Am Abend vor den Protesten gegen den Akademikerball der FPÖ komme ich mit einer kleinen Gruppe Studierender ins Gespräch. Schnell wird klar, dass sie morgen mit dem „Schwarzen Block“ mitmachen wollen, der bekannt ist für seine Gewaltbereitschaft. „Warum wollt ihr mit dem „Schwarzen Block“ mitmachen?“, frage ich. „Es gibt ja auch die zivilgesellschaftliche Demo der Offensive gegen Rechts.“
Nur sehr schleppend kommen die Antworten: „Ich finde einfach, dass Aktionismus wichtig ist.“ – „Es macht einfach mehr Spaß.“ – „Die Burschis haben nichts anderes verdient.“ Ihnen ist nicht klar, dass sie den Sinn der Proteste mit ihren Eskalationen beschädigen. Sie begreifen nicht, dass sie mit ihren Aktionen viele Menschen von den Protesten abhalten und damit in der Öffentlichkeit folgendes Bild weiter festigen: Linksextreme Randalierer drangsalieren unschuldige Ballgäste. Doch eigentlich sollte der Protest die Aufmerksamkeit auf die rechtsradikalen Umtriebe lenken und nicht auf die Proteste selbst.
Der „Schwarze Block“ und die Antifa sind der Grund, warum viele meiner „progressiven“ Freundinnen und Freunde nicht protestieren. Sie wollen nicht mit gewaltbereiten Gestalten gemeinsam auftreten, obwohl sie den Ball der rechtsextremen Szene ebenfalls ablehnen.
Die selbstverliebte Konzentrationsschwäche der Linken
Der „Schwarze Block“ und die Antifa sind nur die Spitze des Eisberges. Wo auch immer eine Demonstration in Österreich stattfindet – die Proteste für Gehaltserhöhungen für Kindergärtnerinnen und Kindergärtner oder die Proteste gegen frotzelnde Zugangsbeschränkungen an den Unis – es sind immer die gleichen linken Gruppierungen anzutreffen, die in Wirklichkeit gegen den Kapitalismus zu Felde ziehen. Der eigentliche Grund für die Proteste ist für sie ein willkommener Anlass, wieder auf die Straße zu gehen.
Dadurch werden alle möglichen Anliegen in den Topf geworfen: Zugang der Asylwerber zum Arbeitsmarkt, Studiengebühren, Finanztransaktionssteuer, Sexismus, Rechtsextremismus, mehr Demokratie in der EU, usw., usw. Die Liste könnte beinahe ewig fortgesetzt werden. Man kann es die „Selbstverliebte Konzentrationsschwäche der Linken“ nennen. Die meisten linken Gruppierungen kommen nicht ansatzweise auf die Idee anzunehmen „konservative“ Menschen könnten vielleicht in manchen Punkten eine ähnliche Meinung vertreten. Sie beziehen sich nur auf ihren eigenen Diskurs und lassen andere Sichtweisen nicht gelten. Das schadet aber letztlich dem eigentlichen Anliegen.
Nicht nur Linke haben etwas gegen den rechtsradikalen Ball
Die meisten meiner „progressiven“ Freundinnen und Freunde hätten wahrscheinlich nichts gegen die Ansichten der linken Gruppierungen. Meine „konservativen“ Freunde und Freundinnen aber schreckt es ab. Sie haben nichts gegen eine soziale Marktwirtschaft und bei „no border, no nation“ oder „Wir lieben dieses Land und seine Leute nicht“ kommt ihnen die Galle hoch. Dennoch sind auch sie gegen den rechtsextremen Ball in der Hofburg. Sie empfinden dieses Treffen der Rechtsextremen als Schande für das internationale Renommee der Republik Österreich. Sie haben prinzipiell nichts gegen Burschenschaften. Wenn aber sogar „liberale“ Burschenschaften in Deutschland wegen „fremdem Blut“ ihrer Mitglieder ausgeschossen werden und vor dem horrenden Antisemitismus und von „Arierparagraphen“ in den österreichischen Burschenschaften warnen, werden auch „Konservative“ hellhörig.
Jedoch mit linken Positionen zu Flüchtlingen, Nation und Kapitalismus haben „Konservative“ gar nichts nichts am Hut haben. Es bleibt ihnen daher nichts anderes übrig als verzweifelte Protestbriefe an die Hofburg GmbH zu schreiben oder ihren Unmut hinunter zu schlucken. Dabei wäre ein breiter Protest möglich und so wichtig, denn er würde schnell zu einem Rauswurf dieses unrühmlichen Balles aus der Hofburg, dem Sitz des Bundespräsidenten, führen.
