. Politik ist die Beschäftigung mit den Angelegenheiten der Gesellschaft. Worauf es ankommt ist, dass möglichst viele positive Impulse einfließen, und dass Menschen politisch tätig sind, die sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen.
Ich habe gerade in diesen Tagen darüber diskutiert, dass sich die Formen der Politik ändern. Heute wird weniger Politik über die Parteien transportiert, dafür mehr über NGOs – oder über Blogger! Aber sie findet in jedem Fall statt.
Tom: In Ihrer Auftaktrede im MAK haben Sie gesagt: „Ich habe keine Angst vor Ortstafeln, auch nicht vor zweisprachigen„. Ich bin kein Jurist, aber meines Wissens haben Sie ein Weisungsrecht an Bundesorgane bezüglich der Umsetzung von Verfassungsgerichtshofs-Erkenntnissen? Sie könnten anordnen Ortstafeln in Kärnten aufstellen zu lassen?
Nein, das ist nicht so. In der Verfassung steht, der Bundespräsident kann die Exekution von Verfassungsgerichtshofs-Urteilen anordnen, sofern dieser einen diesbezüglichen Antrag stellt. Und das hat er nicht gemacht, weil sich hier der Gegenstand der Exekution auf etwas bezieht, was mit Weisung nicht erledigt werden kann. Es gibt also die Voraussetzung für eine Weisung derzeit nicht, weil es keinen Antrag des Verfassungsgerichtshofes gibt.
Wenn der Verfassungsgerichtshof Sie darum ersucht, könnten Sie das anordnen?
(Fischer steht plötzlich auf und geht zu seinem Arbeitsplatz. „Jetzt holt er die Verfassung“, flüstert die Pressesprecherin lachend. Er kommt zurück und blättert.)
Ich suche es Ihnen später heraus.
(später nach dem offiziellen Ende des Interviews zeigt und erklärt er uns tatsächlich noch einmal den Gesetzestext (Artikel 146 (2)))
Und würden Sie das umsetzen?
Wenn der Antrag gestellt wird, muss man sich damit beschäftigen. Da kann man dann nicht sagen „Das freut mich nicht„. Aber im Moment geht es nicht. Das braucht einen Antrag des Verfassungsgerichtshofs.

Wir folgen naturgemäß im Internet Diskussionen zu Ihrer Person und dem Wahlkampf. Man kann sich zwar denken, woher das kommt, aber man stoßt immer wieder auf das Argument, dass sie als ehemaliges Präsidiumsmitglied der Gesellschaft für nordkoreanisch-österreichische Freundschaft zu wenig Abstand zur dortigen Diktatur hätten. Was war Ihre Aufgabe damals und warum haben Sie diese Funktion ausgeübt?
Das erkläre ich Ihnen gerne, obwohl es eine Lappalie ist, die 30 Jahre zurückliegt.
Österreich hat nicht zu allen Staaten diplomatische Beziehungen. Wenn wir solche aufnehmen, dann wollen wir, dass die Beziehungen funktionieren – auch wenn es ein Land ist das ganz andere politische Systeme hat. Auch zu Rumänien unter Ceauşescu oder Südafrika zur Zeit der Apartheid hatten wir diplomatische Beziehungen.
Anfang der 70er haben wir unter Außenminister Kirchschläger beschlossen, diplomatische Beziehungen zu China und Nordkorea aufzunehmen. Dazu wurden auch im Vereinsregister eingetragene Gesellschaften zur Förderung der Zusammenarbeit gegründet – wie vorher schon zu Dutzenden anderen Staaten.
Diese Gesellschaften waren auf überparteilicher Basis organisiert. In der österreich-nordkoreanischen waren ÖVP-Justizminister Klecatsky, die Abgeordneten Heinz-Fischer (SPÖ), Johann Gassner (ÖVP) und und Hilde Hawlicek (SPÖ, später Kulturministerin), und Leute aus der Wirtschaft, Bürgermeister und der Polizeipräsident Holaubek … Die waren völlig frei vom Verdacht mit dem kommunistischen Regime zu sympathisieren. Aber der Staat Nordkorea wurde durch diplomatische Beziehungen mit Österreich verbunden.
