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Apple? Na und?

Es ist wieder einmal Zeit für eine kleine Replik. Max Kossatz macht sich Sorgen, dass Apple ein Vertriebsmonopol werden könnte. Ich finde ja, die schönsten Blogposts sind die, welche den Leuten etwas “Angst” nehmen. Und das hier ist wieder so einer.

Apple aber baut ein Content-Distribution-Monopol auf, d.h. sie bestimmen wer überhaupt Information an wen senden darf und somit die Inhalte – und das völlig intransparent

[…]

Sie sind schon weit gekommen, gutes Timing um die Ängste der Musik/Fernseh/Verlage abzufangen.

Um diese Befürchtung zu zerschlagen, hole ich etwas weiter aus. Apple hat ja kürzlich neben einer Reihe belangloser (aha, mhm, ein neuer iPod-Shuffle) bis absurder (ein fingernagelgroßer iPod mit Multitouch) Gadgets ohne jeden Neuwert auch zwei interessantere Dinge angekündet.

Das eine ist die Social Network-Erweiterung “Ping” für iTunes. Das ist eine Kopie von MySpace – Jahre nach dessen größten Erfolgen. Das in Apples abgeschottete Welt zu übertragen, wird einigen dort ansäßigen Fans sicher ganz gut gefallen. Es wird aber für niemanden sonst ein Killerargument sein, um iTunes zu nutzen. Jeder kann schon heute mit jedem Künstler kommunizieren, der daran interessiert ist. Dafür gibt es MySpace, Blogs, Last.FM, Twitter, Facebook und, und, und …

Das andere ist Apple TV. Hier bringt eine kleine Box per W-LAN die Möglichkeit zum Streaming-Fernsehen. Ein an sich attraktives Prinzip, mit einem Preismodell das zu hinterfragen ist: 1 Dollar pro Serienteil, 5 Dollar pro Film – das bin ich (wie auch die Masse der Menschen) nicht bereit auszugeben. Die spendablen Tech-Freaks stößt man vor den Kopf, weil nicht in HD gestreamt wird. Das muss alles nicht so bleiben, aber in dieser angekündigten Form dürfte Apple TV ein reines Nischenprodukt sein. Selbst bei halbiertem Preis mit Full-HD wäre es das in Wahrheit noch.

Ich bin keiner, der Apple per se schlecht findet. Mit meinem geschenkten iPod-Shuffle war ich glücklich, bis er kaputt war (ich bin trotzdem froh, dass mich Georg überredete, zum Sansa Clip zu greifen). Ich benutze iTunes als Podcast-Sammelstelle und MP3-Player. Und sollte ich zum Arbeiten nicht im kommenden Jahr ein anderes gutes, günstigeres 13 Zoll-Notebook finden, würde ich sogar ein Macbook erwägen. (Mit dieser offenen aber nicht begeisterten Haltung bin ich erfahrungsgemäß relativ alleine. Es scheint eine gläserne Decke von 10 bis 15% an Usern geben, die ziemlich viele Apple-Produkte nutzen, während der Rest der Welt mit dem iZeug so gut wie nicht in Berührung kommt.)

Aber die Produkte umgibt auch immer eine Aura von künstlichem Glanz und Hype.

Das gilt auch für das Unternehmen selbst. Ohne Widerrede darf man ihm viel Erfolg attestieren. Aber der große Coup, der gelang nur einmal.
Die Erfolgsstory schlechthin sind die iPods. Genaue aktuelle Zahlen konnte ich auf die Schnelle nicht finden, aber bis vor einem Jahr wurden 220 Millionen Stück davon verkauft (seit drei Jahren wachsen die Verkäufe allerdings nicht mehr).