Der einsame Diskurs der linken Gruppen
Während ich und meine Gruppe bei den Protesten eine Eskalation verhindern konnten, indem wir einen offensichtlich alkoholisierten Antifa-Protestierenden davon abhielten die Polizei und Burschenschafter tätlich anzugreifen und ihm seine Flagge, die er offenbar als Waffe verwenden wollte, abnahmen, hatten andere Gruppen leider weniger Glück. Die FPÖ konnte bei der Albertina mit der Kamera festhalten, wie einer Frau von einem Vermummten direkt ins Gesicht gespuckt wurde und mit Flaschen und Dosen nach ihr und ihrem Begleiter geworfen wurden. Das Traurige sind aber nicht diese Hooligans, sondern die Untätigkeit der umstehenden Protestierenden. Geradezu höhnisch wirkt es dann zu brüllen „Wir sind friedlich, was seid ihr.“ Vor allem, wenn man bedenkt, dass vor in Informationstreffen der „Offensive gegen Rechts“ der Aktionskonsens ausgegeben wurde, dass keine Gewalt angewendet und andere davon abgehalten werden sollen.
Das Ergebnis dieser Entwicklung kann man in den Medien am Tag nach den Protesten sehen. Hier wird von der „Krawallnacht hinter der Hofburg“ berichtet. Als bleibender Eindruck bleibt in der Öffentlichkeit also das Bespucken, das Anpöbeln, das Bewerfen von Bierdosen, Flaschen und Farbbeuteln, oder besonders drastische Parolen wie „Du stinkst bis hierher, du Sau!“. Diese Aktionen beschreiben eine gefährliche Entwicklung: Der Protest radikalisiert sich und ähnelt immer mehr dem Muster von rechtsradikalen Protesten, nur mit verkehrten Vorzeichen. Das eigentliche Problem ist der sich ergebende Teufelskreislauf: Der Protest wird radikaler, weil vernünftige Leute nicht mehr hingehen, dadurch wird der Protest radikaler und vernünftige Leute gehen nicht mehr hin, usw..
Für die Öffentlichkeit und die Medien ist es egal wie friedlich „wir“ waren. Es wird nicht darauf eingegangen wie die Polizei auf uns eingeschlagen und eingetreten hat, obwohl wir nur passiven Widerstand geleistet haben. Das alles wird vergessen, sobald der „Schwarze Block“ und die Antifa in Aktion tritt. Ich kann verstehen, dass es schwierig ist sich von der Polizei, den Burschenschaften oder herumlaufenden Neonazis nicht provozieren zu lassen und, dass es verlockend ist seinen Gefühlen nachzugeben. Aber es hat keinen Sinn, denn es schadet nur der Sache.
Ein paar Punkte, die wir aus den Protesten gegen den Akademikerball 2013 lernen sollten
- Wir müssen in Zukunft den Protest von gewalttätigen Gruppen, wie dem „Schwarzen Block“ und manchen Antifa-Gruppen, ablehnen! Wir können auf ihre gewalttätige Unterstützung verzichten. Es reicht einfach nicht, sich nur oberflächlich von Gewalt zu distanzieren und dennoch im nächsten Punkt festzuhalten: Man solidarisiert sich mit ALLEN Gruppierungen, die gegen den Ball protestieren. Man kann nicht Wasser predigen und Wein trinken. Wir gewinnen mehr Leute, wenn wir diese Gruppen verlieren.
- Wir müssen die Losung „Stark in der Sache, milde in der Art“ ausgeben! Wir dürfen uns nicht auf das gleiche Niveau der Rechtsextremen hinunterziehen lassen. Das macht sie nur noch stärker.
- Wir müssen aufhören mit der selbstverliebten Konzentrationsschwäche! Wir müssen konzentrieren uns auf das Wesentliche, nämlich die Ablehnung des rechtsextremen Treffens. Alle anderen Anliegen haben hinten anzustehen. Es gibt so viele Menschen, die in diesem Punkt unserer Meinung sind, aber aus purem Narzissmus wollen viele linke Gruppierungen gar kein breites Bündnis gegen Rechtsextreme eingehen. Das muss aufhören! Es bringt nichts als einsamer Rufer in der Wüste zu enden und dabei zusehen, wie rechtsextreme Ansichten in die Mitte der Gesellschaft wandern, nur weil man zu fein war Dissonanzen in anderen gesellschaftlichen Bereichen mal kurz beiseite zu lassen.