Weil „manche“ darauf spekulieren, dass die Österreicherinnen und Österreicher diese Details nicht kennen, sagen sie „Der Heinz Fischer macht sich verdächtig„. Sie haben das nie über ÖVP-Justizminister Klecatsky oder die anderen gesagt. Das kommt aus rein parteipolitischen Gründen immer in Wahlkampfzeiten – mittlerweile schon zum fünften Mal. In Wirklichkeit müsste man darüber einfach lachen. Für mich ist das ein Beweis, dass „ihnen“ sonst nichts einfallt.
Ich habe meine Anti-Diktatur- und Anti-Kommunismus-Haltung bei vielen Gelegenheiten bewiesen. Schon bei der ungarischen Revolution 1956 und 68 beim Prager Frühling habe ich gegen die sowjetischen Panzer demonstriert. Mich in die Nähe des Kommunismus zu rücken wird niemandem gelingen.
Pezi: Von Nordkorea zum Wahlkampf: Die Meinungsumfragen bescheinigen Ihnen 70 bis 80 Prozent. Fühlen Sie sich da nicht schon wie der sichere Sieger?
Das darf man nie bei einer Wahl. Man muss die Entscheidung der Bevölkerung ernst nehmen. Die steht erst am Abend des 25. April fest. Ich weiß nicht was bis dahin passiert. Ich gehe mit Zuversicht in diese Wahl, aber das ist schon das Äußerste was ich sagen kann.
Tom: Finden Sie es schade, dass es keine ernsthaften GegenkandidatInnen gibt (im doppelten Sinne von herausfordernd und seriös)?
Diese Frage dürfen Sie nicht an mich richten. Ich bin einer der Bewerber und kann mir die anderen nicht aussuchen. Ich hoffe auf eine vernünftige und seriöse Wahlbeteiligung.
Pezi: Kritiker bezeichnen sie hart gesagt als „konturlose Schlaftablette“. Was entgegnen Sie dem?
Dass mich die ordentlich unterschätzen.
Haben Sie nicht Angst, dass Frau Rosenkranz mit ihrem „Ohne Mut keine Werte“-Slogan genau solche Kritiker anspricht?
(überlegt) Die Frau Rosenkranz wird sicher manche Leute ansprechen. Wie viele das sind, was deren Position und politische Intentionen sind, wird sich herausstellen. Angst habe ich keine.
Tom: Angesichts dessen, dass sie der einzige moderate Kandidat sind: Sind Sie enttäuscht, dass es noch keine Wahlempfehlung von den Grünen und der ÖVP gibt?
Von der Haltung der Grünen kann ich wirklich in keinster Weise enttäuscht sein. Die Umfragen zeigen auch, dass die Wählerschaft der Grünen eine sehr positive Einstellung zu meiner Kandidatur hat. Es wird auch noch ein Hearing mit den Grünen geben, vielleicht wird die Zahl derer mit einer positiven Entscheidung sich dadurch noch vergrößern.
Was die ÖVP betrifft bin ich auch nicht „enttäuscht“. Ich bemühe mich um ein gutes Resultat für mich, und dass Österreich einen herzeigbaren Bundespräsidenten hat. Auf die anderen Parteien reagiere ich weder mit Enttäuschung noch Begeisterung. Jede Partei ist in einer Demokratie für sich selbst verantwortlich.

Einige unserer LeserInnen wollten wissen: Sie sind Zeit Ihres Lebens aktiv und werden mit Ende der zweiten Amtszeit 77 sein. Haben Sie nie das Bedürfnis in Pension zu gehen? Anders gefragt: Warum tun Sie sich das noch einmal an?