Überall anders ist Apple ein Player, aber kein Gigant. Die PC-Betriebssysteme werden immer noch zu 88% von Microsoft gestellt (10% MacOS), die Webbrowser dieser Welt sind immer noch der Internet Explorer (71%) und Firefox (20%) und nicht Safari (6,5%). Apple war zwar mit dem Touchscreen des iPhone weit vorne, aber nur 14% der Smartphones laufen mit iOS (der offensichtliche Hauptkonkurrent Google kommt mit Android bereits auf 17%).

Das iPad als eine der wichtigsten Plattformen für den Contentbereich wird bis Ende seines ersten Jahres ungefähr 10 bis 15 Millionen Stück absetzen. Das ist eine an sich beeindruckende Zahl. Aber sie muss sich auch mehrmals vervielfachen, um tatsächlich Marktmacht im Contentbereich ausüben zu können. Und irgendwann wird auch am Tablet-Bereich Konkurrenz entstehen (vielleicht schon demnächst).

Damit kommen wir auch schon zum Content. Zwischen 2007 und 2010 hat Apple über iTunes (laut eigenen Angaben) 7 Milliarden Songs verkauft. Das ist beeindruckend und in der digitalen Distribution DAS große Ding. Aber das ist ja auch noch ein junges Geschäft. Denn ist es erschreckend, dass jeder Mensch mit Breitbandinternetanschluss über drei Jahre durchschnittlich fünf bis zehn Lieder über iTunes heruntergeladen hat? Youtube schafft diese Zahl doch in ein oder zwei Wochen! Selbst da, im absoluten Kernbereich des Apfel-Contentgeschäfts, liegt also immer noch viel Potential für die Konkurrenz und andere Geschäftsmodelle auf der Straße.

Zumal Apple anderswo niemals so weit vorne sein wird. Bei allem was es anbietet, steht es nicht nur illegalen Kanälen und den freien Vertriebswegen des Internets, sondern auch mächtigen Konkurrenten wie Amazon gegenüber (ein von denen unterstütztes Tablet gibt dem iPad schnell Saures, eigentlich reicht dazu schon eine Store-App für Android).

In vielen Bereichen wird der Konzern eine mal kleinere, mal größere Rolle spielen. Doch ein Apple-Vertriebsmonopol bei Büchern, Videospielen, Filmen, Serien, Musik oder Information scheint schlichtweg nicht denkbar. Dessen versichert übrigens auch die elitäre Preis- und restriktive Unternehmenspolitik, aufgrund derer Jobs und seine Freunde zum Beispiel im größten Content-Gewerbe bewusst nicht sind: Porn.

Fotocredits: Ben Adamson, CC2.0 BY-NC-SA

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| 2. September 2010

18 Reaktionen bisher

    ak sagt:

    Zwischen 2007 und 2010 hat Apple über iTunes (laut eigenen Angaben) 7 Milliarden Songs verkauft. Das ist beeindruckend und in der digitalen Distribution DAS große Ding. Aber das ist ja auch noch ein junges Geschäft.

    Da muss ich widersprechen. Der iTunes Store ist 2003 gelauncht (2004 in Österreich), das sind 7 Jahre, eine _verdammt_ lange Zeit im Internet-Business. 2003/2004 kamen dann auch etliche Firmen auf die Idee, man könnte doch auch was eigenes “so wie iTunes” bauen, und sind damit quer durch die Bank gescheitert bzw. fristen ein Nischendasein. Ich hab 2004/2005 selbst an so einem Music Store mitentwickelt.

    Was Apple in dem Bereich so einzigartig erfolgreich gemacht hat, war einerseits das Deployment (der iTunes Store kam eingebaut in die neueste iTunes-Version; damit hatten plötzlich alle Apple-Kunden, die iTunes verwenden den Store nur einen Klick entfernt, ohne dass ein lästiger Browser involviert wäre; man bedenke, 2003, da waren Browser noch _richtig_ schlecht und wenig vertrauenswürdig), andererseits die vergleichsweise höhere Kaufkraft von Apple-Kunden.

