Frank Stronach hat viel erreicht, sagt man. Sein Konto lässt daran wenig Zweifel. Glaubt man dem heutigen Milliardär, dann gab es Zeiten, in denen er hungern musste. Sein durchaus von politischer Verhaberung und Begünstigung geprägtes Geschäftsleben ist es aber nicht, das ihn zu einem Politiker macht, der ernsthafte Chancen auf einen Einzug ins Parlament hat.
Jüngst kritisierte Martin Blumenau einen weit verbreiteten Journalismusstil. Es werde nurnoch versucht, Politiker bei Formalitäten aufs Glatteis zu führen. „Es gibt keine inhaltliche Auseinandersetzung mehr“, sagt er. Stronach würde dies aufblatteln. Denn gerade bei einem sturen Quereinsteiger wie ihm, würde dieser Stil dem Publikum missfallen und schlecht auf den Journalismus zurückfallen. „Stronach erklärt den aktuellen österreichischen Journalismus zur unguten, mieselsüchtigen Plage“, sagt Blumenau. Und mit seinem Befund hat er vermutlich recht, auch wenn Stronach eher der Verstärker dieses Problems ist, als sein tapferer Berichtiger, wie Karin Koller richtig hinzufügt.
Hilflose Fragensteller
„Dass ein 80-Jähriger gestandene Journalisten und Journalistinnen zwischen 40 und 50 beharrlich mit „Du“ anredet“, findet Hans Rauscher in seiner Glosse eine Erwähnung wert. Man könnte man es als Zeichen der Geringschätzung lesen, die Blumenau anspricht. Und auch, dass er bei Im Zentrum vier Journalisten gegenüber sitzt und sich trotzdem zuerst in völliger Missachtung der Gesprächspartner ins Publikum dreht und „freut, den Bürgern erklären zu können“, was seine Motive sind. Die fehlende Harmonie mit und der komplett abgängige Respekt für die professionellen Politikberichterstatter sind aber nicht wirklich natürlich gewachsen, sondern wurden schon im ersten zur Kandidatur gehaltenen ZiB 2-Interview mit Lou Lorenz-Dittlbacher deutlich.
Stronach ist eben kein Heilsbringer, der den „Glatteis-Journalismus“ bekämpft, sondern ein Extremer dessen, woran die politische Kommunikation krankt. Er ist unbefragbar, weil er keine Fragen duldet. Er sagt aber auf inhaltlicher Ebene immer wieder Dinge, die ich für ebenso potentiell populär wie problematisch halte. Und das unwidersprochen. In vielen Fällen weil niemand weiß, wie man auf seine Gesprächsführung reagieren soll. Fragen? Die sind immer „so negativ“. Und das passt natürlich direkt in sein propagiertes Bild von Österreich als „Land der Verhinderer“. Und da ist sie schon, die erste Nachricht, die niemand so richtig widerlegen kann, weil sie irgendwo einen wahren Kern hat und viel zu oberflächlich für konkrete Kritik ist.
Bauchgefühle
Wenn er einem Journalisten mit allem Ausdruck der Verachtung vorwirft, ein „Sprachrohr für die Raiffeisen“ und „das System“ (das „so nicht weitergehen kann“) zu sein, dann passt das direkt in seine Linie. Die lässt sich auf das dubiose Gefühl zusammenfassen, dass einfach irgendwas nicht passt. Und genau dieses Gefühl haben – nicht zu unrecht – viele Leute in Österreich. Besonders der polit-mediale Komplex ist nach den Korruptions und Inseratenaffären in einer Vertrauenskrise (und in dem Boot sitzen viele, die nichts dafür können). Eine handfeste Wirtschaftskrise haben wir ja auch, falls es jemand vergessen hat. Es ist gerade alles ein bisserl Scheisse.
Dieses Gefühl wird es natürlich sein, das Stronach Stimmen bringt, weil er das Geld hat um sich als Alternative zu stilisieren. Auch wenn er gar keine ist, sondern Teil des Systems. Selbst wenn er – als jahrzehntelang in die Politik Verflochtener – ein Außenstehener wäre. Die kuriosen Hinterbänkler-Mandatare, die er aus anderen Parlamentsklubs zusammenkratzt, um sich das Unterschriftensammeln zu ersparen, sind es nicht. Wie er, der Kontrollsüchtige, als „Hüter der Werte“ (der anscheinend nicht selbst ins Parlament gehen will) diese Mandatare im neuen Parlament davon abhalten will, faule Kompromisse oder eine Koalition (die Stronach ja nicht brauchen will) einzugehen, weiß man nicht. Gut möglich, dass die ihm nach der Wahl und mit fünf sicheren Jahren auf der Nationalratsgehaltsliste am Konto im Streit aus dem Parlamentsklub rausbröseln. Aus dem Parlament jagen könnte er sie nicht.