Weil es mir Freude macht. Wenn ich mich entscheide zwischen sechs Jahren als Pensionist und sechs Jahren als jemand der für das Land das ich liebe arbeitet, nehme ich die zweite Variante.
Pezi: Eine andere Leserfrage: Wird sich der neue Präsident Fischer vom alten unterscheiden?
Falls ich das Vertrauen bekommen wird es ein beträchtliches Maß an Kontinuität geben, aber man kann auch etwas dazu lernen und sich manche Kritik und Anregung zu Herzen nehmen. Man merkt ja worauf die Menschen positiv reagieren (Anständigkeit, Seriosität, Verlässlichkeit,..) und wo sie einem zu überlegen geben, etwas innovativ anzugehen.
Tom: Als Präsident bewegen Sie sich ja auch am internationalen politischen Parkett. Was erhoffen Sie sich in Ihrem Leben realistischerweise noch für eine Veränderung in der Welt zu sehen?
(Schaut ernst und schnauft kurz durch) Ganz, ganz wichtig wäre, dass der Nahost-Konflikt einer Lösung zugeführt wird – auf Basis zweier selbstständiger und in geordneten Verhältnissen friedlich nebeneinander lebender Staaten.
Das Zweite wäre, dass die Europäische Union sich bewährt und mit allen Krisen fertig wird. Sie ist ein wirklich positives Projekt für Frieden und die Rolle Europas und seiner Werte in der Welt.
Das Dritte ist, dass der Abrüstungsgedanke … (lange Pause) … Erfolge erzielen kann. Dass das wofür Obama im Voraus den Friedensnobelpreis bekommen hat, auch wirklich eingelöst werden kann.
Ich würde noch etwas Viertes hinzufügen: Die globalen Unterschiede zwischen Reich und Arm sollen geringer werden, Fortschritte bei den Millenium Goals der Vereinten Nationen wären ganz wichtig.
Das sind Aufgaben die natürlich über die nächsten sechs Jahre hinausreichen, aber mit denen wir uns auch in diesen sechs Jahren ernsthaft beschäftigen müssen.
Weil Sie gerade Obama erwähnt haben, passt unsere Schlussfrage ganz gut: Würden Sie ihn bei einem Treffen bitten, dass er uns auch ein Interview gibt?
(lacht) Ich glaube, er ist schon ein Blogger, ihr müsst ihn nur überreden.

16 Antworten auf „„Man müsste darüber lachen““
Vielen Dank für das tolle Interview – die Antworten von Dr. Fischer bestätigen mich darin, dass es richtig ist, ihn bei seiner Kandidatur zu unterstützen.
Von der ÖVP kann man nicht mehr enttäuscht werden. Das ist eine Sache der Erwartungshaltung!
Ich kann mich nur wiederholen, tolle Leistung. Nicht daß ich mir weltbewegende Antworten erwartet hätte, aber ich finde ihr habe Eure Gilde gut vertreten. Das ist wichtig, damit das nicht das letzte Interview eines Spitzenpolitikers mit Bloggern bleibt.
Ich hab da auch mal ne Frage. Aus dem ersten Teil und einigen Antworten darauf, habe ich geschlossen, daß er oder einer seiner Vertreter auf Euch zugekommen ist wegen dem Interview, ist das so?
Ja. Es war lustigerweise genau in einer Phase, wo ich überlegt habe um ein Interview anzufragen (beim Relaunch).
schön daß der Präsi neue Wege beschreitet….
Sehr nettes Interview. Ist wirklich eine der sympathischten Personen der Öffentlichkeit, der Herr Fischer. Und habts auch ein super Interview gemacht. Kommt locker, direkt und authentisch rüber.
