Ich wusste gar nicht, dass es welche gibt. Und zwei Straßen für eine Stadt von zwei Millionen Menschen machen das Kraut auch nicht fett, darum vermeide ich da mal größeren Pathos. Aber wenn man liest…
„Zudem müsse es künftig einen offiziellen Betreiber geben, der bei Unfällen – etwa durch Kollisionen mit Bäumen oder Hauswänden – verantwortlich gemacht werden könne. „Nur ein Schild mit ‚Eltern haften für ihre Kinder‘ aufzustellen, reicht nicht“, betonte der Leiter der MA 48.“
… fragt man sich echt, wie wir das am Land immer selbst ohne solche Schilder überlebt und gelöst haben.
13 Antworten auf „Wien sperrt Rodelstraßen zu“
Wir haben es überlebt – und überleben es auch heute noch – einzig und allein Dank Glück. Und weil wir alle Indianer sind, kennen wir auch bei übelsten Blessuren keinen Schmerz. So schaut´s aus ^^
Suche nach „Rodelunfall Österreich“: 7160 Resultate
Suche nach „Rodelunfall Österreich tödlich“: 3900 Resultate
(bei google)
Ich bin ja nicht aus Österreich, sondern aus einem Land ohne Berge und Wintersport. Meine Erinnerungen an „Kindheit und Wintersport“ ist die, dass die Leute reihenweise mit gebrochenen Gliedmaßen daraus zurückkamen. Mir erscheint das deshalb gar nicht so unsinnvoll, beim Rodeln auf die Sicherheit zu achten.
Das Argument „früher ging’s auch und wir sind nicht dran gestorben“ könnten auch alle Menschen, die ohne Gurtpflicht Auto gefahren sind, eben der Gurtpflicht entgegenhalten.
Es geht ja nicht darum, fahrlässig zu handeln, gar nicht auf Sicherheit zu achten und da irgendwo in Schusslinie einen Stachldraht stehen zu lassen. Aber das zuzudrehen, weils einen verantwortlichen Betreiber braucht, der haften soll (während in ganz Österreich hunderttausende Kinder zeitgleich und seit jeher genau dasselbe unter sicherlich oft noch viel abenteuerlicheren Bedingungen als einer abgesperrten Straße tun – ohne einen solchen Betreiber), ist einfach unsinnig. Wenn Eltern ihr Kind etwas tun lassen, und es sich dabei verletzt, dann brauchts keinen anderen Verantwortlichen dafür, als die Eltern selbst.
Wir sind zuhause auch auf einer asphaltierten Straße der Gemeinde gerodelt (im Sommer sogar noch brutaler, auf den Skateboards sitzend – manchmal wenn ich zurückdenke, frag ich mich, wie wir das alles wirklich überlebt haben). Die war natürlich nicht so stark befahren, aber auch nicht abgesperrt – weshalb die Autofahrer vorsichtig gefahren sind und wir an kritischen Stellen aufgepasst haben. Ich glaube nicht, dass jemand auf die Idee gekommen wäre, die Gemeinde dafür verantwortlich zu machen, wenns einen von uns um einen Laternenmast gewickelt hätte. Zumindest hätte es etwas wirklich absurdes an sich gehabt.
am land sind wir damals aber auch nicht in der stadt gerodelt 😉
aber eben auch nicht auf abgesperrten straßen. 😉
Und warum sollte eine Gemeinde dann eine Straße absperren, nicht streuen, sie zur Rodelbahn erklären und dann keine Verantwortung übernehmen?
Es hindert ja niemanden daran, zu rodeln? Die Gemeindeverwaltung will nur nicht für Unfälle verantwortlich gemacht werden, nachdem sie festgestellt hat, dass die bisherigen „Rodelstraßen“ unsicher waren.
Wenn ich feststelle, dass eine Einrichtung, die ich betreue, gefährlich ist und ich schließe sie nicht bzw. betreibe sie weiter, ohne die Mängel zu beheben, handle ich grob fahrlässig. Dass jemand anderes woanders genauso oder noch fahrlässiger auf Eigenverantwortung handelt, ist keine Entschuldigung, selbst so zu handeln, oder?