Machtwille ohne konkrete Ideen
Und die Stimmen wird er bekommen, obwohl er gegen all die erfühlten Probleme keine praktikablen Lösungen anbieten kann. Nicht gegen die Eurokrise, nicht gegen die Verhinderer, nicht gegen die Korruption und Verhaberung. Stronach sagt, er weiß wie ein Land geführt werden sollte. Aber er kann und will kein ansatzweise spruchreifes Konzept nennen. Es ist alles eine große Baustelle. Die Programmpunkte auf seiner Webseite wirken wie die schnell als Platzhalter hingekritzelten, losen Ideen einer zum Scheitern verurteilten Seminararbeit. Er sagt: „Ich brauch keine Politberater“. Aber – ohne die Ironie zu erkennen – vertröstet er alle Fragen nach Inhalten damit, dass er bis zum Wahlkampf noch „Experten“ („unpolitische Leute“) mit der Programmgestaltung beauftragen wird. Er sagt es, als würde es eine objektive, einzige wahre Lösung geben, die irgendwelche Experten kennen, die allen in Österreich gut tut. „Die Wahrheit“ eben. So als gäbe nur Politik, weil verkrustete, böse Parteien das so wollen. Dass Politik der Streit darüber ist, welche Lösungen richtig sind, kommt ihm nicht in den Sinn.
Welche Experten das sein werden, die diese Wunder vollbringen? Das könne er nicht sagen, weil wer von SPÖ und ÖVP abkehrt, würde in Österreich ja geradezu schikaniert. (Anti-Proporz-Rhetorik, auch nicht neu)
Journalist = Politik = Banken = System
Stronach sammelt im Prinzip Stimmen auf Basis einer Stimmungslage, gegen deren Ursachen er kein Rezept hat und für die einfach irgendjemandem die Schuld gibt. Den JournalistInnen, die mag eh keiner. An einer Stelle bei „Im Zentrum“ spricht er über das „Schuldenmachen“ mit den Journalisten, als würden sie die Regierung vertreten: „Ihr macht immer das Gleiche“, seit 50 Jahren. Sie sind zwar alle keine 50 Jahre alt und schon gar keine PolitikerInnen, aber er lässt sie so dastehen, als würden sie dazu gehören. Deshalb kann er auch so unhöflich und schroff mit ihnen umgehen, denn die PolitikerInnen und ihre kaputtes System mag ja auch keiner (darum will er in kompletter Leugnung aller Logik auch keiner sein). Dazu kommen noch die Verhinderer in der Bürokratie (die all seinen Projekten – vom Hotelbau am Wörthersee bis zum Fußballweltmeisterschaftstitel für Österreich – die Genehmigung verwehrt hätten) und in Zwischentönen auch immer wieder die Banken, die schon gar keiner mag. Gemeinsam sind sie: das System.
Stronach poltert gegen ein ihm angeblich fast feindlich gesinntes System, will „dem Volk“ die Wahrheit verkünden, die eine Lösung finden und er spielt dazu auf einer emotionalen Klaviatur mit bekannten Klischees über Verwaltung, Politik und Journalismus. Das ist eine Form der Demagogie, wenn man der Wikipedia folgt.
Demagogie betreibt, wer bei günstiger Gelegenheit öffentlich für ein politisches Ziel wirbt, indem er der Masse schmeichelt, an ihre Gefühle, Instinkte und Vorurteile appelliert,
ferner sich der Hetze und Lüge schuldig macht, Wahres übertrieben oder grob vereinfacht darstellt, die Sache, die er durchsetzen will, für die Sache aller Gutgesinnten ausgibt, und die Art und Weise, wie er sie durchsetzt oder durchzusetzen vorschlägt, als die einzig mögliche hinstellt.“ (Durchgestrichenes von mir)
Durchgestrichen ist der Teil mit der Hetze, denn man möchte ihm zugute halten, dass er nicht offensiv auf Schwächeren herumhackt. Man ist in Österreich ja schon schlimmeres gewöhnt.
Es kann nur wenige Stronachs geben
Das heißt freilich nicht, dass er ein Mann der Schwachen ist. Im Puls 4-Herbstgespräch gluckst er beim sozialen Netz plötzlich so herum, als würde er an eine erkleckliche Anzahl an Tachinierer im Land glauben. Natürlich dürfe niemand zurückgelassen werden, der nicht arbeiten kann. Kranke zum Beispiel. Die Möglichkeit, dass es unfreiwillige Arbeitslose geben könnte, umschifft er konsequent. Das kommt ihm nicht über die Lippen.
An diesem kleinen Punkt des Nicht-Gesagten, kommen wir dem Stronach’schen Weltbild auf die Spur. Dem des Selfmade-Milliardärs, der Widerstände überwindet. In einer Welt, in der Arbeit findet, wer arbeiten will. Das ist wohlgemerkt nicht böse gemeint. Er will wohl das aus dem Weg räumen, was seiner Meinung nach Leute wie ihn verhindert. Das Blockierersystem. Es scheint schlichtes Unverständnis darüber zu herrschen, dass nicht aus jeder kleinen Garage ein angeblicher Hungerleider zum Milliardär werden kann. Dass es dazu nicht nur Fleiß braucht, sondern vor allem viel Glück – in den meisten Fällen eher Kontakte und reiche Verwandte. Dass ein Frank Stronach als Lebensgeschichte nie die Regel war, nie die Regel sein kann, nie die Regel sein wird, sondern die unendlich glückliche Ausnahme. Und dass viele Fleißige und Ehrliche da draußen hart zu kämpfen haben, um nicht in dem Drittel zu versinken, das trotz allem Fleiß nichts hat.
Seine Rhetorik wirkt zwar zufällig, sprunghaft und wirr, aber sie lässt streng systematisch an der Politik, am Staat, am „System“ kein gutes Haar. Dort sind für ihn die Verhinderer, die Macher wie ihn aufhalten und „torpedieren“. Leute, die „noch nie einen Lohn ausbezahlt haben“ (wer kein Unternehmer war, scheint für ihn sowieso prinzipiell unfähig zu allem auf der Welt). Und nicht nur seine Geschichten, wenn er erklärt, dass der Staat wie ein Unternehmen zu führen sei, sind darauf ausgerichtet diesen zusammen zu schrumpfen (ungeachtet der Tatsache, dass er sein Vermögen natürlich ohne den Staat vermutlich nicht gemacht hätte). Auch die wenigen Konzepte, die er dann tatsächlich schon benennt, sind es.