[…] von zurPolitik.com haben nun auch den zweiten Teil ihres Heinz Fischer-Interviews veröffentlicht. Dieses Mal beschäftigen sie sich u.a. mit dem “österreichischen Irrsinn” und der Ortst…. Ein – wie ich finde – sehr lesenswertes Interview! Gratulation an Tom, Pezi und Georg! […]
Wie gesagt, mein Respekt für die Leistung ein Interview mit dem 1.Mann im Staate zu bekommen und zu führen. Keinen Respekt gibt es von mir für den Inhalt.
Während das erste Interview eher Valiumcharakter hatte und einer Wahlempfehlung glich, hatte das 2.Interview ebenfalls nicht die von Dir angekündigte Brisanz. Dr. Heinz Fischer ist ein Politprofi und hat Dich bei „unangehme“ Fragen regelrecht vorgeführt. Allerdings ist dies keine Schande, dass Du in diesem Interview wie ein blutiger Amateur rüberkamst. Es liegt daran, dass der BP ein Vollblutpolitiker ist.
Ich hoffe Du hast kein Copyright 🙂 auf den Inhalt Deiner Beiträge, denn diese werde ich noch genau analysieren und einen eigenen Beiträg darüber auf erstaunlich.at verfassen.
MfG
Erich Reder
Nun bin ich meinem Versprechen nachgekommen und habe zu Deinem Fischer-Interview einen Beitrag auf erstaunlich.at verfasst. Dieser kann unter:
http://www.erstaunlich.at/index.php?option=com_content&view=article&id=647:das-misslungene-interview&catid=1:erstaunliches
nachgelesen und bei Bedarf kommentiert werden.
Dass ich mein erstes Interview-Gespräch mit einem Bundespräsidenten nicht dem Abfragen stumpfsinniger rechter Propaganda alleine widme (mit der Nordkorea-Frage habe ich solchem Mist eh mehr Zeit gespendet als in irgendeiner Form richtig war), mag jemand der wno.org und einen Beitrag eines ehemaligen FPÖ-Abgeordneten (hast du zu erwähnen vergessen) verlinkt als „verbockt“ ansehen (der die Möglichkeit bewusst nicht genutzt hat, seine Fragen im Vorfeld einzubringen).
Wenn schon, dann diskutiere ich darüber jedenfalls hier, wo das Interview geführt und veröffentlicht wurde. Und jedenfalls nicht in einem um Aufmerksamkeit heischenden, neurechten Blog, dessen Autor pseudo-gescheit die unterm ersten Interviewteil bereits geklärte Urheberrechtsfrage thematisiert, humorlos den kleinen PR-Gag mit dem Ehrenzeichen nicht versteht und das Unverständnis über das Tragen eines Hutes als sowas wie Kritik versteht – und dessen User darunter schon über mich geifern, ohne auch nur das Geringste über mich zu wissen. 😉
Ein paar klärende Worte zu deiner Kritik, für deren Formulierung ich mich bedanke:
1. Das Urheberrecht wird erwähnt, weil die Inhalte hier prinzipiell unter Creative Commons-Lizenz stehen und über deren Verwendung können wir entscheiden. Im Gegensatz zu Georg, Pezi und mir ist Herr Wenzel aber kein Mitarbeiter dieses Blogs sondern professioneller Fotograf und er entscheidet über die Verwendung. Das hatte ich aber bereits jemand anderem beantwortet.
2. Der Hut blieb bewusst auf und wird das auch in Zukunft bei ähnlichen Gelegenheiten. Ich hatte jedenfalls nicht den Eindruck, dass der Präsident sich daran gestört hat oder ähnlich wertlose und geistlos tradierte Möchtegern-Benimmregeln wichtig findet. (Eine Erkenntnis die ich übrigens nebenbei sogar zu gewinnen beabsichtigte.) Warum ich glaube, dass man Respekt und gute Manieren durch vieles – aber sicher nicht durch das Abnehmen eines Hutes – ausdrückt, das können wir ein andermal diskutieren, wenn mir die Lust danach kommt.
