Blog, Lesestoff 3 comments on Studiert so schnell ihr wollt

Studiert so schnell ihr wollt

In der ZEIT wird der Mär auf den Grund gegangen, dass wir alle mit 22 den Doktortitel, vierzig Jahre Berufserfahrung und die Weisheit mit Löffeln gefressen haben müssen. Wenn ihr das glaubt, solltet ihr das lesen.

Niemand kann sagen, die Studenten hätten sich diesen Jugendwahn selbst eingeredet. Er wurde ihnen eingebläut, über Jahrzehnte, von Politikern, Unternehmen– und nicht zuletzt den Medien.

Unternehmen ist das Alter von Bewerbern kaum wichtig. Das Hochschulinformationssystem hat die Absolventenjahrgänge 1997, 2001 und 2005 untersucht. Das Ergebnis: Die Studiendauer hatte keinen Einfluss auf den Erfolg bei der Jobsuche.

Die ganze Hetze, der Zeitdruck, die Sorge, man könnte durch ein langes Studium seine Chancen mindern – sie sind vollkommen unbegründet.

Die Erkenntnis, dass Schnellstudierer keinen Vorteil haben, ist auch deshalb eine Überraschung, weil die Behauptung, Absolventen seien zu alt, immer logisch klang.

Blog, Features 16 comments on Rohrers Unmöglichkeiten sind nicht genug

Rohrers Unmöglichkeiten sind nicht genug

Falls jemand noch nie einen Kommentar von Anneliese Rohrer gelesen hat, sei ihm hiermit eine rasche Zusammenfassung vieler davon geliefert: „Österreichs Junge sind viel zu brav und egoistisch angepasst (und die duckmäuserischen Alten sind als schlechte Vorbilder schuld daran)„. Ich habe dieses Lamento jetzt schon einige Male zu oft gelesen. Obwohl ein großer, wahrer Kern darin steckt, teile ich den Befund so nicht mehr. Continue Reading „Rohrers Unmöglichkeiten sind nicht genug“

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Die Jugend will die FPÖ nicht

Nur um es ein weiteres Mal zu unterstreichen, bevor beim nächsten halbgaren Anlassfall dann wieder den Blauen mythenbildnerisch in die Hände gespielt und medial überlegt wird, warum die Jugend so rechts ist.

Die schärfsten Gegner einer freiheitlichen Regierungsbeteiligung finden sich bei dieser Umfrage in den Reihen der Maturanten und Akademiker, aber auch die Befragten unter 30 sind mit großer Mehrheit gegen Regierungssitze für Strache und Co (Quelle: derStandard.at, Hervorhebung durch Autor)

Blog 4 comments on Bericht und Video von der #unibrennt-Demo

Bericht und Video von der #unibrennt-Demo

Die bisher größte Demo dieses Wiener Protestherbsts gegen das jugend-, familien- und armenfeindliche Budget für 2011 der österreichischen Bundesregierung zog heute vom Parlament zur Unviersität für angewandte Künste – nicht ohne vorher einen Stop bei den Parteizentralen der SPÖ und ÖVP zu machen. Die Demonstrierenden forderten mehr Geld für Bildung und kritisierten die massiven Einsparungen im Jugend- und Bildungsbereich. Continue Reading „Bericht und Video von der #unibrennt-Demo“

Features 16 comments on Wir panieren die Jugend, Teil 2011

Wir panieren die Jugend, Teil 2011

„Die neue Politik“-Kampagne der SPÖ und das „Schwarz macht geil“ der ÖVP waren Versuche der letzten Jahre, bei den jugendlichen WählerInnen wieder besser Fuß zu fassen. Die Parteien treiben sich in den Discos rum, zeichnen Comics, machen Hiphop-Raps. So verstehen Rot und Schwarz und Blau das Wort „Jugendpolitik“. Zahl ihnen vielleicht mal ein Bier, dann werdens dich schon mögen. Während das in unserer Landeshauptstadt wieder mal im Wahlkampf abging, schürten Faymann und Pröll ein Paket, das die Jugendlichen mit Füßen tritt. Continue Reading „Wir panieren die Jugend, Teil 2011“

Features 6 comments on Unpolitische Generation? My ass!

Unpolitische Generation? My ass!