- Eine „Fair Tax“ (also Flat Tax) will er haben. Ein umstrittenes Konzept, dass dem Gedanken „Wer mehr hat, soll mehr beitragen“ entgegensteht. Kann man die Ausgaben nicht drastisch senken, würde es für Leute mit wenig Einkommen zudem vermutlich eine höhere Besteuerung bedeuten. (Die entscheidende Frage dafür, ob so ein system dezent progressiv oder regressiv wirkt – nämlich ob es Freibeträge geben soll – hält er zudem für ein nebensächliches Detail.)
- Eine Schuldenbremse (ich nehme an, eine weiterführende als die, die schon beschlossen wurde) soll außerdem her, was die Lenkmöglichkeiten der Politik weiter einschränkt und im Normalfall fatal für Sozialleistungen und sehr hinderlich für jene krisenmindernde, antizyklische Budgetpolitik ist, die die Weltwirschaft derzeit am Laufen hält. In Kombination mit potentiell sinkenden Steuereinnahmen durch eine Flat Tax wird der Sozialstaat wie wir ihn kennen praktisch unfinanzierbar.
- Eine Mitarbeiterbeteiligung an Unternehmensgewinnen möchte er über Steuervorteile durchsetzen. Steuerausnahmen für Unternehmen scheinen also kein Problem.
- Weniger Gesetze und weniger Verwaltung soll es geben. In Österreich ist das natürlich eine obligatorische Forderung. Was es auslöst, hängt davon ab, was damit gemeint ist.
- Studiengebühren will Stronach auch. Eine klassische Aufgabenverlagerung ins Private. Zumindest für Sozialwissenschaftler. Davon gäbe es zu viele. Mit denen wisse ja keiner was anzufangen. Die hält er nicht ökonomisch verwertbar. Und ökonomische Verwertbarkeit scheint eine sehr wichtige Kategorie in der Wertschätzung Stronachs für einen Menschen zu sein.
- Und natürlich hätte er gern Teile der ÖBB gekauft (das Ausschreibungsverfahren, wenn seine Partei in der Regierung sitzt, stelle ich mir lustig vor).
Deregulierung, Privatisierung, Steuersenkungen. Er ist in einem ganz unakademisch gebrauchten Wort: neoliberal.
Kompatible Mehrheiten
In Stronach paart sich ein steinreicher, versteckter Neoliberaler, der wirtschaftlichen Erfolg für Weisheit hält mit einem intellektuellenfeindlichen Anti-System-Populisten. Er wirft die programmatischen Brocken eher beiläufig in die Debatten, rechtfertigt sie immer mit Angriffen auf „das System“ und findet dafür einen kompatiblen Zeitgeist vor. Er überfordert den Journalismus und damit die Kritik mit seiner unbefragbaren Art. Deshalb ist er ernst zu nehmen, so skurril sein Auftreten auch ist.
Die ÖVP ist am Boden, die FPÖ versinkt im Korruptionssumpf. Stronach ist es, der drauf und dran ist, eine rechte Mehrheit in diesem Land herzustellen.
Fotocredits: Michael Thurm, CC 2.0-BY-NC-SA
24 Antworten auf „Warum man Stronach politisch ernst nehmen muss“
Danke für den Artikel, du hast mich zum weiteren Nachdenken gebracht. Aber wie lange wird Stronach vorgaukeln können, die „objektive, einzige wahre Lösung“ finden zu können? Gesetzt der Fall, seine Partei würde irgendwie Regierungsverantwortung übernehmen: Ewig kann er sich ja nicht darauf berufen, dass die anderen alles verhindern. Erschreckend finde ich, dass sein „Team“ so gut wie kein gesellschaftspolitisches Programm hat – was deutlich die wirtschaftsgläubige Geisteshaltung zeigt.
@Joel: Ja, zu gesellschaftspolitischen Vorstellungen gibts praktisch gar nichts. Er sagt auch nicht wirklich was dazu, wenn er gefragt wird. Beim Livestream zum Kick-off-Event wurde er von irgendjemanden auf Abtreibung angesprochen, der von ihm spürbar ein „Gehört verboten!“ erwartet hat. Stronach hat ihm das zwar nicht geliefert, aber sich in ein auf alle Weisen zu deutendes sinngemäßes „Man muss Mitleid mit den Frauen haben“ geflüchtet.
Stimme allem zu,
bis auf „versteckter Neoliberaler“. Viel offensichtlicher „neoliberal“ (im umgangssprachlichen Sinn) kann man IMO kaum sein.
Die rechte Mehrheit gibt es schon lange, sie würde sich durch einen Stronach-Erfolg nur strukturell verändern: Hin zu den Geldsäcken, weg von den Ausländerfeinden.
Im übrigen sind die meisten Medien bei uns Sprachrohre von Raiffeisen und von Banken.
@frau sokol: versteckt in dem sinn, dass er eigentlich nicht offensichtlich mit programmen hausieren geht, sondern eben vorrangig mit der emotionalen systemkritik. das weltbild muss man sich eher mühsam zusammenreimen.