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    !!! | 2. September 2010 | 14:31
    max sagt:

    Das stimmt so eben nicht, Apple ist sehr wohl Marktführer in einigen, wichtigen Bereichen:

    iPod hat 70% Martkanteil
    iTunes hat fast 90% Marktanteil bei legalen Downloads.
    iTunes hat 26,7% Marktanteil an allen Musikverkäufen in den USA und ist damit die Nummer 1, vor Walmart.
    iTunes ist der größte Online Film und Fernsehserien-Vertrieb.
    56% der iPod-User sagen sie kaufen nur über iTunes Musik

    Also da kann man nicht sagen, dass Apple nirgendwo groß ist. Vor allem die letzte Zahl ist eben das erschreckende. Hier entsteht ein weltweites Distribution-Monopol, selbst die Verlage springen da auf (plötzlich gibt es für das iPad fast alle Österreichischen Zeitungen) da Steve Jobs sehr clever immer zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist. Er ermöglicht es den eigentlich zum aussterben verdammten Zwischenhändlern (Musikverlage, Verlage, etc.) weiter zu existieren, in dem er einen Closed Garden anbietet, wo Apple bestimmt wer wann was konsumieren darf, von der Apple-Zensur will ich da gar nicht sprechen.

    Auch ist Apple sehr Clever, mit dem Musikbereich tut man niemanden “weh”, das ist nicht vordergründig politisch oder so. Aber wie schaut es aus wenn dann auch Nachrichten über diese “heile Welt” angeboten werden? Zusätzlich spielt sich Apple als moralische Instanz auf in dem es z.B. Pornos verbietet mit den Worten “we do believe we have a moral responsibility to keep porn of the iPhone”.

    Oder, um eine andere Metapher zu verwenden:
    Google, Facebook & Co sind klassische Jäger & Sammler, sie sammeln die Inhalte die in der freien Welt herumschwirren, ordnen und kategorisieren sie.

    Apple aber spielt “Gott”, denn sie wollen bestimmen was überhaupt für die Jagd in dieser welt herumschwirren darf.

    Dazu kommt noch das es bei Apple-Produkten keine offenen Schnittstellen wie z.B. bei Google oder Facebook gibt. Gerade das neue Ping zeigt doch klar die Taktik: Weg vom offenem Web, hin zu einem Closed Garden. Apple arbeitet immer im geheimen und gibt nie etwas an die Nutzer zurück. Auch gibt es sehr wenig Rückkanäle, Ping ist ja auch nur ein Marketingtool für Apple.

    Das erinnert mich an Microsofts Ambitionen der 90er, MSN zu einem Closed-Garden-Internetklone aufzubauen.

    Was ist der Ausweg?
    Hier sind die Staaten gefragt! ein Content-Distribution-Monopol sollte nur ein Staat oder ein Staatenbund haben. Da gibt es zwar vielleicht auch Zensur oder ähnliches, aber es gibt demokratische Mittel um das zu ändern, die gibt es bei Apple nicht. Auch wäre dies eine gute Einnahmequelle für Staaten.

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    !!! | 2. September 2010 | 14:51
    Tom Schaffer sagt:

    @ak – Ja, iTunes gibts schon lange. Umso weniger beeindruckend sind dann auch die Zahlen. Was ich mit einem “jungen Geschäft” meine, dazu soll der Hint auf Youtube eine Idee geben. Die liefern in ein oder zwei Wochen – vielleicht sinds auch drei oder vier – so viel Musik aus, wie iTunes in 7 Jahren. Wie viele hunderte Milliarden oder mehr Songs im Vergleichsraum über freie oder illegale Vertriebswege geladen wurden, muss ich da gar nicht mehr ins Feld führen Soll heißen: Da ist noch so viel Platz im Online-Vertrieb des Musik-Geschäfts, dass es offensichtlich mit den guten aber doch nicht gerade erschlagenden Zahlen von iTunes noch lange nicht ausgefüllt ist. Deshalb: Junges Geschäft.