3. Welche Erkenntnisse ich gewinnen möchte, worüber ich sprechen möchte und welchen Ton ich dementsprechend bei einem Interview anschlage, das entscheide ich – bzw. in diesem Fall Pezi und ich. Die angebotene Möglichkeit deine Fragen vorab einzubringen hast du ja bewusst nicht genutzt.
4. Ich bin kein Sprachrohr für rechte Verschwörungstheoretiker, die glauben dass der 71 Jahre alte, seit 40 Jahre spitzenpolitisch aktive, 12 Jahre lang als NR-Präsident fungierende, in der österreichischen und europäischen Sozialdemokratie verankerte, seit 6 Jahren amtierende Bundespräsident von Österreich (dessen schon vor Jahrzehnten veröffentlichte Anti-Stalin-Aufsätze ich zur Vorbereitung gelesen habe) in Wahrheit ein subversives „steinzeitsozialistisches“ U-Boot ist.
Ich halte also dem Bundespräsidenten keinen paranoiden Artikel eines FPÖ-Politikers unter die Nase. So einen Unsinn zu thematisieren geht weit über jede gebotene kritische Distanz und einen gesunden „Killerinstinkt“ hinaus. So einen Unsinn kann und möchte ich nicht glaubwürdig vertreten. Das überlasse ich den Dirty-Campaignern der Frau Rosenkranz.
5. Ich war nicht nervös und schon gar nicht bin ich obrigkeitshörig (wie der Vorwurf wohl mit der „Aber vor DEM BUNDESPRÄSIDENTEN nimmt man den Hut ab!!1!“-Duckmäuserei zusammenpasst?). Aber diese eh vielsagenden Werturteile bleiben dir natürlich ungenommen.
Hallo Tom Schaffer
Leider haben wir die gleiche Idee. Jeder von uns will diesen virtuellen Schlagabtausch nur in der heimatlichen Arena durchführen.
DEIN ZITAT:
Wenn schon, dann diskutiere ich darüber jedenfalls hier, wo das Interview geführt und veröffentlicht wurde.
ZITATENDE:
Ich sehe das auch so. Nachdem sich mein Beitrag mit Kritik an dem geführten Interview befasst, diskutiere ich dies nur auf http://www.erstaunlich.at
Ich kann Dir auch den Grund dafür nennen. Du reisst Texte aus dem Kontex und zitierst sie falsch.
TEXTAUSZUG AUS ERSTAUNLICH:
Lag es an der Obrigkeitshörigkeit des jungen Studenten der Politwissenschaft? Nervös dürfte er allemal gewesen sein, denn er vergaß während des gesamten Gespräches mit Dr. Heinz Fischer seinen Hut abzunehmen.
TEXTAUSZUG-ENDE:
DEIN ZITAT:
..(wie der Vorwurf wohl mit der “Aber vor DEM BUNDESPRÄSIDENTEN nimmt man den Hut ab!!1!”-Duckmäuserei zusammenpasst?)…
ZITAT ENDE:
Als angehender Akademiker (jetzt bricht wieder die mir angelastete Akademiker-
feindlichkeit durch) wirst Du sofort den Unterschied zwischen den beiden Sätzen erkennen.
Mir ist es egal ob Du den Hut aufbehältst oder nicht und dies wurde im ERSTAUNLICH-Beitrag auch nicht behandelt. Aber wenn Du mich schon so bedrängst etwas dazu zu sagen, dann Bitteschön.
Meiner Meinung nach ist es ein Akt der Höflichkeit und des Respektes seinen Hut vor jemand anderen abzunehmen. Es gibt einen Ausspruch der lautet: „Ich ziehe meinen Hut vor Dir(Ihnen)“ und diese Geste zeugt von Respekt und hat mit Duckmäuserei nichts zu tun. Diese Geste gilt nicht nur gegenüber dem BP, sondern allen Personen denen man Respekt zeugen will.