@parteder: die rechte mehrheit gibt es schon lange, aber ob es sie auch ohne stronach demnächt geben würde, ist halt die frage. und alle medienkritik in ehren, aber als journalist, der andere journalisten kennt weiß ich schon, dass unabhängiger journalismus in diesem land ganz sicher möglich ist und in manchen medien auch gefördert wird.
Stronach hat bei „Im Zentrum“ einmal mehr gezeigt, dass er kein politisches Talent hat – nicht das Geringste, null, nada, niente. Dennoch stimme ich dem Fazit, dass man den Mann ernst nehmen muss grundsätzlich zu! Warum?
1. Er verfügt über Milliarden und steckt Millionen in den Wahlkampf – vermutlich mehr als jede andere Partei, vielleicht sogar mehr als alle zusammen!
2. Er tritt zum richtigen Zeitpunkt an – und die Ausgangssituation ist vermutlich auch der Grund, warum er antritt. Nie zuvor hatten die Menschen das System so satt. Nie zuvor hatten sie die Parteien so satt – und selten zuvor, war es so, dass offenbar keine Partei diesen Protest abholen kann (die FPÖ wegen Kärnten nicht – wobei das noch nicht so sicher ist, die Grünen wegen Machtgeilheit, Konformismus und strategischer, kommunikativer und persönlicher Inkompetenz der Führungsriege nicht).
3. Er hält sich nicht an die poltische Correctness und spricht immer wieder Dinge an (zwar in einem unpackbar derben Ton!), denen jeder zustimmt oder eh jeder weiß, aber „andere Politiker“ so nie sagen würden. Damit bricht er ein System des „eine Hand wäscht die andere“ oder „das machen ja alle so“ auf … ein System, in das sich die Blauen ebenso wie die Grünen längst eingefügt haben.
Aber wie gesagt … er hat NULL politische Talent oder Gespür! Die Debatte in „Im Zentrum“ war unglaublich anstrengend und ungefähr so wie wenn man mit einem an Alzheimer leidenden, vulgo senilen Opa ein Gespräch führt. Es geht nicht! Immer wieder kommt der man vom eigentlichen Thema ab und schweift in Geschwafel ab, dem keiner folgen kann. Dazwischen Highlights der politishen Incorrectness, die imponieren und lustig sind.
Hätte der Mann nicht Milliarden im Rücken – er würde schlicht ausgelacht werden! Nur sein Macher-Image und seine Milliarden UND eben die Ausgangssituation machen ihn überhaupt „ernst nehmbar“!
Falls er bis zur Wahl durchhält und ihm nicht die Luft ausgeht (FALLS!!!), wird er sicher ins Parlament einziehen … und er ist dann deshalb ernst zu nehmen, weil er möglicherweise dann das Zünglein an der Waage für die Mehrheitsbeschaffung einer möglichen Koalition ist. Und da er nicht viel mehr Ideen hat als Steuern senken, Wirtschaft, Wirtschaft, Wirtschaft und oberflächlich a bissl den kleinen Mann helfen (bloß keine Arbeitnehmerrechte … nur milde Gaben auf freiwilliger Basis der Unternehmer und nur in den Betrieben!!!) … wird es wohl Schwarz-Blau-Stronach werden. Vielleicht bei der Regierungsverliebtheit der Sozialdemokraten auch ein erneuter Ausverkauf sozialdemokratischer Werte … jedenfalls MORE OF THE SAME!
Stronach ist Teil des Systems … vom Neoliberalismus trennt ihn nur die Abneigung gegen Banken und das Finanzsystem. That’s it! Er ist also zwar ernst zu nehmen … aber es ist von ihm keine Systemänderung zu erwarten. Das ist aber auch von anderen Parteien nicht zu erwarten … außer vielleicht von den PIRATEN (wenn sie könnten, als symbolischer Anfang falls sie ins Parlament kommen oder wenn sie – Sci-Fi-Fantasy-Welten lassen grüßen – doch mit einer satten Mehrheit ausgestattet werden).
Und somit: Es wird ein lustiger Wahlkampf, es wird sich nichts verbessern … aber Stronach’s antreten allein schwächt jene Kräfte, die das System ändern wollen, das zu all den Krisen der vergangenen Jahre geführt hat. 🙁
Allerdings würde ich den Linken eine Figur mit politischem Talent wünschen, die einen ähnlichen Kurs des Anti-Establishment fahren und der politischen Incorrectness! Das ist genau die Strategie, die das System bewegen kann! IMO
[…] wenn ich jeden Euro umdrehen müsste. Alles ein bisserl Scheisse nennt das Tom Schaffer in seiner exzellenten Analyse von heute […]
Definitiv einer der besten Artikel, die ich seit langem gelesen habe. Wunderbar geschrieben, danke 🙂
Liest sich wie ein hochnotpeinliches Gejammere von Journalisten, die mit einem „Politiker“ oder der es werden will(oder auch nicht) nicht zu Rande kommen. Selten etwas peinlicheres gelesen.
Übrigens wurde die SPÖ vergessen, die sich heute im UA auch nicht mit Ruhm bekleckert hat.
Aber aus dem Artikel kann man die politische Orientierung auch schon herauslesen.