- Wir müssen uns um ein breites gesellschaftliches Bündnis gegen Rechtsextremismus bemühen! Es gibt viele Fälle, wo es gelungen ist trotz unterschiedlicher politischer Ansichten die Kräfte zu bündeln und gemeinsam Proteste durchzuführen, bspw. bei den Protesten gegen Stuttgart 21, oder um in Österreich zu bleiben in Hainburg. Es ist also nicht unmöglich ideologische Gräben zu überwinden. Wo ein Wille, da ist auch ein Weg.
Gastautor Dominik Hultsch ist Mitglied der steirischen KP. Er verfasste diesen Artikel als „Konkretisierung“ auf diesen Kommentar von zurPolitik-Autor Jakob Arnim-Ellissen in der über.morgen.
21 Antworten auf „Wir sind friedlich, aber der Schwarze Block?“
Wie kann ein Vermummter jemanden bespucken?
Der schwarze Block war komplett friedlich. Leider hat ein Idiot eine Frau angespuckt. Total unnötig!
Genauso unnötig ist aber dafür den „scharzen Block“ verantwortlich zu machen.
P.S. Ohne die „bösen Antifa AktivistInnen“ hätte es nie Proteste gegeben.
ich hab auch einen „vermummten“ gesehen, der in der kärntner straße gegen eine schaufensterscheibe getreten hat. einer…von 30 (mindestens) die zu dem zeitpunkt anwesend waren. so was, genau wie die spuckaktion, SCHREIT förmlich danach, eine geplante aktion von zivilkiwarei zu sein. wer das nicht kapiert und den „schwarzen block“ (den es übrigens nicht als homogene masse gibt) dafür verantwortlich macht, ist entweder dumm oder fördert, wie der autor es eben dem schwarzen block unterstellt, die ziele der rechten.
ich bin übrigens selbst kp – mitglied und schäme mich fast schon, von einem genossen so einen unsinn zu lesen.
außerdem war ich vorgestern selbst „vermummt“. es geht bei black block (ist übrigens eine TAKTIK und keine GRUPPIERUNG) nicht um gewalt, sondern darum, dass man eventuell keine lust hat, auf irgendwelche fpö – videos erkennbar zu sein und vielleicht auch vom freundlichen neonazi von nebenan erkannt zu werden.
edit und nachtrag: schon seltsam, dass auch in diesem artikel mal wieder mit keinem wort erwähnt wird, dass eine ballbesucherin mehrere polizist_innen und demoteilnehmer_innen mit pfefferspray verletzt hat. die propaganda der rechten funktioniert bestens und ein kpö-mitglied macht sich auch noch zum erfüllungsgehilfen. zum speiben.
[…] Hultsch, Mitglied der steirischen KP, verfasste auf zurPolitik.com einen Gastkommentar zur “Konkretisierung” der Debatte, in dem er unter anderem eine Distanzierung von […]
Der Artikel ist noch viel zu nett geschrieben. Es geht nicht darum, dass die Gewalttätigen die ganzen Demonstranten schlecht aussehen lassen. Es geht darum, dass Schwarzer Block/Antifa das Gegenüber als eigentlich recht vernünftig aussehen lässt.
Ich muss ehrlich zugeben, dass mir der WKR-Ball (oder wie auch immer er jetzt heisst) ziemlich wurscht ist. Richtig aufregen tut mich das z.B. dann, wenn Neonazis gegen den „Bombenholocaust“ demonstrieren. Es gibt einfach keine vernünftige Erklärung dafür, dass man Gesetze bricht und seine Gesundheit gefährdet mit dem einzigen Ziel einen Haufen Neonazis als relativ OK aussehen zu lassen.
Vermutlich bestehen ein signifikanter Teil Schwarzen Block und der Antifa entweder aus Leuten, die selber Neonazis sind und sich Agent Provokateur betätigen, oder denen es nur um Gewalt geht und die selber überhaupt keine politische Einstellung haben.
„es geht bei black block (ist übrigens eine TAKTIK und keine GRUPPIERUNG)“…
für wie viele leute ist da ein tatsächlicher unterschied? es ist nicht so als käme jemand, der nicht in einschlägigen kreisen verkehrt, plötzlich auf die idee, zu dieser taktik zu greifen. es ist eher keine durchorganisierte vereinigung, aber doch durchaus eine gruppierung ohne große personalfluktuation oder?