    @max

    iPod hat 70% Martkanteil
    iTunes hat fast 90% Marktanteil bei legalen Downloads.
    iTunes hat 26,7% Marktanteil an allen Musikverkäufen in den USA und ist damit die Nummer 1, vor Walmart.
    iTunes ist der größte Online Film und Fernsehserien-Vertrieb.
    56% der iPod-User sagen sie kaufen nur über iTunes Musik

    Der iPod ist wie gesagt beeindruckend und die Basis des Erfolgs. Alles andere ist als Prozentzahl aber nicht viel wert, weils einfach keine gute Konkurrenz gibt, die genau dasselbe tut (wohl aber eine, die dieselben Produkte anders vertreiben). Rechne z.B. Youtube in den Musikvertrieb ein, und Apple kann sich die 26% Marktanteil an den US-Musikverkäufen in den Popo stubbsen.

    Apple kann deshalb nicht bestimmen, was wir zu hören bekommen, weil es andere, wesentlich mächtigere Wege gibt, um an die von ihnen vertriebenen Produkte zu kommen.

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    2. September 2010 | 14:52
    max sagt:

    PPS: es macht keinen Sinn Verkaufs-Marktanteile mit Frei-Download-Marktanteile zu vergleiche, da du nie sagen kannst: “bei entsprechendem Modell werden alle, die jetzt illegal downloaden dafür bezahlen”. Eher das Gegenteil wird passieren, es wird weniger downgeloadet.

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    !!! | 2. September 2010 | 14:56
    Tom Schaffer sagt:

    Es ist sinnvoll, weil du ja über den Musikvertrieb, die Möglichkeit Geld damit zu verdienen und die Kontrolle über die angebotene Vielfalt sprichst, nicht über den Musikverkauf. Ja, Apple dominiert die Verkauf-Downloads, aber in keinster Weise das Angebot an verfügbarer Musik.

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    2. September 2010 | 15:06
    mustermann sagt:

    also so ein Schwachsinn selten gelesen das itunes mit ping wird der letze schrei
    wer hat sich bei myspace musik gekauft das ist ein horror du musst neben myspace bei 10 anderen registrieren um zu musik zu kommen jetzt hat der künstler chance gleich 1 zu 1 musik zu verkaufen ohne sich bei 100 verschiedene musikdienste zu registrieren !!

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    !!! | 2. September 2010 | 15:22
    Tom Schaffer sagt:

    eh schön für die user die schon dort sind.

    aber wer registriert sich bei iTunes, damit er endlich seinem künstlerliebling folgen darf? das kann er doch jetzt schon überall wo er lust hat – und zwar in netzwerken die nebenbei noch wesentlich mehr können (und die die künstler wegen der viel größeren userbasis auch nicht verlassen werden).

    und die, die sich bisher nicht für apples preismodell interessiert haben, tun das jetzt auch nicht, nur weil sie unmittelbar neben dem kauflink noch die tweets des künstlers lesen dürfen. ;)

    also ist das wie beschrieben ein angebot, das vor allem die network-begeisterten unter denen freuen wird, die jetzt schon bei iTunes kaufen.

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    2. September 2010 | 16:17
    dieter sagt:

    Apple will in vielen Märkten gar nicht marktbeherrschend sein. Das würde die Profitabilität und die Aura der Exklusivität ruinieren.

    PCs und Unterhaltungselektronik sind geradezu ruinöse Geschäftsfelder mit hauchdünnen Margen.

    Nur dort, wo sie mit Mehrwertdiensten punkten wollen, streben sie offenbar eine Dominanz an.

    Contentmonopol in staatlicher Hand? max, bist du übergeschnappt? Merkel, Von Rompuy und Faymann, früher Schüssel statt Steve Jobs? Nein Danke!

    Irgendwie bin ich bisher völlig an Apple Produkten vorbei gekommen. Das interessiert mich nicht einmal periphär. Content-Probleme hatte ich deswegen noch nie.