Der Frank Stronach ist eine Gefahr für die Mittelschicht und die Armen. So wie ich das verstehe sollen die die eh schon viel haben, Menschen denen es eh gut geht, die Möglichkeit haben sich weiter zu bereichern. Im Prinzip ist das System ja gut durchdacht nur muss man sich das so vorstellen wie einen fahrenden Zug, wer die Kraft (in diesem Fall das Geld) nicht hat und auf den Zug aufspringt (in diesem Fall die Geldreserven) der bleibt zurück da der Staat noch weniger hat und mehr ausgebeutet wird.
Der Staat würde noch mehr auf kosten der Bürger existieren und die, wie erwähnt, die eh viel haben hätten immer mehr.
Der American-Dream Made in Austria, ein zum scheitern verurteiltes Projekt.
Der Fränk wird aber auch viele Wähler aus dem Grund bekommen, da viele so sein wollen wie er. Und wenn einer wie er sagt, jeder kann Reich werden, seht mich an, dann glauben das die Leute und hoffen bzw. glauben auch das er dies jedem ermöglicht.
Nun, Ansätze sind schon da, Möglichkeiten sowieso aber eben nur für die die eh schon haben. Der Reichtum wäre käuflich, ein System das erzwungenes Glück bietet aber eben auf Kosten der Armen.
Ach da wäre noch etwas, Stronach wird zunehmend „verstracht“. Ein Begriff der die Opferrolle beschreibt in der auch der HC Strache sich gerne positioniert um so seine Verteidiger (die Wählerschaft) zu stärken und für mehr Unterstützung zu animieren.
Ich stelle die verstrachung auf Facebook bei vielen Diskussionen mittlerweile fest und das ist ein Spiegelbild der meisten FPÖ Gedanken und Diskussionen. Schlimm.
Toller Artikel übrigens, wirklich gut geschrieben.
LG,
Safet von blogplus.at
@reini: „Liest sich wie ein hochnotpeinliches Gejammere von Journalisten, die mit einem “Politiker” oder der es werden will(oder auch nicht) nicht zu Rande kommen.“
Es gibt kein „zu Rande kommen“ mit Leuten, die dich überhaupt nicht beachten und null Respekt vor dir aufbringen. Würde ein Journalist die nötige Frechheit an den Tag legen, um Stronach herausfordern zu können, würde ihm das kein Publikum der Welt verzeihen. (Frag mal Armin Wolf, was für Reaktionen er bekommt, wenn er ein aggressiveres Interview führt. Das dankt ihm der Durchschnittsseher nicht).
Schau dir mal an wie Stronach auf Christian Rainer bei Im Zentrum reagiert. Pure Verachtung, tiefste Polemik. Gerade dass er ihn nicht anspringt. Wie willst du mit so einem Menschen sprechen? Beim ersten kritischen Wort fährt dir Typ mit dem Hintern ins Gesicht – ist es das, was du an einem Politiker gut findest?
Wenn ja, ok. Das ist deine Sache. Ohne die kritische Distanz zu den Problemen des Journalismus in Österreich zu verlieren (ich habe meine Analyse ja mit einer Journalismuskritik begonnen): Ich will so eine politische Kultur nicht. Vermutlich denkst du, dass alle Journalisten das verdient haben. Ich sehe das anders. Ich sehe Politiker in der Pflicht sich gegenüber der Öffentlichkeit zu rechtfertigen. Und ich sehe Medien und Journalisten als Vermittler dieser Öffentlichkeit. Stronach hütet sich übrigens eher, das mit Journalisten zu machen, die in tatsächlich korrupten Medien sitzen. Denn die sind nicht gegen ihn. Er macht es mit denen, deren Leser ihn sowieso nicht wählen und macht ein politisches Spektakel daraus. Er schauspielert einen Systemkampf und macht die Leute die ihm zurecht kritisch gesinnt sind zu Sündenböcken.
Natürlich ist Stronachs primär ein Problem für Journalisten. Aber wenn Journalisten ihre Arbeit nicht machen können, weil ein Politiker findet, er hat es nicht nötig, mit denen zu sprechen, die die Menschen informieren wollen, dann wird es auch eines für die Öffentlichkeit.
„Übrigens wurde die SPÖ vergessen“
Ich habe auch Barack Obama nicht erwähnt. Der Artikel ist lang genug. Das Thema hier sind Stronachs politische Ambitionen, nicht die ganze Welt. Um die SPÖ und den Untersuchungsausschuss ging es vor einigen Tagen hier http://zurpolitik.com/2012/09/20/der-u-ausschuss-muss-weitergehen-video/
toller Artikel! Eine Frage, darf man das: “ Er überfordert den Journalismus und damit die Kritik mit seiner unbefragbaren Art. “ als Kritik an unseren ORF-Journalisten verstehen?
Ich persönlich kann mit den seit Jahren im Vordergrund stehenden Journalisten des ORF nichts anfangen, selbst ein Dörfler windet sich locker raus!
Gerade den Artikel ein zweites Mal überflogen und die Kommentare + Statements von dir dazu. Ist wohl nicht als Kritik an den Journalisten gedacht, sondern dass Stronach journalistische Arbeit verunmöglicht. Wenn dem so ist, möchte ich ganz entschieden widersprechen! Wir haben in Österreich leider eine sehr sehr seichte Debattier- und Diskussionskultur und damit meine ich nicht, dass wir zu viel gecoachte Leute und zu viele „nicht Ausprechen-Lasser“ haben, sondern dass das Repertoire an Techniken der Leute sehr gering ist und hier muss ich sehr sehr viele Journalisten von Rang und Namen in diesem Land mit hineinnehmen. Stronachs Art ist seine Art, er kann und darf so sprechen. Die Journalisten sollten vor dem Interview vielleicht 30min darin investieren, wie man so jemanden aushebeln kann. Lou Lorenz-Dittelbacher hat dies bei ihrem Interview sicher nicht getan (und wenn, wäre es noch desaströser), Christian Rainer auch nicht. Es herrscht eine Überheblichkeit von „wir sind eh besser, haben das schon oft gemacht, können das aus dem Stand“.
