Nur um es ein weiteres Mal zu unterstreichen, bevor beim nächsten halbgaren Anlassfall dann wieder den Blauen mythenbildnerisch in die Hände gespielt und medial überlegt wird, warum die Jugend so rechts ist.
Die schärfsten Gegner einer freiheitlichen Regierungsbeteiligung finden sich bei dieser Umfrage in den Reihen der Maturanten und Akademiker, aber auch die Befragten unter 30 sind mit großer Mehrheit gegen Regierungssitze für Strache und Co (Quelle: derStandard.at, Hervorhebung durch Autor)
13 Antworten auf „Die Jugend will die FPÖ nicht“
konkrete Zahlen wären ein journalistischer Mehrwert gewesen.
Die konkretesten Zahlen die es öffentlich dazu gibt, sind unter dem gegebenen Link zu finden. Alle anderen müsst ich erfinden.
Glaubt´s ihr das wirklich? Ich hab das Ohr berufsbedingt sehr nah am Volk. Ich prognostiziere jetzt mal zwischen 30 und 33% für die FPÖ bei der nächsten Nationalratswahl Und die meisten Stimmen wird er bei Wählern unter 30 und über 60 machen.
lg
S.
Musst ein berufsbedingt sehr großes Ohr haben, wenn du heute aus persönlichen Gesprächen eine Prozentprognose für die Wahlen 2013 abgeben willst.
Faktisch glorifiziert man die Blauen immer als Jugendpartei, obwohl sie in keiner anderen Bevölkerungsgruppe so hohe Ablehnungswerte haben, wie bei den Unter-30ern.
Hab sogar 2 sehr große Ohren;)
Nein im Ernst, die Leute sind ob der Nullleistung der Regierung derartig angepisst, dass sich ein Debakel für Rot/Schwarz abzeichnet.
Ich nehme sogar wetten darauf an;)
lg
S.
S. ist bekannt für seine riesigen Ohren. Er hat auch den Spitznamen Dumbo.
Wo wurde die Befragung gemacht? Am Hauseingang von WG 17 in der Piaristengasse 47? Da haben die Grünen sicher ein Stimmenpotential von mindestens, wann net 70 % (minus einer Stimme, das ist die vom Chauffeur den die Vasilacki vergrault hat). Is eh alles bestens oder? 🙂
Was ist jetzt so unrealistisch an der Befragung? Es ist seit Jahren bekannt, dass die FPÖ die höchsten Ablehnungswerte hat. Die Partei schöpft ihr momentanes Potential sehr gut aus (im Gegensatz zu den Grünen zB) und darüber hinaus wird sie halt einfach nicht gewählt. (Trotzdem könnte sie aber bei Wahlen wachsen, wenn sie eine Demobilisierung der Wähler anderer Parteien erreicht.) Es erscheint mir nicht unlogisch, dass die FPÖ stärker als andere Parteien polarisiert.
Wenn man nicht Wahlen (relative Ergebnisse ohne Nichtwähler) sondern Umfragen (Sample Gesamtbevölkerung) hernimmt, dann wird die Partei halt mehr als die anderen von 55-60% der Menschen als komplett inakzeptabel empfunden.
Hat mit „alles bestens“ nichts zu tun. Das sind die Fakten. Und 43% Befürwortung einer blauen Regierungsbeteiligung empfinde zumindest ich sicher nicht als feine Sache.
hm,
nach der Argumentation wird dann allerdings auch die SPÖ und die ÖVP inkl. den Grünen von einer ähnlichen absoluten Mehrheit der Österreicher als komplett inakzeptabel empfunden.
Der Artikel sagt irgendwie auch mehr oder weniger halblaut „nur ungebildete Junge und grantige Alte wählen die FPÖ“
Auch wenn´s die Bobos net gerne hören, nicht jeder der FPÖ wählt ist ein Trottel. Es ist ja auch nicht jeder Grünwähler ein verkappter Einstein;)
lg
S.