    Ich sehe nur Apfel-Nutzer, die sich über ihre selbstverschuldete Umündigkeit beklagen.

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    !!! | 2. September 2010 | 16:33
    kohypon sagt:

    __
    Rechne z.B. Youtube in den Musikvertrieb ein, und Apple kann sich die 26% Marktanteil an den US-Musikverkäufen in den Popo stubbsen.
    __

    Ich schließe mich Max in einem Punkt an: die Anteile von Youtube in das generelle MarktVOLUMEN von Musikdownloads einzurechnen ist Schwachsinn. Das ist ein völlig anderes Konzept. Bei einem potenziellen Youtube-“Bezahldienst” kann man sicher davon ausgehen, dass nur ein kleiner Prozentsatz des heutigen Youtubevolumens in die Kategorie Musikkauf fallen wird. Der Gigant auf diesem Gebiet ist und bleibt iTunes.

    Generell betrachtet sehe ich die Marktmacht von Apple gelassener. Apple steuert sich durch die “Closed-Garden”-Strategie früher oder später selbst an einem massiven Teil von Nutzern vorbei. Auf lange Sicht betrachtet werden sich in der Content-Distribution genügend Alternativen bilden, alleine auf Grund der “Protest-User”.

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    !!! | 2. September 2010 | 17:19
    mustermann sagt:

    youtube, myspace und itunes sind drei verschiedene sachen, weil ich auf youtube die sachen des jeweiligen künstlers rein hören kann, aber im Endeffekt trotzdem bei itunes kauf.

    apple ping:

    1. man pflegt eine virtuelle Beziehung zum künstler

    2. ich weiß, wann die neuen sachen eines künsters zur verfügung stehen

    3. mit einem klick hab ich es auf meinem computer, ipod ;-) und der künstler sein geld :-)

    4. die künstler wollen musik verkaufen und zwar auf dem schnellsten weg. wenn itunes nicht die top plattform für sowas ist! alleine schon, wenn man sich die verkaufszahlen anschaut! übrigens: dieses model – dass du nicht ein ganzes album kaufen musst, sondern einzelne lieder – stammt aus dem hause apple itunes, deswegen auch der erfolg.

    man hat es schon in der vergangenheit gesehen, wie schnell sich die industrie an apple anpasst, siehe thema flash, iphone, ipad, auch die ganze pornoindustrie hat wegen apple auf HTML5 umgestellt :-)

    also lieber tom schaffer, denk dein ding zu ende, bevor du halbwahrheiten verbreitest und du wirst draufkommen, dass apple in jeder hinsicht gewinnt! aber ich weiß, heute möchte jeder einen artikel über apple verfassen, damit er ein bisschen mehr zugriffe auf seine homepage hat. ich rate dir: bleib bei politik und fußball, da hast du die nötigen Ressourcen ;-)

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    !!! | 2. September 2010 | 17:57
    Tom Schaffer sagt:

    ich verbreite keine halbwahrheiten sondern meinungen. du kannst jetzt nochmal das gegenteil von mir behaupten, dass youtube, myspace und itunes “drei verschiedene sachen” wären, aber es wird dadurch nicht weniger wahr, dass die menschen über alle drei plattformen musik konsumieren. playlists auf youtube sind längst kein ungewöhnliches bild mehr. zig millionen musikstücke werden täglich über youtube konsumiert. das alles ist technisch natürlich etwas anderes als itunes, aber es erfüllt genauso das bedürfnis des musikhörens und der musikverbreitung.