Gegen Stronach reden bzw. seine kuriosen Ideen kritisieren (akà Schilling) führt zu nichts, also lasst ihn reden und weiterreden und weiterreden und macht vielleicht schon vor dem Gespräch ein paar Regeln aus, an die sich alle zu halten haben (keine klar beschränkenden Regeln, sondern faire Regeln), ich weiß, dass dies der ORF seit Jahren bei wichtigen Gesprächen nicht tut und finde es unverständlich.
Es ist Kritik an beiden Seiten im Artikel. An gewissen Journalisten – nicht nur auf den ORF beschränkt – die sich oft nicht mehr die Mühe einer inhaltlichen Auseinandersetzung machen, sondern eben probieren, den Gesprächspartner auf Formalitäten aufzublatteln.
Und an Politikern, die eigentlich keine Gesprächspartnermehr sein wollen, sondern humanoide Phrasendrescher abgeben. Stronach ist ein Extrembeispiel davon.
Insgesamt ergibt das genau so ein Bild, wie das wovon du sprichst. Es wird kaum noch über Sachthemen gesprochen, sondern nur noch darüber, wer sich jetzt mit welchen Trick wie gut rausgewunden hat, oder welcher Kniff des Journalisten dem Politiker einen depperten Sager entlockt hat. Was soll denn das für eine beschissene politische Kultur sein bitteschön?
Es braucht auf beiden Seiten den Willen zu einem ehrlichen Gespräch.
Und NEIN. Um Gottes Willen! Es ist eben keine Lösung für einen Journalisten, den Typen einfach reden und reden und reden zu lassen, bis er seine zwanzigste Großmutterlgeschichte erzählt hat und müde wird. Journalisten wollen und müssen Fragen stellen. Wenn Stronach selbst entscheiden will, was er eine Stunde lang erzählt, muss er sich eine Stunde Werbezeit kaufen. Wenn er in eine journalistische Sendung geht, dann hat er Fragen zu beantworten.
Danke für die Antwort, beim letzten Absatz hast du mich aufgrund meiner unklaren Ausdrucksweise nicht verstanden. Natürlich soll er nicht nur reden und alle hören seinen gesalbten Worten zu, aber die Fragen sollen ihn nicht jedes mal reflexartig in Abwehrposition bringen, sondern versuchen sein Gerede weiterzuführen, bis man, zum vielleicht nicht vorhandenen Punkt kommt. Alles andere hat bisher offensichtlich nicht funktioniert. (Ich verstehe nicht, warum man Frank Stronach immer wieder die Bühne gibt, aber die Spielregeln gleich lässt.)
Eine weitere Möglichkeit, ich setze einen Moderator rein, der Stronach überfährt. Im idealen Fall wäre dies ein Journalist, denn Stronach nicht kennt, der männlich ist (seine Abfälligkeit gegenüber Frauen ist grässlichst) und aufgrund seiner Physis (1,90m, 130kg schwer) Frank Stronach schon bedrängt.
In den USA gibt es viele Leute mit dem Diskussionsstil, den Stronach zum Besten gibt, aber es gibt dort auch viele Moderatoren die damit ohne große Schwierigkeiten zurecht kommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies heimischen Journalisten nicht bekannt ist.
Btw. Journalisten müssen Fragen stellen, sicherlich, aber ob sie das überhaupt wollen, ist mir aktuell nicht mehr klar.
Toller Artikel und spannende Diskussion!
*** POST-POLITIK ***
Wenn Stronach von Politik spricht, dann meint er offenbar Politik-Politik. Gemäß dieser Definition ist er tatsächlich kein Politiker, wohl aber viele Journalisten, Chefredakteure und Politikberater.
Stronach ist ein postmoderner Politiker, oder Post-Politiker. Er dekonstruiert den politischen Diskurs und insofern ist er genial.
Es ist offensichtlich, dass Chefredakteure, Politikberater und Politilogen intensive politische inhaltliche und personelle Überzeugungen und Präferenzen haben; sowie natürlich materielle Interessen.
Im Gegensatz zu Strache und anderen ortert er aber keine nebulöse und unpersönliche linke Journalistenverschwörung. Das weisen Journalisten locker ab und fühlen sich auch nicht persönlich angesprochen.
Stronach betreibt Jiu Jitsu, indem er Journalisten&Co persönlich ins Rampenlicht holt, die Maske der Objektivität und Distanz vom Gesicht reisst und sie persönlich gar mit dem „Du“ anspricht. Gleichzeitig sagt er, dass Politiker, Journalisten&Co persönlich ganz nette Leute sind, was zeigt, dass er es sportlich nimmt und nicht so wehleidig wie Strache ist.
Damit bringt er die Politik-Politiker völlig aus dem Konzept, weil sie es gewohnt sind aus der Deckung des Soufleurkastens oder des Beleuchtungs-Pults das politische Schauspiel zu beeinflussen.