Deine Obrigkeitshörigkeit habe ich aus dem Faktum geschlossen, wie Du Dich vom BP abwimmeln lassen hast bzw. nicht nachgehakt hast. Fischer hat Dich richtig vorgeführt. Ist aber keine Schande, denn der Mann ist ein langjähriger Profi.
Jetzt habe ich meinen Vorsatz doch gebrochen und ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert. Weitere Diskissionen über dieses Thema führe ich nur mehr auf ERSTAUNLICH.
MfG
Erich Reder
„Ich kann Dir auch den Grund dafür nennen. Du reisst Texte aus dem Kontex und zitierst sie falsch.“
Ich sehe keinen Grund ein Interview zwanghaft woanders zu diskutieren, als dort wo es veröffentlicht wurde. Das hat nichts mit einer „heimatlichen Arena“ zu tun, sondern vielmehr damit, dass die Leser deiner Seite zuerst mit deiner extrem negativen Interpretation und bestenfalls dann mit dem Interview konfrontiert werden. Das lässt keine unvoreingenommene Lesart mehr zu und genau so lesen sich dann auch die Kommentare dort.
Außerdem führt das nur dazu, dass ich dort geäußerte Argumente eventuell hier wiederholen muss, wenn hier dasselbe Thema angeschnitten wird.
„Deine Obrigkeitshörigkeit habe ich aus dem Faktum geschlossen, wie Du Dich vom BP abwimmeln lassen hast bzw. nicht nachgehakt hast.“
Das ist deine Interpretation und sie ist falsch. Es gibt mehrere Themenkomplexe wo nachgehakt wurde – wie gesagt drehen sich allein um die politisch passive Amtsführung des Präsidenten (der imo größten Problematik mit dem Amt und seinem Inhaber) insgesamt 7 Fragen bzw. ein Drittel des Interviews.
Was du auch nicht weißt und ignorierst: Wir haben hier unsere eigentlich Gesprächszeit bereits um 10 Minuten überschritten. Und ich habe bereits erklärt, dass uns Breite und eine gewisse Themenvielfalt wichtiger war als einzelne Themen bis ins Detail zu verfolgen.
„Meiner Meinung nach ist es ein Akt der Höflichkeit und des Respektes seinen Hut vor jemand anderen abzunehmen.“
Meiner Meinung nach ist das ein eingelernter Unsinn, weil meine ganz normale Kopfbedeckung überhaupt nichts damit zu tun hat, wie ich über das Gegenüber denke.
Ich sitze neben meinen Kollegen, Freunden und meiner Familie genauso mit dem Hut, wie neben dem Präsidenten – außer es ist zu warm. Ich respektiere alle diese Menschen und keiner wird je auf die Idee kommen, das könnte anders sein. Weil ich das anders zeige, als durch Benimmregeln aus dem 18. Jahrhundert.
Und wie passt der Vorwurf der Respektlosigkeit wegen Huttragens mit dem der Obrigkeitshörigkeit zusammen?
„Als angehender Akademiker (jetzt bricht wieder die mir angelastete Akademiker- feindlichkeit durch)“
Ich habe keine Ahnung, warum du denkst das immer wieder so betonen zu müssen. Hat das hier jemals jemand anderes angesprochen?
Tolles Interview! Gute Kampagne… Ich weiß da geht noch viel mehr, aber ich denke wirklich das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung und es wär‘ doch wirklich schön wenn sich andere Politiker hieran ein Beispiel nehmen…
[…] der Welt mit einem österreichischen Blog, nämlich zurPolitik.com, geführt hat: Teil 1 und Teil 2. VN:F [1.1.6_502]bitte warten…Bewertung: 0.0/5 (0 Bewertungen abgegeben) Beitrag […]
[…] Danke für die vielen Einsendungen. Einige konnten wir verwenden. das Interview ist mittlerweile hier finden: Teil 1, Teil 2 […]
[…] zweiten Teil des Interviews geht es um Heinz Fischers Verhältnis zu Nordkorea, zweisprachige Ortstafeln, die Millenium Goals […]