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    2. September 2010 | 18:54
    Digitreo sagt:

    Nachdem ich erst jetzt Zeit zum Antworten habe sind natürlich schon die meisten Dinge gesagt. Aber noch eine Ergänzung zum Thema Marktanteil. Erinnern wir uns an die Zeit vor der Einführung des ersten iPhones (MA 0,0%). Die Mobilfunkanbieter haben sich Apple an den Hals geworfen wie eine Prostituierte und sind auf Sachen eingegangen die zuvor undenkbar waren. Die Android Nutzer beneiden noch heute die iPhone Nutzer, weil Apple bislang der einzige Hersteller ist der den Mobilfunkern eine ungebrandete Oberfläche unterjubeln konnte. Selbst Nokia, der Marktführer schlechthin hätte die Eingeständnisse bei den Telkos nicht durchgedrückt. Selbes Spiel beim iPad. Plötzlich bieten T-Mobile, Drei & Co. kostenlose(!) Micro-SIM(!) Startpakete mit inkludiertem Datenvolumen und äußerst flexiblen und günstigen Pre-paid Tarifen an. A1 schenkt den iPad Besitzern gar 1GB – völlig unverbindlich! Und das ist wahre Marktmacht. Nicht zu vergessen, dass Apples Börsenwert den von Microsoft mittlerweile übersteigt und sie mit ihren Barreserven Konkurrenten einfach aufkaufen könnten. Wie gesagt, ich verfalle deswegen nicht in Panik und das sollte auch sonst niemand tun, aber unterschätzen sollte man Apple nicht.

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    !!! | 2. September 2010 | 19:13
    mustermann sagt:

    für zuhause jein weil mir die nötige soundqualität bei youtube fehlt

    du bist schöner denker zuerst reden wir über musik und business, jetzt kommt es raus das du der ober knauser bist, der keine musik des jeweiligen künstlers kauft sondern in mieser qualität über youtube konsumiert .

    noch was

    wie nimmst du die musik mit wenn du unterwegs bist ? mit notebook in der hand und youtube unterwegs ?

    ich weiss das heisst jetzt iNOTEYOU
    super

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    !!! | 2. September 2010 | 19:24
    Tom Schaffer sagt:

    @digitreo

    das ist marktmacht durch vorreiterschaft. dass apple mit dem iphone und ipad da großes leistet muss man gar nicht lange diskutieren. eine dauerhafte marktführerschaft kommt dadurch aber nicht zustande. wie gesagt, android ist mittlerweile weiter verbreitet als iOS, ähnlich wie bei den smartphones wirdes bei den tablets aussehen. btw. mein milestone ist ungebrandet und die meisten bundle-pakete nicht wirklich preiswerter als ein ungebrandet gekauftes gerät.

    @mustermann

    du verstehst nicht. es geht nicht darum, dass youtube nun das perfekte “medium” für alle und jede situation ist (wobei: wo soll das problem mit einem handy/mp3 player mit 3G und youtube-playlists sein?). aber youtube ist für die marktvielfalt in der musik IMO bedeutender als iTunes, einfach weils unendlich viel größer und weniger limitiert ist. es geht mir schlicht darum, dass iTunes trotz seiner größe wenn man es isoliert betrachtet, gemessen am weltweiten musikkonsum einfach nur ein kleines licht ist.

    ich empfehle übrigens diesen artikel: http://www.neunetz.com/2010/08/25/filesharing-flattr-und-bezahlschranken-die-aufloesung-historischer-unfaelle/

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    3. September 2010 | 02:29
    Mathias sagt:

    Ich verstehe gar nicht, wie diese unnötige Diskussion immer und immer wieder aufkeimen kann. Fakt ist: Apple hat keinerlei Monopol und wird es höchstwahrscheinlich nie haben – genausowenig Microsoft, Google oder Yahoo.
    Wie kurz die Partizipienten dererlei geistiger Ergüsse denken, wird bereits am Beispiel der “moralischen Instanz Apple” in Bezug auf das Pornoverbot deutlich: Ja, auf iOS-Geräten dürfen keine Porno-Apps laden. So what? Wer Pornografie aus dem Internet konsumieren will, braucht nicht mehr als einen Computer und Internetzugang, wer lieber auf dem Fernseher schaut, kauft sich eben eine DVD. Völlig unabhängig davon, wie Steve Jobs’ Privatmeinung zur Pornografie lautet, bieten Kanäle abseits der Apple-Produkte noch genügend Möglichkeiten, diese zu beziehen. Wer nichts als ein iPhone oder ein iPad als Zugangsgerät zum Internet sein Eigen nennt, ist ja auch selbst schuld und kann um wenig Geld (Netbooks) Abhilfe schaffen.