Warum sollten Leute die das Staaten Konzept und gegen Kapitalismus sind gemeinsam mit konservativen gegen Wkr ball demonstrieren?
Mit ist zB internationale ansehen Österreichs schnuppe. Das ganze ist also mehr also nur eine Frage der Aktionsform.
nunja, der große untershied ist, dass in einem black block unkontrolliert einfach leute zugang haben – sowohl diejenigen, die sich vor repression schützen wollen (egal ob gegen staatlich oder in diesem fall auch anti-antifa-leute), als auch diejenigen, die sich das zu nutze machen wollen um unerkannt irgendwas möglicherweise verpöntes zu tun.
wobei: der „black block“ als solcher ist nur an der spitze des nowkr demo-zuges in erscheinung getreten, so zumindest meine wahrnehmung.
das scheint mir auch der hauptkritikpunkt an diesem artikel zu sein – es wird eine attacke einer einzelperson sofort mit dem schwarzen block und mit „der antifa“ verknüpft und als konsequenz gefordert, nicht mehr mit der antifa zusammenzuarbeiten.
das ist,… schwierig.
was ich zB nicht mag, aber auf der demo ein paar mal gesehen habe – offenbar angetrunkene demo-teilnehmer (ohne _innen in dem fall). da haben einige das demo 1×1 nicht gut genug gelesen; rückschlüsse auf ganze gruppen lässt das aber eher nicht zu.
@jfjffjfjf Vermummter wurde bei dieser Situation einfach als Synonym für den schwarz gekleideten Hooligan verwendet, bitte diese kleine Unschärfe entschuldigen. Handelsübliche Sturmmasken, die auch zur Vermummung dienen können, haben übrigens ein Loch zur etwaigen Absonderung von Körperflüssigkeiten. Also es unglaublich es klingt: Es ist in der Tat möglich vermummt zu spucken!
@Markus Ach erzähl mir doch keine Märchen. Schon bei den ersten Protesten gegen Burschenschafter-Treffen in Wien und in ganz Österreich war die KPÖ dabei und nicht bloß die „Antifa“, übrigens eine ebenso heterogene Gruppe wie der „Schwarze Block“. Also tu nicht so als ob die „AntiFa“ die „Hüterin“ der Proteste wäre.
@zivilkiwara Wissen Sie, ich kenne die meisten Neonazis in meiner Heimatstadt in der Steiermark und ich bin mir ziemlich sicher die meisten von denen kennen mich auch von Protesten/Zusammenstößen. Und von den Erzählungen Wiener Genossen weiß ich, dass es in Wien nicht anders ist. Also warum noch vermummen, wenn das Provokatueren in die Hand spielt? Außerdem, wenn ich einer Gruppe Neonazi begegne und sie Lust haben mich zu verprügeln, dann machen die das sowieso. Dafür müssen sie mich gar nicht auf einer Demo gesehen haben.
Was denken Sie schadet dem Protest mehr? Die Rede von Gewaltaktionen in den Medien am nächsten Tag oder mein Text, der versucht einen Diskussionsprozess zu erwirken, damit bei der nächsten Demo mehr Leute mitmachen? Die Burschis haben doch nur darauf gewartet, dass irgendwas passiert, deswegen sind sie auch dauernd blöd vor den Blockaden herumgelaufen. Ich würd mich auch gar nicht wundern, wenn „der Spucker“ eine Neonazi war.
Die Gewalttätigkeiten der letzten Jahren haben aber eindeutig dazu geführt, dass dieses Jahr weniger Leute auf der Straße waren. Die unschönen Seiten dieses Jahr zu diskutieren und darüber zu reflektieren, was wir besser machen könnten um mehr Leute zu gewinnen ist sicher nicht falsch. Das ändert ja nichts daran, dass der WKR-Ball ein Schandmal ist.
Übrigens bin es gewohnt geprügelt zu werden nur weil ich die Dinge differenzierter sehe. Mit unterschiedlichen Meinungen muss in einer politischen Partei eben gerechnet werden.
@ zivilkiwara – bezüglich der Spuckaktion, die nach einer geplanten Aktion der „Zivilkiwara“ „SCHREIT“ – PARANOID?