Bisher bei zurPolitik.com: Susannes Artikel über PolitikerInnen als Demokratieproblem stieß eine Diskussion über die Sage von der „unpolitischen Generation“ an. Diese Phrase wird vor allem gern als diffamierender Vorwurf an die Jugend verwendet. Sie beklagt, dass die Gschroppen sich für nichts interessieren und den Arsch nicht hochkriegen. Ich habe sie schon (fast) immer für ein saublödes Märchen gehalten. Continue Reading „Unpolitische Generation? My ass!“

Features, Gastbeitrag 3 comments on My Wahlkampf in the UK: Target Jungwähler

My Wahlkampf in the UK: Target Jungwähler

Noch knapp 40 Stunden (Anm. stimmt jetzt nicht mehr ganz, Großbritannien wählt morgen) bis zu den Wahlen, vorneweg der aktuelle Umfragestand nach YouGov: CON 35% (+1), LAB 27% (0), LIB 28% (-1). Die Tücken zu den Prozentpunkten liegen in der Wahlkreis-Umsetzung. Demnach fehlen den Tories nur noch 43 Sitze zur Absoluten (bei 282 Parlamentskandidaten in Siegerposition). Trotz weniger Gesamtstimmen kann Labour noch immer mit doppelt so vielen „Members of Parliament“ rechnen wie die Liberaldemokraten (Schlüssel: 325 MPs = 50%; weitere Erläuterungen zur Wahlarithmetik gibt es HIER und HIER). Continue Reading „My Wahlkampf in the UK: Target Jungwähler“

Blog 8 comments on #unibrennt: Das Audimax ist leer

#unibrennt: Das Audimax ist leer

61 Tage lang war das Wiener Audimax besetzt. Jetzt räumte es das Rektorat knapp vor Weihnachten. Die ersten 1 bis 1,5 Monate war ich nahezu täglich viele Stunden dort. Am Tag der Räumung war ich erstmals seit drei Monaten nicht mehr in Wien. Die Aktion des Rektorats war letztklassig. Kurz vor einer politischen Einigung, wie das Audimax ohnehin freigegeben würde, griff Rektor Winckler zu dieser Methode – bedrängt von den konservativen Parteien. Die Vorwürfe der schlechter werdenden Sicherheitslage sind natürlich reiner Humbug. Der Zeitpunkt ist einfach sehr geschickt gewählt. Continue Reading „#unibrennt: Das Audimax ist leer“

Blog 8 comments on Jugendliche: Faul und uninteressiert

Jugendliche: Faul und uninteressiert

Öffentlich gab es in vergangenen Jahren selten ein gutes Wort über die Jugend. Die einen sahen sie als faule Computerhocker, die anderen kritisierten sie dafür, uninteressiert zu sein. Atem- und ratlos wurde bei Wahlen auf ihren Rechtsruck geblickt. Planlos schimpften Minister_innen wenn die Ergebnisse der PISA-Studie nicht passten: „Ihr denkt doch nur an Partys!“. Continue Reading „Jugendliche: Faul und uninteressiert“

Blog 62 comments on Über meine und andere Generationen sprechen (mit ein bisschen Wut)

Über meine und andere Generationen sprechen (mit ein bisschen Wut)

Ich hab die Schnauze seit 10 Jahren voll. Seit der Veröffentlichung der ersten beiden PISA-Studien um genau zu sein. Da ging es gefühlt damit los, dass meine Generation kaputt geschrieben wird. Und was man da nicht immer alles hört: Zuviel Party, zuwenig interessiert, zuwenig aufmüpfig, orientierungslos, unpolitisch, zuviel rauchen, zuviel saufen (Na geh! Und das in einem Land das nicht ganz ohne Stolz bei Bier und Kaffee zu den Topp-Konsumländern gehört!). Es kommen jetzt einige Dinge dazu, die im Magazin der Süddeutschen Zeitung von Meredith Haaf angeprangert wurden (und vom Blumenau aufgegriffen und bekräftigt): Kommunikationssüchtig, konfliktvermeidend, praktikumsliebend und ohne Subkultur sollen wir sein. Mein Lieblingsvorwurf: „Wir lieben unser geistig gestörtes Körperbild“. Ahja. Es ist genug des Unsinns. Sprechen wir mal ernsthaft über meine Generation. Continue Reading „Über meine und andere Generationen sprechen (mit ein bisschen Wut)“