Die aktuellen Arbeitsmarktstatistiken bescheinigen Österreich einen beachtlichen Rückgang an Arbeitslosigkeit – auch nach Abzug der Schulungsteilnehmer. Auffallend: Obwohl Wien etwas mehr neue Beschäftigte geschaffen hat, steht es in der Arbeitslosenstatistik im Minus da. Wir möchten von euch etwas zum Zustandekommen dieser Statistiken wissen: Ist es eigentlich legitim, dass Menschen in Schulungen nicht als Arbeitslose gezählt werden?
Einige Zahlen zur Information: (korrigiert per Update, 22:40)
Burgenland
-260 Schulungen
-886 Arbeitslose
= +1.146 BeschäftigteKärnten
-110 Schulungen
-1.660 Arbeitslose
= +1.770 BeschäftigteNiederösterreich
-2.225 Schulungen
-4.303 Arbeitslose
= +6.528 BeschäftigteOberösterreich
-1.270 Schulungen
-6.966 Arbeitslose
= +8.236 BeschäftigteSalzburg
+49 Schulungen
-1.392 Arbeitslose
= +1.343 BeschäftigteSteiermark
-1.247 Schulungen
-7.203 Arbeitslose
= + 8.450 BeschäftigteTirol
-330 Schulungen
-2.096 Arbeitslose
=+ 2.426 BeschäftigteVorarlberg
-2.08 Schulungen
-2.197 Arbeitslose
= +2.405 BeschäftigteWien
-8.324 Schulungen
+6.061 Arbeitslose
= +2.263 Beschäftige
Eine Antwort auf „Sind Menschen in Schulungen keine Arbeitslosen?“
Ob es grundsätzlich („moralisch“?) legitim ist Menschen in Schulungen nicht zu den Arbeitslosen zu rechnen hängt davon ab, ob die Schulungen auch (volkswirtschaftlich) sinnvoll sind. So ist z.B. jemand, der sich nach der Schule für ein Studium entscheidet, weil er nicht gleich einen passenden Job findet auch nicht „eigentlich arbeitslos“.
Um diesen speziellen Fall beurteilen zu können muss man noch wissen, dass Wien im Jänner doppelt so viele Schulungsteilnehmer wie NÖ hatte (siehe Statistik AF000 in http://iambweb.ams.or.at/ambweb/AmbwebServlet?trn=tree&id=5110).
Da Wien und NÖ bei den Schulungen jetzt wieder in ca. der gleichen Größenordnung sind, ist es schon „gerecht“, weil Wien dafür ja vorher irgendwann mal im Vorteil war.