Witzig ist, dass Blumenau doppelt und dreifach beteuert Stronach eh für einen Dödel zu halten, um in seinem Milieu kein Ansehen zu verlieren. Stronachs Dekonstruktion wäre laut Blumenau nur ein zufälliges Produkt seiner Senilität. Ich hingegen sehe hier schon eine gewisse Bauernschläue am Werk.
*** REFORMPOLITIK ***
Stronach wird vorgeworfen, nichts neues zu sagen. Das stimmt. Den Vorwruf kann man auch der etablierten Opposition machen, sowie den unzähligen Partei-Neugründungen in letzter Zeit, sowie Voggenhubers MeinOE-Projekt.
Die Tatsache, dass es in der Reformpolitik keine neue Ideen gibt, zeigt, dass es nicht an den Ideen mangelt. Solange die Kosten der relevanten Entscheidungsträger und Interessensgruppen für’s Sesselkleben und Reformverweigern nicht den Nutzen der Reform übersteigt, wird sich nichts ändern.
Stronachs Partei, Piraten oder jede andere Partei, die den Etablierten Stimmen und politisches Kapital wegnehmen, können also Teil der Lösung sein. Wenn sich diese Parteien auch korrumpieren lassen, dann kommt eben die nächste Reformpartei zum Zug. Solange, bis sich etwas ändert.
*** INHALTE / EXPERTITIS ***
Ich bezweifle, dass Stronach überhaupt von der Schuldenbremse weiß. Kritik an dieser ist beim Establishment anzubringen, die diese urplötzlich als alternativlos eingeführt hat, obwohl sie eine Woche zuvor noch als rechstopulistisches Hirngespinst galt.
Auf Expertisen und Orakelsprüche von OECD oder sonstigen (vorselektierten) Experten und (fragwürdigen) Studien beruft sich ganz besonders die etablierte Mitte. Diese Unart hat Stronach nicht erfunden. Folglich kann er hier auch nicht Hauptaddressat der Kritik sein.
Neoliberal ist Stronach leider nicht. Eine neoliberale Partei fehlt in Österreich. Eine 40%-Flat-Tax haben wir defacto.
*** KÖRPERGRÖßE ***
190cm + 130kg = entweder extrem fettleibig, oder Steroid-Junkie.
Der durchschnittliche amerikanische CEO ist 187cm groß. Ein alter Hase wie Stronach wird sich davon nicht beeidrucken lassen.
Grundsätzlich stimme ich aber zu, dass Statur, Maskulinität und Physiognomie durchaus relevante Faktoren sind.
*** POST-POLITIK ***
Wenn Stronach von Politik spricht, dann meint er offenbar Politik-Politik. Gemäß dieser Definition ist er tatsächlich kein Politiker, wohl aber viele Journalisten, Chefredakteure und Politikberater.
Stronach ist ein postmoderner Politiker, oder Post-Politiker. Er dekonstruiert den politischen Diskurs und insofern ist er genial.
Es ist offensichtlich, dass Chefredakteure, Politikberater und Politilogen intensive politische inhaltliche und personelle Überzeugungen und Präferenzen haben; sowie natürlich materielle Interessen.
Im Gegensatz zu Strache und anderen ortert er aber keine nebulöse und unpersönliche linke Journalistenverschwörung. Das weisen Journalisten locker ab und fühlen sich auch nicht persönlich angesprochen.
Stronach betreibt Jiu Jitsu, indem er Journalisten&Co persönlich ins Rampenlicht holt, die Maske der Objektivität und Distanz vom Gesicht reisst und sie persönlich gar mit dem „Du“ anspricht. Gleichzeitig sagt er, dass Politiker, Journalisten&Co persönlich ganz nette Leute sind, was zeigt, dass er es sportlich nimmt und nicht so wehleidig wie Strache ist.
Damit bringt er die Politik-Politiker völlig aus dem Konzept, weil sie es gewohnt sind aus der Deckung des Soufleurkastens oder des Beleuchtungs-Pults das politische Schauspiel zu beeinflussen.
Witzig ist, dass Blumenau doppelt und dreifach beteuert Stronach eh für einen Dödel zu halten, um in seinem Milieu kein Ansehen zu verlieren. Stronachs Dekonstruktion wäre laut Blumenau nur ein zufälliges Produkt seiner Senilität. Ich hingegen sehe hier schon eine gewisse Bauernschläue am Werk.
*** REFORMPOLITIK ***
Stronach wird vorgeworfen, nichts neues zu sagen. Das stimmt. Den Vorwruf kann man auch der etablierten Opposition machen, sowie den unzähligen Partei-Neugründungen in letzter Zeit, sowie Voggenhubers MeinOE-Projekt.
Die Tatsache, dass es in der Reformpolitik keine neue Ideen gibt, zeigt, dass es nicht an den Ideen mangelt. Solange die Kosten der relevanten Entscheidungsträger und Interessensgruppen für’s Sesselkleben und Reformverweigern nicht den Nutzen der Reform übersteigt, wird sich nichts ändern.
Stronachs Partei, Piraten oder jede andere Partei, die den Etablierten Stimmen und politisches Kapital wegnehmen, können also Teil der Lösung sein. Wenn sich diese Parteien auch korrumpieren lassen, dann kommt eben die nächste Reformpartei zum Zug. Solange, bis sich etwas ändert.
*** INHALTE / EXPERTITIS ***
Ich bezweifle, dass Stronach überhaupt von der Schuldenbremse weiß. Kritik an dieser ist beim Establishment anzubringen, die diese urplötzlich als alternativlos eingeführt hat, obwohl sie eine Woche zuvor noch als rechstopulistisches Hirngespinst galt.