Ich war selbst bei den Demonstrationen dabei und auch wenn es nicht so ausgeartet ist, wie letztes Mal, muss ich sagen, ich schäme mich, wenn ich linke AktivistInnen rufen höre: „Du stinkst bis hier her, du Sau“ – denn das und viele ähnliche oder schlimmere Aktionen, sind der Stoff den die FPÖ gegen uns verwendet und nicht ein Bericht der dies aufzeigt! Und die Polizei ist nicht automatisch rechts und versucht uns eines auszuwischen. Auch dort arbeiten MENSCHEN mit unterschiedlichen Einstellung. Wenn wir zu solchen Mitteln greifen, dann sind wir nicht besser, als die rechte Szene.
Solang man nicht in irgendeiner Weise, durch ein Amt oder Ähnliches, politisch exponiert ist, hat man in einer Großstadt weitgehend seine Ruhe. Und dem LVT muss man die Arbeit auch nicht unbedingt einfacher machen…egal.
Wer sich vermummen will, soll das tun, und wer es nicht tun will, nicht. Ganz einfach.
Ich kann einfach nur diese bescheuerte Pauschalisierung nicht mehr hören. Von wegen vermummt=gewaltbereit und tendenziell anarchistisch. Hirnloser gehts nicht.
Und Gerede über Gewaltaktionen wirds in den Medien immer geben. Wenns keine echten gibt, macht man sich eben welche (Zivilpolizei). Außerdem finde ich es schlicht lächerlich, einen Farbbeutelwurf oder Wassergespritze als Gewalttat zu bezeichnen.
Der Artikel ist wirklich Schrott. Der „schwarze Block“ hat gar nichts gemacht. Sogar der Polizeipräsident sagt, dass die Demos alle (!) friedlich verlaufen sind. Die Effen freuen sich natürlich über solche Artikel.
Danke für nichts!
Nächstes Jahr gehe ich aus Solidarität im „schwarzen Block“.
Großteils stimmt das sicher. Aber es gibt ein Video und auch glaubwürdige linke Beobachter waren dabei, als dieses Paar über die Straße gehetzt und bespuckt wurde. Ist doch komplett sinnlos, das zu leugnen. Auch Mölzer wird sich wohl kaum selbst mit Farbbeuteln beworfen haben.
Ob die FPÖ sich über so einen Artikel freut oder nicht, muss einem Berichterstatter ziemlich egal sein. Es zählen die Fakten und das begründbare Argument. Ich will solche Vorfälle jedenfalls nicht auf Demos haben, auf die ich gehen will. Sich von derartigen Primitivitäten abzugrenzen, sollte jedem vernunftbegabten Menschen leicht fallen.
@David Wissen Sie, Ziel des Artikels war es meine Gedanken darzulegen, warum die diesjärigen Proteste nicht jene Ausmaße erreicht haben wie letztes Jahr. Sogar die israelitische Kultusgemeinde hat sich auf Grund der Vorkommnisse letztes Jahr distanziert. Meine Absicht war es aufzuzeigen, was getan werden muss, damit die Proteste auf eine breitere Basis gestellt werden können und letztlich dieser rechtsextreme Ball verschwindet. Wenn der Eindruck entstanden ist, dass ich die Proteste als solche schlechtrede, dann war das nicht meine Intention.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass es vielen Protestierenden eigentlich gar nicht darum geht den WKR-Ball aus der Hofburg zu vertreiben. Die Proteste sind für die ansonsten ziemlich gespaltene Linke ein willkommener Anlass sich 1x im Jahr zu treffen, einmal ohne langwierige, ideologische Diskussion einer Meinung sein zu können und ihren Frust über die Zustände rauszulassen.
Diese ganze Diskussion ist eigentlich ziemlich lächerlich. Wie gesagt, ein paar Farbbeutel und ein bisschen heftiges Gepöbel (letzteres war vielleicht unschön) sind noch keine Gewalt. Ansonsten empfehle ich dem Autor und Anhang, in ein paar Tagen mit nach Dresden zu fahren und sich die Lage dort anzuschauen. Von dem Teil der Bevölkerung, den der Autor mit der Distanzierung vom Farbbeutel werfen „mobilisieren“ will, ist, wie man dort sehr schön sieht, höchstens zu erwarten, dass sie am anderen Ende der Stadt mit dem Bürgermeister Würstel fressen und auf die bösen Extremisten schimpfen. Das bringt nichts und dementsprechend ist es mir auch egal, ob 100, 1000 oder 10.000 dieser Leute auf der Straße sind. Drauf geschissen. Da sind mir fünfzig gut organisierte Black Block – Leute, die wenigstens eine anständige Sitzblockade hinbekommen, tausendmal lieber.