Was hättet ihr denn gesagt, wenn sich ein Kind schwer verletzt hätte und es wäre rausgekommen, dass die MA48 von dem Risiko gewusst und die Rodelstraße trotzdem als solche gekennzeichnet hätte?
Ich bin durchaus nicht für Sicherheitswahn oder gar Hygienismus, aber ich kann verstehen, wenn eine Verwaltung beschließt etwas nicht zu betreiben, weil es gefährlich ist.
Wir nähern uns halt mit riesen Schritten dem alles bis ins kleinste Detail regelnden Nannystaat, der Eigenverantwortung gänzlich ausschließt und wo jeder jeden jederzeit verklagen kann. Du musst aber aufpassen, wenn Du dagegen schreibst. Da kann man nämlich ganz schnell ins Nazieck gestellt werden… 😉
Am Land wohnen nicht zwei Millionen Leute auf engstem Raum zusammen. End of story (IMHO).
Sind hindernisse auf rodelbahnen deshalb weniger schmerzhaft, wenn ein kind in sie reinfährt? Und eltern weniger dafür verantwortlich, ob sie ihr kind an einem hang rodeln lassen oder nicht?
1. Nein, aber das Risiko ist um Größenordnungen geringen (Stadt-Straße vs. verschneiter Hang im Waldviertel)
2. Nein, weil die (gesetzlich geregelte) Verantwortung der Eltern ggü. dem Kind vom Alter und nicht von der Situation abhängt und damit nichts mit dem Beispiel zu tun hat.
Das Risiko auf einer abgesperrten Straße ist eben nicht um Größenordnungen größer. Wir Landkinder rodelten auch auf Straßen – im Normalfall haben wir das auf unabgesperrten gemacht. Ich behaupte ohne die Wiener Strecken zu kennen, dass ich hier am Land dutzende gefährlichere und ungeregeltere Strecken überlebt habe. 😉
Nochmal zur Rekapitulation: Es geht darum, dass Wien diese Spielgelegenheit nun nicht mehr anbietet, weil dort nur dieselben Bedingungen vorzuginden sind, die es auch überall sonst in Österreich gibt.
Mein Gott in Wien gibts noch viel absurderes.
Beispiel:
Drei Tage waren wir bei Verwandten in Wien. Der Kleine (3 Monate) hatte unsere ganzen Windelvorräte zugeschissen. Wir hatten nicht genug Windeln dabei und die wir dabei hatten waren plötzlich irgendwie zu klein. Ein kleiner Wachstumsschub mal wieder. Naja, die Lage war beschissen. Aber kein Problem dachten wir. Kurzer Ausflug in den Prater an den Wintermarkt zum Punschtrinken, wir können ja beim dortigen Billa ein paar Windeln am 26.12. nachkaufen.
Reisebedarf darf schliesslich verkauft werden und was ist mehr Reisebedarf als Windeln?
Aber denkste. Damenstrumpfhosen und CD-Rohlinge dürfen an Sonn- und Feiertagen verkauft werden. Sogar Grosspackungen von Babytüchern dürfen verkauft werden, aber Windeln dürfen laut Wiener Marktamt nicht verkauft werden an einem Feiertag, da Windeln ja kein Reisebedarf sind. Die Verkäuferin, ohnehin im Laden, weigerte sich eine Packung Windeln über das Band zu ziehen.
In welcher Stadt ausserhalb Österreichs gibts das?
Eine Millionenstadt und keine Möglichkeit Windeln zu kaufen. Wem ist damit geholfen? Der Verkäuferin die sich von meiner Frau anschnauzen lassen durfte weil völlig entnervt? Der Wiener Wirtschaft? Der Gewerkschaft höchstens, weil diese so eine Existenzberechtigung hat, da sie schliesslich weltfremde Listen erstellen muss, was Reisebedarf ist und was nicht.
Also in Wien wundert mich nix mehr.
Vielleicht hätte man die Verkäuferin statt sie anzuschnauzen drum bitten sollen, den Code doch ausnahmsweise am nächsten Tag drüberzuziehen? *klugscheiss*
Na im ernst: is natürlich eine dezent absurde Erfahrung, Find ich aber auch nicht absuder als zustände in städten in denen man um 3 uhr früh eine waschmaschine kaufen gehen kann, weil das zu dürfen angeblich der einzige Schutz vor einem sozialistischen Superstaat ist 😉