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Zu den Livestream-Debatten im Audimax

Weil es gerade so traurig aktuell ist, poste ich im Folgenden den Text der paar Plakate, die ich vor einigen Tagen als Reaktion auf dieses hier im Audimax aufhängte. Wenn ihn jemand noch ein paar mal ausdrucken und im Saal sichtbarer machen möchte, hier ist ein PDF.

Die Revolution WIRD getwittert, gestreamt & gefacebooked

Es haben sich in den letzten Tagen Stimmen gegen die Art der Internetnutzung erhoben, die nicht unwidersprochen bleiben sollen. Wichtig ist: Ohne diese Art der Nutzung wäre diese historische Mobilisierung von Studierenden nicht möglich.

Zehntausende Menschen in und außerhalb Wiens und Österreichs verfolgen unsere Aktion über das Internet. Sie werden über die Berichte in sozialen Netzwerken, Blogs, Videos und Streams informiert und motiviert sich auch zu erheben. Die neuen Technologien sind die Infrastruktur dieses dezentralen und mittlerweile international beachteten Bildungsprotests und stellen sicher, dass auch eine Zerschlagung nicht sein Ende wäre.

Natürlich muss man den expliziten Wunsch von Leuten respektieren, nicht einzeln abgebildet zu werden. Aber dies ist ein öffentlicher Massenprotest und jede/n einzeln zu fragen ist nicht praktikabel. Viele große Medien tragen den Protest (noch) nicht mit. Erschweren wir nicht denen, die unsere eigene Massen-Öffentlichkeit herstellen die Arbeit.

RSS-FeedEs ist auch ohne Internetstream allen GegnerInnen dieses offenen Protests möglich, herzukommen und so an die notwendigen Informationen zu gelangen. Vielleicht sind zum Beispiel längst ZivilpolizistInnen unter uns. Das Internet schafft keine echten Zusatzmöglichkeiten für die GegnerInnen. Es stärkt die Vernetzung und Verständigung unter den Befürwortern.

Wir neigen dazu Chancen zu unter- und Gefahren zu überschätzen. Keine Macht der Angst!

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| 31. October 2009

9 Reaktionen bisher

    SaschaP sagt:

    Ja, das kenn ich, in Salzburg beschwerten sich auch einige Aktivistinnen darüber, auf Fotos zu sehen zu sein…

    Leute, mit den heutigen Techniken müsste die Polizei im Zweifelsfall sich nur die “Bänder” des ORF und der anderen Medien sichern und könnte von jedem von uns Profile erstellen…

    und WOVOR habt ihr Angst? Der einzige der den Besetzern schaden könnte wäre der Rektor, nur er darf die Räumung erlauben, keine Regierung darf es.

    Und zu den Zivilpolizisten: Selbst wenn die drin sind, dürfen die nicht mehr als die Situation beobachten.

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    !!! | 31. October 2009 | 00:23
    Karl sagt:

    Danke für Deine klaren Worte. Ich stimme zu. Vielleicht kann man ja zur Diskussion stellen, statt abschalten ein Standbild + Audiostream anzubieten. Dies würde Anonymität wahren (der Audiostream rauscht für Stimmerkennung viel zu sehr) und schafft trotzdem weiterhin die unbedingt notwendige Transparenz für aufgeschlossene und informationshungrige Nicht-StudentInnen.

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    !!! | 31. October 2009 | 00:26
    J. und andere sagt:

    Hallo!
    Da im Piefkeland die Medien das wichtige und mindestens europaweit interessante Thema nicht wirklich abbilden, haben wir erst – nein, nicht erst, sofort, also nur – durch das Netz etwas über die Proteste erfahren. Inzwischen pflegt hier jemand auf Eurem Wiki die int. und nat. Medienberichterstattung und beobachtet die Reaktionen in Blogs.
    Der Stream (und nicht nur der aus dem Audimax, sondern auch die aus der TU Wien, der TU Graz und aus Innsbruck) waren wichtig, um die Dimensionen des Protestes aufzuzeigen und zu veranschaulichen “da geht noch was” und “wir machen weiter/sind noch hier”.
    Die von Euch angesprochenen Themen sind stark vergleichbar mit denen vom Bildungsstreik in Deutschland, ebenso viele der Forderungen. Dies zeigt aus: Hier geht es nicht nur um ein nationales Problem. Viele der Forderungen gehören europaweit durchgesetzt.
    Eine Medienpräsenz im Netz ist dringend erforderlich, eine Vernetzung ohne social media kaum mehr zeitgemäß bzw. im breiten Diskurs nicht mehr denkbar.
    Nutzt alles, was Ihr habt! Schöne Grüße…

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    !!! | 31. October 2009 | 00:31
    Andreas Habicher sagt:

    Der Protest ist eine öffentliche Veranstaltung im öffentlichen Raum und von öffentlichem Interesse – wer an solchen Veranstaltungen teilnimmt, muss damit rechnen, dass er abgebildet wird. Selbst wer auf der Mariahilfer Straße einkauft, muss damit rechnen, dass er im öffentlichen Raum irgendwo fotografiert wird. Bei #unibrennt gibt es dazu noch ein berechtigtes öffentliches Interesse der Allgemeinheit, von den Aktivitäten zu erfahren. Hier ist Zensur, auch Selbstzensur, absolut fehl am Platz. Eine Demo, die nicht fotografiert und nicht gefilmt werden darf, hat ihren eigenen Zweck verloren und findet umsonst statt.

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    !!! | 31. October 2009 | 00:35
    Alex sagt:

    Thumbs up zu dem Beitrag! Mehr kann ich nicht sagen!

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    !!! | 31. October 2009 | 00:44
    Markus sagt:

    Öffentliche Debatte ohne Öffentlichkeit gibts nun mal nicht, duh. Inwiefern wird denn eine Verfolgung befürchtet? Meinungsäußerungen sind doch nicht strafbar…

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    !!! | 31. October 2009 | 02:06

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