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Von Wissenslücken und ideologischer Verblendung

Stefan Riecher von der Presse ist empört, dass Christian Felber auf der WU vortragen darf. Der Mitbegründer von attac war gestern bei einer Diskussion mit Maria Fekter auf der Wirtschaftsuniversität zu Gast. Dort, wo er sonst als Lektor seinen Unmut über die aktuellen Verhältnisse kundtut.

Dabei verzeiht der Presse-Redakteur Felber gerade noch, dass er als tanzender Philologe über Wirtschaft redet. Ein tanzender Philologe aber, der einen vom eigenen Weltbild abweichenden Standpunkt vertritt, ist dann zu viel des Guten.

Nun kann man ja gespaltener Meinung über Felber sein. Vieles von dem was er verzapft ist Schwachsinn. Riecher aber diskreditiert ihn wegen fragwürdiger Kriterien, wie seiner Forderung nach einer Vermögenssteuer. Mir ist entgangen, dass es eine Blaupause für intelligente Politik gibt. Scheint so zu sein: wer Substanz besteuert, enteignet. Ist Kommunist und hat auf der WU nichts verloren.

Der Applaus der Lemminge für den Globalisierungskritiker erklärt, so Riecher, „warum sich Personalchefs größerer Firmen bei ihrer Suche nach Spitzenkräften gern im Ausland umsehen“.

Dass auf Universitäten keine Querdenker Platz finden sollen, halte ich für grundlegend falsch. Aber nun ja, die Presse rekrutiert ihre Redakteure anscheinend auch aus dem Inland.

Von Andreas Sator

studiert Volkswirtschaft, mag Gerechtigkeit und fühlt sich politisch irgendwie nirgends wirklich zu Hause. Sein größtes Anliegen ist ihm eine Gesellschaft mit globalerem Bewusstsein.

7 Antworten auf „Von Wissenslücken und ideologischer Verblendung“

Ich beziehe mich jetzt nicht direkt auf Christian Felber, weil ich eigentlich nicht weiß, was der so alles macht und was er in seinen Vorlesungen erzählt. Aber wenn wirklich vieles von dem, was er verzapft Schwachsinn ist, dann sollte er nicht an einer staatlich finanzierten Universität unterrichten (privat kann eh jeder machen was er will) – Querdenker hin oder her. Mit dem Querdenker-Argument können so auch Homöopathen und Perpetuum Mobile Konstrukteure an Universitäten legitimiert werden.
 

Solange er in Vorlesungen nicht bewusst faktisch Falsches zur Untermauerung politischer Einstellungen äußerst, sehe ich kein Problem. Die Ökonomie ist keine Naturwissenschaft, man könnte Zig VWL-Professoren auf der WU auftreiben, die überaus fachkundig sind aber trotzdem sagen würden, dass die Schlüsse des Professors gegenüber Schwachsinn sind.

Querzudenken alleine reicht natürlich nicht. In mir hat sich beim Lesen des Kommentars in der Presse nur das Gefühl aufgetan, Riecher würde Felber aufgrund seiner Ideologie diskreditieren. Und dazu meine ich: Querdenker tun einer Universität und vor allem BWL-Studenten, die die Vorlesung von Herrn Felber genießen dürfen, sehr gut. 

Ohne Mitschnitt oder Transkription kann man nicht beurteilen, was Felber gesagt haben soll. Im CLUB2 klang er vernünftiger als früher noch. Damit ist er nicht der einzige radikale Rundum-Kritiker, der langsam dazu lernt.

Er lehnt die Planwirtschaft ausdrücklich ab, merkt aber nicht, dass seine Forderungen implizit Planwirtschaft enthalten.

Er behauptet weiterhin, leider unwidersprochen, dass reiche Amerikaner 70% -90% EkSt gezahlt hätten. Das waren nur theoretische Spitzensteuersätze. In Wahrheit zahlten die Reichen praktisch keine Steuern, weshalb unter Kennedy die AMT (Alternative Minimum Tax) von 25% eingeführt wurde. Ab einer gewissen Grenze sind mindestens 25% zu zahlen. Diesen Steuersatz zahlt auch heute noch das oberste Prozent.