„nach der Argumentation wird dann allerdings auch die SPÖ und die ÖVP inkl. den Grünen von einer ähnlichen absoluten Mehrheit der Österreicher als komplett inakzeptabel empfunden.“
die grünen haben eine einigermaßen ähnliche stellung ja. die ex-großparteien werden nach wie vor signifikant mehr akzeptiert.
trotzdem zeigen umfragen seit jeher, dass die fpö am meisten polarisiert. wer nicht überlegt sie zu wählen, ist mit hoher wahrscheinlichkeit gleich in fundamentalopposition zu ihr. das sagen nicht die pösen bobos, sondern die demoskopie.
und die zeigt auch, dass ungebildete junge und grantige alte halt tatsächlich besonders stark zur fpö tendieren und bobos eher nicht. natürlich ist das keine aussage über jeden einzelnen ihrer wähler, sondern statistiken. es gibt auch intellektuelle rechte.
interessant find ich, dass wenn man sagt „die fpö wird von ungebildeten gewählt“ immer irgendwer aufspringt und diese verallgemeinerung anprangert. wenn jemand sagt „die grünen sind einen bobopartei“ ist aber selten jemand zu hören, der den exakt selben unsinn anprangert.
auch das gehört zur blauen mythenbildung. aber das weiter auszuführen wird mir grad zu anstrengend.
„interessant find ich, dass wenn man sagt “die fpö wird von ungebildeten gewählt” immer irgendwer aufspringt und diese verallgemeinerung anprangert. wenn jemand sagt “die grünen sind einen bobopartei” ist aber selten jemand zu hören, der den exakt selben unsinn anprangert.“
Das liegt vielleicht daran, dass der Ausdruck Bobo wohl wesentlich schmeichelhafter wirkt als wenn´st als Trottel tituliert wirst oder?;)
Und bitte, was hast denn immer mit deiner „Mythenbildung“? Seit´s net so haglich, beim austeilen sind die „Grün_Innen“ ja auch nicht so zimperlich;)
Alles was es zu diesem Artikel zu sagen gibt ergibt sich aus der Fußnote (Quelle „der Standart“) Sorry.
Ich bin aber als langjähriger Presseleser vermutlich viel zu sehr Strukturfaschistoid und Kleinbürgerlich um den Kontext kognitiv zu erfassen;) (diese Ironie sei mir hier gestattet, all das wurde ich von diversen Linken bereits genannt)
Nix für Ungut.
lg
S.
„Das liegt vielleicht daran, dass der Ausdruck Bobo wohl wesentlich schmeichelhafter wirkt als wenn´st als Trottel tituliert wirst oder?“
Der Ausdruck Bobo ist keineswegs schmeichelhaft und wird im Alltagsdiskurs auch nicht so gebraucht. Zumal vom „jungen Ungebildeten und grantigen Alten“ bis zum Trottel noch ein weiter rhetorischer Weg ist, den du dir da einbildest.
„Und bitte, was hast denn immer mit deiner “Mythenbildung”?“
Was soll ich damit haben? Es gibt erzählerische Zuschreibungen die der Realität nicht standhalten. Das sind dann Mythen.
„Seit´s net so haglich, beim austeilen sind die “Grün_Innen” ja auch nicht so zimperlich;)“
Ich bin weder Grüner noch haglich.
„Alles was es zu diesem Artikel zu sagen gibt ergibt sich aus der Fußnote (Quelle “der Standart”) Sorry.“
Aha…
Verstehe, wenn ich dich also nun als vermutlich zu Jung und zu ungebildet bezeichnen würde, würde dir also nicht das Sprichwörtliche Messer im Hosensack aufspringen? AHA;)
Natürlich weiss ich dass du weder das Eine noch das Andere bist lieber Tom, aber sei doch bitte so lieb und halte mich und die 5 andren Leser nicht für dümmer als wir tatsächlich sind.
Als Liberaler der ersten Stunde wage ich zu behaupten sowohl mit Links und Rechts Wählern eine Gesprächsbasis zu finden.