Auf Expertisen und Orakelsprüche von OECD oder sonstigen (vorselektierten) Experten und (fragwürdigen) Studien beruft sich ganz besonders die etablierte Mitte. Diese Unart hat Stronach nicht erfunden. Folglich kann er hier auch nicht Hauptaddressat der Kritik sein.
Neoliberal ist Stronach leider nicht. Eine neoliberale Partei fehlt in Österreich. Eine 40%-Flat-Tax haben wir defacto.
*** KÖRPERGRÖßE ***
190cm + 130kg = entweder extrem fettleibig, oder Steroid-Junkie.
Der durchschnittliche amerikanische CEO ist 187cm groß. Ein alter Hase wie Stronach wird sich davon nicht beeidrucken lassen.
Grundsätzlich stimme ich aber zu, dass Statur, Maskulinität und Physiognomie durchaus relevante Faktoren sind.
P.S.: (Falls die Formatierung dieses Postings besser aussieht, dann bitte das letzte Löschen. Vielleicht liegt es an meinen Schriftarten, dass die Zeilenabstände meistens anders aussehen, als ich mir das wünsche.
interessanter Beitrag!Ich hatte zuerst ja nicht die Demagogie- sondern die Technokratieassoziation. Ich finde der ORF sollte sich fragen, warum er Stronach zu einem Zeitpunkt wo weder ein definitives Parteiprogramm noch alle Parteimitglieder feststehen, eine derartige mediale Bühne gewährt. Genauso darf er auch bei News unverdient als Coverboy posieren. Die, die sich zurecht darüber aufregen, dass sich hier einer PolitikerInnen kauft, unterstützen ihn eifrigst durch gratis Werbeeinschaltungen.
Stronach verkörpert viel stärker den starken Mann, als es ein Strache je tun könnte. Er ist im doppelten Wortsinn der “rechte” Mann zur “rechten” Zeit. Auch in anderen Ländern (vor allem: Griechenland, Italien, Spanien) geben Technokraten den Takt vor, sie geben sich als Rationalisten, die vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise scheinbar alternativlose Entscheidungen zu treffen haben. In Wikipedia steht ganz treffend zu Technokratie: “Im Vordergrund steht die rationale, effektive Planung und Durchführung zielorientierter Vorhaben. Während sich die Aufmerksamkeit ganz auf Mittel und Wege konzentriert, verringert sich die Bedeutung demokratischer Willensbildung und politischer Entscheidungsprozesse hinsichtlich der Wahl gesellschaftlicher Ziele. Technokraten bilden ihre Thesen auf der Tatsache, dass es keinen ideologischen Weg gibt, die staatliche Stabilität aufzubauen und somit für das Wohl der Menschen zu sorgen. Technokratische Kabinette sind meist typische Vertreter der parteilosen Regierungen, und werden in Zeiten parteipolitscher Wirren installiert”. Die paradoxe Parteibezeichnung “Team Stronach” deutet ja schon auf die autoritäre Färbung hin, seine Kommentare bei der ORF “Im Zentrums” – Diskussion (ua.: er diskutiere nicht, gibt aber gerne Auskunft) bestätigen nur noch die Vermutung. Die neue Chefredakteurin des Wirtschaftsblatt macht dann auch den Vergleich mit Berlusconi und dessen Aufstieg in Italien. Stronachs technokratische Grundhaltung zeigt sich überdeutlich in der reinen Fixierung auf Wirtschaftsthemen. So steht in dem noch in Bearbeitung befindlichen Grundsatzprogramm: “Der Arbeitnehmer ist für uns das wichtigste Kapital….Die Jugend ist das größte Kapital einer Gesellschaft und muss deshalb gefördert, gefordert und unterstützt werden!…Es ist an der Zeit, unseren Polizeiapparat wettbewerbsfähig zu machen, um dieser Herausforderung entsprechend begegnen zu können! Unser Bildungssystem ist dringend reformbedürftig. Wenn wir nicht umgehend handeln, werden wir noch weiter zurückfallen, womit unser Wohlstand massiv gefährdet ist!”
Stronach wird einen personalisierten Wahlkampf führen, der im Unterschied zu Strache oder Haider auch wirklich nur die Person und nicht auch die Idee (z.B. Antiausländerthemen) transportiert. Stronach zu wählen bedeutet jemanden seine Stimme zu geben, der es offensichtlich aus eigener Kraft geschafft hat. Dieses Wahlmotiv ist stark rückwärtsgewandt und zieht seine Kraft aus Stronachs wirtschaftlichen Werdegang. Nicht umsonst ist er stets darum bemüht sich als Antipolitiker zu generieren, der dann konsequenterweise auch jegliche Ambitionen auf ein Amt weit von sich weist, sondern lediglich Österreich nach vorne bringen möchte. Der starke Mann auf den viele so lange gewartet haben, voilá hier ist er und wie jeder echte starke Mann ist er niemanden verantwortlich außer sich selbst.
Was an Stronach ist denn „intellektuellenfeindlich“?
Ich war damals Gast bei seinem Vortrag an der TU Wien. Damals forderte er Studierende auf, sich in seiner neu zu gründenden Partei zu engagieren, weil wir – Zitat – eine „Revolution“ brauchten, „keine zerstörerische Revolution, sondern eine Revolution des Geistes“. Und hierfür seien Studierende besonders geeignet, weil sie über „das Wissen“ und „das Denken“ verfügen.
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