Effektive Steuersätze in dieser Höhe gab es in der DDR, aber niemals in den USA.

Felber glaubt weiterhin an einen übertriebenen, rechnerischen Vermögenskuchen, den man einfach so umverteilen könnte. Der Wert eines Vermögens hängt davon ab, wieviel man damit verdienen kann. In dem Moment, in dem man Vermögen mit 1-2% besteuert, krachen diese aufsummierten Luftnummern in sich zusammen. Damit wäre dann auch die statistische Ungleichheit der Vermögen auf einen Schlag gelöst.

An dem, was hinter den Vermögensstatistiken steht, nämlich Häuser, Äcker, Wälder, Betriebe usw. würde sich zunächst nichts ändern. Diese wären aber weniger wert, was ein riesiges Problem für Schuldner und Banken darstellen würde.
Investitionen würden zum Erliegen kommen. Es würden keine neuen Zinshäuser mehr gebaut und zwar solange, bis die Mieten durch Verknappung des Angebots so stark gestiegen sind, dass die Vermögenssteuer wieder kompensiert ist.

There is no free lunch, meinte Milton Friedman.

Letztlich kann man nur Konsum umverteilen. Wenn man Kapital besteuert, dann besteuert man automatisch auch jene, die Güter und Dienstleistungen konsumieren, die mit diesem Kapital produziert werden.

Wenn man die Reichen gezielt besteuern will, dann am Besten bei ihren „positional goods“, also statusrelevanten Konsumgütern. Anders ausgedrückt mit einer Luxussteuer.

Die FPÖ hat das ja jetzt gefordert und damit wieder einmal den richtigen populistischen Riecher.  Denn der Neid auf die Reichen konkretisiert sich im Porsche Cayenne. Das basiert auch auf gegenseitiger Basis, schließlich will der Cayenne-Besitzer auch beneidet werden.

Im Börsensprech heißt das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Aber gerade an den Börsen schien dieses Gesetz ja lange außer Kraft zu sein. Aber selbst an den Aktienmärkten notieren Unternehmen, die nie einen Gewinn ausschütten irgendwann mal im Cent-Bereich.

Ein steiniger Acker, der unterm Strich keinen Ertrag bringt, ist für einen Bauern wertlos. Der Bauer würde ihn nicht einmal geschenkt nehmen, usw.
Ein Zinshaus in guter Lage ist wertvoller als eines in schlechter Lage, selbst wenn beide Häuser baugleich sind.

Mieten und Immobilienpreise hängen zusammen (Außer natürlich während spekulativer Immobilienblasen)

Beispiel:
http://www.immobilien.net/1160_Wien-Ottakring/4652-7768/detail.aspx?etype0=352&etype1=354&egeo0=39926&egeo1=39882&detailindex=10&immocount=10&resultitemcount=25&resultpages=16&curtabSearch=0  

Doppelzinshaus um 1.59 Mio €. Ertrag laut Verkäufer: ~53000€, also 3,3%.
Für eine zehnjährige Staatsanleihe bekommt man auf bundeschatz.at 3,45%!
Abzüglich Felbers Vermögenssteuer würde die Rendite auf 1,3% zusammenbrechen. Soviel bekommt man aktuell für Tagesgeld!

Um wieder auf 3,3% zu kommen und wieder mit den Staatsanleihen gleich zu ziehen, müsste der Wert des Hauses bei gleichbleibenden Mieteinnahmen auf 1.Mio € schrumpfen, oder bei gleichbleibender Bewertung des Hauses müssten die Mieten auf 84800€, also um 60% steigen. In der Praxis würde das sich irgendwo in der Mitte einpendeln.

Das alles gilt freilich auch für Einfamilienhäuser, da sich die Menschen ja persönlich zwischen Miete und Hauskauf entscheiden. Der Häuslbauer vermietet sein Haus quasi an sich selbst.

Wenn man aber Einfamilienhäuser von der Steuer ausnimmt, wäre so eine Vermögenssteuer das größte Zersiedelungsprogramm aller Zeiten. 

Wie gesagt, there is no free lunch. 

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