Natürlich, am allerliebsten wäre es mir, wenn wir in Wien ebenso wie in Dresden 20.000 Leute auf die Straße bekämen. Aber dann auch wirklich auf die Straße und in die Blockaden und das erreicht man nicht mit Anbiederungsversuchen an die Klientel der immer noch Dollfuß verehrenden ÖVP (überhaupt der größte Witz ever, von deren Wähler_innen antifaschistisches Engagement zu erwarten. Was kommt als nächstes? Der Vorschlag zur Einbindung „moderater FPÖler“ in die Offensive gegen Rechts?), sondern mit Aufbau linker Strukturen und Bündnisse an 365 statt einem Tag im Jahr. Und da ist schon die nächste ganz große Lächerlichkeit: der Autor macht sich über die Zerstrittenheit der österr. Linken lustig, aber diffamiert einen nicht unwesentlichen Teil derselben als dumm und gewaltbereit. Es wär zum Lachen, wenns nicht zum Heulen wär…
Dagegen hat ja auch niemand was. Aber man wird von erwachsenen Menschen noch verlangen dürfen, dass sie nicht brunzdeppert werden und sich von Brunzdepperten die mit ihnen marschieren glaubwürdig distanzieren.
Auf die Moderaten schimpfen, weil die angeblich lieber mit dem Bürgermeister „Würstel fressen“ und dann wegschauen dabei, WARUM die mit gewissen Demos nichts zu tun haben wollen, ist halt eher die kurzsichtig-sektiererische Sicht der Dinge. Hilft im Einsatz gegen Rechtsextremismus genau nicht weiter.
Ich war schon auf NoWKR-Demos, weil der Ball eine Schande ist. Ich bin dann dabei allerdings in der Nähe gewesen, als mit Böllern und Rauchbomben geworfen wurde, die Stimmung aggressiv wurde und Sachbeschädigung stattfanden. Damit will ich wie die meisten vernünftigen Menschen nichts zu tun haben. Und wenn du das noch dreimal lächerlich findest, stimmt die schlichte Diagnose trotzdem: Wer einen breiten Protest gegen Burschenschafterbälle und andere rechtsextreme Umtriebe haben will, der MUSS sich von sowas distanzieren und es eben nicht verharmlosen.
Wer das versäumt, sitzt dann halt mit 50 fähigen Sitzblockierern am Ende allein vor der Hofburg und bildet sich ein, das der Rest der Gesellschaft faschistisch und böse ist.
[…] an eine Partei verteile, deren Mitglieder linke Positionen “kritisieren”, und zwar dafür, dass sie Konservative verschrecken würden. Angefangen damit, dass bemängelt wird, dass immer die gleichen linken Gruppierungen anzutreffen […]
[…] Arnim-Ellissen die Diskussion so richtig los. Dominik Hultsch setzte in seinem Gastkommentar “Wir sind friedlich, aber der Schwarze Block?” auf zurPolitik.com noch einen drauf. Es ist wohl (wieder einmal) Zeit für eine Debatte […]
Die tollen „Antifa“-Kämpfer sind eh nichts anderes als Hooligans in anderem Kleid.
Man stelle sich mal vor so eine Demo wäre vorm Flüchtlingsball.
Wenn da ein paar Deppen „rechtswalzer“ tanze wollen, sollen sie das machen können. Unsere Demokratie wird man durch Farbbeutelschmeissen weder verbessern noch irgendwie sonst weiterbringen.
Traurig fand ich da schon, dass auch die Grünnen es nicht schaffen hier eine klarere Linie zu haben.
Danke für den Artikel, er hat wirklich wichtige Punkte aufgegriffen!
Witziges Video dazu: Extra 3 – Der autonome Supermarkt<
Diese linke Demonstrations(un)kultur mit ihrem gewaltbereiten Rand und den Vereinnahmungsversuchen durch lächerliche, ewig gestrige Anhänger gescheiterter Ideologien gibt es seit Jahrzehnten. Und ebensolange gibt es die Kritik daran seitens moderater Linker und die Aufrufe zur Distanzierung und Abgrenzung. Aber an dem Phänomen, das zur berechenbaren Tradition geworden ist, ändert sich nichts.
[…] Das soll Sachbeschädigungen und Gewaltanwendung auf keinen Fall in ein besseres Licht rücken. Ich habe mich von dieser Demonstrationstaktik schon letztes Jahr distanziert. […]