
Wenn es um das Verhindern des Klimawandels geht (wo Österreich ja gerade wieder besonders grandios versagt), denken viele Menschen zuerst daran, ihren Lebensstil zu beeinträchtigen. Damit bin ich oft nicht einverstanden. Viele Änderungen die uns vor einem allzu heftigen Klimawandel bewahren können, können auch unser Leben verbessern. Eine dieser Maßnahmen wäre der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, insbesondere der Züge. Was könnte besser sein, als eine längere Reise statt hinter Lenkrad mit hochgelagerten Füßen bei Buch, Musik/Podcast und Entspannung im Zugabteil zu verbringen?
Kürzlich habe ich das Buch „Out of the Energy Labyrinth“ von David Howell (Energie- und Transportminister unter Margaret Thatcher zwischen 1979 und 83) gelesen. Er macht darin einen ideologisch konservativen aber nichtsdestotrotz interessanten Blick auf das Spannungsfeld zwischen Energiesicherheit und Nachhaltigkeit. Eine der wichtigsten Sachen, die mir davon in Erinnerung geblieben sind ist, dass er den Zug nicht primär für den Konkurrenten des Autos hält, sondern den des Flugzeugs im Kurz- und Mittelstreckenbetrieb.
Das wollte ich genauer wissen, weshalb ich ein Interview mit einem Experten dazu führen wollte. Kürzlich war ich (mit filmender Unterstützung von Georg) bei der ÖBB um mit Erich Forster zu sprechen. Er ist der Leiter der Abteilung Fernverkehr. Ich habe ihn unter anderem zu dieser These von Howell und den generellen Möglichkeiten eines Hochgeschwindigkeits-Zugnetzes in Österreich befragt. Einen zweiten Teil des Videos zu einer europäischen Perspektive gibt es auch noch, aber aufgrund einiger noch nicht zur Veröffentlichung gedachten Informationen werde ich das erst Ende November veröffentlichen können.
Im Interview spreche ich fälschlicherweise davon, dass Österreichs Bahnnetz privatisiert wurde – es war selbstverständlich der Personenverkehr auf dem Bahnnetz gemeint
Und für alle, die sich noch nie mit der österreichischen Topographie und den wichtigsten Zugverbindungen beschäftigt haben, wird wohl auch diese Karte von Interesse sein, bei der ich wie immer um Ergänzungen und Korrekturen bitte.
Important Austrian Railroads auf einer größeren Karte anzeigen
Dieser Post ist in englischer Form für den internationalen Blogwettbewerb Thinkaboutit.eu eingereicht worden
Fotocredits: deivis, CC2.0 by-sa
5 Antworten auf „Video-Interview: ARGH! Diese verdammten Alpen“
Kannst Du mir erklären, wie die Meldung, dass Österreich das einzige Land ist, das die Ziele nicht erreicht hat mit dem zusammenpasst?
nehme an, dass die anderen sünder früher mit dem kauf von zertifikaten angefangen haben (was sie zumindest billiger machte).
die grafiken sind außerdem unterschiedlich aufgeschlüsselt. bei der neuen vom standard geht es um eine relative co2-ausstoß-zunahme im vergleich zu 1990, bei der alten infografik um das verhältnis zu den kyoto-zielen.
grüße herr schaffer,
hinsichtlich der klimadebatte: ich war gerade auf einer konferenz, an der unter anderem energie kommissar der europäischen union teilgenommen hat. sollten dich die resultate interessieren: http://www.ttn-institut.de/klimawandel-energiewende
danke fürn link
[…] Blogeintrag von Tomas Schaffer zur österreichischen Klima- und Verkehrspolitik: http://zurpolitik.com/2009/11/13/video-interview-hochgeschwindigkeits-zuge-in-osterreich/#more-2668 […]