    Dieses Beispiel lässt sich natürlich genauso auf alle anderen Bereiche beziehen. Klar verkauft Apple mit seinem iTunes Store mehr Musik als jeder andere Anbieter, aber das World Wide Web ist von der Cupertino-Restriktionspolitik dennoch unberührt. Wer anstößige oder für Apple unliebsame Musik veröffentlichen will, nutzt halt Myspace, Last.fm oder notfalls die private Website, bei der das Jobs-Imperium nicht ein einziges Wort mitzureden hat. Und wer ein bisschen marketingtechnisches Geschick besitzt (und die Musik entsprechend gut ist), wird auch ohne iTunes damit an die Konsumenten herantreten können.

    Ich bin kein Freund von Apple’schen Restriktionen, aber ein Problem hatte ich damit noch nie – und eine Gefahr sehe ich erst recht nicht. Dann eher in Ideen wie denen von Max, der ein staatliches Content-Monopol will, weil er in Hysterie über eine Machtstellung von US-Unternehmen verfällt, die nicht existiert. Vor solchen Stimmen muss man sich in Acht nehmen – und nicht vor der Tatsache, dass eine Company mit einem Produkt gerade einen temporären Höhenflug erlebt.

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    !!! | 3. September 2010 | 05:18
    max sagt:

    @Mathias ich bin nicht hysterisch, ich verwende auch selber Apple Produkte und ja sie sind gut gemacht. Auch hab ich keine Angst vor US-Unternehmen, hab selber jahrelang dort gelebt, insofern gehen deine Vorwürfe ins leere.

    Wenn etwas Panik mache ist dann die Hetze gegen Google Streetview, das ist hysterisch und völlig sinnlos, da es an den eigentlichen Punkten des z.b. Datenschutzes vorbeigeht.

    Zum Glück gibt es das “freie Internet” wo jeder auf seiner Webseite seine Musik veröffentlichen kann, klar, aber hier geht es ja ums Business und wenn einem klar ist, das z.b. die Musikindustrie ein Verfechter von z.B. Netzsperren ist (eben um diese freien Zugänge zu beschränken, in Deutschland wollte die Industrie ja die Sperrlisten liefern die nicht einsehbar sein sollten) sehe ich sehr wohl hier eine Gefahr. Nicht um jetzt hysterisch zu werden, aber um darüber nachzudenken das Monopole und gleichzeitige Beschränkung der Meinungsfreiheit noch nie hilfreich für Demokratien waren.

    Außerdem ist es eben nicht egal wenn große, einflussreiche Unternehmen die Aufgabe eines Staates übernehmen, in dem sie entscheiden was moralisch Ok ist und was nicht, wer das nicht sieht sollte vielleicht an seiner politischen Bildung arbeiten.

    Der letzte Satz gilt nicht nur für US-Unternehmen, auch in Österreich gibt es z.B. eine Medienkonzentration hinter der ein Eigentümer steht, die auch zu hinterfragen ist.

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    !!! | 3. September 2010 | 07:49
    mustermann sagt:

    @tom

    “(wobei: wo soll das problem mit einem handy/mp3 player mit 3G und youtube-playlists sein?)”

    das problem liegt genau bei flash weil es zuviel Strom frisst, adobe mit flash quasi monopol hat und adobe allein darauf entwickeln darf also es kein offener web standard !

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    !!! | 3. September 2010 | 11:17

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