Und auch wenn du es nicht gerne hören wirst, das Frust Potential der österreichischen Leistungsträger ist enorm. Und Leistungsträger sind für mich jene Leute die Ihr Geld nicht auf direkten oder indirektem Wege vom Staat bekommen. Wobei ich hier ausdrücklich die Beamten der Exekutive ausnehmen möchte, denn diese Personen riskieren für uns alle tagtäglich ihr Leben, und das Gewaltmonopol ist Gott sei dank bei uns noch immer beim Staat.
Vielleicht kommst mal aus deinem „Bobo“ Turm raus und suchst das Gespräch mit Gewerbetreibenden. Frag die doch mal was sie tatsächlich so bewegt. Du wirst vielleicht überrascht sein. Ich glaube auch zu wissen, dass eine Kassiererin beim Billa, welche um 4h in der Früh aus der Obersteiermark oder dem Burgenland via Werksbus zu Ihrer Arbeitsstätte gebracht wird, ein klein wenig andere Probleme hat, als eine gleichaltrige Publizistikstudentin.
Auch der 26 jährige HTL Absolvent mit einem Gehalt von € 1.600,- netto mit Frau und Kind wird das Leben vielleicht von anderer Warte aus betrachten als du? Ich möchte an dieser Stelle festhalten, dass es die von mir beschriebenen Personen tatsächlich gibt und ich mit Ihnen in persönlicher Beziehung stehe.
Und nun frag dich mal ob du diese Leute welche mit überwiegender Mehrheit die FPÖ wählen zu Trotteln erklären willst? Denn genau das tust du und deinesgleichen ständig. Einer meiner freien Mitarbeiter, über 65 und Akademiker sagte mir letztens er habe bei der letzten Wahl den Strache gewählt. Ich muss dir sagen, er ist vielleicht „alt“ grantig hingegen und ungebildet ist er nicht.
Wünsche dir noch einen schönen Tag.
lg
S.
Die FPÖ wurde nicht immer als Partei der Jugend „glorifiziert“, sondern sogar ganz im Gegenteil in den 90ern als Partei gealterter Ewiggestriger und männlicher Protestwähler mittleren Alters dargestellt. Die Jugend würde multikulturell und mehrsprachig mit europäischer und kosmopolitischer Identität aufwachsen, was die FPÖ langfristig obsolet machen würde.
Darüber hinaus galt die FPÖ als reine Haider-Partei.
Diese Sichtweise des Establishments wurde 2005 und danach erschüttert. Die für Tod erklärte FPÖ wurde trotzdem gewählt und hatte viel Zuspruch bei Jugendlichen, die bereits mit Ausländern aufgewachsen sind. Also wurde die vormalige Fehleinschätzung ins plumpe Gegenteil verkehrt und die FPÖ nun vereinfachend als Partei der Jugend aufgefasst.
Der Begriff „Partei der Jugend“ ist schwammig und kann unterschiedlich definiert sein:
1. Eine absolute Mehrheit der Jugend wählt FPÖ
2. Eine relative Mehrheit der Jugend wählt FPÖ
3. Die Wähler der FPÖ sind überdurchschnittlich jugendlich.
Punkt 3.) dürfte eine Zeit lang zugetroffen haben. Mittlerweile stoßen aber wieder Protestwähler gegen die große Koalition hinzu, was das Durchschnittsalter der FPÖ Wähler wohl wieder nach oben verschiebt. 27% bekommt man nicht mit Jugendlichen allein.
Zutreffend ist meiner Meinung nach auch, dass die Jugend offener für die FPÖ ist als die dahinscheidenden Generationen, die ein leben lang stramm zu ihrer Partei gehalten haben.
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Der Begriff „Bobo“ wurde in Österreich vom Falter popularisiert und von den Betreffenden positiv akzeptiert. Dass der Begriff pejorativer gebraucht wird, widerspricht dem nicht. Niemand wird von allen geliebt. Auch der Begriff „Proletarier“ wurde immer unterschiedlich aufgefasst, je nachdem ob man Proletarier war oder eben nicht.